2 Fragen zum Priestertum

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
Raphaela
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Raphaela »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 8. Oktober 2020, 12:05

Tja, das Offizium dauert bis zu 90 Minuten, dazu noch der tägliche Rosenkranz, die Feier der hl. Messe, macht zusammen schon lockere 135 Minuten.
Je nach den anderen Standespflichten (wer mehrere Stunden am Tag Unterricht erteilt, wird weniger beten können) kann dann noch etwas dazukommen.
Ein Priester ist nicht verpflichtet den Rosenkranz zu beten! Das Stundengebet, ja, aber nicht den Rosenkranz
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

Raphaela
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Raphaela »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 8. Oktober 2020, 15:41


Ich bin natürlich vom heute verbreitetsten Fall des nicht anderweitig verpflichteten Weltpriesters ausgegangen, der das Brevier privat betet, nicht singt.
Weltpriester? - Ich gehe mal davon aus, dass du in der alten Messe beheimatet bist und das 2. Vatikanische Konzil nie wahrgenommen hast.
Ein Priester bindet sich an eine Diözese und heißt daher Diözesanpriester. - Was du da verwendest ist total veraltet.
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Raphaela
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Raphaela »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 8. Oktober 2020, 16:31
Protasius hat geschrieben:
Donnerstag 8. Oktober 2020, 16:23
[...]
Das Stundengebet zu verrichten ist im übrigen beileibe nicht auf die Priester beschränkt, auch Laien sind dazu durchaus ermutigt (das war mW auch eine der Motivationen für die nachkonziliaren Vereinfachungen, aber das nur nebenbei).
[...]
Ja, das gehört zu den Riesenerfolgen des Neuen Pfingsten.
Es müssen mittlerweile über 90% aller Laien sein, die sich weltweit tagein tagaus an der erneuten, vereinfachten, verbesserten, entklerikalisierten Liturgia Horarum beteiligen!
:breitgrins:
Ach? Du kennst die uralte Liturgie gar nicht? Dann bist du ein modernder Traditionalist!
Das Stundengebet hat den Namen, weil eben in sehr früher Zeit auch oder gerade die Laien dazu aufgerufen waren, stündlich kurz an Gott zu denken.
Das Stundengebet war eigentlich immer ein Volksgebet. Erst später haben es nur Priester und Ordensleute gebetet. - Jetzt endlich beten es auch wieder Laien.
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Niels
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Niels »

Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:24

Weltpriester? - Ich gehe mal davon aus, dass du in der alten Messe beheimatet bist und das 2. Vatikanische Konzil nie wahrgenommen hast. (...) Was du da verwendest ist total veraltet.
Die "DBK" hat dann wohl auch "das 2. Vatikanische Konzil nie wahrgenommen": https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/ ... k_2019.pdf
:nuckel:
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Sascha B.
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Sascha B. »

Niels hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:30
Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:24

Weltpriester? - Ich gehe mal davon aus, dass du in der alten Messe beheimatet bist und das 2. Vatikanische Konzil nie wahrgenommen hast. (...) Was du da verwendest ist total veraltet.
Die "DBK" hat dann wohl auch "das 2. Vatikanische Konzil nie wahrgenommen": https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/ ... k_2019.pdf
:nuckel:
Das wäre ja noch OK, aber von Trient hat man dort scheinbar auch noch nichts gehört. :breitgrins:

Petrus
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Petrus »

Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:26

Das Stundengebet war eigentlich immer ein Volksgebet. Erst später haben es nur Priester und Ordensleute gebetet. - Jetzt endlich beten es auch wieder Laien.
schon immer ein Volksgebet - übernommen aus dem Judentum:

https://www.meine-gebete.info/stundenge ... ndengebets

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Lycobates
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Lycobates »

Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:21
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 8. Oktober 2020, 12:05

