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Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 12:20
von kabelkeber
Hallo!

Am 1.1.2020 ist es ja soweit.
Aus über 800 Pfarreien werden 35 Großpfarreien, im Grunde die bisherigen Dekanate, mit leichten Gebietsverschiebungen.
Interessant sind ja die Ansätze, die verfolgt werden, um aus allem ein Erfolgsmodell zu machen:

- wesentlich mehr "nichteucharistische Gottesdienstformen"
- Gottesdienste zu "ungewöhnlichen Zeiten"
- neue Gottesdienstformen
- Angebote für "Wiederverheiratete und gleichgeschlechtliche Lebensformen"
- wesentlich mehr Laienpredigten
- Laien beerdigen in Zukunft

Derzeit herrscht eine rege Diskussion ums Vermögen, denn durch die Schaffung neuer Kirchengemeinden fallen die alten ja als juristische Person weg, Kontoinhaber werden somit neu besetzt werden müssen.
Angeblich soll ja nichts "zusammengezogen" werden, man rät aber gleichzeitig, um weiterhin "gezielt Geld einsetzen zu können", Fördervereine und Stiftungen zu gründen.

Der Raubbau beginnt.
Willkommen in der deutsch-katholischen Kirche

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 12:44
von Raphael
kabelkeber hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 12:20
- Laien beerdigen in Zukunft
Da hab' ich doch jetzt glatt
Laien beerdigen die Zukunft
gelesen! :tuete:

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 13:55
von Herr v. Liliencron
Es muss heißen: Laien beerdigen DIE Zukunft...

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 16:43
von TeDeum
Einfach nur traurig ..

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 17:58
von kabelkeber

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 19:58
von martin v. tours
Wenn ich das alles lese frage ich mich wirklich : quo vadis, katholische in Kirche in Deutschland (eigentlich zumindest Europaweit)?
Was soll das werden?
Eine Mischung aus Amnesty International, Greenpeace und irgendeiner X-beliebigen Sozialorganisation mit etwas sakralem Zuckerguss?

Wenn DAS der Weg der Kirche in die Zukunft sein soll, wird sie ihn ohne mich gehen müssen. Aber eigentlich will ich nicht weg.
Was tun?
Ich werde immer ratloser...

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 22:20
von holzi
martin v. tours hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 19:58
Wenn ich das alles lese frage ich mich wirklich : quo vadis, katholische in Kirche in Deutschland (eigentlich zumindest Europaweit)?
Was soll das werden?
Eine Mischung aus Amnesty International, Greenpeace und irgendeiner X-beliebigen Sozialorganisation mit etwas sakralem Zuckerguss?

Wenn DAS der Weg der Kirche in die Zukunft sein soll, wird sie ihn ohne mich gehen müssen. Aber eigentlich will ich nicht weg.
Was tun?
Ich werde immer ratloser...
Irgendwie geht's mir ähnlich. Aber nicht einmal die Orthodoxie ist momentan recht anziehend in ihrer Zerstrittenheit. :(

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 22:45
von Lycobates
holzi hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 22:20
martin v. tours hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 19:58
Wenn ich das alles lese frage ich mich wirklich : quo vadis, katholische in Kirche in Deutschland (eigentlich zumindest Europaweit)?
Was soll das werden?
Eine Mischung aus Amnesty International, Greenpeace und irgendeiner X-beliebigen Sozialorganisation mit etwas sakralem Zuckerguss?

Wenn DAS der Weg der Kirche in die Zukunft sein soll, wird sie ihn ohne mich gehen müssen. Aber eigentlich will ich nicht weg.
Was tun?
Ich werde immer ratloser...
Irgendwie geht's mir ähnlich. Aber nicht einmal die Orthodoxie ist momentan recht anziehend in ihrer Zerstrittenheit. :(
Laßt die Toten die Toten begraben.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 23:14
von holzi
Lycobates hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 22:45
Laßt die Toten die Toten begraben.
ich weiß schon: Soll'n die machen was sie wollen, ich bleib einfach katholisch.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 23:29
von Lycobates
holzi hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 23:14
Lycobates hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 22:45
Laßt die Toten die Toten begraben.
ich weiß schon: Soll'n die machen was sie wollen, ich bleib einfach katholisch.
Schon richtig, aber man hüte sich vor fremden Sünden!
Dazu: Offb. 18, 4-6.
Miscete illi duplum!

