Campanologie - Glockenkunde

Von Orgelpfeifen, Zimbelspielern und Kantoren.
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ziphen
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von ziphen » Freitag 26. August 2016, 14:59

Glockenkonzert am 14.08.2016, am Vorabend des Pa­t­ro­zi­ni­ums des Hildesheimer Doms:
Ankündigung
Videobericht
Video
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

Paul Gerhardt: O Welt, sieh hier dein Leben

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Petrus
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Sonntag 18. September 2016, 07:25

sollte das schon erwähnt worden sein - sorry, dann ist das eine Wiederholung.

Perner/Passau hat aufgehört.

Maria Laach gießt noch.

Früher waren die Perner-Glocken "erste Sahne" - zu hören z. B. zu den Hl. Zwölf Aposteln in München Laim. (Perner 1951). Das klingt ...

Später hatte wohl Perner (das war wohl der Sohn des Firmengründers) eine eher etwas bescheidenere Phase, was den Klang der Glocken betrifft. Herz Jesu München-Neuhausen scheppert.

Ein guter Freund von mir, evang.-luth. Pfarrer, und Stidienkollege von mir, der in seiner neunundzwanzigjährigen Amtszeit in seiner Pfarrei für die Kirchen dort insgesamt siebzehn Glocken angeschafft hat, hat dann halt in Maria Laach gießen lassen.

und, nun doch noch kleine Glocken-Geschichten, von mir persönlich.

1) als ich meinen Freund vorletztes Jahr besuchte, hat er mir natürlich das Vollgeläute der Pfarrkirche vorgeführt.

Hinterher habe ich ihn gefragt: "Du, X, stört das dann Deine Gemeinde nicht, wenn dann mitten unter der Woche alle Glocken läuten?"

Er: "Nö. Die wissen dann Alle: Der Pfarrer hat wieder mal Besuch" : ;D

2) und, letztes Jahr, war ich dann "Umzugshelfer", bei seinem Umzug in den Ruhestand. Da habe ich ein Ritual kennengelernt, was in keinem Buch steht.

In evang.-luth. Kirchengemeinden in Mittelfranken wird traditionell der Pfarrer mit vollem Glockengeläut verabschiedet.

Wir, zu dritt (Pfarrer, Haushälterin, ich) hinten im Pfarrhofgarten. Mesnerin hat schon gewartet, in der Sakristei.

Möbelwagen waren schon weg.

Pfarrer zur Mesnerin auf Handy "Es ist soweit."

Volles Geläute. Pfarrer spricht Abschiedsgebet.

Dann sind wir gefahren.

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Hubertus
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Hubertus » Sonntag 18. September 2016, 08:09

Petrus hat geschrieben:sollte das schon erwähnt worden sein - sorry, dann ist das eine Wiederholung.
Ja, sogar hier im Strang - eine Seite vorher. Bringt man ggf. auch leicht über die Suchfunktion raus.
Petrus hat geschrieben:Perner/Passau hat aufgehört.

Maria Laach gießt noch.

Früher waren die Perner-Glocken "erste Sahne" - zu hören z. B. zu den Hl. Zwölf Aposteln in München Laim. (Perner 1951). Das klingt ...

Später hatte wohl Perner (das war wohl der Sohn des Firmengründers) eine eher etwas bescheidenere Phase, was den Klang der Glocken betrifft. Herz Jesu München-Neuhausen scheppert.
Du bist je echt ein Tausendsassa auf allen Gebieten, scheint mir!

Perner hat immerhin in den letzten Jahren seines Bestehens die Geläute sowohl des Münchner als auch des Freisinger Domes vervollständigt und für die Erneuerung des Klosters Scheyern elf Glocken beigesteuert. Alles prestigeträchtige Aufträge. Hätten wohl mal besser dich vorher gefragt alle ...
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Petrus
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Sonntag 18. September 2016, 08:38

Hubertus hat geschrieben:
Du bist je echt ein Tausendsassa auf allen Gebieten, scheint mir!
ja, Hubertus, da hast Du recht.

