Wie frei ist der Mensch?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
Bob
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Beitrag von Bob »

Raphael: "Ja - es gibt Philosophen, die sich in aller Bescheidenheit um Erkenntnis bemühen. Die von mir oben genannten Philosophen (Nietzsche, Stirner, Haeckel, Steiner, ...) gehören jedoch nicht zu dieser Gruppe - und sind auch noch stolz darauf ...

Bob fragt: "Ab wann wird deren 'kritische Hinterfragung' zur 'Hybris', zu 'menschlicher Anmaßung', zum Hochmut?

Raphael: "Von 'kritischer Hinterfragung' war in Deinem zuerst genannten Beitrag keine Rede ...

Bob: So wie ich das Wesen von "Philosophie" verstehe, braucht es per se die "kritische Hinterfragung", im Vergleich mit anderen Philosophien und auch im interdisziplinären Kontext.
Es scheint aber zu stimmen, dass der eine Philosoph zu Abwägungs- bzw. Denk-Ergebnissen kommt, die sich von denen anderer sehr unterscheiden. Inwieweit da "wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing'", also persönlicher Opportunismus Relevanz hat, kann man nur vermuten - es gibt eben unterschiedliche Loyalitäten. Ohne das jetzt bewerten zu wollen ...

Raphael: "Wieso der katholische Glaube zu seiner Einschätzung des Menschen als Geschöpf kommt, wird in der Fundamental-Theologie erörtert. Dort werden auch kritische Fragen angesprochen ...

Bob: Ist dieser Diskurs einem exklusiven "inner circle" von Theologen vorbehalten, oder wird er auch in die "Gemeinde" getragen? Wird er zur "Ökumene"? Folgt er den Neu- und Umgewichtungen des Zweiten Vatikanischen Konzils?


Heute ist hier ein wirklich schöner Frühlingstag - werde wohl später einen erfrischenden Spaziergang machen, über Felder und Wiesen zum nahen Wald; mal seh'n, welche Blumen und Kräuter jetzt schon wachsen, vielleicht Huflattich, die Blüten ...



Bob ;)
"Religions have promised many roses - but you end up with only thorns." (U. G. Krishnamurti)

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pierre10
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Beitrag von pierre10 »

Die Freiheit, die ich meine....

ist z.B. das Zusammenleben mit Tieren, domestiziert wie Pferde, Esel, Hunde und Katzen, aber auch mir den "wilden" Tieren, die bei uns eine Zuflucht finden. Dazu gehören Igel, Ringeltauben, Haselmäuse (nicht so ideal, wenn sie ins Haus kommen) Wildenten auf dem Weiher, jetzt kommen bald die Teichhühner, und herrlich, eine Brut Käuzchen, die bereits fliegen können. Und hin und wieder kommt die Nachtigall.

Deren Freiheit ist es zu uns zu kommen, meine Freiheit ist sie zu akzeptieren, auch wenn es manchmal stört und in der Nacht laut sein kann. Und die "Nichtwilden" zu pflegen und zu versorgen. Meine Freiheit ist auch in allen Gottes Geschöpfe zu sehen und so gut es geht ihnen Dienste zu leisten.

Pierre
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Bob
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Beitrag von Bob »

Begegnungen im Frühling ...

... mit einem Eichhörnchen:

EICHHÖRN, SPRING
NUR WEITER
FROH VON AST ZU AST -
BRAUCHST AUCH
KEINE KLEIDER,
IMMER WÄRM DU`S HAST. ;D

ICH BIN EIN MENSCH
UND DU EIN HÖRN -
DER WINTER IST VORBEI.
ICH FREU' MICH,
DASS DU NAHE BIST,
UND SO ZART UND FREI. :)


... mit einer Hummel:

DIE HUMMEL
SELBSTVERGESSEN
BRUMMT
UND FINDET NEKTAR GELB.
DIE BLÜTE DANKT
ERLEICHTERT:
J A - WIE SCHÖN IST
DOCH DIE WELT! 8)


von Bob ;)
Zuletzt geändert von Bob am Freitag 2. Mai 2008, 16:35, insgesamt 1-mal geändert.
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pierre10
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Beitrag von pierre10 »

Danke, Bob.

Pierre :)
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Raphael

Beitrag von Raphael »

Bob hat geschrieben:So wie ich das Wesen von "Philosophie" verstehe, braucht es per se die "kritische Hinterfragung", im Vergleich mit anderen Philosophien und auch im interdisziplinären Kontext.
Es scheint aber zu stimmen, dass der eine Philosoph zu Abwägungs- bzw. Denk-Ergebnissen kommt, die sich von denen anderer sehr unterscheiden. Inwieweit da "wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing'", also persönlicher Opportunismus Relevanz hat, kann man nur vermuten - es gibt eben unterschiedliche Loyalitäten. Ohne das jetzt bewerten zu wollen ...
Noch einmal: Du veränderst die Ausgangssituation des Gespräches!
Zunächst hattest Du Gott als eine "Idee" des Menschen bezeichnet. Jetzt redest Du über kritische Hinterfragungen, die die Philosophie zu leisten hat. Belege doch erst einmal Deine Ausgangsthese. Dann können wir über die Aufgaben der Philosophie reden ............


Warum wird dann auch noch en passant die Behauptung aufgestellt, das diejenigen, welche nicht davon ausgehen, Gott sei eine "Idee" des Menschen, würden dies aus persönlichem Opportunismus tun? Nur eine kleine Gemeinheit am Rande? :roll:
Bob hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Wieso der katholische Glaube zu seiner Einschätzung des Menschen als Geschöpf kommt, wird in der Fundamental-Theologie erörtert. Dort werden auch kritische Fragen angesprochen ...
Ist dieser Diskurs einem exklusiven "inner circle" von Theologen vorbehalten, oder wird er auch in die "Gemeinde" getragen?
Welche Zugangsvoraussetzungen für ein Studium der katholischen Theologie zu erbringen sind, ist eine allgemein zugängliche Information. Von "inner circle" kann also nicht die Rede sein. Zum Thema "inner circle" solltest Du eher Deinen "Bruder im Geiste" Pierre befragen ...................

Zum Diskurs in die Gemeinde: Ja, auch dort wird geglaubt, daß Gott die Menschen erschaffen hat!
Bob hat geschrieben:Wird er zur "Ökumene"? Folgt er den Neu- und Umgewichtungen des Zweiten Vatikanischen Konzils?
Was soll zur Ökumene werden?
Daß der Mensch ein Geschöpf Gottes ist?
Darin sind sich die Kirche und alle christlichen Gemeinschaften einig.

Welche Relevanz hat das Vaticanum II für Dich als Freidenker?
Bob hat geschrieben:Heute ist hier ein wirklich schöner Frühlingstag - werde wohl später einen erfrischenden Spaziergang machen, über Felder und Wiesen zum nahen Wald; mal seh'n, welche Blumen und Kräuter jetzt schon wachsen, vielleicht Huflattich, die Blüten ...
Wieso verbringst Du dann diesen schönen Frühlingstag - zumindest teilweise - vor einem öden PC?

Bob
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Beitrag von Bob »

Raphael: "Du veränderst die Ausgangssituation des Gespräches! Zunächst hattest Du Gott als eine 'Idee des Menschen' bezeichnet ...

Bob: Ja - allerdings (und das bitte ich nicht zu übersehen) als "wunderbarste und großartigste" Idee, die aus dem menschlichen Geist entstehen konnte. Denn ich möchte und darf keinesfalls das ebenso für mich "Allergrößte" relativieren - auch wenn ich "Gott" mehr aus meiner philosophischen Denke heraus zu verstehen versuche. Und weniger aus der Sichtweise eines reliösen und mit seiner Kirche als "mystischen Leib Jesu" verbundenen Menschen. Das hatte ich schon in meinem ersten Beitrag im Thread "Feindbilder" geschrieben ...

