Mißbrauchsanschuldigungen

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Lycobates
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Lycobates » Freitag 5. Juli 2019, 14:40

Edi hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 08:17
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 07:58

Vergebung setzt Reue, Umkehr, Buße und Wiedergutmachung voraus.
Ja und nein. Vergeben muss man allen wie es auch im Vaterunser heisst, egal ob sie bereuen oder nicht, auch wenn uns das nicht immer leicht fallen wird. Wer aber Schuld auf sich geladen hat, der muss bereuen und umkehren und wiedergutmachen, wo es geht, wenn er Gottes Vergebung erhalten will.
Ja, diese Unterscheidung ist wichtig. Danke für die Klarstellung.
Ich meinte natürlich letztere Art der Vergebung.
Schuldigern, denen ich persönlich vergeben müßte im Sinne des Strangthemas, hatte und habe ich Gott sei Dank nicht.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
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Marion
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Marion » Samstag 6. Juli 2019, 15:48

Lycobates hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 14:40
Edi hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 08:17
Lycobates hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 07:58

Vergebung setzt Reue, Umkehr, Buße und Wiedergutmachung voraus.
Ja und nein. Vergeben muss man allen wie es auch im Vaterunser heisst, egal ob sie bereuen oder nicht, auch wenn uns das nicht immer leicht fallen wird. Wer aber Schuld auf sich geladen hat, der muss bereuen und umkehren und wiedergutmachen, wo es geht, wenn er Gottes Vergebung erhalten will.
Ja, diese Unterscheidung ist wichtig. Danke für die Klarstellung.
Ich meinte natürlich letztere Art der Vergebung.
Schuldigern, denen ich persönlich vergeben müßte im Sinne des Strangthemas, hatte und habe ich Gott sei Dank nicht.
Der Herr vergibt reulosen Sündern nicht. Wir sollten uns den Herrn zum Vorbild nehmen.

Die Frechheit des Predigers ist kaum zu überbieten. Anonyme reulose Täter und Vertuschungstäter schützen, mit denen er offenbar unter einer Decke steckt. Von katholischem Glauben und katholischer Moral hat er wohl noch nichts gehört.
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 9. Juli 2019, 09:18

Das ist unglaublich wenn man will geht es
https://www.katholisch.de/aktuelles/akt ... -paris-auf

Vir Probatus
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 9. Juli 2019, 19:41

Irmgard hat geschrieben:
Freitag 5. Juli 2019, 14:03
Zurkuhlen beklagte im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“, dass sogar Bischöfe von Priester-Tätern als „Verbrecher“ sprächen, obwohl diese durchaus auch gute Seelsorger gewesen seien. „Niemand ist nur abgründig böse“, sagte Zurkuhlen, „oft verbinden sich Güte und Schuld miteinander oder stehen ohne Berührung nebeneinander.“ Es sei „allmählich Zeit, dass die kirchlichen Hierarchen nach langer Zeit auch mal ein Wort der Vergebung sagen können.“
Quelle: https://www.kirche-und-leben.de/artikel ... -muenster/

Vergebung ist ein wichtiger Bestandteil christlichen Handelns. Mir scheint das Problem woanders zu liegen. Man kann Leid nicht dadurch relativieren, dass die das Leid verursachende Person woanders auch Gutes getan hat. Man muss das Leid absolut anerkennen. Und ein wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Priester ist ein Verbrecher. Punkt. Erst von diesem Punkt aus kann man sich Gedanken machen, wie man mit den auf diese Weise sündig gewordenen Personen umgeht. Und wie, wann und wo eine Resozialisierung nach verbüßter Strafe gelingen kann. Denn auch das muss möglich sein. Dabei ist dann auch zu klären, wie weitere Übergriffe vermieden werden können.

Auch wer ein guter Seelsorger, Familienvater, was auch immer ist, ist ein Verbrecher, wenn er sich des sexuellen Missbrauch an Minderjährigen schuldig gemacht hat.

