Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

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Juergen
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Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Juergen »

Ich habe keine Lust in den vergrößerten Stimmbezirken lange mit „Schnüffel“ (so nennt meine „besserer Hälfte“ die Mund-Nasen-Bedeckung) vor Mund und Nase und mit eigenem Kuli in der Hand zu warten, bis ich wählen darf. Daher mache ich Briefwahl.
Meinen Wahlbrief habe ich heute fertig gemacht. :)

Alleine für den Posten des Bürgermeisters (derzeit CDU und er tritt wieder an) gibt es bei dieser Wahl acht Kandidaten. Ich vermute, die Zeiten sind vorbei, als der CDU-Kandidat gleichsam automatisch auf den Posten gehoben wurde. Naja, in der Vergangenheite hatten sich einige Parteien zusammengetan und einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt. Es gab dennoch keine Stichwahl. Mal schauen, wie es diesmal ausgeht. Ich tippe darauf, daß es eine Stichwahl geben wird.

Der alte Landrat tritt nicht mehr an. Da bin ich auch mal gespannt, wie es ausgeht, und ob wir da auf eine Stichwahl hinsteuern.

Bei Stadtrat und Kreistag wird es vermutlich auch zu Verschiebungen kommen. Alleine die Politik, daß Studenten, die hier ihren Erstwohnsitz anmelden, Geschenke bekamen wird, sich auf das Ergebnis in der Stadt auswirken, da diese Wähler erstmals in Paderborn wählen.
Gruß Jürgen

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Caviteño
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Caviteño »

Du bist spät dran - ich habe bereits letzten Montag meine Briefwahlunterlagen abgegeben...

Bei uns gab es vier Wahlzettel: Für OB, Stadtrat und Bezirksvertretung war klar, aber jetzt kommt erstmalig auch das sog. "Ruhrparlament" hinzu. Das soll es vorher auch schon gegeben haben, aber jetzt wird es direkt gewählt. Da sich auf diesem Wahlzettel viele Parteien tummeln scheint es ein Beweis zu sein, daß hier die 5%-Hürde nicht greift und somit keine wichtigen Entscheidungen dort gefällt werden. :D

Was dieses "Parlament" für Entscheidungskompetenzen besitzt, weiß ich nicht - wahrscheinlich Versorgungsposten für abgewählte Politiker von CDU und SPD. Also der Parteien, die mit dem Erstarken der Grünen und dem Auftreten der AfD nicht mehr soviele Sitze wie noch vor zwei oder drei Legislaturperioden bekommen werden.

Bei uns wird die Wahl des OB interessant. Der jetzige OB tritt nicht mehr an, er wurde vor fünf Jahren mit knapp 70% (! - da sind selbst die Bayern neidisch) gewählt. Jetzt hat die SPD die Kämmerin als Nachfolgekandidatin aufgestellt. Vermutlich ist es ein Erfolg, wenn sie nicht in die Stichwahl (womöglich noch gegen den Kandidaten der AfD) muß. ;D

Christian
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Christian »

Meine Briefwahlunterlagen sind heute auch angekommen. In NRW scheint es erhebliche Probleme mit den Briefwahlen zu geben.

Juergen
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Juergen »

Auf dem Rückweg von dem Messe kam ich an einer Schule bei mir um die Ecke vorbei. Ich habe noch nie bei einer Wahl so viele Leute draußen vor einem Wahllokal warten gesehen. Das Zusammenlegen von Stimmbezirken zeigt seine Wirkung. Aber die vielen Leute halten draußen nicht nur brav Abstand, sondern gehöriger Teil von ihnen trägt auch „Schnüffel“.

