um Gottes Willen, was es für Deutungen gibt......Pilgerer hat geschrieben:Die Ehe lebt hauptsächlich von der tätigen Liebe des Mannes. Die Erwiderung dieser Liebe durch die Frau ist auch Liebe, aber anderer Art.
Der wahre Ehezweck
Re: Der wahre Ehezweck
Re: Der wahre Ehezweck
Hier sind so viele tolle Gedanken zur Ehe geschrieben worden ....
war allerdings meist alles aus der heutigen europäischen Liebes-Ehen-Schließung gedacht,
Was ist mit den meist "arrangierten" Ehen in Indien - selbstverständlich auch bei Katholiken?
Eltern suchen öffentlich in Zeitungsanzeigen Ehepartner für ihre Kinder unter Angabe der Ausbildung, des Berufes und des Gehaltes.....
Solch arrangierte Ehen sind doch weltweit sehr weit verbreitet - und waren es hier bei uns auch bis ins 19. Jahrhundert... von Liebe keine Spur ----- die mußte und sollte wachsen.
war allerdings meist alles aus der heutigen europäischen Liebes-Ehen-Schließung gedacht,
Was ist mit den meist "arrangierten" Ehen in Indien - selbstverständlich auch bei Katholiken?
Eltern suchen öffentlich in Zeitungsanzeigen Ehepartner für ihre Kinder unter Angabe der Ausbildung, des Berufes und des Gehaltes.....
Solch arrangierte Ehen sind doch weltweit sehr weit verbreitet - und waren es hier bei uns auch bis ins 19. Jahrhundert... von Liebe keine Spur ----- die mußte und sollte wachsen.
Re: Der wahre Ehezweck
Falls ich das richtig verstanden habe, geht es nach katholischer Lehre bei einer Eheschließung immer um einen freien und bewussten Akt beider Beteiligter. (@Tradis: War das schon immer so, oder ist das eine modernistische Neuerung?). Andernfalls ist die Ehe unabhängig vom kulturellen Umfeld ungültig. "Verliebtheit" ist allerdings dazu nicht unbedingt erforderlich.umusungu hat geschrieben:Was ist mit den meist "arrangierten" Ehen in Indien - selbstverständlich auch bei Katholiken?
Eltern suchen öffentlich in Zeitungsanzeigen Ehepartner für ihre Kinder unter Angabe der Ausbildung, des Berufes und des Gehaltes.....
Solch arrangierte Ehen sind doch weltweit sehr weit verbreitet - und waren es hier bei uns auch bis ins 19. Jahrhundert... von Liebe keine Spur ----- die mußte und sollte wachsen.
(Ein großer Teil meiner Jugend bestand aus einer Kette unglücklicher und unerwiderter Verliebtheiten.
Was die "Angabe der Ausbildung, des Berufes und des Gehaltes" angeht: Das ist es gerade nicht, was Indien von Mitteleuropa unterscheidet, denn ähnlich funktioniert es doch normalerweise auch hier, auch wenn es zunächst absurd klingen mag. Aber spätestens dann, wenn mich beispielsweise mal wieder die Fernsehwerbung ("ELITE, die Partnersuche für Akademiker und Singles mit Niveau") nervt, oder wenn eine andere Partnervermittlung damit wirbt, ihren Kunden aufgrund ihrer Persönlichkeitsprofile per Computerprogramm Partnervorschläge zu berechnen und zu unterbreiten ("Zeit sparen beim Testsieger"), wird es doch überdeutlich. Selbstverständlich geht es auch bei diesen manchmal snobistisch wirkenden Klassifizierungen noch lange nicht um Liebe, sondern erst einmal um eine Vorauswahl: Welche Sorte Mensch könnte wohl ungefähr zu mir passen?
Re: Der wahre Ehezweck
@ Tritonus
Das mit der Freiwilligkeit war schon immer so, auch wenn diese Willensbildung gewiss häufiger auf einem sich fügen fußte.