Raphael: "Jetzt redest Du über 'kritische Hinterfragungen', die die Philosophie zu leisten hat. Belege doch erst einmal Deine Ausgangsthese. Dann können wir über die Aufgaben der Philosophie reden ...

Bob: Ich würde nie behaupten dürfen, im Besitz einer für alle Menschen und das große Ganze gültigen "Wahrheit" zu sein. Sie könnten sich ja auch vorstellen, ich sei eben ein "Zweifler" - und die mochte Jesus doch auch! Oder?

Raphael: "Warum wird dann auch noch 'en passant' die Behauptung aufgestellt, dass diejenigen, welche nicht davon ausgehen, Gott sei eine 'Idee" des Menschen', würden dies aus persönlichem Opportunismus tun? Nur eine kleine Gemeinheit am Rande?

Bob: Erstens habe ich das nicht "generell behauptet", sondern diesen "persönlichen Opportunismus" als eines der möglichen Motive verstanden wissen wollen - bei aller Zurückhaltung, wie man nachlesen kann.
Und wer die Menschen kennt, der weiß, dass der Opportunismus sehr wohl ein relevantes Merkmal des Menschlichen sein kann. Wer das bestreitet, ist entweder weltfremd - oder er lebt glücklicherweise in einer Gemeinschaft mit Menschen zusammen, die tatsächlich dem Irdischen teilweise oder gänzlich entsagt haben. Etwa zusammen mit Mönchen, die schon weitgehend "transzendiert" - also "vergeistigt" eine göttliche "Kultur" leben.
Solche Menschen würde ich gerne mal kennen lernen - und sie hätten meinen allertiefsten Respekt. Ich nehme mal an, dass diese mir lächelnd zuhören würden - ohne sich zu "ereifern", wenn ein "Barabbas" zweifelt ...

Raphael schrieb auch: "Wieso der katholische Glaube zu seiner Einschätzung des Menschen als Geschöpf kommt, wird in der Fundamental-Theologie erörtert. Dort werden auch kritische Fragen angesprochen ...

Bob fragte ihn darum: "Ist dieser Diskurs einem exklusiven 'inner circle' von Theologen vorbehalten, oder wird er auch in die 'Gemeinde' getragen?

Raphael antwortet: "Welche Zugangsvoraussetzungen für ein Studium der katholischen Theologie zu erbringen sind, ist eine allgemein zugängliche Information. Von 'inner circle' kann also nicht die Rede sein. Zum Thema 'inner circle' solltest Du eher Deinen 'Bruder im Geiste' Pierre befragen ...

Bob: Schade, dass Sie mich zu kategorisieren versuchen - das wird Ihnen nicht gelingen: Sie können sich nämlich lediglich IHR Bild von mir machen - und "ganzheitlicher" wäre dies auf jeden Fall nur im nichtvirtuellen, dem "real life" möglich ...

Raphael schreibt "zum Diskurs in die Gemeinde": "Ja, auch dort wird geglaubt, daß Gott die Menschen erschaffen hat!

Bob: Solange das nicht dazu verleitet zu meinen, es gäbe "wertvolle" und "weniger wertvolle" Menschen, kann ich das ungefragt respektieren. Erst recht weil ich weiß, dass es innerhalb der christlichen Kirchen (nur im "inner circle"?) gerade erst jüngst wieder offenbarte Überlegungen gibt, wie man den scheinbaren Gegensatz von "Evolution" und "Schöpfung" miteinander vereinbaren kann, zu einer "Synthese" unterschiedlicher Sichtweisen führt.
Und wenn man weiß, dass sogar das ins Universum hinein denkende Genie Albert Einstein zuletzt einen "schöpferischen und entscheidenden Impuls" mit Gott in Verbindung brachte, steht es mir nicht zu, die Existenz eines "Schöpfers" zu bezweifeln - ob mehr aus philosophischer" oder mehr aus "religiöser" Perspektive ...

Bob hatte auch gefragt: "Wird er (der innerkirchliche Diskurs) zur 'Ökumene'? Folgt er den Neu- und Umgewichtungen des Zweiten Vatikanischen Konzils?

Raphael fragt zurück: "Was soll zur 'Ökumene' werden?

Bob: Die Öffnung für eine noch nie "homogene" Welt, in der katholischer Glauben mit anderen spirituellen "Entwürfen" positiv "konkurriert" ...

Raphael: "Daß der Mensch ein Geschöpf Gottes ist? Darin sind sich die Kirche und alle christlichen Gemeinschaften einig ...

Bob: Ja - das ist mir bekannt. Aus "evolutionärer" Sicht und in deren Terminologie ist der Mensch jedoch das "Gamma-Tier", das am Ende der Nahrungskette steht. Und mit einem sehr komplex reflektierenden und hochentwickelten Gehirn ausgestattet ist - mit dem er eine besondere Verantwortung für Mit- und Umwelt hat, für alles Leben auf der Erde. Wenn Sie es so glauben, für die "Schöpfung Gottes" ...

Woraus der Mensch die Kraft bezieht, um diese ihm auferlegte Verantwortung zu erfüllen, sollte da eigentlich zweitrangig sein - das Wichtigste scheint mir, dass jeder Mensch das Seine aus seinem Leben heraus tun sollte, um diese einmalige Erde zu bewahren, mit all ihren Wundern, sie zu "verbessern", dem zerstörerischen "Bösen" die Kraft der Liebe entgegenzu setzen ...

Raphael: "Welche Relevanz hat das Vaticanum II für Dich als 'Freidenker'?

Bob: Das habe ich bereits weiter oben beantwortet - trotzdem sinngem. nochmal:
Die Umgewichtungen des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden von sehr vielen Menschen als Bereitschaft der katholischen Kirche verstanden, sich "für die Welt zu öffnen" - also auch zu akzeptieren, dass es sehr viele spirituelle Wege gibt, die immer auch mit den spezifischen regionalen und jeweils "kulturimmanenten" Vorgaben zu tun haben.

Bob hat auch geschrieben: "Heute ist hier ein wirklich schöner Frühlingstag ...

Raphael fragt darum: "Wieso verbringst Du dann diesen schönen Frühlingstag - zumindest teilweise - vor einem öden PC?

Bob: Der katholische "Kosmos" ist für mich eine sehr faszinierend, von dem ich gerne mehr wissen möchte - ohne darum zum Katholiken werden zu müssen. Ist's mir erlaubt?

Doch in der Natur war ich heute auch schon - und morgen wahrscheinlich mindestens den ganzen frühen Vormittag ...


Ich wünsche Ihnen, Raphael, und allen Mitlesern ein schönes Wochenende! 8)
"Religions have promised many roses - but you end up with only thorns." (U. G. Krishnamurti)

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Linus
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Beitrag von Linus »

Ja - allerdings (und das bitte ich nicht zu übersehen) als "wunderbarste und großartigste" Idee, die aus dem menschlichen Geist entstehen konnte. Denn ich möchte und darf keinesfalls das ebenso für mich "Allergrößte" relativier
Wenn Gott eine menschliche Erfindung ist, kannst du das Konzept Gott in die Rundablage weiterleiten. Vielmehr ist es genau andersrum: Der Mensch ist eine göttliche Erfindung.
Die Umgewichtungen des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden von sehr vielen Menschen als Bereitschaft der katholischen Kirche verstanden, sich "für die Welt zu öffnen" - also auch zu akzeptieren, dass es sehr viele spirituelle Wege gibt, die immer auch mit den spezifischen regionalen und jeweils "kulturimmanenten" Vorgaben zu tun haben.
Die Umgewichtungen sind aber keine, auch wenn viele menschen da ein Verständnisprobleme haben. Nicht: sich der Welt öffnen, sondern "Licht der Welt sein" und "Salz der Erde" das heißt: "in der Welt, aber nicht von der Welt" Der Ursprung ist nicht die Welt sondern Gott selbst.

