Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

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Bruder Donald
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 13. Februar 2020, 17:34

Etienne hat geschrieben:
Donnerstag 13. Februar 2020, 16:41
Ich verstehe die Angst vor verheirateten Priestern nicht wirklich.
Ich finde die Lösung der orthodoxen Kirche, (der evangelischen) realistischer.
Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe.
Bei den orthodoxen musst du bereits verheiratet sein, wenn du zum Priester geweiht werden möchtest, und falls ich mich richtig entsinne (man möge mich korrigieren), darfst du nicht nochmal heiraten, falls die Frau verstirbt oder abhaut.
Und das wäre jetzt soooooooo viel besser? Erstmal eine Frau finden, die den ganzen Quatsch mitmacht. Und wenn sie vor dir stirbt, ändert es ja kaum was an der vielbeschworenen "Alterseinsamkeit".
Bei den Protestanten, ja, da ist es komplett anders aber die haben ja auch keine Priester.

Warum denken die Modernisten eigentlich, dass im Falle der Zölibatslockerung die Kirche einen anderen Weg als die Orthodoxen gehen würde???
Selbst in Lauralarissas hypothetischen Fall, könnte der Priester seine Geliebte nicht heiraten! Mal darüber ernsthaft realistisch nachgedacht, bevor man parolenhaft Forderungen stellt?
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Sempre
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Sempre » Donnerstag 13. Februar 2020, 18:40

Bruder Donald hat geschrieben:
Donnerstag 13. Februar 2020, 14:56
Schönborn betont Dringlichkeit der Evangelisierung
Er selbst habe auf der Synode mehrfach gefragt, „warum in Amazonien die Pfingstler, die Evangelikalen, die Freikirchen einen solchen Erfolg haben“, erinnert sich Schönborn. Dieses Thema sei sonst kaum angesprochen worden. „Aber eines wurde meist als Ursache genannt: Die Pfingstler sprechen direkt von Jesus Christus. Sie verkünden das Kerygma, während die katholische Verkündigung dies zu wenig tue.“ Die Prämisse zur Pastoral in Amazonien sei „die Dringlichkeit der Evangelisierung“, so Kardinal Schönborn.
Da gibt es wohl noch einen viel wichtigeren Grund: Die Pfingstler sind weit überwiegend politisch "konservativ" und sammeln daher die Leute ein, denen das ganze ewige linke Indianer- und Armengeschrei, Umweltgedönse usf. auf den Zünder geht. Man braucht Arbeitsplätze und keine wirtschaftlichen Schikanen.

In jüngerer Zeit kommt hinzu: Die Amazonassynode wurde vom hiesigen Verfassungsschutz wegen linksextremem Aktivismus gegen die Regierung überwacht. Das Schreiben von Jorge Bergoglio jetzt klagt den Präsidenten ohne Namensnennung an, ein Verbrecher zu sein, und derselbe Jorge trifft sich heute oder demnächst mit dem als Verbrecher verurteilten linken Altpräsidenten Luiz Inàcio Lula da Silva. Außerdem der Zusammenhang mit den US-Freikirchlern, Netanjahu, Trump etc.
Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Sempre » Donnerstag 13. Februar 2020, 18:53

P.S.: Und natürlich das Thema Perversionen, die die Prediger des neuen Pfingsten dulden oder fördern, die von den evangelikalen Pfingstlern aber verurteilt werden.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Etienne » Donnerstag 13. Februar 2020, 18:54

Das Priesteramt ist nicht notwendigerweise an den Zölibat gebunden, das ist auch in unserer Kirche so (r.kath.)
Natürlich spricht unsere r. kath. Tradition für den Zölibat.
Ich finde es auch eine wertvolle Tradition. Allerdings spricht auch einiges dagegen.
Für mich erscheint es unrealistisch zölibatär als Pfarrer zu leben, und das ist nicht nur in Mitteleuropa so. Auch z.B. in Afrika (wo "lustigerweise" manche Bischöfe begeistert für etwas sind was es in der Praxis selten gibt)
Einen grossen Nachteil sehe ich in der Tatsache das sehr viele Homosexuelle, ob geoutet oder nicht (mit all den Verdrehtheiten die das mit sich bringt), das Bild des Priesters heute leider bestimmen.
Alles in Allem wäre ich für die Möglichkeit das "Weltpriester" heiraten "dürfen."
Das wäre sicher erstmal eine krasse Veränderung aber ich glaube es hätte viel mehr Vor, als Nachteile.
Ich selber kann auch gut mit der Regelung wie sie jetzt ist leben. Aber doch glaube ich das der "Pflichtzölibat" für Priester der Kirche mehr schadet als hilft...

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 13. Februar 2020, 19:17

Etienne hat geschrieben:
Donnerstag 13. Februar 2020, 18:54
Das wäre sicher erstmal eine krasse Veränderung aber ich glaube es hätte viel mehr Vor, als Nachteile.
Ich selber kann auch gut mit der Regelung wie sie jetzt ist leben. Aber doch glaube ich das der "Pflichtzölibat" für Priester der Kirche mehr schadet als hilft...
Ganz ehrlich: Wir alle haben jetzt die Wahl uns mit den gegebenen Tatsachen zu arrangieren oder nicht. Entweder man akzeptiert die katholische Realität und macht auf dieser Basis das Beste daraus oder man verkriecht sich weiter in seine Höhle und meckert, wie doof doch alles ist und das so nicht sein sollte. Sei Teil vom großen Ganzen und engagiere dich oder blockiere weiterhin echte Reformen mit ewiggestrigen Forderungen! (Bist jetzt nicht persönlich du damit angesprochen)
Ich kann dieses Gejammere und Mimimi echt nicht mehr hören! Am Ende ist es s...egal, ob wir Priester*Innen haben oder nicht, sondern es zählt nur, wie authentisch man den Glauben vermittelt und auch selbst lebt! Kann aber eben nichts daraus werden, wenn man stattdessen einen Schwerpunkt darauf legt, ob nun verheiratete Männer oder Frauen zum Weiheamt zugelassen werden.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Trisagion » Donnerstag 13. Februar 2020, 20:40