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Montag 3. Dezember 2018, 23:43
von Lycobates
holzi hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 22:20
martin v. tours hat geschrieben:
Montag 3. Dezember 2018, 19:58
Wenn ich das alles lese frage ich mich wirklich : quo vadis, katholische in Kirche in Deutschland (eigentlich zumindest Europaweit)?
Was soll das werden?
Eine Mischung aus Amnesty International, Greenpeace und irgendeiner X-beliebigen Sozialorganisation mit etwas sakralem Zuckerguss?

Wenn DAS der Weg der Kirche in die Zukunft sein soll, wird sie ihn ohne mich gehen müssen. Aber eigentlich will ich nicht weg.
Was tun?
Ich werde immer ratloser...
Irgendwie geht's mir ähnlich. Aber nicht einmal die Orthodoxie ist momentan recht anziehend in ihrer Zerstrittenheit. :(
Die „Orthodoxie“, d.h. der Photianismus, ist vor allem häretisch und schismatisch.
Da käme man nur vom sauren Regen in die goldbestickte Traufe.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2018, 08:07
von kabelkeber
Das Traurige ist ja, daß man das Thema Kirchenmusik bislang ausgeklammert hat.
2019 bildet sich eine neue Arbeitsgruppe, die dann festlegt, wie es mit der Kirchenmusik und den dazu angestellten Akteuren weitergeht.
Wer in all den Pamphleten zwischen den Zeilen lesen kann, liest richtig.

Es geht primär um eines: Kosten runter, Schulden minimieren.
Dazu gehört auch das Herumreiten auf Laiendiensten und Ehrenamt, die sind nämlich günstiger und passen in das theologische Modell, das man seit 30 Jahren nie durchdrücken konnte.

Für mich als Kirchenmusiker ist mir meine Kirche fremd geworden.

Mit Kirche Christi hat das so viel zu tun wie das C in CDU mit christlich

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2018, 08:25
von Herr v. Liliencron
Ich weiß sicher, daß auch Leute wie Prof. em. Dr. Andreas Heinz diese ganze Strukturreform äußerst kritisch sehen!

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2018, 10:26
von Niels
Stimmt.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2018, 10:39
von CIC_Fan
Leider erleben fromme Katholiken in dieser Zeit daß der letzte Rest der "Vorkonziliaren Substanz" verbraucht ist und jetzt eben sdie Abwicklung der Konkursmasse stattfindet es bleibt eigentlich für einen wirklichen Katholiken in eines der "traditionalistischen Reservate " zu übersiedeln und in dieser Kunstblase bis zum Ende seiner Tage zu leben

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2018, 13:18
von kabelkeber
Hab heute im GV angerufen, um zu erfahren, was nun Sache ist bzgl. Angestelltenverhältnisse KiMu....
Keiner kann eine Auskunft geben. Was soll man davon halten?
Da wird eine Reform durchgeboxt, vom Bischof höchstpersönlich befohlen... Stichtag steht, aber eine der wesentlichen Fragen bleibt offen....

In puncto Pfarrsekretariate ist man da schon weiter.
Dekanatssekretäre sollen sich neu bewerben müssen, Pfarrsekretäre/innen übernommen oder neu verteilt werden.

Zum Thema Kirchenmusik keinerlei Auskunft.

Das einzige, was sicher ist, ist die Anstellung der Hauptamtlichen samt Bezügen.

Entschuldigt, aber ich finde es zum Kotzen.
Und darüberhinaus: das ist weder katholisch noch christlich. Das ist Bürokratenverhalten vom Feinsten.
Seelsorge ist doch nur noch der Vorwand, um den Laden am Laufen zu halten und Pfründe zu sichern.

Hätte am liebsten Lust auszutreten.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Dienstag 4. Dezember 2018, 13:36
von Herr v. Liliencron
Aber vorher musste man noch den Auwer Altarraum verwüsten. Das findet ebenfalls auch Msgr. Heinz! Der ja aus Auw stammt und dort wohnt. Echte Trierer Diözesanen wissen, was Auw (a.d. Kyll) jahzehntelang bedeutet hat. Pfr. i. R. Eduard Haas wurde übrigens am 22. November 90, ist aber leider schon länger schlecht dran.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Donnerstag 6. Dezember 2018, 21:14
von Petrus
kabelkeber hat geschrieben:
Dienstag 4. Dezember 2018, 13:18
ich finde es zum Kotzen.
ich auch.

:kotz:

hier für Dich das passende smiley, nachgetragen.

btw: aus der Kirche tritt man nicht aus Lust aus, sondern, wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist. ich weiß das. war raus, bin wieder drin - irgendwie weiß ich noch nicht so recht, momentan.

