Bibelübersetzungen/-ausgaben

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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birnbaum
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Der Augapfel im Psalm 17 (16)

Beitrag von birnbaum » Donnerstag 18. Juli 2019, 15:16

Heute "erschien" mir der 17. Psalm mit all seinen Klagen, Wünschen und Befreiungs– Bitten.
Ein Vers erreichte mein Augenmerk besonders:

»Bewahre mich wie deinen Augapfel, birg mich im Schatten deiner Flügel … « (17: 9, NGÜ 2011)

"Augapfel", ein besonderes Wort!
Im Hebräischen steht
» ꜂ischon bath_ajin • אישון בת‫¯‬עין «

"꜂ischon" (mask.) ist der Kern, im übertragenen Sinn das Männchen, das Püppchen, und kommt viermal im AT vor
5. Mose 32:10, Ps 17:9, Sprüche 7:2 und 7:9 (hier: im Kern der Nacht)

» bath ajin « ist die Tochter (fem.) des Auges (fem.) , also zusammengenommen
»Der Kern, des Auges Tochter«

Das wortwörtlich zu übersetzen, macht für die meisten Bibelausgaben wenig Sinn, denn es ist schwer verständlich. Also wird man es gemeinverständlich übertragen, wie die Wahl "Augapfel" zeigt.

Als ich den Text las, wollte ich wissen, wie andere Pss- Ausgaben diesen Teilvers verdeutschen. Hier die originellsten Varianten:

»Hüte mich, wie den Augapfel das Augenlid« (Samson R. Hirsch, 1885)

»Dem Augensterne gleich behüte mich.« (Paul Rießler, 1954)

»Behüte mich wie das Püpplein im Augapfel.« (Martin Buber 1935)

»So wie Augenlider hüten / Ihren Apfel vor Gefahr … « (Matthias Hermann, 2015)

»Bewahre mich wie das Männlein im Auge (d. h. wie die zarte Pupille) « (H. Viktor Andreae, 1885)

»Behüte mich Herr, wie den Stern im Auge …« (Georg Molin 1986)

»Behüt mich wie ein Männlein Auges=Kinds! « (Martin v. Gerlach, 1924)

»Halte mich wie die Pupille im Auge …« (Konkordates AT, 1994)

»Bewahr´ mich, wie des Auges Bild …« (Julius Hammer, 1861)

»Bewahr mich wie´s Auge, / Wie´s Püppchen im Auge …« (Bernhard Duhm, 1899)

»Wie ein Mensch behutsam sein Auge, den Stern seines Auges schützt,
so bewahre mich; …
« (Kurt Fenz, 1998)

»Wohlbehütet wie den Glanz der Augen / birgst du mich … « (Buchhäger Psalter [nach der LXX], 2008)

»Bewahr mich, wie des Auges Kind! Birg mich in deinem Schutz …« ( Michel Levy, 1887)

»Hüte mich wie den Kern der Tochter Auge, … « (F. H. Baader, 1978)

Viele der Beispiele stammen aus längst vergangenen Zeiten, aber der O– Text hat sich in Tausenden von Jahren nicht verändert. Die Sprache allerdings schon, ist ärmer geworden, oft um dem Leser nicht "Unverdauliches" zuzumuten.
Aber die Bildhaftigkeit leidet unter jeder Vereinfachung. Daher schätze ich die alten Übertragungen so sehr!

Freue mich über jeden, der eine ähnlich originelle Übertragung findet – da des vielen Büchermachens kein Ende ist (Prediger 12).
Zuletzt geändert von birnbaum am Donnerstag 18. Juli 2019, 15:48, insgesamt 1-mal geändert.