Bruder Donald hat geschrieben:
Donnerstag 13. Februar 2020, 19:17
Am Ende ist es s...egal, ob wir Priester*Innen haben oder nicht, sondern es zählt nur, wie authentisch man den Glauben vermittelt und auch selbst lebt!
Mach mal langsam. :nuckel: Der authentische christliche Glaube kennt keine Priesterinnen. Insofern kann man das weder vermitteln noch leben. Etwaige Beschwerden sind am Jüngsten Tag beim Herren einzureichen.

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Juergen » Donnerstag 13. Februar 2020, 21:09

Etienne hat geschrieben:
Donnerstag 13. Februar 2020, 12:31
Naja..."jeder" weiss doch das das Priesteramt nicht grundsätzlich an den Zölibat gebunden ist.
Da machst Du Dir die Sache viel zu einfach. Priesteramt und Zölibat hängt sehr eng miteinander zusammen. Zwei Stichworte dazu wären: Die Berufung als Wesen des Priester und die Evangelischen Räte.

Mit Blick auf die Ostkirche muß auch die Frage erlaubt sein, ob sich vielleicht der Osten mit seiner Praxis auf einem Holzweg befindet.
Gruß Jürgen

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 00:17

Trisagion hat geschrieben:
Donnerstag 13. Februar 2020, 20:40
Der authentische christliche Glaube kennt keine Priesterinnen. Insofern kann man das weder vermitteln noch leben.
Das stimmt allerdings auch wieder.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Juergen
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Juergen » Freitag 14. Februar 2020, 07:05

Confusionen:
Vatican spokesman: Pope’s Amazon synod exhortation is ‘magisterium…final document is not’
…The cardinal’s comments left members of the Vatican press corps perplexed.

Veteran Italian journalist Sandro Magister summed up the problem, saying: “In the exhortation there’s not a word regarding the priestly ordination of married men. But in the synod’s final document there is […] Does this mean a bishops’ conference can take the final document as a springboard to decide on matters concerning the priestly ordination of married men?”

Cardinal Czerny said he didn’t recall saying the final document is included in the papal magisterium but that the various and particular proposals “remain on the table” and that the Pope “encourages the Church in the Amazon and the Church everywhere” to “apply [them] in proportion to the reality in which they find themselves.”

Seeking to clear up the confusion, Vatican spokesman Matteo Bruni said: “The apostolic exhortation [Querida Amazonia] is magisterium. The final document is not magisterium.”
Gruß Jürgen

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Etienne » Freitag 14. Februar 2020, 07:57

Die katholische Realität ist, dass das Priesteramt nicht wesenhaft mit dem Zölibat verbunden ist!
Etwas anderes hat auch Papst Benedikt nicht sagen können.
Was er allerdings sagen könnte ist das er verheiratete Priester wünscht und wäre dabei ganz katholisch auch römisch katholisch.
Er hat es nicht getan und hat meiner Meinung nach deutlich die wesenhafte Bedeutung und Würde des Priesteramtes herausgestellt...

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Ralf » Freitag 14. Februar 2020, 08:22

Nun ist es wie es ist. Schon Josef Ratzinger hat zwar als nicht wenig belesener Theologieprof. verheiratete Priester als Möglichkeit gesehen (allerdings natürlich in der apostolischen Tradition der Heirat vor der Weihe), doch aus in meinen Augen guten Gründen jetzt die Wichtigkeit des Zölibat klug thematisiert.

Es tut der Kirche nicht gut, aus externem Druck (denn die Treiber waren säkular Denkende, ob innerhalb oder außerhalb der Kirche) ein wichtiges Gut aufzugeben. Moden sollte man erst folgen, wenn sich nach mindestens 200 Jahren herausgestellt hat, daß es keine mehr sind.

Was also tun? Der Amazonas "rettet" das deutsche Modell der Versorgerkirche also auch nicht. Mag es sein, daß vielleicht der Papst dieses Modell gar nicht so toll findet?

