Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Raphael

Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Raphael »

Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude. Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen. Das hat Jesus auch nie getan. Er war ein Wanderprediger, der über Land zog und das "Reich Gottes" verkündete, das dann aber doch nicht kam....
Die Hl. Schrift gibt da ein anderes Zeugnis.
Ist die Hl. Schrift für Dich (in diesem Punkt) nicht verbindlich?
Wenn ja, warum? :hmm:

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Reinhard
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Reinhard »

Dieter hat geschrieben:Alle anderen Geschichten über Jesus sind nachträgliche Ausschmückung durch seine Anhänger.
Woher nimmst Du denn diese "Weisheit" ??
Was erscheint dir daran fragwürdig, die biblischen Schriften als historische Quellen - so wie sie uns überliefert sind - einfach mal ernst zu nehmen ??

Wie kannst Du Deine merkwürdige Paulus-These angesichts von Apg. 1:1-3 , Apg. 10:9-23 und Apg. 11:19-26 aufrecht erhalten ?

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Reinhard hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:Aber jetzt frage ich dich mal: Du liest das Buch "Geschichte der Firma xy" geschrieben vom Gründer der Firma xy oder seinem Sohn. Liest du dieses Buch genauso als wenn es von einem Historiker geschrieben wurde? Ich nicht.
Bei einer Hommage an eine Firma oder Person würde ich das als solche lesen, ja. Dabei käme es nicht so sehr auf die Wahrhaftigkeit an, als auf das Image, das sie vermittelt. (und das sollte natürlich positiv sein !)

Aber mir stellen sich die neutestamentlichen Schriften ganz anders dar. Auf das Selbstverständnis, "zuverlässige Zeugenaussagen" zu sammeln, hatte ich Dich schon hingewiesen (und natürlich gibt es noch mehr Belegstellen als die zitierten). Außerdem ist das, was ich im NT lese, in hohem Maße plausibel.
In anderen Strängen hatte ich letztens schon betont, wie sehr der christliche Glaube auf der Empirie beruht, auf Erfahrungen mit Gott. Die Berichte und Zeugenaussagen des NT in Bezug auf die Erlebnisse mit Jesus und dem Heiligen Geist, überhaupt mit Gott entsprechen grundsätzlich dem, wie ich selber diesen dreieinigen Gott erlebe, und wie andere Christen diesen Gott erleben. Da sehe ich bis jetzt nichts, was da nicht "passen" würde.

Warum also sollte das Berichtete dann fragwürdig sein ?
Sorry, aber das Pochen auf Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott ist mir zu protestantisch. Ich bin da eher katholisch und suche den Glauben verstehend zu ergründen. Und dazu gehört halt, dass man ihn historisch rechtfertigen kann. Historiker nehmen Distanz zu ihren Quellen und befragen sie nach ihrer Herkunft, ihren Intentionen usw. Sie können, was die biblischen Texte angeht, nicht mit deren Inspiration durch den Heiligen Geist argumentieren. Ist doch nachvollziehbar, oder?

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude. Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen. Das hat Jesus auch nie getan. Er war ein Wanderprediger, der über Land zog und das "Reich Gottes" verkündete, das dann aber doch nicht kam....
Die Vermutung ist (wie lsk auch schon angedeutet hat), ob man bei einer solchen Argumentation nicht schon voraussetzt, dass Jesus nicht Gott ist. Vgl. außerdem mal Joh 20, 28.

Raphael

Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Raphael »

christian12 hat geschrieben:Sorry, aber das Pochen auf Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott ist mir zu protestantisch.
:D :kugel: :D :kugel: :D :kugel:

M.a.W.: Katholiken haben in den letzten 2000 Jahren ihren Glauben nur erdacht, aber nicht erfahren?

