Deutschschule

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Niels
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Re: Deutschschule

Beitrag von Niels »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:12

Cisgender?
:hae?:
Ich kenne nur cisleithanisch, cisalpinisch und cisjordanisch.
Dito. Und cisdanubisch. ;D :daumen-rauf:
Nolite timere, pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Robert Ketelhohn
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Re: Deutschschule

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:17
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:12
Cisgender?
:hae?:
Ich kenne nur cisleithanisch, cisalpinisch und cisjordanisch.
Dito. Und cisdanubisch. ;D :daumen-rauf:
Ich könnte noch „Zisterze“ beisteuern. Und „Zisterne“. Mit Blick auf die Dudenredakteuse auch noch „Zyste“.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
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Libertas Ecclesiae
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Re: Deutschschule

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 22:41
Die neue Dudenausgabe ist da.

Rund 300 Wörter wurden (in der Printversion) gestrichen;
etwa 3000 Wörter kamen hinzu.

https://rp-online.de/panorama/deutschla ... d-52725091
Die AfD kritisiert die kürzlich erschienene Neuauflage des Duden als „Ideologiehilfe zur Durchsetzung linker Politik". Auch der Verein Deutsche Sprache hat an dem neuen Rechtschreib-Duden etwas auszusetzten.
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Juergen
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Re: Deutschschule

Beitrag von Juergen »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:12
Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 22:41
Die neue Dudenausgabe ist da.

So finden sich nun zum Beispiel die Wörter … „cisgender“… im neuen Duden wieder.
Cisgender?
:hae?:
Ich kenne nur cisleithanisch, cisalpinisch, cispadanisch und cisjordanisch.
Und natürlich Cicisbeo.
Hat es etwas damit zu tun?
Wikipedia hat geschrieben:https://de.wikipedia.org/wiki/Cisgender
Cisgender (lateinisch cis- „diesseits“ und englisch gender „soziales Geschlecht“), auch Zisgender, Zissexualität oder Zissexualismus, bezeichnet Personen, deren zum Zeitpunkt der Geburt zugewiesenes Geschlecht …, mit dem sie im Geburtenregister eingetragen wurden…, mit ihrer sich in den ersten Lebensjahren entwickelnden Geschlechtsidentität zusammenfällt. Cisgender ist somit das Gegenteil von „Transgender“…

Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Lycobates
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lycobates »

Juergen hat geschrieben:
Freitag 14. August 2020, 11:11
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:12
Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 22:41
Die neue Dudenausgabe ist da.
Cisgender?
:hae?:
Ich kenne nur cisleithanisch, cisalpinisch, cispadanisch und cisjordanisch.
Und natürlich Cicisbeo.
Hat es etwas damit zu tun?
Wikipedia hat geschrieben:https://de.wikipedia.org/wiki/Cisgender
Cisgender (lateinisch cis- „diesseits“ und englisch gender „soziales Geschlecht“), auch Zisgender, Zissexualität oder Zissexualismus, bezeichnet Personen, deren zum Zeitpunkt der Geburt zugewiesenes Geschlecht …, mit dem sie im Geburtenregister eingetragen wurden…, mit ihrer sich in den ersten Lebensjahren entwickelnden Geschlechtsidentität zusammenfällt. Cisgender ist somit das Gegenteil von „Transgender“…

"das zur Zeit der Geburt zugewiesene Geschlecht" :hmm:

Ich glaube, ich bin im falschen Film...
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Protasius
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Re: Deutschschule

Beitrag von Protasius »

Soweit ich das als Nichtmediziner verstehe, sind cis-gender diegenigen, die keine ich-dystone Störung der Geschlechtsidentität aufweisen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Juergen
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Re: Deutschschule

Beitrag von Juergen »

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:10
Dr. Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Duden-Wörterbuchredaktion, zum Thema "gendergerechte Sprache": https://www.xing.com/news/klartext/ja-z ... eregt-2719

Gruselig.
Bild Bild
In der Seitenleiste ist dort auch der Artikel verlinkt: https://www.xing.com/news/klartext/das- ... rlich-2722
Daraus:
…Hunderte von Professuren beschäftigen sich mit gendergerechter Sprache. Unter diesen 200 Forschenden gibt es jedoch nur vier Männer. Ist das gerecht?