Gruß
Irmgard
Das könnte doch auch ein von "Oben" angeordneter Versuch gewesen sein, auszutesten, weit weit man gehen kann.
Da es, Gott sei Dank, schief gegangen ist, lässt man den Pfarrer fallen und verordnet ihm Schweigen.
Wundern würde mich das nicht mehr.

Wenn die Forderung des Pfarrers gelautet hat, "die Hierarchen sollten den Tätern vergeben" (und diese nicht mehr als Verbrecher bezeichnen), dann ist das doch absurd. Warum haben diese Hierarchen die Täter nicht angezeigt, wenn sie diese als Verbrecher ansehen? Es wäre doch die einzige Konsequenz gewesen. Sie wurden und werden aber geschützt von diesen Hierarchen.
Es wird aber auch immer wieder angedeutet, er sei mit einem Täter befreundet.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Mittwoch 10. Juli 2019, 11:26

Westfälische Nachrichten hat geschrieben: In der WDR-Lokalzeit erklärte Zurkuhlen am Dienstagabend, er habe "volle Solidarität" mit den Opfern, "wenngleich ich mich wundere, dass sie so lange damit gewartet haben." Und der 79-Jährige ergänzt: "Wenn Kinder wirklich so etwas Schreckliches erlebt haben bei einem Jugendkaplan - warum gehen sie dann immer wieder da hin hinterher?" Dass es Missbrauch gegeben habe, bestreite er nicht, denke aber, "dass es vielleicht nicht so tragisch für die Kinder war".

Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, zeigte sich in der Sendung "sprachlos" über die neuerlichen Äußerungen und kündigte Konsequenzen des Bistums an.
Quelle: https://www.wn.de/Muenster/3871177-Pres ... -Zurkuhlen

Die "Lokalzeit Münsterland", von der die Rede ist, ist noch in der Mediathek vorhanden. Auch die Hompage des Pfarrers selbst enthält Äußerungen, die ich wirklich sehr bedenklich finde in diesem Zusammenhang.

Gruß
Irmgard

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hanspeter » Mittwoch 10. Juli 2019, 11:46

Unfaßbar, ich hoffe, ihm wird Predigt- und Zelebrationsverbot erteilt!

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Mittwoch 10. Juli 2019, 12:04

Leider steht ja zu befürchten, dass er mit diesen Ansichten in seiner Generation gar nich mal so alleine steht. Man denke nur an die Position der Grünen un den 80ern und die unsäglichen Vorfälle an der Odenwaldschule. Ich hoffe und erwarte, dass das Bistum da jetzt handelt. Das muss in die Köpfe, dass Missbrauch ein schweres Verbrechen ist.

Gruß
Irmgard

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hanspeter » Mittwoch 10. Juli 2019, 12:11

Irmgard hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 12:04
Leider steht ja zu befürchten, dass er mit diesen Ansichten in seiner Generation gar nich mal so alleine steht. Man denke nur an die Position der Grünen un den 80ern und die unsäglichen Vorfälle an der Odenwaldschule. Ich hoffe und erwarte, dass das Bistum da jetzt handelt. Das muss in die Köpfe, dass Missbrauch ein schweres Verbrechen ist.

Gruß
Irmgard
Ich gehe davon aus, daß er heute noch suspendiert werden wird.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hanspeter » Mittwoch 10. Juli 2019, 16:13

Bischof Felix Genn untersagt Zurkuhlen priesterliche Tätigkeit:

https://www.kirche-und-leben.de/artikel ... aetigkeit/

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 10. Juli 2019, 16:36

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... -2346.html


Er ist suspendiert, und das ist gut so.

Die folgende Mail habe ich dem Herrn Pfarrer schon am 6.7 geschickt:
Sehr geehrter Herr Pfarrer Zurkuhlen,

ich habe diverse Artikel über Ihre Predigt in der Heilig-Geist Kirche in Münster und die hohe Anzahl der Gottesdienstbesucher, die die Kirche verlassen oder mit Ihnen diskutiert haben, gelesen.

