Naturrecht

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Highlander

Re: Naturrecht

Beitrag von Highlander »

Große und wahre Worte, gelassen ausgesprochen! :)

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Nachbarschaftshilfe in Zeiten der Räuberei

Frieden ist Ruhe in der Ordnung. Nehmen wir an, Du und Deine entfernten Verwandten leben mit ihren jeweils sieben Kindern einigermaßen in Frieden einträchtig als Nachbarn nebeneinander, und alles geht seine erträglichen Gänge.

Eines Tages beginnt jedoch bei Deinem Nachbarn Gepolter, und Du meinst, dass die Vase vom Schrank heruntergefallen sei. Du denkst Dir nichts weiter dabei.

Ein paar Tage später aber hörst Du wieder Gepolter und dazu Geschrei und Gewimmere. Du beginnst, Dir Sorgen zu machen, denkst aber, dass Dich das nichts anginge, und also belässt Du es dabei, vor Deiner eigenen Türe den Kehricht zu beseitigen.

Aber wieder ein paar Tage später triffst Du die Nachbarin mit ihren drei Jüngsten beim Einkaufen, und Du bemerkst hinter ihrer schwarzen Sonnenbrille ein blaues Auge. Sie ist ein wenig abwesend, aber bemüht sich sichtlich, so zu tun, als ob alles wie immer sei. Na denn: Du lädst sie zum Kaffee ein, aber sie lehnt dankend ab.

Aber wieder eine Woche später rennt sie des hellichten Mittags schreiend in ihren Garten und droht laut in ihr Haus hinein, die Polizei zu rufen, wenn ihr "Rudi" nicht sofort das Messer weglegt. Spätestens jetzt läuten bei Dir alle Alarmglocken, und Du als Nachbar dazu Verwandter bist im 24/7 Alarmmodus.

Eines Nachts aber hörst Du Dauergepolter, dazu männliches und weibliches Geschrei, dazwischen Gewimmere von vielen Kindern...

Dann existiert nur eine naturrechtlich legitime Möglichkeit: Du rufst die Polizei.

Aber was machst Du, wenn Du feststellst, dass die Polizei, anstatt gegen den Messerstecher einzuschreiten, wildfremde messerstechende Räuber im Nachbarhaus plaziert, sich also als Nichtpolizei erweist? Diesen Zustand nennt man Anarchie.

Spätestens dann weisst Du, welche Stunde Dir selbst und Deiner Familie geschlagen hat: entweder Du fliehst an einen sicheren Ort, damit Dir selbst nebst Familie nicht dasselbe geschieht, oder Du bereitest Dich in aller Stille auf das aktive Eingreifen vor, um selbst Ruhe und Ordnung mithin den status quo ante wiederherzustellen.

Beides ist legitim aber nicht immer möglich.

Wenn weder das eine noch das andere möglich ist, dann ist dies eine naturrechtlich verordnete Geduldsprobe. Man muss ausharren, bis sich eine legitime Möglichkeit ergibt, in Frieden mit der Familie zu leben.

Wenn Flucht möglich ist, dann muss auch der Fluchtort so vorbereitet sein, dass man dort einigermaßen in Frieden aushalten kann bis zur Rückkehr.

Wenn aber in solchem Zustande der Anarchie aktives Eingreifen mit wohlbedachter Aussicht auf den Erfolg, die Räuber in die Dauer zu vertreiben, möglich ist, dann ist diese Ermöglichung als Gebot Dessen zu werten, der Seine Ordnung aufgetragen hat, einzuhalten!

Frieden ist: "Ruhe in der Ordnung!" Welche Ordnung? Die Ordnung im Naturrecht! /1

___
/1 Das Naturrecht: https://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=922460#p922460

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Trotz gegen das Naturrecht: Endstation Anarchie

Der Übergang von der Diskriminierung hin zur systematischen Vertreibung beginnt mit Denunziation.

Wie nennt man die "gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden"?

Wer es nicht weiss, könnte aus der aktuellen osteuropäischen und der jüngeren zentraleuropäischen Geschichte lernen.

Jedes Pogrom hat seine Geschichte, aber was ist die Ursache?

Vermutlich beginnt es mit Verlustängsten aufgrund fehlenden Vertrauens in Den, Der uns befahl, dass wir uns nicht um den morgigen Tag sorgen sollten. Das daraus folgende anders Handeln als man denkt, führt in einen psycho-logischen Dauerzwiespalt, der in der demokratischen Klappsmühle, genannt Republik wenigstens zum Schein gesellschaftlich aufgelöst werden kann, nämlich durch "Gleichheit" in Kopflosigkeit, die wiederum das Markenzeichen der "Brüderlichkeit" darstellt, in der man sich immer mehr "Freiheit" gegen die Vernunft ausnimmt...

Irgendwann ist es soweit und gruppendynamische Prozesse nehmen unaufhaltbar ihren Lauf wie aufgestaute Wassermassen durch die Sollbruchstelle im demokratischen, wider das Naturrecht vertrotzten Staudamm: der Hals der Gesellschaft kann einfach frühmorgens nicht mehr in den Spiegel blicken, weil er keinen Kopf mehr hat, also wendet er sich (ab)...

Verschämt widerstrebend, später mit offener Begeisterung drückt sich die Farbe der Angst auf das Hemd der Polizei durch, was Gleichgesinnten zum geliebten Erkennungszeichen wird, und da der morgentliche Rudelappell als Anerkennung der kopflosen Existenz zum Ein und Alles wird, führt man schliesslich schwanzwedelnd, pflichtbewusst und hakenschlagend auf naturrechtswidrigen Befehl Fräulein Scholl aufs Schafott...

Aber warum befiehlt der Obere die Abtrennung des Kopfes?

Weil er Frl. Scholl nicht erträgt, die schlicht das anwendet, dem er selbst sich stupide verweigert.

Und warum führt der Untergebene den Befehl aus?

Weil er nicht mit katholischem Gehorsam /1 vertraut ist!

Was aber köpfen beide EIGENTLICH? 

Es ist das Naturrecht /2 mithin dessen katholischen Urheber zusammen mit Dessen Getreuen und Seinen katholischen Herrschern der Völker in den ihnen zugeordneten Nationen, legitimiert von Gottes Gnaden.

Wer den Menschen in einen Teufelskreis, beispielsweise unter das Joch einer Pharma-Gesundheits-Krankheits-Sklaverei vermittels künstlichen Ersetzens der natürlichen Immunabwehr zu zwingen beabsichtigt, was i.Gr. nichts anderes als eine Kaperung des natürlichen Immunsystems zum Zwecke der Räuberei darstellt, trotzt gegen das Naturrecht und befeuert somit die Anarchie!

Trotz gegen das Naturrecht ist im pathologischen Sinne Wahnsinn!

Wir aber trotzen gegen diesen Wahnsinn, und uns wird unser Trotz gegen diesen Wahnsinn vorgeworfen, aber...

"gerade jener 'hartnäckige Trotz', den ihr uns zum Vorwurf macht, ist ein Lehrer. Denn welcher Mensch fühlt sich nicht, wenn er ihn betrachtet, mit Gewalt angetrieben, zu untersuchen, was innerlich der Sache zugrunde liegt. Wer tritt, wenn er untersucht hat, uns nicht bei? Wer wünscht nicht, wenn er beigetreten ist, zu leiden, um sich die Fülle der Gnade Gottes zu erwerben und sich von ihm Vergebung aller Schuld durch den Preis seines Blutes zu erkaufen? Denn um solcher Tat willen werden alle Vergehungen nachgelassen. Das ist der Grund, warum wir euch sofort für eure Richtersprüche Dank sagen. So beschaffen ist der Widerstreit zwischen einer göttlichen und menschlichen Sache: von euch verurteilt, werden wir von Gott losgesprochen."/3

Und was genau ist es, was "innerlich der Sache zugrundeliegt"? Es ist der Dekalog im immer gültigen Naturrecht als Manifest der unabänderlichen Rechte Gottes und der unabänderlichen Rechte /4 des Menschen.

___
/1 Katholischer Gehorsam: die Ausführung der naturrechtswidrigen Anweisung des Oberen verweigern!
/2 Das Naturrecht: viewtopic.php?p=922460#p922460
/3 Tertullian, Apologeticum, Kap. 50, letzter Absatz.
/4 Die Rechte Gottes und die Rechte des Menschen: viewtopic.php?p=924422#p924422

Kolleen

Re: Naturrecht

Beitrag von Kolleen »

Hat das Naturrecht auch einen Kodex?

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Sehr gute Frage, Danke!

In diesem Zusammenhang verstehe ich Codices als Handlungsgrundsätze. Der "Kodex" im Naturrecht /1 ist mehrstufig gegliedert: er beginnt mit dem Dekalog und seiner Kurzform, die unser Herr Jesus Christus formuliert hat, sodann wird er vom kirchlichen Lehramt umzusetzen gelehrt, u.a. vermittels der Enzyklika Rerum Novarum und findet seine praktische Anwendung im Subsidiaritätsprinzip.

___
/1 Das Naturrecht: viewtopic.php?p=922460#p922460

Kolleen

Re: Naturrecht

Beitrag von Kolleen »

kukHofnarr hat geschrieben:
Samstag 23. April 2022, 09:25
Sehr gute Frage, Danke!

In diesem Zusammenhang verstehe ich Codices als Handlungsgrundsätze. Der "Kodex" im Naturrecht /1 ist mehrstufig gegliedert: er beginnt mit dem Dekalog und seiner Kurzform, die unser Herr Jesus Christus formuliert hat, sodann wird er vom kirchlichen Lehramt umzusetzen gelehrt, u.a. vermittels der Enzyklika Rerum Novarum und findet seine praktische Anwendung im Subsidiaritätsprinzip.

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/1 Das Naturrecht: viewtopic.php?p=922460#p922460
Sehr gute Antwort, danke!