Ich zitiere mal (darf ich das?) aus der bei Reformern nicht allzu geliebten Tagespost (bitte alle abonnieren!), die hier über Johann Baptist Metz schreibt, der bei Reformern zwar beliebt war, aber womöglich auch nur deshalb, weil sie ihn nicht wirklich verstanden oder ihm nicht richtig zuhörten (zu einem Vortrag von 1980):
Die Tagespost vom 01.02.2020 hat geschrieben:Er wolle „nicht in erster Linie Euren Beifall, sondern Eure Nachdenklichkeit“, erklärt der Theologe dem Publikum dieser in einem – dem eigenen Selbstverständnis nach – „progressiven“ Sinne kirchenkritisch ausgerichteten Veranstaltung; und er scheut sich nicht, seinen Zuhörern vorzuhalten, ihre Kirchenkritik sei „allzu ausschließlich autoritätsfixiert“: Aus ihr spreche die Vorstellung, „alles an kirchlicher Erneuerung“ hinge wesentlich davon ab, dass „der Papst und die Bischöfe sich ändern“; wer jedoch eine wirkliche Erneuerung der Kirche „von unten“ her erstrebe, der müsse erst einmal bei sich selbst anfangen. Damit nicht genug, übt Metz scharfe Kritik an der bloß vermeintlichen Fortschrittlichkeit eines kirchenreformerischen Programms, das auf eine „Verwandlung des Christentums in bürgerliche Religion“ abzielt – oder anders ausgedrückt: das darauf hinausläuft, „die Erneuerung der Kirche nicht auf der Basis des Evangeliums, sondern auf der Basis dieser bürgerlichen Religion [zu] suchen“. Das Resultat sei, so Metz, eine „Angebots- beziehungweise Servicekirche“, in der Gott „zwar zitierfähig, aber kaum mehr anbetungswürdig“ erscheint. „Nicht die Religion beansprucht den Bürger, sondern der Bürger die Religion; nicht die Religion verändert die Gesellschaft, sondern die bürgerliche Gesellschaft ruht nicht, bis die Religion zu ihr und ihren Plausibilitäten passt. […] Der Bürger lässt die Religion nicht mehr an sich heran, er bedient sich ihrer, wenn er sie ‚braucht‘.“
Ich mag ja sehr die Klarheit des Ausdrucks dieser Generation an Lehrenden. Damals hat man die pointierte Ausdrucksweise wohl noch beherrscht.

Liegt er damit so daneben? Zeigt nicht bspw. das völlige Wegbrechen der Beichtpraxis, daß die deutschen Katholiken von Gott nichts mehr wirklich erhoffen, sich von Ihm nicht mehr verwandeln lassen wollen? Die Kirche soll "spirituelle Bedürfnisse" befriedigen - fertig. Dieser Anspruch ist ja auch okay, wollen darf man alles - nur die Kirche muß ihn nicht erfüllen.
Daß die Kirche - aufgrund des Evangeliums - auch Ansprüche an uns haben darf - auf keinen Fall! Was fällt ihr ein!

Dieses Kirchenmodell ist abgewirtschaftet, hat sich abgewirtschaftet. Und ein Fehlen des Setzens eigener Regeln, vielmehr ein Anpassen aller Regeln an das Umfeld, hat der Kirche noch nie gutgetan und im Rückblick der Jahrhunderte auch immer ein mieses Urteil über sie fällen lassen. Daß wir als aufgeklärte Menschen Recht haben und die vor uns nicht - das dachten schon immer alle, das wird in 300 Jahren ebenso sein, wenn wir die Vorherigen sein werden.

Bald beginnt wieder die Fastenzeit. Eine Zeit, während der es bspw. in der Ostkirche selbstverständlich ist, daß da nicht geheiratet wird. Da gibt es keine kirchliche Eheschließung, fertig. Ist auch logisch, wenn man sich den Sinn dieser Fastenzeit mal ehrlich vergegenwärtigt.

Bei uns gibt es kaum noch etwas, was fordert. Selbst das kleine Freitagsfasten des Fleischverzichtes ist abgeschafft (von der DBK wohlgemerkt!). Gutbürgerlich. Wohl genährt und satt. Materiell abgesichert.

Todlangweilig.
Zuletzt geändert von Ralf am Freitag 14. Februar 2020, 09:12, insgesamt 1-mal geändert.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Trisagion » Freitag 14. Februar 2020, 08:50

Etienne hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 07:57
Die katholische Realität ist, dass das Priesteramt nicht wesenhaft mit dem Zölibat verbunden ist!
Papst Franziskus schreibt in San Giovanni Paolo Magno, meine Übersetzung aus dem Englischen, was Zitat und Übersetzung aus dem Italienischen ist, Quelle: National Catholic Register, 13. Februar 2020:
Ich bin überzeugt, daß der Zölibat ein Geschenk, eine Gnade, ist. In die Fußstapfens von Paul VI, und dann von Johannes Paul II und Benedikt XVI, tretend, bin ich überzeugt, daß der Zölibat eine maßgebliche Gnade ist die die lateinische katholische Kirche charakterisiert. Ich wiederhole: es ist eine Gnade, nicht eine Beschränkung.
Es ist zwar offensichtlich richtig, daß es verheiratete Priester in der lateinischen Kirche geben kann, und in der Tat gibt. Aber eine maßgebliche Gnade, ein Geschenk Gottes, die charakterisiert was man ist als Kirche schafft man nicht einfach ab. Wo andere Gnadengeschenke Gottes wirken, also z.B. in der Weihe eines vormals protestantischen Pfarrers der bereits verheiratet ist, kann die Barmherzigkeit die Ausname von der Regel erwirken. Denn man bricht hier nicht direkt ein Gesetz Gottes, das stimmt schon. Aber nicht alles was nicht sündig ist, ist darum auch gut.

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Trisagion » Freitag 14. Februar 2020, 09:13

Ralf hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 08:22
Zeigt nicht bspw. das völlige Wegbrechen der Beichtpraxis, daß die deutschen Katholiken von Gott nichts mehr wirklich erhoffen, sich von Ihm nicht mehr verwandeln lassen wollen?
Ich habe in den letzten fünfzehn Jahren beim Kirchgang nicht eine einzige Predigt gehört, die Klartext zum ewigen Höllenfeuer geredet hätte, und dabei die Alltäglichkeit der Todsünde explizit mit praktischen Beispielen aus dem Leben illustriert hätte.

