Evangelikaler Katholizismus ???

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Dieter
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Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Dieter » Montag 30. Januar 2012, 10:24

Noch vor nicht allzu langer Zeit war die katholische Kirche für viele konservative Protestanten die "Hure Babylon".

Heute sieht man, dass immer mehr katholische und evangelikale Organisationen zusammen arbeiten (z.b. kath.net/idea). Evangelikale Konvertiten wie Gabriele Kuby, die im tiefsten Innern offensichtlich immer noch protestantisch geblieben ist, bringen mit ihren Büchern evangelikales Gedankengut ("Bekehrungserlebnis") in die katholische Kirche ein. Dadurch verändert sicht die katholische Kirche, vor allem auch in Deutschland, in England und in den Niederlanden. Sie wird christozentrischer, bibelbezogener und grüblerischer, auch düsterer. Das, was man früher auch mit dem Katholizismus verband, nämlich eine gewisse Lebensfreude, verschwindet langsam. Junge Katholiken diskutieren inzwischen, ob man "als Christ Karneval feiern darf", ob man Vegetarier sein muss usw. Sie lesen viel in der Bibel und haben dadurch mehr Fragen als Antworten. Charismatiker, die es in der katholischen Kirche auch immer mehr gibt, verstärken die "evangelikalen Katholiken" hierin. Das Internet, in dem die verschiedenen Meinungen per Mausklick zu haben sind, trägt ebenfalls dazu bei, dass sich die verschiedenen Strömungen vermischen.

Wo gibt es sie noch - die echten Katholiken, deren Glaube aus der kirchlichen Sozialisation heraus entstand und der nicht rational ist? Katholiken, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten und bei Fragen, die den Glauben betreffen, zu ihrem Priester gehen? Wahrscheinlich wird man bis nach Sizilien fahren müssen...

Ist das alles eine gute oder eine schlechte Entwicklung?
Zuletzt geändert von Dieter am Montag 30. Januar 2012, 10:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Melody
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Re: evangelikale Katholiken?

Beitrag von Melody » Montag 30. Januar 2012, 10:38

Dieter hat geschrieben:Wo gibt es sie noch - die echten Katholiken, deren Glaube aus der kirchlichen Sozialisation heraus entstand und der nicht rational ist? Katholiken, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten und bei Fragen, die den Glauben betreffen, zu ihrem Priester gehen? Wahrscheinlich wird man bis nach Sizilien fahern müssen...
:hae?:
Wie muss ich denn Deine Definition von "echte Katholiken" verstehen?!
Die wenigsten Menschen sind wohl heute von Kindesbeinen an kirchlich sozialisiert worden, aber ich verwehre mich dagegen, alles andere im Umkehrschluss als "falsche Katholiken" zu bezeichnen.

Und wer hat heute schon "seinen Priester"?! Und wo hat ein normaler Priester Zeit für derlei Fragen?! :achselzuck:

Außerdem weiß auch ein Priester nicht alles und kann nicht alles wissen. Ich halte es für positiv, dass uns heute Bücher zur Verfügung stehen und wir uns selbständig informieren können, auch mit Hilfe des Internets.
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von HeGe » Montag 30. Januar 2012, 11:49

Dieter hat geschrieben:Noch vor nicht allzu langer Zeit war die katholische Kirche für viele konservative Protestanten die "Hure Babylon".

Heute sieht man, dass immer mehr katholische und evangelikale Organisationen zusammen arbeiten (z.b. kath.net/idea). Evangelikale Konvertiten wie Gabriele Kuby, die im tiefsten Innern offensichtlich immer noch protestantisch geblieben ist, bringen mit ihren Büchern evangelikales Gedankengut ("Bekehrungserlebnis") in die katholische Kirche ein. Dadurch verändert sicht die katholische Kirche, vor allem auch in Deutschland, in England und in den Niederlanden. Sie wird christozentrischer, bibelbezogener und grüblerischer, auch düsterer. Das, was man früher auch mit dem Katholizismus verband, nämlich eine gewisse Lebensfreude, verschwindet langsam. Junge Katholiken diskutieren inzwischen, ob man "als Christ Karneval feiern darf", ob man Vegetarier sein muss usw. Sie lesen viel in der Bibel und haben dadurch mehr Fragen als Antworten. Charismatiker, die es in der katholischen Kirche auch immer mehr gibt, verstärken die "evangelikalen Katholiken" hierin. Das Internet, in dem die verschiedenen Meinungen per Mausklick zu haben sind, trägt ebenfalls dazu bei, dass sich die verschiedenen Strömungen vermischen.

