TillSchilling hat geschrieben:Der Glaube des Johannes kam aus den Worten, die Jesus zu ihm gesprochen hat. Wer den Worten Jesu keinen Glauben schenken wollte, hat sich schon während des Wirkens Jesu vor seinem Tod nicht von den Wundern und Zeichen, die Jesus gewirkt hat, beeindrucken lassen.
Trotzdem sollten wir nicht übersehen, dass Gott das mit den Sinnen erfahrbare wichtig ist. Menschen glauben was sie sehen. Deswegen wurde Gott Mensch. In diesem Sinne, Tinius, sollten wir es nicht verachten, dass es in Israel eben auch heute noch die Möglichkeit gibt ein leeres Grab zu besichtigen.
Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, (...) was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, ...
Es ist gerade das Spezifikum des christlichen Glaubens - im Gegensatz etwa zum Judentum oder zum Islam -, daß wir keinen sinnen-losen und damit sinnlosen Glauben haben. Gott wurde nicht Mensch, damit wir unsere Sinne aus dem Glauben ausblenden, sondern damit auch die Sinne zum Glauben führen, genau wie der Verstand (denn der Logos ist Mensch geworden).
Nihil est in intellectu, quod non prius fuerit in sensibus hat mal einer gesagt. Und da wir eine
fides quaerens intellectum haben (sollen), gilt dies auch für den Glauben, nicht nur für den Verstand.