Brief zu wählen war also die richtige Entscheidung.
Gruß Jürgen

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Lupus
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Lupus »

nie rusumisch popolsku: Auf dem Weg von dem Messe??
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Juergen
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Juergen »

Lupus hat geschrieben:
Sonntag 13. September 2020, 15:03
nie rusumisch popolsku: Auf dem Weg von dem Messe??
Bei uns gibt es immer Messe und Aesse… Mittagesse und Abendesse :pfeif:

Gruß Jürgen

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Juergen
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Juergen »

Sieht ja bunt aus im neuen Paderborner Stadtrat. Die insgesamt 59 verteilen sich so:




Lokalpolitik ist schon lustig, z.B. in Hallenberg
Als Bürgermeister wurde der FDP-Kandidat mit 64,8% gewählt.
Der CDU-Kandidat bekam 35,2%

Im Rat sieht es so aus:
CDU 48,2% (-28,1)
FDP 46,3% (+46,3)
BfH 4,8% (-9,3)
SPD 0,8% (-8,8)

:roll:
Gruß Jürgen

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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Caviteño »

Bei uns hat die SPD 15% verloren, statt 50% liegt sie jetzt nur noch bei 35%. Ihre Kandidatin für den OB-Posten muß in die Stichwahl. Gewonnen haben AfD und Grüne, wobei die AfD in einigen Wahllokalen sogar noch zweitstärkste Partei - vor der CDU - wurde.

Daß ein mieses Ergebnis häufig an den aufgestellten Personen liegt, wurde in Bottrop deutlich. Dort wurde der OB-Kandidat der SPD mit 73,1% im Amt bestätigt. Man kann also gute Ergebnisse erzielen, wenn man Kandidaten aufstellt, die für den Wähler authentisch wirken. Eine Kämmerin, wie bei uns, deren Name vorher kaum jemand kannte oder Jungkandidaten ohne Berufsausbildung, dafür aber mit Migrahi, haben es dagegen deutlich schwerer.

Juergen
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Juergen »

Es ist auch interessant zu sehen, wie unhomogen in einzelnen Stimmbezirken gewählt wird.
Wenn man sich die Spitzenreiter pro Partei raussucht, wird das deutlich.
SB = Stimmbezirk / BWB = Briefwahlbezirk / WB Wahlbezirk

CDU: 67,60% im SB 243 / WB 24 (Ortsteil Sande)
SPD: 31,64% im SB 093 / WB 09 (Kernstadt PB)
Grüne: 27,79% im SB 121 / WB 12 (Kernstadt PB)
FDP: 15,41% im BWB 173 und 14,54% im SB 173 / beides WB 17 (Neuenbeken)
Freie Wähler: 7,79% im SB 041 / WB 04 (Kernstadt PB)
DIP: 19,57 im BWB 018 / WB 18 (Dahl) und 9,84% im SB 101 / WB 10 (Kernstadt PB)
Piraten: 7,97% im BWB 004 / WB 04 und 7,12% im SB 082 / WB 08 (jeweils Kernstadt PB)
AfD: 10,11% im SB 052 / WB 04 (Kernstadt PB)


Karte mit Wahlbezirken
https://www.paderborn.de/microsite/wahl ... 200207.pdf

Wenn man weiß, welche Klientel in welchen Stadtgebieten wohnt, verwunden die Zahlen nicht unbedingt.
Gruß Jürgen

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Fuchsi
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Fuchsi »

Juergen hat geschrieben:
Montag 14. September 2020, 20:10
Es ist auch interessant zu sehen, wie unhomogen in einzelnen Stimmbezirken gewählt wird.
Wenn man sich die Spitzenreiter pro Partei raussucht, wird das deutlich.
SB = Stimmbezirk / BWB = Briefwahlbezirk / WB Wahlbezirk

CDU: 67,60% im SB 243 / WB 24 (Ortsteil Sande)
SPD: 31,64% im SB 093 / WB 09 (Kernstadt PB)
Grüne: 27,79% im SB 121 / WB 12 (Kernstadt PB)
FDP: 15,41% im BWB 173 und 14,54% im SB 173 / beides WB 17 (Neuenbeken)
Freie Wähler: 7,79% im SB 041 / WB 04 (Kernstadt PB)
DIP: 19,57 im BWB 018 / WB 18 (Dahl) und 9,84% im SB 101 / WB 10 (Kernstadt PB)
Piraten: 7,97% im BWB 004 / WB 04 und 7,12% im SB 082 / WB 08 (jeweils Kernstadt PB)
AfD: 10,11% im SB 052 / WB 04 (Kernstadt PB)