Linus

PS. Würdest du bitte so freundlich sein die
tags(am Ende des Zitats mit einerm / vorm quote) zu verwenden, deine Beiträge sind einigermaßen unleserlich
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

Raphael

Beitrag von Raphael »

Bob hat geschrieben:Begegnungen im Frühling ...

... mit einem Eichhörnchen:

EICHHÖRN, SPRING
NUR WEITER
FROH VON AST ZU AST -
BRAUCHST AUCH
KEINE KLEIDER,
IMMER WÄRM DU`S HAST.
Noch mehr Reime für naive Gemüter: :P

Das Reh springt hoch,
das Reh springt weit,
warum auch nicht?
Es hat ja Zeit!

Bob
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Beitrag von Bob »

"Und wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... ;)
"Religions have promised many roses - but you end up with only thorns." (U. G. Krishnamurti)

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pierre10
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Beitrag von pierre10 »

Bob hat geschrieben:"Und wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... ;)
Auch das ist Freiheit ....... zum Thema zurück.

Pierre
Grenzen im Kopf sind sehr hinderlich

Raphael

Beitrag von Raphael »

Pierre hat geschrieben:
Bob hat geschrieben:"Und wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... ;)
Auch das ist Freiheit ....... zum Thema zurück.

Pierre
Der Philosoph hinterfragt: Was ist Freiheit? :roll:

Raphael

Beitrag von Raphael »

Bob hat geschrieben:Ja - allerdings (und das bitte ich nicht zu übersehen) als "wunderbarste und großartigste" Idee, die aus dem menschlichen Geist entstehen konnte. Denn ich möchte und darf keinesfalls das ebenso für mich "Allergrößte" relativieren - auch wenn ich "Gott" mehr aus meiner philosophischen Denke heraus zu verstehen versuche. Und weniger aus der Sichtweise eines reliösen und mit seiner Kirche als "mystischen Leib Jesu" verbundenen Menschen. Das hatte ich schon in meinem ersten Beitrag im Thread "Feindbilder" geschrieben ...
Solange man in dieser Grundfrage keinen Konsens gefunden hat, bleibt das Gespräch jenseits von Gut und Böse.
Im Übrigen ist die Offenbarung, daß Gott die Menschen geschaffen hat, bereits den Erzvätern übergeben worden. Sie hat also vorchristliche Wurzeln und ist auch in anderen Religionen in verdeckter Form vorhanden.


Erst die sog. Aufklärung meinte, sich davon entfernen zu können.
Genauer: Sie in ihr Gegenteil zu verkehren!
Cui bono?
Bob hat geschrieben:Ich würde nie behaupten dürfen, im Besitz einer für alle Menschen und das große Ganze gültigen "Wahrheit" zu sein. Sie könnten sich ja auch vorstellen, ich sei eben ein "Zweifler" - und die mochte Jesus doch auch! Oder?
Die endgültige Wahrheit ist die Offenbarung, die uns im menschgewordenen Gott Jesus Christus offenbart worden ist.
Der Neue Bund wird bestehen bis zu SEINER Wiederkehr!
Bob hat geschrieben:Erstens habe ich das nicht "generell behauptet", sondern diesen "persönlichen Opportunismus" als eines der möglichen Motive verstanden wissen wollen - bei aller Zurückhaltung, wie man nachlesen kann.
Und wer die Menschen kennt, der weiß, dass der Opportunismus sehr wohl ein relevantes Merkmal des Menschlichen sein kann. Wer das bestreitet, ist entweder weltfremd - oder er lebt glücklicherweise in einer Gemeinschaft mit Menschen zusammen, die tatsächlich dem Irdischen teilweise oder gänzlich entsagt haben. Etwa zusammen mit Mönchen, die schon weitgehend "transzendiert" - also "vergeistigt" eine göttliche "Kultur" leben.
Solche Menschen würde ich gerne mal kennen lernen - und sie hätten meinen allertiefsten Respekt. Ich nehme mal an, dass diese mir lächelnd zuhören würden - ohne sich zu "ereifern", wenn ein "Barabbas" zweifelt ...
Im Internet wird dieses Kennenlernen schwerlich gelingen.
Das geht nur auf persönlicher Ebene, von Mensch zu Mensch!
Bob hat geschrieben:Schade, dass Sie mich zu kategorisieren versuchen - das wird Ihnen nicht gelingen: Sie können sich nämlich lediglich IHR Bild von mir machen - und "ganzheitlicher" wäre dies auf jeden Fall nur im nichtvirtuellen, dem "real life" möglich ...
Warum sollte mir das nicht gelingen?
Weil Du Kategorien a priori ablehnst?

Das kategorienfreie Denken demonstriert Pierre bereits hier im Forum. Er schreibt viel, und ist auch immer nett (außer, wenn man ihm zu heftig am Schurz zieht!), aber man kommt bei einer Debatte mit ihm nie "auf einen grünen Zweig". Irgendwann versandet alles im Belanglosen ..........
Bob hat geschrieben:Die Öffnung für eine noch nie "homogene" Welt, in der katholischer Glauben mit anderen spirituellen "Entwürfen" positiv "konkurriert" ...
Um diesen Sprachgebrauch aufzugreifen: Die Welt war homogen. Diesen Zustand nennen wir Christen paradiesisch.

Gott sandte seinen Sohn um diesen Zustand wiederherzustellen. Dazu nimmt ER sich alle Zeit der Welt!
Bob hat geschrieben:Ja - das ist mir bekannt. Aus "evolutionärer" Sicht und in deren Terminologie ist der Mensch jedoch das "Gamma-Tier", das am Ende der Nahrungskette steht. Und mit einem sehr komplex reflektierenden und hochentwickelten Gehirn ausgestattet ist - mit dem er eine besondere Verantwortung für Mit- und Umwelt hat, für alles Leben auf der Erde. Wenn Sie es so glauben, für die "Schöpfung Gottes" ...
Wer setzte die Evolution in Gang?

Ich betone hier das "Wer" und nicht etwa "Was"!
Bob hat geschrieben:Woraus der Mensch die Kraft bezieht, um diese ihm auferlegte Verantwortung zu erfüllen, sollte da eigentlich zweitrangig sein - das Wichtigste scheint mir, dass jeder Mensch das Seine aus seinem Leben heraus tun sollte, um diese einmalige Erde zu bewahren, mit all ihren Wundern, sie zu "verbessern", dem zerstörerischen "Bösen" die Kraft der Liebe entgegenzu setzen ...
Die Liebe kann niemals zweitrangig sein, wobei es eine zutiefst christliche Erkenntnis ist, daß die Liebe das Böse besiegt.

So ganz folgenlos bleiben die Besuche des "Heiligen Geistes" offenbar doch nicht ...........
Bob hat geschrieben:Das habe ich bereits weiter oben beantwortet - trotzdem sinngem. nochmal:
Die Umgewichtungen des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden von sehr vielen Menschen als Bereitschaft der katholischen Kirche verstanden, sich "für die Welt zu öffnen" - also auch zu akzeptieren, dass es sehr viele spirituelle Wege gibt, die immer auch mit den spezifischen regionalen und jeweils "kulturimmanenten" Vorgaben zu tun haben.
Die Öffnung zur Welt - wobei noch zuklären wäre, ob die Kirche nicht schon vorher der Welt offen gegenüberstand, schließlich begann Mission nicht erst mit dem Vaticanum II :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: - kann jedoch nicht zu einer Relativierung der christlichen Botschaft führen. Dies wäre ein grobes Mißverständnis der Intentionen der Konzilsväter.

Bob
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Beitrag von Bob »

Raphael: "Der Philosoph hinterfragt: 'Was ist Freiheit?' ... :|

Bob: Ja - und der eine Philosoph hinterfragt nicht nur, sondern "lebt" auch seine Vorstellung von (nur "annähernd" realisierbarer) "Freiheit".
Und der andere "suchende" Denker ist so frei, sich in einem vorgegebenen und lange gewachsenen "Rahmen" frei zu fühlen - auch innerhalb der römisch, katholischen Kirche ...