Niemand hat das Recht, sich zum Herrn oder zur Herrin der Sprache zu machen. Man kann sich nicht hinstellen und sagen: Die Sprache ändert sich ohnehin, also verändern wir sie entsprechend unserer Agenda. Es ist ein meilenweiter Unterschied, ob sie sich aufgrund jahrzehntelanger Entwicklungen anpasst oder ob Feministen das aus politischer Opportunität einfordern.
Gruß Jürgen

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martin v. tours
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Re: Deutschschule

Beitrag von martin v. tours »

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:10
Dr. Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Duden-Wörterbuchredaktion, zum Thema "gendergerechte Sprache": https://www.xing.com/news/klartext/ja-z ... eregt-2719

Gruselig.
Bild Bild
Man kann ja manchmal Verständnis haben für einen Doppelnamen wenn der dazu erworbene komisch klingt, aber in diesem Fall wirds doppelt Schei...!
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Edi
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Re: Deutschschule

Beitrag von Edi »

martin v. tours hat geschrieben:
Freitag 14. August 2020, 14:09
Niels hat geschrieben:
Donnerstag 13. August 2020, 23:10
Dr. Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Duden-Wörterbuchredaktion, zum Thema "gendergerechte Sprache": https://www.xing.com/news/klartext/ja-z ... eregt-2719

Gruselig.
Bild Bild
Man kann ja manchmal Verständnis haben für einen Doppelnamen wenn der dazu erworbene komisch klingt, aber in diesem Fall wirds doppelt Schei...!
Offenbar haben viele von der Sorte Frau, Dr.-Titel und Doppelname eine Macke weg. Gibt genug Beispiele hier gerade für Wortglaubereien. Eine Frau dieser Art kannte ich auch, die war als Kontrolleurin im Auftrag ihrer Firma in Betrieben unterwegs. Wegen ihres Verhaltens ist sie nach einigen Jahren gekündigt worden. Hat vorwiegend Buchstaben kontrolliert und wichtige Dinge, die arbeitsaufwendiger gewesen wären, nicht.
Zuletzt geändert von Edi am Freitag 14. August 2020, 14:58, insgesamt 1-mal geändert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Petrus
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Re: Deutschschule

Beitrag von Petrus »

Edi hat geschrieben:
Freitag 14. August 2020, 14:57
Wortglaubereien
früher hieß das "Wortklaubereien."

hat sich da schon wieder etwas verändert?

fragt

Petrus.

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Edi
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Re: Deutschschule

Beitrag von Edi »

Petrus hat geschrieben:
Freitag 14. August 2020, 17:59
Edi hat geschrieben:
Freitag 14. August 2020, 14:57
Wortglaubereien
früher hieß das "Wortklaubereien."

hat sich da schon wieder etwas verändert?

fragt

Petrus.
Ne, war ein Schreibfehler von mir.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Vinzenz Ferrer
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Re: Deutschschule

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Das war vor zwei Jahrhunderten nicht anders, als in Adelshäusern vom Porzellangeschirr bis zum Toilettenspiegel alles mit Hirtenszenen dekoriert und überzuckert war. Aber unter der Oberfläche diagnostizieren Trendforscher derzeit auch eine Aussteigermentalität, die mit dem Rückzug ins Bukolische Protest deutlich machen will: gegen Konsumismus, Überproduktion, Umweltzerstörung. Gesellschaftskritik also, aber unbedingt hübsch inszeniert. […] Ohne digitale Technik hätte der technikskeptische Hang zum Pastoralen gar kein Trend werden können.
https://www.sueddeutsche.de/stil/landle ... -1.4948070

Was sagt ihr zu dieser Verwendung von „pastoral“?
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Protasius
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Re: Deutschschule

Beitrag von Protasius »

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Montag 28. September 2020, 10:13
Das war vor zwei Jahrhunderten nicht anders, als in Adelshäusern vom Porzellangeschirr bis zum Toilettenspiegel alles mit Hirtenszenen dekoriert und überzuckert war. Aber unter der Oberfläche diagnostizieren Trendforscher derzeit auch eine Aussteigermentalität, die mit dem Rückzug ins Bukolische Protest deutlich machen will: gegen Konsumismus, Überproduktion, Umweltzerstörung. Gesellschaftskritik also, aber unbedingt hübsch inszeniert. […] Ohne digitale Technik hätte der technikskeptische Hang zum Pastoralen gar kein Trend werden können.
https://www.sueddeutsche.de/stil/landle ... -1.4948070