Im übrigen hast Du vollkommen recht. Partnerwahl ist gerade in Zeiten der Liebesheirat Selektion. Ich bin in einem Alter, indem ich beobachten kann, daß viele bekannte Pärchen, die sich seit Jahren (seit Beginn des Studiums oder sogar noch der Schulzeit) kennen, nach all den Jahren nicht heiraten sondern auseinandergehen. Warum? Weil sich die Selektionskriterien mit dem Erreichen einer neuen Lebensstellung bzw. vollständig geänderten Lebensbedingungen eben auch geändert haben.
Das mit der Freiwilligkeit war schon immer so, auch wenn diese Willensbildung gewiss häufiger auf einem sich fügen fußte.
Im übrigen hast Du vollkommen recht. Partnerwahl ist gerade in Zeiten der Liebesheirat Selektion. Ich bin in einem Alter, indem ich beobachten kann, daß viele bekannte Pärchen, die sich seit Jahren (seit Beginn des Studiums oder sogar noch der Schulzeit) kennen, nach all den Jahren nicht heiraten sondern auseinandergehen. Warum? Weil sich die Selektionskriterien mit dem Erreichen einer neuen Lebensstellung bzw. vollständig geänderten Lebensbedingungen eben auch geändert haben.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!
- martin v. tours
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Re: Der wahre Ehezweck
Wenn wir an arrangierte Ehen denken, hört sich das meist nach Zwang und ganz furchtbar an.umusungu hat geschrieben:Hier sind so viele tolle Gedanken zur Ehe geschrieben worden ....
war allerdings meist alles aus der heutigen europäischen Liebes-Ehen-Schließung gedacht,
Was ist mit den meist "arrangierten" Ehen in Indien - selbstverständlich auch bei Katholiken?
Eltern suchen öffentlich in Zeitungsanzeigen Ehepartner für ihre Kinder unter Angabe der Ausbildung, des Berufes und des Gehaltes.....
Solch arrangierte Ehen sind doch weltweit sehr weit verbreitet - und waren es hier bei uns auch bis ins 19. Jahrhundert... von Liebe keine Spur ----- die mußte und sollte wachsen.
Von indischen Freunden wurde mir das einmal so erklärt, das sie das ganz gut finden.
Es läuft so, das die Eltern sich überlegen wer wohl zum eigenen Nachwuchs passen könnte. (und, nein es geht nicht in erster Linie ums Geld!)
Dann wird dem eigenen Kind erklärt wen sich die Eltern vorstellen könnten (Foto gezeigt).
Wenn der/die Kandidat/in nicht sofort abgeleht wird und ein erstes kennenlernen in Erwägung gezogen wird, reden die Eltern mit den Eltern des potentiellen Ehepartners.
Gibt es dort auch Interesse kommt es zu ersten unverbindlichen Treffen, eventuell in Gesellschaft.
Stellen beide dann fest, das die Chemie nicht stimmt, verläuft das ganze im Sande, ohne das jemand sein Gesicht verliert.
Passt die Chemie, folgen weitere Treffen etc..
Unsere Freude (junge gebildete Inder) finden das gut, mit dem Hinweis, das Ihre Eltern auch mit der Erfahrung einer längeren Ehe, auch andere Aspekte beachten als ein junger testosteronverseuchter Spontanverliebter.
Nicht das ich eine arrangierte Ehe für mich gewollte hätte, aber das hörte sich für mich nicht nach Zwang und herzlosen Zweckehen an.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila
Nicolás Gómez Dávila
Re: Der wahre Ehezweck
Ich bin in Indien bei einer Trauung gewesen, bei der die Frau nicht den von der Familie ausgesuchten Mann sondern einen anderen geheiratet hatte .. von ihrer Familie war niemand zur Hochzeit erschienen.