"nix gscheits glernt, aber überall mitreden".

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Amanda » Sonntag 18. September 2016, 09:53

Petrus hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:
Du bist je echt ein Tausendsassa auf allen Gebieten, scheint mir!
ja, Hubertus, da hast Du recht.

"nix gscheits glernt, aber überall mitreden".
Es sind meines bescheidenen Erachtens heutzutage viel zu viele unterwegs, die nach diesem Motto handeln.
Man täte demnach gut daran, sich ein anderes Motto zu wählen....
"Die Kirche scheint immer der Zeit hinterher zu sein,
obwohl sie doch in Wirklichkeit jenseits der Zeit ist;
sie wartet, bis der letzte Tick seinen letzten Sommer gehabt hat."
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Senensis » Sonntag 18. September 2016, 18:04

Petrus hat geschrieben:sollte das schon erwähnt worden sein - sorry, dann ist das eine Wiederholung.

Perner/Passau hat aufgehört.

Maria Laach gießt noch.

Früher waren die Perner-Glocken "erste Sahne" - zu hören z. B. zu den Hl. Zwölf Aposteln in München Laim. (Perner 1951). Das klingt ...

Später hatte wohl Perner (das war wohl der Sohn des Firmengründers) eine eher etwas bescheidenere Phase, was den Klang der Glocken betrifft. Herz Jesu München-Neuhausen scheppert.

Ein guter Freund von mir, evang.-luth. Pfarrer, und Stidienkollege von mir, der in seiner neunundzwanzigjährigen Amtszeit in seiner Pfarrei für die Kirchen dort insgesamt siebzehn Glocken angeschafft hat, hat dann halt in Maria Laach gießen lassen.

und, nun doch noch kleine Glocken-Geschichten, von mir persönlich.

1) als ich meinen Freund vorletztes Jahr besuchte, hat er mir natürlich das Vollgeläute der Pfarrkirche vorgeführt.

Hinterher habe ich ihn gefragt: "Du, X, stört das dann Deine Gemeinde nicht, wenn dann mitten unter der Woche alle Glocken läuten?"

Er: "Nö. Die wissen dann Alle: Der Pfarrer hat wieder mal Besuch" : ;D

2) und, letztes Jahr, war ich dann "Umzugshelfer", bei seinem Umzug in den Ruhestand. Da habe ich ein Ritual kennengelernt, was in keinem Buch steht.

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Wir, zu dritt (Pfarrer, Haushälterin, ich) hinten im Pfarrhofgarten. Mesnerin hat schon gewartet, in der Sakristei.

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Das ist ja nett :)
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Montag 19. September 2016, 18:20

Amanda hat geschrieben:
Petrus hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:
Du bist je echt ein Tausendsassa auf allen Gebieten, scheint mir!
ja, Hubertus, da hast Du recht.

"nix gscheits glernt, aber überall mitreden".
Es sind meines bescheidenen Erachtens heutzutage viel zu viele unterwegs, die nach diesem Motto handeln.
Man täte demnach gut daran, sich ein anderes Motto zu wählen....

mein unbescheidener Vorschlag:

"In der sicheren und gewissen Hoffnung
auf en fröhliche Auferstehung."

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Dienstag 20. September 2016, 15:30

Hubertus hat geschrieben:


Perner hat immerhin in den letzten Jahren seines Bestehens die Geläute sowohl des Münchner als auch des Freisinger Domes vervollständigt und für die Erneuerung des Klosters Scheyern elf Glocken beigesteuert.
Gott sei Dank.

Die frühere "große" Glocke von Scheyern hängt heute im Innenhof. Dass die jetzt "schweigt", finde ich gut. Die hat mich damals jeden Morgen genervt, aber sowas von. Die hat nicht geläutet, die hat gescheppert. Stahlglocke, halt.

