Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

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FranzSales
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von FranzSales » Sonntag 25. Februar 2018, 09:15

http://magister.blogautore.espresso.rep ... lesiology/

In meinen Augen eine sehr gute Beurteilung von OFM Weinandy zur aktuellen Situation. Das ist ein Vortrag an der Universität "Notre Dame" in Sydney. Vor allem die Aussage am Ende kann ich für mich gerade gut nachvollziehen.
Lastly, scandal is the public pastoral consequence of allowing persons in unrepentant manifest grave sin to receive Holy Communion. It is not simply that the faithful members of the Eucharistic community will be dismayed and likely disgruntled, but, more importantly, they will be tempted to think that they too can sin gravely and continue in good standing with the Church. Why attempt to live a holy life, even a heroic virtuous life, when the Church herself appears to demand neither such a life, or even to encourage such a life? Here the Church becomes a mockery of herself and such a charade breeds nothing but scorn and disdain in the world, and derision and cynicism among the faithful, or at best, a hope against hope among the little ones.
Ja, wozu eigentlich noch? In dieser unserer Kirche interessiert das niemanden mehr. Weder den Papst, noch die Bischöfe, noch die überwältigende Zahl der Laien.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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Sempre
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Sempre » Sonntag 25. Februar 2018, 12:15

FranzSales hat geschrieben:
Sonntag 25. Februar 2018, 09:15
http://magister.blogautore.espresso.rep ... lesiology/

In meinen Augen eine sehr gute Beurteilung von OFM Weinandy zur aktuellen Situation. Das ist ein Vortrag an der Universität "Notre Dame" in Sydney. Vor allem die Aussage am Ende kann ich für mich gerade gut nachvollziehen.
Lastly, scandal is the public pastoral consequence of allowing persons in unrepentant manifest grave sin to receive Holy Communion. It is not simply that the faithful members of the Eucharistic community will be dismayed and likely disgruntled, but, more importantly, they will be tempted to think that they too can sin gravely and continue in good standing with the Church. Why attempt to live a holy life, even a heroic virtuous life, when the Church herself appears to demand neither such a life, or even to encourage such a life? Here the Church becomes a mockery of herself and such a charade breeds nothing but scorn and disdain in the world, and derision and cynicism among the faithful, or at best, a hope against hope among the little ones.
Ja, wozu eigentlich noch? In dieser unserer Kirche interessiert das niemanden mehr. Weder den Papst, noch die Bischöfe, noch die überwältigende Zahl der Laien.
Das ist eine ganz natürliche Konsequenz aus dem Modernismus. Wenn man gemäß der Empfehlung des "Glaubenshüters" Ratzinger eben nur so tut, als ob es Gott gebe, dann kann man in jede Ecke schei*en, wenn gerade nicht so viele Leute schauen.

Und die Leute schauen einfach gar nicht mehr hin, sonst müssten ja alle rufen: Nicht nur der Kaiser ist nackt.

Auch Weinandy verschließt die Augen gegenüber dem dicken, fetten Elephanten im Raum. Er beginnt so:
The Nicene Constantinopolitan Creed (381 AD) professes that we believe in One, Holy, Catholic, and Apostolic Church. [...]
Dann aber geht er einfach darüber hinweg, dass die Kirche des Konzils gar nicht an eine Kirche glaubt, sondern vielmehr an viele Kirchen und kirchliche Gemeinschaften, von denen nur eine in der Kirche des Herrn "subsistiert", die ansonsten erst noch eins werden müssen.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 3. April 2018, 12:31

https://www.kathpress.at/goto/meldung/1 ... de-vertont
ob die berühmte Fussnote wohl ein eigenes musikalischen Thema hat
:pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif:

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Dienstag 3. April 2018, 14:12

CIC_Fan hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 12:31
https://www.kathpress.at/goto/meldung/1 ... de-vertont
ob die berühmte Fussnote wohl ein eigenes musikalischen Thema hat
:pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif: :pfeif:
Oha, über die Frage, mit welcher musikalischen Stilrichtung diese Textstelle vertont werden sollte, könnte man jetzt lange diskutieren. :D
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Niels
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Niels » Dienstag 3. April 2018, 14:58