Die "alte" Kirche hatte die realistische Einstellung, daß Gottesfurcht (nein, nicht Furcht im Sinne von Staunen und Respekt, sondern im Sinne von Angst, OK?) am Anfang des Weges zu Gottes steht, und für die meisten Menschen sehr, sehr lange nötig ist um sie nicht vom rechten Pfad abkommen zu lassen. Ja, irgendwann wird das alles zum Selbstläufer und statt Gottesfurcht - und demnach Eigeninteresse - motiviert einen dann die Liebe zu Gott usw. usf.

Aber man muß schon entweder ein komplett unrealistisches Menschenbild haben, oder schlicht komplett verblödet sein, um zu glauben, daß man mit diesem Endprodukt einfach anfangen kann, daß die Menschen mit ein paar liebevoll motivierenden Worten auf den Weg gebracht und gehalten werden können.

Womit wir dann bei der "neuen" Kirche wären, und dem völligen Wegbrechen der Beichtpraxis...

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Bruder Donald
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 10:37

Ralf hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 08:22
Liegt er damit so daneben? Zeigt nicht bspw. das völlige Wegbrechen der Beichtpraxis, daß die deutschen Katholiken von Gott nichts mehr wirklich erhoffen, sich von Ihm nicht mehr verwandeln lassen wollen? Die Kirche soll "spirituelle Bedürfnisse" befriedigen - fertig. Dieser Anspruch ist ja auch okay, wollen darf man alles - nur die Kirche muß ihn nicht erfüllen.
Daß die Kirche - aufgrund des Evangeliums - auch Ansprüche an uns haben darf - auf keinen Fall! Was fällt ihr ein!
Danke! Ich stimme dir und J. B. Metz zu 110% zu!
Es zeigt perfekt, dass diese Art von Kirche keine Zukunft hat. Man hat sich "perfekt" in die Konsumgesellschaft die integriert und fragt sich primär, wie kann ich als Dienstleister weiter im Gespräch bleiben und die religiösen Bedürfnisse der Kunden befriedigen.
Vielleicht muss diese "Kirche" erst bis auf die Fundamente niederbrennen, damit man auf diesen etwas neues aufbauen kann. Das kriegen die Rebellkatholiken schon hin. Wobei das auch falsch gedacht ist, denn die Modernisten haben die Fundamente ja längst weggehauen.

Edit:
Ich denke auch, dass gerade so manche (konservative) Freikirchen dadurch ihre Erfolge verbuchen, dass sie den Menschen diese klare Botschaft vermitteln: "Kehre um, oder du bist verloren", statt sich als religiöser Dienstleister zu verstehen. Peinlich für die kath. Kirche, dass sie offenbar hier von den Protestanten lernen muss.

Mir ist ebenfalls die letzten Tage und Wochen im Hinblick auf die weltliche/politische Theologie der Modernisten immerzu folgender Gedanke gekommen: Sie ärgert mich, weil sie mich langweilt. Sie ärgern mich, weil diese Langweiler sich für besonders wichtig halten. Deswegen tat QA so gut, weil es diesen Langweilern konkret das vermittelt hat.
Zuletzt geändert von Bruder Donald am Freitag 14. Februar 2020, 10:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Kai » Freitag 14. Februar 2020, 10:38

Ralf, ein super Beitrag.

Letzten Endes läuft es m.M.n. drauf hinaus: Geht es um ein Wohlfühlangebot oder um Himmel und Hölle, also ewige Verdammnis und ewiges Leben im wahren Frieden bei Gott. Pillepalle oder Ernst?

Ich habe in einer Erstbeichtevorbereitungsgesprächsrunde für Eltern unseren Priester gefragt, ob er sich eigentlich irgendwie für die Beichte schämt, würde mir so vorkommen. Großes Schweigen in der Gruppe und Rumgedruckse vom Priester.

Mir scheint jedenfalls offensichtlich, dass er eher darum besorgt ist, dass die Leute jetzt konkret zeitlich verärgert werden könnten, als dass sie ewig in die Hölle fahren könnten. Wobei seine Aufgabe maßgeblich aber genau das wäre, nämlich dieses zu verhindern und die ihm anvertrauten Seelen in den Himmel zu bringen. Oder er glaubt halt selber nicht dran (also an die Möglichkeit, dass Seelen nach dem Tod in der Hölle landen könnten).

Natürlich wäre das dann peinlich. Mit den Augen eines zeitgenössischen säkularen und aufgeklärten Menschen gesehen ist die Beichte, geschweige die Erstbeichte für die lieben Kinder, eine peinliche Zumutung.

Ich merke in letzter Zeit vermehrt, wie es mich zu den Tradis treibt. Zum einen ist die Liturgie schöner, zum anderen habe ich den Eindruck, dass die den Glauben tatsächlich ernst nehmen.
"We have feminized the Church so much that it is not attractive to men."
(Eric Sammons)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 10:52

Trisagion hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 09:13
Die "alte" Kirche hatte die realistische Einstellung, daß Gottesfurcht (nein, nicht Furcht im Sinne von Staunen und Respekt, sondern im Sinne von Angst, OK?) am Anfang des Weges zu Gottes steht, und für die meisten Menschen sehr, sehr lange nötig ist um sie nicht vom rechten Pfad abkommen zu lassen. Ja, irgendwann wird das alles zum Selbstläufer und statt Gottesfurcht - und demnach Eigeninteresse - motiviert einen dann die Liebe zu Gott usw. usf.
Ich mag dir da herzlich widersprechen.
Angst war noch nie ein guter Ratgeber, erst recht nicht in Beziehungen. Und das Christentum darf sich zurecht als "Beziehungsreligion" verstehen, was sie ja gerade so einmalig macht.
Man soll eine Beziehung zu Gott aufbauen, indem man zuallererst Angst vor ihm hat? Halte ich auf vielerleiweise für ungesund und theologisch unlogisch.
(Hierzu eine Empfehlung: Pater Martin Ramm, "Gaben des Geistes - Christsein konkret". Kleines Büchlein, dürfte (sollte) in einer Pfarrei auch umsonst oder für einen kleinen Obulus ausliegen.)
Aber ja, ich stimme dir zu dass ein "Lieber Gott, der dich nimmt so wie du bist und dir alles durchgehen lässt" auch in die Falsche Richtung führt. Sowas ist auch ein fehlen von Gottesfurcht. Die Früchte einer solchen faulen Theologie sehen wir ja besonders in Deutschland, wo die Menschen nicht nur nicht Gehorsam leisten, sondern auch noch unverschämte Forderungen stellen.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von HeGe » Freitag 14. Februar 2020, 10:54

