"Die Kirche und das liebe Geld"

Allgemein Katholisches.

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Raphael
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Raphael » Dienstag 27. März 2018, 07:32

Lupus hat geschrieben:
Sonntag 25. März 2018, 11:09
Vor einigen Jahren,- damals bin ich eigens per Auto nach Wien gefahren um einige Mit-User bei Kathnet zu treffen und evtl. näher kennen zu lernen. Wir trafen uns "Beim Herrn Ferdinand" am "Nasch-?-markt". Auch unser heutiger CIC_Fan mit seinem Helfer war damals als "Spectator-Ottaviani" dabei. Nun kann ich mich leider nicht mehr erinnern,-man wird halt alt (82)-, wie groß oder lang sein Riechorgan ist. Ich kann also nicht so recht beurteilen, ob er sich gelegentlich, vor allem, wenn er hier kontert, daran festhalten kann. Aber vielleicht versucht er es einfach gelegentlich?! :huhu: :dudu:

+L.
Man kann dem verzickten Fan, so traurig seine Apostasie auch ist, aus einem anderen Blickwinkel heraus fast dankbar sein: :unbeteiligttu:
Seine diversen (manchmal auch perversen) Einlassungen machen völlig klar, daß der katholische Glaube, der ein klassischer Sowohl-als auch-Glaube ist, nur durch einen Weder-noch-Glauben abgelegt werden kann. Dabei ist eine solche Idee, mit der der katholische Glaube abgewehrt werden soll, noch nicht einmal ganz neu in der Geistesgeschichte; Nietzsche hat das bereits durchdekliniert, wenn auch auf einem anderen geistigen Niveau als der verzickte Fan.

Aber auch für solch extreme Fälle halten katholische Apologeten ein Vademecum bereit. Zum Beispiel der verehrenswerte Gilbert Keith Chesterton:
Nine out of ten new ideas are just old mistakes! 8)
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Petrus
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Dienstag 27. März 2018, 10:59

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 27. März 2018, 07:32
Seine diversen (manchmal auch perversen) Einlassungen machen völlig klar, daß der katholische Glaube, der ein klassischer Sowohl-als auch-Glaube ist, nur durch einen Weder-noch-Glauben abgelegt werden kann.

hmm ...

also, "den Glauben ablegen", wie geht das? so ganz praktisch? Vielleicht, indem ich nicht mehr Kirchensteuer zahle? (um auf das Thema des threads zurückzukommen.)

stets neugierig,
Petrus.
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Raphael
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Raphael » Dienstag 27. März 2018, 11:04

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 27. März 2018, 10:59
also, "den Glauben ablegen", wie geht das?
Eine scheinschlaue Frage, die einem ehemaligen Theologiestudenten nicht gut zu Gesicht steht! :maske:
Mach Dich doch nicht dümmer als Du bist .................
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Dienstag 3. April 2018, 16:10

Rund 50 Millionen zahlt Hessen an die Kirchen

Davon geht zwar mehr als die Hälfte alleine an die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, aber auch die in Hessen vertretenen katholischen Bistümer bekommen ganz gute Zuwendungen, nämlich 8,5 Millionen Euro das Bistum Fulda, 3,4 Millionen das Bistum Mainz, 2,3 Millionen das Bistum Limburg und 103.000 Euro das Erzbistum Paderborn.
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Niels » Dienstag 3. April 2018, 16:26

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 16:10
Rund 50 Millionen zahlt Hessen an die Kirchen

Davon geht zwar mehr als die Hälfte alleine an die evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, aber auch die in Hessen vertretenen katholischen Bistümer bekommen ganz gute Zuwendungen, nämlich 8,5 Millionen Euro das Bistum Fulda, 3,4 Millionen das Bistum Mainz, 2,3 Millionen das Bistum Limburg und 103.000 Euro das Erzbistum Paderborn.
Vorschlag: Zahlungen einstellen, dafür die "säkularisierten" Gebäude, Kunstwerke und Ländereien zurückgeben.
"Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Walfisch das kleinste lebende Säugetier sein könnte, wenn er nur nicht so groß wäre?"
(Loriot)