Wo gibt es sie noch - die echten Katholiken, deren Glaube aus der kirchlichen Sozialisation heraus entstand und der nicht rational ist? Katholiken, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten und bei Fragen, die den Glauben betreffen, zu ihrem Priester gehen? Wahrscheinlich wird man bis nach Sizilien fahren müssen...

Ist das alles eine gute oder eine schlechte Entwicklung?
Ich halte deine Beobachtungen schon für Deutschland in dieser Pauschalität für falsch. Für andere Länder der Erde gilt sie erst recht nicht.

Dass es partiell eine stärkere Zusammenarbeit gibt, ist dabei sicher noch richtig. Gerade in Fragen wie dem Lebensschutz bietet sich das ja durchaus an.

Schon die Behauptung, die Schilderung eines Bekehrungserlebnisses sei genuin evangelikal, ist aber falsch. Als Augustinus seine "Confessiones" schrieb, hat an so etwas wie den Protestantismus noch kein Mensch gedacht. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.

Zustimmen kann ich dir, was die "Düsternis" angeht. Tatsächlich haben die Auseinandersetzungen zwischen Modernisten und Konservativen auch m.E. zu einer gewissen Verkrampftheit geführt und die katholische Lockerheit und Lebensfreude ist dabei ein wenig verloren gegangen.Leute, die bei jedem falschen Blick gleich irgendwelche Katechismen oder Dogmen zitieren und damit auf den vermeintlichen Pönitenten einprügeln, sind m.E. ein gewisses Problem und schrecken manche Leute ab.

Auch falsch ist deine Entgegensetzung von Glaube und Rationalität. Dass dies noch nie ein Gegensatz war, hat ja nicht zuletzt der Papst in den letzten Jahren mehr als einmal dargelegt.
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Edi » Montag 30. Januar 2012, 15:59

Zum Thema "Bekehrungserlebnis" des Threaderstellers:

Bekehrung ist ganz gewiss nichts speziell Evangelikales, sondern gibt es schon immer in der kath. Kirche seit Angang an. Ich bin (noch) nicht katholisch und habe immer wieder gestaunt, wenn ich bestimmte kath. Literatur gelesen habe, wie oft dieser Begriff dort vorkommt. Als ich solche Bücher mal Bekannten gab, die der charismatisch-freikirchlichen Richtungen zugehörten, ging es denen auch so. Oftmals haben diese Leute doch das Vorurteil, dass Katholiken an den Papst glauben oder auch anderes mehr, aber mit Jesus Christus nichts anfangen klnnen.
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Pit » Montag 30. Januar 2012, 16:05

Dieter hat geschrieben: ...
Wo gibt es sie noch - die echten Katholiken,
- deren Glaube aus der kirchlichen Sozialisation heraus entstand und der nicht rational ist?
- Katholiken, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten und bei Fragen, die den Glauben betreffen, zu ihrem Priester gehen?

Wahrscheinlich wird man bis nach Sizilien fahren müssen...

Ist das alles eine gute oder eine schlechte Entwicklung?
nun, Gott sei Danke gibt es immer mehr Katholiken -meistens jüngere - die Interesse an der Hl.Schrift haben und die ihre Glaubensüberzeugungen auch hinterfragen, um- meist nach intensiver Beschäftigung damit - festzustellen, daß sie nicht nur rational, aber vernünftig sind.
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Tritonus » Montag 30. Januar 2012, 16:30

HeGe hat geschrieben: ... Schon die Behauptung, die Schilderung eines Bekehrungserlebnisses sei genuin evangelikal, ist aber falsch. ...
Bekehrungserlebnisse gibt es natürlich nicht nur bei Evangelikalen, aber dort stellen sie ein zentrales Element, wenn nicht das zentrale Element dar.

Die meisten Evangelikalen können das Datum ihrer Bekehrung, ihrer "Wiedergeburt" (im Sinne von Joh 3, 3) nennen. Weiterhin sehr beliebt ist das "Zeugnis-Geben", d.h. jemand erzählt mehr oder weniger öffentlich, wie es zu seiner Bekehrung kam, wie sein Leben vorher aussah -- im Idealfall: ganz schlecht -- und was sich seitdem zum Positiven verändert hat -- im Idealfall: alles.