Eine "freie" Philosophie scheint mir schon vom Wesen her von einem "aufklärerischen" Impuls getragen. Sie kann aber auch "instrumentalisiert" werden - meistens für sehr profan, irdische Interessen ...

Doch "Aufklärung" ist unabhängig davon ein "fließender Prozess" von Wissens- und Bewusstseinsbildung - eine "Avalanche" in der Sprache der Börsianer, ein "Selbstläufer". Und kann schon per se nur Momentaufnahme, ein "Zwischenbericht" sein: weil sich alles in einer "Entwicklung" befindet.

Wer dieses natürliche "Fließen" aufhalten wollte, müsste sehr mächtige "Dämme" bauen - und kann doch das "Lebendige", den suchenden menschlichen Geist nicht aufhalten. Bestenfalls jedoch "sozialisieren" - indem daraus Verantwortungsgefühl für Mit- und Umwelt entstehen ...



Je enger die Mauern, umso "höher" der Himmel ... 8)
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Bob
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Beitrag von Bob »

Bob: "Ja - allerdings (und das bitte ich nicht zu übersehen) als 'wunderbarste und großartigste' Idee, die aus dem menschlichen Geist entstehen konnte (...) ...

Raphael: "Solange man in dieser Grundfrage (was ist "GOTT") keinen Konsens gefunden hat, bleibt das Gespräch 'jenseits von Gut und Böse' ...

Bob: Immerhin - für Sie scheine ich nicht "das Böse" zu sein. ;) Ich wage mir darum annehmen zu dürfen, dass nicht nur katholische Christen mehr oder weniger "gute", zumindest "bemühte" Menschen sein können ...

Raphael: "(...) Die endgültige 'Wahrheit' ist die Offenbarung, die uns im 'menschgewordenen Gott' Jesus Christus offenbart worden ist ...

Bob: Es ist wohl Schönheit und ständige "Prüfung" zugleich, wenn man daran glaubt ...

Raphael: "Der Neue Bund wird bestehen bis zu SEINER Wiederkehr!

Bob: Hoffentlich wird er dann auch als "Messias" erkannt - und kommt nicht daher wie ein lächelnder "Buddhist", in orangefarbener Kutte ... :D

Bob: "..., oder man lebt glücklicherweise in einer Gemeinschaft mit Menschen zusammen, die tatsächlich dem Irdischen teilweise oder gänzlich entsagt haben. Etwa mit Mönchen, die schon weitgehend 'transzendiert' - also 'vergeistigt' eine göttliche "Kultur" leben. Solche Menschen würde ich gerne mal kennen lernen - und sie hätten meinen allertiefsten Respekt. Ich nehme mal an, dass diese mir lächelnd zuhören würden - ohne sich zu 'ereifern', wenn ein 'Barabbas' zweifelt ...

Raphael: "Im Internet wird dieses Kennenlernen schwerlich gelingen. Das geht nur auf persönlicher Ebene, von Mensch zu Mensch!

Bob: "Ja - das meine ich auch ... schade aber, dass Sie mich zu kategorisieren versuchen - das wird Ihnen nicht gelingen: Sie können sich nämlich lediglich IHR Bild von mir machen - und 'ganzheitlicher' wäre dies auf jeden Fall nur im nichtvirtuellen, dem 'real life' möglich ...

Raphael: "Warum sollte mir das nicht gelingen? Weil Du 'Kategorien' a priori ablehnst?

Bob: Wenn diese "unfrei" machen, eindeutig JA! Was meinen Sie, warum Jesus Christus vierzig Tage in der Wüste war?

Ich verstehe das so: Indem er dort GOTT erfuhr (wie übrigens alle Propheten, die im Nahen Orient wirkten, auch Mohammed), löste er sich von der menschlichen Anmaßung, andere Menschen "kategorisieren" zu wollen. Des Jesu "Maß" transzendierte ins "Göttliche", aus der Begegnung mit IHM wurde die Mission der Liebe, das dem Menschen Zugewandte - trotz und gerade wegen dessen Unvollkommenheiten ...

Raphael: "Das 'kategorienfreie' Denken demonstriert Pierre bereits hier im Forum ...

Bob: Ich verweise hier auf den von mir eröffneten Themenvorschlag im Thread "Feindbilder". Wirklich in ihrem Glauben "gefestigte" Christen sollten da doch nur "milde lächeln" - oder?

Raphael: "Er (Pierre) schreibt viel, und ist auch immer nett (außer, wenn man ihm zu heftig am Schurz zieht!) - aber man kommt bei einer Debatte mit ihm nie 'auf einen grünen Zweig' ...

Bob: Kann es sein, dass das daran liegt, dass Sie unter "grüner Zweig" auschließlich (von der Bedeutung her) jene katholische "Wohltaten" meinen, die dem Jesus als Palmwedel zufächelten?
Ihre "Zielvorgaben", lieber Raphael, an denen Sie Sinn und Qualität eines Gedankenaustausches messen, scheinen mir zu "konkret", als dass sie "integrierend" wirken - sie bauen kaum Brücken, lassen zu wenig Raum für den wirklich "freien" Entschluss, sich Ihrer Kirche und deren Menschen anzuvertrauen - bei allem Vorbehalt; kennen wir uns doch kaum ...

Bob hatte geschrieben: "Die Öffnung für eine noch nie 'homogene' Welt, in der katholischer Glauben mit anderen spirituellen "Entwürfen" positiv 'konkurriert' ...

Raphael: "Um diesen Sprachgebrauch aufzugreifen: Die Welt war 'homogen'. Diesen Zustand nennen wir Christen 'paradiesisch' ...

Bob: Wie könnte ich das mit dem existenziellen "Gesetz" in Einklang bringen, dass Leben IMMER das "Opfer", den Tod des dafür sterbenden Lebens braucht, ob Tier oder Pflanze? Es gibt nur sinnlose und sinnvolle "Opfer" - und für der Menschen Gotterkenntnis, also deren spiritueller Hinwendung zum sublimierenden, das Irdische relativierenden Transzendentalen, hat sich sogar Jesus von Nazareth "geopfert" ...

Raphael: "Gott sandte seinen Sohn um diesen (paradiesischen) Zustand wiederherzustellen. Dazu nimmt ER sich alle Zeit der Welt!

Bob: Manchmal wünschte man sich, es ginge etwas schneller ...

Raphael: "'Wer' setzte die Evolution in Gang?

Bob: Einige Religionen, insbesondere der Hinduismus, der Buddhismus und der Taoismus (und vielleicht auch der Konfuzianismus) haben aus ihrem Selbstverständnis heraus erklärt, sie stünden nicht im Widerspruch mit der Wissenschaft, insbesondere auf dem Gebiet des Ursprungs der Schöpfung und der Art und Weise, wie sie geschehen sei.
Der Hinduismus ist mit dem Evolutionsgedanken völlig vereinbar - obwohl er unterstellt, dass die Schöpfung am Beginn jedes Zyklus' von "Schöpfung-Erhaltung-Auflösung" aus einer Urmaterie entsteht.
Diese Religionen gehen mit der Wissenschaft auch bezüglich des Alters des Universums konform. Der Hinduismus zum Beispiel würde so ungefähr damit übereinstimmen, dass das Alter des Universums bei einigen Milliarden Jahren liegt. Der Hinduismus hat auch seine eigene Evolutionstheorie, die sich mit der wissenschaftlichen Theorie dadurch vereinbaren lässt, dass die Evolution vom Einfachen hin zum Komplexen und vom Homogenen hin zum Heterogenen gerichtet ist ...