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 3. April 2018, 17:17

eine ausgezeichnete Idee wenn das rückgängig gemacht wird müssen natürlich auch die Kompensations Zahlungen die wegen enteignungen vom staat geleistet wurden diesem Rückerstattet werden

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Protasius » Dienstag 3. April 2018, 17:19

CIC_Fan hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 17:17
eine ausgezeichnete Idee wenn das rückgängig gemacht wird müssen natürlich auch die Kompensations Zahlungen die wegen enteignungen vom staat geleistet wurden diesem Rückerstattet werden
Wenn es dafür eine Entschädigung für 200 Jahre entgangenen Gewinn gibt …
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 3. April 2018, 17:36

ich denke man würde da ziemlich gleich aussteigen trotzdem wäre es gut sich diese ganzen Konkordate ect neu anzuschauen und anzupassen an die neuen Gegebenheiten
Österreich hat das vom Vatikan in den 60er Jahren erzwungen und es hat allen Beteiligten gut getan

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Montag 16. April 2018, 14:31

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Mittwoch 9. Mai 2018, 17:08

Raphael hat geschrieben:
Montag 5. Februar 2018, 15:34
Nach Freiburg hat jetzt auch Eichstätt seinen ganz eigenen Finanzskandal:
Bistum Eichstätt verliert Millionen Dollar

Daraus:
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat gegen einen früheren Mitarbeiter der Finanzverwaltung des Bistums und eine weitere Person Strafanzeige erstattet. Es bestehe der Verdacht rechtswidriger Praktiken bei der Vermögensanlage, teilte das Bistum am Montag mit.

........

Die für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Schwerpunktstaatsanwaltschaft München II bestätigte den Vorgang. Die beiden Beschuldigten befänden sich in Untersuchungshaft. Die Ermittler vermuten einen entstandenen Schaden im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“.

Ein Bistumssprecher ergänzte auf Anfrage, es gehe um „vermögensgefährdende, ungesichert gewährte Darlehen in Höhe von insgesamt rund 60 Millionen Dollar“. Das sind umgerechnet etwa 48,2 Millionen Euro. Genau könne der Schaden noch nicht beziffert werden, weil es schwierig sei, die getätigten „komplizierten Anlagengeschäfte“ zu bewerten.
Der Schaden beträgt wohl nicht, wie ursprünglich angenommen, 50 Mio., sondern 1 Mio. US $.

bittschön: http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 07033.html
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Raphael » Mittwoch 9. Mai 2018, 17:19

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 9. Mai 2018, 17:08
Raphael hat geschrieben:
Montag 5. Februar 2018, 15:34
Nach Freiburg hat jetzt auch Eichstätt seinen ganz eigenen Finanzskandal:
Bistum Eichstätt verliert Millionen Dollar

Daraus:
Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat gegen einen früheren Mitarbeiter der Finanzverwaltung des Bistums und eine weitere Person Strafanzeige erstattet. Es bestehe der Verdacht rechtswidriger Praktiken bei der Vermögensanlage, teilte das Bistum am Montag mit.

........

Die für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Schwerpunktstaatsanwaltschaft München II bestätigte den Vorgang. Die beiden Beschuldigten befänden sich in Untersuchungshaft. Die Ermittler vermuten einen entstandenen Schaden im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“.

Ein Bistumssprecher ergänzte auf Anfrage, es gehe um „vermögensgefährdende, ungesichert gewährte Darlehen in Höhe von insgesamt rund 60 Millionen Dollar“. Das sind umgerechnet etwa 48,2 Millionen Euro. Genau könne der Schaden noch nicht beziffert werden, weil es schwierig sei, die getätigten „komplizierten Anlagengeschäfte“ zu bewerten.
Der Schaden beträgt wohl nicht, wie ursprünglich angenommen, 50 Mio., sondern 1 Mio. US $.

bittschön: http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 07033.html
Wenn das so stimmt, dann ist wohl festzustellen: Noch 'mal Schwein gehabt! :ikb_sweatdrop:
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Montag 25. Juni 2018, 14:04

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Siard » Montag 25. Juni 2018, 14:07

