Bob: "Ja - allerdings (und das bitte ich nicht zu übersehen) als 'wunderbarste und großartigste' Idee, die aus dem menschlichen Geist entstehen konnte (...) ...
Raphael: "Solange man in dieser Grundfrage (was ist "GOTT") keinen Konsens gefunden hat, bleibt das Gespräch 'jenseits von Gut und Böse' ...
Bob: Immerhin - für Sie scheine ich nicht "das Böse" zu sein.

Ich wage mir darum annehmen zu dürfen, dass nicht nur katholische Christen mehr oder weniger "gute", zumindest "bemühte" Menschen sein können ...
Raphael: "(...) Die endgültige 'Wahrheit' ist die Offenbarung, die uns im 'menschgewordenen Gott' Jesus Christus offenbart worden ist ...
Bob: Es ist wohl Schönheit und ständige "Prüfung" zugleich, wenn man daran glaubt ...
Raphael: "Der Neue Bund wird bestehen bis zu SEINER Wiederkehr!
Bob: Hoffentlich wird er dann auch als "Messias" erkannt - und kommt nicht daher wie ein lächelnder "Buddhist", in orangefarbener Kutte ...
Bob: "..., oder man lebt glücklicherweise in einer Gemeinschaft mit Menschen zusammen, die tatsächlich dem Irdischen teilweise oder gänzlich entsagt haben. Etwa mit Mönchen, die schon weitgehend 'transzendiert' - also 'vergeistigt' eine göttliche "Kultur" leben. Solche Menschen würde ich gerne mal kennen lernen - und sie hätten meinen allertiefsten Respekt. Ich nehme mal an, dass diese mir lächelnd zuhören würden - ohne sich zu 'ereifern', wenn ein 'Barabbas' zweifelt ...
Raphael: "Im Internet wird dieses Kennenlernen schwerlich gelingen. Das geht nur auf persönlicher Ebene, von Mensch zu Mensch!
Bob: "Ja - das meine ich auch ... schade aber, dass Sie mich zu kategorisieren versuchen - das wird Ihnen nicht gelingen: Sie können sich nämlich lediglich IHR Bild von mir machen - und 'ganzheitlicher' wäre dies auf jeden Fall nur im nichtvirtuellen, dem 'real life' möglich ...
Raphael: "Warum sollte mir das nicht gelingen? Weil Du 'Kategorien' a priori ablehnst?
Bob: Wenn diese "unfrei" machen, eindeutig JA! Was meinen Sie, warum Jesus Christus vierzig Tage in der Wüste war?
Ich verstehe das so: Indem er dort GOTT erfuhr (wie übrigens alle Propheten, die im Nahen Orient wirkten, auch Mohammed), löste er sich von der menschlichen Anmaßung, andere Menschen "kategorisieren" zu wollen. Des Jesu "Maß" transzendierte ins "Göttliche", aus der Begegnung mit IHM wurde die Mission der Liebe, das dem Menschen Zugewandte - trotz und gerade wegen dessen Unvollkommenheiten ...
Raphael: "Das 'kategorienfreie' Denken demonstriert Pierre bereits hier im Forum ...
Bob: Ich verweise hier auf den von mir eröffneten Themenvorschlag im Thread "Feindbilder". Wirklich in ihrem Glauben "gefestigte" Christen sollten da doch nur "milde lächeln" - oder?
Raphael: "Er (Pierre) schreibt viel, und ist auch immer nett (außer, wenn man ihm zu heftig am Schurz zieht!) - aber man kommt bei einer Debatte mit ihm nie 'auf einen grünen Zweig' ...
Bob: Kann es sein, dass das daran liegt, dass Sie unter "grüner Zweig" auschließlich (von der Bedeutung her) jene katholische "Wohltaten" meinen, die dem Jesus als Palmwedel zufächelten?
Ihre "Zielvorgaben", lieber Raphael, an denen Sie Sinn und Qualität eines Gedankenaustausches messen, scheinen mir zu "konkret", als dass sie "integrierend" wirken - sie bauen kaum Brücken, lassen zu wenig Raum für den wirklich "freien" Entschluss, sich Ihrer Kirche und deren Menschen anzuvertrauen - bei allem Vorbehalt; kennen wir uns doch kaum ...
Bob hatte geschrieben: "Die Öffnung für eine noch nie 'homogene' Welt, in der katholischer Glauben mit anderen spirituellen "Entwürfen" positiv 'konkurriert' ...