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 14:12
Oha, über die Frage, mit welcher musikalischen Stilrichtung diese Textstelle vertont werden sollte, könnte man jetzt lange diskutieren. :D
Das Ganze ist doch schon vertont worden: https://www.youtube.com/watch?v=8MQf-86ikvM
:pfeif:
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
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dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
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Hubertus
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Hubertus » Dienstag 3. April 2018, 15:11

Niels hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 14:58
HeGe hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 14:12
Oha, über die Frage, mit welcher musikalischen Stilrichtung diese Textstelle vertont werden sollte, könnte man jetzt lange diskutieren. :D
Das Ganze ist doch schon vertont worden: https://www.youtube.com/watch?v=8MQf-86ikvM
:pfeif:
Nene, so natürlich: https://www.youtube.com/watch?v=sPsGHXPz0s4
:unbeteiligttu:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Dienstag 3. April 2018, 15:15

Eine Diskussion dieser Art meinte ich. ;)
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Raphael
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Raphael » Dienstag 3. April 2018, 15:37

Ich hätte als Vorschlag zur Vertonung folgendes beizutragen: :unbeteiligttu:
https://www.youtube.com/watch?v=-Sko43z ... FF6NAN8vu2
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Niels
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Niels » Dienstag 3. April 2018, 15:51

Raphael hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 15:37
Ich hätte als Vorschlag zur Vertonung folgendes beizutragen: :unbeteiligttu:
https://www.youtube.com/watch?v=-Sko43z ... FF6NAN8vu2
Und alle anderen werden dann einfach annihiliert?
Bild
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
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dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Raphael » Dienstag 3. April 2018, 22:02

Niels hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 15:51
Raphael hat geschrieben:
Dienstag 3. April 2018, 15:37
Ich hätte als Vorschlag zur Vertonung folgendes beizutragen: :unbeteiligttu:
https://www.youtube.com/watch?v=-Sko43z ... FF6NAN8vu2
Und alle anderen werden dann einfach annihiliert?
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Das Unglück wird annihiliert, weil jede Körperzelle glücklich wird/ist! :breitgrins:
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Mittwoch 4. April 2018, 13:38

Schweres Zerwürfnis in der Deutschen Bischofskonferenz

Hier noch der Original-Artikel im Kölner Stadtanzeiger: https://www.ksta.de/politik/zerwuerfnis ... n-29964580

Konkret haben sich "sechs Bischöfe", darunter Kardinal Woelki, mit einem Brief an die Kardinäle Ladaria und Koch gewandt. Leider steht da nicht, ob es sich um sechs Diözesanbischöfe handelt oder ob da auch Weihbischöfe unterzeichnet haben. Sechs Diözesanbischöfe wäre schon ein starker Anteil.
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von ziphen » Mittwoch 4. April 2018, 14:06

https://www.ksta.de/politik/zerwuerfnis ... n-29964580
Neben Woelki wurde der dreiseitige Brief auch vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sowie den Bischöfen Konrad Zdarsa (Augsburg), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Wolfgang Ipolt (Görlitz), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau) unterzeichnet. Der Schwerpunkt der Opposition gegen Marx und die Mehrheit der Bischöfe liegt damit in Bayern, wo Marx zugleich Vorsitzender der bayerischen Bischofskonferenz ist.
Wer lesen kann… :blinker:
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Mittwoch 4. April 2018, 14:07

ziphen hat geschrieben:
Mittwoch 4. April 2018, 14:06
https://www.ksta.de/politik/zerwuerfnis ... n-29964580
Neben Woelki wurde der dreiseitige Brief auch vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sowie den Bischöfen Konrad Zdarsa (Augsburg), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Wolfgang Ipolt (Görlitz), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Stefan Oster (Passau) unterzeichnet. Der Schwerpunkt der Opposition gegen Marx und die Mehrheit der Bischöfe liegt damit in Bayern, wo Marx zugleich Vorsitzender der bayerischen Bischofskonferenz ist.
Wer lesen kann… :blinker:
Das ist zwischenzeitlich hinzugefügt worden, das stand da eben noch nicht. Jetzt sind es ja mittlerweile auch schon sieben Bischöfe.
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von ziphen » Mittwoch 4. April 2018, 14:11

Dachte ich mir. Sind das jetzt alles Diözensanbischöfe? Wäre ja ein gutes Viertel.
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Mittwoch 4. April 2018, 14:15

ziphen hat geschrieben:
Mittwoch 4. April 2018, 14:11
Dachte ich mir. Sind das jetzt alles Diözensanbischöfe? Wäre ja ein gutes Viertel.
Ja, sind alles Diözesanbischöfe.

