Die Geistliche Familie “Das Werk”

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Madita
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Madita » Samstag 29. Dezember 2018, 17:10

Mich würde interessieren, warum DW das Cover der gebundenen Ausgabe (wirkte eher wie Ausstieg bei den Satanisten, wo Jungfrauen auf Altären geopfert werden!) dann für die TB-Ausgabe ersetzen ließ durch 2 Fotos, wo sie drauf ist: 1 gr. Portraitaufnahme und 1 kl. Foto, wo sie die "Oma-Kleidung" übergeworfen bekommen hat. (Nicht Einkleidung, sondern Ein-sackung).

Da ich jene Ausgabe mit dem Foto dieser Ex-Satanistin mit der klinischen Depressions-Körperpose gelesen habe, wundert mich nicht, dass die "Drama-Queen" DW wieder ganz tief in ihren "Sändmännchen-Sack" gegriffen hat und den Kinderchen ein paar Bonmots aus ihren Alptraum-Märlein in die Augen gestreut hat. "Satanisten"-Cover der Hardcover-Ausgabe und Story-Telling-Version von Frau DW bei "tele.zueri" stimmen diesmal gut überein.

Doch ich war beim Anschauen dieses Videos aus dem "tele.zueri"-Studio bestens gewappnet, denn wo DW ist, da ist "Prinz Alwin" mit seiner strahlenden, blendenden Rüstung nicht weit ... deshalb ich ... gleich die 3D-Brille aufgesetzt und siehe da... keine Sandkörner abbekommen.

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Hubertus
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Hubertus » Samstag 29. Dezember 2018, 19:29

Madita hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 15:55
Vor 1 Stunde sagte meine hochbetagte Mutter noch "ungläubig":
'Hochbetagt'? Ich denke, Du bist Gymnasiast? :detektiv:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Madita » Samstag 29. Dezember 2018, 20:00

bin ein Pflegekind.

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Juergen
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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Juergen » Samstag 29. Dezember 2018, 20:28

Madita hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 20:00
bin ein Pflegekind.
Und vor allen Dingen bist Du um keine Ausrede verlegen.
Gruß
Jürgen

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Madita » Samstag 29. Dezember 2018, 21:02

In ihrem exakt 3 Minuten dauernden Buchtrailer zu "Nicht mehr ich"
https://www.youtube.com/watch?v=DQoXbpEu2sk,
beeindruckt DW durch ihr virtuoses Klavierspiel: Erik Satie: Gnosienne Nr. 1
Am 11. Dezember 2018 hingegen erinnert sie sich im Schweizer TV-Studio
https://www.telezueri.ch/talktaeglich/m ... -133788177
jedoch wie schon früher des öfteren an eine bettelarme Jugendzeit - ohne irgendein Hobby: nur die Kirche sei für sie und ihre Familie das Zentrum ihres Lebens gewesen. Schon früher klagte sie medial immer wieder, dass man ihr dem Bücherwurm im "Werk" absichtlich die Entlehnung von Büchern immer wieder untersagt hätte, nie was fürs Herz, kein Musikhören usw.

Wann und wo hat also DW gelernt, Erik Saties "Gnosienne Nr. 1" zu spielen ? Möglicherweise war ihr das Klavierspiel jedoch immer nur eine lästige Pflicht (wie auch im Buchtrailer) und sie hat es nie als Hobby betrachtet. Auf dem Schulklavier im Jean-Paul-Gymnasium geübt.

Von jener laut DWs Andeutungen lesbischen Schwester in England, mit der sie mal zu zweit am Klavier saß - von der hat sie außerhalb des Buches "Nicht mehr ich" nie wieder was verlauten lassen.

Ich habe jemandem, der noch nie was von DW gehört hat,den Buchtrailer vorgespielt. Er meinte nur milde-ironisch, dass diese Frau ein Fall für Siegmund Freud sei und man sie halt nächsten Tag wieder kommen lassen solle, man sie ermutigen möge, immer wieder über das Erlittene zu sprechen und sich immer mehr und mehr zu öffnen. Man dürfe sie in keinster Weise verhöhnen.

Im Schweizer Studio hat DW behauptet, dass die Kirche ihr vorwerfe, in schwerer Sünde zu leben, weil sie einen laisierten Priester geheiratet habe. Finde ich nicht okay, das unwissende Publikum so aufzustacheln gegen die Kirche.