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Raphael hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:Sorry, aber das Pochen auf Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott ist mir zu protestantisch.
:D :kugel: :D :kugel: :D :kugel:

M.a.W.: Katholiken haben in den letzten 2000 Jahren ihren Glauben nur erdacht, aber nicht erfahren?
Seltsame Frage! Zum einen ist, was nicht erfahren wird, noch lange nicht nur erdacht. Da machst Du eine falsche Alternative auf. Für den Glauben mögen doch auch wohl rational nachvollziehbare Gründe sprechen, oder? Das hat die Tradition der katholischen Theologie entgegen der protestantischen immer hochgehalten (zumindest bis Rahner). Das heißt auch nicht das Erfahrung(en) für die Katholiken gar keine Rolle spielen. Sie pochen nur nicht so drauf wie die Protestanten. Zum anderen redest Du jetzt von GLAUBENSerfahrungen. Gegen die habe ich doch gar nichts gesagt, wie Du an dem obigen Zitat erkennen kannst. Mit Gotteserfahrung ist etwas anderes gemeint. Darin wird Gott als das Objekt unserer Erfahrung behauptet. Davor würde ich warnen.

Dieter
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Dieter »

christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude. Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen. Das hat Jesus auch nie getan. Er war ein Wanderprediger, der über Land zog und das "Reich Gottes" verkündete, das dann aber doch nicht kam....
Die Vermutung ist (wie lsk auch schon angedeutet hat), ob man bei einer solchen Argumentation nicht schon voraussetzt, dass Jesus nicht Gott ist. Vgl. außerdem mal Joh 20, 28.



„Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott“ (Lukas 18,19).

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Reinhard
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Reinhard »

christian12 hat geschrieben:Sorry, aber das Pochen auf Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott ist mir zu protestantisch. ...
Mit Verlaub - was ist die "Tradition" Anderes als in Sätze gegossene Erfahrung vieler Menschen über eine lange Zeit mit diesem Gott ?
Du kannst Dir alle Zeugnisse des Christlichen Glaubens angucken, die gehen sämtlich zuerst von der mit Gott gemachten Erfahrung aus, angefangen mit Paulus. (-> cf. z.B. 1. Kor. 2:4-5 )
christian12 hat geschrieben:Historiker nehmen Distanz zu ihren Quellen und befragen sie nach ihrer Herkunft, ihren Intentionen usw. Sie können, was die biblischen Texte angeht, nicht mit deren Inspiration durch den Heiligen Geist argumentieren. Ist doch nachvollziehbar, oder?
Die Inspiration ist erst im Nachhinein verifizierbar, das ist richtig. Aber dahinter steht der Erfahrungswert von sehr vielen Christen über 19 Jahrhunderte, der dann in Glaubenssätzen zusammengefasst worden ist.
Was die Quellen angeht: Kein Historiker wird eine Quelle a priori als fragwürdig ansehen, solange es dafür keinen Hinweis gibt. Und: die biblischen Texte sind von der Quellenlage her wesentlich besser belegt als die allermeisten historischen Zeugnisse, die wir besitzen. (aber das sagte ich oben bereits)

Darum noch einmal: Wo siehst Du Fragwürdigkeiten bei der Herkunft der biblischen Texte ?
- oder anders ausgedrückt: mit welcher Begründung gehst Du davon aus, dass die Texte etwas anderes seien, als sie vorgeben zu sein: nämlich gesammelte Zeugenaussagen und Briefe ?

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Dieter hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude. Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen. Das hat Jesus auch nie getan. Er war ein Wanderprediger, der über Land zog und das "Reich Gottes" verkündete, das dann aber doch nicht kam....
Die Vermutung ist (wie lsk auch schon angedeutet hat), ob man bei einer solchen Argumentation nicht schon voraussetzt, dass Jesus nicht Gott ist. Vgl. außerdem mal Joh 20, 28.



„Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott“ (Lukas 18,19).
Lk 18,19 ist kein Beleg dafür, dass Jesus sich nicht als Gott verstanden hat.
http://kassel-ost.feg.de/files/loesungen-zu-den-schweren-fragen-bei-fette-beute1293106043.pdf hat geschrieben: Wie passt die Antwort von Jesus in Lk 18,19 zu der Frage des Obersten?
Auf den ersten Blick passt sie gar nicht. Auf den zweiten Blick ist sie genial. Was ist das größte
Problem des Obersten? Wir würden sagen: Sein Reichtum. Aber vielleicht ist das nicht ganz richtig.
Am Beispiel des Reichtums wird nur ein anderes Problem offenbar. Der Reiche schätzt sich ganz
falsch ein. Seine Frage lautete: Guter Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? Er stellt die Frage, weil er ein gutes Leben führt. Als Jesus das Einhalten der Gebote nachfragt, kann er antworten: Dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an. Nicht schlecht! Ich denke, er erwartet von Jesus folgende Antwort: Keine Sorge reicher Mann, das ewige Leben ist für dich kein Problem. Du hast so viele gute Taten getan, ich kann dir versichern, dass dir nichts mehr zum ewigen Leben fehlt. Hier richte jemand eine Frage an Jesus, der sich für einen „guten Menschen“ hält und spricht ihn als „guter Lehrer“ an. Wir würden sagen: sie treffen sich auf Augenhöhe. Und jetzt kontert Jesus: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als nur einer, Gott. Ich würde die Frage so verstehen: Nennst du mich „gut“, weil du mir schmeicheln willst, oder hast du verstanden, was du damit sagst? In Wahrheit trifft hier nämlich kein „guter“ Mann auf einen „guten“ Lehrer, sondern ein geldgeiler reicher Sack trifft auf den einzigartig Guten. Und deshalb muss Jesus ihn auch vor eine Entscheidung stellen: Willst du einen Schatz im Himmel und mich (= Nachfolge) oder willst du dein altes Leben im Selbstbetrug? Solange der reiche Mann Jesus als „guten Lehrer“ ansieht, wird er sich für sein altes Leben entscheiden. Aber wenn er in diesem „guten Lehrer“ Gott entdeckt und versteht, dass Gott ihm das Gute schlechthin, nämlich ewiges Leben anbietet, dann wird er vielleicht bereit sein, sich von Jesus von seiner Habsucht befreien zu lassen.
Ist doch eine gute Erklärung, oder?

Dieter
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Dieter »

christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude. Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen. Das hat Jesus auch nie getan. Er war ein Wanderprediger, der über Land zog und das "Reich Gottes" verkündete, das dann aber doch nicht kam....
Die Vermutung ist (wie lsk auch schon angedeutet hat), ob man bei einer solchen Argumentation nicht schon voraussetzt, dass Jesus nicht Gott ist. Vgl. außerdem mal Joh 20, 28.



„Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott“ (Lukas 18,19).
Lk 18,19 ist kein Beleg dafür, dass Jesus sich nicht als Gott verstanden hat.
http://kassel-ost.feg.de/files/loesungen-zu-den-schweren-fragen-bei-fette-beute1293106043.pdf hat geschrieben: Wie passt die Antwort von Jesus in Lk 18,19 zu der Frage des Obersten?
Auf den ersten Blick passt sie gar nicht. Auf den zweiten Blick ist sie genial. Was ist das größte
Problem des Obersten? Wir würden sagen: Sein Reichtum. Aber vielleicht ist das nicht ganz richtig.
Am Beispiel des Reichtums wird nur ein anderes Problem offenbar. Der Reiche schätzt sich ganz
falsch ein. Seine Frage lautete: Guter Lehrer, was muss ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? Er stellt die Frage, weil er ein gutes Leben führt. Als Jesus das Einhalten der Gebote nachfragt, kann er antworten: Dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an. Nicht schlecht! Ich denke, er erwartet von Jesus folgende Antwort: Keine Sorge reicher Mann, das ewige Leben ist für dich kein Problem. Du hast so viele gute Taten getan, ich kann dir versichern, dass dir nichts mehr zum ewigen Leben fehlt. Hier richte jemand eine Frage an Jesus, der sich für einen „guten Menschen“ hält und spricht ihn als „guter Lehrer“ an. Wir würden sagen: sie treffen sich auf Augenhöhe. Und jetzt kontert Jesus: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als nur einer, Gott. Ich würde die Frage so verstehen: Nennst du mich „gut“, weil du mir schmeicheln willst, oder hast du verstanden, was du damit sagst? In Wahrheit trifft hier nämlich kein „guter“ Mann auf einen „guten“ Lehrer, sondern ein geldgeiler reicher Sack trifft auf den einzigartig Guten. Und deshalb muss Jesus ihn auch vor eine Entscheidung stellen: Willst du einen Schatz im Himmel und mich (= Nachfolge) oder willst du dein altes Leben im Selbstbetrug? Solange der reiche Mann Jesus als „guten Lehrer“ ansieht, wird er sich für sein altes Leben entscheiden. Aber wenn er in diesem „guten Lehrer“ Gott entdeckt und versteht, dass Gott ihm das Gute schlechthin, nämlich ewiges Leben anbietet, dann wird er vielleicht bereit sein, sich von Jesus von seiner Habsucht befreien zu lassen.
Ist doch eine gute Erklärung, oder?