Juergen
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Re: Der Augapfel im Psalm 17 (16)

Beitrag von Juergen » Donnerstag 18. Juli 2019, 15:44

birnbaum hat geschrieben:
Donnerstag 18. Juli 2019, 15:16
Heute "erschien" mir der 17. Psalm mit all seinen Klagen, Wünschen und Befreiungs– Bitten.
Ein Vers erreichte mein Augenmerk besonders:

»Bewahre mich wie deinen Augapfel, birg mich im Schatten deiner Flügel … « (17: 9, NGÜ 2011)

"Augapfel", ein besonderes Wort!
Im Hebräischen steht
» ꜂ischon bath_ajin • אישון בת‫¯‬עין «

"꜂ischon" (mask.) ist der Kern, im übertragenen Sinn das Männchen, das Püppchen, und kommt viermal im AT vor
5. Mose 32:10, Ps 17:9, Sprüche 7:2 und 7:9 (hier: im Kern der Nacht)

» bath ajin « ist die Tochter (fem.) des Auges (fem.) , also zusammengenommen
»Der Kern, des Auges Tochter«

Das wortwörtlich zu übersetzen, macht für die meisten Bibelausgaben wenig Sinn, denn es ist schwer verständlich. Also wird man es gemeinverständlich übertragen, wie die Wahl "Augapfel" zeigt.
꜂ischon kamm an auch als Pupille übersetzen
bat drückt einfach eine Zugehörigkeit im weiteren Sinne aus
aijn ist das Auge

→ Pupille des Auges

Gruß
Jürgen
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birnbaum
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Donnerstag 18. Juli 2019, 15:50

Danke für den Vermerk! So stehts auch da...

»Halte mich wie die Pupille im Auge …« (Konkordates AT, 1994)

Hast Du noch ´ne andere Üs, die ein wenig aus der Rolle fällt …?

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Protasius
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Protasius » Donnerstag 18. Juli 2019, 19:41

birnbaum hat geschrieben:
Donnerstag 18. Juli 2019, 15:50
Danke für den Vermerk! So stehts auch da...

»Halte mich wie die Pupille im Auge …« (Konkordates AT, 1994)

Hast Du noch ´ne andere Üs, die ein wenig aus der Rolle fällt …?
Wie wäre es mit der Vulgata: A resistentibus dexterae tuae custodi me, ut pupillam oculi. Das Wort pupilla hat zwar Pupille, Augapfel, Augenstern eigentlich als übertragene Bedeutung, aber in der Verbindung pupilla oculi dürfte das die naheliegendste Bedeutung sein.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Donnerstag 18. Juli 2019, 22:22

Der altehrwürdige Hieronymus hat noch eine lateinische Version aus der Hebraica angefertigt:

»custodi me quasi pupillam intus in oculo …«
»Behüte mich wie die Pupille innen im Auge …«

Der Varianten kein Ende.... mir gings drum, die Unterschiede im Deutschen und die Wirkungsweise auf den Leser zu zeigen. Jeder Psalmenübersetzer hat seine eigene Erfahrensweise, den Urtext (oder die LXX und die V) so an den Leser heranzutragen, dass der aufhorcht und sein Ohr an den Himmel nagelt – um zu erfahren, was der Vater, das Wort, ihm sagen lässt und was er ihn sehen lassen will.

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Vinzenz Ferrer
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Vinzenz Ferrer » Freitag 19. Juli 2019, 11:56

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 17. Juni 2019, 10:34
birnbaum hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 14:46
Ich antworte für Br. Donald – in der Hoffnung, er hätte keine Einwände gehabt...
Alles gut, danke, du hast es auch tausendmal besser erklärt als ich es je hingekriegt hätte :tuete:
birnbaum hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 14:46
N.B.: Br. Donald, falls Du etwas anderes meintest, dann melde Dich!
Es ist schon richtig, ich bevorzuge es, wenn der Eigenamme Jehowa (bzw. alternative Schreibweisen) auch so dasteht, anstatt der Umschreibung mit HERR, Herr (oder whatever).