Von den Bischöfen der bayerischen Bischofskonferenz fehlt neben Marx selber eigentlich nur der Speyerer Bischof Wiesemann. (Würzburg würde ich aufgrund der Vakanz derzeit etwas Außen vor lassen.) Das ist schon ein starkes Zeichen. Umso bedauerlicher, dass der Rest der Republik nur durch Bischof Ipolt und (immerhin) Kardinal Woelki vertreten ist.

Selbst wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass das Verhältnis bei den Weihbischöfen ähnlich ist, ist 1/4 leider immer noch knapp weniger als 1/3. Jetzt kann man sich aber dann wohl ungefähr ausmalen, wie die Abstimmung in der DBK verlief.

Nochmal aus dem Artikel:
In einem Antwortschreiben an die sieben Verfasser lässt Marx sein Befremden über deren Vorgehen erkennen und betont, dass sich dieses Hilfsersuchen lediglich aufs einen Entwurfstext beziehe, an dem noch Änderungen möglich seien. – Quelle: https://www.ksta.de/29964580 ©2018
Klar, nur ein Entwurf. :unbeteiligttu: Als wenn sich an der grundsätzlichen Entscheidung noch etwas ändern würde, nachdem das schon in die ganze Welt posaunt wurde.

Ich mache mir aber wenig Hoffnung, dass aus Rom hier viel hilfreiches kommen wird.
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Mittwoch 4. April 2018, 16:32

kath.net hat mittlerweile in einem Update seines ersten Artikels auch den Antwortbrief von Kardinal Marx wörtlich veröffentlicht:

http://www.kath.net/news/63339

Bei der DBK ist er auch veröffentlicht: https://www.dbk.de/nc/presse/aktuelles/ ... le/detail/

Sternberg hat sich erwartungsgemäß geäußert:
Kirche+Leben hat geschrieben: [...] Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, kritisierte den Brief der Bischöfe. „Mich wundert dieses Verhalten, das mir ziemlich unsolidarisch erscheint“, schreibt Sternberg im Netzwerk Twitter: „Kennen wir nicht alle evangelische Ehepartner, die das bejahen, was wir katholisch in der Eucharistiefeier bekennen? Ist das Problem nicht pastoral vor Ort längst gelöst?“ [...]
Wenn die evangelischen Ehepartner das bejahen, was in der Eucharistiefeier bekannt wird, warum werden sie dann nicht katholisch? :achselzuck:
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von PascalBlaise » Mittwoch 4. April 2018, 17:10

CIC 844 hat geschrieben:§ 4. Wenn Todesgefahr besteht oder wenn nach dem Urteil des Diözesanbischofs bzw. der Bischofskonferenz eine andere schwere Notlage dazu drängt, spenden katholische Spender diese Sakramente erlaubt auch den übrigen nicht in der vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehenden Christen, die einen Spender der eigenen Gemeinschaft nicht aufsuchen können und von sich aus darum bitten, sofern sie bezüglich dieser Sakramente den katholischen Glauben bekunden und in rechter Weise disponiert sind.
Die Ehe ist eine Todesgefahr oder zumindest schwere Notlage :pfeif:
Ich habe volles Verständnis ;D
– et lux in tenebris lucet et tenebrae eam non comprehenderunt –

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Donnerstag 5. April 2018, 12:16

Im Kölner Stadtanzeiger ist noch ein zweiter Artikel erschienen, der die interessante Information gibt, dass es bei der Abstimmung bei der Vollversammlung nur 13 Gegenstimmen gegeben haben soll.

https://www.ksta.de/politik/streit-um-k ... n-29967528

D.h. es hätten nicht einmal alle Weihbischöfe mit "ihren" Diözesanbischöfen gestimmt. Die geringe Quote finde ich dann doch wieder etwas überraschend.