Das Naturrecht hat nur ein Problem:
Der Mensch kann ungestraft gegen dieses Recht verstoßen! :hmm:

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Kein Mensch verstösst ungestraft gegen das Naturrecht! Wie sich jedoch die offenen und geheimen Gerichte Gottes in ihrem absolut komplexen Gesamtzusammenhang zueinander verhalten, erfahren wir in seiner Vollständigkeit erst im Jüngsten Gericht.

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Wunder der Vernunft

Als Papst Gregor XVI. von Prof. Bautain den schriftlichen Widerruf /1 seiner Häresie entgegennahm, hatten beide vermutlich rote Backen und jeder zündete eine Kerze an, - der eine vlt. schwitzend vor Sorge um das verirrte Schaf und der andere schwitzend in dem Bewusstsein, dem Verdikt von der Schippe gesprungen zu sein - immerhin hätte es dem Herrn Professor nichts weniger als seine Reputation gekostet, und möglicherweise liess auch hier Canossa von Ferne grüssen.

Daran kann man sehen, dass rote Backen und angezündete Kerzen nicht als Beweis für Fideismus oder Mystizismus taugen. Vielmehr ist dafürzuhalten, dass sich Papst und Professor auch in diesem historischen Ernstfall - wie weiland der Papst und der Kaiser - mehr als alle anderen als Realisten erwiesen haben, weshalb sie für vernünftig gehalten werden müssen, denn es ist ein Wunder der Vernunft, sich päpstlichen Entscheiden in Sachen des Glaubens zu fügen, und es ist ein Wunder der Vernunft, päpstliche Entscheide in Sachen des Glaubens zu treffen. Wären Päpste, ihre Kaiser und ihre Professoren keine Realisten, dann müssten sie bis zu ihrem Tode auf ein "Wunder" warten.

Gewiß, am Tisch des Herrn glauben alle schon irgendwie an ein Wunder, aber ich halte jene These Dostojewskjis für vernünftig, wonach Wunder einen Realisten nicht beirren können, denn nicht "Wunder" machen einen Realisten gläubig, sondern der Realist, sofern er nicht Fideist oder Mystizist ist, findet die Kraft und die Fähigkeit, NICHT an "Wunder" zu glauben. Falls aber der Realist doch einmal mit einem "Wunder" konfrontiert würde, misstraute er eher seinen Sinnen, als zuzugeben, es mit einem Wunder zu tun zu haben - er würde spontan seine Augen bedecken und solcher Erscheinung höflich aber bestimmt mitteilen, sie solle zusehen, ob sie nicht zu einem anderen geschickt worden sei...

Und falls der Realist doch einmal ein Wunder zugibt, dann als eine ihm bisher wissenschaftlich noch nicht gefundene und völlig mit der geschaffenen Natur und ihrem Recht /2 übereinstimmende Tatsache, der sich doch tunlichst Wissenschaftler und Aquinaten in scholastisch geschärftem Sinne annehmen mögen, damit er selbst in Ruhe aus den in Weihwasser eingeweichten Palmzweigen der Vernunft Stricke zur Knebelung der Ideologien aller Zeiten flechten kann, denn...

"...Bei einem Realisten erwächst nicht der Glaube aus dem Wunder, sondern das Wunder aus dem Glauben. Beginnt der Realist, an etwas zu glauben, dann gibt er dies als Wunder zu - gerade wegen seines Realismus'. Thomas erklärte, er werde nicht glauben, bevor er sehe; und als er gesehen hatte, sagte er: »Mein Herr und Gott!« Hatte ihn etwa das Wunder zum Glauben gebracht? Doch wohl nicht. Er begann vielmehr nur deshalb zu glauben, weil er glauben wollte; und er glaubte wahrscheinlich bereits im Innersten seines Wesens ganz fest, als er sagte: »Ich werde nicht glauben, bevor ich sehe.«" /3 Und da das Wunder aus dem Glauben kommt, glauben wir unserem König, dass wir selig sind, wir, die zwar nicht sehen, aber doch glauben. /4

Fazit:

Rote Backen und angezündete Kerzen sind Wunder des Glaubens der Kirche. Weder unsere verschlossenen Türen /5 noch die Mauern der anderen stellen für die Vernunft ein Hindernis dar: Thomas wurde katholisch, weil er vernünftig ist. Wer das sieht, glaubt durch das Wunder der Vernunft!

___
/1 Papst Gregor XVI. legte Prof. Bautain im Jahre 1840 den Satz wider den Fideismus zur Unterschrift vor: „Schlussfolgerndes Denken kann mit Sicherheit die Existenz Gottes und seine unendliche Vollkommenheit beweisen. Der Glaube (der Kirche), ein Geschenk des Himmels, folgt der Offenbarung erst nach.“ Prof. Bautain hat schliesslich unterschrieben..
/2 Der Naturrechtskodex: viewtopic.php?p=930334#p930334
/3 Dostojewskji, Fjodor, Die Brüder Karamasow, Roman in vier Teilen und einem Epilog, Erstes Buch, fünftes Kapitel, Deutsch von Hermann Röhl, Leipzig, 1920.
/4 Vgl. Joh 20, 28 - 29.
/5 Vgl. Joh 20, 19 - 31.

Kolleen

Re: Naturrecht

Beitrag von Kolleen »

kukHofnarr hat geschrieben:
Samstag 23. April 2022, 21:09
Kein Mensch verstösst ungestraft gegen das Naturrecht! Wie sich jedoch die offenen und geheimen Gerichte Gottes in ihrem absolut komplexen Gesamtzusammenhang zueinander verhalten, erfahren wir in seiner Vollständigkeit erst im Jüngsten Gericht.
Das jedoch hängt dann offensichtlich mit der absoluten Gerechtigkeit Gottes zusammen, die keinen Verstoß gegen die kosmische Ordnung ungestraft läßt; ggf. eben erst im Jüngsten Gericht.

Mit der obigen Anmerkung war jedoch etwas Anderes gemeint:
Für Menschen werden Verstöße gegen das Naturrecht nicht augenfällig.
Den Bösen kann es auf Erden gut gehen und den Guten schlecht.

Auch interessant ist in diesem Zusammenhang das Schicksal des Dorian Gray.
In dem Roman wird versucht, die von Dir erwähnte Komplexität des menschlichen Schicksals in Worte zu fassen. Es ist offenbar nicht Jedem gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren.

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Spontan aus dem "Bauch" heraus gebe ich gerade voll zustimmenderweise "Gas", allein der "Kopf" befiehlt, doch noch ein wenig zu warten mit dem Lösen der "Bremse", was also bedeutet, dass die "Reifen" gerade Gummi geben, d.h.: ES QUALMT :narr:


kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. Reden insbes. die im deutschen Bundestag zeugen exakt von den Prinzipien, die uns Trisagion soeben höchst dankenswerterweise in Erinnerung gerufen hat, und nicht minder möchte ich Dir (!) danken, Kolleen, für diese wunderbare Ergänzung, und zwar mit meinem Geständnis, dass es damals tatsächlich diese Rede war, die mich 1. in der Hoffnung gestärkt hat, dass noch nichts verloren ist, und 2. dass ich begonnen habe, das, was mir "in der Küche" beigebracht wurde, ENDLICH ernst zu nehmen.
:) :hutab:

Kolleen

Re: Naturrecht

Beitrag von Kolleen »

Die Rede ist ein Geniestreich und zeigt en passant den köstlichen Humor des papa emeritus! :blinker: :blinker: :blinker:

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Für einen Geniestreich halte ich nicht nur diese Rede, sondern überhaupt Deine Eingabe derselben, da ich hierdurch die "Bremse" lösen konnte...

...hier noch einmal der Zusammenhang:
Kolleen hat geschrieben:
Sonntag 24. April 2022, 05:38
kukHofnarr hat geschrieben:
Samstag 23. April 2022, 21:09
Kein Mensch verstösst ungestraft gegen das Naturrecht! Wie sich jedoch die offenen und geheimen Gerichte Gottes in ihrem absolut komplexen Gesamtzusammenhang zueinander verhalten, erfahren wir in seiner Vollständigkeit erst im Jüngsten Gericht.
Das jedoch hängt dann offensichtlich mit der absoluten Gerechtigkeit Gottes zusammen, die keinen Verstoß gegen die kosmische Ordnung ungestraft läßt; ggf. eben erst im Jüngsten Gericht.

Mit der obigen Anmerkung war jedoch etwas Anderes gemeint:
Für Menschen werden Verstöße gegen das Naturrecht nicht augenfällig.
Den Bösen kann es auf Erden gut gehen und den Guten schlecht.

Auch interessant ist in diesem Zusammenhang das Schicksal des Dorian Gray.
In dem Roman wird versucht, die von Dir erwähnte Komplexität des menschlichen Schicksals in Worte zu fassen. Es ist offenbar nicht Jedem gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren.
Es ist der letzte Satz gewesen, der die "Bremse" nicht gelöst sehen wollte:

"Es ist offenbar nicht Jedem gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren."

Mein Einwand lautet so:

Und doch ist JEDEM gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren!

Und alsbald verhilfst Du mir zur Begründung vermittels Papst Benedikts Bundestagsrede aus der ich folgendes mir erlaube zu zitieren:

"Im Gegensatz zu anderen großen Religionen hat das Christentum dem Staat und der Gesellschaft nie ein Offenbarungsrecht, eine Rechtsordnung aus Offenbarung vorgegeben. Es hat stattdessen auf Natur und Vernunft als die wahren Rechtsquellen verwiesen - auf den Zusammenklang von objektiver und subjektiver Vernunft, der freilich das Gegründetsein beider Sphären in der schöpferischen Vernunft Gottes voraussetzt.

(...)

