Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion ein

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Ulrich
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Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion ein

Beitrag von Ulrich » Samstag 5. Februar 2005, 14:18

Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion ein ...

Zitat aus dem Text von Kreuz.net ...

In seinem Hirtenbrief formuliert der Kardinal drei Bedingungen, unter denen die Handkommunion zukünftig in seiner Erzdiözese erlaubt ist. Wer die Handkommunion erhalten will, muß gefirmt sein, die richtige Handstellung verwenden und „den Herrn Jesus sehr lieben“.

Zitatende:

Da bleib ich lieber bei der knieenden Mundkommunion. - Da bin ich auf der sicheren Seite, sollte sich dann beim Endgericht herausstellen, dass meine Liebe doch nicht immer so selbstlos und uneigennützig war, wie es der HERR verdient hat geliebt zu werden.

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FranzSales
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Beitrag von FranzSales » Samstag 5. Februar 2005, 14:49

Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion ein ...


Das ist das Ende der Katholischen Kirche.
:D
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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Ulrich
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Beitrag von Ulrich » Samstag 5. Februar 2005, 15:08

FranzSales hat geschrieben:
Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion ein ...


Das ist das Ende der Katholischen Kirche.
:D
Wenn dein Kommentar aus einer Privatoffenbarung ist, ist die Quelle abzulehnen.

Diese Entscheidung des Primas bedeutet nur den Beginn einer weiteren Profanisierung des Kommunionempfangs eines Teiles der Kirche, die sich nicht selbst gehört und sich deshalb auch nicht selbst ein Ende setzen kann.

Ausserdem, - solange ich lebe :mrgreen: ...

liebs Grüssli

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Alexianer
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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von Alexianer » Samstag 5. Februar 2005, 15:21

Ulrich hat geschrieben:Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion ein ...

Zitat aus dem Text von Kreuz.net ...

In seinem Hirtenbrief formuliert der Kardinal drei Bedingungen, unter denen die Handkommunion zukünftig in seiner Erzdiözese erlaubt ist. Wer die Handkommunion erhalten will, muß gefirmt sein, die richtige Handstellung verwenden und „den Herrn Jesus sehr lieben“.

Zitatende:

Da bleib ich lieber bei der knieenden Mundkommunion. - Da bin ich auf der sicheren Seite, sollte sich dann beim Endgericht herausstellen, dass meine Liebe doch nicht immer so selbstlos und uneigennützig war, wie es der HERR verdient hat geliebt zu werden.
Ich verstehe die Aufregung nicht. Als könnte man (frau) in Polen nicht mittels Handkommunion den Leib des Herrn empfangen. Ich fahre nun schon jahrzehntelang nach "Jasna Gora" ( Czenstochowa ); nie hatte ich Schwierigkeiten die Handkommunion zu empfangen. Mit einer Ausnahme: Letztes Jahr zelebrierte ein bayerischer Prälat eine Messe dort im tridentinischen Ritus. Er verweigerte mir die Handkommunion. Es kam dann zu einem Eklat, selbst die Paulinermönche verurteilten das Verhalten des betreffenden Prälaten.
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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von spectator » Samstag 5. Februar 2005, 15:29

Alexianer hat geschrieben:Ich verstehe die Aufregung nicht.
Du verstehst vermutlich auch die Form des Empfanges und was dadurch ausgedrückt wird, nicht.
Alexianer hat geschrieben:Als könnte man (frau) in Polen nicht mittels Handkommunion den Laib des Herrn empfangen.
Es geht hier nicht um "können" oder "nicht können". Es geht hier um die Form des Empfanges – die Ehrfurcht – die die Besonderheit dieses Sakramentes hervorhebt. Mag sein, dass es für Dich nichts bedeutet.
Alexianer hat geschrieben:Ich fahre nun schon jahrzehntelang nach "Jasna Gora"
( Czenstochowa ); nie hatte ich Schwierigkeiten die Handkommunion zu empfangen.
weil man die deutschen Katholiken (die Gäste) nicht entmutigen will.
Alexianer hat geschrieben:Mit einer Ausnahme: Letztes Jahr zelebrierte ein bayerischer Prälat eine Messe im tridentinischen Ritus. Er verweigerte mir die Handkommunion.
vollkommen richtig.