Re: Der wahre Ehezweck
Für Phänomene ähnlicher Art muss man freilich nicht nach Indien fahren. Dass die Familie nicht kommt, weil der Partner ihrer Meinung nach nicht "passt", das gibt es schließlich überall...umusungu hat geschrieben:Ich bin in Indien bei einer Trauung gewesen, bei der die Frau nicht den von der Familie ausgesuchten Mann sondern einen anderen geheiratet hatte .. von ihrer Familie war niemand zur Hochzeit erschienen.
Re: Der wahre Ehezweck
Mein Urgroßvater hat zum Beispiel niemanden von seiner Familie bei der Trauung gesehen, weil es eine Mischehe war.Maurus hat geschrieben:Für Phänomene ähnlicher Art muss man freilich nicht nach Indien fahren. Dass die Familie nicht kommt, weil der Partner ihrer Meinung nach nicht "passt", das gibt es schließlich überall...umusungu hat geschrieben:Ich bin in Indien bei einer Trauung gewesen, bei der die Frau nicht den von der Familie ausgesuchten Mann sondern einen anderen geheiratet hatte .. von ihrer Familie war niemand zur Hochzeit erschienen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009
Re: Sodom & Co. III.
Welche Art von Aufweis würde Dir denn vorschweben?christian12 hat geschrieben:Genau. Man muss noch irgendwie zeigen, dass das Gut der Arterhaltung wertvoller ist, als das des Lusterlebens. Einfach auf göttliches Gebot zu verweisen ist doch (in diesem Fall) etwas billig, oder? Dass das Lusterleben ein göttliches Gebot ist, ließe sich zudem ja vielleicht auch irgendwie behaupten.Hubertus hat geschrieben:Du meinst, daß der Auftrag zur Arterhaltung göttliches Gebot ist, reiche als Begründung nicht aus?
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)
Re: Sodom & Co. III.
oder wie es ein mit mir befreundeter Priester einmal ausdrückte:umusungu hat geschrieben: ....
der jetzt gültige CIC beschreibt die Ehezwecke lebensnäher: gegenseitiges Wohl der Gatten und Zeugung und Erziehung von Kindern.
zum Wohl der Gatten gehört auch die sexuelle Befriedigung.
Der Zweck der Ehe ist es,sich gegenseitig der Heiligkeit näher zu bringen.
carpe diem - Nutze den Tag !
Re: Der wahre Ehezweck
Du schreibst ganz richtig "spätestens", denn davor betonte das schon Pius XI. in "Casti connubii". Und viel früher betonten bereits die "Dekretisten" z.B. Gratian, Rufin und Stephan v. Tournai, die Bedeutung des Ehesakraments im Hinblick auf die Verbindung Christi mit seiner Kirche. In dieser Hinsicht hat das Konzil tatsächlich nichts neues erfunden.taddeo hat geschrieben:Allerdings ist ebenso unübersehbar, daß sich das Eherecht fortentwickelt hat, und zwar weg von dieser rein funktionalistischen Sicht hin zu einer theologischen Dimension, in der auch die sakramentale Qualität eine immer größere Rolle spielt. Trient war da schon ein Meilenstein. Und es ist völlig folgerichtig und keineswegs der Natur der Ehe entgegengesetzt, daß spätestens durch das II. Vaticanum nun auch der Aspekt des Gattenwohls und der der zwischenmenschlichen Liebe als Abbild der Liebe Christi zur Kirche herausgestellt wurde.
Hier wäre zu fragen, ob es sich bei der Änderung in der Lehre von den Ehezwecken tatsächlich nur um eine "Akzentverschiebung" handelt. Ich bestreite das und behaupte, daß die Änderung gravierend ist. In diesem Zusammenhang sei auch an ein entsprechendes Dekret erinnert, das nicht lange vor dem Konzil vom Hl. Offizium hinsichtlich der Ehezwecke erlassen wurde:taddeo hat geschrieben:Gerade weil die Ehe nur auf Erden geschlossen wird, ist es legitim, in ihrem Verständnis und ihrer Ausgestaltung eine Akzentverschiebung vorzunehmen, solange die absolut unverzichtbaren, weil biblisch-theologisch begründeten Elemente (Einehe, Dauerhaftigkeit, Ehe nur zwischen Mann und Frau, prinzipielle Offenheit für Nachwuchs) gewahrt bleiben. Das hat die Kirche immer wieder gemacht, warum sollte sie es heute nicht mehr tun (dürfen)?