Für die Entwicklung des Rechts und für die Entwicklung der Humanität war es entscheidend, daß sich die christlichen Theologen gegen das vom Götterglauben geforderte religiöse Recht auf die Seite der Philosophie gestellt, Vernunft und Natur in ihrem Zueinander als die für alle gültige Rechtsquelle anerkannt haben.

Diesen Entscheid hatte schon Paulus im Brief an die Römer vollzogen, wenn er sagt:

'Wenn Heiden, die das Gesetz (die Tora Israels) nicht haben, von Natur aus das tun, was im Gesetz gefordert ist, so sind sie… sich selbst Gesetz. Sie zeigen damit, daß ihnen die Forderung des Gesetzes ins Herz geschrieben ist; ihr Gewissen legt Zeugnis davon ab..'
(Röm 2,14f)." /1

Die Klärung meine ich so gefunden zu haben:

Da allen "die Forderung des Gesetzes ins Herz geschrieben ist und ihr Gewissen davon Zeugnis ablegt" ist es auch JEDEM gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren...

aber...

es kann das Gewissen schuldhaft oder nichtschuldhaft irrend bzw. verdunkelt oder gar komplett verbogen sein aus den unterschiedlichsten Ursachen, weshalb der Mensch Unterschiede zwischen dem äußerem Menschen und dem innerem Menschen nicht oder nur schwer erkennen kann und er in der Folge falsch reagiert.

Wie siehst Du das?

___
/1 Papst Benedikt XVI., Rede vor dem deutschen Bundestag am 22. September 2011.

Trisagion
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Re: Naturrecht

Beitrag von Trisagion »

Kolleen hat geschrieben:
Sonntag 24. April 2022, 05:38
Für Menschen werden Verstöße gegen das Naturrecht nicht augenfällig.
Den Bösen kann es auf Erden gut gehen und den Guten schlecht.
Ich denke hier gehen die Dinge etwas durcheinander... "Karma" ist nicht christlich, und es wäre eben ein Ausdruck von Karma falls quasi die Welt selber Gut und Böse zuverlässig unterscheidet und dann via Konsequenzen dem Menschen augenscheinlich macht. Das dem in einer gefallenen Welt nicht so ist, ist offensichtlich. Dies führt bei Religionen die an Karma glauben zwangsläufig zu einer Form der Wiedergeburt, damit die Welt wiederholt Chancen kriegt irgendwie den gerechten Ausgleich hinzukriegen.

Aber nur weil die Welt Gut und Böse nicht (immer) für uns trennt, nicht (immer) via Folgen und Zeichen offensichtlich macht, bedeutet das nicht, daß wir selber nicht in der Lage sind diese Unterscheidung durchzuführen. Es ist christliche Lehre, daß der Mensch das nicht nur kann, sondern sogar alleine aus sich heraus - ohne zusätzliche Gnade Gottes. Einerseits ist allen Menschen das Gesetz Gottes ins Herz geschrieben (Synderesis), der Mensch weiß also aus sich heraus wie die Welt zu bewerten ist. Andererseits ist die natürliche Vernunft in der Lage die Welt korrekt wahrzunehmen. Der Mensch kann also sowohl erkennen, als auch die Erkenntnis bewerten, und zwar richtig. Nicht, daß er dies immer tut, aber es ist ihm grundsätzlich möglich, "von Natur aus". Die Gnade Gottes ist vielmehr zwingend nötig bei der Umsetzung, denn ohne sie scheitert der gefallene Mensch immer am eigenen Anspruch... Jedenfalls ist dies der Grund warum Paulus davon spricht, daß die Heiden am Gesetz gemessen werden ohne das (göttliche) Gesetz der Torah zu haben: der Maßstab ist eben jedem Menschen eingebaut.
Kolleen hat geschrieben:
Sonntag 24. April 2022, 05:38
Auch interessant ist in diesem Zusammenhang das Schicksal des Dorian Gray.
In dem Roman wird versucht, die von Dir erwähnte Komplexität des menschlichen Schicksals in Worte zu fassen. Es ist offenbar nicht Jedem gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren.
Ich weiß nicht, was die Unterscheidung zwischen äußerem und innerem Menschen hier soll. Sie hat nicht viel mit dem "Naturrecht" im obigen Sinne zu tun, denn dies gilt für den Menschen als Ganzes. Allenfalls können die weltlich zugefügten Gebrechen des äußeren Menschen als eine Art mildernde Umstände herhalten. So wie wir die objektiven Leistungen eines Lahmen der einen Berg besteigt anders bewerten als die eines fitten Menschen, kann man Menschen besondere Schwierigkeiten ihrer Umstände anrechnen. Wer also z.B. unter ständigen, starken Schmerzen leidet mag verständlicherweise eher mit Gedanken an den Selbstmord spielen.

Es ist aber eben nicht so, daß man die Wahrheit über den inneren Menschen im Sinne von christlichen Lehren über Seele, Wiederauferstehung, Himmel und Hölle, usw. erkennen muß, um im Sinne des "Naturrechts" richtig zu handeln. Im Gegenteil, es ist eine Besonderheit des Christentums - und Papst BXVI betont dies in seiner Rede - daß das Recht als objektiv gültig und der Vernunft zugänglich betrachtet wird, basierend auf inneren Werten die jeder Mensch hat. Als Beispiel, die zehn Gebote - oder jedenfalls die "weltlichen" sieben von den zehn - sind mehr eine Erinnerung Gottes. Sie sind wie wenn Eltern das Kind daran erinnern seine Hausaufgaben zu machen. Es ist nicht als ob das Kind nicht wüßte was zu tun ist, aber es muß ermuntert werden. Der Inhalt der zehn Gebote ist jedenfalls nicht überraschend, und war es auch damals durchaus nicht. Das praktisch jeder Mensch bei ihnen instinktiv "ja, sicher" denkt ist genau worum es geht. (Das die Menschen diesem Denken leider oft nicht folgen ist eine andere Frage.)

Es gibt durchaus "weltliche" Aspekt des Christ sein, und auch des antiken Jude sein, die über das Naturrecht hinausgehen. Also z.B., das Naturrecht sperrt Übeltäter weg, Christ in der Welt zu sein bedeutet sich um diese Gefangen zu kümmern - trotz ihrer Übeltaten. Liebe und Gnade überformen Recht und Natur. Aber es ist wichtig, daß es eine gemeinsame menschliche Basis gibt, und daß die erkannt werden kann, im Lichte natürlicher Vernunft und innerer Werte.

Kolleen

Re: Naturrecht

Beitrag von Kolleen »

Trisagion hat geschrieben:
Mittwoch 27. April 2022, 11:26
Kolleen hat geschrieben:
Sonntag 24. April 2022, 05:38
Für Menschen werden Verstöße gegen das Naturrecht nicht augenfällig.
Den Bösen kann es auf Erden gut gehen und den Guten schlecht.
Ich denke hier gehen die Dinge etwas durcheinander... "Karma" ist nicht christlich, und es wäre eben ein Ausdruck von Karma falls quasi die Welt selber Gut und Böse zuverlässig unterscheidet und dann via Konsequenzen dem Menschen augenscheinlich macht. Das dem in einer gefallenen Welt nicht so ist, ist offensichtlich. Dies führt bei Religionen die an Karma glauben zwangsläufig zu einer Form der Wiedergeburt, damit die Welt wiederholt Chancen kriegt irgendwie den gerechten Ausgleich hinzukriegen.

Aber nur weil die Welt Gut und Böse nicht (immer) für uns trennt, nicht (immer) via Folgen und Zeichen offensichtlich macht, bedeutet das nicht, daß wir selber nicht in der Lage sind diese Unterscheidung durchzuführen. Es ist christliche Lehre, daß der Mensch das nicht nur kann, sondern sogar alleine aus sich heraus - ohne zusätzliche Gnade Gottes. Einerseits ist allen Menschen das Gesetz Gottes ins Herz geschrieben (Synderesis), der Mensch weiß also aus sich heraus wie die Welt zu bewerten ist. Andererseits ist die natürliche Vernunft in der Lage die Welt korrekt wahrzunehmen. Der Mensch kann also sowohl erkennen, als auch die Erkenntnis bewerten, und zwar richtig. Nicht, daß er dies immer tut, aber es ist ihm grundsätzlich möglich, "von Natur aus". Die Gnade Gottes ist vielmehr zwingend nötig bei der Umsetzung, denn ohne sie scheitert der gefallene Mensch immer am eigenen Anspruch... Jedenfalls ist dies der Grund warum Paulus davon spricht, daß die Heiden am Gesetz gemessen werden ohne das (göttliche) Gesetz der Torah zu haben: der Maßstab ist eben jedem Menschen eingebaut.
Auf "Karma" sollte auch gar nicht abgehoben werden! :hmm:

Es ging vielmehr darum, daß der Mensch in der Schöpfung zuverlässig zwischen gut und böse unterscheiden kann, sich bei dieser Unterscheidung jedoch nicht von der Augenfälligkeit des zu bewertenden Sachverhaltes oder der zu bewertenden Person blenden lassen darf. Wenn man also schon Begriffe aus den östlichen Religionen verwenden will, ging es eher um den Begriff "Maya".

Nun steht man aber vor dem Problem, daß die Rechtsquellen des Naturrechts einerseits die Vernunft und andererseits - nomen est omen - die Natur ist. Allerdings werden beide Begriffe derzeitig entweder falsch verstanden oder bewußt vergewaltigt, wobei wie immer die Ausnahme eine solche Regel bestätigt. Und es bedarf schon der luziden Beweisführung von Papst Benedikt XVI. dort wieder einen Boden zu schaffen, der zu einem rechten Verständnis dieser elementaren Begriffe zurückführen kann.

Nach christlichem Verständnis ist auch die Fähigkeit des Menschen zwischen gut und böse zu unterscheiden eine bereits im Paradies erworbene Fähigkeit. Es wäre also unvernünftig, Nicht-Gläubigen diese Unterscheidungsfähigkeit prinzipiell abzusprechen. Außerdem ist sie für die universale Gültigkeit des Naturrechts essentiell.