Genau dieser Haltung entspricht auch das Verständnis vieler Evangelikaler von der Taufe. Zeitlich an erster Stelle sollte eine Bekehrung stehen -- als Jugendlicher oder als Erwachsener --, erst dann kommt eine Taufe in Frage. Die Kindertaufe wird misstrauisch beäugt (weil keine freie Willensentscheidung des Täuflings vorausging), soweit man sie überhaupt ernst nimmt.

Zusammengefasst: Milieuchristentum ist kein Christentum, sondern eine weit verbreitete Halluzination. (Übrigens ist das eine typisch evangelikale Position, die ich als Katholik teile.) Ohne Bekehrung ("Wiedergeburt") aufgrund persönlicher freier Entscheidung ist niemand Christ.

Nicht zu unterschätzen sind auch die "kulturellen" Unterschiede zwischen Evangelikalen und Katholiken. So kann es z.B. für einen Katholiken ein sehr befremdliches Erlebnis sein, wenn Evangelikale ihre Gebetsgemeinschaft abhalten, also mit gesenkten Augen und gefalteten Händen ziemlich lange im Kreis sitzen und reihum mit dem "lieben Herrn Jesus" plaudern, jeder wie es ihm gerade in den Kopf kommt. Umgekehrt erleben Evangelikale aus Unkenntnis eine katholische Messe manchmal als reine Repetition einer erstarrten Form, als Traditionspflege ohne erkennbare direkte Gottesbeziehung.

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Melody » Montag 30. Januar 2012, 16:42

Ich hab auch mal ein Datum nennen können.
Ich sehe es nur im nachhinein kritisch, weil ich ja zwischenzeitlich verschiedene Phasen durchlebt habe und nicht wirklich seitdem ein eifriger Gläubiger war.

Aber warum sollte man nicht auch als Katholik ein konkretes Datum nennen können?
Persönliche Gotteserfahrungen sind doch nicht daran gebunden, welcher Religion man angehört?!
Überlegt sich Gott vielleicht vorher, dem darf Er sich zeigen, der ist evangelikal, und dem darf Er sich nicht zeigen, der ist katholisch?! :hae?:

Und auch, ob man frei zu Christus betet, womöglich noch in Gemeinschaft, würde ich jetzt einfach als Frage der eigenen Persönlichkeit werten und nicht als Unterscheidungsmerkmal verschiedener Konfessionen?!
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Tritonus » Montag 30. Januar 2012, 17:25

Melody hat geschrieben:Ich hab auch mal ein Datum nennen können.
Ich sehe es nur im nachhinein kritisch, weil ich ja zwischenzeitlich verschiedene Phasen durchlebt habe und nicht wirklich seitdem ein eifriger Gläubiger war.

Aber warum sollte man nicht auch als Katholik ein konkretes Datum nennen können?
Persönliche Gotteserfahrungen sind doch nicht daran gebunden, welcher Religion man angehört?!
Überlegt sich Gott vielleicht vorher, dem darf Er sich zeigen, der ist evangelikal, und dem darf Er sich nicht zeigen, der ist katholisch?! :hae?:
Ich habe nicht gesagt, dass man das als Katholik nicht können sollte. Das Datum meiner Bekehrung kann ich auch nennen. Ich behaupte auch keineswegs, dass Bekehrungserlebnisse bei Katholiken nicht vorkommen oder unwichtig sind -- offensichtlich kommen sie vor und selbstverständlich sind sie wichtig --, sondern nur, dass sie bei den Evangelikalen die zentrale theologische Rolle spielen. Das wird schon daran deutlich, dass viele Evangelikale in den USA sich sozusagen den Beinamen "Born Again Christians" (Wiedergeborene Christen) zugelegt haben, um sich von allen anderen "toten Traditions- und Namenschristen" abzugrenzen.
Melody hat geschrieben:Und auch, ob man frei zu Christus betet, womöglich noch in Gemeinschaft, würde ich jetzt einfach als Frage der eigenen Persönlichkeit werten und nicht als Unterscheidungsmerkmal verschiedener Konfessionen?!
Genau das meinte ich mit der Formulierung "kultureller Unterschied". Selbstverständlich kann ich auch als Katholik frei zu Christus beten, und Evangelikale können sich auch mal an festgelegte Texte halten.

