Reformierte Rechtfertigungslehre

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
Tinius
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

Tritonus hat geschrieben: Wenn es also vorwiegend um Persönlichkeitsverbesserungen geht, kann ich vor allem eine Mitgliedschaft bei den Mormonen oder der Ahmadiyya empfehlen.
Du meinst also reine Persönlichkeitsverbesserungen ohne einen richtigen religiösen Aspekt? Der dann nur Beiwerk wäre. Denn beides sind ja ganz bestimmt keine typischen Gruppen.

Von obiger Seite:

http://www.gotquestions.org/Deutsch/Mormonismus.html

"Obwohl die Mormonen normalerweise freundlich, liebevoll und nett sind, so sind sie von einer falschen Religion betrügt, die Gottes Wesen, die Person Jesu und den Weg zur Rettung deformiert."

Tritonus
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tritonus »

Tinius hat geschrieben:
Tritonus hat geschrieben: Wenn es also vorwiegend um Persönlichkeitsverbesserungen geht, kann ich vor allem eine Mitgliedschaft bei den Mormonen oder der Ahmadiyya empfehlen.
Du meinst also reine Persönlichkeitsverbesserungen ohne einen richtigen religiösen Aspekt? Der dann nur Beiwerk wäre.
Ja, das meinte ich in diesem Fall. Eine auffällige Persönlichkeitsveränderung zum Besseren oder auch eine besondere Hingabe kann, muss aber nicht zwangsläufig mit einer Bekehrung zu Christus (so wie Christen sie verstehen) und einer Nachfolge Christi zusammenhängen.

Ich will damit einwandfreies Verhalten, Hingabe und Dienst überhaupt nicht abwerten, aber primär wichtig scheint mir das (lebenslange) Hören und Suchen, und zwar auch und erst recht nach der Bekehrung. Martha und Maria usw.

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Jarom1
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Jarom1 »

asderrix hat geschrieben:
Jarom1 hat geschrieben:Die Automatisierung ist nicht aufzuhalten ... :/

Ein Freikirchler hat mich mal gefragt, was ich denn "heute so mit Jesus erlebt habe". Ich habe ihm daraufhin das Buch "Die Heiligkeit Gottes" von R.C. Sproul geschenkt. Hoffentlich hat es seine Perspektive wieder etwas gerade gerückt.
Und hast Du was mit Christus erlebt, oder lebst du aus der Konserve(Buch), also dem was andere erlebt haben?
Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Erlebnisse mit Gott bzw. Jesus. Was mich stört, ist der mangelnde Respekt Gott gegenüber. Jesus ist nicht der "ich bin ok, du bist ok"-Kumpel von nebenan, sondern GOTT.
Consciousness of sin, certainty of faith, and the testimony of the Holy Spirit

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Fragesteller »

Jarom1 hat geschrieben:
asderrix hat geschrieben:
Jarom1 hat geschrieben:Die Automatisierung ist nicht aufzuhalten ... :/

Ein Freikirchler hat mich mal gefragt, was ich denn "heute so mit Jesus erlebt habe". Ich habe ihm daraufhin das Buch "Die Heiligkeit Gottes" von R.C. Sproul geschenkt. Hoffentlich hat es seine Perspektive wieder etwas gerade gerückt.
Und hast Du was mit Christus erlebt, oder lebst du aus der Konserve(Buch), also dem was andere erlebt haben?
Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Erlebnisse mit Gott bzw. Jesus. Was mich stört, ist der mangelnde Respekt Gott gegenüber. Jesus ist nicht der "ich bin ok, du bist ok"-Kumpel von nebenan, sondern GOTT.
Und dass man als Christ ganz wesentlich von dem lebt, was andere erlebt haben, ist ja auch normal.
1. Johannes 1 hat geschrieben:Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.
Das schreibt nicht irgendwer, sondern ein Apostel. Ohne solche Christuserlebnisse aus zweiter Hand kein Christentum. Das leere Grab hat nunmal keiner von uns gesehen (OK, streng genommen ist ja auch ein Flug nach Jerusalem möglich ... aber ihr wisst, was ich meine).