Paradoxerweise geht die Fähigkeit allerdings auf einen Verstoß gegen das göttliche Gebot, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, zurück. Aber dieses Thema füllt bereits Bibliotheken! :unbeteiligttu:

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Danke. Klipp + Klar nachvollziehbar.

Den Begriff des inneren und äusseren Menschen habe ich bei Paulus gefunden, von daher hatte ich kein Problem, den naturrechtl. Zusammenhang bei Kolleens Einwurf näherhin zu erkennen, denn...

Paulus schreibt über den inneren Menschen i.Z. mit der Vernunft...:

"Denn ich erfreue mich mit am Gesetze Gottes dem innern Menschen nach; ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetze meiner Vernunft widerstreitet und mich zum Sklaven des Gesetzes der Sünde macht, das in meinen Gliedern ist. Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Die Gnade Gottes durch Jesus Christus, unsern Herrn. Somit diene ich selbst mit der Vernunft dem Gesetze Gottes, mit dem Fleische aber dem Gesetze der Sünde." /1

...und über den äusseren und inneren Menschen im Hinblick auf das Zeitliche als das (augenblicklich) Sichtbare und das Ewige als das (augenblicklich) Unsichtbare:

"Denn alles geschieht um euretwillen, damit die Gnade, durch den Dank vieler wachsend, zu desto größerer Verherrlichung Gottes diene. Darum verlieren wir nicht den Mut, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere von Tag zu Tag neu. Denn unsere gegenwärtige Trübsal, die augenblicklich und erträglich ist, bewirkt eine überschwengliche, ewige, alles überwiegende Herrlichkeit in uns, wenn wir nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare. Denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ist ewig." /2

Wenn also Kolleen schreibt, "Für Menschen werden Verstöße gegen das Naturrecht nicht augenfällig. Den Bösen kann es auf Erden gut gehen und den Guten schlecht.", dann hatte ich dies im Hinblick auf das Augenscheinliche verstanden, da wir eben DOCH die Unterschiede erkennen können, und genau darauf bezieht sich meine Widerrede als These:

Da allen "die Forderung des Gesetzes ins Herz geschrieben ist und ihr Gewissen davon Zeugnis ablegt" ist es auch JEDEM gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren...

aber...

es kann das Gewissen schuldhaft oder nichtschuldhaft irrend bzw. verdunkelt oder gar komplett verbogen sein aus den unterschiedlichsten Ursachen, weshalb der Mensch Unterschiede zwischen dem äußerem Menschen und dem innerem Menschen nicht oder nur schwer erkennen kann und er in der Folge falsch reagiert.


___
/1 Röm 7, 22 - 25, Allioli-Vulgata 1914.
/2 2 Kor 4, 15 - 18, Allioli-Vulgata 1914.

Dr.Hackenbush
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Re: Naturrecht

Beitrag von Dr.Hackenbush »

kukHofnarr hat geschrieben:
Mittwoch 27. April 2022, 17:54
Wenn also Kolleen schreibt, "Für Menschen werden Verstöße gegen das Naturrecht nicht augenfällig. Den Bösen kann es auf Erden gut gehen und den Guten schlecht.", dann hatte ich dies im Hinblick auf das Augenscheinliche verstanden, da wir eben DOCH die Unterschiede erkennen können, und genau darauf bezieht sich meine Widerrede als These:

Da allen "die Forderung des Gesetzes ins Herz geschrieben ist ...
potentiell ja.

kukHofnarr hat geschrieben:
Mittwoch 27. April 2022, 17:54
... ist es auch JEDEM gegeben, die Unterschiede zwischen äußerem Menschen und innerem Menschen zu erkennen ...
potentiell ja.

kukHofnarr hat geschrieben:
Mittwoch 27. April 2022, 17:54
und in der Folge entsprechend darauf zu reagieren...
ja, wenn man es will und wenn man das innere Schwein überwindet.

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Punktgenau die innere Sau ! :hutab: ...Es geht um die Praxis, aber davon wollen Ideologen /1 ablenken indem sie die Lupe vor den Mücken der anderen pflegen, sie selber haben natürlich keine Sau, weil sie ein Kamel haben - meins zum Beispiel halte ich für gewöhnlich angeleint.... wenn es sich aber mal losreisst, dann kann es zum Trampeltier werden, und sobald ich es wieder eingefangen habe, muss ich für den Schaden so "blechen", dass es weh tut, weshalb das Vieh nach der wilden Hatz ga ran tiert BESSER angeleint sein sollte als vorher, jedenfalls, denke ich, je bewusster einem der Sachverhalt ist, desto besser kann man damit umgehen, eine Frage der Übung...

will meinen, dass es sich mit der Umsetzung des Naturrechtes im grossen so verhält wie im kleinen,...
das ist ein bisschen so wie beim "Cutting" - ersetze im folgenden Video das "äussere" Rindvieh durch die "innere" Sau...:



...und im ganz grossen hockt gerade Wladimir auf dem Gaul...

___
/1 Zum Begriff Ideologie dieser KG-Eintrag: https://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=929125#p929125

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Das korachitische Ende der Revolution

Der intrinsische Impetus der Demokratie ist Revolution. Revolution ist nicht etwa das Privileg der Armen, sondern trotziger Ausdruck eines Demos, dessen Archetyp Korach ist /1. Sein Wesen ist Trotz, sein Mittel Denunziation. Revolution zielt immer auf Umsturz oder Verhinderung der natürlichen Ordnung im Naturrecht -ius naturae- /2.

Aber wozu braucht es eigentlich Revolution?

Wäre man zufrieden mit dem, was Gott einem an täglichen Aufgaben im Rahmen Seiner Weisung und im Rahmen des je individuellen Betätigungsfeldes zugedacht hat, dann gäbe es keine Revolution, vielleicht noch nicht einmal Kaiser und Könige, allenfalls auf das Naturrecht verpflichtete Kultdiener, Richter und ihre Exekutive nebst subsidiär organisierter Völker in den ihnen zugeordneten Nationen.

Trotz

Wem das einfache Leben nicht genug ist und dem der Kragen nie voll genug wird, muss un-zufrieden sein, er begehrt auf, er akzeptiert das Vorbild des friedlichen Lebens der Gottsucher nicht, er hasst ihre ruhig dahinfliessenden Wasser. Er revoltiert gegen ihren inneren Frieden und die natürliche Ausgeglichenheit, indem er permanent hegelsche Staudämme mithin "Fronten" provoziert um sie alsbald wieder einzureissen. Aber warum ist das so? Trotz dient ihm als Rechtfertigung seines Unfriedens. Im Trotz gegen die natürliche Ordnung bedient er sein Ego, es ist...

ein Teufelskreis.

Das folgende Schema soll des Trotzes Teufelskreis verdeutlichen:
1. Das Wesen der Revolution ist Trotz.
2. Das Mittel der Revolution ist Denunziation.
3. Das Ziel der Revolution ist Demokratie.
4. Das Wesen der Demokratie ist der Betrug.
5. Das Mittel der Demokratie ist die Angst*.
6. Das Ziel der Demokratie ist die Revolution.
…gehe zu 1.

Angst als Fetish

Im Geist der Revolte fristet der Trotz sein trauriges Dasein.
Weil ihm kein Widerstand mehr entgegenschlägt, bleibt ihm die Angst des schlechten Gewissens als Fetisch der Selbstvergewisserung aufgezwungen: er fühlt sich nicht wohl, der Schlund wird eng, die Luft wird knapp, die Spucke bleibt weg. Da hilft nur noch die Expansion in "gelobte Länder" wo schwimmende und ortsfeste Trutzburgen wie Metastasen plaziert werden. Wenig später vernimmt man staunend das frenetisch beklatschte Bekenntnis demokratisch gewählter Präsidenten zur Rechtfertigung von Drohnenmorden zur Befreiung im Namen der Demokratie, /3...

...einen Moment bitte: Befreiung im Namen der Demokratie? Von was eigentlich? Vom Naturrecht? Vom Naturrecht!

Die Angst des Demos

Des Demos‘ Angst schreit geradezu nach beruhigender Lenkung durch externe Macht. Deren Propaganda kann zwar den Trotz immer neuer Unzufriedener wecken, bewirkt aber nicht wirklich bewusste Zustimmung der Mehrheit, allenfalls ruft sie irgendwann nur noch die andressierten pawlowschen Reflexe hervor. Was bleibt, ist das unbestimmte Gefühl einer nicht Demos seienden Minderheit, dass etwas nicht "in Ordnung" sei, nämlich nicht in der Ordnung jenes Naturrechtes, von dem nichts gelehrt wird, und daher auch nichts gehört werden kann.

Symptome der Angst

Angst ist trotziges Unwissendbleibenwollen und schlägt sich irgendwann in äusserlich sichtbaren Zeichen nieder, zum Beispiel in kaltem Schweiss oder Zittern. Letzteres kommt daher, weil das Opfer zwar davonlaufen will, aber nicht kann - die Nemesis lässt sich nicht abschütteln. Warum man im demokratischen Zeitalter visueller Massenmedien solche Symptome nicht öfter zu sehen bekommt, liegt an den Segnungen der gewinnorientierten Krankheits- pardon Gesundheitsindustrie. Insoweit man aber "das grosse Zittern" zu sehen bekommt, kann es sich nur um die Offenbarung unbewältigter Gewissenskonflikte handeln.

*Angst

Schon in den alten Schriften findet sich die Definition von Angst. Demnach ist sie nichts anderes als die Ablehnung der von der Vernunft angebotenen Lösung /4. Sie tut sich vermittels des sich leise meldenden, aber leider meist zugemüllten Gewissens kund. Kurz: Angst kommt vom Handeln gegen das natürliche Gewissen.