In der Praxis wird man bei Katholiken allerdings deutlich mehr Form und bei Evangelikalen weniger bis gar nichts davon finden, weil bei Katholiken die Botschaft nicht nur über das Wort, sondern auch durch die Form (Liturgie!) transportiert wird, und weil im Gegenzug vielen Evangelikalen das Wort "Liturgie" ziemlich fremd wenn nicht gar suspekt ist.

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Pilgerer » Montag 30. Januar 2012, 18:37

Die meisten Evangelikalen können das Datum ihrer Bekehrung, ihrer "Wiedergeburt" (im Sinne von Joh 3, 3) nennen. Weiterhin sehr beliebt ist das "Zeugnis-Geben", d.h. jemand erzählt mehr oder weniger öffentlich, wie es zu seiner Bekehrung kam, wie sein Leben vorher aussah -- im Idealfall: ganz schlecht -- und was sich seitdem zum Positiven verändert hat -- im Idealfall: alles.
Gibt es nun evangelikale Katholiken, die an eine derartige Wiedergeburt glauben? Vielleicht sollten wir hier unterscheiden, ob ein Katholik evangelikal als "reiner" Katholik lebt oder ob er überkonfessionell tickt.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Pit » Montag 30. Januar 2012, 18:44

Pilgerer hat geschrieben:
Die meisten Evangelikalen können das Datum ihrer Bekehrung, ihrer "Wiedergeburt" (im Sinne von Joh 3, 3) nennen. Weiterhin sehr beliebt ist das "Zeugnis-Geben", d.h. jemand erzählt mehr oder weniger öffentlich, wie es zu seiner Bekehrung kam, wie sein Leben vorher aussah -- im Idealfall: ganz schlecht -- und was sich seitdem zum Positiven verändert hat -- im Idealfall: alles.
Gibt es nun evangelikale Katholiken, die an eine derartige Wiedergeburt glauben?...
nun, ein Bekehrungserlebnis hatte ich auch- und das Datum steht vorne in meiner Bibel, wo ich es extra eingetragen habe-aber seit dem Tag habe ich eine geistige Entwicklung mit- und teils auch durchgemacht.
Viele Evangelikale glauben, man könne- sobald man bekehrt ("wiedergeboren") ist, die Gnade nicht mehr verlieren---man ist errettet und bleibt es.
Das sieht die Katholische Kirche anders,denn die Gnade kann man verlieren.
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Dottore Cusamano » Montag 30. Januar 2012, 18:50

Dieter hat geschrieben: Sie wird christozentrischer, bibelbezogener ...
Wenn dem so wäre - was ich im Übrigen nicht so sehe - dann wäre dies eine segensreiche Entwicklung.
Dieter hat geschrieben:Katholiken, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten...
Das wäre ja eine schockierende Vorstellung, wenn Du damit meinst, dass diese "Katholiken" kein Studium der Hl. Schrift betreiben bzw. sich für das Wort Gottes keine Zeit nehmen.
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holzi
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von holzi » Montag 30. Januar 2012, 19:00

Dottore Cusamano hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Katholiken, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten...
Das wäre ja eine schockierende Vorstellung, wenn Du damit meinst, dass diese "Katholiken" kein Studium der Hl. Schrift betreiben bzw. sich für das Wort Gottes keine Zeit nehmen.
Und das kommt gar nicht mal so selten vor!
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Pit » Montag 30. Januar 2012, 19:19

holzi hat geschrieben: ...
Und das kommt gar nicht mal so selten vor!
Man muss oder sollte aber auch fragen, wer daran schuldig ist?
Gut, erst war es jahrhundertlang, daß sich Otto-Normal-Katholik keine Bibel leisten konnte, aber auch, als dies kein Problem mehr war, lasen viele Katholiken die Bibel nicht, weil "das was für die Studierten ist!" und leider hielt sich diese Vorstellung noch sehr lange.
Ich kenne heute 70 bis 75-jährige Katholiken, die der festen Überzeugung sind, dass manches in der Bibel steht, was sich leicht widerlegen lässt, wenn man kurz hineinschaut.
Aber auch der Umgang mit ihr im Allgemeinen:
Bei einem Bibelabend habe ich Folgendes erlebt:
Es sollte eine Stelle aus dem Mk.-Evangelium aufgeschlagen werden, der einzige Lutheraner hatte kein Problem, alle anderen (Katholiken der Kriegsgeneration) schafften es, nachdem íhnen gesagt wurde, sie mögen "Seite 1145,zweite Spalte links unten" aufschlagen.
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Edi » Montag 30. Januar 2012, 19:26