Was sagt ihr zu dieser Verwendung von „pastoral“?
Das ist ein korrekter Gebrauch des Wortes pastoral, denn das ist nichts anderes als das Adjektiv zu pastor, Hirte. Ob es sich dabei um einen Hirten mit mähenden Schafen und Hunden handelt oder um einen geistlichen Hirten, ist für dieses Wort zunächst unerheblich.
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Lycobates
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lycobates »

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Montag 28. September 2020, 10:13
Das war vor zwei Jahrhunderten nicht anders, als in Adelshäusern vom Porzellangeschirr bis zum Toilettenspiegel alles mit Hirtenszenen dekoriert und überzuckert war. Aber unter der Oberfläche diagnostizieren Trendforscher derzeit auch eine Aussteigermentalität, die mit dem Rückzug ins Bukolische Protest deutlich machen will: gegen Konsumismus, Überproduktion, Umweltzerstörung. Gesellschaftskritik also, aber unbedingt hübsch inszeniert. […] Ohne digitale Technik hätte der technikskeptische Hang zum Pastoralen gar kein Trend werden können.
https://www.sueddeutsche.de/stil/landle ... -1.4948070

Was sagt ihr zu dieser Verwendung von „pastoral“?
Sie stört mich nicht. Es ist im Kontext auch gut verständlich.
"Pastoral" hat natürlich oft eine andere Bedeutung, aber in der Konzilskirche ist man vom Bukolischen längst zum Satyrspiel übergegangen.
:breitgrins:
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Petrus
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Re: Deutschschule

Beitrag von Petrus »

Protasius hat geschrieben:
Montag 28. September 2020, 10:30
Das ist ein korrekter Gebrauch des Wortes pastoral, denn das ist nichts anderes als das Adjektiv zu pastor, Hirte. Ob es sich dabei um einen Hirten mit mähenden Schafen und Hunden handelt oder um einen geistlichen Hirten, ist für dieses Wort zunächst unerheblich.
stimmt genau. ich betrieb mal "Ahnenforschung". meine Vorfahren waren Müller, Bäcker, Brauer. da war ich auf eine Berufsbezeichnung "pastor" gestoßen. oh - dachte ich mir, ein Pfarrer unter meinen Vorfahren?

nö. er war der Schweinehirt des Dorfes :)

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Lupus
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lupus »

müßte es nicht heißen: "dem Dorf sein Schweinehirt"? :kugel: :freude: :D
Christus mein Leben, Maria meine Hoffnung, Don Bosco mein Ideal!

Petrus
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Re: Deutschschule

Beitrag von Petrus »

Lupus hat geschrieben:
Dienstag 29. September 2020, 08:43
müßte es nicht heißen: "dem Dorf sein Schweinehirt"? :kugel: :freude: :D
Da hast Du recht.
:ikb_thumbup: :ikb_thumbup:
Für diese "correctio fraterna" dir a herzliches gelds Gott, gell!

sagt

Der Bäda.

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Hubertus
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Re: Deutschschule

Beitrag von Hubertus »

Protasius hat geschrieben:
Montag 28. September 2020, 10:30
Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Montag 28. September 2020, 10:13
Das war vor zwei Jahrhunderten nicht anders, als in Adelshäusern vom Porzellangeschirr bis zum Toilettenspiegel alles mit Hirtenszenen dekoriert und überzuckert war. Aber unter der Oberfläche diagnostizieren Trendforscher derzeit auch eine Aussteigermentalität, die mit dem Rückzug ins Bukolische Protest deutlich machen will: gegen Konsumismus, Überproduktion, Umweltzerstörung. Gesellschaftskritik also, aber unbedingt hübsch inszeniert. […] Ohne digitale Technik hätte der technikskeptische Hang zum Pastoralen gar kein Trend werden können.
https://www.sueddeutsche.de/stil/landle ... -1.4948070