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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von Ulrich » Samstag 5. Februar 2005, 15:31

Alexianer hat geschrieben: Ich verstehe die Aufregung nicht. Als könnte man (frau) in Polen nicht mittels Handkommunion den Laib des Herrn empfangen. Ich fahre nun schon jahrzehntelang nach "Jasna Gora" ( Czenstochowa ); nie hatte ich Schwierigkeiten die Handkommunion zu empfangen. Mit einer Ausnahme: Letztes Jahr zelebrierte ein bayerischer Prälat eine Messe dort im tridentinischen Ritus. Er verweigerte mir die Handkommunion. Es kam dann zu einem Eklat, selbst die Paulinermönche verurteilten das Verhalten des betreffenden Prälaten.
Ich sehe das nicht als Verweigerung.

Vielleicht war es ein Versäumnis vor der Messe daraufhinzuweisen, dass dieser Geistliche aus guten Gründen, für mich nachvollziehbar, nur Mundkommunion austeilt. Auch das gilt es zu respektieren.

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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von Alexianer » Samstag 5. Februar 2005, 15:40

Ulrich hat geschrieben:
Alexianer hat geschrieben: Ich verstehe die Aufregung nicht. Als könnte man (frau) in Polen nicht mittels Handkommunion den Laib des Herrn empfangen. Ich fahre nun schon jahrzehntelang nach "Jasna Gora" ( Czenstochowa ); nie hatte ich Schwierigkeiten die Handkommunion zu empfangen. Mit einer Ausnahme: Letztes Jahr zelebrierte ein bayerischer Prälat eine Messe dort im tridentinischen Ritus. Er verweigerte mir die Handkommunion. Es kam dann zu einem Eklat, selbst die Paulinermönche verurteilten das Verhalten des betreffenden Prälaten.
Ich sehe das nicht als Verweigerung.

Vielleicht war es ein Versäumnis vor der Messe daraufhinzuweisen, dass dieser Geistliche aus guten Gründen, für mich nachvollziehbar, nur Mundkommunion austeilt. Auch das gilt es zu respektieren.
Alle Priester die in den Bistümern inkardiniert sind, welche die Möglichkeit der Handkommunion bieten, sind angewiesen den Gläubigen, welches es wünschen, die Mundkommunion zu ermöglichen. Umgekehrt muss es dann natürlich auch gelten! Betreffender Prälat teilt ja auch sonst die Handkommunion aus.
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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von spectator » Samstag 5. Februar 2005, 15:42

Alexianer hat geschrieben:Alle Priester die in den Bistümern inkardiniert sind, welche die Möglichkeit der Handkommunion bieten, sind angewiesen den Gläubigen, welches es wünschen, die Mundkommunion zu ermöglichen.
nicht in Polen. Diese "Regelung", von der Du schreibst, gilt in Polen erst seit dem 01.12.2004.

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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von Alexianer » Samstag 5. Februar 2005, 15:47

spectator hat geschrieben:
Alexianer hat geschrieben:Alle Priester die in den Bistümern inkardiniert sind, welche die Möglichkeit der Handkommunion bieten, sind angewiesen den Gläubigen, welches es wünschen, die Mundkommunion zu ermöglichen.
nicht in Polen. Diese "Regelung", von der Du schreibst, gilt in Polen erst seit dem 01.12.2004.
Betreffender Kleriker ist in einem d e u t s c h e n Bistum inkarniert. :hmm:
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Samstag 5. Februar 2005, 16:17

Alexianer hat geschrieben:»Mit einer Ausnahme: Letztes Jahr zelebrierte ein bayerischer Prälat eine Messe im tridentinischen Ritus. Er verweigerte mir die Handkommunion.«
Das entspricht den römischen Vorschriften, die eine Vermischung des alten und des neuen Ritus nicht erlauben. (Ob das oder inwiefern das sinnvoll ist, wäre ein anderes Thema.) Das heißt, wenn dieser Prälat nach dem alten Meßbuch zelebriert, dann darf er keine Handkommunion spenden. Das bedeutet nicht notwendigerweise, daß er sonst die Handkommunion nicht spendete oder sie gar generell ablehnte.