Sie werden sicher günstige Wohnungen an sog. Flüchtlinge vermieten.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von CIC_Fan » Montag 25. Juni 2018, 14:10

oh wie unverschämt

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Raphael » Montag 25. Juni 2018, 14:14

Das macht dann pro Kopf ca. 3.500 €! :pfeif:

Ein wirklich gigantische Summe ..............
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Siard » Montag 25. Juni 2018, 14:18

Nach meiner Erfahrung werden katholische und länger da Wohnende von diesen angekündigten günstigen Wohnungen wenig bis nichts haben.
Zuletzt geändert von Siard am Montag 25. Juni 2018, 15:09, insgesamt 3-mal geändert.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Montag 25. Juni 2018, 14:24

Raphael hat geschrieben:
Montag 25. Juni 2018, 14:14
Das macht dann pro Kopf ca. 3.500 €! :pfeif:

Ein wirklich gigantische Summe ..............
Man sollte der SZ auch mal erzählen, dass das eigentlich nur ein Teil des kirchlichen Vermögen ist, denn die Vermögen der ganzen Pfarreien, Orden und sonstiger Stiftungen außerhalb der bischöflichen Verantwortung sind da ja noch gar nicht von erfasst. ;)

Aber dass die Kirche Vermögen besitzt, ist ja an sich schon ein Skandal, denn

1. ist ja bekannt, dass das Vermögen nur durch Waffenhandel, Erpressung, Ausbeutung, etc., erworben wurde und

2. wegen Hexenverbrennungkreuzzügenunterdrückunghomophobierassismussexismuszölibatmittelalterlichesweltbild.... :nuckel:
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Montag 25. Juni 2018, 15:24

HeGe hat geschrieben:
Montag 25. Juni 2018, 14:24
Man sollte der SZ auch mal erzählen, dass das eigentlich nur ein Teil des kirchlichen Vermögen ist

da hast Du sicher recht, HeGe.

Übernimmst Du dann diese Aufgabe?
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Siard » Montag 25. Juni 2018, 15:28

Das wissen die eh, und da es auch alle anderen wissen, reichte es zu schreiben, was geschrieben wurde. :pfeif:
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Montag 16. Juli 2018, 14:04

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von HeGe » Dienstag 24. Juli 2018, 14:34

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Torsten » Dienstag 24. Juli 2018, 15:35

Nach Angaben des „Bayrischen Rundfunks“ hatte der Finanzdirektor von 2013 bis 2015 Stipendiaten beim Bischöflichen Ordinariat beschäftigt, ohne für sie Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.
[...]
Der bisherige Finanzdirektor will nach eigenen Worten auch Schaden vom Amt des Finanzdirektors und der Diözese Würzburg abwenden.
Aus welchem Grund hat er denn die SV-Beiträge nicht abgeführt? Hat er es vergessen? Oder wollte er damit seiner Ansicht nach einen "unnötigen finanziellen Schaden" von der Diözese abwenden?

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Torsten
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Torsten » Dienstag 24. Juli 2018, 15:51

Der Strafbefehl interessiert einen Dreck. Viel wichtiger wäre, dass wir über die Motivation sprechen, wo am Ende eine Läuterung steht, von der alle lernen können. Nein, stattdessen wird wieder die "Macho-Nummer" geritten.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 24. Juli 2018, 17:01

Torsten hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 15:35
Nach Angaben des „Bayrischen Rundfunks“ hatte der Finanzdirektor von 2013 bis 2015 Stipendiaten beim Bischöflichen Ordinariat beschäftigt, ohne für sie Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.
[...]
Der bisherige Finanzdirektor will nach eigenen Worten auch Schaden vom Amt des Finanzdirektors und der Diözese Würzburg abwenden.
Aus welchem Grund hat er denn die SV-Beiträge nicht abgeführt? Hat er es vergessen? Oder wollte er damit seiner Ansicht nach einen "unnötigen finanziellen Schaden" von der Diözese abwenden?
Wahrscheinlich wollte er doch "sparen". Und dazu wurde er dann wohl auch noch angehalten.
Ich war lange im Kirchenvorstand. Man glaubt nicht, auf welche Ideen bestimmte Leute kommen.
Für die ist es schlimmer aus der Kirchenkasse € 5 auszugeben als € 500 aus der eigenen Tasche.
Was mich ankotzt ist, wenn man Lohndumping offiziell verurteilt und das dann heimlich selbst macht.