holzi hat geschrieben:
Dottore Cusamano hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Katholiken, die noch nie eine Bibel in der Hand hatten...
Das wäre ja eine schockierende Vorstellung, wenn Du damit meinst, dass diese "Katholiken" kein Studium der Hl. Schrift betreiben bzw. sich für das Wort Gottes keine Zeit nehmen.
Und das kommt gar nicht mal so selten vor!
Früher jedenfalls hat das nicht (immer) bedeutet, dass diese Leute nicht fromm sein konnten, zumal es Zeiten gab, wo die Bibel nicht erhältich war für alle, ganz abgesegen davon, dass nicht jeder lesen konnte.
Heute dürfte das anders zu beurteilen sein, aber auch da ist zu beachten, dass Bibellesen allein nicht heiliger macht. es gehört auch noch anderes dazu.
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Tritonus » Donnerstag 2. Februar 2012, 14:08

Pilgerer hat geschrieben:Gibt es nun evangelikale Katholiken, die an eine derartige Wiedergeburt glauben? Vielleicht sollten wir hier unterscheiden, ob ein Katholik evangelikal als "reiner" Katholik lebt oder ob er überkonfessionell tickt.
Ich würde mich nicht als "evangelikalen Katholiken" bezeichnen, aber einen erschütternden Moment, in dem sich sozusagen schlagartig das Zentrum und die Richtung meines Lebens änderte (Wiedergeburt), hatte ich. Das war vor 26 Jahren. Insofern "glaube" ich natürlich "an eine derartige Wiedergeburt", weil ich ihre Wirkung erlebt habe.

Katholik wurde ich unter anderem deshalb, weil ich nicht sehe, dass nach einer derartigen Bekehrung nun für alle Zeiten alles in Ordnung ist. (Nach verbreiteter evangelikaler Vorstellung kann ein Christ nicht verloren gehen, d.h. nach einer Wiedergeburt ist das Heil unverlierbar, es herrscht im günstigsten Fall "Heilsgewissheit".) Es ist aber für mich offensichtlich, dass ich auch nachdem ich Christus als neue Mitte meines Lebens gefunden habe, sündige, d.h. ihn zeitweise aus den Augen verliere, und das ziemlich oft. Für mein Verständnis ist es also mit einer einmaligen Bekehrung ("Wiedergeburt") nicht getan, sondern auch als Christ muss ich immer wieder auf den richtigen Weg zurückfinden, mich sozusagen neu bekehren und Buße tun.

Katholik wurde ich auch deshalb, weil ich nicht erkennen kann, dass für ein Leben als Christ ein solches Erlebnis unbedingt erforderlich ist. Eine Bekehrung kann sich auch viel stiller und in vielen kleinen Schritten fast unbemerkt vollziehen, und es gibt mit Sicherheit viele Christen, die kein spektakuläres Wiedergeburts-Datum (wie es von Evangelikalen als normal und typisch angesehen wird) vorweisen können.

Ich "ticke überkonfessionell" nur in dem Sinne, dass mir bewusst ist, dass offensichtlich auch Menschen außerhalb der Kirche sehr ernsthaft Christus als Weg und Ziel ihres Lebens ansehen. Mit denen fühle ich mich über den Christozentrismus, den wir teilen, ganz klar verbunden. (Das hat aber mit dem heute verbreiteten Wischi-Waschi-Ökumenismus rein gar nichts zu tun.)

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Dottore Cusamano » Donnerstag 2. Februar 2012, 17:30

Tritonus hat geschrieben: Ich "ticke überkonfessionell" nur in dem Sinne, dass mir bewusst ist, dass offensichtlich auch Menschen außerhalb der Kirche sehr ernsthaft Christus als Weg und Ziel ihres Lebens ansehen. Mit denen fühle ich mich über den Christozentrismus, den wir teilen, ganz klar verbunden. (Das hat aber mit dem heute verbreiteten Wischi-Waschi-Ökumenismus rein gar nichts zu tun.)
So denke ich mittlerweile auch. Ich kenne einige evangelikale Christen, die aus meiner Sicht ein gottgefälliges Leben führen und für die Christus ganz im Mittelpunkt steht. Tägliches Lesen in der Bibel gehört für sie wie selbstverständlich zu ihrem Tagesablauf. Dies habe ich mir auch zu eigen gemacht, allerdings komme ich nicht immer dazu, da man für ein andächtiges - und nicht nur flüchtiges - Lesen m.E. nicht an jedem Tag richtig disponiert sein kann. Aber diese Angewohnheit bereichert mein (Glaubens-)Leben sehr.