Was sagt ihr zu dieser Verwendung von „pastoral“?
Das ist ein korrekter Gebrauch des Wortes pastoral, denn das ist nichts anderes als das Adjektiv zu pastor, Hirte. Ob es sich dabei um einen Hirten mit mähenden Schafen und Hunden handelt oder um einen geistlichen Hirten, ist für dieses Wort zunächst unerheblich.
:daumen-auf:
Gerade in der Kunst, namentlich der Musik, stellt dieser Ausdruck einen feststehenden Begriff dar:
https://musiklexikon.ac.at/ml/musik_P/Pastorale.xml

Vgl. auch die Missa pastoralis als spezifische Form der Weihnachtsmesse (vgl. z.B. hier oder hier)
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Niels
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Re: Deutschschule

Beitrag von Niels »

10 Fragen zur deutschen Sprache - kennst du die Antworten?: https://www.welt.de/kmpkt/article209596 ... rache.html
9/10 Antworten richtig

Herzlichen Glückwunsch! Deine Grammatik-Kenntnisse können sich sehen lassen.
Frage 6 habe ich zu flüchtig gelesen. :tuete:
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Robert Ketelhohn
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Re: Deutschschule

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Niels hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 08:41
10 Fragen zur deutschen Sprache - kennst du die Antworten?: https://www.welt.de/kmpkt/article209596 ... rache.html
9/10 Antworten richtig
Herzlichen Glückwunsch! Deine Grammatik-Kenntnisse können sich sehen lassen.
Frage 6 habe ich zu flüchtig gelesen. :tuete:
Bei Frage 4 verlangt der Test eine falsche Antwort.
(Ich wußte, was erwartet wurde, habe aber natürlich dennoch die tatsächlich richtige Antwort gewählt.)

Frage 8 ist völlig deplaciert, da es dort um kein grammatisches oder überhaupt Sprachthema geht. Der Begriff „Ambigramm“ ist übrigens eine mir bislang noch nicht untergekommene Micky-Maus-Wortbildung und wäre das selbst noch als sprachlich besseres Ambiskript oder Amphigramm. Ich konnte mir gleichwohl denken, was gemeint war: ein Palindrom, kein Amphigramm. Freilich sind auch Palindrome linguistisch von keinerlei Relevanz. Es ist ja kaum Sinn des Tests, bloß lexikalisches Wissen abzufragen (und sich dabei noch zu verheddern, wie der Testautor in seinem Amphetogramm, oder wie das hieß).
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Lycobates
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lycobates »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Donnerstag 8. Oktober 2020, 10:33
Niels hat geschrieben:
Dienstag 6. Oktober 2020, 08:41
10 Fragen zur deutschen Sprache - kennst du die Antworten?: https://www.welt.de/kmpkt/article209596 ... rache.html
9/10 Antworten richtig
Herzlichen Glückwunsch! Deine Grammatik-Kenntnisse können sich sehen lassen.
Frage 6 habe ich zu flüchtig gelesen. :tuete:
Bei Frage 4 verlangt der Test eine falsche Antwort.
(Ich wußte, was erwartet wurde, habe aber natürlich dennoch die tatsächlich richtige Antwort gewählt.)

Frage 8 ist völlig deplaciert, da es dort um kein grammatisches oder überhaupt Sprachthema geht. Der Begriff „Ambigramm“ ist übrigens eine mir bislang noch nicht untergekommene Micky-Maus-Wortbildung und wäre das selbst noch als sprachlich besseres Ambiskript oder Amphigramm. Ich konnte mir gleichwohl denken, was gemeint war: ein Palindrom, kein Amphigramm. Freilich sind auch Palindrome linguistisch von keinerlei Relevanz. Es ist ja kaum Sinn des Tests, bloß lexikalisches Wissen abzufragen (und sich dabei noch zu verheddern, wie der Testautor in seinem Amphetogramm, oder wie das hieß).
Das tröstet mich!
:breitgrins:

"Ambigramm" ist in der Tat eine horrende Bildung, wer kommt bloß auf sowas!
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Schulevonathen
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Re: Deutschschule

Beitrag von Schulevonathen »

Wenn man Wikipedia glauben darf, heißt "Ambigramm" etwas völlig anderes als in dem Test suggeriert: Es ist kein Synonym zu "Palindrom" (wie der Test offensichtlich voraussetzt). Die Macher des Tests scheinen sich hier in peinlicher Weise geirrt zu haben.