Raphael: "Um diesen Sprachgebrauch aufzugreifen: Die Welt war 'homogen'. Diesen Zustand nennen wir Christen 'paradiesisch' ...
Bob: Wie könnte ich das mit dem existenziellen "Gesetz" in Einklang bringen, dass Leben IMMER das "Opfer", den Tod des dafür sterbenden Lebens braucht, ob Tier oder Pflanze? Es gibt nur sinnlose und sinnvolle "Opfer" - und für der Menschen Gotterkenntnis, also deren spiritueller Hinwendung zum sublimierenden, das Irdische relativierenden Transzendentalen, hat sich sogar Jesus von Nazareth "geopfert" ...
Raphael: "Gott sandte seinen Sohn um diesen (paradiesischen) Zustand wiederherzustellen. Dazu nimmt ER sich alle Zeit der Welt!
Bob: Manchmal wünschte man sich, es ginge etwas schneller ...
Raphael: "'Wer' setzte die Evolution in Gang?
Bob: Einige Religionen, insbesondere der Hinduismus, der Buddhismus und der Taoismus (und vielleicht auch der Konfuzianismus) haben aus ihrem Selbstverständnis heraus erklärt, sie stünden nicht im Widerspruch mit der Wissenschaft, insbesondere auf dem Gebiet des Ursprungs der Schöpfung und der Art und Weise, wie sie geschehen sei.
Der Hinduismus ist mit dem Evolutionsgedanken völlig vereinbar - obwohl er unterstellt, dass die Schöpfung am Beginn jedes Zyklus' von "Schöpfung-Erhaltung-Auflösung" aus einer Urmaterie entsteht.
Diese Religionen gehen mit der Wissenschaft auch bezüglich des Alters des Universums konform. Der Hinduismus zum Beispiel würde so ungefähr damit übereinstimmen, dass das Alter des Universums bei einigen Milliarden Jahren liegt. Der Hinduismus hat auch seine eigene Evolutionstheorie, die sich mit der wissenschaftlichen Theorie dadurch vereinbaren lässt, dass die Evolution vom Einfachen hin zum Komplexen und vom Homogenen hin zum Heterogenen gerichtet ist ...
Bob hatte auch geschrieben: "Woraus der Mensch die Kraft bezieht, um diese ihm auferlegte Verantwortung (für Mit- und Umwelt) zu erfüllen, sollte da eigentlich zweitrangig sein - das Wichtigste scheint mir, dass jeder Mensch das Seine aus seinem Leben heraus tun sollte, um diese einmalige Erde zu bewahren, mit all ihren Wundern, sie zu 'verbessern', dem zerstörerischen 'Bösen' die Kraft der Liebe entgegenzu setzen ...
Raphael: "Die Liebe kann niemals 'zweitrangig' sein ...
Bob: Doch mir als Nichtkatholiken scheint es eben "zweitrangig", WORAUS ein Mensch die Kraft bezieht, die Liebe auch zu "leben" - Hauptsache, er lebt sie wirklich, gemessen (für einen "Abendländer" naheliegend) an den Primaten der Bergpredigt. In der es keine "Feindbilder" gibt ...
Raphael: "..., wobei es eine zutiefst christliche Erkenntnis ist, dass die 'Liebe' das 'Böse' besiegt. So ganz folgenlos bleiben die Besuche des 'Heiligen Geistes' offenbar doch nicht ...
Bob: Wird er von Ihnen als solcher nur erkannt, wenn er "katholisch" ist?
Raphael: "Die 'Öffnung zur Welt' - wobei noch zuklären wäre, ob die Kirche nicht schon vorher der Welt offen gegenüberstand, schließlich begann Mission nicht erst mit dem Vaticanum II - kann jedoch nicht zu einer Relativierung der christlichen Botschaft führen. Dies wäre ein grobes Missverständnis der Intentionen der Konzilsväter ...
Bob: Abgesehen davon, dass der "missionarische Befehl" in der Historie auch zu reichlich Selbstgerechtigkeiten und sehr "menschlichem", keinesfalls immer "gottgefälligem", an der Bergpredigt orientiertem Tun verführten, gibt es ja auch innerhalb der katholischen Kirche (und der Christenheit allgemein) einen Diskurs darüber, was davon seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil guten oder weniger guten Einfluss auf das Wirken der Kirche "in die Welt" hinein hatte ...
Schönen Sonntag noch! Bob

"Religions have promised many roses - but you end up with only thorns." (U. G. Krishnamurti)