Ich halte übrigens die Handkommunion im Rahmen einer Messe mit „viel Volk“ auch für nicht sehr förderlich. Man sollte hieraus aber keinen Glaubenskrieg machen. Persönlich würde ich übrigens die Mundkommunion unter beiderlei Gestalt vorziehen (was mir jedoch verwehrt ist).
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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von Raphael » Samstag 5. Februar 2005, 19:09

@ Alexianer
Alexianer hat geschrieben:Betreffender Kleriker ist in einem d e u t s c h e n Bistum inkarniert. :hmm:
Also das ist bestimmt ein schönes Gefühl für den Prälaten, in einem Bistum inkarniert zu sein, wenn ich Priester wäre, wäre es mir jedoch bedeutend lieber, in einem Bistum inkardiniert zu sein. :P

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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von Alexianer » Samstag 5. Februar 2005, 19:52

Raphael hat geschrieben:@ Alexianer
Alexianer hat geschrieben:Betreffender Kleriker ist in einem d e u t s c h e n Bistum inkarniert. :hmm:
Also das ist bestimmt ein schönes Gefühl für den Prälaten, in einem Bistum inkarniert zu sein, wenn ich Priester wäre, wäre es mir jedoch bedeutend lieber, in einem Bistum inkardiniert zu sein. :P

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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von ottaviani » Samstag 5. Februar 2005, 21:42

Ich verstehe die Aufregung nicht. Als könnte man (frau) in Polen nicht mittels Handkommunion den Leib des Herrn empfangen. Ich fahre nun schon jahrzehntelang nach "Jasna Gora" ( Czenstochowa ); nie hatte ich Schwierigkeiten die Handkommunion zu empfangen. Mit einer Ausnahme: Letztes Jahr zelebrierte ein bayerischer Prälat eine Messe dort im tridentinischen Ritus. Er verweigerte mir die Handkommunion. Es kam dann zu einem Eklat, selbst die Paulinermönche verurteilten das Verhalten des betreffenden Prälaten.

warum eklat der ritus von 1962 kennt keine handkomunion und durch den indult von 1984 ist eine vermischung der riten verboten

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Samstag 5. Februar 2005, 21:52

(... wie ich oben schon sagte; aber das registriert ja keiner ...)
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spectator
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Beitrag von spectator » Samstag 5. Februar 2005, 22:03

Robert Ketelohn hat geschrieben:Das entspricht den römischen Vorschriften, die eine Vermischung des alten und des neuen Ritus nicht erlauben. (Ob das oder inwiefern das sinnvoll ist, wäre ein anderes Thema.) Das heißt, wenn dieser Prälat nach dem alten Meßbuch zelebriert, dann darf er keine Handkommunion spenden.
(... wie ich oben schon sagte; aber das registriert ja keiner ...)
doch Robert, das registireren wir. ;)
dazu zwei Fragen:
Warum verbietet der alte Ritus die Handkommunion?
Warum erlaubt der neue die Handkommunion?

beth
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Beitrag von beth » Samstag 5. Februar 2005, 22:41

Frage an Alexianer?

Hat es einen bestimmten Grund warum du diese Graphik mit deinem Nicknamen verwendest?
Deine Antwort würde mich interessieren.

Gruß beth

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Samstag 5. Februar 2005, 23:04

Hallo Ottaviani

Bei Ihnen freue ich mich, daß Sie diesem Forum treu geblieben sind.
Trotzdem:
Warum ließen Sie es fast zu einem Eklat kommen?
Warum war Ihnen die Handkommunion wichtiger als die Mundkommunion?
Warum war Ihnen Ihre persönliche Entscheidungsfreiheit wichtiger, als die örtlichen Gegebenheiten bzw. die Einstellung des kommunionspendenden Priesters bzw. dessen Gewissens?