Ralf hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 08:22
Ich zitiere mal (darf ich das?) aus der bei Reformern nicht allzu geliebten Tagespost (bitte alle abonnieren!), die hier über Johann Baptist Metz schreibt, der bei Reformern zwar beliebt war, aber womöglich auch nur deshalb, weil sie ihn nicht wirklich verstanden oder ihm nicht richtig zuhörten (zu einem Vortrag von 1980):
Die Tagespost vom 01.02.2020 hat geschrieben:Er wolle „nicht in erster Linie Euren Beifall, sondern Eure Nachdenklichkeit“, erklärt der Theologe dem Publikum dieser in einem – dem eigenen Selbstverständnis nach – „progressiven“ Sinne kirchenkritisch ausgerichteten Veranstaltung; und er scheut sich nicht, seinen Zuhörern vorzuhalten, ihre Kirchenkritik sei „allzu ausschließlich autoritätsfixiert“: Aus ihr spreche die Vorstellung, „alles an kirchlicher Erneuerung“ hinge wesentlich davon ab, dass „der Papst und die Bischöfe sich ändern“; wer jedoch eine wirkliche Erneuerung der Kirche „von unten“ her erstrebe, der müsse erst einmal bei sich selbst anfangen. Damit nicht genug, übt Metz scharfe Kritik an der bloß vermeintlichen Fortschrittlichkeit eines kirchenreformerischen Programms, das auf eine „Verwandlung des Christentums in bürgerliche Religion“ abzielt – oder anders ausgedrückt: das darauf hinausläuft, „die Erneuerung der Kirche nicht auf der Basis des Evangeliums, sondern auf der Basis dieser bürgerlichen Religion [zu] suchen“. Das Resultat sei, so Metz, eine „Angebots- beziehungweise Servicekirche“, in der Gott „zwar zitierfähig, aber kaum mehr anbetungswürdig“ erscheint. „Nicht die Religion beansprucht den Bürger, sondern der Bürger die Religion; nicht die Religion verändert die Gesellschaft, sondern die bürgerliche Gesellschaft ruht nicht, bis die Religion zu ihr und ihren Plausibilitäten passt. […] Der Bürger lässt die Religion nicht mehr an sich heran, er bedient sich ihrer, wenn er sie ‚braucht‘.“
:klatsch:
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 14. Februar 2020, 10:57

Grundsätzlich würde ich euch zustimmen, was die "bürgerliche Religion" ausmacht. Religion wird immer mehr zum Gestalter der Lebensfeste in der Normalbiographie...

Ich würde aber davor warnen, alles am "Niedergang" der Beichte festzumachen. Ich glaube, hier ist die Situation komplexer als auf den ersten Blick erkennbar. Natürlich sind die Beichstühle Samstagsnachmittags eher leer. Aber bei einem "Abend der Barmherzigkeit" ist - zumindest hier in der Gegend - echt gerne mal "der Teufel los"... Da ist die Kirche total voll.
Und was in Klöstern, im Kontext geistlicher Begleitung etc. geschieht, sieht man auch nicht öffentlich ...

Also: Vorsicht vor Verallgemeinerungen.

Laura
"Die römisch-katholische Kirche ignoriert Begabungen, verachtet Wissen und verbietet sich Visionen. Sie hat sich an Frauen versündigt und versündigt sich weiter. Diskriminierung ist ihr harter, aber hohler Markenkern." (Christiane Florin)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 11:04

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 10:57

Ich würde aber davor warnen, alles am "Niedergang" der Beichte festzumachen. Ich glaube, hier ist die Situation komplexer als auf den ersten Blick erkennbar. Natürlich sind die Beichstühle Samstagsnachmittags eher leer.
Ich verstehe diese Unsitte, Samstag(abend) eine Beichtgelegenheit zu haben, auch nicht.
Oder dass man quasi vor dem sonntaglichen Gottesdienst einen "Termin" zur Beichte hat.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 14. Februar 2020, 11:08

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:04
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 10:57

Ich würde aber davor warnen, alles am "Niedergang" der Beichte festzumachen. Ich glaube, hier ist die Situation komplexer als auf den ersten Blick erkennbar. Natürlich sind die Beichstühle Samstagsnachmittags eher leer.
Ich verstehe diese Unsitte, Samstag(abend) eine Beichtgelegenheit zu haben, auch nicht.
Oder dass man quasi vor dem sonntaglichen Gottesdienst einen "Termin" zur Beichte hat.
Das erinnert mich immer an: "Nach dem Klo und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen...!"
"Die römisch-katholische Kirche ignoriert Begabungen, verachtet Wissen und verbietet sich Visionen. Sie hat sich an Frauen versündigt und versündigt sich weiter. Diskriminierung ist ihr harter, aber hohler Markenkern." (Christiane Florin)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 11:11