Ansonsten sind die Kommentare und die Berichterstattung erwartungsgemäß. Joachim Franke bspw. hetzt im Kölner Stadtanzeiger wie zu erwarten war weiter gegen Kardinal Woelki:

https://www.ksta.de/politik/kommentar-z ... n-29967428

Die Kölnische Rundschau ist etwas ausgewogener und kritisiert eher das Bild, das die Bischöfe dadurch nach Außen abgeben:

https://www.rundschau-online.de/politik ... n-29968494

Selbst kirchliche Medien machen sich aber nicht einmal die Mühe, auch Befürworter zu suchen, sondern beschränken sich auf Interviews mit Kardinal Kasper, sowie Kommentare von Sternberg vom Zd"K" oder Weisner von WSK. Erwartungsgemäß also eine sehr einseitige Berichterstattung.
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 5. April 2018, 12:23

ja das ändert alles nichts am Beschluß solange es keine verbindliche Weisung des Papstes gibt und da ja ein Mehrheitsbeschluß existiert wird gar nichts geschehen

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Donnerstag 5. April 2018, 12:28

CIC_Fan hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 12:23
ja das ändert alles nichts am Beschluß solange es keine verbindliche Weisung des Papstes gibt und da ja ein Mehrheitsbeschluß existiert wird gar nichts geschehen
Eine spannende Frage der Kompetenzen einer Bischofskonferenz, die ja in dem Brief nach Rom durchaus angesprochen wird. Sind Beschlüsse einer Bischofskonferenz für die Diözesanbischöfe verbindlich? Ggf. auch dann, wenn sie diesen Beschluss für rechtswidrig halten?
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 5. April 2018, 12:31

eine ausgezeichnete Gelegenheit das "synodale"Prinzip fest zu schreiben wie es der Papst sieht
ich verweise auf die Frage der Übersetzung liturgischer Bücher da ist doch klar zu sehen in welche Richtung es geht

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Protasius » Donnerstag 5. April 2018, 13:21

Theologische Bedeutung haben die Ortskirche unter dem einzelnen dafür verantwortlichen Bischof und die Universalkirche. Eine Bischofskonferenz ist nur ein nützliches Verwaltungsinstrument.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 5. April 2018, 13:24

das ist die klassische Sicht vor Franziskus

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Donnerstag 5. April 2018, 13:43

Ich habe mir mal die relevanten Canones (447-459) im CIC angesehen. Da heißt es:
Can. 455* — § 1. Die Bischofskonferenz kann nur in den Angelegenheiten allgemeine Dekrete erlassen, in denen das allgemeine Recht es vorschreibt oder eine besondere Anordnung dies bestimmt, die der Apostolische Stuhl aus eigenem Antrieb oder auf Bitten der Konferenz selbst erlassen hat.

[...]

§ 4. In den Fällen, in denen weder das allgemeine Recht noch eine besondere Anordnung des Apostolischen Stuhls der Bischofskonferenz die in § 1 genannte Vollmacht einräumt, bleibt die Zuständigkeit des einzelnen Diözesanbischofs ungeschmälert erhalten, und weder die Konferenz noch ihr Vorsitzender kann im Namen aller Bischöfe handeln, wenn nicht alle Bischöfe einzeln ihre Zustimmung gegeben haben.
Die Frage ist also hinsichtlich der rechtlichen Verbindlichkeit, ob es eine solche Kompetenzzuweisung gibt.

Nachtrag: wie ich gerade gesehen habe, ist die Sache ja noch verzwickter.
Vatican News hat geschrieben: [...] Die katholischen Bischöfe hatten im Februar bei ihrer Vollversammlung in Ingolstadt beschlossen, konfessionsverschiedenen Ehepartnern im Einzelfall eine gemeinsame Teilnahme an der Kommunion ermöglichen zu wollen. Damals hatte Marx erklärt, der hohe Anteil konfessionsverschiedener Ehen stelle die Seelsorger vor eine „dringende pastorale Aufgabe“. Zugleich betonte er, es liege im Ermessen des jeweiligen Ortsbischofs, welche Konsequenzen er aus der beschlossen Orientierungshilfe ziehe. Recht könne nur der Bischof selbst setzen.
M.a.W.: das sollte offensichtlich also gar keine verbindliche Entscheidung sein. Dann kann ja doch jeder Bischof letztlich machen, was er möchte. :hmm:
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von umusungu » Donnerstag 5. April 2018, 14:39

HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 13:43
M.a.W.: das sollte offensichtlich also gar keine verbindliche Entscheidung sein. Dann kann ja doch jeder Bischof letztlich machen, was er möchte. :hmm:
dann hätte sich der Brief nach Rom erübrigt!