Hl. Offizium, Dekret vom 1. April 1944, DH 3838 hat geschrieben:Frage: Kann die Auffassung einiger neuerer (Autoren) zugelassen werden, die entweder leugnen, daß der vornehmliche Zweck der Ehe die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft ist, oder lehren, daß die zweitrangigen Zwecke dem erstrangigen Zweck nicht wesenhaft untergeordnet, sondern gleich vorrangig und unabhängig seien?
Antwort: Nein. (vom Papst am 30. März bestätigt)
Re: Sodom & Co. III.
Zunnächst müßtest Du einmal zeigen, daß "Lust" überhaupt ein Gut (und damit Ziel) ist. Davon aber abgesehen, findest Du zum Thema der Vorrangigkeit der Arterhaltung, etwas hier (1. Zitat).christian12 hat geschrieben:Genau. Man muss noch irgendwie zeigen, dass das Gut der Arterhaltung wertvoller ist, als das des Lusterlebens.
Nein, ein besseres Argument gibt es in der Theologie gar nicht.christian12 hat geschrieben:Einfach auf göttliches Gebot zu verweisen ist doch (in diesem Fall) etwas billig, oder?
Behaupten läßt sich freilich vieles, interessanter wird's dann beim Beweisen der Behauptung.christian12 hat geschrieben:Dass das Lusterleben ein göttliches Gebot ist, ließe sich zudem ja vielleicht auch irgendwie behaupten.
Re: Der wahre Ehezweck
Tja. Pech nur für das Hl. Offizium, daß nicht irgendwelche "neueren Autoren" diese Akzentverschiebung (mehr ist es m. E. nicht, da ja die Nachkommenschaft nach wie vor zumindest gleichrangig ist) vorgenommen haben, sondern ein ökumenisches Konzil. Und ich bleibe auch dabei: Wäre die Nachkommenschaft tatsächlich der erstrangige Zweck, dem alle anderen wesenhaft untergeordnet sein müssen, dann müßte es ein Ehehindernis der Unfruchtbarkeit geben. Denn dann bräuchten Ehen, deren Unfruchtbarkeit von vornherein feststeht, zumindest eine Dispens davon, daß in ihnen der Hauptzweck unerfüllbar ist und ein nachgeordneter Zweck (zB das Gattenwohl) an erste Stelle rückt.Gamaliel hat geschrieben:Hier wäre zu fragen, ob es sich bei der Änderung in der Lehre von den Ehezwecken tatsächlich nur um eine "Akzentverschiebung" handelt. Ich bestreite das und behaupte, daß die Änderung gravierend ist. In diesem Zusammenhang sei auch an ein entsprechendes Dekret erinnert, das nicht lange vor dem Konzil vom Hl. Offizium hinsichtlich der Ehezwecke erlassen wurde:
Hl. Offizium, Dekret vom 1. April 1944, DH 3838 hat geschrieben:Frage: Kann die Auffassung einiger neuerer (Autoren) zugelassen werden, die entweder leugnen, daß der vornehmliche Zweck der Ehe die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft ist, oder lehren, daß die zweitrangigen Zwecke dem erstrangigen Zweck nicht wesenhaft untergeordnet, sondern gleich vorrangig und unabhängig seien?
Antwort: Nein. (vom Papst am 30. März bestätigt)
Re: Sodom & Co. III.
Soso ...Pit hat geschrieben:Der Zweck der Ehe ist es,sich gegenseitig der Heiligkeit näher zu bringen.
Wahrscheinlich müßte man eher unter den Märtyrern suchen.