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 1. Januar 2019, 12:06

Im Gegensatz zu den anderen Mitwirkenden an dem Film "Female Pleasure" hat sich Frau Wagner selbst und freiwillig in diesen Orden begeben.
Da muss man auch mal fragen dürfen, ob nicht 8 Jahre eine ausreichend lange Zeit sind, um festzustellen, daß man nicht zusammen passt.
Ich meine, wenn einem kleinen Mädchen die Genitalien verstümmelt werden, dann ist das nicht vergleichbar mit einer wie sie ja betont "Einser-Abiturientin" die da 8 Jahre passiv beim Missbrauch mitmacht, zumal sie die Übergriffigkeit bereits vor dem Eintritt bemerkt haben will.

Sicher ist sie schlecht behandelt worden, aber es gibt Menschen die schlechter behandelt wurden und die das nicht jeden Tag hätten beenden können. (Frau Fritzl, Frau Kampusch, Kinder in Internaten beispielsweise).

Ich meine, wenn mir einer verbietet, Bücher zu lesen und ich die Wahl habe Austreten und Bücher lesen oder hier bleiben und keine Bücher lesen dürfen oder hier bleiben und Kartoffeln schälen oder Austreten und studieren, dann muss ich eine Entscheidung treffen. Dafür bin ich erwachsen.

Dieses "Im Selbstmitleid baden" führt nicht weiter.

Ihr Sohn wird jetzt drei Jahre alt, was soll der von seinen Eltern denken ?

Es gibt in der Missbrauchsthematik schlimmere Fälle als Frau Wagner, beispielsweise Kinder. Sie hätte sich nur wehren müssen. Und damit beschönige ich jetzt überhaupt nichts.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 2. Januar 2019, 07:38

Madita hat geschrieben:
Samstag 29. Dezember 2018, 21:02
In ihrem exakt 3 Minuten dauernden Buchtrailer zu "Nicht mehr ich"
https://www.youtube.com/watch?v=DQoXbpEu2sk,
beeindruckt DW durch ihr virtuoses Klavierspiel: Erik Satie: Gnosienne Nr. 1
Am 11. Dezember 2018 hingegen erinnert sie sich im Schweizer TV-Studio
https://www.telezueri.ch/talktaeglich/m ... -133788177
jedoch wie schon früher des öfteren an eine bettelarme Jugendzeit - ohne irgendein Hobby: nur die Kirche sei für sie und ihre Familie das Zentrum ihres Lebens gewesen. Schon früher klagte sie medial immer wieder, dass man ihr dem Bücherwurm im "Werk" absichtlich die Entlehnung von Büchern immer wieder untersagt hätte, nie was fürs Herz, kein Musikhören usw.

Wann und wo hat also DW gelernt, Erik Saties "Gnosienne Nr. 1" zu spielen ? Möglicherweise war ihr das Klavierspiel jedoch immer nur eine lästige Pflicht (wie auch im Buchtrailer) und sie hat es nie als Hobby betrachtet. Auf dem Schulklavier im Jean-Paul-Gymnasium geübt.

Von jener laut DWs Andeutungen lesbischen Schwester in England, mit der sie mal zu zweit am Klavier saß - von der hat sie außerhalb des Buches "Nicht mehr ich" nie wieder was verlauten lassen.

Ich habe jemandem, der noch nie was von DW gehört hat,den Buchtrailer vorgespielt. Er meinte nur milde-ironisch, dass diese Frau ein Fall für Siegmund Freud sei und man sie halt nächsten Tag wieder kommen lassen solle, man sie ermutigen möge, immer wieder über das Erlittene zu sprechen und sich immer mehr und mehr zu öffnen. Man dürfe sie in keinster Weise verhöhnen.

Im Schweizer Studio hat DW behauptet, dass die Kirche ihr vorwerfe, in schwerer Sünde zu leben, weil sie einen laisierten Priester geheiratet habe. Finde ich nicht okay, das unwissende Publikum so aufzustacheln gegen die Kirche.
Vielleicht ist sie ja auch ein Fall für Nietzsche. Der
sagte doch: "Gehst du zum Weibe, vergiss die Peitsche nicht. "
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von kreuzzeichen » Mittwoch 9. Januar 2019, 08:28