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von HeGe » Donnerstag 5. April 2018, 14:41

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 14:39
HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 13:43
M.a.W.: das sollte offensichtlich also gar keine verbindliche Entscheidung sein. Dann kann ja doch jeder Bischof letztlich machen, was er möchte. :hmm:
dann hätte sich der Brief nach Rom erübrigt!
Zumindest wäre er dann nicht halb so brisant, wie derzeit getan wird.
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von marcus-cgn » Donnerstag 5. April 2018, 19:25

HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 14:41

Zumindest wäre er dann nicht halb so brisant, wie derzeit getan wird.
Das würde ich so nicht sagen, denn der Brief signalisiert immerhin den Stand der Erregung, der fünf Jahre nach der Wahl Bergolios alle Bezirke der Kirche erfasst hat. Die Klagen häufen sich, Kritik wird in Form von Zweifel oder als öffentlich gestellte Fragen vorgetragen. Wenn es schon im liberalen deutschen Episkopat gärt, wie sieht es dann in Polen, Spanien, Nordamerika und Afrika aus. Erleben wir eine Bündelung gemäßigt konservativer und traditionalistischer Kräfte gegen den Papst?

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von umusungu » Donnerstag 5. April 2018, 20:19

Wir Katholiken sind manchmal schon ein merkwürdiges Völkchen ...

Wir akzeptieren evangelische Christen als Sakramentenspender - aber nicht als Sakramentenempfänge
Bei der Trauung akzeptieren wir den evangelischen Partner als Spender des Ehesakramentes - beim anschl. Empfang der Eucharistie schließen wir ihn wieder aus.

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Raphael » Donnerstag 5. April 2018, 21:21

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 20:19
Wir Katholiken sind manchmal schon ein merkwürdiges Völkchen ...

Wir akzeptieren evangelische Christen als Sakramentenspender - aber nicht als Sakramentenempfänge
Bei der Trauung akzeptieren wir den evangelischen Partner als Spender des Ehesakramentes - beim anschl. Empfang der Eucharistie schließen wir ihn wieder aus.
Warum sollten Protestanten trotz unterschiedlichem Verständnis des Sakramentes Selbiges überhaupt bekommen wollen? :detektiv:

Salopp gesagt: Man bestellt ja auch im Lokal nicht ein Bier, wenn man einen Schnaps trinken möchte.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von umusungu » Donnerstag 5. April 2018, 21:30

Warum billigen wir evangelischen Christen zu, ein Sakrament zu spenden, das sie selbst nicht anerkennen?

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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von Raphael » Donnerstag 5. April 2018, 21:36

umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 21:30
Warum billigen wir evangelischen Christen zu, ein Sakrament zu spenden, das sie selbst nicht anerkennen?
Ein Blick in die Kirchengeschichte erhellt dem Vernünftigen so Manches.
Der Donatismus ist als Häresie verurteilt.
Daher können selbst ungläubige Priester als Sakramentenspender agieren.
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Re: Nachsynodale Ermunterungen namens „Amoris laetitia“

Beitrag von umusungu » Donnerstag 5. April 2018, 22:52

Raphael hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 21:36
umusungu hat geschrieben:
Donnerstag 5. April 2018, 21:30
Warum billigen wir evangelischen Christen zu, ein Sakrament zu spenden, das sie selbst nicht anerkennen?
Ein Blick in die Kirchengeschichte erhellt dem Vernünftigen so Manches.
Der Donatismus ist als Häresie verurteilt.
Daher können selbst ungläubige Priester als Sakramentenspender agieren.
Dir erhellt sich leider nichts.

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