Dann habe ich das Scheppern ausgehalten, mich im Bett rumgedreht ...

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 22. September 2016, 13:16

Senensis hat geschrieben:
Petrus hat geschrieben:sollte das schon erwähnt worden sein - sorry, dann ist das eine Wiederholung.

Perner/Passau hat aufgehört.

Maria Laach gießt noch.

Früher waren die Perner-Glocken "erste Sahne" - zu hören z. B. zu den Hl. Zwölf Aposteln in München Laim. (Perner 1951). Das klingt ...

Später hatte wohl Perner (das war wohl der Sohn des Firmengründers) eine eher etwas bescheidenere Phase, was den Klang der Glocken betrifft. Herz Jesu München-Neuhausen scheppert.

Ein guter Freund von mir, evang.-luth. Pfarrer, und Stidienkollege von mir, der in seiner neunundzwanzigjährigen Amtszeit in seiner Pfarrei für die Kirchen dort insgesamt siebzehn Glocken angeschafft hat, hat dann halt in Maria Laach gießen lassen.

und, nun doch noch kleine Glocken-Geschichten, von mir persönlich.

1) als ich meinen Freund vorletztes Jahr besuchte, hat er mir natürlich das Vollgeläute der Pfarrkirche vorgeführt.

Hinterher habe ich ihn gefragt: "Du, X, stört das dann Deine Gemeinde nicht, wenn dann mitten unter der Woche alle Glocken läuten?"

Er: "Nö. Die wissen dann Alle: Der Pfarrer hat wieder mal Besuch" : ;D

2) und, letztes Jahr, war ich dann "Umzugshelfer", bei seinem Umzug in den Ruhestand. Da habe ich ein Ritual kennengelernt, was in keinem Buch steht.

In evang.-luth. Kirchengemeinden in Mittelfranken wird traditionell der Pfarrer mit vollem Glockengeläut verabschiedet.

Wir, zu dritt (Pfarrer, Haushälterin, ich) hinten im Pfarrhofgarten. Mesnerin hat schon gewartet, in der Sakristei.

Möbelwagen waren schon weg.

Pfarrer zur Mesnerin auf Handy "Es ist soweit."

Volles Geläute. Pfarrer spricht Abschiedsgebet.

Dann sind wir gefahren.
Das ist ja nett :)
Wir hatten mal einen Pfarrer, der läutete gern, wenn Borussia Dortmund gesiegt hatte.
Der hatte auch so ein gelbes Auto.
Nach seinem leider frühen Tod war es ein Problem, das Auto zu verkaufen: Wegen der Farbe.
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Freitag 23. September 2016, 13:08

und einmal ist sogar bei mir die Poilzei mit Blaulicht und Tatü-tata (zwei Funkstreifenwagen) gekommen, bloß weil ich geläutet hatte ... :blinker:

Setting:

Bayreuth. Siebziger Jahre. die griechisch-orthodoxe Gemeinde von Nürnberg und ganz Süddeutschland hat beim evang.-luth. Dekanat zu Bayreuth angefragt, ob man nicht eine Kirche zur Verfügung stellen könnte, zur Feier der heiligen Tage.

Nun, es wurde zur Verfügung gestellt die frühere Friedhofskirche, wo ich damals Mesner war (nach dem Motto: Der Peter macht des scho ...)

Am Karfreitag sind wir dann mit dem Grab Christi durch die Straßen gezogen, und dann kam die Osternacht. War schön ....

Punkt Mitternacht natürlich "Christos anesti ek nekron!" Dann habe ich natürlich sofort meine zwei Glocken (mehr hatte ich nicht) eine Viertelstunde lang geläutet. Dann kam die Frau vom Priester zum mir in die Kirche und hat mir gesagt: "Kommen Sie bitte schnell! Polizei ist da!"