Bereits die Bezeichnung „Schreiender Mob“ für diese Menschen sollte Ihnen eine Abmahnung Ihres Bischofs einbringen.

Zur Sache:
Es ist zweifellos richtig, daß wir alle der Vergebung bedürfen und daher auch zur Vergebung angehalten sind. Das ist Lehre der Bibel und der Kirche.
Aber es kann doch niemals vom Täter (hier einer Täterorganisation) das konkrete Verlangen an konkrete Opfer gestellt werden, zu vergeben.
Die katholische Kirche interessiert sich doch überhaupt nicht für ihre Opfer. Sehen Sie sich Fernsehsendungen an, wo Bischof Ackermann neben Opfern sitzt und geradezu herausstellt, wie diese ihn anöden.

http://mediathek.daserste.de/Anne-Will/ ... d=60574270

Oder denken Sie an das Fernsehinterview des ehemaligen Bischofs Müller, wo er wörtlich sagt „Die Verantwortung trägt der Täter … Ich bin nicht verantwortlich…“
https://www.youtube.com/watch?v=5IhHKcD_Yhg Ab 1:17

Oder lesen Sie Beiträge von Matthias Katsch oder Doris Wagner, beispielswese zum Mißbrauchsgipfel im Vatikan.

Die Kirche möchte die Schuld für diese Taten geradezu umdeuten auf die Gesellschaft allgemein oder die Christenheit im ganzen und dadurch relativieren.
Man lädt gern zu Buß- und Sühnegottesdiensten ein, damit sich möglichst Viele schuldig fühlen. Welch eine Farce!

Der frühere Papst Paul VI hat seinem Attentäter Ali Agca vergeben: Das wird jetzt vielfach angeführt und soll wohl noch Ihre Aussagen relativieren. Eine wunderbare Geste. Ja, aber bestimmt nicht weil Ali Agca ihn dazu aufgefordert hat.

Im Bistum Limburg hat man vor kurzem einen Diakon, der im Ordinariat und zu Hause eine Kinderpornosammlung pflegte, „befristet für 5 Jahre in seiner Tätigkeit als Diakon suspendiert“. Im Ordinariat ist er weiterhin tätig.

Die Täterorganisation verzeiht dem eigenen Mittäter, ohne die Opfer überhaupt zu fragen, so läuft das doch. Den Opfern wird das Vergeben nur angeordnet.

Es tut mir leid, aber derartige Vorgänge wie auch Ihre Predigt empfinde ich als geradezu grotesk in Anbetracht der Ungeheuerlichkeiten, die vorgefallen sind und noch ständig weiter vorfallen.

Mit freundlichen Grüßen
Ein katholischer Mitchrist aus dem Erzbistum Paderborn

Eine Antwort habe ich nicht bekommen.
Zuletzt geändert von Vir Probatus am Mittwoch 10. Juli 2019, 16:46, insgesamt 2-mal geändert.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hanspeter » Mittwoch 10. Juli 2019, 16:46

Allerdings, lesenswert ist auch die in dem Artikel verlinkte vollständige Erklärung des Bischofs.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Mittwoch 10. Juli 2019, 17:01

Hanspeter hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 16:46
Allerdings, lesenswert ist auch die in dem Artikel verlinkte vollständige Erklärung des Bischofs.
In der Tat. Hier der Direkt-Link:
https://www.kirche-und-leben.de/fileadm ... -10-07.pdf

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Juergen
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen » Mittwoch 10. Juli 2019, 17:39