Trotz des Umstandes, dass ich Sympathien für die Lebensweise der vorgenannten Evangelikalen entwickelt habe, weiche ich selbstverständlich kein Jota von dem ab, was der Katechismus der Kirche über den wahren (und vollständigen) Glauben lehrt.

Die Kirche lehrt, dass die Bibel für den Christen Glaubensstärke, Speise und Quelle des geistlichen Lebens ist. Sie ermahnt ausdrücklich zu häufiger Lesung der Heiligen Schrift. Der hl. Hieronymus wird folgendermaßen zitiert:"Unkenntnis der Schrift ist Unkenntnis Christi."
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von lutherbeck » Donnerstag 2. Februar 2012, 18:34

...
Die Kirche lehrt, dass die Bibel für den Christen Glaubensstärke, Speise und Quelle des geistlichen Lebens ist. Sie ermahnt ausdrücklich zu häufiger Lesung der Heiligen Schrift. Der hl. Hieronymus wird folgendermaßen zitiert:"Unkenntnis der Schrift ist Unkenntnis Christi."
Da sind wir uns einig!

:ja:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Torsten » Donnerstag 2. Februar 2012, 19:29

Dottore Cusamano hat geschrieben:Der hl. Hieronymus wird folgendermaßen zitiert:"Unkenntnis der Schrift ist Unkenntnis Christi."
Es reicht ein Blick in die Genesis und ein Flug über das erste Evangelium. Dann wird klar: Das ist die Kirche, gebildet aus dem Wort. Und das andere ist schwätzerischer Abfall.

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Dottore Cusamano » Donnerstag 2. Februar 2012, 20:17

Torsten hat geschrieben:
Dottore Cusamano hat geschrieben:Der hl. Hieronymus wird folgendermaßen zitiert:"Unkenntnis der Schrift ist Unkenntnis Christi."
Es reicht ein Blick in die Genesis und ein Flug über das erste Evangelium. Dann wird klar: Das ist die Kirche, gebildet aus dem Wort. Und das andere ist schwätzerischer Abfall.
Könntest Du das etwas genauer erläutern, Torsten? Wen oder was meinst Du mit "schwätzerischer Abfall"?
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Tritonus » Donnerstag 2. Februar 2012, 23:29

Torsten hat geschrieben:Es reicht ein Blick in die Genesis und ein Flug über das erste Evangelium. Dann wird klar: Das ist die Kirche, gebildet aus dem Wort. Und das andere ist schwätzerischer Abfall.
Wahrscheinlich stehe ich auf der Leitung, aber ich kapiere absolut nicht, was du mit dem "schwätzerischen Abfall" meinst. :hmm:

(Die Hl. Schrift außer Genesis und Matthäus-Evangelium? Nee, oder? :erschrocken: )

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Pilgerer » Freitag 3. Februar 2012, 21:43

In der evangelikalen Bewegung ist die persönliche Beziehung zu Jesus Christus sehr wichtig, die das Leben verändert. Wenn ein Katholik auf katholische Weise diese Beziehung pflegen will, dann kann er das z.B. bei der Eucharistiefeier.

Typisch für protestantische Evangelikale ist der Arminianismus, der der Grund dafür ist, dass hier das Bekehrungserlebnis sehr wichtig geworden ist (gewissermaßen ein Sakrament): http://de.wikipedia.org/wiki/Arminianismus
Evangelikale Katholiken müssten darum prüfen, inwieweit sie diese gemäßigt calvinistischen Gedanken teilen und ob sie in diesen Punkten der reinen katholischen Lehre noch folgen.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Tritonus » Freitag 3. Februar 2012, 23:49

Mir scheint, dass nur eine Minderheit der Evangelikalen in Deutschland die arminianistischen Standpunkte teilt, und zwar im wesentlichen die Anhänger der so genannten "Heiligungsbewegung", also Methodisten und ein paar Gruppen, die daraus hervorgegangen sind (Kirche des Nazareners, Heilsarmee usw.).