evangelikaler Quatsch!

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Nassos
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Nassos »

Das ist eine essentielle Frage. Mit ihr steht und fällt der Glaube. Es ist genau wie “ist Er wirklich von den Toten auferstanden?“

Hierzu sollte man auch die Väter lesen bzw die Konzilien und die Gesichtsschreibung hierüber.

Wirklich wesentlich ist, dass eine rein historisch-kritische Herangehensweise nicht hilfreich sein wird (die Väter und die Konzile wären demnach auch befangen). So hochtrabend theologisch sich das anhört: ohne die Wirkung des Heiligen Geistes in uns, ohne Gebet werden sich unsere geistlichen Augen diese Frage betreffend nicht öffnen. Der Irrtum ist vorprogrammiert, weil dies weit über unseren Verstand hinausgeht.

Und dann auch natürlich die Frage, die damit einhergeht: was genau bedeutet “Gottes Sohn“, was “Menschensohn“?

Lieben Gruß,
Nassos
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

Raphael

Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Raphael »

christian12 hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:Sorry, aber das Pochen auf Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott ist mir zu protestantisch.
:D :kugel: :D :kugel: :D :kugel:

M.a.W.: Katholiken haben in den letzten 2000 Jahren ihren Glauben nur erdacht, aber nicht erfahren?
Seltsame Frage! Zum einen ist, was nicht erfahren wird, noch lange nicht nur erdacht. Da machst Du eine falsche Alternative auf. Für den Glauben mögen doch auch wohl rational nachvollziehbare Gründe sprechen, oder? Das hat die Tradition der katholischen Theologie entgegen der protestantischen immer hochgehalten (zumindest bis Rahner). Das heißt auch nicht das Erfahrung(en) für die Katholiken gar keine Rolle spielen. Sie pochen nur nicht so drauf wie die Protestanten. Zum anderen redest Du jetzt von GLAUBENSerfahrungen. Gegen die habe ich doch gar nichts gesagt, wie Du an dem obigen Zitat erkennen kannst. Mit Gotteserfahrung ist etwas anderes gemeint. Darin wird Gott als das Objekt unserer Erfahrung behauptet. Davor würde ich warnen.
Da hast Du wohl nicht verstanden, worauf die Frage abzielte! :roll:

Frag 'mal die Mystiker, die es in großer Zahl auch innerhalb der katholischen Kirche gibt und gab, ob "Gott ein Objekt unserer Erfahrung" ist .............