Karte mit Wahlbezirken
https://www.paderborn.de/microsite/wahl ... 200207.pdf

Wenn man weiß, welche Klientel in welchen Stadtgebieten wohnt, verwunden die Zahlen nicht unbedingt.
10 Prozent AfD in der Kernstadt PB - wie kommt denn das? Gibts da Ecken, wo Leute vergleichbare Probleme wie in Gelsenkirchen oder im Dortmunder Norden haben?

Fuchsi
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Fuchsi »

Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 10:09
Juergen hat geschrieben:
Montag 14. September 2020, 20:10
Es ist auch interessant zu sehen, wie unhomogen in einzelnen Stimmbezirken gewählt wird.
Wenn man sich die Spitzenreiter pro Partei raussucht, wird das deutlich.
SB = Stimmbezirk / BWB = Briefwahlbezirk / WB Wahlbezirk

CDU: 67,60% im SB 243 / WB 24 (Ortsteil Sande)
SPD: 31,64% im SB 093 / WB 09 (Kernstadt PB)
Grüne: 27,79% im SB 121 / WB 12 (Kernstadt PB)
FDP: 15,41% im BWB 173 und 14,54% im SB 173 / beides WB 17 (Neuenbeken)
Freie Wähler: 7,79% im SB 041 / WB 04 (Kernstadt PB)
DIP: 19,57 im BWB 018 / WB 18 (Dahl) und 9,84% im SB 101 / WB 10 (Kernstadt PB)
Piraten: 7,97% im BWB 004 / WB 04 und 7,12% im SB 082 / WB 08 (jeweils Kernstadt PB)
AfD: 10,11% im SB 052 / WB 04 (Kernstadt PB)


Karte mit Wahlbezirken
https://www.paderborn.de/microsite/wahl ... 200207.pdf

Wenn man weiß, welche Klientel in welchen Stadtgebieten wohnt, verwunden die Zahlen nicht unbedingt.
10 Prozent AfD in der Kernstadt PB - wie kommt denn das? Gibts da Ecken, wo Leute vergleichbare Probleme wie in Gelsenkirchen oder im Dortmunder Norden haben?
Ja was ist denn nun los in der Kernstadt von PB? Die Grünen, das werden Studenten sein, aber AfD???

Juergen
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Juergen »

Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 11:21
Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 10:09
juergen hat geschrieben:Wenn man weiß, welche Klientel in welchen Stadtgebieten wohnt, verwunden die Zahlen nicht unbedingt.
10 Prozent AfD in der Kernstadt PB - wie kommt denn das? Gibts da Ecken, wo Leute vergleichbare Probleme wie in Gelsenkirchen oder im Dortmunder Norden haben?
Ja was ist denn nun los in der Kernstadt von PB? Die Grünen, das werden Studenten sein, aber AfD???
Da muß man auf die Ergebnisse in den Wahlbezirken und auf die Karte gucken
https://wahlen.regioit.de/2/km2020/0577 ... wahlb.html

Die Direktkandidaten der Grünen haben in den Wahlbezirken 08, 09, 12, 13 gewonnen. (grün markiert)
In Wahlbezirk 10 gab es einen Losentscheid, da CDU und Grüne Stimmengleicheit hatten. Der Bezirk wird neu ausgezählt. (grün-schwarz markiert)
Die AfD war mit 15,36% sehr stark in Wahlbezirk 5 = "auf der Lieth" und mit 12,43% in Wahlbezirk 4 = "Kaukenberg". (blau markiert)

Bei den Grünen tippe ich eher auf die typische grünen Klientel nebst Studenten und minderjährigen Wählern.