Hanspeter hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 16:46
Allerdings, lesenswert ist auch die in dem Artikel verlinkte vollständige Erklärung des Bischofs.
Ja, interessant:
Man kann und darf von Opfern niemals Vergebung verlangen, Vergebung ist immer ein Geschenk, auf das ich kein Anrecht habe. Vergebung ist immer eine Gnade, die mir geschenkt wird.
Ich erwarte von ihm eine glaubhafte schriftliche Entschuldigung gegenüber den Betroffenen, gegenüber der Gemeinde, den Kolleginnen und Kollegen, gegenüber all den Menschen, die er verletzt hat.
Was ist eine solche „Entschuldigung“ anderes, als daß ein Täter von den Opfern Vergebung verlangt? – Aber gerade dieses Verlangen ist doch Auslöser des Ärgernisses. Der Bischof wünscht also, daß der Priester das tut, für das der Bischof ihn bestraft hat.

:roll:
Gruß
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Mittwoch 10. Juli 2019, 17:47

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 17:39
Hanspeter hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 16:46
Allerdings, lesenswert ist auch die in dem Artikel verlinkte vollständige Erklärung des Bischofs.
Ja, interessant:
Man kann und darf von Opfern niemals Vergebung verlangen, Vergebung ist immer ein Geschenk, auf das ich kein Anrecht habe. Vergebung ist immer eine Gnade, die mir geschenkt wird.
Ich erwarte von ihm eine glaubhafte schriftliche Entschuldigung gegenüber den Betroffenen, gegenüber der Gemeinde, den Kolleginnen und Kollegen, gegenüber all den Menschen, die er verletzt hat.
Was ist eine solche „Entschuldigung“ anderes, als daß ein Täter von den Opfern Vergebung verlangt? – Aber gerade dieses Verlangen ist doch Auslöser des Ärgernisses. Der Bischof wünscht also, daß der Priester das tut, für das der Bischof ihn bestraft hat.

:roll:
Ja, das kann man so sehen. Und was haben die Adressaten von einer Entschuldigung, die jemand gar nicht aussprechen möchte. Ich denke, der Bischof hofft immer noch, dass da etwas landet an Erkenntnis beim nun suspendierten Pfarrer. Ich finde den ganzen Vorfall so widerwärtig, dass ich an der Reaktion des Bischofs nun nicht herummäkeln möchte. Ganz im Gegenteil. Das war nötig, deutlich und zügig. Das möchte ich nicht verwässern.

Gruß
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 10. Juli 2019, 17:55

Hanspeter hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 16:46
Allerdings, lesenswert ist auch die in dem Artikel verlinkte vollständige Erklärung des Bischofs.

Der Herr Pfarrrer hat mit seinem Fernsehinterview die Arbeit von 10 Jahren Missbrauchsprävention und Missbrauchsaufarbeitung zu nichte gemacht, und das weit über das Bistum Münster hinaus.
Da kann man dann jetzt bei 0 wieder neu anfangen.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Mittwoch 10. Juli 2019, 18:07

Vir Probatus hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 17:55
Hanspeter hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 16:46
Allerdings, lesenswert ist auch die in dem Artikel verlinkte vollständige Erklärung des Bischofs.

Der Herr Pfarrrer hat mit seinem Fernsehinterview die Arbeit von 10 Jahren Missbrauchsprävention und Missbrauchsaufarbeitung zu nichte gemacht, und das weit über das Bistum Münster hinaus.
Da kann man dann jetzt bei 0 wieder neu anfangen.
Ach ich weiß nicht. Wie der leitende Pfarrer Rau ja in der Pressekonferenz gesagt hat ( https://www.facebook.com/Bistum.Muenste ... 053841581/), ist es ja auch das Ergebnis der langen Präventionsarbeit, dass die Menschen in der Gemeinde nicht stumm geblieben sind, sondern aufgestanden und gegangen. Und das hat ja bewirkt, dass es zu dieser Reaktion des Bischofs kommen konnte. Das Vertuschen und Verharmlosen hat endlich ein Ende. Darauf kann man aufbauen. Auch, wenn man erkennen muss, dass das Unrechtsbewusstsein bei einigen noch lange nicht hinreichend ausgeprägt ist. Wie ich oben ja schon schrieb, ich fürchte, in der Generation von Herrn Zurkuhlen gibt es etliche Männer, die das alles vergleichsweise harmlos finden. Das ist leider kein Problem, das allein die Kirche beträfe.