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Reinhard hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:Sorry, aber das Pochen auf Erfahrungen und Erlebnisse mit Gott ist mir zu protestantisch. ...
Mit Verlaub - was ist die "Tradition" Anderes als in Sätze gegossene Erfahrung vieler Menschen über eine lange Zeit mit diesem Gott ?
Du kannst Dir alle Zeugnisse des Christlichen Glaubens angucken, die gehen sämtlich zuerst von der mit Gott gemachten Erfahrung aus, angefangen mit Paulus. (-> cf. z.B. 1. Kor. 2:4-5 
Das stimmt. Erfahrungen spielen eine Rolle. Aber nicht die einzige und auch nicht die entscheidende. Um mit Erfahrungen etwas anfangen, sie einordnen und verstehen zu können, müssen sie interpretiert werden.
Reinhard hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:Historiker nehmen Distanz zu ihren Quellen und befragen sie nach ihrer Herkunft, ihren Intentionen usw. Sie können, was die biblischen Texte angeht, nicht mit deren Inspiration durch den Heiligen Geist argumentieren. Ist doch nachvollziehbar, oder?
Die Inspiration ist erst im Nachhinein verifizierbar, das ist richtig. Aber dahinter steht der Erfahrungswert von sehr vielen Christen über 19 Jahrhunderte, der dann in Glaubenssätzen zusammengefasst worden ist.
Was die Quellen angeht: Kein Historiker wird eine Quelle a priori als fragwürdig ansehen, solange es dafür keinen Hinweis gibt. Und: die biblischen Texte sind von der Quellenlage her wesentlich besser belegt als die allermeisten historischen Zeugnisse, die wir besitzen. (aber das sagte ich oben bereits)

Darum noch einmal: Wo siehst Du Fragwürdigkeiten bei der Herkunft der biblischen Texte ?
- oder anders ausgedrückt: mit welcher Begründung gehst Du davon aus, dass die Texte etwas anderes seien, als sie vorgeben zu sein: nämlich gesammelte Zeugenaussagen und Briefe ?
Ich stimme zu, dass Quellen zunächst vorurteilsfrei erstmal akzeptiert werden müssen. Die Fragwürdigkeit bricht dann auf, wenn man die Verfasserfrage stellt. Insofern man die Verfasser für glaubwürdig hält (und das tue ich), macht auch diese Frage kein Problem. Tut man das aber nicht (es soll Leute geben, die die Kirche für weniger glaubwürdig halten), gehts los.
Zuletzt geändert von Hubertus am Donnerstag 19. Juli 2012, 12:34, insgesamt 3-mal geändert.
Grund: Zitat repariert.

Raphael

Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Raphael »

Dieter hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude. Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen. Das hat Jesus auch nie getan. Er war ein Wanderprediger, der über Land zog und das "Reich Gottes" verkündete, das dann aber doch nicht kam....
Die Vermutung ist (wie lsk auch schon angedeutet hat), ob man bei einer solchen Argumentation nicht schon voraussetzt, dass Jesus nicht Gott ist. Vgl. außerdem mal Joh 20, 28.



„Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott“ (Lukas 18,19).
Und damit sagt ER unter anderem auch, daß ER selber gut ist.

Ein Bestreiten des Umstandes, daß Jesus Christus Gott sein sollte, kann ich aus der Antwort Jesu nicht herauslesen.

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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Dieter hat geschrieben: evangelikaler Quatsch!
Schon klar. Leichter ist es natürlich einfach Sätze aus ihrem Zusammenhang zu reißen!

Dieter
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Dieter »

christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben: evangelikaler Quatsch!
Schon klar. Leichter ist es natürlich einfach Sätze aus ihrem Zusammenhang zu reißen!


Wenn du dich ein paar Kommentare weiter oben von den Protestanten absetzt (z.B. beim Thema Gottesbeweise oder Erfahrung Gottes), kann du andererseits nicht evangelikales Zeug zitieren.

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Raphael hat geschrieben:Da hast Du wohl nicht verstanden, worauf die Frage abzielte! :roll:

Frag 'mal die Mystiker, die es in großer Zahl auch innerhalb der katholischen Kirche gibt und gab, ob "Gott ein Objekt unserer Erfahrung" ist .............
Sorry, aber mit den Mystikern (und mit Deiner Art Fragen zu stellen :pfeif: :blinker: ) kenn ich mich nicht so aus. Hab nur etwas von Theresa von Avila und Johannes vom Kreuz gelesen. Theresa beschreibt ja Mystik als einen Weg in das innere Zimmer einer Burg. Es ist nicht primär ein punktuelles Aufblitzen von Gottes Herrlichkeit oder so, wie man das oft bei Protestanten lesen kann und wie es die Rede von den Gotteserfahrungen suggeriert, sondern ein Weg, auf dem die Glaubenserfahrung rational erschlossen wird. Und bei Johannes ist die Mystik in der dunklen Nacht verortet. Hier gibt es so eine Art Brechung. Das findet man bei Protestanten auch weniger bzw. nicht und das, was oft unter Gotteserfahrung verhandelt wird (protestantische Erfahrungs- und Erlebnisreligiösität, wovor ich warne) ist in der katholischen Mystik eher nicht zu finden. Allerdings lasse ich mich auch gerne eines besseren belehren.
Zuletzt geändert von christian12 am Donnerstag 19. Juli 2012, 12:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Dieter hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben: evangelikaler Quatsch!
Schon klar. Leichter ist es natürlich einfach Sätze aus ihrem Zusammenhang zu reißen!


Wenn du dich ein paar Kommentare weiter oben von den Protestanten absetzt (z.B. beim Thema Gottesbeweise oder Erfahrung Gottes), kann du andererseits nicht evangelikales Zeug zitieren.
Den von mir zitierten Text hätte ein Katholik genauso schreiben können. Fakt bleibt, dass Dein Lukas-Zitat Dein Argument nicht stützt. Das hat auch Raphael klar gemacht...
Raphael hat geschrieben: Und damit sagt ER unter anderem auch, daß ER selber gut ist.

Ein Bestreiten des Umstandes, daß Jesus Christus Gott sein sollte, kann ich aus der Antwort Jesu nicht herauslesen.
....und lsk hat die methodische Vorannahme, die in der These (Dass Jesus sich selbst aufgrund seiner jüdischen Herkunft und Glaubens nicht als Gott verstanden haben kann.) steckt und zu der Du noch nicht Stellung bezogen hast, (zurecht) problematisiert....
lifestylekatholik hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:Und in dem Zusammenhang ist es sehr sehr ungewöhnlich, dass jemand ein Wissen von seiner eigenen Göttlichkeit hat
Das geht aber von der Vorannahme aus, dass Jesus eben nicht Gott sei.

Man kann solche Vorannahmen machen, sollte sie aber möglichst nicht verschweigen, weil sie natürlich bestimmte Ergebnisse von vornherein ausschließen. Wenn meiner Vorannahme ist, dass Jesus nicht Gott ist, kommt natürlich auch bei der weiteren Untersuchung kaum was Sinnvolles raus.

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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von lifestylekatholik »

Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude.
Jesus war Mensch und Gott.
Dieter hat geschrieben:Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen.
Jesus war Mensch und Gott. Insofern war es für ihn keine Blasphemie, sich selbst als Gott zu bezeichnen.

Eine Blasphemie wäre es gewesen, wäre er nicht Gott gewesen.

Woher hast du das Wissen, dass Jesus nicht Gott war, wie es die Kirche, die von ihm eingesetzte Insitution, sicher geführt durch den heiligen Geist, allezeit verkündet hat? Um die Kirche, den Leib Christi, eines so fundamentalen Irrtums zu überführen, bräuchte es schon ziemlich feste Belege. Die einfache Behauptung und persönliches Fühlen dürfen wir übergehen.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Dieter »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude.
Jesus war Mensch und Gott.
Dieter hat geschrieben:Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen.
Jesus war Mensch und Gott. Insofern war es für ihn keine Blasphemie, sich selbst als Gott zu bezeichnen.

Eine Blasphemie wäre es gewesen, wäre er nicht Gott gewesen.

Woher hast du das Wissen, dass Jesus nicht Gott war, wie es die Kirche, die von ihm eingesetzte Insitution, sicher geführt durch den heiligen Geist, allezeit verkündet hat? Um die Kirche, den Leib Christi, eines so fundamentalen Irrtums zu überführen, bräuchte es schon ziemlich feste Belege. Die einfache Behauptung und persönliches Fühlen dürfen wir übergehen.



Die Juden hatten und haben eine solche Erfurcht vor GOTT, dass sie es nicht einmal wagen, seinen Namen auszusprechen.