Auf dem Kaukenberg gibt es einen recht hohen Anteil von Bürgern mit osteuropäischen Wurzeln. Der Ruf des Kaukenbergs ist allgemein eher schlecht; ob zu recht oder nicht, sei mal dahingestellt. Auf der Lieth ist der Anteil der Menschen mit osteuropäischem Hintergrund nicht so hoch aber doch wohl höher als im Durchschnitt. Der Ruf ist allerdings deutlich besser als der des Kaukenbergs. Dort wird recht viel gebaut, insbesondere auch Einfamilienhäuser.
Bild: https://i.imgur.com/AoDicyG.jpg (links Lieth / rechts Kaukenberg)

Zum Kaukenberg gab es im Vorfeld der Wahl einen Zeitungsartikel:
Westfalenblatt: Warum die AfD im Paderborner Stadtteil so beliebt ist und was die anderen Parteien sagen – Auf Stimmenfang am Kaukenberg

Und hier ein Bericht nach der Bundestagswahl in der "Roten" (Neuen Westfälischen) : AfD dominiert auf dem Kaukenberg und auf der Lieth

Bild
Gruß Jürgen

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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Fuchsi »

Erstmal vielen Dank für Deine ausführlche AW.. :ja:

Da hatte ich ja tendenziell Recht, dass AfD-Wähler nicht gerade überdurchschnittlich krisensicher verbeamtet sind :breitgrins: und in "netten Gegenden" wohnen dürfen :unbeteiligttu:

Neu war mir zumindest bis zur Wahl am Sonntag, dass sich Russlanddeutsche frustriert der AfD zuwenden, dass passt aber dazu, was ich mal über das Phänomen "Rechtsregierungen in Osteuropa" (Orban und Co.) las. Menschen, die das durch sozialistische Hottentottenwirtschaft angerichtete Chaos hinter sich lassen wollten, sind nach eigener Ansicht mit dem "geradeaus, Recht und Ordnung" ganz gut bedient.

Dass Russlanddeutsche sich mittlerweile von der CDU verraten fühlen, dass war mir aber bereits bekannt...

Hier bei der Kreistagswahl war der AfD-Kandidat übrigens dem Vornamen nach ziemlich sicher auch ein Russlanddeutscher. :breitgrins:

Juergen
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Juergen »

Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 18:17
Neu war mir zumindest bis zur Wahl am Sonntag, dass sich Russlanddeutsche frustriert der AfD zuwenden, dass passt aber dazu, was ich mal über das Phänomen "Rechtsregierungen in Osteuropa" (Orban und Co.) las. Menschen, die das durch sozialistische Hottentottenwirtschaft angerichtete Chaos hinter sich lassen wollten, sind nach eigener Ansicht mit dem "geradeaus, Recht und Ordnung" ganz gut bedient.
Es ist wie in dem Artikel der NW steht:
…Die aus Tunesien stammende Saida Samah sieht das AfD-Abschneiden positiv. Die alleinerziehende Mutter habe studiert und sich alles erarbeitet – da sei es ungerecht, wenn Flüchtlinge „alles bekommen". Sie fordert höhere Hürden bei der Anerkennung von Flüchtlingen…
So etwas ähnliches höre ich auch von Arbeitskollegen, die aus Osteuropa stammen. Die sagen mir, sie hätten immer gearbeitet – oft im untersten Lohnniveau – um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen. Dies alleine aus der inneren Einstellung, weil sie zu stolz dafür waren, beim Amt „betteln“ zu gehen.
Diese sehen nun, wie scheinbar oder tatsächlich die neu Zugereisten mit den Wohltaten des Sozialstaates überschüttet werden. Das halten sie für ungerecht.
Es ist schon eine gewisse Ironie in der Sache, daß jene, die selbst irgendwann mal nach Deutschland gekommen sind, jetzt ausgerechnet die sind, die über Migranten schimpfen und Parteien wählen, die sich gegen Zuwanderung aussprechen.
Gruß Jürgen

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Caviteño
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Caviteño »

Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 10:09
10 Prozent AfD in der Kernstadt PB - wie kommt denn das? Gibts da Ecken, wo Leute vergleichbare Probleme wie in Gelsenkirchen oder im Dortmunder Norden haben?
Bis auf den nördlichen Stadtteil Buer hat die AfD in allen Bezirken in Gelsenkirchen ein zweistelliges Ergebnis eingefahren. Absoluter Spitzenreiter ist Erle-Süd, wo sie knapp 20% (19,3%) erzielte. In den Brennpunkten lag sie bei 15%+.

