pro multis... = für alle oder für viele?

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nomads
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Re: pro multis... = für alle oder für viele?

Beitrag von nomads »

Immer wieder, wenn ein neuer Vorsitzende der DBK gewählt wird, verkündet er - unter anderem – die Rolle der Frau in der Kirche zu stärken, ohne näher zu erläutern, was er genau damit meint. So macht man immer wieder den Frauen Hoffnungen auf die Frauenordination, auf die sie nicht mal selbst gekommen wären, wenn die deutschen Bischöfe bei jeder Gelegenheit im Voraus den Frauen erklärt hätten, warum das nicht machbar ist. Und weil jeder neue Vorsitzende der Frauenordination keine eindeutige Absage erteilt, glauben die Frauen, dass mit der Stärkung der Rolle der Frau in der Kirche die Frauenordination gemeint ist.
Ein Teufelskreis im wahrsten Sinne des Wortes! :breitgrins:

Fuchsi
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Re: pro multis... = für alle oder für viele?

Beitrag von Fuchsi »

nomads hat geschrieben:
Samstag 11. Juli 2026, 11:26
Frauenordination
Die werden das Kind schon schaukeln, steter Tropfen höhlt den Stein. Man hat es auch geschafft, dass JP II: das offizielle Ministrantinnenverbot gekippt hat.

Und einmal ganz weit ausgeholt:
Die Verlegung der Ostervigil war auch so ein Erfolg akademischer Zirkel aus D. So irgendwie mittendrin vorneweg. Eine Ostervigil soll ja bereits ca. 1947 noch unerlaubt (aber who cares) abends gefeiert worden sein. So mit Professoren mit dabei und vorneweg und so...

Ein wichtiger Aspekt bleibt völlig aussen vor:

Vor Einführung der Abendmesse (m. W. nach Reform drr Osternacht) war es aus folgendem Grund nicht erlaubt, eine Messe nach 12 Uhr Mittag zu zelebrieren:

Die Auferstehung war Morgens, diese Symbolik war enorm wichtig. Auch eine Vigil (Nachtfeier) musste auf Grund dass eine Messe Teil der Feier war morgens stattfinden.

Wie man sieht ein unglaublich Kreise ziehendes Thema... :bedrippelt:

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Lycobates
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Re: pro multis... = für alle oder für viele?

Beitrag von Lycobates »

Fuchsi hat geschrieben:
Samstag 11. Juli 2026, 12:23

Die Verlegung der Ostervigil war auch so ein Erfolg akademischer Zirkel aus D. So irgendwie mittendrin vorneweg. Eine Ostervigil soll ja bereits ca. 1947 noch unerlaubt (aber who cares) abends gefeiert worden sein. So mit Professoren mit dabei und vorneweg und so...

Ein wichtiger Aspekt bleibt völlig aussen vor:

Vor Einführung der Abendmesse (m. W. nach Reform drr Osternacht) war es aus folgendem Grund nicht erlaubt, eine Messe nach 12 Uhr Mittag zu zelebrieren:

Die Auferstehung war Morgens, diese Symbolik war enorm wichtig. Auch eine Vigil (Nachtfeier) musste auf Grund dass eine Messe Teil der Feier war morgens stattfinden.
Vigilfeiern zogen sich im Altertum über die ganze Nacht hin und endeten (natürlich unter vollständiger Nüchternheit von Essen und Trinken, jejunium naturale) mit einer Meßfeier am frühen Morgen. Das ist für unsere heutigen Mimosenkatholiken wohl keine zumutbare Praxis.

Die Mitternachtsmesse an Weihnachten ist davon ein Überbleibsel; sie darf erst nach Mitternacht ansetzen (keineswegs früher) und das Gebot der eucharistischen Nüchternheit gilt dann ab 18 Uhr abends (ich habe einmal meine Mutter, Erstkommunion 1938, gefragt, nicht einmal ein Glas Wasser wurde ab 18 Uhr getrunken).
Jedenfalls für den Zelebranten. Denn die Kommunionspendung an die Gläubigen in der Mitternachtsmesse ist eine Neuerung, die erst in unserem Jahrhundert (unter St. Pius X., ich meine also das 20. Jh.) verallgemeinert wurde [man kann über die Opportunität diskutieren]; zunächst war sie, per Indult, im 17. und 18. Jh. (also erst sehr spät) nur einigen frommen Nonnen für ihre Klöster in Urgel und Görz gewährt worden (die bekanntlich so lange meckern, bis man ihnen willfährt), vgl. die Decreta authentica der Ritenkongegation 3254 et 2267. Sonst (vor St. Pius X.) gab es in den Pfarren keine Kommunion der Gläubigen in der Mitternachtsmesse.

Die Ostervigil ist so eine Sache. Nachdem man aufgehört hatte (bereits unter dem großen Gregor, also seit mehr als anderthalb Jahrtausend, das alleine sollte Argument sein), die ganze Nacht hindurch Vigil zu halten und erst am frühen Morgen mit dem Erklingen des erstes Alleluja die Ostermesse anzusetzen (eine Tagesmesse für Ostern gab es da noch nicht), wurde die Vigil immer weiter zuletzt bis zum Morgen des Karsamstags vorverlegt (Einzelheiten bei H. Schmidt, Hebdomada Sancta, Vol. II, Fontes historici, commentarius historicus, Rom 1957), natürlich unter Wahrung des jejunium naturale, das heißt der absoluten Nüchternheit ab Mitternacht.
Die liturgischen Jansenisten, die Erben Pistoias, die "akademischen Zirkel in D.", mehrfach S.J. (Schlaue Jungens), die uns Hinterwäldler gelehrt haben (wir hatten das ja seit mehr als anderthalbtausend Jahren nicht kapiert, so dumm waren wir), daß, wenn man O vere beata nox singt, es auch wirklich Nacht sein muß, haben letztlich beim letzten Pius (der Himmel sei ihm gnädig) die Verlegung, und nicht nur das, auch die Verstümmelung, der Ostervigil bewirkt. Sie durfte ja auch nicht mehr so lange dauern.

Abendmessen gab es erst im Krieg, als durch die Bombenangriffe die Messen an Sonn- und Feiertagen oft unterbrochen werden mußten, und manchmal, wenn überhaupt, erst abends nachgefeiert werden konnten. Nur für diese Fälle wurde ein Indult gewährt (also nicht für Wochentage, und nur bei Unterbrechung der Morgenmesse), wobei das Nüchternheitsgebot für den Zelebranten etwas gelockert wurde.
Der Dammbruch kam aber erst 1953 und 1957, als Abendmessen (nicht vor 16 Uhr) allgemein erlaubt wurden und die apostolische (!) Praxis des jejunium naturale (kein Essen und Trinken ab Mitternacht) entsprechend abgeschafft wurde. Denn die Dreistundenpraxis ist doch nur ein Feigenblatt und das pastorale, wenn auch engelgleiche, Gejammere nicht überzeugend, ein solches Nefas zu rechtfertigen.

Nach traditionellem Kirchenrecht kann eine Messe gefeiert werden ab einer Stunde vor Sonnenaufgang bis 13 Uhr. Die Kapuziner (die ohnehin ständig fasten, dann wird die eucharistische Nüchternheit nicht berührt), haben seit 1578 ein Indult, die Messe ab zwei Stunden vor Sonnenaufgang bis zwei Stunden nach Mittag feiern zu dürfen.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

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