Das Ende des Kapitalismus

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Benedikt
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Das Ende des Kapitalismus

Beitrag von Benedikt » Freitag 8. November 2019, 16:59

Juergen hat geschrieben:
Freitag 8. November 2019, 13:04
NZZ:
Von wegen nur Umweltschutz: In Wahrheit kämpfen die führenden deutschen Klimaaktivistinnen gegen Kapitalismus und Marktwirtschaft

Carola Rackete und Luisa Neubauer sind die bekanntesten Köpfe der deutschen Klimaschutzbewegung. Beide haben kürzlich Bücher zum Thema vorgelegt. Die Lektüre lohnt sich – vor allem für Eltern, deren Kinder demonstrieren. Wie radikal diese Autorinnen sind, dürfte den wenigsten bewusst sein.

Der deutsche Verfassungsschutz wird grundsätzlich aufmerksam, wenn eine Personengruppe die Existenz der Republik und deren Rechtssystem ablehnt, oder auch, wenn demokratisch gewählten Repräsentanten der Republik von einer solchen Gruppe die Legitimation abgesprochen wird. So weit, so rechtsstaatlich, nur: Die Anhänger einer spezifischen Gruppe sind von solch kritischer Aufmerksamkeit bis jetzt nicht betroffen. Denn im Namen des Klimaschutzes ist per se im Namen der Wahrheit ist im Namen des Guten – eine Mär, die gefährliche Züge annimmt.


Hierin liegt das Kern- und Totschlagargument, mit dem die Alternativlosigkeit der Forderungen gerechtfertigt werden soll: Dem moralisch Guten kann und darf man nicht widersprechen. Es gibt nur noch gut oder böse, Klimaschutz oder Kapitalismus, gerecht oder ungerecht. Dabei ignorieren die schreibenden Aktivistinnen, dass auf dieser Grundlage überhaupt keine Diskussion mehr möglich ist. Ihre mangelnde Bereitschaft, auch andere Lösungen als die ihren anzuerkennen, macht sie unfähig, mehr als das zu repräsentieren, was sie selbst sind: wohlstandsverwahrloste Neomarxisten.
1. Der Kapitalismus ist nicht in unserer Verfassung verankert, somit interessiert das den Verfassungsschutz die Bohne.
2. Der Kapitalismus ist im 21. Jahrhundert am Ende. Global operierende haftungsbefreite Großkonzerne, die morden, Raubbau betreiben, überwachen und ausbeuten, sind zu zerschlagen, das ungerechte Rechtssystem, welches diese Verbrechen ermöglicht, umzubauen.
3. Kapitalismus ist die Antithese zur freien Marktwirtschaft. Der Kapitalismus ist korrupt und korrumpiert, er zerstört den freien Markt.
4. Der Kapitalismus wurde ermöglicht durch die Einführung der Haftungsbeschränkung und der juristischen Rechtspersönlichkeit im 19. Jahrhundert. Die Kombination dieser beiden Rechtsinstrumente sorgte dafür, daß Unternehmen die Risiken ihren Verbrechen einpreisten.
5. Nötig ist ein Wirtschaftssystem, in dem Aufrichtigkeit und Fürsorge nicht bestraft werden. Statt Großkonzernen also Genossenschaften, Einzelunternehmen, inhabergeführte Fabriken, etc.

So wie es sich momentan entwickelt, ist es nicht gut. Der Kapitalismus hat sein Ende erreicht oder er wird sich sein Ende bereiten.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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ar26
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Re: Das Ende des Kapitalismus

Beitrag von ar26 » Samstag 9. November 2019, 23:48

Benedikt hat geschrieben:
Freitag 8. November 2019, 16:59
Juergen hat geschrieben:
Freitag 8. November 2019, 13:04
NZZ:
Von wegen nur Umweltschutz: In Wahrheit kämpfen die führenden deutschen Klimaaktivistinnen gegen Kapitalismus und Marktwirtschaft

Carola Rackete und Luisa Neubauer sind die bekanntesten Köpfe der deutschen Klimaschutzbewegung. Beide haben kürzlich Bücher zum Thema vorgelegt. Die Lektüre lohnt sich – vor allem für Eltern, deren Kinder demonstrieren. Wie radikal diese Autorinnen sind, dürfte den wenigsten bewusst sein.