Für die SPD ist das Wahlergebnis verheerend. Sie hat ca. 14.000 Stimmen verloren, während die Grünen ca. 4.600 und die AfD 5.800 Stimmen hinzugewonnen haben; die CDU ist ungefähr gleich geblieben. Die Wahlbeteiligung lag knapp über 40% (41,5%).
Wie die SPD ihre alten Wähler wieder an die Wahlurne bringen will, weiß ich nicht. Aber wenn sie in Gelsenkirchen und im Ruhrgebiet solche Verluste hat, brauch sie keinen "Kanzler"kandidaten aufzustellen - sie wird höchstens den 3. Platz belegen, wenn sie überhaupt auf's Siegertreppchen kommt.

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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Caviteño »

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 18:31
Es ist wie in dem Artikel der NW steht:
…Die aus Tunesien stammende Saida Samah sieht das AfD-Abschneiden positiv. Die alleinerziehende Mutter habe studiert und sich alles erarbeitet – da sei es ungerecht, wenn Flüchtlinge „alles bekommen". Sie fordert höhere Hürden bei der Anerkennung von Flüchtlingen…
So etwas ähnliches höre ich auch von Arbeitskollegen, die aus Osteuropa stammen. Die sagen mir, sie hätten immer gearbeitet – oft im untersten Lohnniveau – um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen. Dies alleine aus der inneren Einstellung, weil sie zu stolz dafür waren, beim Amt „betteln“ zu gehen.
Diese sehen nun, wie scheinbar oder tatsächlich die neu Zugereisten mit den Wohltaten des Sozialstaates überschüttet werden. Das halten sie für ungerecht.
Es ist schon eine gewisse Ironie in der Sache, daß jene, die selbst irgendwann mal nach Deutschland gekommen sind, jetzt ausgerechnet die sind, die über Migranten schimpfen und Parteien wählen, die sich gegen Zuwanderung aussprechen.
Das kann ich auch für die phil. Bekannten meiner Frau bestätigen.

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Edi
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 18:46
Juergen hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 18:31
Es ist wie in dem Artikel der NW steht:
…Die aus Tunesien stammende Saida Samah sieht das AfD-Abschneiden positiv. Die alleinerziehende Mutter habe studiert und sich alles erarbeitet – da sei es ungerecht, wenn Flüchtlinge „alles bekommen". Sie fordert höhere Hürden bei der Anerkennung von Flüchtlingen…
So etwas ähnliches höre ich auch von Arbeitskollegen, die aus Osteuropa stammen. Die sagen mir, sie hätten immer gearbeitet – oft im untersten Lohnniveau – um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen. Dies alleine aus der inneren Einstellung, weil sie zu stolz dafür waren, beim Amt „betteln“ zu gehen.
Diese sehen nun, wie scheinbar oder tatsächlich die neu Zugereisten mit den Wohltaten des Sozialstaates überschüttet werden. Das halten sie für ungerecht.
Es ist schon eine gewisse Ironie in der Sache, daß jene, die selbst irgendwann mal nach Deutschland gekommen sind, jetzt ausgerechnet die sind, die über Migranten schimpfen und Parteien wählen, die sich gegen Zuwanderung aussprechen.
Das kann ich auch für die phil. Bekannten meiner Frau bestätigen.
Hat nicht der Schäuble, wenn ich mich recht erinnere, den Schuß dafür bekommen, weil er damals die Zuwanderer gefördert hatte und Deutsche sich ungerecht behandelt fühlten im Vergleich ? Den Täter hat man dann meines Wissens für irre und unzurechnungsfähig erklärt, aber so ganz falsch war seine Behauptung ja nicht.