Hätte damals ein Handwerker aus Nazareth von sich behauptet, er sei GOTT, hätte man ihn gelyncht.

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Dieter hat geschrieben: Hätte damals ein Handwerker aus Nazareth von sich behauptet, er sei GOTT, hätte man ihn gelyncht.
:hae?: Hat man doch. Sorry, das Argument zieht auch nicht.

bogolismus
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von bogolismus »

christian12 hat geschrieben: :hae?: Hat man doch.
Naja, nicht ganz. Das war eine ordentliche staatliche Hinrichtung. Soviel Ordnung haben die Römer schon durchgesetzt.

Raphael

Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Raphael »

Dieter hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Jesus war Jude und dachte und fühlte wie ein Jude.
Jesus war Mensch und Gott.
Dieter hat geschrieben:Für einen Jude wäre es die größte denkbare Blasphemie gewesen, sich selbst als "Gott" zu bezeichnen.
Jesus war Mensch und Gott. Insofern war es für ihn keine Blasphemie, sich selbst als Gott zu bezeichnen.

Eine Blasphemie wäre es gewesen, wäre er nicht Gott gewesen.

Woher hast du das Wissen, dass Jesus nicht Gott war, wie es die Kirche, die von ihm eingesetzte Insitution, sicher geführt durch den heiligen Geist, allezeit verkündet hat? Um die Kirche, den Leib Christi, eines so fundamentalen Irrtums zu überführen, bräuchte es schon ziemlich feste Belege. Die einfache Behauptung und persönliches Fühlen dürfen wir übergehen.



Die Juden hatten und haben eine solche Erfurcht vor GOTT, dass sie es nicht einmal wagen, seinen Namen auszusprechen.

Hätte damals ein Handwerker aus Nazareth von sich behauptet, er sei GOTT, hätte man ihn gelyncht.
Was steht denn in der Hl. Schrift über die Vorwürfe, welche man Jesus vom Sanhedrin aus gemacht hat?

Paulus Minor
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Paulus Minor »

Dieter hat geschrieben:


Die Juden hatten und haben eine solche Erfurcht vor GOTT, dass sie es nicht einmal wagen, seinen Namen auszusprechen.

Hätte damals ein Handwerker aus Nazareth von sich behauptet, er sei GOTT, hätte man ihn gelyncht.
Dafür hat man ihn ja auch hingerichtet!

Matth. 26, 63 - 66: Da sprach der Hohepriester zu ihm: "Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Messias bist, der Sohn Gottes." Jesus sprach zu ihm: "Du hast es gesagt. Indes sage ich euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn sehen, sitzend zur Rechten der Kraft und kommend auf den Wolken des Himmels." Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: "Er hat gelästert. Was brauchen wir noch Zeugen. Siehe, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. Was ist eure Meinung?" Sie aber antworteten: "Er ist des Todes schuldig."

Raphael

Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Raphael »

bogolismus hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben: :hae?: Hat man doch.
Naja, nicht ganz. Das war eine ordentliche staatliche Hinrichtung. Soviel Ordnung haben die Römer schon durchgesetzt.
Pontius Pilatus hat wimre seine Hände in Unschuld gewaschen, weil er mit "der Sache" nichts zu tun haben wollte.

Die staatliche Hinrichtung erfolgte nur, weil die führenden Juden nach dem römischen Besatzungsrecht keine Möglichkeit hatten, selber eine Hinrichtung durchzuführen.

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

@Dieter
Das Argument, dass Jesus sich nicht als Gottmensch verstanden haben kann, weil das seinem jüdischen Glauben widerspricht, setzt die Annahme voraus, dass er nicht der Gottmensch war. Stimmts Du dem zu?

Dieter
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Dieter »

Raphael hat geschrieben:
bogolismus hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben: :hae?: Hat man doch.
Naja, nicht ganz. Das war eine ordentliche staatliche Hinrichtung. Soviel Ordnung haben die Römer schon durchgesetzt.
Pontius Pilatus hat wimre seine Hände in Unschuld gewaschen, weil er mit "der Sache" nichts zu tun haben wollte.