Vernunft

Denken, Sprechen und Handeln sollten im Idealfall vom Naturrecht, also vom Dekalog sowie vom daraus abgeleiteten Subsidiaritätsprinzip getragen sein, um das Prädikat "vernünftig" zu verdienen, hienieden im Tal der Tränen jedoch sind wir aufeinander angewiesen, uns gegenseitig die Leiter der Vernunft zu halten.

Trotz erzwingt Kontrolle

Da Revolution der unvernünftig trotzige Antrieb eines jeden Demos ist, ruft er notwendig genau jene staatliche Kontrolle auf den Plan, die er zwar ablehnt, aber zur Einhegung in seinem demokratischen Biotop als unverzichtbar beschreit. Diese Schizophrenie entwickelte sich meiner Beobachtung nach so: jede Kontrolle beginnt mit Identifikation und sobald Trotz personal mithin ideologisch identifiziert ist, lässt er sich lenken und ist somit in seiner ideologischen Kapsel gegen Dritte fixiert. Damit sich der Demos kontrollieren lässt, wird er belohnt, darf sich sogar selbst belohnen. Dann darf er von Staates wegen kranken-, unfall-, rechts-, lebens- und neuerdings auch klimaversichert sein...

...und "steuerpflichtig", was das wichtigste ist, womit das Prinzip der Revolution in seiner Zweckursache enthüllt erscheint.

Hierzu ein Beispiel:

die einhellige Zustimmung demokratischer Abgeordneter, dass der schon immer natürliche Wandel des Klimas von Hegel her die Geldbeutel zu durchwehen hat, muss einem tagesschaukonditionierten Demos als Bestätigung seiner ideologischen Rechtgläubigkeit erscheinen, also trotzt er gegen wissenschaftliche Fakten mit Kotau vor der Propaganda, was seinem demokratischen Impetus gegen das Naturrecht voll und ganz entspricht: zufrieden spricht er Gretas Abendgebet /5 und bedient artig den von Staates wegen demokratisch verordneten Klingelbeutel. Zwar geht er seines Scheinfriedens schon am nächsten Morgen wieder durch die Post des Finanzamtes verlustig, aber immerhin bleibt ihm die Vorfreude auf den nächsten "Fix" um 20.00 Uhr.

Die Strafe für Trotz

Da sich die Demokratie nachweislich /6 aus dem Trotz gegen das Naturrecht nährt, kann sie von oben her nichts anderes sein als die für seinen französisch revolutionierten Umsturz verordnete Strafe. Schon in den alten Schriften steht, dass Trotz genauso schlimm ist wie Götzendienst /7, und letzterer zeitigt naturrechtlicherweise not-wendig von oben her Strafe so auch der Trotz.

Götzendienst

Götzendienst ist Dienst am Altar der Sekundärmaterie /8, wo ihr naturrechtswidrig personale Eigenschaften zugesprochen werden - tatsächlich aber wird in ihr lediglich die Projektion des Götzendieners, also dessen Eigenwille beschworen:

der Götze ist er selbst.

Der Götzendiener hätte vielleicht noch die Möglichkeit, durch Vergleich mit einfachen Lebensweisen von Gottsuchern und dem zufriedenen Dienst von Gottesdienern /9 die Sinnlosigkeit seines Götzendienstes zu erkennen und davon abzulassen, nicht jedoch der Trotzige: dieser will ohne Ende beide denunzieren, Götzen- und Gottesdiener.

Der Trotzige verharrt um seines Trotzes willen in der Sinnlosigkeit seines ideologischen Tuns bis zu seinem korachitischen Ende, falls ihm nicht massiv und eindeutig von höherer Instanz /10 Widerstand geleistet wird /11. Trotz beginnt bereits im zarten Kleinkindalter. Den Gedanken, dass widerstandslose Erziehung die Bereitschaft zur Revolte mithin Demokratie begünstigt, halte ich nicht für zu weit hergeholt.

Die Wende zur Vernunft

Das dumpfe, von unten her /12 dröhnende Protestgeschrei der Korachiter soll das übrige, wankelmütige Volk von der Revolte mithin vom Trotz abschrecken. Das Volk soll nach vollzogener Umkehr in aller Klarheit und Entschiedenheit dem Willen des Höchsten, das ist die Vernunft, die uns von allen anderen Geschöpfen unterscheidet, zugetan bleiben.

Die Geschichte zeigt, dass Gott gegen alle Irrnis und Wirrnis die Wende zur himmlischen Ordnung in unseren Herzen herbeiführen kann, insoweit Er darum gebeten wird, und insoweit Seine Ordnung erwartet wird, und manchmal sogar aus Seinen freien Stücken. Er erweckt Seine Richter, die in Seinem Sinne unzweideutig urteilen, da sie vereidigt sind auf die Rechte Gottes und auf die Rechte des Menschen im Naturrecht. Dies begründet die Wende zum inneren Frieden. Über der menschlichen Schwäche regiert die Macht des Schöpfers allen Seins jenseits aller noch so durchtriebenen Bemühungen irdischer Manipulation...

...Das Ende der Revolution wird also "korachitisch" sein!

___
/1 Num 16, 1ff., Der Aufruhr der Rotte Korach und ihr Ende:
"Korach, ...Datan und Abiram, ...erhoben sich gegen Mose, zusammen mit zweihundertfünfzig führenden Männern aus der Gemeinde, angesehenen Abgeordneten der Versammlung. Sie rotteten sich gegen Mose und Aaron zusammen und sagten zu ihnen: Ihr nehmt euch zu viel heraus. Alle sind heilig, die ganze Gemeinde, und der Herr ist mitten unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn? Als Mose das hörte, warf er sich auf sein Gesicht nieder und er sagte zu Korach und seinem ganzen Anhang: Morgen früh wird der Herr zeigen, wer zu ihm gehört, wer der Heilige ist und wer sich ihm nähern darf. Wen der Herr erwählt, der darf sich ihm nähern.".
/2 Das Naturrecht: https://www.kreuzgang.org/viewtopic.php ... 60#p922460
/3 YT-Video, Rede des Oberbefehlshabers der Streitkräfte eines demokratischen Staates vor charismatistischen Evangelikalen nach seinem Mord an einem ausländischen General,
(https://www.youtube.com/watch?v=OrRRARERv0A [Abruf: 15. April 2022]).
/4 Weish 17, 10 - 12, "Denn die Schlechtigkeit bezeugt selbst ihr feiges Wesen, wenn sie gestraft wird. Unter dem Druck des Gewissens befürchtet sie immer das Schlimmste. Angst ist ja nichts anderes als der Verzicht auf die von der Vernunft angebotenen Hilfe. Je weniger man solche Hilfe erwartet, umso schlimmer erscheint es, die Ursache der Qual nicht zu kennen."
(https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/b ... ish17.html [Abruf: 15. April 2022]).
/5 Thunberg, Greta, "Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre!"
/6 Beispiele für demokratischen Trotz wider das Naturrecht: staatl. Abtreibungserlaubnis, staatl. geförderte Empfängnisverhütung, staatl. Erlaubnis gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, staatl. Hartz4-Versklavung, staatl. subventioniertes Lohndumping, staatl. geförderte mediale Denunziation bzw. Agitation..
/7 Sam 15, 23, "Trotz ist ebenso eine Sünde wie die Zauberei. Widerspenstigkeit ist ebenso schlimm wie Frevel und Götzendienst."
/8 Sekundärmaterie erklärt in Naturrecht und causa finalis: https://www.kreuzgang.org/viewtopic.php ... 78#p925978
/9 Gottesdiener: gemeint sind die Diener des Schöpfers allen Seins. Mit dem Schöpfer allen Seins ist der trinitarische Gott gemeint, dessen Weisungen zu verteidigen die katholische Kirche zur Aufgabe hat..
/10 Die Autorität des Souveräns: viewtopic.php?p=929854#p929854
/11 Vgl. Die Bedeutung der Hoffnung im Naturrecht: viewtopic.php?p=927238#p927238
/12 Num 16, 31, Warum Korach von unten her dröhnt, (https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/b ... 16.html#31 [Abruf: 15. April 2022]).

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Naturrechtspraxis in Zeiten der französisch revolutionierten Verfolgung

"'Wie würde eine 'Trennung' von der Konzilskirche nach Meinung von Erzbischof Viganò aussehen?' ... 'Was bedeutet es, sich von der katholischen Kirche zu trennen, wenn es nach den Befürwortern des Konzils geht?'

Es ist zwar klar, dass keine Vermischung mit denjenigen möglich ist, die verfälschte Lehren des konziliaren ideologischen Manifests vorschlagen, aber es muss darauf hingewiesen werden, dass die einfache Tatsache, getauft und lebendige Mitglieder der Kirche Christi zu sein, nicht bedeutet, sich dem konziliaren Team anzuschließen; dies gilt vor allem für die einfachen Gläubigen und auch für die weltlichen und regulären Kleriker, die sich aus verschiedenen Gründen aufrichtig als Katholiken betrachten und die Hierarchie anerkennen.

Was hingegen geklärt werden muss, ist die Position derjenigen, die sich als Katholiken bezeichnen und die heterodoxen Lehren annehmen, die sich in diesen Jahrzehnten verbreitet haben, in dem Bewusstsein, dass diese einen Bruch mit dem vorhergehenden Lehramt darstellen.

In diesem Fall ist es legitim, an ihrer tatsächlichen Zugehörigkeit zur katholischen Kirche zu zweifeln, in der sie jedoch offizielle Funktionen innehaben, die ihnen Autorität verleihen.