Tja, das Offizium dauert bis zu 90 Minuten, dazu noch der tägliche Rosenkranz, die Feier der hl. Messe, macht zusammen schon lockere 135 Minuten.
Je nach den anderen Standespflichten (wer mehrere Stunden am Tag Unterricht erteilt, wird weniger beten können) kann dann noch etwas dazukommen.
Ein Priester ist nicht verpflichtet den Rosenkranz zu beten! Das Stundengebet, ja, aber nicht den Rosenkranz
Niemand ist “verpflichtet” den Rosenkranz zu beten.
Ein Priester “muß” auch nicht täglich zelebrieren.
Die Rede war von dem, was durchschnittlich das tägliche Gebetsleben eines Priesters ausmacht.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Trisagion »

philipp hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 15:40
Danke! Was meinst du mit Spezialisten konkret? Inwiefern sind Ordensleute bessere Beter (falls du das meinst)?
Sie beten regelmäßiger, länger und disziplinierter als der Normalmensch, und über ein Leben hinweg gesehen sehr viel mehr in der Summe. Sie beten oft in Gemeinschaft, was viele von uns selten tun. Sie haben Jahrzehnte Zeit und Muße einerseits Gebetstechnik zu perfektionieren (z.B. Auswendiglernen von Texten) und andererseits Kreativität und Tiefe in ihr Gebet zu bringen. Sie haben kaum Ablenkungen und können sowohl viel ausprobieren (etwa verschiedene Gebetsformen) als auch über das Erfahrene gründlich reflektieren. Sie haben Zeit die Schrift intensiv zu lesen und zur Quelle des Gebets werden zu lassen (z.B. Lection Divina). Sie können die Zeit und das Training investieren um "kulturschaffend" beten zu können, man denke etwa an den gregorianischen Sprechgesang. Viele nehmen Gebetsaufträge von außen entgegen, arbeiten an Gebetsbüchern oder geistliche Liedsammlungen, und können so das allgemeine Beten fördern.

Das fällt mir so auf Anhieb ein. Aber ich denke auch, daß hier das Ganze größer ist als die Summe der Teile. Wer ununterbrochen auf viele Weisen an der Begegnung mit Gott arbeitet formt sich über die Jahre für diesen Zweck, rein menschlich gesehen; und an der Gnade Gottes wird es meist auch nicht mangeln, denn wer ohne Unterlaß klopft, dem wird Gott viel Türen öffnen.

Trisagion
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Re: 2 Fragen zum Priestertum

Beitrag von Trisagion »

Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:12
Ach, bei uns ist angeblich tot, was bei den Orthodoxen lebendig ist? - Ziemlich pauschales Urteil und damit eine Lüge.
Hier nachzufragen welche Unterschiede nun genau gemeint sind, und ob sie wirklich so groß sind, lohnt sich sicher. Aber ein Urteil ist nicht automatisch falsch, nur weil es pauschal ist. Und eine falsche Aussage ist auch nicht gleich eine Lüge. Bei einer Lüge muß die Absicht bestehen zu täuschen. Ich denke wir können annehmen, daß eine solche Absicht hier nicht bestand.
Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:17
Wer liebt, der überlegt nicht, ob er Disziplin aufbringen muss, beten muss... - Aus Liebe macht man viel sehr gerne.
Ja, aber der Mensch ist oft wankelmütig, und auch die größte Liebe kann mal eine Durststrecke haben. Gute Gewohnheiten und Disziplin können uns auf der Spur halten wenn es mal nicht so rund läuft.
Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:24
Weltpriester? - Ich gehe mal davon aus, dass du in der alten Messe beheimatet bist und das 2. Vatikanische Konzil nie wahrgenommen hast. Ein Priester bindet sich an eine Diözese und heißt daher Diözesanpriester. - Was du da verwendest ist total veraltet.
War mir nicht bekannt, daß V2 eine Bestimmung herausgegeben hat, wie man Säkularkleriker zu nennen hat. Wo findet man die denn? Ich habe mal eben in Presbyterorum ordinis reingeschaut
und finde unter II.8 den Satz "Deshalb ist es von großer Bedeutung, daß alle, Welt- und Ordenspriester, einander helfen, damit sie stets Mitarbeiter der Wahrheit sind (45)."
Raphaela hat geschrieben:
Sonntag 18. Oktober 2020, 18:26
Ach? Du kennst die uralte Liturgie gar nicht? Dann bist du ein modernder Traditionalist!
Ich denke eher, daß Lycobates in Frage stellt, wieviel populärer das neue Studengebet bei Laien nun wirklich geworden ist.

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