Tinius
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

Fragesteller hat geschrieben: Das leere Grab hat nunmal keiner von uns gesehen (OK, streng genommen ist ja auch ein Flug nach Jerusalem möglich ... aber ihr wisst, was ich meine).
Das "leeren Grab" war von Anfang an theologisch völlig bedeutungslos, wenn du weisst, was ich meine.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Fragesteller »

Tinius hat geschrieben: wenn du weisst, was ich meine.
Nicht ganz. Aber das gleiche gilt ja auch für alle anderen biblischen Ereignisse.

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taddeo
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

Tinius hat geschrieben:
Fragesteller hat geschrieben: Das leere Grab hat nunmal keiner von uns gesehen (OK, streng genommen ist ja auch ein Flug nach Jerusalem möglich ... aber ihr wisst, was ich meine).
Das "leeren Grab" war von Anfang an theologisch völlig bedeutungslos, wenn du weisst, was ich meine.
Das Grab war nicht leer. Und das ist theologisch alles andere als bedeutungslos.

Ralf

Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Ralf »

taddeo hat geschrieben:Das Grab war nicht leer. Und das ist theologisch alles andere als bedeutungslos.
Stimmt, Engel waren da. Der Leichnam Jesu allerdings nicht mehr.

Tinius
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

Für die reformierte Rechtfertigungslehre braucht es zumindest keine Kult um ein leeres Grab. Bereits den ersten Christen gung es um den auferstandenen Herrn und nicht um das Vorzeigen eines leeren Grabes. Denn ein Grab kann aus unterschiedlichsten Gründen leer sein.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

Ralf hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Das Grab war nicht leer. Und das ist theologisch alles andere als bedeutungslos.
Stimmt, Engel waren da. Der Leichnam Jesu allerdings nicht mehr.
Nein, die Engel meine ich nicht.
Lies mal die entsprechenden Bibelstellen. Das Grab war nicht leer; und für die Glaubwürdigkeit des Auferstehungszeugnisses ist das von Bedeutung.

TillSchilling

Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von TillSchilling »

. 5 Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, und sah die Leinenbinden daliegen; aber er ging nicht hinein. 6 Simon Petrus jedoch, der inzwischen auch angekommen war, ging in die Grabkammer hinein. Er sah die Leinenbinden daliegen 7 und sah auch das Tuch, das man dem Toten um den Kopf gewickelt hatte. Es lag zusammengerollt an einer anderen Stelle, nicht bei den Binden. 8 Jetzt ging auch der Jünger, der zuerst angekommen war, ins Grab hinein und sah alles. Und er glaubte.
Johannes 20

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taddeo
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

TillSchilling hat geschrieben:
. 5 Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, und sah die Leinenbinden daliegen; aber er ging nicht hinein. 6 Simon Petrus jedoch, der inzwischen auch angekommen war, ging in die Grabkammer hinein. Er sah die Leinenbinden daliegen 7 und sah auch das Tuch, das man dem Toten um den Kopf gewickelt hatte. Es lag zusammengerollt an einer anderen Stelle, nicht bei den Binden. 8 Jetzt ging auch der Jünger, der zuerst angekommen war, ins Grab hinein und sah alles. Und er glaubte.
Johannes 20
Ganz genau. Wenn das Grab ganz leer gewesen wäre, wäre es viel wahrscheinlicher, daß man den Leichnam einfach geklaut hätte. Aber kein Jude hätte einen Leichnam ausgewickelt, wenn er ihn wegschaffen wollte. Johannes bezeugt, daß ihm der Anblick der leeren Leichentücher genügte, um an die Auferstehung zu glauben.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Fragesteller »