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Samstag 5. Februar 2005, 23:05

Vielleicht sind an dieser Stelle einige weitergehende liturgiegeschichtliche Überlegungen angebracht. – Die Liturgien, wie sie aus dem Altertum bis auf die Gegenwart gekommen sind, haben ihre Gestalt – vor allem hinsichtlich der Meßtexte – im wesentlichen in der Kirchenväterzeit gewonnen. Ähnlich wie die byzantinischen Liturgien ihre Namen vom heiligen Johannes Chrysostomus und vom heiligen Basilius dem Großen bekommen haben, kann man die überlieferte lateinische Liturgie mit dem Namen Sankt Gregors des Großen verbinden (ohne daß damit eine exakte Aussage über den persönlichen Anteil der genannten Kirchenväter getroffen sein soll).

Wiewohl diese Liturgien der Kirchenväterzeit nicht vom Himmel fielen, sondern auf ältere, gemeinsame Formen zurückgriffen, stehen sie doch für einen Wandel liturgischer Formen hin zu einer stärker kultorientierten Liturgie in Abkehr vom urkirchlichen, in ein rituelles Mahl („agape“ oder „homonoia“) eingebetteten Meßopfer.

Dieser Wandel hat sich in der Kirche zu unterschiedlichen Zeiten vollzogen: im Osten gewiß schon vor Konstantin begonnen, nach der Legalisierung des Christentums auf alle Metropolen des Reichs auch im Westen ausgedehnt, zur großen Kirchenväterzeit in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts allgemein durchgesetzt bis auf Restgebiete marcinischer Tradition, nämlich des Patriarchat Aquileja, wo der Wandel erst um die Wende zum fünften Jahrhundert erkennbar wird, und Ägypten, wo er sich teils bis ins sechste Jahrhundert hinzog.

Parallel änderte sich übrigens nicht ohne weitere Folgen auch die Bußpraxis. Denn in derselben Zeit wurden bekanntlich die Möglichkeiten der Buße – also das Beichtsakrament zu empfangen – erheblich erweitert. Die Möglichkeit, nach einer schweren Sünde mit der Kirche versöhnt zu werden, war nicht länger auf ein oder zwei Male beschränkt, sondern bestand immer wieder neu – ein Akt der Barmherzigkeit, der es zugleich aber auch nötig machte, Regeln für den Ausschluß und die Versöhnung nach Kirchenbuße festzusetzen.

Wenn auch die Liturgie seit dieser Zeit in ihrem Grundbestand weitestgehend unverändert blieb, so hat sich an der Praxis der äußeren Formen doch im Lauf der Jahrhunderte noch vielerlei gewandelt. Hier interessiert nun besonders die Frage, wann denn der Übergang zur ausschließlichen Mundkommunion erfolgt sei. Mir selbst scheint sie, je öfter ich sie durchdenke, um so schwerer beantwortbar. Klar ist zunächst, daß zu der Zeit, als im Westen die Kommunion des Volks nur unter einer Gestalt, der des Brotes, sich allgemein durchgesetzt hatte – wovon wir um die Wende zum dreizehnten Jahrhundert ausgehen dürfen, nach einem anderthalb Jahrhunderte währenden Prozeß, –, die Hostie nicht mehr mit der Hand aufgenommen wurde, wenn auch nie ohne Ausnahmen.

Andererseits ist die Aufnahme des Leibes Christi mit der Hand etwa fürs Frankenreich des späten sechsten und siebenten Jahrhunderts noch gut bezeugt, sowohl durch fragmentarisch überlieferte gallikanische Sakramentarien als auch durch erzählende Quellen, namentlich Gregor von Tours, sowie verschiedene Konzilsbeschlüsse. In Gallien im sechsten Jahrundert traten die Laien, Männer und Frauen, zur Kommunion ins Allerheiligste – die sancta sanctorum, die während des Hochgebets durch einen Vorhang verhängt waren – an den Altar. Die Männer hatten zuvor ihre Hände zu waschen, die Frauen bedeckten sie mit einem weißen Linnen.Im gotischen Spanien des siebenten Jahrhunderts traten die Laien nicht mehr in den Altarraum, doch nahmen sie die Hostie nach wie vor mit der Hand auf, um sie zum Mund zu führen.