Diese Gruppen vertreten beispielsweise innerhalb des Gesamtspektrums die Minderheitenposition, dass auch nach einer Bekehrung ein gottgefälliges Leben unbedingt erforderlich ist -- die von ihnen so genannte "Heiligung" eben --, weil ansonsten im Extremfall das Heil auch wieder verloren werden kann. (Ihre Auffassung ist also in diesem Punkt etwas näher an der katholischen Position als die der restlichen Evangelikalen.)

Das führt dazu, dass ihnen die anderen Gruppen gelegentlich "Werkgerechtigkeit" vorwerfen, ihnen also unterstellen, dass sie an Gottes Gnade mitwirken oder diese durch eigene Werke sogar bewirken wollen und damit "aus der Gnade fallen". (Davon kann ich ein Lied singen, weil ich selbst während meiner weit zurückliegenden Zeit unter Evangelikalen gelegentlich schon deshalb wahlweise als "Judaisierer" oder als "Kryptokatholik" bezeichnet wurde, weil ich z.B. die 10 Gebote als sinnvoll und für mich als weitgehend verbindlich ansah.)

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Tritonus » Samstag 4. Februar 2012, 00:25

Ein Beispiel, das verdeutlicht, welchen Stellenwert die "Wiedergeburt" für Evangelikale hat. Bei der bizarren Aufschrift des Buttons am unteren Ende der Seite weiß ich allerdings nicht, ob ich lachen oder weinen soll ...

http://www.gotquestions.org/deutsch/Wie ... hrist.html

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Pilgerer » Samstag 4. Februar 2012, 18:22

Tritonus hat geschrieben:Ein Beispiel, das verdeutlicht, welchen Stellenwert die "Wiedergeburt" für Evangelikale hat. Bei der bizarren Aufschrift des Buttons am unteren Ende der Seite weiß ich allerdings nicht, ob ich lachen oder weinen soll ...

http://www.gotquestions.org/deutsch/Wie ... hrist.html
Die Wiedergeburt hat in der frühen Kirche tatsächlich eine wichtige Rolle gespielt, als die Taufe oftmals nach einer langen Zeit des Katecheten-Daseins erfolgte und der Eintritt in das Paradies der Kirche war. Allerdings übersehen die protestantischen Evangelikalen die Verknüpfung der Wiedergeburt mit der Wassertaufe (und der Firmung als Geist-Salbung). Hier könnten katholische Evangelikale Wert auf eine besonders ausgeprägte Tauffrömmigkeit legen (z.B. in Form von Tauferinnerungen).
Welche Bedeutung hat aus katholischer Sicht die bewusste Hinwendung zum christlichen Glauben? Ist der klassische Eintritt ins Katechetentum bereits heilsförderlich?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Dottore Cusamano » Dienstag 7. Februar 2012, 21:02

Dottore Cusamano hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:
Dottore Cusamano hat geschrieben:Der hl. Hieronymus wird folgendermaßen zitiert:"Unkenntnis der Schrift ist Unkenntnis Christi."
Es reicht ein Blick in die Genesis und ein Flug über das erste Evangelium. Dann wird klar: Das ist die Kirche, gebildet aus dem Wort. Und das andere ist schwätzerischer Abfall.
Könntest Du das etwas genauer erläutern, Torsten? Wen oder was meinst Du mit "schwätzerischer Abfall"?
Es wäre sehr interessant, wenn Du auf die hier gestellten Fragen antworten würdest, Torsten. Vielleicht hast Du die Fragen von Tritonus und mir eventuell noch gar nicht bemerkt.
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

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Torsten
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Torsten » Dienstag 7. Februar 2012, 22:12

Das bezog sich nicht auf die anderen Evangelisten. Sondern auf gewisse Prediger ...

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Dottore Cusamano
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Re: Evangelikale Katholiken?

Beitrag von Dottore Cusamano » Mittwoch 8. Februar 2012, 09:22

Torsten hat geschrieben:Das bezog sich nicht auf die anderen Evangelisten. Sondern auf gewisse Prediger ...
Ach so... (jetzt ist klar, was Du konkret meintest) :achselzuck:
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)

CIC_Fan
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Evangelikaler Katholizismus ???