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:08
Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:04
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 10:57

Ich würde aber davor warnen, alles am "Niedergang" der Beichte festzumachen. Ich glaube, hier ist die Situation komplexer als auf den ersten Blick erkennbar. Natürlich sind die Beichstühle Samstagsnachmittags eher leer.
Ich verstehe diese Unsitte, Samstag(abend) eine Beichtgelegenheit zu haben, auch nicht.
Oder dass man quasi vor dem sonntaglichen Gottesdienst einen "Termin" zur Beichte hat.
Das erinnert mich immer an: "Nach dem Klo und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen...!"
Tut mir leid, ich stehe auf den schlauch :tuete:
Was meinst du damit?
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 14. Februar 2020, 11:15

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:11
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:08
Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:04
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 10:57

Ich würde aber davor warnen, alles am "Niedergang" der Beichte festzumachen. Ich glaube, hier ist die Situation komplexer als auf den ersten Blick erkennbar. Natürlich sind die Beichstühle Samstagsnachmittags eher leer.
Ich verstehe diese Unsitte, Samstag(abend) eine Beichtgelegenheit zu haben, auch nicht.
Oder dass man quasi vor dem sonntaglichen Gottesdienst einen "Termin" zur Beichte hat.
Das erinnert mich immer an: "Nach dem Klo und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen...!"
Tut mir leid, ich stehe auf den schlauch :tuete:
Was meinst du damit?
Ich meine damit, dass das Sakrament damit als eine Art Reinigungsritual vor dem Empfang der Eucharistie verwendet wird. Damit wird sein spezifischer Charakter entwertet.
Zuletzt geändert von Lauralarissa am Freitag 14. Februar 2020, 11:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Kai
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Kai » Freitag 14. Februar 2020, 11:17

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:04
Ich verstehe diese Unsitte, Samstag(abend) eine Beichtgelegenheit zu haben, auch nicht.
Oder dass man quasi vor dem sonntaglichen Gottesdienst einen "Termin" zur Beichte hat.
Falls ich dich richtig verstehe möchte ich widersprechen.

Verstehe ich dich richtig, dass du es als Unsitte siehst, wenn der Priester vor der Sonntagsmesse im Beichtstuhl sitzt und man die Gelegenheit hat, dort vor der Messe zu beichten?

(Das typische Samstagnachmittagsangebot finde ich übrigens auch nicht dolle). Aber was ich wirklich gut finde, ist die regelmäßige Möglichkeit, 30 oder 40 min vor der Messe beichten zu können. Wenn ich beruflich bedingt mal in Großstädten war, wo sowas angeboten wird, habe ich da durchaus lange Schlangen mit auffallend vielen jungen Leuten gesehen. Zürich und Bremen fallen mir gerade konkret ein.

Hier in der Gegend kenne ich das eigentlich nur von FSSP-Messen (auch da nicht überall, leider). Und ich nutze das gerne.
"We have feminized the Church so much that it is not attractive to men."
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Kai » Freitag 14. Februar 2020, 11:29

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:15
Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:11
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:08
Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:04
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 10:57

Ich würde aber davor warnen, alles am "Niedergang" der Beichte festzumachen. Ich glaube, hier ist die Situation komplexer als auf den ersten Blick erkennbar. Natürlich sind die Beichstühle Samstagsnachmittags eher leer.
Ich verstehe diese Unsitte, Samstag(abend) eine Beichtgelegenheit zu haben, auch nicht.
Oder dass man quasi vor dem sonntaglichen Gottesdienst einen "Termin" zur Beichte hat.
Das erinnert mich immer an: "Nach dem Klo und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen...!"
Tut mir leid, ich stehe auf den schlauch :tuete:
Was meinst du damit?
Ich meine damit, dass das Sakrament damit als eine Art Reinigungsritual vor dem Empfang der Eucharistie verwendet wird.
Laura, empfängst du den Leib des Herrn in der Kommunion, wenn du dir einer schweren Sünde bewusst bist?

Ich nicht. Und das kann schon mal bedeuten, dass ich wochen- bis monatelang nicht kommuniziere (gleichwohl jeden Sonntag in die Messe gehe).
Wenn mir eine Pfarrei die Möglichkeit gibt, unmittelbar vor der Messe beichten zu können, dann nehme ich das gerne wahr. Einfach eine halbe Stunde früher zur Messe gehen, beichten, Messe direkt danach mit Kommunionempfang, super.

Was fällt dir ein, dich darüber hier mit Händewaschsprüchen lustig zu machen?

Ich bin dankbar dafür, wenn sich ein Priester vor der Messe da hinsetzt und den Leuten diese Möglichkeit gibt. Hilft mir, nicht wochenlang die Beichte aufzuschieben. Einfach ne halbe Stunde früher hin, fertig.

Nicht zuletzt bringt es vielleicht auch ein paar Ausgewohnheitichhabejakeinenumgebrachtimmerzukommunongeher zum Nachdenken. Setzt ja auch ein Zeichen.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 11:52

Kai hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:17
Verstehe ich dich richtig, dass du es als Unsitte siehst, wenn der Priester vor der Sonntagsmesse im Beichtstuhl sitzt und man die Gelegenheit hat, dort vor der Messe zu beichten?
Nein, denn genau das, was du beschreibst, finde ich richtig und so kenne ich es auch aus einer lebendigen, funktionierenden Gemeinde.
Was ich meinte ist, dass man mit dem Priester einen Termin zur Beichte ausmachen muss (oft dann eben ca. 30 min vor dem Gottesdienst).