Des Rätsels Lösung: Besorgte Anwohner (denen ich das nicht übelnahm) hatten die 110 angerufen, weil an einem ganz "normalen" Samstag/Sonntag um Mitternacht die Glocken läuten! (Damals habe ich kapiert, dass sich der Termin der Osterfeste oft unterscheidet).

Nun, ich habe die Situation der Polizei erklärt (ich sprach ja deren Heimatsprache), und mein "Amtsgewand" (Mesnertalar) hatte ich auch an, hab dann gesagt: "ich mach dann gleich meine Glocken aus", usw.

Dann hat mir die Bayreuther Polizei vor dem Abrücken (ohne Blaulicht) noch einen Satz gesagt:

"no, des nächste Mol rufns uns dann hald vorher o"

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Senensis
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Senensis » Mittwoch 5. Oktober 2016, 13:49

:D
Stimmt schon, aber ich wär auch nicht draufgekommen, vorher bescheidzusagen.
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Niels
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Niels » Montag 4. Juni 2018, 12:58

"Traditional Baptism of a Bell Celebrated in Omaha": http://www.newliturgicalmovement.org/20 ... rated.html

Bild
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
in dir uns all verbinden,
dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
bis nach der Zeit den Platz bereit'
an deinem Tisch wir finden.

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Iuxta crucem
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Iuxta crucem » Montag 4. Juni 2018, 21:12

Seit wann tauft man den Gegenstände?
Ich weiß das heißt so, aber wird der Begriff der Taufe nicht etwas überdehnt ? :hae?:
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Protasius
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Protasius » Dienstag 5. Juni 2018, 07:10

Iuxta crucem hat geschrieben:
Montag 4. Juni 2018, 21:12
Seit wann tauft man den Gegenstände?
Ich weiß das heißt so, aber wird der Begriff der Taufe nicht etwas überdehnt ? :hae?:
Offiziell heißt das natürlich Glockenweihe; aber die Tatsache, daß nach dem traditionellen Ritus die Glocke mit Weihwasser gewaschen und gesalbt wird, hat wohl zu dem volkstümlichen Namen Glockentaufe geführt.

(Abgesehen davon wird nahezu jedes Schiff getauft, allerdings meistens ohne Wasser.)
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Juergen
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Juergen » Sonntag 10. Juni 2018, 18:12

Der Hohe Dom zu Paderborn bekommt bekanntlich zwei neue Glocken.

Hier wird an der Form gebaut:


Die Glockengießerei hatte nicht genug Kapazität und so wurde die Glockenform zu einer anderen Gießerei transportiert. Dafür mußte das Dach der Glockengießerei geöffnet werden


Der Glockenguß – große Glocke:

kleine Glocke:


Montage des Stahlgerüstes


Glockenweihe


Glocken werden in den Turm transportiert
Gruß
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Dienstag 10. Juli 2018, 11:45

nun,

da kann ich vielleicht gar nicht mitreden.

meine Auferstehungsglocke ist a'.

immer, wenn ich das höre,
bin ich im Dienst.

(meine Frau weiß das).

unsortierte Gedanken hier aufgeschrieben.

in der sicheren und gewissen
Hoffnung,
auf eine fröhliche Auferstehung.

Petrus.
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Juergen » Dienstag 17. Juli 2018, 12:09

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis ... zu-vorlaut

Glocken des Paderborner Domes werden gerade aufeinander abgestimmt - mit 360-Grad Video
Liborius ist noch zu vorlaut

Paderborn (WB). Seit 1951 hat die Liboriusglocke in Paderborn den Ton angegeben. »Sie kann sich noch nicht so ganz daran gewöhnen, dass das jetzt nicht mehr so ist«, beschreibt Dr. Gerhard Best mit einem Augenzwinkern die Herausforderung die die Glockenfachleute im Paderborner Dom gerade zu meistern haben. Sie intonieren im Turm das Stahlgeläut von 1951 mit den beiden neuen Bronzeglocken.