Wenn es der eigenen Schatulle schadet, erstattet ein Bischof auch schon mal persönlich Strafanzeige.
Wenn es der Gesellschaft schadet, muss das aber nicht sein.
"Die Frau ist für die Kirche unabdingbar und wichtiger als manche Bischöfe." (Papst Franziskus)

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Torsten » Dienstag 24. Juli 2018, 18:27

Vir Probatus hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 17:01
Was mich ankotzt ist, wenn man Lohndumping offiziell verurteilt und das dann heimlich selbst macht.

Ich unterstelle mal, dass dieses Lohndumping nicht einfach aus reiner Gier erfolgt, sonden aus einem bestimmten Menschenbild, dass man hier von den Stipendiaten und ihrer Arbeit hat.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Caviteño » Dienstag 24. Juli 2018, 19:06

Torsten hat geschrieben:
Dienstag 24. Juli 2018, 15:35
Aus welchem Grund hat er denn die SV-Beiträge nicht abgeführt? Hat er es vergessen? Oder wollte er damit seiner Ansicht nach einen "unnötigen finanziellen Schaden" von der Diözese abwenden?
Das werden wir wohl nicht erfahren.

Bemerkenswert ist mE folgendes: Die "Netto"nachzahlungssumme iHv 107.000 € entfällt auf die Jahre 2013 - 2015.
Der Betrag ist sicherlich nicht so gering, daß man ihn" vergessen" kann. Andererseits ist er auch nur auf die drei Jahre beschränkt, maW: Davor war nichts und danach war nichts.
Hatte man während dieser Zeit evtl. einen unfähigen Lohnbuchhalter, der die Abgaben nicht erhoben hat und der Finanzdirektor haftet, weil er die Anmeldungen unterschrieben hat (ohne sie zu prüfen)?

Es kann aber auch eine falsche rechtliche Beurteilung vorliegen. Lt. Pressemitteilung des Bistums handelt es sich um "nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen für Stipendien an Promotionsstudierende, die gleichzeitig aber in der Seelsorge eingesetzt waren." (Quelle).

Stipendien sind im allgemeinen nicht sozialversicherungspflichtig. Da die Studierenden aber auch in der Seelsorge eingesetzt wurden, gilt diese Befreiung vermutlich nicht.
Ob die Regelung dem Lohnbüro bekannt war oder nicht, spielt dann keine Rolle. Insofern könnte sich die Nachzahlung und der Strafbefehl (dessen Höhe nicht bekannt ist) erklären. Ein vorsätzliches Verhalten kann man mE ausschließen, weil der Fehler bzw. die Verkürzung nur drei Jahre betrifft.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Dienstag 24. Juli 2018, 20:55

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... en-manager

Ein unbeschriebenes Blatt ist der Herr übrigens auch nicht.
Warum redet man also von einmaligem und erstmaligem Fehlverhalten ?

Natürlich besteht da "kein Zusammenhang". Wie auch ?
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 25. Juli 2018, 06:15

https://wuerzburgwiki.de/wiki/Albrecht_ ... _und_Titel

Der Herr hat vermutlich "die Schäfchen im Trockenen" und kann sich mit 58 Jahren nun in den wohlverdienten (!) Ruhestand verabschieden.
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Niels » Mittwoch 25. Juli 2018, 10:01

Ich wähle immer die APPD. Die versprechen Rente ab 20. :freude:
"Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Walfisch das kleinste lebende Säugetier sein könnte, wenn er nur nicht so groß wäre?"
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Siard » Mittwoch 25. Juli 2018, 13:23

Wenn ich mich recht erinnere, war auch von Freibier die Rede.
Eventuelle Schreibfehler oder ähnliches, bitte ich aufgrund der Temperaturen nachsichtig zu behandeln. Außerdem muß mein Kater manchmal eine persönliche Note einbringen.