taddeo hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben:
. 5 Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, und sah die Leinenbinden daliegen; aber er ging nicht hinein. 6 Simon Petrus jedoch, der inzwischen auch angekommen war, ging in die Grabkammer hinein. Er sah die Leinenbinden daliegen 7 und sah auch das Tuch, das man dem Toten um den Kopf gewickelt hatte. Es lag zusammengerollt an einer anderen Stelle, nicht bei den Binden. 8 Jetzt ging auch der Jünger, der zuerst angekommen war, ins Grab hinein und sah alles. Und er glaubte.
Johannes 20
Ganz genau. Wenn das Grab ganz leer gewesen wäre, wäre es viel wahrscheinlicher, daß man den Leichnam einfach geklaut hätte. Aber kein Jude hätte einen Leichnam ausgewickelt, wenn er ihn wegschaffen wollte. Johannes bezeugt, daß ihm der Anblick der leeren Leichentücher genügte, um an die Auferstehung zu glauben.
Dass die Tücher die Plausibilität der Annahme einer Auferstehung steigern, ist wohl richtig. Aber der Glaube des Johannes ist ja doch wohl etwas mehr als das Ergebnis eines Abwägeprozesses, welche Annahme die plausiblere ist. In diesem Fall wäre er wohl trotz der Tücher zu einem anderen Ergebnis gekommen.

TillSchilling

Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von TillSchilling »

Fragesteller hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben:
. 5 Er beugte sich vor, um hineinzuschauen, und sah die Leinenbinden daliegen; aber er ging nicht hinein. 6 Simon Petrus jedoch, der inzwischen auch angekommen war, ging in die Grabkammer hinein. Er sah die Leinenbinden daliegen 7 und sah auch das Tuch, das man dem Toten um den Kopf gewickelt hatte. Es lag zusammengerollt an einer anderen Stelle, nicht bei den Binden. 8 Jetzt ging auch der Jünger, der zuerst angekommen war, ins Grab hinein und sah alles. Und er glaubte.
Johannes 20
Ganz genau. Wenn das Grab ganz leer gewesen wäre, wäre es viel wahrscheinlicher, daß man den Leichnam einfach geklaut hätte. Aber kein Jude hätte einen Leichnam ausgewickelt, wenn er ihn wegschaffen wollte. Johannes bezeugt, daß ihm der Anblick der leeren Leichentücher genügte, um an die Auferstehung zu glauben.
Dass die Tücher die Plausibilität der Annahme einer Auferstehung steigern, ist wohl richtig. Aber der Glaube des Johannes ist ja doch wohl etwas mehr als das Ergebnis eines Abwägeprozesses, welche Annahme die plausiblere ist. In diesem Fall wäre er wohl trotz der Tücher zu einem anderen Ergebnis gekommen.
Das sehe ich auch so.

Der Glaube des Johannes kam aus den Worten, die Jesus zu ihm gesprochen hat. Wer den Worten Jesu keinen Glauben schenken wollte, hat sich schon während des Wirkens Jesu vor seinem Tod nicht von den Wundern und Zeichen, die Jesus gewirkt hat, beeindrucken lassen.

Trotzdem sollten wir nicht übersehen, dass Gott das mit den Sinnen erfahrbare wichtig ist. Menschen glauben was sie sehen. Deswegen wurde Gott Mensch. In diesem Sinne, Tinius, sollten wir es nicht verachten, dass es in Israel eben auch heute noch die Möglichkeit gibt ein leeres Grab zu besichtigen.

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taddeo
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

TillSchilling hat geschrieben:Der Glaube des Johannes kam aus den Worten, die Jesus zu ihm gesprochen hat. Wer den Worten Jesu keinen Glauben schenken wollte, hat sich schon während des Wirkens Jesu vor seinem Tod nicht von den Wundern und Zeichen, die Jesus gewirkt hat, beeindrucken lassen.

Trotzdem sollten wir nicht übersehen, dass Gott das mit den Sinnen erfahrbare wichtig ist. Menschen glauben was sie sehen. Deswegen wurde Gott Mensch. In diesem Sinne, Tinius, sollten wir es nicht verachten, dass es in Israel eben auch heute noch die Möglichkeit gibt ein leeres Grab zu besichtigen.
Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, (...) was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, ...
Es ist gerade das Spezifikum des christlichen Glaubens - im Gegensatz etwa zum Judentum oder zum Islam -, daß wir keinen sinnen-losen und damit sinnlosen Glauben haben. Gott wurde nicht Mensch, damit wir unsere Sinne aus dem Glauben ausblenden, sondern damit auch die Sinne zum Glauben führen, genau wie der Verstand (denn der Logos ist Mensch geworden). Nihil est in intellectu, quod non prius fuerit in sensibus hat mal einer gesagt. Und da wir eine fides quaerens intellectum haben (sollen), gilt dies auch für den Glauben, nicht nur für den Verstand.