Wenn ich mir das Video ansehe muß ich zur neuen Glocke sagen: Schön klingt anders.
Gruß
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Dienstag 17. Juli 2018, 12:32

Fragen, in diesem Zusammenhang:

1) wer hat gegossen?
2) war der Bischof beim Guss dabei? (was ich ja wohl das mindeste finde, wenn Glocken für "seine" Kirche gegossen werden).
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Juergen » Dienstag 17. Juli 2018, 13:02

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 12:32
Fragen, in diesem Zusammenhang:
1) wer hat gegossen?
2) war der Bischof beim Guss dabei? (was ich ja wohl das mindeste finde, wenn Glocken für "seine" Kirche gegossen werden).
Schau mal weiter oben und sieh Dir auch die Videos an.
Das beantwortet die Fragen.
Gruß
Jürgen

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Dienstag 17. Juli 2018, 14:56

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 13:02
Schau mal weiter oben
danke Dir.
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Juergen » Mittwoch 18. Juli 2018, 20:09

Nach al­lem was man auch heu­te in den Me­di­en hör­te, bleibt es wohl da­bei, daß sich die neue 13,5t-Glo­cke nicht ge­gen die Li­bo­ri­us-Glo­cke durch­set­zen kann, son­dern klang­lich un­ter­geht.
Ehr­lich ge­sagt freut mich das auch et­was. An die Li­bo­ri­us­glo­cke hat man sich doch sehr ge­wöhnt. Und wa­rum wa­gen es die Ver­ant­wort­li­chen über­haupt, ih­rem Di­ö­ze­san­pa­tron – und sei es hier nur sym­bo­lisch die Glo­cke – ins Es­sen spu­cken zu wol­len.
Wie auch im­mer es aus­geht. Ich bin auf Sonn­tag ge­spannt. Sams­tag kann ich sie lei­der nicht hör­en, weil ich ar­bei­ten muß.
Gruß
Jürgen

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Juergen » Sonntag 22. Juli 2018, 15:58

Hunderte sind begeistert vom neuen Glockenläuten des Paderborner Domes

Was ich von zu Hause gehört habe, hat mich nicht vom Hocker gehauen.
Aber vielleicht hört es sich ja direkt auf dem Domplatz tatsächlich besser an.
Gruß
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Vir Probatus » Montag 23. Juli 2018, 06:36

Juergen hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 15:58
Hunderte sind begeistert vom neuen Glockenläuten des Paderborner Domes

Was ich von zu Hause gehört habe, hat mich nicht vom Hocker gehauen.
Aber vielleicht hört es sich ja direkt auf dem Domplatz tatsächlich besser an.

Ein paar Glockenenthusiasten haben ihr teures Hobby gepflegt und dabei auch nicht davor zurück geschreckt, Gläubige um Geld anzugehen.
Was will man damit erreichen ? Den Muezzin übertönen ? Oder das Weinen der missbrauchten Kinder ?

Aber "Nice to have" !
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Montag 23. Juli 2018, 10:12

Vir Probatus hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 06:36

Ein paar Glockenenthusiasten haben ihr teures Hobby gepflegt und dabei auch nicht davor zurück geschreckt, Gläubige um Geld anzugehen.
Was will man damit erreichen ? Den Muezzin übertönen ?
hallo Vir Probatus,

ich bin der Meinung, dass man einen Muezzin nicht übertönen sollte, und Glocken auch nicht. Weil: Beide rufen zum Gebet. jeweils auf andere Art und Weise.

Wo ich in Jerusalem gewohnt hatte, hatte mich jede Nacht ca. um zwei Uhr nachts der Muezzin aus meinem Schlaf gerissen (Moschee direkt gegenüber). Dann hatte ich mal nachgefragt (ich bin ein neugieriger Mensch): "Was singt der denn da, mitten in der Nacht?"