Und danke, dass du mich zuerst fragst, ob du mich richtig verstanden hast, statt mir irgendwas vorzuwerfen. Super! :daumen-rauf: so funktioniert ordentliche Gesprächskultur.
Kai hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:29
Ich nicht. Und das kann schon mal bedeuten, dass ich wochen- bis monatelang nicht kommuniziere (gleichwohl jeden Sonntag in die Messe gehe).
Wenn mir eine Pfarrei die Möglichkeit gibt, unmittelbar vor der Messe beichten zu können, dann nehme ich das gerne wahr. Einfach eine halbe Stunde früher zur Messe gehen, beichten, Messe direkt danach mit Kommunionempfang, super.
Ich stimme dir zu, ich halte das 1:1 genauso wie du. Lieber nicht zur Kommunion gehen, statt unwürdig Diese zu empfangen. Auch wenn das bedeutet, wochenlang nicht kommunizieren zu können.

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:15
Ich meine damit, dass das Sakrament damit als eine Art Reinigungsritual vor dem Empfang der Eucharistie verwendet wird. Damit wird sein spezifischer Charakter entwertet.
Ja, ich gestehe, dass ich deinen Punkt nachvollziehen kann und ich habe schon bei mehreren Theologen (nicht nur katholisch)gelesen, dass das ein gewisser Störfaktor ist und das Sakrament der Versöhnung etwas "entwertet".
Aber es ist nun mal so: man soll im Stand der Gnade kommunizieren, daher ist es ja auch eine Einladung, zur Beichte zu gehen um das "sicherzustellen".
Ich finde es daher blöd, wenn diese Gelegenheit nicht da ist oder eben nur umständlich. Und Samstagabend halte ich eben für umständlich.
Ja, ich halte es auch für nicht gut, das Bußsakrament nur als zugangsvoraussetzung für ein anderes Sakrament zu betrachten, aber in meinen Augen ist ein solches Denken lediglich "Kopfsache" und muss anders/entsprechend kommuniziert werden.
Die Frage sei erlaubt, wird dieses Sakrament mehr dadruch "entwertet" weil es den Hauch einer Zugangsvoraussetzung hat oder mehr dadruch, dass es umständlich zu erreichen ist bzw. das Angebot dazu minimiert wird?

Nachtrag:
Ja, ich halte die Beichte durchaus für eine Art "Reinigungsritual". So wir wir uns mit weihwasser vor dem eintritt in die Kirche "reinigen", so "reinigen" wir uns mit der Beichte für den direkten Kontakt mit unserem Herren und Gott. Vielleicht mag das jetzt theologisch nicht ganz richtig sein, abder ich kann damit gut leben.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Lycobates » Freitag 14. Februar 2020, 12:02

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:52
Kai hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:17
Verstehe ich dich richtig, dass du es als Unsitte siehst, wenn der Priester vor der Sonntagsmesse im Beichtstuhl sitzt und man die Gelegenheit hat, dort vor der Messe zu beichten?
Nein, denn genau das, was du beschreibst, finde ich richtig und so kenne ich es auch aus einer lebendigen, funktionierenden Gemeinde.
Was ich meinte ist, dass man mit dem Priester einen Termin zur Beichte ausmachen muss (oft dann eben ca. 30 min vor dem Gottesdienst).

Und danke, dass du mich zuerst fragst, ob du mich richtig verstanden hast, statt mir irgendwas vorzuwerfen. Super! :daumen-rauf: so funktioniert ordentliche Gesprächskultur.
Kai hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:29
Ich nicht. Und das kann schon mal bedeuten, dass ich wochen- bis monatelang nicht kommuniziere (gleichwohl jeden Sonntag in die Messe gehe).
Wenn mir eine Pfarrei die Möglichkeit gibt, unmittelbar vor der Messe beichten zu können, dann nehme ich das gerne wahr. Einfach eine halbe Stunde früher zur Messe gehen, beichten, Messe direkt danach mit Kommunionempfang, super.
Ich stimme dir zu, ich halte das 1:1 genauso wie du. Lieber nicht zur Kommunion gehen, statt unwürdig Diese zu empfangen. Auch wenn das bedeutet, wochenlang nicht kommunizieren zu können.

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 11:15
Ich meine damit, dass das Sakrament damit als eine Art Reinigungsritual vor dem Empfang der Eucharistie verwendet wird. Damit wird sein spezifischer Charakter entwertet.
Ja, ich gestehe, dass ich deinen Punkt nachvollziehen kann und ich habe schon bei mehreren Theologen (nicht nur katholisch)gelesen, dass das ein gewisser Störfaktor ist und das Sakrament der Versöhnung etwas "entwertet".
Aber es ist nun mal so: man soll im Stand der Gnade kommunizieren, daher ist es ja auch eine Einladung, zur Beichte zu gehen um das "sicherzustellen".
Ich finde es daher blöd, wenn diese Gelegenheit nicht da ist oder eben nur umständlich. Und Samstagabend halte ich eben für umständlich.
Ja, ich halte es auch für nicht gut, das Bußsakrament nur als zugangsvoraussetzung für ein anderes Sakrament zu betrachten, aber in meinen Augen ist ein solches Denken lediglich "Kopfsache" und muss anders/entsprechend kommuniziert werden.
Die Frage sei erlaubt, wird dieses Sakrament mehr dadruch "entwertet" weil es den Hauch einer Zugangsvoraussetzung hat oder mehr dadruch, dass es umständlich zu erreichen ist bzw. das Angebot dazu minimiert wird?