TillSchilling

Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von TillSchilling »

taddeo hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben:Der Glaube des Johannes kam aus den Worten, die Jesus zu ihm gesprochen hat. Wer den Worten Jesu keinen Glauben schenken wollte, hat sich schon während des Wirkens Jesu vor seinem Tod nicht von den Wundern und Zeichen, die Jesus gewirkt hat, beeindrucken lassen.

Trotzdem sollten wir nicht übersehen, dass Gott das mit den Sinnen erfahrbare wichtig ist. Menschen glauben was sie sehen. Deswegen wurde Gott Mensch. In diesem Sinne, Tinius, sollten wir es nicht verachten, dass es in Israel eben auch heute noch die Möglichkeit gibt ein leeres Grab zu besichtigen.
Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, (...) was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, ...
Es ist gerade das Spezifikum des christlichen Glaubens - im Gegensatz etwa zum Judentum oder zum Islam -, daß wir keinen sinnen-losen und damit sinnlosen Glauben haben. Gott wurde nicht Mensch, damit wir unsere Sinne aus dem Glauben ausblenden, sondern damit auch die Sinne zum Glauben führen, genau wie der Verstand (denn der Logos ist Mensch geworden). Nihil est in intellectu, quod non prius fuerit in sensibus hat mal einer gesagt. Und da wir eine fides quaerens intellectum haben (sollen), gilt dies auch für den Glauben, nicht nur für den Verstand.
:hmm: Gehst du da nicht zu weit, Taddeo? Du sagst ja: "Nur das kann geglaubt werden was auch vorher mit den Sinnen erfahren wurde". Aber sagt nicht Jesus selber:
Jesus erwiderte: »Jetzt, wo du mich gesehen hast, glaubst du. Glücklich zu nennen sind die, die nicht sehen und trotzdem glauben.«
Wir können Jesus nicht direkt sehen, betrachten und betasten wie Johannes das konnte. Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen oder auch Orte, an denen er leiblich gegenwärtig war, besuchen wie die Grabeskirche in Jerusalem. Aber folgt man deinem "nihil est in intellectu" bzw. entsprechend deiner Ableitung "nichts kann geglaubt werden" konsequent wäre die Sinneserfahrung notwendig um überhaupt glauben zu können.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

Die Sinneserfahrung ist EIN Weg zum Glauben, und für die allermeisten Menschen wohl DER Weg. Auch das "Hineinwachsen" in den Glauben durch das Vorbild zB der Familie ist ja nichts anderes als eine solche Sinneserfahrung.
Glauben ohne solche Erfahrung ist nur möglich in dem Maß, wie es dem Einzelnen durch Gottes Gnade geschenkt wird. Dem einen weniger, dem anderen mehr.

(Denke ich - das soll keine lehramtliche Aussage sein.)

Tinius
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.

TillSchilling

Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von TillSchilling »

Tinius hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.
Wollt ihr nicht lieber Christen sein? Die an Christus, das fleischgewordene Wort Gottes glauben?

Denk mal ein bisschen über die Inkarnation nach.

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taddeo
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

Tinius hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.
Das Bilderverbot heißt aber meines Wissens, DU darfst Dir kein Bild von Gott machen - Du darfst aber jederzeit das Bild annehmen, das ER selbst von sich in der Menschwerdung gemacht und als Mensch auf Erden hinterlassen hat. Das solltest Du vielleicht sogar, sonst wäre die Menschwerdung für Dich sinnlos gewesen.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

taddeo hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.
Das Bilderverbot heißt aber meines Wissens, DU darfst Dir kein Bild von Gott machen - Du darfst aber jederzeit das Bild annehmen, das ER selbst von sich in der Menschwerdung gemacht und als Mensch auf Erden hinterlassen hat. Das solltest Du vielleicht sogar, sonst wäre die Menschwerdung für Dich sinnlos gewesen.
Die Gründe, warum die reformierten Kirchen deine Meinung nicht teilen, muss ich dir doch bei deiner Bildung und deinem Wissen hier ganz bestimmt nicht darlegen, oder ?

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

TillSchilling hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.
Wollt ihr nicht lieber Christen sein? Die an Christus, das fleischgewordene Wort Gottes glauben?