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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Vir Probatus » Mittwoch 25. Juli 2018, 19:10

https://www.domradio.de/themen/bist%C3% ... -wuerzburg
Die Untersuchungen bei der SBW sind laut Diözese Teil einer Transparenzoffensive. In ersten Erklärungen hieß es, dass in der Vergangenheit Funktionen bei unterschiedlichen Rechtsträgern durch dieselben Personen wahrgenommen worden seien. Das entspreche nicht heutigen Vorstellungen von "Compliance und Kontrolle". Dies bedeute jedoch nicht, dass den bisher verantwortlichen Personen ein Vorwurf zu machen sei.
Man startet eine "Transparenzoffensive", macht auch niemandem einen Vorwurf, geht aber zur Staatsanwaltschaft und erstattet Anzeige.
Und der Rausschmiss vom zweiten, dritten und vierten Posten hat mit dem ersten Rausschmiss auch nichts zu tun.
Hier fehlt jetzt nur noch der Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen.

Für wie dumm halten eigentlich Kleriker den ganz gewöhnlichen Bürger ?
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Re: "Die Kirche und das liebe Geld"

Beitrag von Petrus » Donnerstag 26. Juli 2018, 09:52

ich meine, das Ganze ist ein strukturelles Problem, bestehend aus mehreren Komponenten.

1) Priester (und Bischöfe) können immer alles. Betriebswirtschaft haben sie nicht studiert, aber sie sind geweiht (in der Kirche nennt man Diejenigen "Laien", die anderswo "Fachleute" genannt werden).

2) Spezlwirtschaft par excellence.

2a) Nachdem Reinhard Marx Erzbischof von München und Freising wurde, habe ich mich mit einem guten Freund unterhalten, der hat mir gesagt: "Du, Peter - der hat jetzt alle Stellen auf 100% reduziert". Ich habe nicht verstanden. Dann hat er mir das erklärt. In der Diözese gab es Mitarbeitende, die eine 75%-Stelle hatten, eine 40%-Stelle, und eine 25%-Stelle. Summa Summarum eine !40%-Stelle.

2b) "Der war halt mein Studienfreund, wir kannten uns vom Studium" (Bischof Hanke, Eichstätt).

2c) Ein Krankenhauspfarrer (mein früherer Gemeindepfarrer, wir kannten uns gut), hat mich angerufen, man bräuchte bitte einen Mesner für die Münchner Innenstadtkliniken. Ob ich das machen könnte? Ich: "Ja gern, ich bin jetzt im Ruhestand." Er: "Super, Herr X!" Den anderen Krankenhauspfarrer kannte ich aus dem Studium. Er: "Du, Peter - mensch, dann haben wir ja einen Theologen als Mesner, Du kennst dich ja aus - da freu ich mich drauf." Also: Bewerbung bei Personalreferat. Absage. Nuja - habe ich mir gedacht - dann halt nicht. Ein anderer hatte "das Rennen" gemacht.

3) Die hierarchische ("heilige Herrschaft") oder - "der Ober sticht den Unter". Selbstverständlich wird bei kritischen Anmerkungen immer wieder gebetsmühlenartig bemüht das Schein-Argument: Sollen jetzt die Dogmen jetzt per Basisdemokratie entschieden werden?")

4) Keine funktionierende Kontrolle.

4a) Die von der Würzburger Synode erbetene (man kann nur bitten) Kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit gibt es bis heute nicht.

4b) Wenn uns ein Vermögensverwaltungsrat nicht paßt, entmachten wir den einfach. Was interessiert uns das Kirchenrecht? (Limburg, Kärnten).

4c) Der Pfarrer nimmt am Sonntag die Kollekte in einem Säcklein mit, und schließt sie im Tresor vom Pfarrbüro ein. Am Montag öffnet die Sekretärin den Tresor, öffnet das Säcklein, und zählt das Geld (selbst erlebt).

5) Das Geld fließt von selber. Wir müssen dafür nichts tun. (Wir sind ja hier nicht in der Wirtschaft. Wir müssen uns doch dafür nicht anstrengen).

Ergänzung: Natürlich gibt es die hier aufgezählten Komponenten immer und überall. Ich meine: Die Kombi macht's.
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