Bob hatte auch geschrieben: "Woraus der Mensch die Kraft bezieht, um diese ihm auferlegte Verantwortung (für Mit- und Umwelt) zu erfüllen, sollte da eigentlich zweitrangig sein - das Wichtigste scheint mir, dass jeder Mensch das Seine aus seinem Leben heraus tun sollte, um diese einmalige Erde zu bewahren, mit all ihren Wundern, sie zu 'verbessern', dem zerstörerischen 'Bösen' die Kraft der Liebe entgegenzu setzen ...

Raphael: "Die Liebe kann niemals 'zweitrangig' sein ...

Bob: Doch mir als Nichtkatholiken scheint es eben "zweitrangig", WORAUS ein Mensch die Kraft bezieht, die Liebe auch zu "leben" - Hauptsache, er lebt sie wirklich, gemessen (für einen "Abendländer" naheliegend) an den Primaten der Bergpredigt. In der es keine "Feindbilder" gibt ...

Raphael: "..., wobei es eine zutiefst christliche Erkenntnis ist, dass die 'Liebe' das 'Böse' besiegt. So ganz folgenlos bleiben die Besuche des 'Heiligen Geistes' offenbar doch nicht ...

Bob: Wird er von Ihnen als solcher nur erkannt, wenn er "katholisch" ist?

Raphael: "Die 'Öffnung zur Welt' - wobei noch zuklären wäre, ob die Kirche nicht schon vorher der Welt offen gegenüberstand, schließlich begann Mission nicht erst mit dem Vaticanum II - kann jedoch nicht zu einer Relativierung der christlichen Botschaft führen. Dies wäre ein grobes Missverständnis der Intentionen der Konzilsväter ...

Bob: Abgesehen davon, dass der "missionarische Befehl" in der Historie auch zu reichlich Selbstgerechtigkeiten und sehr "menschlichem", keinesfalls immer "gottgefälligem", an der Bergpredigt orientiertem Tun verführten, gibt es ja auch innerhalb der katholischen Kirche (und der Christenheit allgemein) einen Diskurs darüber, was davon seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil guten oder weniger guten Einfluss auf das Wirken der Kirche "in die Welt" hinein hatte ...


Schönen Sonntag noch! Bob 8)
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Raphael

Beitrag von Raphael »

Bob hat geschrieben:Hoffentlich wird er dann auch als "Messias" erkannt - und kommt nicht daher wie ein lächelnder "Buddhist", in orangefarbener Kutte ... :D

Jesus hat 'was gegen Synkretismus: Euer Ja sei ein Ja und Euer Nein sei ein Nein!
Bob hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
Bob hat geschrieben:"Ja - das meine ich auch ... schade aber, dass Sie mich zu kategorisieren versuchen - das wird Ihnen nicht gelingen: Sie können sich nämlich lediglich IHR Bild von mir machen - und 'ganzheitlicher' wäre dies auf jeden Fall nur im nichtvirtuellen, dem 'real life' möglich ...
Warum sollte mir das nicht gelingen? Weil Du 'Kategorien' a priori ablehnst?
Wenn diese "unfrei" machen, eindeutig JA! Was meinen Sie, warum Jesus Christus vierzig Tage in der Wüste war?
Seit wann machen Kategorisierungen unfrei?
Bob hat geschrieben:Ich verstehe das so: Indem er dort GOTT erfuhr (wie übrigens alle Propheten, die im Nahen Orient wirkten, auch Mohammed), löste er sich von der menschlichen Anmaßung, andere Menschen "kategorisieren" zu wollen. Des Jesu "Maß" transzendierte ins "Göttliche", aus der Begegnung mit IHM wurde die Mission der Liebe, das dem Menschen Zugewandte - trotz und gerade wegen dessen Unvollkommenheiten ...

Wie kommst Du darauf, daß Jesus ohne Kategorien "gearbeitet" hat?
Bob hat geschrieben:Ich verweise hier auf den von mir eröffneten Themenvorschlag im Thread "Feindbilder". Wirklich in ihrem Glauben "gefestigte" Christen sollten da doch nur "milde lächeln" - oder?
Nur gut, daß Du "den Christen" nicht vorschreiben willst, worüber sie gefälligst "milde lächeln" sollen ......
Bob hat geschrieben:Kann es sein, dass das daran liegt, dass Sie unter "grüner Zweig" auschließlich (von der Bedeutung her) jene katholische "Wohltaten" meinen, die dem Jesus als Palmwedel zufächelten?
Ihre "Zielvorgaben", lieber Raphael, an denen Sie Sinn und Qualität eines Gedankenaustausches messen, scheinen mir zu "konkret", als dass sie "integrierend" wirken - sie bauen kaum Brücken, lassen zu wenig Raum für den wirklich "freien" Entschluss, sich Ihrer Kirche und deren Menschen anzuvertrauen - bei allem Vorbehalt; kennen wir uns doch kaum ...
Ihre Diktion läßt da wenig Zweifel! :roll:
Bob hat geschrieben:Wie könnte ich das mit dem existenziellen "Gesetz" in Einklang bringen, dass Leben IMMER das "Opfer", den Tod des dafür sterbenden Lebens braucht, ob Tier oder Pflanze? Es gibt nur sinnlose und sinnvolle "Opfer" - und für der Menschen Gotterkenntnis, also deren spiritueller Hinwendung zum sublimierenden, das Irdische relativierenden Transzendentalen, hat sich sogar Jesus von Nazareth "geopfert" ...
Was ist das denn für ein Mischmasch aus Psychologischem und Evolutionärem?
Bob hat geschrieben:Manchmal wünschte man sich, es ginge etwas schneller ...
Vielleicht geht ja Dein Wunsch schneller in Erfüllung als Du denkst ............
Bob hat geschrieben:Einige Religionen, insbesondere der Hinduismus, der Buddhismus und der Taoismus (und vielleicht auch der Konfuzianismus) haben aus ihrem Selbstverständnis heraus erklärt, sie stünden nicht im Widerspruch mit der Wissenschaft, insbesondere auf dem Gebiet des Ursprungs der Schöpfung und der Art und Weise, wie sie geschehen sei.
Der Hinduismus ist mit dem Evolutionsgedanken völlig vereinbar - obwohl er unterstellt, dass die Schöpfung am Beginn jedes Zyklus' von "Schöpfung-Erhaltung-Auflösung" aus einer Urmaterie entsteht.
Diese Religionen gehen mit der Wissenschaft auch bezüglich des Alters des Universums konform. Der Hinduismus zum Beispiel würde so ungefähr damit übereinstimmen, dass das Alter des Universums bei einigen Milliarden Jahren liegt. Der Hinduismus hat auch seine eigene Evolutionstheorie, die sich mit der wissenschaftlichen Theorie dadurch vereinbaren lässt, dass die Evolution vom Einfachen hin zum Komplexen und vom Homogenen hin zum Heterogenen gerichtet ist ...
Der Hinduismus hat kein lineares Geschichtsverständnis, wie dies beim Judentum und auch beim Christentum der Fall ist.
Die soziologischen Entwicklungen werden dadurch offensichtlich massiv gebremst.
Bob hat geschrieben:Doch mir als Nichtkatholiken scheint es eben "zweitrangig", WORAUS ein Mensch die Kraft bezieht, die Liebe auch zu "leben" - Hauptsache, er lebt sie wirklich, gemessen (für einen "Abendländer" naheliegend) an den Primaten der Bergpredigt. In der es keine "Feindbilder" gibt ...
Sorry, aber die Quelle der Energie kann niemals zweitrangig sein, das würde sie als Quelle entwerten.
Dieser Verweis in die Zweitrangigkeit ist genauso willkürlich wie der Verweis des Schöpfers in den Bereich der bloßen "Idee".

Oder steckt hinter dieser Entwertung etwa eine Intention?
Bob hat geschrieben:Wird er von Ihnen als solcher nur erkannt, wenn er "katholisch" ist?
Über das Erkennen solltest Du Dir in der Tat schon 'mal Gedanken gemacht haben, wenn man (wie Du) Gott lediglich für eine Idee hält.