Denk mal ein bisschen über die Inkarnation nach.
Welcher Kirche gehörst du denn an? Du müsstest doch wissen, dass Reformierte Christen sind.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

Tinius hat geschrieben:Die Gründe, warum die reformierten Kirchen deine Meinung nicht teilen, muss ich dir doch bei deiner Bildung und deinem Wissen hier ganz bestimmt nicht darlegen, oder ?
Nein, mußt Du nicht - und ich muß Dir sicher nicht sagen, welche Konsequenzen aus Deiner Meinung zu ziehen sind.

TillSchilling

Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von TillSchilling »

Tinius hat geschrieben: Welcher Kirche gehörst du denn an? Du müsstest doch wissen, dass Reformierte Christen sind.
Manchmal habe ich da so meine Zweifel ... :pfeif:

Aber lassen wir das. Ich wollte nicht sagen, dass reformierte Gläubige wegen des Bilderverbots keine Christen sind. Sondern dass das reformierte Bilderverbot nicht christlich ist. Es ist ein Irrtum.

Zu deiner Frage:

Keiner im Moment. Eigentlich Church of England aber ich lebe seit ein paar Monaten nicht mehr in England und hier gibt es keine anglikanischen Gemeinden. Auch keine evangelisch-lutherischen.

Es wird wohl daraus hinauslaufen, dass meine Familie und ich uns einer Freikirche mit reformierter Theologie anschließen werden.

Dieter
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Dieter »

"meine Familie und ich uns einer Freikirche mit reformierter Theologie anschließen werden."


Dann viel Erfolg bei der Suche!

Sicherlich sind deine Kinder wohl erzogen und brav, denn die Frommen in diesen Freikirchen achten sehr darauf!

TillSchilling

Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von TillSchilling »

Dieter hat geschrieben:"meine Familie und ich uns einer Freikirche mit reformierter Theologie anschließen werden."


Dann viel Erfolg bei der Suche!

Sicherlich sind deine Kinder wohl erzogen und brav, denn die Frommen in diesen Freikirchen achten sehr darauf!
Mensch, Dieter, höre doch mal auf immer deine Erfahrungen oder angelesenen Erfahrungen anderer zu verallgemeinern. Ich suche gar nicht sondern sprach von einer konkreten, mir bekannten Gemeinde. Deren Mitglieder nicht dem Zerrbild entsprechen, das du vor Augen hast.

So ganz streng reformiert sind sie aber - Gott sei Dank! - eh nicht. Ausserdem nicht im deutschsprachigen Teil Europas. Das hilft.

Tinius
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

TillSchilling hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:"meine Familie und ich uns einer Freikirche mit reformierter Theologie anschließen werden."


Dann viel Erfolg bei der Suche!

Sicherlich sind deine Kinder wohl erzogen und brav, denn die Frommen in diesen Freikirchen achten sehr darauf!
Mensch, Dieter, höre doch mal auf immer deine Erfahrungen oder angelesenen Erfahrungen anderer zu verallgemeinern. Ich suche gar nicht sondern sprach von einer konkreten, mir bekannten Gemeinde. Deren Mitglieder nicht dem Zerrbild entsprechen, das du vor Augen hast.

So ganz streng reformiert sind sie aber - Gott sei Dank! - eh nicht. Ausserdem nicht im deutschsprachigen Teil Europas. Das hilft.

:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :ja: :ja: :ja: :ja: :ja: :ja:

Danke Till. Die Worte haben mir zu diesen Dietereien einfach gefehlt.

Schade, dass es bei euch nicht wenigstens Lutherische gibt. Die gehen ja noch.
Schick mir mal eine PN. Üble Gegend, in der du da wohnst.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

Tinius hat geschrieben:Schade, dass es bei euch nicht wenigstens Lutherische gibt. Die gehen ja noch.
... Üble Gegend, in der du da wohnst.
Niederbayern? Oberpfalz? :hmm: - Aber selbst hier bei uns gibt's ja flächendeckend lutherische Pfarreien ...