Re: Der wahre Ehezweck
@Taddeo
Warum glaubst Du eigentlich, daß alles und jedes, was dem Hauptzweck der Ehe abträglich sein könnte, ein Ehehindernis im Rechtssinn sein müsste. Das erschließt sich mir nicht. Meiner Ansicht nach, regelt das kanonische Recht nur Fälle höchster Evidenz. Hierunter müssen naturwissenschaftlich evidente Fälle gerade nicht fallen. Im übrigen habe ich mehr als einmal von Fällen gehört, in denen die Frau angeblich unfruchtbar sei, wo es dann aber doch zu Schwangerschaften kam. Auf eine derartige Ebene kann sich das kirchliche Recht gar nicht herablassen, ohne die notwendige Trennung wissenschaftlicher Disziplinen zu verletzen.
Daß die Kirche die Fähigkeit zum Beischlaf als notwendig erachtet, widerspricht dem auch nicht. Der Beischlaf ist nicht Zweck der Ehe sondern gehört zu ihrem Wesen. Hieraus leitet sich erst die Zwecke ab, primäre und sekundäre.
Warum glaubst Du eigentlich, daß alles und jedes, was dem Hauptzweck der Ehe abträglich sein könnte, ein Ehehindernis im Rechtssinn sein müsste. Das erschließt sich mir nicht. Meiner Ansicht nach, regelt das kanonische Recht nur Fälle höchster Evidenz. Hierunter müssen naturwissenschaftlich evidente Fälle gerade nicht fallen. Im übrigen habe ich mehr als einmal von Fällen gehört, in denen die Frau angeblich unfruchtbar sei, wo es dann aber doch zu Schwangerschaften kam. Auf eine derartige Ebene kann sich das kirchliche Recht gar nicht herablassen, ohne die notwendige Trennung wissenschaftlicher Disziplinen zu verletzen.
Daß die Kirche die Fähigkeit zum Beischlaf als notwendig erachtet, widerspricht dem auch nicht. Der Beischlaf ist nicht Zweck der Ehe sondern gehört zu ihrem Wesen. Hieraus leitet sich erst die Zwecke ab, primäre und sekundäre.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!
Re: Der wahre Ehezweck
Warum verweigert die Kirche eigentlich Querschnittgelähmten, die beischlafunfähig sind, die Ehe?ar26 hat geschrieben:Daß die Kirche die Fähigkeit zum Beischlaf als notwendig erachtet, widerspricht dem auch nicht. Der Beischlaf ist nicht Zweck der Ehe sondern gehört zu ihrem Wesen. Hieraus leitet sich erst die Zwecke ab, primäre und sekundäre.
Re: Der wahre Ehezweck
Ist das jetzt eigentlich ordentliches Lehramt gegen außerordentliches?taddeo hat geschrieben:Tja. Pech nur für das Hl. Offizium, daß nicht irgendwelche "neueren Autoren" diese Akzentverschiebung (mehr ist es m. E. nicht, da ja die Nachkommenschaft nach wie vor zumindest gleichrangig ist) vorgenommen haben, sondern ein ökumenisches Konzil.Gamaliel hat geschrieben:[...]
[...]
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009
Re: Der wahre Ehezweck
Ich würde sagen, ordentliches nach ordentlichem. Eine päpstlich abgesegnete Kongregationsentscheidung ist ordentliches Lehramt, und eine Konzilslehre genauso. Die hat schließlich auch der Papst unterschrieben und damit zusätzlich autorisiert.
Re: Der wahre Ehezweck
Wegen der Unauflöslichkeit?! Haste nicht aufgepaßt in Kirchenrecht?umusungu hat geschrieben:Warum verweigert die Kirche eigentlich Querschnittgelähmten, die beischlafunfähig sind, die Ehe?ar26 hat geschrieben:Daß die Kirche die Fähigkeit zum Beischlaf als notwendig erachtet, widerspricht dem auch nicht. Der Beischlaf ist nicht Zweck der Ehe sondern gehört zu ihrem Wesen. Hieraus leitet sich erst die Zwecke ab, primäre und sekundäre.