Dass Frage 4 der nunmehr auch schon ein Vierteljahrhundert zurückliegenden Rechtschreibreform folgt, muß man den Leuten hingegen nicht zum Vorwurf machen. :D

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Robert Ketelhohn
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Re: Deutschschule

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Meine Orthographie bleibt vordeformatorisch.
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Robert Ketelhohn
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Vom rechten Gebrauch des deutschen Perfekts

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
So, lieber N. N.¹, lassen Sie’s mich noch mal erklären. Ihren Beitrag, der meine obenstehende Belehrung evoziert hat, finde ich nicht wieder. Dafür bin ich aber auf ein ebenso passendes Beispiel aus der Tastatur der lieben A. A.² gestoßen, abgelaicht bei Ihrem alt-neuen Profilbilde:

»Ich las unlängst, die Darstellung als Schnecke sollte wohl beliebige Feinde … verhöhnen.«

Hier ist das Präteritum falsch verwendet. Im Deutschen dient das Präteritum einerseits als „Erzähltempus“ mit inchoativer Aktionsart, analog zum griechischen Aorist und zum lateinischen Perfekt; andererseits aber auch als eigentliches Imperfekt mit durativer (oder iterativer) Aktionsart, wie das griechische und lateinische Imperfekt. Wozu es nicht taugt, ist die Wiedergabe des griechischen Perfekts und des „eigentlichen“ lateinischen Perfekts, wo dies nämlich nicht als dem Aorist gleichwertiges Erzähltempus verwendet ist, sondern als echtes Perfekt für in der Vergangenheit abgeschlossene Vorgänge, deren Ergebnis nun in der Gegenwart des Sprechers vorliegt oder fortwirkt.

Im obigen Beispiel hat A. A. das dann Folgende gelesen und weiß es nun in dem Augenblicke, da sie schreibt, um es wiederzugeben. Darum wäre das Perfekt nötig gewesen: »Ich habe unlängst gelesen …«

Anders in folgendem Falle: »Ich las unlängst gemütlich ein Buch, als krachend ein Stein durchs Fenster flog und die Scheibe splitternd zerbarst.«

Da ist das Präteritum jedesmal korrekt angewandt: das erste als echtes Imperfekt (durativ: während ich las [„am Lesen war“], da passierte [plötzlich] etwas), die beiden andern als „Aoriste“ (inchoativ, punktuell auf Eintritt [oder Abschluß] der Handlung bezogen, nicht perfektiv, denn Stein und Scherben hat sie sicher längst weggeräumt).

Antwortete sie allerdings auf die Frage eines Besuchers: »Was tut denn da der Stein in deinem Wohnzimmer, und wieso liegen hier überall Scherben herum?«, dann müßte sie erwidern: »Ich las gemütlich ein Buch, als krachend der Stein durchs Fenster geflogen und die Scheibe splitternd zerborsten ist.« – Tempus perfectum, denn das Zeug liegt noch da.

Weil umgangssprachlich – ich beziehe mich aufs 20. Jht., im 21. möchte ich nicht mehr von Umgangs-Sprache reden, eher von Verständigungsgrunzen – weil also umgangssprachlich im Deutschen verbreitet das Perfekt als Erzähltempus das eigentlich richtige Präteritum ersetzt, geschieht es oft, daß derjenige, welcher sich schriftsprachlich korrekt ausdrücken will, hyperkorrekt auch da das Präteritum setzt, wo das Perfekt nicht bloß umgangssprachlich-nachlässig gesetzt würde, sondern wo es richtigerweise stehen muß, weil es eine perfektive Handlung bezeichnet.

In dieser Falle ertappte ich Sie gestern irgendwo und erinnerte mich, auch beim lieben T. T.³ schon mehrfach über dasselbe gestolpert zu sein. Nun also gesellt sich auch noch Frau A. A. dazu. – So viel für heute vom Institut zur Rettung der deutschen Sprache. – Von Nominierungen fürs Bundesverdienstkreuz bitte ich abzusehen.