Es handelt sich um eine unrechtmäßig ausgeübte Autorität, wenn ihr Zweck darin besteht, die Gläubigen zu zwingen, die seit dem Konzil eingeführte Revolution zu akzeptieren. Indem dieser Punkt geklärt ist, wird deutlich, dass nicht die traditionellen Gläubigen - also die wahren Katholiken, wie der heilige Pius X. sagte - die Kirche verlassen müssen, in der sie das volle Recht haben, zu bleiben, und von der es unglücklich wäre, sich zu trennen, sondern die Modernisten, die selbst den katholischen Namen beanspruchen, müssen die Kirche verlassen, da sie sich nur auf ein bürokratisches Element berufen können, das sie nicht ausdrücklich als häretische Sekte bezeichnet. Dieser Anspruch dient de facto dazu, zu verschleiern, dass sie genau jenen Hunderten häretischer Bewegungen angehören, die im Laufe der Jahrhunderte geglaubt haben, die Kirche nach eigenem Gutdünken reformieren zu können, wobei sie ihren Hochmut über die demütige Bewahrung der Lehre unseres Herrn stellten.

Aber so wie es nicht möglich ist, die Staatsbürgerschaft eines Landes zu beanspruchen, dessen Sprache, Recht, Glaube und Tradition man nicht kennt, so ist es unmöglich, dass diejenigen, die den Glauben, die Moral, die Liturgie und die Disziplin der katholischen Kirche nicht teilen, sich das Recht anmaßen, in ihr zu bleiben und sogar die Stufen der Hierarchie zu erklimmen.

Geben wir also nicht der Versuchung nach, die katholische Kirche - wenn auch mit berechtigter Empörung - unter dem Vorwand zu verlassen, sie sei von Häretikern und Huren heimgesucht worden: diese sind es, die aus dem heiligen Raum vertrieben werden müssen, in einem Werk der Reinigung und Buße, das bei jedem von uns beginnen muss.

Es ist auch offensichtlich, dass die Gläubigen in vielen Fällen ernsthafte Probleme haben, ihre Pfarrkirche zu besuchen, ebenso wie es immer weniger Kirchen gibt, in denen die Heilige Messe im katholischen Ritus gefeiert wird.

Die Grausamkeiten, die seit Jahrzehnten in vielen unserer Pfarreien und Wallfahrtsorte grassieren, machen es unmöglich, auch nur bei einer "Eucharistie" zu assistieren, ohne gestört zu werden und den eigenen Glauben zu gefährden, ebenso wie es sehr schwierig ist, eine katholische Erziehung, eine würdige Feier der Sakramente und eine solide geistliche Begleitung für sich und seine Kinder zu gewährleisten.

In diesen Fällen haben gläubige Laien das Recht und die Pflicht, Priester, Gemeinschaften und Institute zu finden, die dem immerwährenden Lehramt treu sind. Und mögen sie es verstehen, die lobenswerte Feier der Liturgie im Alten Ritus mit der Einhaltung der gesunden Lehre und der Moral zu begleiten, ohne an der Konzilsfront zu versinken.

Für die Kleriker, die hierarchisch von ihrem Bischof oder Ordensoberen abhängig sind, aber gleichzeitig das Recht haben, katholisch zu bleiben und nach dem katholischen Ritus feiern zu können, ist die Situation sicherlich komplexer.

Auf der einen Seite haben Laien mehr Bewegungsfreiheit bei der Wahl der Gemeinschaft, an die sie sich für die Messe, die Sakramente und den Religionsunterricht wenden, aber sie haben weniger Autonomie, da sie weiterhin von einem Priester abhängig sind;

andererseits haben die Kleriker weniger Bewegungsfreiheit, da sie in einer Diözese oder einem Orden inkardiniert und der kirchlichen Autorität unterworfen sind, aber sie haben mehr Autonomie, da sie rechtmäßig entscheiden können, die Messe zu feiern und die Sakramente im tridentinischen Ritus zu spenden und in Übereinstimmung mit der gesunden Lehre zu predigen.

Das Motu Proprio Summorum Pontificum hat bekräftigt, dass die Gläubigen und die Priester das unveräußerliche Recht haben - das ihnen nicht abgesprochen werden kann -, sich der Liturgie zu bedienen, die ihren katholischen Glauben am besten zum Ausdruck bringt. Aber dieses Recht soll nicht nur zur Bewahrung der außerordentlichen Form des Ritus genutzt werden, sondern es muss genutzt werden, um die Treue zum depositum fidei zu bezeugen, das nur im Alten Ritus eine vollkommene Entsprechung findet.

Täglich erhalte ich aufrichtige Briefe von Priestern und Ordensleuten, die wegen ihrer Treue zur Kirche an den Rand gedrängt, versetzt oder geächtet werden:

Die Versuchung, ein ubi consistam [einen Ort, an dem man bleiben kann] weit weg vom Geschrei der Erneuerer zu finden, ist groß, aber wir sollten uns ein Beispiel an den Verfolgungen nehmen, die viele Heilige erlitten haben, darunter auch der heilige Athanasius, der uns ein Vorbild dafür ist, wie man sich angesichts der weit verbreiteten Häresie und Verfolgungswut verhalten sollte.

Wie mein verehrter Mitbruder Bischof Athanasius Schneider mehrfach in Erinnerung gerufen hat, war der Arianismus, der die Kirche zur Zeit des Heiligen Doktors von Alexandria in Ägypten heimsuchte, unter den Bischöfen so weit verbreitet, dass man fast glauben konnte, die katholische Orthodoxie sei völlig verschwunden.

Aber dank der Treue und des heldenhaften Zeugnisses der wenigen Bischöfe, die treu geblieben sind, hat die Kirche es verstanden, wieder aufzustehen.

Ohne dieses Zeugnis wäre der Arianismus nicht besiegt worden; ohne unser heutiges Zeugnis werden der Modernismus und der globalistische Glaubensabfall dieses Pontifikats nicht besiegt werden.

Es geht also nicht darum, innerhalb oder außerhalb der Kirche zu arbeiten:

Die Winzer sind berufen, im Weinberg des Herrn zu arbeiten, und dort müssen sie bleiben, auch wenn es sie das Leben kostet;

die Hirten sind berufen, die Herde des Herrn zu weiden, die reißenden Wölfe in Schach zu halten und die Söldner zu vertreiben, die sich nicht um das Heil der Schafe und Lämmer kümmern.

Diese verborgene und oft stille Arbeit wurde von der Gesellschaft St. Pius X. geleistet, die Anerkennung dafür verdient, dass sie nicht zugelassen hat, dass die Flamme der Tradition in einer Zeit erloschen ist, in der die Feier der alten Messe als subversiv und als Grund für die Exkommunikation angesehen wurde. Ihre Priester waren ein gesunder Stachel im Fleisch einer Hierarchie, die in ihnen einen unannehmbaren Vergleichspunkt für die Gläubigen sah, einen ständigen Vorwurf für den Verrat am Volk Gottes, eine unzulässige Alternative zum neuen konziliaren Weg. Und wenn ihre Treue den Ungehorsam gegenüber dem Papst bei den Bischofsweihen unvermeidlich machte, so konnte sich die Gesellschaft dank ihnen vor den wütenden Angriffen der Erneuerer schützen und durch ihre bloße Existenz die Möglichkeit der Befreiung des Alten Ritus ermöglichen, die bis dahin verboten war. Ihre Anwesenheit ließ auch die Widersprüche und Irrtümer der konziliaren Sekte zum Vorschein kommen, die den Häretikern und Götzendienern stets zuwinkte, aber gegenüber der katholischen Wahrheit unerbittlich starr und intolerant war.

Ich halte Erzbischof Lefebvre für einen vorbildlichen Bekenner des Glaubens, und ich denke, es ist inzwischen offensichtlich, dass seine Anprangerung des Konzils und des modernistischen Glaubensabfalls aktueller denn je ist.

Man darf nicht vergessen, dass die Verfolgung, der Erzbischof Lefebvre durch den Heiligen Stuhl und den Weltepiskopat ausgesetzt war, vor allem zur Abschreckung der Katholiken diente, die der konziliaren Revolution gegenüber widerspenstig waren.

Ich stimme auch mit der Bemerkung Seiner Exzellenz Bischof Bernard Tissier de Mallerais über die gleichzeitige Präsenz zweier Gebilde in Rom überein: die Kirche Christi ist von der modernistischen konziliaren Struktur besetzt und verdrängt worden, die sich in derselben Hierarchie niedergelassen hat und die Autorität ihrer Amtsträger nutzt, um über den Bräutigam Christus und unsere Mutter zu herrschen.

Die Kirche Christi - die nicht nur in der katholischen Kirche besteht, sondern ausschließlich die katholische Kirche ist - wird lediglich von einer seltsamen, extravaganten Kirche verdunkelt und verdeckt, die nach der Vision der seligen Anna Katharina Emmerich /2 in Rom errichtet wurde. Sie koexistiert, wie der Weizen mit dem Unkraut, in der römischen Kurie, in den Diözesen, in den Pfarreien.

Wir können unsere Pfarrer nicht für ihre Absichten verurteilen und wir können auch nicht annehmen, dass alle von ihnen im Glauben und in der Moral verdorben sind;

im Gegenteil,

wir können hoffen, dass viele von ihnen, die bisher eingeschüchtert waren und geschwiegen haben, in demselben Maße, in dem sich Verwirrung und Abtrünnigkeit ausbreiten, sie die Täuschung verstehen, der sie unterworfen wurden, so dass sie schließlich aus ihrem Schlummer erwachen werden.

Es gibt viele Laien, die ihre Stimme erheben; andere werden notwendigerweise folgen, zusammen mit guten Priestern, die sicherlich in jeder Diözese vorhanden sind.

Dieses Erwachen der kämpferischen Kirche - ich würde es wagen, es fast eine Auferstehung zu nennen - ist notwendig, dringend und unvermeidlich: kein Sohn duldet, dass seine Mutter von den Dienstboten geschändet wird oder sein Vater von den Verwaltern seiner Güter tyrannisiert wird.