Pilgerer
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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Pilgerer »

Tinius hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.
Das gilt aber nur für Menschen, die sich ein Bildnis/Statue machen um es anzubeten. Wenn Gott hingegen ein Bildnis von Sich in die Welt bringt, ist das etwas völlig anderes. Jesus ist der eine wahre, lebendige Gott, der in diesem Menschen Sein Bild in unsere Welt stellt. Wer Jesus sieht, sieht den Vater. Luther sagte, "ich will von keinem Gott wissen als dem in Christo".

Wenn wir Jesus anbeten, brauchen wir eine bildliche Vorstellung, um Ihn persönlich sinnvoll ansprechen zu können; anders geht das nicht. Doch ist Jesus, wenn wir ihn anbeten, zugleich der Mittler, durch den wir den Vater anbeten.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

taddeo hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:Schade, dass es bei euch nicht wenigstens Lutherische gibt. Die gehen ja noch.
... Üble Gegend, in der du da wohnst.
Niederbayern? Oberpfalz? :hmm: - Aber selbst hier bei uns gibt's ja flächendeckend lutherische Pfarreien ...
Also bei den Baptisten unterscheidet man ja die "westliche" und die "östliche" Zugbewegung....(habe das nicht mehr so ganz in Erinnerung).
Wenn man die östliche Bewegung erwischt, geht es wesentlich lockerer zu.
Es muss schrecklich sein, in so einer schlimmen Gegend zu wohnen.
Vielleicht bestimmte Gegenden Portugals oder Spaniens ?
Oder ganz schlimm.....Bulgarien oder Serbien?
Griechenland ? Da gibt es sogar Bekehrungsversuche:

http://www.impantokratoros.gr/Protestanten.de.aspx

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von taddeo »

Pilgerer hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.
Das gilt aber nur für Menschen, die sich ein Bildnis/Statue machen um es anzubeten. Wenn Gott hingegen ein Bildnis von Sich in die Welt bringt, ist das etwas völlig anderes. Jesus ist der eine wahre, lebendige Gott, der in diesem Menschen Sein Bild in unsere Welt stellt. Wer Jesus sieht, sieht den Vater. Luther sagte, "ich will von keinem Gott wissen als dem in Christo".

Wenn wir Jesus anbeten, brauchen wir eine bildliche Vorstellung, um Ihn persönlich sinnvoll ansprechen zu können; anders geht das nicht. Doch ist Jesus, wenn wir ihn anbeten, zugleich der Mittler, durch den wir den Vater anbeten.
Pilgerer, Du weißt, ich bin mit Dir nicht oft einer Meinung. Aber in diesem Punkt stimme ich Dir uneingeschränkt zu.

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Re: Reformierte Rechtfertigungslehre

Beitrag von Tinius »

Pilgerer hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
TillSchilling hat geschrieben: Wir können - und wir dürfen ! - mit unseren Sinnen bildliche Darstellungen des Heilands erfassen ...
Nein. Für mich als Reformierter gilt das 2. Gebot als Bilderverbot. Und das ist sehr sinnvoll. Da sind wir den Juden und Muslimen sehr nah.
Das gilt aber nur für Menschen, die sich ein Bildnis/Statue machen um es anzubeten. Wenn Gott hingegen ein Bildnis von Sich in die Welt bringt, ist das etwas völlig anderes. Jesus ist der eine wahre, lebendige Gott, der in diesem Menschen Sein Bild in unsere Welt stellt. Wer Jesus sieht, sieht den Vater. Luther sagte, "ich will von keinem Gott wissen als dem in Christo".

Wenn wir Jesus anbeten, brauchen wir eine bildliche Vorstellung, um Ihn persönlich sinnvoll ansprechen zu können; anders geht das nicht. Doch ist Jesus, wenn wir ihn anbeten, zugleich der Mittler, durch den wir den Vater anbeten.
Das kannst du gerne Zwingli, Bullinger und Calvin im Jenseits erzählen.
Mach dich doch nicht lächerlich hier, in dem du eine fast 500 jahre alte, beständig gelebte Theologie einer Kirche versuchst zu widerlegen.
Ich akzeptiere schließlich auch Kirchen, die Bilder und Figuren in ihren Turmhäusern aufstellen.
Ich muss da aber nicht Mitglied sein.

P.S.

Wie sah denn Jesus aus ?

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