Einerseits kann ich das "Entgegenkommen" nachvollziehen, andererseits empfinde ich diese Umschreibung als irgendwie "verfälschend".
In einer christlichen Bibel kann ja ruhig Jehowa stehen, beim (lauten) Lesen kann man es ja wie die Juden dann immer noch mit "Herr" wiedergeben.
birnbaum hat geschrieben:
Dienstag 18. Juni 2019, 08:05
Br. Donald,
lies noch mal nach! Es kann schlicht nicht sein, dass in einer Herder Bibel das Tetragramm mit "Jehova" wiedergegeben ist. Entweder sie liest "Herr" oder "Jahwe" (wie ich oben schrieb)!
Apropos Tetragramm:
Habe neulich bei einem Vortrag folgende Lösung gesehen:
Im deutschen Fließtext der Übersetzung das Tetragramm als hebräische Buchstaben zu belassen.
Ich bin wirklich unschlüssig, was ich davon halten soll: einerseits, andererseits….
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Freitag 19. Juli 2019, 12:16

Wenn ich mir einen schnellen Überblick verschaffen will, wie oft z. B. in einem Schriftabschnitt das Vierwort steht – wegen der Zahlensymbolik, auf die ich abfahre –, dann muß ich auf eine amerikanische BÜ zurückgreifen; dort gibt es diverse sogenannte "Sacred Name Bibles" mit dem Tetragramm als יהוה belassen, das sticht sofort aus dem Text heraus.
Soweit ich die deutschsprachige Bibellandschaft überblicke, gibt es keine, die so verfährt. Die BigS (Bibel in gerechter Sprache) graut zwei Jods aus י _______ י, und setzt dazwischen jeweils eine gender–beliebige (Anrufungs)bezeichnung, etwa "der Ewige" oder "Mutter"; die Idee ist an sich nicht schlecht, hilft, das Vierwort schneller zu lokalisieren, aber die Verfeminisierung empfinde ich als Häresie, um es mal krass auszudrücken. Buber setzt immer das Personalpronomen (geniale Idee), andere Kapitälchen.
´Herr` sowohl für IHWH als auch für ´Adonaj` zu setzen – und das noch innerhalb eines Verses –, ist die suboptimalste Lösung; so verfährt z. B. die Herder–Bibel ab 1968 bis heute.

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Vinzenz Ferrer
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Vinzenz Ferrer » Freitag 19. Juli 2019, 12:30

birnbaum hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:16
Wenn ich mir einen schnellen Überblick verschaffen will, wie oft z. B. in einem Schriftabschnitt das Vierwort steht – wegen der Zahlensymbolik, auf die ich abfahre –, dann muß ich auf eine amerikanische BÜ zurückgreifen; dort gibt es diverse sogenannte "Sacred Name Bibles" mit dem Tetragramm als יהוה belassen, das sticht sofort aus dem Text heraus.
Soweit ich die deutschsprachige Bibellandschaft überblicke, gibt es keine, die so verfährt. Die BigS (Bibel in gerechter Sprache) graut zwei Jods aus י _______ י, und setzt dazwischen jeweils eine gender–beliebige (Anrufungs)bezeichnung, etwa "der Ewige" oder "Mutter"; die Idee ist an sich nicht schlecht, hilft, das Vierwort schneller zu lokalisieren, aber die Verfeminisierung empfinde ich als Häresie, um es mal krass auszudrücken. Buber setzt immer das Personalpronomen (geniale Idee), andere Kapitälchen.
´Herr` sowohl für IHWH als auch für ´Adonaj` zu setzen – und das noch innerhalb eines Verses –, ist die suboptimalste Lösung; so verfährt z. B. die Herder–Bibel ab 1968 bis heute.
Was macht der Leser eigentlich an der Tetragrammstelle, wenn er aus einer „Sacred Name Bible“ laut vorlesen soll?
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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birnbaum
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Freitag 19. Juli 2019, 13:42

Wenn er weiß, was er gekauft hat, spricht er hebräisch Yahweh oder Jehova oder Yehovah.

Falls er die Bibel gekauft hat, weil keine andere verfügbar war, ist er irritiert und sucht die Hieroglyphen im Inhaltsverzeichnis oder im Vorwort zu dekodieren.

Ersteres ist wahrscheinlich.