Bob
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Beitrag von Bob »

Ist Ihnen, Raphael, bewusst, dass unser Gedankenaustausch stets an jenem Punkt scheitert, ab dem Sie bei anderen zu erwarten scheinen, erst mal mehr oder weniger "katholisch" zu sein, also im Sinne Ihrer Kirche zu denken, zu fühlen und zu glauben - mit den entsprechenden Gewichtungen, die daraus entstehen?

Wenn alle Menschen nur an EINE, womöglich die katholische Interpretation von "Wahrheit", von "göttlichem Gesetz" glauben würden ;) ... was aber eben nicht so ist: Denn dann wäre auch jegliche Missionierung (im Sinne des Wortes "Pontifex") überflüssig geworden.
Ich weiß nicht, ob und wie Sie die Welt erleben und zu kennen meinen, doch ich habe schon viele großartige und integre Menschen kennen gelernt, die KEINE Katholiken waren - aber sehr viele Katholiken ohne die Kultur eines wahrhaft "offenen" und unvoreingenommenen Gespräches über ihre Religion. Und das macht es Nichtkatholiken wirklich schwer ...

Sie fragen z.B.: "Seit wann machen 'Kategorisierungen' unfrei?

Bob: Schon hier gäbe es eigentlich Klärungsbedarf - denn für mich steht außer Frage, dass ich mich NIE in "Schubladen" von Vorurteilen stecken lassen würde. Schon weil ich mich in einer sich ständig bewegenden geistigen Entwicklung verstehe, aus der heraus ich mich NICHT in eine Verteidigungs-Situation drängen lasse, die mich einengen, also festlegen würde. So wie Sie kann auch ich mich nur aus MEINEM Leben heraus in einen Diskurs einbringen - vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen und den daraus entstandenen Gewichtungen ...

Darum eine grundsätzliche Frage:

Ist ein Gedankenaustausch mit einem Nichtkatholiken überhaupt von Ihnen wirklich gewünscht, wenn er über das Erbauliche und die Bestätigung eigener bzw. kirchenkonformer Vorstellungen hinausgeht?


Raphael sagt: "Jesus hat 'was gegen Synkretismus: 'Ja sei ein Ja und Euer Nein sei ein Nein!' ...

Bob: Und nichts dazwischen? Das würde ja bedeuten, dass Jesus NICHT um die Schwächen und Versuchungen, um die verschiedenen (Um-)Wege der Menschen gewusst hätte - was ja nicht erst seit seinem Leidensweg und der Kreuzigung sehr widerlegt ist, endgültig mit seiner "Auferstehung" ...

Doch ich möchte Sie auch daran erinnern, dass es der "Zweifler" Barabbas war, der Jesus Christus über den Jordan tragen durfte - die anderen Jünger wusste der HERR in seinem Geiste; um die brauchte er sich nicht mehr groß zu kümmern ...
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pierre10
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Beitrag von pierre10 »

@ Bb,

Es kann ganz spannend sein zu versuchen zu erkunden, warum jemand in einem christlichen, auch katholischen Forum mitdiskutiert.

Mich interessiert vor allem, wie in unterschiedlichen Foren die gleichen Themen behandelt werden. In den Foren gibt es scheinbar eine einfache Regel: Entweder man fühlt sich wohl, aus welchen Gründen auch immer und bleibt, oder man findet kein Interesse, weder in sich noch bei den anderen, und geht wieder weg.

Manche suchen die Bestätigung ihrer Denkweise, andere eher die Herausforderung.... Manche Antworten sind so richtig daneben, andere bringen ganz neue Gesichtspunkte.....

einen schönen Sonntagabend wünscht
Pierre
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Bob
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Beitrag von Bob »

Pierre weiß: "Manche suchen die Bestätigung ihrer Denkweise, andere eher die Herausforderung. Und manche Antworten sind so richtig 'daneben', andere bringen ganz neue Gesichtspunkte ...

Bob schenkt allen, die auch mal über sich selber lachen können, die Humor haben, eine kleine Geschichte aus seinem "Reise"-Roman - auch aus der Perspektive eines "Esels" gesehen. :kiss: Viel Spaß beim Lesen ... :)


(...) ... – so wie ich mich an der hier in der südlichen Sahara kaum zu erwartende Fruchtbarkeit des Gartens freute. Dem man ansehen konnte, wie aufmerksam er gepflegt und begleitet wurde, damit er diese gesunde Vielfalt schenkte. Hamid füllte einen Bastkorb mit den von der Mutter gewünschten Kräutern, Früchten und Gemüsen, bevor wir wieder zum Anwesen seiner Familie schlenderten - von wo man lange vorher ausgelassenes Kindergeschrei hörte. Und den unwilligen Protest eines offenbar in tiefster Seele gekränkten alten Esels - was sich leider bestätigen sollte ... ;D


Sara auf dem Esel

Als sich das Tor öffnete, sah ich Sara auf einem der beiden greisen Esel des verstorbenen Großvaters Mahmud sitzen. Umringt von den kleineren Buben und Mädchen der Familie - die ihn zum Laufen bewegen wollten, indem sie ein Stück Fladenbrot vor sein Maul hielten. Obwohl er, der stets mit Würde die schwersten Bürden getragen, mit den von vielen Wüstensonnen heißtrockener Jahre geblendeten Augen kaum noch sehen konnte.
Früher, in seiner besten Zeit, hätte man sich solcherart Respektlosigkeit ihm gegenüber allerdings nie erlaubt. Damals wusste er sich zu wehren: ein schneller Tritt mit dem Hinterlauf, mal kurz die Zähne zeigen ... – doch das war in jenen saftvoll, lüsternen Jahren, als ihm jede Eselin fast immer und gerne gefügig, derer er habhaft zu werden beliebte ... heute konnte er insgesamt kaum noch stehen, wegen des rheumatisch schmerzenden Rückens. Und auch seine einst für alle Grautier-Damen unwiderstehliche Schönheit war längst einem tief herunter hängenden Bauch gewichen. Aber solche Nebensächlichkeiten kümmerten ihn eigentlich seit langem nicht mehr. Weil er inzwischen wusste, dass es weder auf die Größe noch das Äußere ankommt - das wurde von ihm jetzt völlig anders gewichtet.
Er weigerte sich also nach wie vor standhaft, nur einen Schritt mehr als wirklich nötig zu gehen - es sei denn aus freiem Entschluss, mit dem Stolz des überwiegend in Ehre alt Gewordenen, wie es einem solchen gebühre. Was ihm ja in seinen späten Tagen erlaubt war.
Ich kraulte ihn ein wenig hinter den großen, von Bisswunden einstiger Konkurrenten um weibliche Gunst zernarbten Ohren. Er schien sich jetzt etwas besser verstanden zu fühlen, beinahe so, als sei auch ich ein ehrwürdiger Esel :mrgreen: – und immerhin waren seine wie die seiner Ahnen Verdienste um die Menschheit ehrenvoll genug. Man denke nur an jene zwei Berühmten, die dazumal den erhabenen Mohammed nach Mekka, den Jesus aus Nazareth sogar bis nach Jerusalem getragen hatten. Und zwar mit Palmwedeln gefächelt.
Dass man aber die heute im Paradies aller Grautiere lustwandelnden Vorfahren damals in wüster Öde an einen Dornenbusch gebunden und so lange dürsten ließ - und das nur, damit die seitdem so oft erwähnten Herren den anderen Menschen ihre Größe beweisen konnten?
Und möglicherweise war es dieser uralte Groll aller Esel, :D warum er dann schließlich doch bereit war, einige Schritte mit Sara auf dem Rücken zu gehen: weil diese keinesfalls heilig ist, überdies eine Frau - und noch nicht mal entfernt verwandt mit irgendeinem der Propheten. Was die Kinder jubelnd beklatschten ... :ja:



geschrieben von "Bob" :kiss:
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Linus
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Beitrag von Linus »