Peter.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Donnerstag 6. Dezember 2018, 22:51
von Maternus87
Bei der "Reform" des Bistums Trier fällt auf, dass keinerlei Rücksicht auf die Belange der Gläubigen genommen wurde. "Klerikalismus" in Reinkultur.

Die Zerschlagung der örtlichen Strukturen mit ihren Kirchenvorständen, wird der Trierer Ortskirche massiv die Basis wegsprengen, die gerade in schweren Zeiten Stabilität garantieren. Es ist eine Reform ganz nach dem Gusto der hauptamtlichen Kräfte im Ordinariat.

Es ist sicher so, dass das Bistum seine Pfarreistruktur reformieren muss, um bspw. im Bistum Speyer sieht man, dass es eben auch kleinteilig geht. DAs Bistum schadet sich massiv, gerade im Hinblick auf die fragilen Aussichten hinsichtlich Kirchensteuer und über kurz oder lang auch bezüglich des Staatskirchenrechts, das bei weitem nicht so stabil ist, wie man offenbar in den bischöflichen Behörden glaubt.

Meine Vermutung ist, dass man in einigen Jahren versuchen wird, die Reform teilweise rückgängig zu machen, sofern das dann überhaupt möglich sein wird - und zwar unter bedeutend unvorteilhafteren Bedingungen.

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Freitag 7. Dezember 2018, 09:00
von CIC_Fan
Maternus87 hat geschrieben:
Donnerstag 6. Dezember 2018, 22:51
Bei der "Reform" des Bistums Trier fällt auf, dass keinerlei Rücksicht auf die Belange der Gläubigen genommen wurde. "Klerikalismus" in Reinkultur.

Die Zerschlagung der örtlichen Strukturen mit ihren Kirchenvorständen, wird der Trierer Ortskirche massiv die Basis wegsprengen, die gerade in schweren Zeiten Stabilität garantieren. Es ist eine Reform ganz nach dem Gusto der hauptamtlichen Kräfte im Ordinariat.

Es ist sicher so, dass das Bistum seine Pfarreistruktur reformieren muss, um bspw. im Bistum Speyer sieht man, dass es eben auch kleinteilig geht. DAs Bistum schadet sich massiv, gerade im Hinblick auf die fragilen Aussichten hinsichtlich Kirchensteuer und über kurz oder lang auch bezüglich des Staatskirchenrechts, das bei weitem nicht so stabil ist, wie man offenbar in den bischöflichen Behörden glaubt.

Meine Vermutung ist, dass man in einigen Jahren versuchen wird, die Reform teilweise rückgängig zu machen, sofern das dann überhaupt möglich sein wird - und zwar unter bedeutend unvorteilhafteren Bedingungen.
ich denke es ist wie bei jeder Konkursabwicklung in ein paar Jahren war es das ohnehin

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Freitag 7. Dezember 2018, 18:22
von martin v. tours
Eigentlich hörst Du dich an wie ein alter Kommunist in der Sowjetunion Anfang der 80er Jahre der über die Zukunft der Kirche in Russland faselt.
Für stupide Lineardenker war damals das Schicksal der Kirche in Russland auch besiegelt.
Aber dann kam der "schwarze Schwan", der Zusammenbruch des menschengemachten Paradieses auf Erden...

Man sollte die Rechnung nie ohne den Wirt (Gott) machen.
Aber das wird dir wohl ziemlich Wurscht sein 8)

Re: Strukturreform Bistum Trier

Verfasst: Freitag 7. Dezember 2018, 21:09
von Lycobates
martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 7. Dezember 2018, 18:22
Man sollte die Rechnung nie ohne den Wirt (Gott) machen.
Das ist schon grundsätzlich richtig.
Für die Konzilskirche, die seit 1965 ihre eigenen Wege geht, kann man aber den Herrgott nicht bemühen.
Es stimmt hier das Wort Konkursabwicklung.
Der Hohepriester sagte ja, Apg. 5,38: si est ex hominibus consilium hoc aut opus dissolvetur. Wenn es Menschenwerk ist, wird es vergehen, wenn es von Gott ist, wird es Bestand haben.
Die Konzilskirche ist per definitionem ein Menschenwerk, sie zelebriert ja von Tag zu Tag, nicht die immaculata hostia und den calix salutaris, sondern das 1969 selbst erfundene opus manuum hominum.
Und nach über 50 Jahren des Neuen Pfingsten wird immer klarer: hoc opus dissolvitur.