Im neunten Jahrhundert sind zunächst zwei Neuerungen deutlich greifbar. Die eine ist der Übergang zum ungesäuerten Brot, der „Oblate“ oder „Hostie“, wie wir sie im wesentlichen bis heute kennen, im lateinischen Westen (was unabhängig hiervon die Armenier übrigens schon im sechsten Jahrhundert vollzogen hatten, während die Byzantiner bis heute am Gebrauch des gesäuerten Brots festhalten).

Die zweite Neuerung wird aus im Laufe des neunten Jahrhunderts unternommenen Versuchen deutlich, sie einzudämmen: Die Kommunion beider Gestalten durch die sogenannte intinctio panis – „Eintauchen des Brots“ in das Blut Christi – oder auch durch Kelchkommunion, der Partikeln des konsekrierten Brotes beigemengt sind.

Letztgenanntes ist die im byzantinischen Ritus bis heute übliche Kommunionpraxis, wobei sie sich dort aber frühestens im zehnten Jahrhundert herausgebildet zu haben scheint. Beide Formen schließen einen Empfang mit der Hand offensichtlich aus: Entweder wird die Hostie oder Partikel vom Leib Christi in den Kelch getaucht oder mit etwas vom Blut Christi beträufelt und vom Priester dem Kommunikanten direkt in den Mund gereicht, oder man kommuniziert vielleicht aus dem Kelch, eher aber wohl wie heute noch von einem Löffelchen, das beide Gestalten enthält.

Parallel zu den genannten Erscheinungen ist im achten und neunten Jahrhundert ein eklatanter Rückgang der Kommunionpraxis des Volks zu beobachten. Das hängt nun wieder mit der in dieser Zeit ausgearbeiteten Bußkasuistik zusammen, einer Folge der oben bereits erwähnten Änderung der Regeln für die Kirchenbuße, und konnte auch von wiederholten entgegengesetzten Ermahnungen gerade der Reformbestrebungen nicht aufgehalten werden.

Auch dies mag zum Übergang zur ausschließlichen Mundkommunion beigetragen haben. Wie auch immer, es scheint sich eher um einen längeren Prozeß gehandelt zu haben, an dessen Ende die scholastisch-wissenschaftliche Durchdringung der Sakramententheologie und neu aufkommende Frömmigkeitsformen, namentlich die eucharistische Anbetung, den definitiven Ausschlag gegeben haben.

So viel zur historischen Aufarbeitung. – Ist man sich dieser Geschichte bewußt, wird man nicht leicht zu vorschnellen Urteilen gelangen. Einige Vermutungen möchte ich aber doch äußern. Die Wiederaufnahme des Brauchs der Handkommunion hat in ihrer theologischen Begründung offensichtlich mit einem gewissen liturgischen (Pseudo-)Archäologismus zu tun. Dagegen wird zu Recht eingewandt, daß solcher Archäologismus die Eigenart der Kirche als eines Volks verkennt, das in der Zeit auch fortschreitet und sich entwickelt.

Andererseits ist es auch berechtigt, irgendwann eingeführte Neuerungen immer wieder zu hinterfragen, denn oft steht dahinter bloß der Geist der Zeit, nicht aber der Geist Gottes. Prinzipiell ist solches Hinterfragen also auch hinsichtlich der Mundkommunion legitim, ebenso jedoch – dies möchte ich also hiermit in die Diskussion einführen – die Frage nach Verwendung gesäuerten oder ungesäuerten Brots und nach der Kommunion unter beiderlei Gestalt auch für das Volk.

Dabei scheinen mir die beiden letztgenannten Punkte theologisch bedeutsamer, während die Entscheidung zwischen Hand- und Mundkommunion eher mit praktischen Erwägungen zusammenhängt; ebenso – im Falle der Kommunion unter beiderlei Gestalt – die Frage, ob sie modo intinctionis (durch Eintauchung) erfolgt oder durch getrennte Darreichung beider Gestalten. So ist bei der Eucharistiefeier in einer kleinen Gemeinschaft meines Erachtens weder die Handkommunion ein Problem oder gar eine Gefahr, wie dort auch unschwer zunächst alle Gläubigen den Leib des Herrn empfangen können, darauf dann alle Sein Blut.