Der deutsche Verfassungsschutz wird grundsätzlich aufmerksam, wenn eine Personengruppe die Existenz der Republik und deren Rechtssystem ablehnt, oder auch, wenn demokratisch gewählten Repräsentanten der Republik von einer solchen Gruppe die Legitimation abgesprochen wird. So weit, so rechtsstaatlich, nur: Die Anhänger einer spezifischen Gruppe sind von solch kritischer Aufmerksamkeit bis jetzt nicht betroffen. Denn im Namen des Klimaschutzes ist per se im Namen der Wahrheit ist im Namen des Guten – eine Mär, die gefährliche Züge annimmt.


Hierin liegt das Kern- und Totschlagargument, mit dem die Alternativlosigkeit der Forderungen gerechtfertigt werden soll: Dem moralisch Guten kann und darf man nicht widersprechen. Es gibt nur noch gut oder böse, Klimaschutz oder Kapitalismus, gerecht oder ungerecht. Dabei ignorieren die schreibenden Aktivistinnen, dass auf dieser Grundlage überhaupt keine Diskussion mehr möglich ist. Ihre mangelnde Bereitschaft, auch andere Lösungen als die ihren anzuerkennen, macht sie unfähig, mehr als das zu repräsentieren, was sie selbst sind: wohlstandsverwahrloste Neomarxisten.
1. Der Kapitalismus ist nicht in unserer Verfassung verankert, somit interessiert das den Verfassungsschutz die Bohne.
2. Der Kapitalismus ist im 21. Jahrhundert am Ende. Global operierende haftungsbefreite Großkonzerne, die morden, Raubbau betreiben, überwachen und ausbeuten, sind zu zerschlagen, das ungerechte Rechtssystem, welches diese Verbrechen ermöglicht, umzubauen.
3. Kapitalismus ist die Antithese zur freien Marktwirtschaft. Der Kapitalismus ist korrupt und korrumpiert, er zerstört den freien Markt.
4. Der Kapitalismus wurde ermöglicht durch die Einführung der Haftungsbeschränkung und der juristischen Rechtspersönlichkeit im 19. Jahrhundert. Die Kombination dieser beiden Rechtsinstrumente sorgte dafür, daß Unternehmen die Risiken ihren Verbrechen einpreisten.
5. Nötig ist ein Wirtschaftssystem, in dem Aufrichtigkeit und Fürsorge nicht bestraft werden. Statt Großkonzernen also Genossenschaften, Einzelunternehmen, inhabergeführte Fabriken, etc.

So wie es sich momentan entwickelt, ist es nicht gut. Der Kapitalismus hat sein Ende erreicht oder er wird sich sein Ende bereiten.
Ad 1. Das wird zwar gern so behauptet, stimmt aber eigentlich nicht. Denn es wird das Eigentum garantiert (Art. 14 GG) und zwar auch für die hier gescholtenen juristischen Personen (Art. 19 Abs. 3 GG). "Zerschlagt Daimler" wäre daher verfassungswidrig.

Ad 2. Selbst wenn man unterstellt, dass diese Einschätzung zutrifft, so sehe ich nicht, dass dieses Wirtschaftsmodell am Ende ist. Es scheint für viele attraktiver denn je.

Ad 3. Für eine bestimmte Form des Kapitalismus trifft das zweifellos zu. Warum? Siehe ad 4.

Ad 4. Nein. Die haftungslose juristische Person gibt es nicht. Jedenfalls nicht, wo es ein Insolvenzrecht gibt. Die Gesellschafter/Aktionäre verlieren in diesem Fall als Geldgeber ihre Ansprüche, die Geschäftsführer und Vorstande haften sehr wohl persönlich.

Die Wahrheit müsste doch lauten: It's the money, stupid! Das Großkapital in seiner heutigen Form existiert doch nur, weil Geld nix wert ist. Das wiederum ist eine Folge der Änderung des Weltfinanzsystems im 20. Jahrhunderts hin zum fiat money.

Ad 5. Schöne Idee. Bin persönlich ein großer Fan des Distributismus. Hoffe, Du hast Bellocs "The servile state" gelesen. Problematisch sehe ich aber zwei Dinge. Zum einen müsstest Du eine Rückkehr des Finanzssystems zum Goldstandard erzwingen, zum anderen aus piefiken Angestellten von Großkonzernen Unternehmer, die jeden Tag für ihr eigenes Schicksal alle Sorge tragen wollen.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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