In Friedrichshafen hing damals in einem Amt am schwarzen Brett ein Gedicht, das per Fax an alle möglichen Adressen, auch Firmenadressen darunter, ging und dieses Problem sarkastisch auf den Punkt brachte, wer auch immer dieses Gedicht per Fax versandt hatte.
Freilich hat die Behörde dieses Pamphlet schnell entfernen lassen.
Die Politikern lernen nichts. Gerade haben wieder zwei SPD-Obere dem Volk weis gemacht, alle unberechtigt in Deutschland weilenden Zuwanderer müssten das Land verlassen, wohl wissend, dass hunderttausende nicht ausgewiesen werden (können), sei es aus rechtlichen oder anderen Gründen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Fuchsi
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Fuchsi »

Und hier im ländlichen Raum ist die AfD eher marginalisiert, nur in den allerwenigsten Kommunen hat sie nennenswerte Ergebnisse vorzuweisen. Gronau hat einige soziale Probleme mehr als der Rest der Münsterlandkreise und daher auch mehr AfD-Prozente.

Die Grünen liegen überall bei 18 - 22 Prozent, einige "vergrünte" Kommunen haben denen 30 % beschert. Telgtes Grüne haben satte 41% bekommen. Da weiss man ja was sich dort mittlerweile für ein Milieu etabliert hat. Von Münster raus aufs Land gezogen... nee was idyllisch dieses Städtchen... Mir kamen einige neue Läden in Telgte recht wunderlich vor... Da gabs Dinge wie (übertrieben gesagt) gefilzte Seifenschalen für Bioschafsmilchseife mit Kräutern... :D

nur in 2 Kommunen meine ich waren die Grünen einstellig, Hopsten 7 %...

Die SPD war hier nie besonders erfolgreich... Ausser altkreis Tecklenburg... Dessen katholische Anteile waren aber traditionell stramm CDU. Merkwürdig der Bürgermeister von Hörstel, SPD, 74%...

Die CDU hat in ein paar Westmünsterlandkommunen ü50% bekommen. Aber lange nicht mehr so flächendeckend wie noch vor wenigen Jahren...

Komisch war Emsdetten, Stadt der Millionäre, auch sonst gediegen wohlhabend, FDP-freundlich, diesmal gibts eine Stichwahl zwischen SPD und Grünen, wobei er Grüne Kandidat vorgestern die Nase vorn hatte. CDU-Bürgermeisterkandidat ganz gegen den Trend bei 15 % :hmm: Die Linke hat für ihren Bürgermeisterkandidaten 5%+ bekommen

RomanesEuntDomus
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von RomanesEuntDomus »

Edi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 19:26
Hat nicht der Schäuble, wenn ich mich recht erinnere, den Schuß dafür bekommen, weil er damals die Zuwanderer gefördert hatte und Deutsche sich ungerecht behandelt fühlten im Vergleich ?
"Der Schäuble" hat "zwei Schüsse bekommen", und zwar aus einem halben Meter Entfernung, einen ins Rückenmark, den anderen in den Kiefer. Sein Leibwächter hat ebenfalls "einen Schuss bekommen". Die Munition bestand aus sogenannten Dumdum-Geschossen, die selbst im Krieg als völkerrechtswidrig gelten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_ ... %C3%A4uble
Beim Attentat auf Wolfgang Schäuble am 12. Oktober 1990 verletzte der psychisch kranke Dieter Kaufmann den damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble sowie einen weiteren Mann während einer Wahlkampfveranstaltung in Oppenau durch Revolverschüsse schwer.
Der Attentäter und seine Begründung:
Wegen Drogenhandels saß er in Deutschland bis 1988 im Gefängnis. Nach seiner Entlassung war er der Überzeugung, der bundesdeutsche Staat bedrohe seine Bürger im Allgemeinen und ihn im Besonderen. In seiner Vernehmung nach dem Attentat gab er als Motiv an, Bürger würden mittels „elektrischer Wellen“ und „Lauttechnik“ gefoltert und ihnen „elektrolytisch erhebliche Schmerzen“ zugefügt, unter anderem „im Zwölffingerdarm und im Kopf“. Schäuble sei einer der Hauptverantwortlichen, ein alternatives Ziel sei Bundeskanzler Kohl gewesen. Kaufmann wurde im Prozess aufgrund paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie für schuldunfähig erklärt, unbefristet in eine Klinik eingewiesen und im Herbst 2004 entlassen.
Die Konsequenzen:
Bei den Sicherheitsbehörden führten die Attentate des Jahres 1990 zu einem Umdenken. Bis zu diesem Zeitpunkt galt der Terrorismus, insbesondere der von der Roten Armee Fraktion (RAF) verübte, als die größte Gefahr für Politiker. Seitdem werden auch psychisch kranke Einzeltäter als Bedrohung wahrgenommen.