Gruß
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Juergen
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen » Mittwoch 10. Juli 2019, 18:20

Einer meiner Professorren erzählte immer eine Geschichte von einem Lehrer während seiner Schulzeit, der ein ziemliches Ar****och gewesen sein muß. Der Lehrer war schon gestorben und mein Prof. sagte: „Jedesmal, wenn ich an seinem Grab vorbei kam, hätte ich ihn noch in den Hintern treten können.“ Irgendwann merkte er aber, daß das sein Verhältnis zu dem bereits verstorbenen Lehrer nicht ändert, sondern eher noch verschlimmert. Er fing also an für seinen Lehrer zu beten. Und mit der Zeit änderte sich seine eigene Einstellung zu dem Lehrer.

Es ist richtig, daß man von Opfen keine Vergebung verlangen kann. Sie ist, wie der Bischof sagt ein Geschenk der Gnade. Das betrifft die Vergebung seitens Gott aber auch jene seitens der Menschen bzw. Opfer.
Ich glaube generell gesprochen (und nicht nur auf Mißbrauch bezogen) aber auch nicht, daß ein Opfer jemals wieder glücklich werden kann, wenn es nicht irgendwann den Tätern vergibt. Wenn dies nicht geschieht, wird die Schuld des Täters über den Tod des Täters hinaus, an der Seele des Opfers nagen. Es führt zu Verbittertheit.

Buchhinweis: https://www.kirche-und-leben.de/artikel ... em-taeter/
Gruß
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Mittwoch 10. Juli 2019, 18:25

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 18:20
Einer meiner Professorren erzählte immer eine Geschichte von einem Lehrer während seiner Schulzeit, der ein ziemliches Ar****och gewesen sein muß. Der Lehrer war schon gestorben und mein Prof. sagte: „Jedesmal, wenn ich an seinem Grab vorbei kam, hätte ich ihn noch in den Hintern treten können.“ Irgendwann merkte er aber, daß das sein Verhältnis zu dem bereits verstorbenen Lehrer nicht ändert, sondern eher noch verschlimmert. Er fing also an für seinen Lehrer zu beten. Und mit der Zeit änderte sich seine eigene Einstellung zu dem Lehrer.

Es ist richtig, daß man von Opfen keine Vergebung verlangen kann. Sie ist, wie der Bischof sagt ein Geschenk der Gnade. Das betrifft die Vergebung seitens Gott aber auch jene seitens der Menschen bzw. Opfer.
Ich glaube generell gesprochen (und nicht nur auf Mißbrauch bezogen) aber auch nicht, daß ein Opfer jemals wieder glücklich werden kann, wenn es nicht irgendwann den Tätern vergibt. Wenn dies nicht geschieht, wird die Schuld des Täters über den Tod des Täters hinaus, an der Seele des Opfers nagen. Es führt zu Verbittertheit.

Buchhinweis: https://www.kirche-und-leben.de/artikel ... em-taeter/
Jürgen, das ist alles richtig, es gibt da ja auch einen beeindruckenden Film zu über die polnische Situation. Aber was Herr Zurkuhlen in seinen WDR-Interviews und in der Predigt gesagt hat, geht überhaupt nicht in diese Richtung. Sondern er verharmlost und findet, es müsse jetzt von Seiten der Hierarchie (also des Bistums) jetzt mal Schluss sein mit dem Verfolgen der Täter. Und überhaupt sei das ja alles nicht so schlimm. Da muss man sich deutlich von distanzieren, ganz deutlich. Und das hat der Bischof getan.