"Jetzt ist nicht Zeit zum Schlafen.
Jetzt ist Zeit zum Beten."
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Montag 23. Juli 2018, 10:33

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 13:02
Petrus hat geschrieben:
Dienstag 17. Juli 2018, 12:32
Fragen, in diesem Zusammenhang:
1) wer hat gegossen?
2) war der Bischof beim Guss dabei? (was ich ja wohl das mindeste finde, wenn Glocken für "seine" Kirche gegossen werden).
Schau mal weiter oben und sieh Dir auch die Videos an.
Das beantwortet die Fragen.
nochwas dazu gefunden:

http://m.erzbistum-paderborn.de/38-Nach ... locke.html

Maria Laach (Perner hat ja schon aufgehört) gießt ja auch noch. Aber vielleicht nur kleinere Glocken.

Dass die Glockenzier dezent gestaltet wurde, finde ich sehr vernünftig. Die neugegossenen Glocken, mit sehr üppiger Glockenzier, für die Dresdner Frauenkirche, mußten ja komplett erst mal wieder eingeschmolzen werden, da man nicht bedacht hatte, dass auch die Glockenzier am Ton "mitwirkt" :breitgrins:
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Petrus » Montag 23. Juli 2018, 11:24

also,

ich habe mich da ein wenig umgelesesen, betr. Paderborn, und die Glocken.

1) das geht überhaupt nicht. Stahlglocken und Bronzeglocken mögen sich überhaupt nicht.

2) mehrere Glockenstühle aus Stahl oder aus verschiedenen Holz-Arten: nuja.

nuja.

Gott wird's richten.

Petrus.
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Juergen » Montag 23. Juli 2018, 12:51

Domglocken als Klingelton: https://dom-paderborn.de/Glocken/Klingelton

In der mp3 mit Kopfhöhrern angehört klingt das Geläut doch ziemlich gut. Aus der Ferne war das so nicht auszumachen. Der Wind stand auch eher suboptimal.
Gruß
Jürgen

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Vir Probatus » Montag 23. Juli 2018, 20:11

Juergen hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 12:51
Domglocken als Klingelton: https://dom-paderborn.de/Glocken/Klingelton

In der mp3 mit Kopfhöhrern angehört klingt das Geläut doch ziemlich gut. Aus der Ferne war das so nicht auszumachen. Der Wind stand auch eher suboptimal.
Die tiefe Glocke klingt sehr unangenehm aus dem Rest. Das ist ja schon scheppern.
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Torsten » Montag 23. Juli 2018, 20:32

Juergen hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 12:51
Es ist ein nach meinem (Hör-)Empfinden technisch einwandfreier Klangeindruck.

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Juergen » Montag 23. Juli 2018, 23:39

Torsten hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 20:32
Juergen hat geschrieben:
Montag 23. Juli 2018, 12:51
Es ist ein nach meinem (Hör-)Empfinden technisch einwandfreier Klangeindruck.
Ja schon.
Die bisher größte Glocke, die Liboriusglocke, ist eine Stahlglocke (Bochumer Verein V2-Rippe) mit einem Gewicht von 4740kg. Die neue größte Glocke, „Jesus Christus - unser Friede“, ist eine Bronzeglocke mit einem Gewicht von 13.520kg.
Obwohl deutlich größer und schwerer, kann sie sich gegen die Libori-Glocke nicht recht durch­setzen. Aus der Ferne hört man sie nicht gut und es dominiert die Liboriusglocke.
Gruß
Jürgen

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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Torsten » Dienstag 24. Juli 2018, 15:40

Mit dem technisch einwandfreien Klangeindruck meine ich die Qualität der Aufnahme. Ich muss es zugeben: Es ist auch ein kleiner Seitenhieb darauf, das Geläut als Klingelton "verramschen" zu wollen (was sicher nur gutgemeint ist ..).

Siard
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Re: Campanologie - Glockenkunde

Beitrag von Siard » Dienstag 24. Juli 2018, 16:06

Bild
Kung-fu Jesus? Aijjjjaaaah
Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
Sägten weiter.

Berthold Brecht

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