Der Herr bietet uns in diesen schmerzlichen Situationen die Möglichkeit, seine Verbündeten zu sein, um diesen heiligen Kampf unter seinem Banner zu kämpfen:

Der König, der über Irrtum und Tod siegt, erlaubt uns, die Ehre des triumphalen Sieges und die ewige Belohnung zu teilen, die sich daraus ergibt, nachdem wir mit ihm ausgehalten und gelitten haben.
Um aber die unsterbliche Herrlichkeit des Himmels zu verdienen, sind wir aufgerufen, in einem entmannten Zeitalter ohne Werte wie Ehre, Treue zum Wort und Heldentum einen grundlegenden Aspekt des Glaubens eines jeden Getauften wiederzuentdecken:

Das christliche Leben ist eine Miliz, und mit dem Sakrament der Firmung sind wir aufgerufen, Soldaten Christi zu sein, unter deren Abzeichen wir kämpfen müssen.

Natürlich handelt es sich in den meisten Fällen um einen geistlichen Kampf, aber im Laufe der Geschichte haben wir gesehen, wie oft es angesichts der Verletzung der souveränen Rechte Gottes und der Freiheit der Kirche auch notwendig war, zu den Waffen zu greifen: Das lehrt uns der mühsame Widerstand zur Abwehr der islamischen Invasionen in Lepanto und vor den Toren Wiens, die Verfolgung der Cristeros in Mexiko, der Katholiken in Spanien, und auch heute noch der grausame Krieg gegen die Christen in der ganzen Welt.

Niemals mehr als heute können wir den theologischen Hass verstehen, der von den Feinden Gottes ausgeht, die von Satan inspiriert sind.

Der Angriff auf alles, was an das Kreuz Christi erinnert - auf die Tugend, auf das Gute und Schöne, auf die Reinheit - muss uns anspornen, aufzustehen, um tapfer das Naturrecht /3 einzufordern, nicht nur um nicht mehr von unseren äußeren Feinden verfolgt zu werden, sondern auch und vor allem um starke und mutige, heilige und gottesfürchtige Hirten zu haben, die genau das tun, was ihre Vorgänger seit Jahrhunderten getan haben: das Evangelium Christi predigen, Einzelne und Völker bekehren um das Reich des lebendigen und wahren Gottes in der ganzen Welt ausbreiten.

Wir alle sind aufgerufen, einen Akt der Tapferkeit zu vollziehen - eine vergessene Kardinaltugend, die nicht zufällig im Griechischen an die männliche Kraft, ἀνδρεία, erinnert -, indem wir wissen, wie wir den Modernisten widerstehen können: ein Widerstand, der in der Nächstenliebe und in der Wahrheit verwurzelt ist, die Attribute Gottes sind.

Wenn Ihr die tridentinische Messe feiert und eine gesunde Lehre predigt, ohne jemals das Konzil zu erwähnen, was könnten sie dann vielleicht mit Euch machen - Euch vielleicht aus den Kirchen werfen, und was dann? Niemand kann euch jemals daran hindern, das Heilige Opfer zu vergegenwärtigen, selbst wenn es auf einem behelfsmäßigen Altar in einem Keller oder auf einem Dachboden geschieht, wie es Priester während der Französischen Revolution taten, oder wie es heute noch in China geschieht. Wenn sie versuchen, Euch zu trennen, widersteht!

Das Kirchenrecht dient dazu, die Autorität der Kirche bei der Verkündung ihrer Zielursache /4 zu garantieren, und nicht dazu um sie zu zerstören.

Hören wir auf zu befürchten, dass die Schuld am Schisma bei denen liegt, die es anprangern, sondern es liegt bei denen, die das Schisma vollziehen: Schismatiker und Häretiker sind diejenigen, die den mystischen Leib Christi verwunden und kreuzigen, nicht diejenigen, die Ihn verteidigen, indem sie die Henker anprangern!

Die Laien können von ihren Amtsträgern erwarten, dass sie sich auch als Kleriker verhalten und sie können diejenigen bevorzugen, die beweisen, dass sie nicht von den gegenwärtigen Irrtümern befallen sind.

Wenn die Messe für die Gläubigen zur Qual wird, wenn sie gezwungen werden, bei Sakrilegien mitzuwirken oder Häresien und Irrlehren zu unterstützen, bei Dingen, die des Hauses des Herrn unwürdig sind, dann ist es tausendmal besser, in eine Kirche zu gehen, in der ein Priester das heilige Opfer würdig feiert, in jenem Ritus, den uns die Tradition überliefert, und mit einer Predigt, die der gesunden Lehre entspricht.

Wenn die Pfarrer und Bischöfe erkennen, dass das christliche Volk nach dem Brot des Glaubens verlangt und nicht nach den Steinen und Skorpionen der Neokirche, dann werden sie ihre Ängste ablegen und den legitimen Forderungen der Gläubigen nachkommen.

Die anderen jedoch, die Söldner, werden sich als das herausstellen, was sie sind, und diese werden nur diejenigen um sich scharen können, die deren Irrtümer und Perversionen teilen.

Sie werden von selbst ausgelöscht werden: Der Herr trocknet den Sumpf aus und macht das Land dürr, auf dem vorher Früchte wuchsen; Er löscht die Berufungen in den korrupten Seminaren und in den Klöstern, die gegen die Regel rebellieren, aus.

Die Laien haben heute eine heilige Aufgabe:

Sie sollen gute Priester und gute Bischöfe trösten, die sich wie Schafe um ihre Hirten scharen.

Gebt ihnen Gastfreundschaft, helft ihnen, tröstet sie in ihren Prüfungen!

Schafft eine Gemeinschaft, in der nicht Murrerei und Spaltung vorherrschen, sondern brüderliche Liebe im Band des Glaubens!

Und da in der von Gott errichteten Ordnung - κόσμος - die Untertanen der Obrigkeit Gehorsam schulden und sie nicht anders können, als sich ihr zu widersetzen, sobald sie ihre Macht missbraucht, wird man ihnen keine Schuld an der Untreue ihrer Führer geben, auf denen die sehr schwere Verantwortung für die Art und Weise ruht, in der sie die ihnen übertragene stellvertretende Macht ausüben.

Wir dürfen nicht rebellieren, sondern müssen uns widersetzen;

wir dürfen uns nicht über die Irrtümer unserer Hirten freuen, sondern müssen für sie beten und sie respektvoll ermahnen;

wir dürfen nicht ihre Autorität in Frage stellen, sondern die Art und Weise, wie sie sie ausüben.

Ich bin sicher, mit einer Gewissheit, die mir aus dem Glauben kommt, dass der Herr es nicht versäumen wird, unsere Treue zu belohnen, nachdem er uns für die Fehler der Männer der Kirche bestraft hat. Er belohnt unsere Treue, indem Er uns heilige Priester, heilige Bischöfe, heilige Kardinäle und vor allem einen heiligen Papst schenkt.

Aber diese Heiligen werden aus unseren Familien, aus unseren Gemeinschaften, aus unseren Kirchen hervorgehen: Familien, Gemeinschaften und kirchliche Gemeinden, in denen die Gnade Gottes durch ständiges Gebet, durch den häufigen Besuch der Heiligen Messe und der Sakramente gepflegt werden muss, durch die Darbringung von Opfern und Bußübungen, die in der Gemeinschaft der Heiligen uns erlaubt sind, der göttlichen Majestät darzubringen, um unsere Sünden und die unserer Brüder, einschließlich derer, die Autorität ausüben, zu sühnen.

Den Laien kommt dabei eine grundlegende Rolle zu, indem sie den Glauben in ihren Familien bewahren, damit unsere in Liebe und Gottesfurcht erzogenen Jugendlichen eines Tages verantwortungsvolle Väter und Mütter, aber auch würdige Diener des Herrn, Seine Verkünder in den männlichen und weiblichen Orden und Seine Apostel in der Zivilgesellschaft sein können.

Das Heilmittel gegen Rebellion ist Gehorsam.
Das Heilmittel gegen Häresie ist die Treue zur Lehre der Tradition.
Das Heilmittel gegen Schisma ist die kindliche Verehrung der heiligen Hirten.
Das Heilmittel gegen Abtrünnigkeit ist die Liebe zu Gott und seiner heiligsten Mutter.
Das Heilmittel gegen das Laster ist die demütige Ausübung der Tugend.
Das Heilmittel gegen die Verderbnis der Sitten ist das ständige Leben in der Gegenwart Gottes.

Aber Gehorsam darf nicht zu starrer Unterwürfigkeit verkommen; Respekt vor der Autorität darf nicht zur Unterwürfigkeit des Hofes verkommen. Und vergessen wir nicht: wenn es die Pflicht der Laien ist, ihren Hirten zu gehorchen, so ist es eine noch schwerwiegendere Pflicht der Hirten, Gott zu gehorchen, usque ad effusionem sanguinis.

+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof

1. September 2020" /1

___
/1 S.E. Erzbischof Carlo Maria Viganò, Schreiben /1a am 01.09.2020 an Stephen Kokx als Antwort auf dessen Artikel auf Catholic Family News (CFN) vom 22.08.2020 unter dem Titel "Fragen an Viganò: Seine Exzellenz hat Recht mit dem Zweiten Vatikanum, aber was sollten Katholiken seiner Meinung nach jetzt tun?" /1b.

/1a Download PDF,
(https://onedrive.live.com/?authkey=%21A ... 05&o=OneUp [Abruf: 15. Mai 2022]).

/1b Das Schreiben zu /1 im CFN Artikel, (deutsche Übersetzung mit Unterstützung von DeepL.com, Fussnoten eingefügt von kukHofnarr),
(https://catholicfamilynews.com/blog/202 ... ld-do-now/ [Abruf: 15. Mai 2022]).