Das Niveau des Gesprächs über "Das Werk" und die Erfahrungen von Doris Wagner berührt mich sehr negativ. Ich habe ihr Buch gelesen und auch einige der Filme gesehen, die hier angefügt werden. Man mag zu ihr als Person stehen, wie man will. Aber was hilft es, die Mißstände, die sie beschreibt hier lächerlich zu machen, indem man ihre Person schlecht macht. Was soll das für ein Christentum sein? Was ist das für ein Umgangsstil? Eine persönliche Erfahrung muss nicht allgemeingültig sein, auch nicht alle ihre Forderungen und Schlußfolgerungen muss man übernehmen. Aber sie zeigt durchaus auf einige wunde Stellen im Werk und das läßt auch Rückschlüsse zu auf ähnliche Probleme in anderen, ja sogar in klassischen Gemeinschaften. Die Kirche kann hierdurch lernen. Es gibt keine Rechtfertigung für einen Priester sich an einer Ordensschwester zu vergehen. Keine... Das ist ein Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen alles, was mir heilig ist und was der Kirche heilig ist.
"Für jedes Problem gibt es eine einfache Lösung – klar, einleuchtend und falsch." (Henry Louis Mencken)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Raphael » Mittwoch 9. Januar 2019, 09:51

kreuzzeichen hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 08:28
Das Niveau des Gesprächs über "Das Werk" und die Erfahrungen von Doris Wagner berührt mich sehr negativ. Ich habe ihr Buch gelesen und auch einige der Filme gesehen, die hier angefügt werden. Man mag zu ihr als Person stehen, wie man will. Aber was hilft es, die Mißstände, die sie beschreibt hier lächerlich zu machen, indem man ihre Person schlecht macht. Was soll das für ein Christentum sein? Was ist das für ein Umgangsstil? Eine persönliche Erfahrung muss nicht allgemeingültig sein, auch nicht alle ihre Forderungen und Schlußfolgerungen muss man übernehmen. Aber sie zeigt durchaus auf einige wunde Stellen im Werk und das läßt auch Rückschlüsse zu auf ähnliche Probleme in anderen, ja sogar in klassischen Gemeinschaften. Die Kirche kann hierdurch lernen. Es gibt keine Rechtfertigung für einen Priester sich an einer Ordensschwester zu vergehen. Keine... Das ist ein Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen alles, was mir heilig ist und was der Kirche heilig ist.
In diesem Zusammenhang wird zum wiederholten Male auf folgende Passage der Hl. Schrift verwiesen:
Geliebte, da es mich sehr drängte, euch über unsere gemeinsame Rettung zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit diesem Brief zu ermahnen: Kämpft für den Glauben, der den Heiligen ein für alle Mal übergeben ist! Denn es haben sich einige Leute eingeschlichen, die schon seit Langem für das Gericht vorgemerkt sind: Gottlose, die unseres Gottes Gnade mit einem zügellosen Leben vertauschen und die Jesus Christus, unseren einzigen Herrscher und Herrn, verleugnen.
(Brief des Judas 1, 3 f.)
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Juergen » Mittwoch 9. Januar 2019, 12:39

kreuzzeichen hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 08:28
Das Niveau des Gesprächs über "Das Werk" und die Erfahrungen von Doris Wagner berührt mich sehr negativ. Ich habe ihr Buch gelesen und auch einige der Filme gesehen, die hier angefügt werden. Man mag zu ihr als Person stehen, wie man will. Aber was hilft es, die Mißstände, die sie beschreibt hier lächerlich zu machen, indem man ihre Person schlecht macht. Was soll das für ein Christentum sein? Was ist das für ein Umgangsstil? Eine persönliche Erfahrung muss nicht allgemeingültig sein, auch nicht alle ihre Forderungen und Schlußfolgerungen muss man übernehmen. Aber sie zeigt durchaus auf einige wunde Stellen im Werk und das läßt auch Rückschlüsse zu auf ähnliche Probleme in anderen, ja sogar in klassischen Gemeinschaften. Die Kirche kann hierdurch lernen. Es gibt keine Rechtfertigung für einen Priester sich an einer Ordensschwester zu vergehen. Keine... Das ist ein Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen alles, was mir heilig ist und was der Kirche heilig ist.
Die Dame erinnert mich an jemand anderen, zu dem ich schonmal was zitiert hatte:
Juergen hat geschrieben:http://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=334523#p334523

Hier ein Zitat aus dem Artikel "Die Totalität der Geschichte und ihre Befreiung" von Dieter Hattrup; erschienen in dem Buch Geistliche und weltliche Macht. Das Paderborner Treffen 799 und das Ringen um den Sinn von Geschichte, welches an­läß­lich des 1200jährigen Bistumsjubiläums in der Reihe "Paderborner theologische Studien" als Bd. 27 erschienen ist.