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von lifestylekatholik » Sonntag 21. Juli 2019, 21:31

birnbaum hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:16
Wenn ich mir einen schnellen Überblick verschaffen will, wie oft z. B. in einem Schriftabschnitt das Vierwort steht – wegen der Zahlensymbolik, auf die ich abfahre –, dann muß ich auf eine amerikanische BÜ zurückgreifen; dort gibt es diverse sogenannte "Sacred Name Bibles" mit dem Tetragramm als יהוה belassen, das sticht sofort aus dem Text heraus.
Das passt nur so ungefähr:

Ich habe mal im Kirchenlexikon nachgelesen. Dort steht, dass die LCC das Tetragrammaton (stets?) mit Κύριος wiedergegeben habe. Kann man sich nun eigentlich umgekehrt darauf verlassen, dass immer, wenn ich im Text Κύριος finde, in der hebräischen Fassung יהוה steht? Das wäre ja immerhin etwas. :hmm:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Lycobates
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Lycobates » Sonntag 21. Juli 2019, 21:49

lifestylekatholik hat geschrieben:
Sonntag 21. Juli 2019, 21:31
birnbaum hat geschrieben:
Freitag 19. Juli 2019, 12:16
Wenn ich mir einen schnellen Überblick verschaffen will, wie oft z. B. in einem Schriftabschnitt das Vierwort steht – wegen der Zahlensymbolik, auf die ich abfahre –, dann muß ich auf eine amerikanische BÜ zurückgreifen; dort gibt es diverse sogenannte "Sacred Name Bibles" mit dem Tetragramm als יהוה belassen, das sticht sofort aus dem Text heraus.
Das passt nur so ungefähr:

Ich habe mal im Kirchenlexikon nachgelesen. Dort steht, dass die LCC das Tetragrammaton (stets?) mit Κύριος wiedergegeben habe. Kann man sich nun eigentlich umgekehrt darauf verlassen, dass immer, wenn ich im Text Κύριος finde, in der hebräischen Fassung יהוה steht? Das wäre ja immerhin etwas. :hmm:
LCC?
Das wäre (etwas unorthodox) 150 8)
LXX sollte aber reichen!
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von lifestylekatholik » Sonntag 21. Juli 2019, 22:10

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 21. Juli 2019, 21:49
LCC?
Das wäre (etwas unorthodox) 150 8)
LXX sollte aber reichen!
:D Ich hatte noch gedacht: »Sieht irnkwie komisch aus.« :umkuck:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Montag 22. Juli 2019, 12:58

Hier greift nur der Konjunktiv: Wenn die LXX mit dem masoretischen Text übereinstimmen würde, dann ja.
Aber die LXX und die Masora weichen an vielen Stellen voneinander ab. Soweit ich erinnere, ist Jeremia (?) in einer von beiden sogar um 1/4 (oder mehr) kürzer, andere sind umfangreicher.
Aber wenn man darauf achtet, daß oftmals – sofern das Vierwort mit HERR wiedergegeben ist, die Großschreibung heraussticht, geht das ganz gut. Das gr. Kyrios sticht übrigens auch nicht aus dem Text heraus.

Die BigS ist schon eine Hilfe mit dem ausgegrauten י _______ י, sofern man von der absurden Feminisierung absieht. Die Übersetzung selber ist gar nicht schlecht; wie bei der Einheits– und Herder–Bibel u.v.a.m. haben hier mehrere Köche den Übersetzungsbrei gerührt. Aber das Original stammt ja auch nicht aus einer Hand.
Sonst gilt – wie bei vielen Übersetzungen – man soll den Fisch ohne die Gräten essen!

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NT mit Hervorhebung des Gottesnamens Kyrios

Beitrag von birnbaum » Montag 22. Juli 2019, 15:14

Es gibt unglaubliche so genannte Bibelausgaben, die nichts als Kopfschütteln verursachen:
Vinzenz, oder wen es sonst noch interessiert, gib mal bei amaz0n.de diese ISBN ein:
978-1539810476, finde die »Die ICH BIN – Bibel– "Doppeltes Primat"«.