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 25. Juli 2019, 09:47

Wenn man das so liest fragt man sich zunächst mal sind die Leute so verzweifelt
Das kann doch keine Lösung sein den damit werden doch Irrtümern Tür und Tor geöffnet
nicht anders als bei progressiven  Kreisen
( aus der Sicht des Autors gesehen) 
ich stell das mal so zur Debatte 
http://www.kath.net/news/68575

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Bruder Donald
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Re: Evangelikaler Katholizismus ???

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 25. Juli 2019, 12:48

Warum siehst du das so negativ? Wo siehts du Irrtümern Tür und Tor geöffnet?

Der Autor bekennt sich zu katholischen Standpunkten, leugnet sie nicht, nimmt keine Weg, vielmehr fügt er ja neues hinzu.

- Ok, unter "Freundschaft mit Gott / Jesus" kann man durchaus ein nachlässiges Gottesbild / -verständis subsumieren, aber ich denke mal, dass der Autor das so definitv nicht zu verstehen sehen will

- die aposotlische Sukzession, das Lehramt und das Primat des Papstes werden bestätigt und daran festgehalten

- die Macht und die Wichtigkeit der Sakramente (insbesondere die hl. Eucharestie) werden bestätigt

- das praktische, authentisch chrisltiche Leben definiert sich durch Hinwendung zu, Wandlung in und Denken/Handeln mit Gott

- eher neu ist die nähere und vertiefende Auseinandersetzung mit der Bibel, aber nicht "mithilfe" der historisch-kritischen Methode

- Priester als Ikone, Mitwirken der Laien an der Evangelisierung

- Katholizismus als Gegenkultur zum säkularen-weltlichen Zeitgeist der Postmoderne
George Weigel hat geschrieben: Christlicher Glaube bedeutet Christus, nicht irgend eine Sammlung „christlicher“ Ideen.
Alles in allem in meinen Augen ein durch und durch katholisches Programm.
Man mag sich am Namen des Konzepts stören, aber was gibt es an den Inhalten grundsätlich auszusetzen?
Außerdem erinnert mich das Konzept an die Charismatische Erneuerung/Bewegung.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Evangelikaler Katholizismus ???

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 25. Juli 2019, 13:15

wann hat die Kirche jemals einen Weg "dazugegeben" der aus einer verurteilten Haeresie stammt?

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Bruder Donald
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Re: Evangelikaler Katholizismus ???

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 25. Juli 2019, 13:22

CIC_Fan hat geschrieben:
Donnerstag 25. Juli 2019, 13:15
wann hat die Kirche jemals einen Weg "dazugegeben" der aus einer verurteilten Haeresie stammt?
Verstehe deinen Kritikpunkt nicht... :achselzuck:

- welche verurteilte Häeresie?

- und was wird aus dieser "dazugegeben"?
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Evangelikaler Katholizismus ???

Beitrag von lifestylekatholik » Donnerstag 25. Juli 2019, 16:21

Aus dem verlinkten Artikel:
Die Kirche der neuen Evangelisation betont die Notwendigkeit von Regeln – des Kirchenrechts –, ist sich aber bewusst, dass eine zu strikte Ausrichtung auf die äußere Zugehörigkeit zur Kirche (…) das reale Problem bringt,
Weia, was ein Wortwust. Was ist die Kirche der neuen Evangelisation? Ist das ein neuer Name für die una sancta? :hae?: Und was genau verbirgt sich hinter der Phrase von der zu strikten Ausrichtung auf die äußere Zugehörigkeit zur Kirche? Soll das ein Türöffner sein, um zu sagen: »Ach na ja, eigentlich kommt’s doch auf die innere, die gefühlte Zugehörigkeit an, das andere sind Äußerlichkeiten«? Solche Testballons werden ja häufiger mal steigen gelassen.

Das ist alles ziemlich strange.

Aus einem Artikel auf CNA von 2015 dazu:
Wie Weigel auch im Buch betont, muss diese tiefgreifende Reform aber auch von oben kommen, wenn sie eine Neudefinierung der Aufgabe der Kirche im öffentlichen Leben leisten will, von der Liturgie bis zum geistlichen Leben.
Ich habe eigentlich keinen Zweifel darüber, was sich hinter der geforderten »Neudefinierung« in Bezug auf Liturgie und geistliches Leben verbirgt.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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