Die Ursache für die Beischlafunfähigkeit ist übrigens belanglos, ebenso, ob Mann oder Frau betroffen sind.
Re: Der wahre Ehezweck
Deine [gelöscht] Bemerkung kannst du bei Dir behalten.taddeo hat geschrieben:Wegen der Unauflöslichkeit?! Haste nicht aufgepaßt in Kirchenrecht?umusungu hat geschrieben:Warum verweigert die Kirche eigentlich Querschnittgelähmten, die beischlafunfähig sind, die Ehe?
Ich würde immer ein Paar trauen, bei dem ein oder beide Partner beschlafunfähig sind ... Das beiderseitige Wohl der Gatten wird akzeptiert .. und der Kinderwunsch wird nicht ausgeschlossen .....
darüber dürfen alle Kanonisten brüten ... interessiert mich nicht.
Re: Sodom & Co. III.
Kann mich dunkel erinnern,dass Johannes Paul II mal etliche Ehepaare en bloc selig gesprochen hat;war nicht auch das Ehepaar Molla darunter ? Und dann gibtś doch noch das Königspaar Heinrich ? und Kunigunde; undtaddeo hat geschrieben:Soso ...Pit hat geschrieben:Der Zweck der Ehe ist es,sich gegenseitig der Heiligkeit näher zu bringen.und jetzt sag mir mal, wieviele heiliggesprochene Eheleute es gibt, die wegen ihres Ehestandes kanonisiert wurden und nicht wegen anderer Dinge?
![]()
Wahrscheinlich müßte man eher unter den Märtyrern suchen.
nicht zu vergessen: Maria und Joseph !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
Re: Der wahre Ehezweck
Molla kenn ich nicht. Heinrich und Kunigunde (die ich sehr schätze, unsere Gegend hier von Regensburg bis Passau hat ihnen viel zu danken!) wurden heilig wegen ihrer angeblichen keuschen "Josephsehe"; Maria und Joseph - naja, die Geschichte kennst Du selber.
Aber ich suche bis heute nach einem heiligen Ehepaar, das für heilig erklärt wurde, NUR weil sie eine vorbildliche, aber "normale" Ehe geführt haben: mit Sex, mit Kindern, mit Gott und der Kirche. Von allen Wegen zur Heiligkeit scheint die Ehe der schwierigste zu sein - und ich kann mir auch denken, warum: wenn einer nicht mitspielt, funktioniert es nicht mehr. Und leider ist die "Chance", daß selbst unter frommen Eheleuten einer "zickt", ziemlich hoch.
Aber ich suche bis heute nach einem heiligen Ehepaar, das für heilig erklärt wurde, NUR weil sie eine vorbildliche, aber "normale" Ehe geführt haben: mit Sex, mit Kindern, mit Gott und der Kirche. Von allen Wegen zur Heiligkeit scheint die Ehe der schwierigste zu sein - und ich kann mir auch denken, warum: wenn einer nicht mitspielt, funktioniert es nicht mehr. Und leider ist die "Chance", daß selbst unter frommen Eheleuten einer "zickt", ziemlich hoch.
Re: Der wahre Ehezweck
Vor vielen Jahren hat der Verleger eines Buches über die Eltern der "Kronsteiner-Geschwister"* versucht, den damaligen Bischof von Linz zu bewegen, daran mitzuwirken, dass die Eheleute Kronsteiner heiliggesprochen werden. Hermann Kronsteiner, einer der Söhne der Kronsteiner-Familie, hat damals gemeinsam mit den Geschwistern das Buch "Eine Mutter und 11 Kinder" verfasst. Darin geht es, anders als der Titel vermuten lässt, auch um den Vater und um die Ehe. Die Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens war leider nicht durchsetzbar. Das Buch http://www.amazon.de/Eine-Mutter-Kinder ... 3853291767 ist auch heute noch sehr lesenswert und gibt einen guten Einblick, wie dieses Paar seine Ehe gelebt hat.taddeo hat geschrieben: Aber ich suche bis heute nach einem heiligen Ehepaar, das für heilig erklärt wurde, NUR weil sie eine vorbildliche, aber "normale" Ehe geführt haben: mit Sex, mit Kindern, mit Gott und der Kirche. Von allen Wegen zur Heiligkeit scheint die Ehe der schwierigste zu sein - und ich kann mir auch denken, warum: wenn einer nicht mitspielt, funktioniert es nicht mehr. Und leider ist die "Chance", daß selbst unter frommen Eheleuten einer "zickt", ziemlich hoch.