Wird die Messe dagegen mit viel Volk gefeiert, stößt beides auf praktische Schwierigkeiten. Die Gefahr des achtlosen Umgangs mit dem Leib Christi, ja sogar des Hostienfrevels wächst hier durch Handkommunion. Der Eindruck ist gewiß nicht unberechtigt, daß auch diese äußere Form dazu beiträgt, daß vielen nicht mehr bewußt ist, worum es sich bei der konsekrierten Hostie tatsächlich handelt. Auch eine eventuelle Kommunion unter beiderlei Gestalt wird schwierig. Meist empfängt man erst die Hostie und müßte dann sogleich daneben den Kelch greifen. Du schluckst oder würgst also die Hostie hinunter, um sie nicht etwa in den Kelch zu sabbern.

Oder du bleibst stehen, um angemessen, ehrfürchtig und im Gebet das eucharistische Brot kommunizieren zu können; währenddessen rempelt dich aber schon der Hintermann an, der nächste schlägt einen Bogen um dich – dir den Ellenbogen sonstwohin rammend –, um an dir vorbei nach dem Kelch zu greifen. Da wird eine würdige Kommunion schwer. Darum ist hier gewiß die Kommunion beider Gestalten zugleich, wie etwa mit dem Löffelchen der Byzantiner, vorzuziehen.

So, das soll genügen. Des Kolumbus berühmtes Ei habe ich auch nicht zur Hand. Aber vielleicht fällt euch zu meinen Überlegungen etwas ein?
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales » Sonntag 6. Februar 2005, 10:56

Aber vielleicht fällt euch zu meinen Überlegungen etwas ein?
Es ist völlig durchaus ohne Probleme möglich eine Kommunion unter beiderlei Gestalt auch bei größeren Mengen von Gottesdienstbesuchern durchzuführen.
Es setzt aber -was dem zeitgenössischen Katholiken aber zu fehlen scheint- Zeit voraus.
Wir Katholiken sind die Könige des Minimalismus und des schnellen abfertigens ... :mrgreen:
Stellt oder kniet man sich kreisförmig um den Altar und wird dieser Gruppe erst die Hostie, dann der Wein gereicht, dann sabbert auch keiner was rein. In der Zwischenzeit hat man auch die Möglichkeit Gebete zu sprechen (ohne Hektik).
In der SELK ist nach der Austeilung jeweils vom Pfarrer gesprochen worden: "Der Leib/Blut Christi stärke und bewahre euch zum ewigen Leben", worauf alle mit Amen antworteten.
Das fand ich immer sehr schön.
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Beitrag von Stefan » Sonntag 6. Februar 2005, 11:29

FranzSales hat geschrieben:In der SELK ist nach der Austeilung jeweils vom Pfarrer gesprochen worden: "Der Leib/Blut Christi stärke und bewahre euch zum ewigen Leben", worauf alle mit Amen antworteten.
Das fand ich immer sehr schön.
Das ist nicht nur in der SELK so, sondern - soweit ich es beurteilen kann - in den meisten ev. Gottesdiensten so, in denen das Abendmahl ausgeteilt wird. Ich stimme Dir aber zu: Die Zeit, die man sich dort nimmt, die Ruhe, mit der es von statten geht ist für Katholiken in der Regel ungewohnt und auch beeindruckend.
(Alleine das Zuschauen ist schon eine Freude ;) )

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Samuel
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Beitrag von Samuel » Sonntag 6. Februar 2005, 12:47

Robert, du erstaunst mich immer wieder. Weisst du das alles auswendig, oder hast du sehr gute Nachschlagewerke?

Kommunion unter beiderlei Gestalten kenne ich nur so, dass man zuerst die Hostie empfängt und sich dann (sofern man möchte) in eine weitere Schlange einreiht, um den Kelch zu empfangen: keinerlei Hektik, aber ein größerer zeitlicher und logistischer Aufwand.