D. Hattrup (S. 188) hat geschrieben:Es gibt ei­nen bi­zar­ren Au­tor in Deutsch­land, der Spe­zia­list für die An­kla­ge der Kir­che ist und sein täg­li­ches Brot da­mit ver­dient. Seit Jah­ren sam­melt er die Schat­ten des Chris­ten­tums ein uns schreibt ei­nen Band nach dem an­de­ren un­ter dem Ti­tel: 'Kri­mi­nal­ge­schich­te des Chris­ten­tums'. Er bringt kei­ne neu­en Tat­sa­chen ans Licht, aber er sam­melt Schat­ten, mög­lichst oh­ne das Licht auch nur zu er­wäh­n­en, das die­sen Schat­ten wirft. Es gibt zwar auch Kri­mi­nal­ge­schich­ten im All­ge­mei­nen, wel­che die Ver­bre­chen der Ba­ro­ne, der Bä­cker, der Rich­ter schil­dern, aber das sind hi­s­to­ri­sche Spe­zial­un­ter­su­chun­gen und kei­ne An­kla­gen, sie tref­fen kei­ne Le­ben­den. Nie­man­den gibt es, der sich mit den Ba­ro­nen, Bä­ckern oder Rich­tern von da­mals iden­ti­fi­ziert. Nur bei der Kir­che ist das an­ders, die heu­ti­ge ist 100% die da­ma­li­ge, des­halb be­kom­men die hi­s­to­ri­schen An­kla­gen ei­ne sol­che Schär­fe. So un­an­ge­nehm das für die­je­ni­gen ist, die zur Kir­che ge­hör­en, weil sie die Kir­che lie­ben: Es ist gut so! Erst durch die Frem­dan­kla­ge, ge­gen die ich mich nicht weh­re, be­kommt die Ge­schich­te ei­nen Sinn und be­hält ihn. Wer­de ich an­ge­klagt, so bin ich. - Ac­cu­sor er­go sum. Ich be­gin­ne den Sinn des Le­bens zu spür­en und die Las­ten zu tra­gen.
Gruß
Jürgen

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Peti » Mittwoch 9. Januar 2019, 13:09

Ich kenne niemand aus dieser Gemeinschaft, weiß nur dass Kardinal Scheffczyk zu ihr gehörte.
Und der war ein sehr glaubhafter Theologe:
Als er als neu ernannter Kardinal von seiner Titelkirche Besitz ergriff,
sprach er auch über sein Wappen:
„Das Motto steht unter dem Wappen, das in folgender Weise gelesen werden kann:
auf blauem Grund erstrahlt ein goldenes Kreuz (Blau und Gold sind die Farben
meiner Heimat [Schlesien]), über dem das Herz Christi mit der Dornenkrone emporragt.
Daraus entspringen die Reichtümer der Erlösung, umgeben von sieben Feuerzungen.
Die Dornenkrone ist das Zeichen der Geistlichen Familie ‚Das Werk‘, der ich angehöre.“
http://www.theologisches.net/files/theo106.pdf
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 9. Januar 2019, 17:45

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 12:39
kreuzzeichen hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 08:28
Das Niveau des Gesprächs über "Das Werk" und die Erfahrungen von Doris Wagner berührt mich sehr negativ. Ich habe ihr Buch gelesen und auch einige der Filme gesehen, die hier angefügt werden. Man mag zu ihr als Person stehen, wie man will. Aber was hilft es, die Mißstände, die sie beschreibt hier lächerlich zu machen, indem man ihre Person schlecht macht. Was soll das für ein Christentum sein? Was ist das für ein Umgangsstil? Eine persönliche Erfahrung muss nicht allgemeingültig sein, auch nicht alle ihre Forderungen und Schlußfolgerungen muss man übernehmen. Aber sie zeigt durchaus auf einige wunde Stellen im Werk und das läßt auch Rückschlüsse zu auf ähnliche Probleme in anderen, ja sogar in klassischen Gemeinschaften. Die Kirche kann hierdurch lernen. Es gibt keine Rechtfertigung für einen Priester sich an einer Ordensschwester zu vergehen. Keine... Das ist ein Verbrechen und ein eklatanter Verstoß gegen alles, was mir heilig ist und was der Kirche heilig ist.
Die Dame erinnert mich an jemand anderen, zu dem ich schonmal was zitiert hatte:
Juergen hat geschrieben:http://kreuzgang.org/viewtopic.php?p=334523#p334523

Hier ein Zitat aus dem Artikel "Die Totalität der Geschichte und ihre Befreiung" von Dieter Hattrup; erschienen in dem Buch Geistliche und weltliche Macht. Das Paderborner Treffen 799 und das Ringen um den Sinn von Geschichte, welches an­läß­lich des 1200jährigen Bistumsjubiläums in der Reihe "Paderborner theologische Studien" als Bd. 27 erschienen ist.