Edi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 19:26
... aber so ganz falsch war seine Behauptung ja nicht.
Ich muss neidlos zugeben: Das ist eine äußerst gelungen und elegante Überleitung vom Thema Drogensucht, Mordversuch und Irrenhaus zum ursprünglichen Thema NRW-Kommunalwahlen, und hier insbesondere das Abschneiden der AfD!

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holzi
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von holzi »

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 18:46
Das kann ich auch für die phil. Bekannten meiner Frau bestätigen.
Und ich für die brasilianischen Bekannten und Verwandten meiner Frau ebenfalls.
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

Caviteño
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Caviteño »

Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 20:02
Die Grünen liegen überall bei 18 - 22 Prozent, einige "vergrünte" Kommunen haben denen 30 % beschert. Telgtes Grüne haben satte 41% bekommen. Da weiss man ja was sich dort mittlerweile für ein Milieu etabliert hat. Von Münster raus aufs Land gezogen... nee was idyllisch dieses Städtchen... Mir kamen einige neue Läden in Telgte recht wunderlich vor... Da gabs Dinge wie (übertrieben gesagt) gefilzte Seifenschalen für Bioschafsmilchseife mit Kräutern... :D
Das ist doch nicht besonders hoch, wenn ich mir das Ergebnis in Münster anschaue, wo die Grünen bei 30% liegen und fast die CDU (32,7%) erreichen. Klar, Münster mit Studenten und Beamten, da sind die Bewohner natürlich meilenweit von den Problemen anderer Städte seines Regierungsbezirks entfernt. Es hat sicherlich schon seine Gründe, daß das Ruhrgebiet "von außen" regiert wird und die Städte dort drei verschiedenen Regierungspräsidien (Münster, Arnsberg, Düsseldorf) unterstehen.

Im übrigen hat sich wieder einmal gezeigt, daß die höchsten und niedrigsten Ergebnisse für die AfD nur gut 50 KM auseinanderliegen. Münster = 2,2%, Gelsenkirchen = 12,9%.
Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 20:02
Die CDU hat in ein paar Westmünsterlandkommunen ü50% bekommen. Aber lange nicht mehr so flächendeckend wie noch vor wenigen Jahren...
Die Ergebnisse des Westmünsterlandes haben mich auch interessiert; ist ja schließlich mein Rad-Ausflugsgebiet.
Im Kreis Borken für die CDU fast 50% (49,4%), mit dem höchsten Ergebnis in Reken (60,76%). Dort wohnen viele Pendler, die dann ins Ruhrgebiet fahren. Erstaunlich auch die hohe Wahlbeteiligung von über 60%.
Im Kreis Coesfeld erreichte die CDU 47%; die Spannbreite beträgt 57% (Olfen) und nur 39% (Havixbeck - das verwundert mich doch). Auch hier gab es mit 62% eine hohe Wahlbeteiligung.

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holzi
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von holzi »

Die stumme Hälfte - von den Nichtwählern
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Fuchsi
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Re: Kommunalwahl NRW 2020 (13. Sept.)