Dass ein Täter-Opfer-Ausgleich psychologisch, wegen mir auch theologisch, ein Baustein in einer Therapie des unsäglichen Opfer-Leids sein kann, ist eigentlich ein anderes Thema. So hat Herr Zurkuhlen das nicht gemeint, leider.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Edi » Mittwoch 10. Juli 2019, 18:26

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 18:20
Ich glaube generell gesprochen (und nicht nur auf Mißbrauch bezogen) aber auch nicht, daß ein Opfer jemals wieder glücklich werden kann, wenn es nicht irgendwann den Tätern vergibt. Wenn dies nicht geschieht, wird die Schuld des Täters über den Tod des Täters hinaus, an der Seele des Opfers nagen. Es führt zu Verbittertheit.
So ist es und es steht schon im Vaterunser, dass wir vergeben müssen, so schwer das menschlich gesehen auch manchmal sein mag. Gott vergibt uns nur, wenn wir andern auch vergeben mit Gottes Hilfe, ohne die das meist nicht geht, erst recht nicht bei sehr schweren seelischen oder körperlichen Verletzungen.

Was aber die Mißbräuche in der Kirche angeht, da muss die Kirche eher noch konsequenter gegen die Täter vorgehen und auch die weltlichen Instanzen nötigenfalls konsequent einschalten.

Wenn da aber mal ein Bischof gemeint hat, der Machtmissbrauch gehöre zur DNA der Kirche, dann ist das freilich verkehrt. Macht und Machtmissbrauch liegen in der DNA des Menschen insgesamt, egal ob er gläubig ist oder nicht. Ein Christ freilich sollte hier in der Theorie um einiges weniger anfällig sein als andere Menschen, ist aber meist auch nicht so.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 10. Juli 2019, 19:28

Es ging doch überhaupt nicht um Vergebung der Opfer an die Täter.
Es ging darum, daß Pfarrer Zurkuhlen der Meinung war, die "kirchlichen Hierarchen" hätten den Tätern zu vergeben.

Die haben versetzt und vertuscht, statt den Opfern beizustehen: Auch eine Art von "Vergebung".

Keinesfalls können hier Hierarchen irgend etwas vergeben. Das ist ein völliger Fehlbegriff von Vergebung und auch von Hierarchie,
Hier auf der Erde könne nur die Opfer vergeben und nach dem Tod der Täter kann es nur Gott.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 10. Juli 2019, 21:05

„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen » Donnerstag 11. Juli 2019, 00:58

Interessant, daß der Bischof mit der Presse spricht, nicht aber mit dem betroffenen Priester.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hanspeter » Donnerstag 11. Juli 2019, 06:53

Was ist daran interessant?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen » Donnerstag 11. Juli 2019, 09:52

Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 06:53
Was ist daran interessant?
Es sagt etwas über das Verhältnis des Bischof zu seinen Priestern.
Wenn der Bischof davon spricht, daß nicht er, sondern „die Verantwortlichen“ das Dekret überreicht und mit dem Priester gesprochen hätten, zeigt dies, an welche Stelle der Bischof selbst sich sieht, nämlich nicht in der eines Verantwortlichen.
Gruß
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hanspeter » Donnerstag 11. Juli 2019, 09:57

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 09:52
Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 06:53
Was ist daran interessant?
Es sagt etwas über das Verhältnis des Bischof zu seinen Priestern.
Wenn der Bischof davon spricht, daß nicht er, sondern „die Verantwortlichen“ das Dekret überreicht und mit dem Priester gesprochen hätten, zeigt dies, an welche Stelle der Bischof selbst sich sieht, nämlich nicht in der eines Verantwortlichen.
Ich wüßte keinen Grund, warum der Bischof das Dekret hätte persönlich überreichen sollen. M.E. zuviel der Ehre.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Lupus » Donnerstag 11. Juli 2019, 10:12

Das Verhätnis eines Bischofs zu seinen Priestern, denen er "ein Vater" sein soll?
Mein Bischof hat mich noch nie persönlich angesprochen. Sein Brief an mich anlässlich meiner Pensionierung, nach nun fast 50 Jahren Seelsorgsdienst, war in "fürstlicher Manier" wortreiches Geschwurbel! Eben, wie ein Bischof Fürst immer daher redet!
+L.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen » Donnerstag 11. Juli 2019, 10:16

Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 09:57
Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 09:52
Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 06:53
Was ist daran interessant?
Es sagt etwas über das Verhältnis des Bischof zu seinen Priestern.
Wenn der Bischof davon spricht, daß nicht er, sondern „die Verantwortlichen“ das Dekret überreicht und mit dem Priester gesprochen hätten, zeigt dies, an welche Stelle der Bischof selbst sich sieht, nämlich nicht in der eines Verantwortlichen.
Ich wüßte keinen Grund, warum der Bischof das Dekret hätte persönlich überreichen sollen. M.E. zuviel der Ehre.
Wenn ein Bischof eine Entscheidung trifft, sollte er meiner Meinung mit dem Beschuldigten selbst sprechen und ihm die Entscheidung auch mitteilen, zumal wenn es um so eine weitreichende Entscheidung geht, deren Verhältnismäßigkeit noch wiederum ein anderes Thema ist.
Lupus hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 10:12
Das Verhätnis eines Bischofs zu seinen Priestern, denen er "ein Vater" sein soll?
Mein Bischof hat mich noch nie persönlich angesprochen. Sein Brief an mich anlässlich meiner Pensionierung, nach nun fast 50 Jahren Seelsorgsdienst, war in "fürstlicher Manier" wortreiches Geschwurbel! Eben, wie ein Bischof Fürst immer daher redet!
+L.
Da hat der Bischof wohl Lumen Gentium nicht verinnerlicht.
Gruß
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hanspeter » Donnerstag 11. Juli 2019, 10:31

Es wäre Sache von Hw. Zurkuhlen gewesen, nach seiner mißglückten Predigt sofort das Gespräch mit dem Bischof zu suchen und sich zu entschuldigen, stattdessen hat er die Gottesdienstbesucher als "Mob" diffamiert und im Fernsehen verkündet, daß der sexuelle Mißbrauch für die betroffenen Kinder wohl gar nicht so schlimm gewesen sei.

M.E. hat er damit jeden Anspruch auf eine Vorzugsbehandlung verwirkt.

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Irmgard
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Donnerstag 11. Juli 2019, 10:32

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 10:16
Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 09:57
Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 09:52
Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 06:53
Was ist daran interessant?
Es sagt etwas über das Verhältnis des Bischof zu seinen Priestern.
Wenn der Bischof davon spricht, daß nicht er, sondern „die Verantwortlichen“ das Dekret überreicht und mit dem Priester gesprochen hätten, zeigt dies, an welche Stelle der Bischof selbst sich sieht, nämlich nicht in der eines Verantwortlichen.
Ich wüßte keinen Grund, warum der Bischof das Dekret hätte persönlich überreichen sollen. M.E. zuviel der Ehre.
Wenn ein Bischof eine Entscheidung trifft, sollte er meiner Meinung mit dem Beschuldigten selbst sprechen und ihm die Entscheidung auch mitteilen, zumal wenn es um so eine weitreichende Entscheidung geht, deren Verhältnismäßigkeit noch wiederum ein anderes Thema ist.
Lupus hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 10:12
Das Verhätnis eines Bischofs zu seinen Priestern, denen er "ein Vater" sein soll?
Mein Bischof hat mich noch nie persönlich angesprochen. Sein Brief an mich anlässlich meiner Pensionierung, nach nun fast 50 Jahren Seelsorgsdienst, war in "fürstlicher Manier" wortreiches Geschwurbel! Eben, wie ein Bischof Fürst immer daher redet!
+L.
Da hat der Bischof wohl Lumen Gentium nicht verinnerlicht.
Hallo Jürgen,