Hilfreich evtl. für denjenigen, der das griechische κυριος in Übersetzung hervorgehoben sehen will. Jedoch unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und mit einem Vorwort / einer Einführung, stümperhaft vom Google (oder sonst wem) – Übersetzer verdeutscht.
Um vorzutäuschen, es handle sich um die Wiedergabe eines wie immer gearteten Originals aus dem Aramäisch– Griechischen, hat der Herausgeber das »HErr« der "neu durchgesehenen" Lutherbibel von 1913 in Y´HOVA "zurückübersetzt". Wer denkt, es handle sich um eine neue Übersetzung, liegt fehl, denn man hat einfach die gemeinfreie Luther 1913 digitalisiert und HErr oder HERR durch das hebräische Y`HOVA ersetzt, welches im NT so nicht zu finden ist.
Der einzige Vorteil: Alle die Stellen, wo κυριος steht (oder stehen soll), sind fettgedruckt. Mag für manche eine Hilfe sein.
Ich finde es nicht in Ordnung, wenn (soweit ich das in den Textbeispielen sehen konnte) eine altbekannte Übersetzung ge– (besser, miß–)braucht wurde, ohne Hinweis im Impressum – und überdies versehen mit anderem Etikett.

Juergen
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Juergen » Montag 22. Juli 2019, 16:30

lifestylekatholik hat geschrieben:
Sonntag 21. Juli 2019, 21:31
Ich habe mal im Kirchenlexikon nachgelesen. Dort steht, dass die LCC das Tetragrammaton (stets?) mit Κύριος wiedergegeben habe. Kann man sich nun eigentlich umgekehrt darauf verlassen, dass immer, wenn ich im Text Κύριος finde, in der hebräischen Fassung יהוה steht? Das wäre ja immerhin etwas. :hmm:
Nein.
Κύριος ist die regelmäßige Wiedergabe des Tetragramms aber auch von die Übersetzung von adonaj. In einigen LXX-Handschriften bleibt das Tetragramm auch unübersetzt in hebr. Buchstaben stehen und z.B. in Gen 4,1 wird das Tetragramm als θεος übersetzt.
Gruß
Jürgen
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von lifestylekatholik » Montag 22. Juli 2019, 17:13

Juergen hat geschrieben:
Montag 22. Juli 2019, 16:30
lifestylekatholik hat geschrieben:
Sonntag 21. Juli 2019, 21:31
Kann man sich nun eigentlich umgekehrt darauf verlassen, dass immer, wenn ich im Text Κύριος finde, in der hebräischen Fassung יהוה steht?
Nein.
Möp, das ist ja ärgerlich. Danke für die Aufklärung!
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Juergen » Montag 22. Juli 2019, 18:25

lifestylekatholik hat geschrieben:
Montag 22. Juli 2019, 17:13
Juergen hat geschrieben:
Montag 22. Juli 2019, 16:30
lifestylekatholik hat geschrieben:
Sonntag 21. Juli 2019, 21:31
Kann man sich nun eigentlich umgekehrt darauf verlassen, dass immer, wenn ich im Text Κύριος finde, in der hebräischen Fassung יהוה steht?
Nein.
Möp, das ist ja ärgerlich. Danke für die Aufklärung!
Wenn Du allerdings wissen willst, ob Du „in der Regel“ davon aussgehen kannst, daß das Tetragramm mit Kyrios übersetzt ist, dann ist die Frage zu bejahen. In mehr als 6000 Fällen trifft das nämlich zu, aber eben nicht in allen.
Interessant ist vielleicht in den Zusammenhang auch noch, daß die Kombination JHWH + Elohim, in der Regel als κύριος ὁ θεὸς übersetzt wird.
Gruß
Jürgen
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F. E. SCHLACHTER´s Hals–Entzündung

Beitrag von birnbaum » Montag 29. Juli 2019, 14:33

HALSENTZÜNDUNG

Der Psalm zum gestrigen Sonntag war der 69.
Ich las in der schönen alten Schlachter– Hausbibel von 1907 und stolperte über den Text von V. 4