Beitrag von Fuchsi »

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 16. September 2020, 12:26
Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 20:02
Die Grünen liegen überall bei 18 - 22 Prozent, einige "vergrünte" Kommunen haben denen 30 % beschert. Telgtes Grüne haben satte 41% bekommen. Da weiss man ja was sich dort mittlerweile für ein Milieu etabliert hat. Von Münster raus aufs Land gezogen... nee was idyllisch dieses Städtchen... Mir kamen einige neue Läden in Telgte recht wunderlich vor... Da gabs Dinge wie (übertrieben gesagt) gefilzte Seifenschalen für Bioschafsmilchseife mit Kräutern... :D
Das ist doch nicht besonders hoch, wenn ich mir das Ergebnis in Münster anschaue, wo die Grünen bei 30% liegen und fast die CDU (32,7%) erreichen. Klar, Münster mit Studenten und Beamten, da sind die Bewohner natürlich meilenweit von den Problemen anderer Städte seines Regierungsbezirks entfernt. Es hat sicherlich schon seine Gründe, daß das Ruhrgebiet "von außen" regiert wird und die Städte dort drei verschiedenen Regierungspräsidien (Münster, Arnsberg, Düsseldorf) unterstehen.

Im übrigen hat sich wieder einmal gezeigt, daß die höchsten und niedrigsten Ergebnisse für die AfD nur gut 50 KM auseinanderliegen. Münster = 2,2%, Gelsenkirchen = 12,9%.
Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 15. September 2020, 20:02
Die CDU hat in ein paar Westmünsterlandkommunen ü50% bekommen. Aber lange nicht mehr so flächendeckend wie noch vor wenigen Jahren...
Die Ergebnisse des Westmünsterlandes haben mich auch interessiert; ist ja schließlich mein Rad-Ausflugsgebiet.
Im Kreis Borken für die CDU fast 50% (49,4%), mit dem höchsten Ergebnis in Reken (60,76%). Dort wohnen viele Pendler, die dann ins Ruhrgebiet fahren. Erstaunlich auch die hohe Wahlbeteiligung von über 60%.
Im Kreis Coesfeld erreichte die CDU 47%; die Spannbreite beträgt 57% (Olfen) und nur 39% (Havixbeck - das verwundert mich doch). Auch hier gab es mit 62% eine hohe Wahlbeteiligung.
Havixbeck - das ist ungefähr "MS-Kreuzviertel Dependance Baumberge" :D, ebenso Altenberge, Telgte (Grüne 41% [Punkt]).

In Vreden hat die CDU noch ein gutes Ergebnis. In Stadtlohn, früher auch Ü50%, hingegen abgesackt...

Ich meine, die Dystopie, die man 1970 für 2020 hätte fabulieren können, ist wahr geworden: Das Land wird von Leuten mit äusserst seltsamen Ängsten und Befürchtungen regiert. Unverständliche Massnahmen werden ergriffen. Ein Zeitreisender würde sich verwundert die Augen reiben. Keine schwebenden Autos, nein überall Masken, donnerstags staatlicherseits verordneter Eintopfsonntag, äh nein Veggie-Day, freitagshüpfende Pennäler (eher eine Jeunesse doree) mit diffusen Ängsten.... usw usw etc pp

Deutschland wird zur Zeit von idealistisch durchhaltenden Leistungsträgern am Laufen gehalten und vom früheren Wohlstand ("Rücklagen"). Sind diese aufgebraucht und brechen die immer weniger werdenden Leistungsträger zusammen oder werden alt. Tja... was dann? Dazu: Hier gibts zwei alteingesessene Bekleidungsgeschäfte, eines hat vor etlichen Jahren einen Nachfolger gefunden, das andere jetzt aktuell nicht (potentielle Nachfolger hüpfen noch oder sind längst im Staatsdienst) und gibt auf... Was kommt in die leerstehende Immobilie rein? Vielleicht ein Pflegedienst, ja, der ist wichtig, kostet aber Geld, das Leistungsträger erwirtschaften müssten. Oder ein Showroom eines lokalen Handwerksbetriebes, sowas haben wir bereits... Und falls der nur mit dem Bau von Flüchtlingsunterkünften oder sonstigen staatlich gesteuerten/finanzierten Massnahmen nennenswerten Umsatz machen kann... tja dann GN8...

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