ich wiederhole mich mal: An dieser Entscheidung des Bischofs gibt es nichts herumzumäkeln oder zu verwässern. Es war leider leider notwendig und er hat die Entschiedung zügig und konsequent getroffen. Es geht in diesem Thread um die Missbrauchsanschuldigungen, nicht darum, wie ein Bischof seine Führungsverantwortung wahrnimmt. Da haben sich bei einem Pfarrer Abgründe aufgetan, die absolut inakzeptabel sind. Das ist doch hier das Thema. Und dass der Bischof darauf nun reagieren musste und konsequent reagiert hat. Man könnte ja fast den Eindruck gewinnen, du seist mit der Entscheidung des Bischofs nicht einverstanden:
Juergen hat geschrieben:...zumal wenn es um so eine weitreichende Entscheidung geht, deren Verhältnismäßigkeit noch wiederum ein anderes Thema ist.
Ich hoffe jetzt einfach mal, dass das nicht der Fall ist.

Gerne kann man woanders darüber diskutieren, wie ein Bischof mit seinen Priestern umgeht oder umgehen sollte. Hier ist, finde ich, gerade nicht der Platz dafür.

Gruß
Irmgard

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Donnerstag 11. Juli 2019, 10:38

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 09:52
Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 06:53
Was ist daran interessant?
Es sagt etwas über das Verhältnis des Bischof zu seinen Priestern.
Wenn der Bischof davon spricht, daß nicht er, sondern „die Verantwortlichen“ das Dekret überreicht und mit dem Priester gesprochen hätten, zeigt dies, an welche Stelle der Bischof selbst sich sieht, nämlich nicht in der eines Verantwortlichen.
Jetzt trotzdem noch mal. Es waren der Generalvikar und der Personalchef des Bistums. Das sind genau die Leute, deren Aufgabe das auch ist.

Gruß
Irmgard

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen » Donnerstag 11. Juli 2019, 10:39

Irmgard hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 10:32
ich wiederhole mich mal: An dieser Entscheidung des Bischofs gibt es nichts herumzumäkeln oder zu verwässern…
Dazu gäbe es eine ganze Menge zu sagen.
Irmgard hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 10:38
Jetzt trotzdem noch mal. Es waren der Generalvikar und der Personalchef des Bistums. Das sind genau die Leute, deren Aufgabe das auch ist.
Es mag ihre Aufgabe sein, doch wenn der Bischof diese Leute als „die Verantwortlichen“ bezeichnet, dann sieht er sich offenbar selbst nicht in der Verantwortung.
„Die Verantwortlichen“ sind es dann aber nicht, die an vorderster Front ihr Gesicht in die Kamera halten und eine Pressekonferenz geben.
Gruß
Jürgen
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Donnerstag 11. Juli 2019, 10:45

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 10:39
Irmgard hat geschrieben:
Donnerstag 11. Juli 2019, 10:32
ich wiederhole mich mal: An dieser Entscheidung des Bischofs gibt es nichts herumzumäkeln oder zu verwässern…
Dazu gäbe es eine ganze Menge zu sagen.
Da bin ich dann aber wirklich gespannt. Hast du das Inverview mit Herrn Zurkuhlen angeschaut? Können wir erst einmal festhalten, dass diese von ihm vertretenen Ansichten so nicht haltbar sind. Und dass jemand mit diesen Ansichten nicht Repräsentant der Kirche sein sollte? Weil es an Missbrauch nichts aber auch gar nichts zu verharmlosen oder zu relativieren gibt?

Erst von dieser Basis aus kann man sich dann darüber unterhalten, welche Maßnahmen denn nun geeigenet erscheinen. Der Bischof hat sich da entsprechend entschieden. Wie es jetzt weitergeht, welche Gespräche noch geführt werden, das weiß doch sowieso niemand. Ich gehe mal davon aus, dass es da noch Gesprächsangebote geben wird. Aber öffentlich die Messe feiern nach diesen Aussagen? Oder die Beichte hören? Das ist unverantwortbar.

Gruß
Irmgard

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