Zur Mundkommunion mal etwas aus Spender-Sicht:
Mir gelingt es nicht immer, die Berührung mit Mund/Zunge zu vermeiden. Mir selbst macht das nichts aus, aber die Nachfolgenden tun mir leid. Oblatenhostien sind in dieser Hinsicht praktischer als Brothostien.
Bei Gottesdiensten mit Firmbewerbern wünsche ich mir manchmal, wir hätten generell Mundkommunion. Ich habe es mir inzwischen angewöhnt zu warten, bis der Empfänger kommuniziert hat, bevor ich dem nächsten die Hostie reiche.
Insgesamt bin ich mit der jetzigen Praxis zufrieden, nach der jeder selbst entscheiden kann, wie er kommunizieren möchte.

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 6. Februar 2005, 14:33

Samuel hat geschrieben:»Weißt du das alles auswendig, oder hast du sehr gute Nachschlagewerke?«
(Grundgerüst im Kopf, viele Bücher für die Einzelheiten. Dazu eigene Notizen. So ungefähr.)
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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von Raphael » Sonntag 6. Februar 2005, 19:46

@ Alexianer
Alexianer hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:@ Alexianer
Alexianer hat geschrieben:Betreffender Kleriker ist in einem d e u t s c h e n Bistum inkarniert. :hmm:
Also das ist bestimmt ein schönes Gefühl für den Prälaten, in einem Bistum inkarniert zu sein, wenn ich Priester wäre, wäre es mir jedoch bedeutend lieber, in einem Bistum inkardiniert zu sein. :P

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Ich danke dem Bruder im Herrn, dass er meinen Rechtschreibfehler berichtigt hat. :jump:
Schaue er mal nach meinem vorherigen Posting...
Nun, ich dachte mir, daß wir uns angesichts Deiner Signatur vom alten Kirchenvater Augustinus wenigstens in der Rechtschreibung einig sein sollten! ;)

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Re: Dammbruch: Der Polnische Primas führt die Handkommunion

Beitrag von ottaviani » Montag 7. Februar 2005, 07:25

Ulrich hat geschrieben:
Alexianer hat geschrieben: Ich verstehe die Aufregung nicht. Als könnte man (frau) in Polen nicht mittels Handkommunion den Laib des Herrn empfangen. Ich fahre nun schon jahrzehntelang nach "Jasna Gora" ( Czenstochowa ); nie hatte ich Schwierigkeiten die Handkommunion zu empfangen. Mit einer Ausnahme: Letztes Jahr zelebrierte ein bayerischer Prälat eine Messe dort im tridentinischen Ritus. Er verweigerte mir die Handkommunion. Es kam dann zu einem Eklat, selbst die Paulinermönche verurteilten das Verhalten des betreffenden Prälaten.
Ich sehe das nicht als Verweigerung.

Vielleicht war es ein Versäumnis vor der Messe daraufhinzuweisen, dass dieser Geistliche aus guten Gründen, für mich nachvollziehbar, nur Mundkommunion austeilt. Auch das gilt es zu respektieren.
nicht wenn er in einem ritus zellebriert wo es keine handkomunion gibt und das ist beim Ritus pius V ja der fall
im überigen kenne ich in der diözöse augsburg 3 priester die aus gewissensfründen die handkomunion verweiger hier in wien weiß ich von 4

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Linus
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Beitrag von Linus » Montag 7. Februar 2005, 15:37

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Samuel hat geschrieben:»Weißt du das alles auswendig, oder hast du sehr gute Nachschlagewerke?«
(Grundgerüst im Kopf, viele Bücher für die Einzelheiten. Dazu eigene Notizen. So ungefähr.)
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Wenn du dir alles merkst, tut dir dann nicht der Kopf weh?