Bob hat geschrieben: Darum eine grundsätzliche Frage:

Ist ein Gedankenaustausch mit einem Nichtkatholiken überhaupt von Ihnen wirklich gewünscht, wenn er über das Erbauliche und die Bestätigung eigener bzw. kirchenkonformer Vorstellungen hinausgeht?
Potentiell ja. hier jedoch im Scriptorium solls um theologische Fragen gehen, (siehe "Infos zum Board"viewtopic.php?t=1634) da ist dann aber auch klar, daß "kirchenkonforme Vorstellungen" die Grundlage sind, wenns auch um eher philosophische Themen geht.
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incarnata
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Beitrag von incarnata »

Bob : Geben Sie`s zu:Sie schreiben gerade an einem neuen Buch,in dem Sie
einige grundsätzliche Fragen aus der Sicht von Anhängern der verschiedensten
Religionen ansprechen lassen-da ist so ein Forum eine gute Quelle autentischer
Antworten.Und da die Mehrheit hier nicht zu den vielen wischi-waschi -Katholiken
gehört die jeden Versuch einer "Missionierung" für political incorrect und sowieso
nicht der Mühe wert halten,da die Hölle vermutlich nur ein mittelalterliches Hirngespinst und GOTTE`s Güte sowieso unendlich ist-falls ER exsistiert-machen wir auch gerne mit !Sie sind so frei zu fragen-und wir zu antworten,solange wir denken,daß Ihnen an den Antworten wirklich gelegen ist.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
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Bob
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Beitrag von Bob »

incarnata hat Bob durchschaut und mahnt zur Buße: "Geben Sie's zu - Sie schreiben gerade an einem neuen Buch, in dem Sie einige grundsätzliche Fragen aus der Sicht von Anhängern der verschiedensten Religionen ansprechen lassen ...

Bob: In meinem Roman, der von der Handlung her eine Reise mit einem Segelschoner von Lisboa nach Tanger, also in ein Land "unter dem Dach des Islam" beschreibt, gibt es auch ein Kapitel "Im Namen Gottes". Für dieses habe ich lange recherchiert und auch Historiker befragt - um zwar innerhalb der Gesetzmäßigkeiten eines Romans, aber doch nicht historisch ungenau zu schreiben. Generell soll der Roman neugierig machen, und er hat eine "aufklärerische" Intention, soll Vorurteile abbauen - und damit auch "Feindbilder".
In dem oben erwähnten Kapitel bin ich auf der Suche nach dem allen monotheistischen Religionen Gemeinsamen, der mystischen Essenz - und beschäftigt man sich auch darüber hinaus mit der abendländischen Geschichte, dann eben immer auch mit der katholischen Kirche.

Und darum bin ich hier in diesem Forum: weil ich gerne erfahren möchte, wie Katholiken sich selber sehen, wie sie sich in eine Beziehung zur sonstigen Welt setzen. Und hier bin ich ebenso, weil ich meine ganz persönliche Sicht der Dinge (vor dem Hintergrund MEINER Biografie, Erfahrungen und Studien) auch an der von Katholiken messen möchte - um zu überprüfen, ob ich ihnen mit meinem Geschriebenen nicht Unrecht tue. Das alles geschieht vor der Drucklegung, solange ich meinen Text noch korrigieren kann ...

incarnata: "Sie sind so frei zu fragen - und wir zu antworten: Solange wir denken, daß Ihnen an den Antworten wirklich gelegen ist ...

Bob: Ja - mir ist daran gelegen. Auf der Basis gegenseitigen Respekts - und solange es interessant auch für mich ist; da bin ich ganz ehrlich. Und missionieren können - und wollen Sie mich vermutlich auch nicht ...



Linus zitiert Bob: "Ist ein Gedankenaustausch mit einem Nichtkatholiken überhaupt von Ihnen wirklich gewünscht, wenn er über das Erbauliche und die Bestätigung eigener bzw. 'kirchenkonformer' Vorstellungen hinausgeht?"

Und antwortet: "Potentiell ja - hier jedoch, im Scriptorium, soll's um 'theologische' Fragen gehen. Und da ist dann aber auch klar, daß 'kirchenkonforme Vorstellungen' die Grundlage sind - wenn's auch um eher 'philosophische' Themen geht ...

Bob fragt: Trotzdem erstaunlich, wie viele Mitleser es gibt ;) ... oder ist dies ein "Rausschmiss"? :| In diesem Fall müsste ich eben auf einem anderen Weg überprüfen, ob ich meine auch selbstkritisch hinterfragende Positionierung zur katholischen Kirche womöglich substanziell zu korrigieren hätte ... 8)
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Linus
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Beitrag von Linus »

Nö, rausschmiß nicht, ich bin ja nur ein Normalmitglied, ich könnt das garnicht, selbst wenn ich wollte (Konjunktiv)

Und äh Mitlesen - ich hab mich bisher für ein eher aktives Mitglied des Kreuzgangs gehalten...
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pierre10
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Beitrag von pierre10 »

Halo Bob,

danke für die Eselgeschichte. Wir hatten eigentlich mit wenigen Jahren Ausnahme immer einen Esel, meist kamen sie aus Korsika, waren nicht grau sondern schwarz.

Unser heutiger Liebling heißt Ramses, wir bald 3 Jahre alt und wird dann eingefahren. Er wird mich überleben, denn Esel werden sehr alt, bis zu 40 Jahre, also viel älter als unsere Pferde.

Esel haben in unseren Breitengrade ein Problem, das Futter auf den Weide ist zu reich an Zucker, davon bekommen sie Hufkrankheiten, denn von ihrer Herkunft kennen sie nur karges Futter.

Pierre mit einem Lächeln
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Bob
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Beitrag von Bob »

:ikb_horse: Mal sitzt man auf des Sancho Pansa (Fettwanst :ja: ) Esel, mal auf des Don Quijote edlem Ross - in voller Rüstung angesichts der Windmühlen ... :mrgreen:
"Religions have promised many roses - but you end up with only thorns." (U. G. Krishnamurti)

Raphael

Beitrag von Raphael »

Bob hat geschrieben::ikb_horse: Mal sitzt man auf des Sancho Pansa (Fettwanst :ja: ) Esel, mal auf des Don Quijote edlem Ross - in voller Rüstung angesichts der Windmühlen ... :mrgreen:
Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, / nicht auf dem Weg der Sünder geht, / nicht im Kreis der Spötter sitzt, /
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, / über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.
Er ist wie ein Baum, / der an Wasserbächen gepflanzt ist, / der zur rechten Zeit seine Frucht bringt / und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, / wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler: / Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen / noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, / der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

(Psalmen 1, 1 ff.)

Bob
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Beitrag von Bob »

Ich gönne Ihnen, Raphael, nicht nur die Strenge religiöser Exerzitien, sondern ebenso die offene Freude am Leben - in dem man sich auch mit seiner eigenen Unvollkommenheit zu arrangieren hat ...

:) Palabra y piedra sueltan – no tienen vuelta! ;)
"Religions have promised many roses - but you end up with only thorns." (U. G. Krishnamurti)

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incarnata
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Beitrag von incarnata »

Übrigends: Der Esel war das Lieblingstier des opus dei-Gründers Jose Maria Escriva;er hat darüber auch einige nette Texte geschrieben-vielleicht stellt mal jemand was herein-ich hab leider keinen scanner
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
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Bob
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Beitrag von Bob »

Ein Text des Opus-Dei-Gründers Monsignore Josemaria Escriva da Balaguer:

Das Reich Gottes in der Seele

Groß bist Du, mein Herr und Gott! Du verleihst unserem Leben einen übernatürlichen Sinn und eine göttliche Wirksamkeit. Du läßt uns mit ganzer Kraft, mit Leib und Seele, aus Liebe zu Deinem Sohn ausrufen: Oportet illum regnare, Er soll als König herrschen! - auch wenn wir uns immer unserer Schwäche bewußt bleiben; Du weißt, daß wir Geschöpfe sind - und was für Geschöpfe! Nicht nur unsere Füße sind aus Lehm (Vgl. Dtn 2,33), sondern auch Herz und Haupt. Aber mit Deiner Gnade werden wir uns ausschließlich für Dich einsetzen.