/2 Anna Katharina Emmerick, zitiert hier im KG unter dem Titel "Was wir erleben": viewtopic.php?p=925093#p925093

/3 Das Naturrecht: https://www.kreuzgang.org/viewtopic.php ... 60#p922460

/3a Der Souverän im Naturrecht: viewtopic.php?p=929854#p929854

/3b Das korachitische Ende der Revolution: viewtopic.php?p=930722#p930722

/4 Der Begriff Zielursache erklärt in Naturrecht und causa finalis: https://www.kreuzgang.org/viewtopic.php ... 78#p925978

Dr.Hackenbush
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Re: Naturrecht

Beitrag von Dr.Hackenbush »

@ kukHofnarr
schade, dass Du in Deinen Beiträgen optisch keinen Unterschied zwischen Deinem Text und dem Zitierten darstellst.

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Alles Zitierte ist regelgerecht gekenzeichnet und belegt.

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Jakobgutbewohner
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Re: Naturrecht

Beitrag von Jakobgutbewohner »

kukHofnarr hat geschrieben:
Dienstag 17. Mai 2022, 13:55
Jakobgutbewohner hat geschrieben:
Dienstag 17. Mai 2022, 13:39
"Denn alle, die das Schwert nehmen, sollen durch das Schwert umkommen." Mt 26,52
Darin genau liegt die Perfidie des Protest-Dämons: sie besteht darin, durch sola scriptura das Recht Gottes zu usurpieren
"Denn wenn der Nächste, so da kommt, einen anderen Jesus predigte, als wir gepredigt haben oder ihr einen anderen Geist empfinget, den ihr von uns nicht empfangen habt oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen hattet, so würdet ihr es euch recht schön gefallen lassen." 2. Kor 11,4
"Aber wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündigte, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht." Gal 1,8
"Selig sind ... die durch die Tore eingehen in die Stadt. Draußen aber sind die Hunde und die "Pharmazeuten" und die Buhler und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut." Off 22,14+15

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Darin genau liegt die Perfidie des Protest-Dämons:
1. er usurpiert durch sola scriptura das Recht Gottes;
2. jeder von ihm befallene ist sich selbst sein eigenes Lehramt.

Der Protest gegen die Kirche zeigt sich in sola scriptura - darauf haben sich tausendundeins Irrlehrer, Häretiker und Apostaten der Kirchengeschichte gestützt, aber das letzte Wort hat die Kirche...

Die Kirche ist gegründet auf den drei Säulen 1. die hl. Schrift, 2. das authentische katholische Lehramt und 3. die Tradition, ...

aber sogar bei so mancher Privatoffenbarung, die sich nicht ausdrücklich auf ein Wort der Bibel stützen kann, bestätigt sich im Verlaufe der Zeit - der Jahrhunderte mitunter - ihr Wahrheitsgehalt. Jeanne d'Arc sprach dem Politklerikalisten S.E. Kardinal Cauchon ins Gesicht hinein "Sie sind nicht die Kirche!" Der Kardinal hingegen behauptete, dass die Bauernmagd Jeanne nicht die Kirche sei und gab ihr Feuer... Es hat Jahrhunderte gebraucht um das klare und endgültige Urteil zu sprechen, und genau darin liegt die Stärke der Kirche, nämlich Klarheit zu schaffen in Zeiten der Verwirrung...

Unser Herr Jesus Christus ist die Kirche, ist der Leib Christi!

Insgesamt ist daraus zu schliessen:
1. sola scriptura braucht nur ein paar Wochen, Tage, Stunden wenn nicht gar Minuten, um sich der Hybris hinzugeben, sich selbst zu erlauben, sich über das Naturrecht hinwegzusetzen, wie z.B. in jenen bestens belegten Fällen im Januar 2020 in Amerika sowie in den acht Jahren seit 2014 in der Ukraine, und
2. sola scriptura ist ein Irrtum, denn sämtliche Werke der Kirchenlehrer der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gehören zur Schrift ebenso dazu, wie die Lebensgeschichten aller Heiligen der Kirche, so auch die der hl. Jeanne d'Arc, aber eben NICHT die eines Kardinals Cauchon.

In dem Maße wie Du die Kirche liebst, hast Du den hl. Geist!

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Jakobgutbewohner
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Re: Naturrecht

Beitrag von Jakobgutbewohner »

Kurz: Paulus schrieb da deiner Meinung nach Unsinn, auf den du gar nicht besonders einzugehen müssen meinst, so wie du auch eigentlich gar nicht auf die vorher schon zitierte Bibelstelle eingingst?
"Selig sind ... die durch die Tore eingehen in die Stadt. Draußen aber sind die Hunde und die "Pharmazeuten" und die Buhler und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut." Off 22,14+15

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Die hl. Schrift und alles was in ihr steht, obliegt der Auslegung der Kirche, das ist das kirchl. Lehramt zum o.g. Punkt. 2., der besagt, auf was die Kirche gegründet ist, und auf diesen Zusammenhang bin ich ausführlich eingegangen, weil Du nach Art der Vertreter von sola scriptura Bibelstellen freiweg aus der Hüfte zitierst, ohne sie in einen von Dir gewähnten bzw. erläuterten Zusammenhang zu stellen, im obigen Fall sogar völlig zusammenhanglos, und dies ohne eine Frage zu stellen.

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Jakobgutbewohner hat geschrieben:
Mittwoch 18. Mai 2022, 14:17
Kurz: Paulus schrieb da deiner Meinung nach Unsinn, auf den du gar nicht besonders einzugehen müssen meinst, so wie du auch eigentlich gar nicht auf die vorher schon zitierte Bibelstelle eingingst?
...Wie bitte? Ich sei "gar nicht auf die vorher schon zitierte Bibelstelle eingegangen"? Diese Behauptung zu entkräften überlasse ich anderen:
kukHofnarr hat geschrieben:
Dienstag 17. Mai 2022, 13:55
Jakobgutbewohner hat geschrieben:
Dienstag 17. Mai 2022, 13:39
"Denn alle, die das Schwert nehmen, sollen durch das Schwert umkommen." Mt 26,52
Darin genau liegt die Perfidie des Protest-Dämons: sie besteht darin, durch sola scriptura das Recht Gottes zu usurpieren um sich selbst die Erlaubnis zu erteilen, die Verteidiger des Naturrechtes zu morden.

Notwehr und Nothilfe sind IMMER naturrechtlich legitim, unabhängig von Religionszugehörigkeit, Lebensprinzip und Parteibuch!
Ich stelle fest, Jakobgutbewohner: Du zitierst nach sola-scriptura-Art willkürlich selektiv.

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Jakobgutbewohner
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Re: Naturrecht

Beitrag von Jakobgutbewohner »

kukHofnarr hat geschrieben:
Mittwoch 18. Mai 2022, 14:57
Diese Behauptung zu entkräften überlasse ich anderen
Gerne.
"Selig sind ... die durch die Tore eingehen in die Stadt. Draußen aber sind die Hunde und die "Pharmazeuten" und die Buhler und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut." Off 22,14+15

Dr.Hackenbush
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Re: Naturrecht

Beitrag von Dr.Hackenbush »

kukHofnarr hat geschrieben:
Mittwoch 18. Mai 2022, 13:28
Unser Herr Jesus Christus ist die Kirche, ist der Leib Christi!
solche Aussagen machten und machen mir immer wieder Sorgen. Sie verwirren die Außenstehenden (die außerhalb der Kirche stehen).

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Jakobgutbewohner
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Re: Naturrecht

Beitrag von Jakobgutbewohner »

Vielleicht läge hier ein sinnvoller Ansatzpunkt:
kukHofnarr hat geschrieben:
Mittwoch 18. August 2021, 21:27
Die Normen des Naturrechts gelten ausnahmslos für alle Menschen und gründen in der göttlichen Schöpfungsordnung.
Meinst du, der Komplex "Neuer Bund" ist Teil des Naturrechts?
"Selig sind ... die durch die Tore eingehen in die Stadt. Draußen aber sind die Hunde und die "Pharmazeuten" und die Buhler und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut." Off 22,14+15

kukHofnarr
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Re: Naturrecht

Beitrag von kukHofnarr »

Ich denke der Kirchenbegriff gerade im Zusammenhang mit dem Naturrecht ist im "Neuen Bund" (form-)vollendet und zwar durch die Sakramente. Ich erinnere mich an eine Anekdote zwischen zwei Löffeln Kaba-Pampe "in der Küche", in der es um das Kirchenverständnis eines jugendlichen Mopedfahrers ging, dessen bester Kumpel Udo ihm bei einem Ausritt mit dem neuesten 80er Kratzer kräftig übers Maul gefahren war. Auslöser war mein Bekenntnis, dass ich jeden Sonntag "in die Kirche" gehe. Für Udo war Gott zwar immer "Der-da-oben" (die Worte "Gott" geschweige denn "Jesus" kamen nie über seine Lippen), im Sinne von "der absolute Souverän", aber Der habe mit den Heuchlern, die "in die Kirche" gehen, nix zu tun. Ich habe ihn gefragt, ob er mich für einen Heuchler halte. "Ausnahmen bestätigen die Regel" war seine Antwort. Der Herr Lehrer "in der Küche" meinte dazu, dass die Kirche heilig ist und bleibt und zwar in ihren Sakramenten - wir werden zwar als "Heuchler" denunziert, weil wir Sünder sind, aber indem wir wollen, was die Kirche in ihren Sakramenten will, sind wir heilig. Heuchler ohne Anführungszeichen sind wir erst dann, wenn wir vermittels "in die Kirche" Gehen, so tun, als ob wir wollten, was die Kirche will, aber es in Wahrheit eben NICHT wollen. Vermittels der Sakramente sollen wir immer mehr befähigt werden, das zu wollen und das zu tun, was die Rechte Gottes und die Rechte des Menschen betrifft, also das Naturrecht im Dekalog. Das allerheiligste Sakrament des Altares ist Jesus selbst und ich denke in allen Sakramenten der Kirche ist Jesus geheimnisvoll gegenwärtig. Udo blieb mein bester Kumpel, bis er eine Lebensgefährtin fand. Kinder hat er keine, aber einen Hund.

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