»Ich bin müde von meinen Schreien,
mein Hals ist entzündet … «


Die ersten zehn Jahre meiner Kindheit lebte ich im hessischen Rhein–Main– Dialektraum; Halsschmerzen zu haben hieß damals in der Sprechweise meiner Mutter: „Du hast Halsentzündung!“
Franz Eugen Schlachter brachte diesen markanten Ausdruck wieder zurück in meine Erinnerung …
Ob David an einer Halsentzündung erkrankt war, ist eine Frage der sprachlichen Perspektive, seine Empfindung erstreckt sich auch auf sein Herz, denn er klagt
»Die Schmach hat mir das Herz gebrochen, daß ich krank geworden bin« (V. 21)

Die erste große Revision der Schlachterbibel vernüchtert die "Entzündung", die ja eine körperliche Reaktion auf schädliche Reize etc. darstellt, zu

»Meine Kehle ist ausgedörrt«
(Schlachter, Stuttgarter Ausgabe 1920)

Entzündung und Dürre unterscheiden sich durchaus, schädliche Reize und Wassermangel sind verschiedene Ursachen; in der Sprache der 20er Jahre litt David an spirituellem Wassermangel, befand sich in der trostlosen Wüste und in einsamem Schreien.
Der Genfer Revisor der Schlachterbibel entschied 1945, daß David klagte:

»Mein Hals ist heiser«

Ein Ricola– Schweizer Kräuterbonbon hätte seinem heiseren Hals auch nicht wirklich Linderung verschafft, die Ursache lag anderswo: am Zustand seiner Nefesch, seiner Seele, und deren Notschrei.
Sechs Jahre später erfährt der Psalmleser über die Auswirkungen von Davids Notschrei:

»Meine Kehle ist vertrocknet«
(Schlachter, Genfer Ausgabe 1951)

Vertrocknet ist ja wie tot, Resultat des totalen Wassermangels....
Mit vertrockneter Kehle kann niemand mehr rufen, dieser Schrei ist lautlos,

»… im Harren auf meinen Gott …« sprach–los. (V. 4c)

Die vertrocknete Kehle blieb bis heute, Schlachter V2000 hat den Text nicht verändert.
Mir vergegenwärtigt sich jedoch die "Halsentzündung“;
um deren Linderung kümmerte sich meine Mutter aufopferungsvoll.
Gott handelt – wie eine Mutter.
So sei es!

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Lycobates
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Re: F. E. SCHLACHTER´s Hals–Entzündung

Beitrag von Lycobates » Montag 29. Juli 2019, 16:00

birnbaum hat geschrieben:
Montag 29. Juli 2019, 14:33
HALSENTZÜNDUNG

Der Psalm zum gestrigen Sonntag war der 69.
Ich las in der schönen alten Schlachter– Hausbibel von 1907 und stolperte über den Text von V. 4

»Ich bin müde von meinen Schreien,
mein Hals ist entzündet … «


Die ersten zehn Jahre meiner Kindheit lebte ich im hessischen Rhein–Main– Dialektraum; Halsschmerzen zu haben hieß damals in der Sprechweise meiner Mutter: „Du hast Halsentzündung!“
Franz Eugen Schlachter brachte diesen markanten Ausdruck wieder zurück in meine Erinnerung …
Ob David an einer Halsentzündung erkrankt war, ist eine Frage der sprachlichen Perspektive, seine Empfindung erstreckt sich auch auf sein Herz, denn er klagt
»Die Schmach hat mir das Herz gebrochen, daß ich krank geworden bin« (V. 21)

Die erste große Revision der Schlachterbibel vernüchtert die "Entzündung", die ja eine körperliche Reaktion auf schädliche Reize etc. darstellt, zu

»Meine Kehle ist ausgedörrt«
(Schlachter, Stuttgarter Ausgabe 1920)

Entzündung und Dürre unterscheiden sich durchaus, schädliche Reize und Wassermangel sind verschiedene Ursachen; in der Sprache der 20er Jahre litt David an spirituellem Wassermangel, befand sich in der trostlosen Wüste und in einsamem Schreien.
Der Genfer Revisor der Schlachterbibel entschied 1945, daß David klagte:

»Mein Hals ist heiser«

Ein Ricola– Schweizer Kräuterbonbon hätte seinem heiseren Hals auch nicht wirklich Linderung verschafft, die Ursache lag anderswo: am Zustand seiner Nefesch, seiner Seele, und deren Notschrei.
Sechs Jahre später erfährt der Psalmleser über die Auswirkungen von Davids Notschrei:

»Meine Kehle ist vertrocknet«
(Schlachter, Genfer Ausgabe 1951)

Vertrocknet ist ja wie tot, Resultat des totalen Wassermangels....
Mit vertrockneter Kehle kann niemand mehr rufen, dieser Schrei ist lautlos,

»… im Harren auf meinen Gott …« sprach–los. (V. 4c)

Die vertrocknete Kehle blieb bis heute, Schlachter V2000 hat den Text nicht verändert.
Mir vergegenwärtigt sich jedoch die "Halsentzündung“;
um deren Linderung kümmerte sich meine Mutter aufopferungsvoll.
Gott handelt – wie eine Mutter.
So sei es!
Schön!
(Aber: der "Psalm zum gestrigen Sonntag", dem 7. nach Pfingsten, bzw. 6. nach Trinitatis (so beim O.P.), war doch der 46.: Omnes gentes, plaudite manibus: jubilate Deo in voce exsultationis.)

Ps. 68 (! 68, nicht 69, es gibt keinen Grund, auch keinen untriftigen, die fehlerhafte Trennung des zwar trümmerhaften, aber einst klar alphabetischen Ps. 9 zu übernehmen!), Vers 4 hat: raucae factae sunt fauces meae, also heiser sein, βραγχιάω.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
*
Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
*
... una cum omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus

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Re: F. E. SCHLACHTER´s Hals–Entzündung

Beitrag von Juergen » Montag 29. Juli 2019, 16:07

Lycobates hat geschrieben:
Montag 29. Juli 2019, 16:00
Ps. 68 (! 68, nicht 69
68 nach gr. Zählweise; 69 nach hebr. Zählweise. ;)

Gruß
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Re: F. E. SCHLACHTER´s Hals–Entzündung

Beitrag von Lycobates » Montag 29. Juli 2019, 16:15

Juergen hat geschrieben:
Montag 29. Juli 2019, 16:07
Lycobates hat geschrieben:
Montag 29. Juli 2019, 16:00
Ps. 68 (! 68, nicht 69
68 nach gr. Zählweise; 69 nach hebr. Zählweise. ;)

Ich schrieb doch:
es gibt keinen Grund, auch keinen untriftigen, die fehlerhafte Trennung des zwar trümmerhaften, aber einst klar alphabetischen Ps. 9 zu übernehmen
:achselzuck:

(Die "gr. Zählweise" ist auch eine hebräische, und zwar eine richtigere, als die masoretische.)
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Montag 29. Juli 2019, 17:10

Habe me excusatum!
Ich lese die Texte nach dem Herrnhuter Losungsbuch. Da wird üblicherweise nach dem Hebräischen Text gezählt.

Nota bene:

Ich wundere mich, dass Zahlen in diesem Zusammenhang wichtiger sind als Texte und deren Inhalt!

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Siard » Montag 29. Juli 2019, 17:23

birnbaum hat geschrieben:
Montag 29. Juli 2019, 17:10
Ich wundere mich, dass Zahlen in diesem Zusammenhang wichtiger sind als Texte und deren Inhalt!
Der Schluß scheint mir nicht zulässig.

Juergen
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Juergen » Montag 29. Juli 2019, 17:30

Gruß
Jürgen
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Lycobates » Montag 29. Juli 2019, 17:32

birnbaum hat geschrieben:
Montag 29. Juli 2019, 17:10
Habe me excusatum!
Ich lese die Texte nach dem Herrnhuter Losungsbuch. Da wird üblicherweise nach dem Hebräischen Text gezählt.