D. Hattrup (S. 188) hat geschrieben:Es gibt ei­nen bi­zar­ren Au­tor in Deutsch­land, der Spe­zia­list für die An­kla­ge der Kir­che ist und sein täg­li­ches Brot da­mit ver­dient. Seit Jah­ren sam­melt er die Schat­ten des Chris­ten­tums ein uns schreibt ei­nen Band nach dem an­de­ren un­ter dem Ti­tel: 'Kri­mi­nal­ge­schich­te des Chris­ten­tums'. Er bringt kei­ne neu­en Tat­sa­chen ans Licht, aber er sam­melt Schat­ten, mög­lichst oh­ne das Licht auch nur zu er­wäh­n­en, das die­sen Schat­ten wirft. Es gibt zwar auch Kri­mi­nal­ge­schich­ten im All­ge­mei­nen, wel­che die Ver­bre­chen der Ba­ro­ne, der Bä­cker, der Rich­ter schil­dern, aber das sind hi­s­to­ri­sche Spe­zial­un­ter­su­chun­gen und kei­ne An­kla­gen, sie tref­fen kei­ne Le­ben­den. Nie­man­den gibt es, der sich mit den Ba­ro­nen, Bä­ckern oder Rich­tern von da­mals iden­ti­fi­ziert. Nur bei der Kir­che ist das an­ders, die heu­ti­ge ist 100% die da­ma­li­ge, des­halb be­kom­men die hi­s­to­ri­schen An­kla­gen ei­ne sol­che Schär­fe. So un­an­ge­nehm das für die­je­ni­gen ist, die zur Kir­che ge­hör­en, weil sie die Kir­che lie­ben: Es ist gut so! Erst durch die Frem­dan­kla­ge, ge­gen die ich mich nicht weh­re, be­kommt die Ge­schich­te ei­nen Sinn und be­hält ihn. Wer­de ich an­ge­klagt, so bin ich. - Ac­cu­sor er­go sum. Ich be­gin­ne den Sinn des Le­bens zu spür­en und die Las­ten zu tra­gen.
Die Akteure in der Causa Wagner leben alle noch, die Vorwürfe (ob sie sich jetzt gegen DW oder andere richten) treffen jetzige oder ehemalige Funktionsträger, in jedem Fall aber Lebendige.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von Petrus » Mittwoch 9. Januar 2019, 18:41

Peti hat geschrieben:
Mittwoch 9. Januar 2019, 13:09
Ich kenne niemand aus dieser Gemeinschaft, weiß nur dass Kardinal Scheffczyk zu ihr gehörte.
Und der war ein sehr glaubhafter Theologe:milie ‚Das Werk‘, der ich angehöre.“
http://www.theologisches.net/files/theo106.pdf
nun,
den Prof. Scheffczyk habe ich gern gehört. Der sprach immer so in "geschliffener Sprache".

noch lieber hörte ich Johannes Gründel, der war der für die Moral.

(wir wußten das alle schon vorher, und hatten uns darauf schon gefreut).

immer pünktlich zwei Minuten vor der Vorlesung (wir saßen alle schon auf unseren Plätzen im Hörsaal) kam dann die Sekretärin des Lehrstuhls für Moraltheologie in der knallengen weißen Jeans, legte das Manuskript auf das Pult, und verschwand wieder. Dann - kleine Pause - großer Auftritt für den Prof.

Er hatte unsere Aufmerksamkeit :ja:
non moriar sed vivam et narrabo opera Domini

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Re: Die Geistliche Familie “Das Werk”

Beitrag von kreuzzeichen » Mittwoch 9. Januar 2019, 19:00

Oh, Dieter Hattrup - an den erinnere ich mich gerne noch aus Jugendtagen. Seine Gedanken hatten immer Tiefe und Qualität. Das würde ich auch hier sagen, wenn auch vielleicht in eine etwas andere Richtung ... als er es mit Blick auf Herrn Deschner formuliert hat.

Und was "Das Werk" angeht - würde ich keineswegs diese Gemeinschaft grundsätzlich in Zweifel ziehen aufgrund der Erfahrungen von Frau Wagner. Aber umso aufmerksamer muss man sein, wenn Gründer und Gründung allzu sehr glänzen - dass an anderer Stelle (im Schatten) sich nicht Raum für Schlechtes und Böses eröffnet. Es ist doch die Kleinausgabe der Diskussion um die Heiligkeit der Kirche angesichts der furchtbaren Verbrechen des Mißbrauchs unter ihrem Dach.
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