¹ Numerius Negidius
² Aula Ageria
³ Titus Tertius
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holzi
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Re: Deutschschule

Beitrag von holzi »

Wie unser schwäbisch-orthodoxer Kollege N. immer sagte und schrieb: "Brüllus Maximus!"
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Lycobates
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lycobates »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Samstag 10. Oktober 2020, 18:09
Meine Orthographie bleibt vordeformatorisch.
Meine auch.
Jedenfalls versuche ich das.
Dabei kann allerdings nachdeformatorische „Verschmutzung“ durch Lektüren des letzten Vierteljahrhunderts auftreten.
(Hinweise sind willkommen)
Denn strikt „gelernt“ habe ich das bei uns im deutschen Hausunterricht nicht recht systematisch und meine eigentlichen Schulsprachen waren andere.
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Juergen
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Re: Deutschschule

Beitrag von Juergen »

Lycobates hat geschrieben:
Samstag 10. Oktober 2020, 19:48
Denn strikt „gelernt“ habe ich das bei uns im deutschen Hausunterricht nicht recht systematisch und meine eigentlichen Schulsprachen waren andere.
In der Regel lernt ein Muttersprachler seine Muttersprache nicht systematisch.
Wenn man sich mit Leuten unterhält, die Deutsch als Fremdsprache gelernt haben, dann haben die oft mehr theoretisches Wissen über die dt. Sprache als deutsche Muttersprachler. Man muß in der Regel auch nicht wissen, warum man etwas so und nicht anders sagt/schreibt, solange man es richtig macht.
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lycobates »

Schulevonathen hat geschrieben:
Donnerstag 8. Oktober 2020, 16:59
Wenn man Wikipedia glauben darf, heißt "Ambigramm" etwas völlig anderes als in dem Test suggeriert: Es ist kein Synonym zu "Palindrom" (wie der Test offensichtlich voraussetzt). Die Macher des Tests scheinen sich hier in peinlicher Weise geirrt zu haben.
"Ambigramm" ist eine Zwitterbildung.
Sowas sollte man nicht machen.
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lycobates »

Juergen hat geschrieben:
Samstag 10. Oktober 2020, 20:19
Lycobates hat geschrieben:
Samstag 10. Oktober 2020, 19:48
Denn strikt „gelernt“ habe ich das bei uns im deutschen Hausunterricht nicht recht systematisch und meine eigentlichen Schulsprachen waren andere.
In der Regel lernt ein Muttersprachler seine Muttersprache nicht systematisch.
[...]
Spätestens doch wohl, wenn er sie auch zu schreiben lernt.
Ich bin als Kind mit vier Sprachen gleichzeitig aufgewachsen (davon haben sich mir drei auf muttersprachlichem Niveau erhalten, dafür bin ich dankbar), zwei germanischen, zwei romanischen, aber zu schreiben habe ich sie nicht alle gleichzeitig gelernt.
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Juergen
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Re: Deutschschule

Beitrag von Juergen »

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 11. Oktober 2020, 00:01
Ich bin als Kind mit vier Sprachen gleichzeitig aufgewachsen…
Du hattest also keine Muttersprache.
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 11. Oktober 2020, 00:01
Juergen hat geschrieben:
Samstag 10. Oktober 2020, 20:19
Lycobates hat geschrieben:
Samstag 10. Oktober 2020, 19:48
Denn strikt „gelernt“ habe ich das bei uns im deutschen Hausunterricht nicht recht systematisch und meine eigentlichen Schulsprachen waren andere.
In der Regel lernt ein Muttersprachler seine Muttersprache nicht systematisch. [...]
Spätestens doch wohl, wenn er sie auch zu schreiben lernt.
Wirklich?
Wurden Dir systematisch z.B. die Regeln beigebracht, warum in bestimmten Konstruktionen der Dativ oder Akkusativ steht?
Gruß Jürgen

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Lycobates
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Re: Deutschschule

Beitrag von Lycobates »

Juergen hat geschrieben:
Sonntag 11. Oktober 2020, 02:06
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 11. Oktober 2020, 00:01
Ich bin als Kind mit vier Sprachen gleichzeitig aufgewachsen…
Du hattest also keine Muttersprache.
Ich habe einen sermo patrius, eine Muttersprache, und dann noch zwei andere ;)
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Juergen
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Re: Deutschschule

Beitrag von Juergen »

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 11. Oktober 2020, 23:37
Ich habe einen sermo patrius
Ist das ansteckend? :panisch:
Gruß Jürgen

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