Nota bene:

Ich wundere mich, dass Zahlen in diesem Zusammenhang wichtiger sind als Texte und deren Inhalt!
Gern!
Ein ehemals lutherischer, sodann pietistisch gesinnter Kommilitone gab mir seinerzeit auch einmal ein Losungsbuch zum Geschenk. Ich muß es noch irgendwo haben.

Nein, Zahlen sind in diesem Zusammenhang nicht wichtiger als die Texte der Psalmen und deren Inhalt, aber wer letztere gern überprüfen möchte, stößt sich beim Suchen zunächst an die Zahl. Daher meine Bemerkung zur Form. Inhaltlich wollte ich nur die LXX/Vulgata-Übersetzung komplementarisch beisteuern, da diese noch nicht erwähnt wurde.
Sine ira et studio!
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Juergen » Montag 29. Juli 2019, 17:49

נחר heißt doch eigentlich schauben/schnarchen. :hmm:
Gruß
Jürgen
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Montag 29. Juli 2019, 20:09

@jürgen:

Ja, tut es. Aber auch "entzündet sein / werden“, u. v. a. m. ; kommt also der Hals–entzündung nahe.
@ Lycobates:
Betreffs der Kapitelzählung: Wenn ich gestern früh zufällig Schlachter aufschlug (und nicht eine frühere r.–k. Übersetzung), dann gehe ich nicht davon aus, dass Du den unmittelbaren Vergleich mit einer LXX bzw. V suchst.
Falls ich mir sowas nochmal erlauben sollte, schreibe ich
Ps 69 (= 68 LXX & V) oder vice versa.
Dann gibts keine Mißverständnisse.

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von RomanesEuntDomus » Montag 29. Juli 2019, 21:04

Juergen hat geschrieben:
Montag 29. Juli 2019, 17:49
נחר heißt doch eigentlich schauben/schnarchen. :hmm:
Ich würde das Wort eher als Niphal von חרר lesen.

Laut Gesenius (Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch, 17.Aufl.) hat das Verb in dieser Form ( נחר ) das Bedeutungsfeld "angebrannt, versengt, entzündet".

Ähnliches sagt der entsprechende Artikel in "Strongs Study Bible" ( https://studybible.info/strongs/H2787 )

Buber-Rosenzweig übersetzt ziemlich wörtlich "meine Kehle ist entflammt".

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Juergen » Montag 29. Juli 2019, 21:51

Ach! :patsch: Nipahl.
Meine durchaus schlechten und rudimentären Hebräischkenntnisse sind sowieso total eingerostet.
Gruß
Jürgen
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Raphaela » Mittwoch 14. August 2019, 11:28

Für all diejenigen, die alte Bibel lesen wollen:
https://christi-braut.blogspot.com/2019 ... llung.html
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von birnbaum » Freitag 16. August 2019, 12:58

Danke für diesen Hinweis!
Falls ich es irgendwie einrichten kann, werde ich mir das nicht entgehen lassen! Ist nicht so weit vom Nordbadischen aus...

Tinius
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Re: Bibelübersetzungen/-ausgaben

Beitrag von Tinius » Freitag 6. September 2019, 13:56

Ein interessantes Beispiel für das wissentliche Festhalten von Falschübersetzungen bei der vorgeblich so guten Lutherübersetzung ist die erfundene Selbstverfluchung des Simon Petrus.

Bei Prüfung des griechischen Textes fällt auf, dass Petrus sich in Mk 14,71 nicht „selbst verflucht“. Er „verflucht“ (ἀναθεματίζειν – anathematizein) lediglich. „Selbst verfluchen“ hätte „ἀναθεματίζειν ἑαυτόν“ heißen müssen. Markus sagt nicht, wen oder was Petrus verflucht, jedenfalls nicht sich selbst.

Einheitsübersetzung und die Zürcher bieten eine korrekte Übersetzung. Vulgata ebenso:
ille autem coepit anathematizare et iurare quia nescio hominem istum quem dicitis

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