Christus soll herrschen, vor allem in unserer Seele. Was würden wir antworten, wenn Er uns fragte: Willst du, daß ich in dir herrsche? Ich würde Ihm antworten, daß ich dazu die Fülle seiner Gnade brauche. Denn nur so wird sich alles verwandeln in ein Hosanna, einen Freudenruf zu Christus, meinem König: jeder Herzschlag, jeder Atemzug, selbst jeder flüchtigste Blick, jedes einfachste Wort, jede Empfindung.

Wenn wir wollen, daß Christus herrscht, dann seien wir konsequent; beginnen wir damit, daß wir Ihm unser Herz schenken. Wenn nicht, ist das Reden vom Königtum Christi ein Schlagwort ohne christlichen Inhalt, eine Äußerlichkeit ohne Glauben, ein trügerischer Gebrauch des Namens Gottes für menschliche Dinge.

Wäre die Voraussetzung für die Herrschaft Jesu in deiner und meiner Seele, daß wir Ihm eine würdige Wohnstätte in uns anbieten könnten, dann müßten wir verzweifeln. Aber fürchte dich nicht, Tochter Zion, siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen (Joh 12,15). Seht ihr? Jesus ist zufrieden mit einem armen Tier als Thron. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist; für mich ist es nicht erniedrigend, mich vor Gott als ein armer Esel zu fühlen: Wie ein Esel, so war ich vor Dir. Nun aber bleibe ich immer vor Dir, Du hast mich ergriffen mit Deiner Rechten (Ps 72,23-24), Du führst mich am Halfterstrick.

Heute sieht man dieses Lasttier nicht mehr so oft wie früher, aber denkt einmal an seine Eigenschaften. Nicht den alten, starrköpfigen, nachtragenden Esel meine ich, der sich hinterhältig mit einem Tritt rächt, sondern ein junges Tier: die Ohren steil wie Antennen, genügsam im Futter, hart in der Arbeit, entschieden und freudig im Trott. Viele Tiere sind schöner, tüchtiger - und urwüchsiger. Christus aber hat sich einen Esel ausgesucht, um als König vor dem jubelnden Volk zu erscheinen. Denn Jesus weiß nichts anzufangen mit berechnender Schläue, mit der Grausamkeit eines kalten Herzens, mit augenfälliger, aber leerer Schönheit. Unser Herr schätzt die Freude eines jungen Herzens, den einfachen Schritt, eine Stimme ohne Falsch, klare Augen, ein Ohr, das sein liebevolles Wort sucht. So herrscht Er in der Seele. :)
"Religions have promised many roses - but you end up with only thorns." (U. G. Krishnamurti)

Raphael

Beitrag von Raphael »

@ Bob
Bob hat geschrieben:Ein Text des Opus-Dei-Gründers Monsignore Josemaria Escriva da Balaguer:

Das Reich Gottes in der Seele

Groß bist Du, mein Herr und Gott! Du verleihst unserem Leben einen übernatürlichen Sinn und eine göttliche Wirksamkeit. Du läßt uns mit ganzer Kraft, mit Leib und Seele, aus Liebe zu Deinem Sohn ausrufen: Oportet illum regnare, Er soll als König herrschen! - auch wenn wir uns immer unserer Schwäche bewußt bleiben; Du weißt, daß wir Geschöpfe sind - und was für Geschöpfe! Nicht nur unsere Füße sind aus Lehm (Vgl. Dtn 2,33), sondern auch Herz und Haupt. Aber mit Deiner Gnade werden wir uns ausschließlich für Dich einsetzen.

Christus soll herrschen, vor allem in unserer Seele. Was würden wir antworten, wenn Er uns fragte: Willst du, daß ich in dir herrsche? Ich würde Ihm antworten, daß ich dazu die Fülle seiner Gnade brauche. Denn nur so wird sich alles verwandeln in ein Hosanna, einen Freudenruf zu Christus, meinem König: jeder Herzschlag, jeder Atemzug, selbst jeder flüchtigste Blick, jedes einfachste Wort, jede Empfindung.

Wenn wir wollen, daß Christus herrscht, dann seien wir konsequent; beginnen wir damit, daß wir Ihm unser Herz schenken. Wenn nicht, ist das Reden vom Königtum Christi ein Schlagwort ohne christlichen Inhalt, eine Äußerlichkeit ohne Glauben, ein trügerischer Gebrauch des Namens Gottes für menschliche Dinge.

Wäre die Voraussetzung für die Herrschaft Jesu in deiner und meiner Seele, daß wir Ihm eine würdige Wohnstätte in uns anbieten könnten, dann müßten wir verzweifeln. Aber fürchte dich nicht, Tochter Zion, siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen (Joh 12,15). Seht ihr? Jesus ist zufrieden mit einem armen Tier als Thron. Ich weiß nicht, wie es bei euch ist; für mich ist es nicht erniedrigend, mich vor Gott als ein armer Esel zu fühlen: Wie ein Esel, so war ich vor Dir. Nun aber bleibe ich immer vor Dir, Du hast mich ergriffen mit Deiner Rechten (Ps 72,23-24), Du führst mich am Halfterstrick.

Heute sieht man dieses Lasttier nicht mehr so oft wie früher, aber denkt einmal an seine Eigenschaften. Nicht den alten, starrköpfigen, nachtragenden Esel meine ich, der sich hinterhältig mit einem Tritt rächt, sondern ein junges Tier: die Ohren steil wie Antennen, genügsam im Futter, hart in der Arbeit, entschieden und freudig im Trott. Viele Tiere sind schöner, tüchtiger - und urwüchsiger. Christus aber hat sich einen Esel ausgesucht, um als König vor dem jubelnden Volk zu erscheinen. Denn Jesus weiß nichts anzufangen mit berechnender Schläue, mit der Grausamkeit eines kalten Herzens, mit augenfälliger, aber leerer Schönheit. Unser Herr schätzt die Freude eines jungen Herzens, den einfachen Schritt, eine Stimme ohne Falsch, klare Augen, ein Ohr, das sein liebevolles Wort sucht. So herrscht Er in der Seele. :)
:jump: :jump: :jump:

Nur: Jetzt müßte man Krishnamurti fragen, wo denn die Dornen sind?

Bob
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Beitrag von Bob »

Falls U. G. Krishnamurti auch im Himmel ist, wird er dem Monsignore vielleicht begegnen - und beide würden es wissen ... ;)
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incarnata
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Beitrag von incarnata »

Zum Thema Dornen und Esel empfehle ich die Geschichte vom Esel und der
süssen Distel auf der Flucht nach Ägypten aus dem Bändchen:Und es begab sich
von Karl Heinrich Waggerl
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Bob
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Beitrag von Bob »

Auf einem Esel (damals ein ganz normales Verkehrsmittel; es gab noch keine gepanzerten Papamobile ;) ) ritt der 30-jährige (?) Jesus von Nazareth am heute so genannten Palmsonntag durch die Tore in die Stadt. Er wird (wie ungefähr sechshundert Jahre später Mohammed in Mekka) als "Friedensbringer" begrüßt, mit Palmwedeln gefächelt. Das Volk erkennt ihn als einen "von Gott Ausgezeichneten", von dessen "Wundern" man bereits hörte, dem Erstaunliches zugetraut wird – so berichtete es jedenfalls der Evangelist Lukas ...
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