Nachtrag:
Ja, ich halte die Beichte durchaus für eine Art "Reinigungsritual". So wir wir uns mit weihwasser vor dem eintritt in die Kirche "reinigen", so "reinigen" wir uns mit der Beichte für den direkten Kontakt mit unserem Herren und Gott. Vielleicht mag das jetzt theologisch nicht ganz richtig sein, abder ich kann damit gut leben.
Inwiefern soll denn das Bußsakrament "entwertet" werden, wenn man es dazu gebraucht, wozu es von unserem Herrn eingesetzt wurde?
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Kai » Freitag 14. Februar 2020, 12:03

Oh, Laura.

Anstatt auf meinen Beitrag direkt zu antworten (zugegeben, ich antworte auch nicht immer auf deine Beiträge, die an mich gerichtet sind) editierst du einfach nachträglich deinen Beitrag, auf den ich mich beziehe und den ich zitiere, wodurch du mein Zitat selektiv und manipulativ erscheinen lässt.

Was ist denn das für ein Stil?

(Inhaltlich ändert sich für mich übrigens nix. Bruder Donalds letzter Beitrag entspricht ziemlich genau meinem Standpunkt.)
Zuletzt geändert von Kai am Freitag 14. Februar 2020, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Ralf » Freitag 14. Februar 2020, 12:09

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 10:57
Grundsätzlich würde ich euch zustimmen, was die "bürgerliche Religion" ausmacht. Religion wird immer mehr zum Gestalter der Lebensfeste in der Normalbiographie...

Ich würde aber davor warnen, alles am "Niedergang" der Beichte festzumachen. Ich glaube, hier ist die Situation komplexer als auf den ersten Blick erkennbar. Natürlich sind die Beichstühle Samstagsnachmittags eher leer. Aber bei einem "Abend der Barmherzigkeit" ist - zumindest hier in der Gegend - echt gerne mal "der Teufel los"... Da ist die Kirche total voll.
Und was in Klöstern, im Kontext geistlicher Begleitung etc. geschieht, sieht man auch nicht öffentlich ...

Also: Vorsicht vor Verallgemeinerungen.

Laura
Mir geht es nicht um die Beichte per se, ich halte sie bloß für einen sehr guten Indikator. Beichten gehen tue ich auch nicht gerne und viel zu selten.

Doch damit bin ich nicht allein und stehe dann noch gut da.
54 Prozent der Priester gehen nur einmal im Jahr oder seltener zur Beichte. Damit gehören sie aber noch zu den häufigsten Beichtstuhlbesuchern unter den Seelsorgern. Bei den Pastoralreferenten sind es sogar 91 Prozent, die höchstens einmal jährlich beichten.
Du stimmst ja selbst zu, daß Religion immer mehr zu einem biographischen Beiwerk wird. Darum geht es. Und sich dann hinzustellen und zu sagen (faktisch, vielleicht auch ungewollt oder unbewußt): "wir müssen es allen Menschen ermöglichen, uns weiter zu benutzen für ihre Zwecke, möglichst niederschwellig und ohne Anspruch" ist der Tod des Glaubens. Nicht mehr, nicht weniger.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 12:24

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 12:02
Inwiefern soll denn das Bußsakrament "entwertet" werden, wenn man es dazu gebraucht, wozu es von unserem Herrn eingesetzt wurde?
Es wird dem Bußsakrament nicht gerecht, wenn man es nur im Zusammenhang eines anderen Sakraments sieht und nicht als eigenständiges Sakrament.
Bei der Beichte geht es um die Versöhnung mit Gott und um Umkehr.
Wenn man nur zur Beichte geht, um dann "reines Gewissen" die Kommunion zu empfangen, weil es sich halt so gehört, naja das "entwertet etwas" schon das Bußsakrament.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Lycobates » Freitag 14. Februar 2020, 12:25

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 12:24
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 12:02
Inwiefern soll denn das Bußsakrament "entwertet" werden, wenn man es dazu gebraucht, wozu es von unserem Herrn eingesetzt wurde?
Es wird dem Bußsakrament nicht gerecht, wenn man es nur im Zusammenhang eines anderen Sakraments sieht und nicht als eigenständiges Sakrament.
Bei der Beichte geht es um die Versöhnung mit Gott und um Umkehr.
Wenn man nur zur Beichte geht, um dann "reines Gewissen" die Kommunion zu empfangen, weil es sich halt so gehört, naja das "entwertet etwas" schon das Bußsakrament.
Das ist Unsinn.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 12:27

Kai hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 12:03
Oh, Laura.

Anstatt auf meinen Beitrag direkt zu antworten (zugegeben, ich antworte auch nicht immer auf deine Beiträge, die an mich gerichtet sind) editierst du einfach nachträglich deinen Beitrag, auf den ich mich beziehe und den ich zitiere, wodurch du mein Zitat selektiv und manipulativ erscheinen lässt.

Was ist denn das für ein Stil?

(Inhaltlich ändert sich für mich übrigens nix. Bruder Donalds letzter Beitrag entspricht ziemlich genau meinem Standpunkt.)
Kann es nicht sein, dass ihr euch da zeitlich etwas vertan habt?
Ich denke, Lauralarissa hat jetzt nicht extra ihren Beitrag editiert um dich "blöd" dastehen zu lassen.
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Re: Kirchenspaltung nach der Amazonas-Synode?

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 14. Februar 2020, 12:30

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 14. Februar 2020, 12:25
Das ist Unsinn.
Wow, danke für deinen sachlichen, argumentativ fundierten Beitrag zum Thema. :daumen-rauf:

Schreib es doch wenigsten auf Latein. Dann klingt es zumindest intelligent. :D
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