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Beitrag von spectator » Dienstag 8. Februar 2005, 09:35

Robert Ketelhohn hat geschrieben:So, das soll genügen. Des Kolumbus berühmtes Ei habe ich auch nicht zur Hand. Aber vielleicht fällt euch zu meinen Überlegungen etwas ein?
Robert, trotz allem, was Du geschrieben hast, bis jetzt habe ich keine Formulierungen gefunden dafür, dass die Liturgie (der Ritus) allein die Mundkommunion einfach nur vorschreibt. Die Sorge um den Leib des Herrn und die Gefahr der Verunehrung allein, war die Ursache für die Einführung der Mundkommunion. Anordnungen im alten Ritus, die Kommunion mit dem Mund zu empfangen, resultierten eben aus dieser Sorge.
Was war jedoch die Ursache für die willkürliche Einführung der Handkommunion? Die Sorge um den Leib des Herrn? – Kein rationell denkender Mensch kann das glauben.


P.S.
Kritik an der Einführung der Handkommunion übte die „Liga polnischer Familien“ (LPR). Deren Europa-Abgeordneter Maciej Giertych ist überzeugt, dass durch diese Praxis der Respekt vor Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist, schwinde.
Zuletzt geändert von spectator am Dienstag 8. Februar 2005, 10:52, insgesamt 1-mal geändert.

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ottaviani
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Beitrag von ottaviani » Dienstag 8. Februar 2005, 10:51

ich denke es war die außer kontrolle geratene liturgische bewegung

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spectator
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Beitrag von spectator » Dienstag 8. Februar 2005, 10:54

ottaviani hat geschrieben:ich denke es war die außer kontrolle geratene liturgische bewegung
ottaviani, nennen wir das doch beim Namen: es war einfach die Frechheit und die Besserwisserei mancher Priester und vieler Laien.

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Ulrich
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Beitrag von Ulrich » Dienstag 8. Februar 2005, 10:55

ottaviani hat geschrieben:ich denke es war die außer kontrolle geratene liturgische bewegung
es ist ;)

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ottaviani
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Beitrag von ottaviani » Dienstag 8. Februar 2005, 10:57

jaja es geht immer weiter

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spectator
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Beitrag von spectator » Dienstag 8. Februar 2005, 11:04

Was sich derzeit in Polen abspielt, bezüglich der Handkommunion, ist das Gegenteil von dem, was vor 30-40 Jahren im Westen geschah. Damals wurde die Handkommunion von der Kirchenobrigkeit erlaubt, aufgrund der eh schon praktizierten Handkommunion. Heute wird sie in Polen von der Obrigkeit eingeführt, obwohl es keinen Anlass zu Besorgnis gibt, dass sich diese Form willkürlich durchsetzen könnte.

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz » Dienstag 8. Februar 2005, 11:25

WAs in Polen geschieht, dient meines erachtens dem Wohl der Kirche, was einerorts erlaubt ist kann nicht andererorts verboten sein. Man soll nicht mit uweierlei Maß messen.

Auserdem was ist so schlimm an der Handkommunion. Ich lese hier von "der Sorge um den Leib des Herrn". Aber berührt ihn nicht der Priester auch, ist der Priester als Gläubiger nicht ebenso schlecht oder gut wie die meisten Menschen. Wieso wird hier eigenltich nicht der Leib Christi beschmutzt? Macht ihn die Weihe zu einem Menschen erster Klasse? Und wie kann der Leib Christi beschmutzt werden, di größte Macht dieser Welt die Sünden zudeckt, und sogar in unser innerstes eindringt, wird von den Händen beschmutzt?
Die Einführung der Mundkomunion, war wohl ebenso ein politischer Akt wie die Einführung der Handkommunion (wenn man sie dort hinverschiebt), der Priester wurde immer mehr in den Mittelpunkt gerückt, nicht mehr Gott. Und das führte meines erachtens sogar zu einem "substantiellen" Verlust der Symbolik anstatt der Annahme Christis, bzw. das sich Christus in unsere Hände gibt, tritt das Spenden durch den Priester was eher die Symbolik einer "Zwangsbeglückung" in sich birgt. Und zur Eucharistie gehört meines erachtens auch unmißverständlich der Ausdruck des "Annehmens" und der freien entscheidung für Christus.

LG
Fiore

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