Die staatliche Hinrichtung erfolgte nur, weil die führenden Juden nach dem römischen Besatzungsrecht keine Möglichkeit hatten, selber eine Hinrichtung durchzuführen.


Na ja, solange er über die Dörfer zog, lies man ihn in Ruhe. Erst als er sich in den Kopf gesetzt hatte, Jerusalem zu bekehren, wurde dies als Provokation empfunden, was es ja auch war. Frühere Herrscher zogen bei der Eroberung einer Stadt auf prächtigen Pferden in die Stadt ein, wobei ihnen das Volk zujubelte. Jesus provozierte die Leute, indem er dies nachspielte, aber eben auf einem Esel, sozusagen eine Persiflage.

Dass er auf den Dörfer ungestört predigen durfte, zeigt, dass er zwar das Reich Gottes verkündigte, keineswegs aber den Leuten erzählte, er "sei GOTT".

bogolismus
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von bogolismus »

Raphael hat geschrieben:Die staatliche Hinrichtung erfolgte nur, weil die führenden Juden nach dem römischen Besatzungsrecht keine Möglichkeit hatten, selber eine Hinrichtung durchzuführen.
Eben. Einen Lynchmord hätten sie aber veranstalten können.

Dieter
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Dieter »

christian12 hat geschrieben:@Dieter
Das Argument, dass Jesus sich nicht als Gottmensch verstanden haben kann, weil das seinem jüdischen Glauben widerspricht, setzt die Annahme voraus, dass er nicht der Gottmensch war. Stimmts Du dem zu?


Wenn er es war, so war es ihm mit Sicherheit nicht bewusst, jedenfalls nicht bis zu seinem Tod.

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christian12
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von christian12 »

Dieter hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:@Dieter
Das Argument, dass Jesus sich nicht als Gottmensch verstanden haben kann, weil das seinem jüdischen Glauben widerspricht, setzt die Annahme voraus, dass er nicht der Gottmensch war. Stimmts Du dem zu?


Wenn er es war, so war es ihm mit Sicherheit nicht bewusst, jedenfalls nicht bis zu seinem Tod.
Wenn er es war, ist es völlig abwegig, dass es ihm nicht bewusst war!

Wobei man könnte noch fragen, ob Jesus de facto -mit dem Wissen, dass er als Gott Sohn hatte- nicht unmoralisch gehandelt hat. Er hätte ja dieses Wissen zum Lösen aller nur erdenklichen Probleme auf der Welt (Hunger- und Krankheitsbekämpfung etc) einsetzten können und folglich auch müssen. Aber vielleicht hat er das ja; nur nicht auf die Art, wie wir es erwarten würden.

Dieter
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Dieter »

christian12 hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
christian12 hat geschrieben:@Dieter
Das Argument, dass Jesus sich nicht als Gottmensch verstanden haben kann, weil das seinem jüdischen Glauben widerspricht, setzt die Annahme voraus, dass er nicht der Gottmensch war. Stimmts Du dem zu?


Wenn er es war, so war es ihm mit Sicherheit nicht bewusst, jedenfalls nicht bis zu seinem Tod.
Wenn er es war, ist es völlig abwegig, dass es ihm nicht bewusst war!

Warum? Er war VOLL Mensch - ganz und gar. Und ein Mensch kann nur das wissen, was andere Menschen auch wissen - mehr nicht.

Theologisch betrachtet war er KEIN Zwitterwesen - halb Gott, halb Mensch! Er war 100 % Mensch und -wie viele glauben- 100% Gott.

Als 100%iger Mensch konnte er vieles nicht wissen.

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Nassos
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Re: Hat Jesus sich selbst als Sohn Gottes verstanden?

Beitrag von Nassos »

man ließ Ihn in Ruhe, weil die Zeit nicht gekommen war.

Und ich würde auf lifestyle hören! Das ergänzt meinen nicht gelesenen Beitrag.

Herzlichst,
Nassos
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