*zu den 11 Kronsteinergeschwistern gehörten u.a. die beiden in Österreich einst sehr bekannten Kirchenmusiker Josef und Hermann Kronsteiner
Re: Der wahre Ehezweck
Die erfüllende Ehe ist ein Akt der Demut und der vollkommenen
Hingabe zum Partner. Sie bedarf auch der teilweisen Selbstaufgabe
des einzelnen.
Wenn Kinder im Spiel sind sowieso.
Das grundlegende Fundament der Ehe bildet die Liebe zweier
Menschen zueinander. Bröckelt das Fundament fällt das Gebilde Ehe
in sich zusammen.
Vielleicht nicht formell. (Der Mensch hält ja so einiges aus.)
Aber die Fortführung einer Ehe ohne Liebe ist nur mit viel Willen zu tragen,
wohl aber kaum zu ertragen.
Das paradoxe ist ja, dass man Liebe nicht einfordern kann.
Man bekommt sie geschenkt.
Das macht die Liebe so unerklärlich....und so wunderbar.
Hingabe zum Partner. Sie bedarf auch der teilweisen Selbstaufgabe
des einzelnen.
Wenn Kinder im Spiel sind sowieso.
Das grundlegende Fundament der Ehe bildet die Liebe zweier
Menschen zueinander. Bröckelt das Fundament fällt das Gebilde Ehe
in sich zusammen.
Vielleicht nicht formell. (Der Mensch hält ja so einiges aus.)
Aber die Fortführung einer Ehe ohne Liebe ist nur mit viel Willen zu tragen,
wohl aber kaum zu ertragen.
Das paradoxe ist ja, dass man Liebe nicht einfordern kann.
Man bekommt sie geschenkt.
Das macht die Liebe so unerklärlich....und so wunderbar.
Hold Your Fire
Re: Der wahre Ehezweck
Rassisch oder konfessionell? (ich frage nach weil meine Tante in den 60ern einen Afrikaner ehelichte, das wurde damals von meinen Großeltern garnnicht goutiert wurde - sie hatten sogar ein Eheunfähigkeitstestat beim Standesamt durchgefochten)Protasius hat geschrieben:Mein Urgroßvater hat zum Beispiel niemanden von seiner Familie bei der Trauung gesehen, weil es eine Mischehe war.Maurus hat geschrieben:Für Phänomene ähnlicher Art muss man freilich nicht nach Indien fahren. Dass die Familie nicht kommt, weil der Partner ihrer Meinung nach nicht "passt", das gibt es schließlich überall...umusungu hat geschrieben:Ich bin in Indien bei einer Trauung gewesen, bei der die Frau nicht den von der Familie ausgesuchten Mann sondern einen anderen geheiratet hatte .. von ihrer Familie war niemand zur Hochzeit erschienen.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
Re: Der wahre Ehezweck
?Ich dachte bisher, der Beischlaf müsste potenziell von beiden Brautleuten möglich sein, damit eine Ehe geschlossen werden kann?taddeo hat geschrieben:Die Ursache für die Beischlafunfähigkeit ist übrigens belanglos, ebenso, ob Mann oder Frau betroffen sind.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
Re: Der wahre Ehezweck
Zélie und Louis Martin die Eltern der kleinen hl. Thérèse.taddeo hat geschrieben:Aber ich suche bis heute nach einem heiligen Ehepaar, das für heilig erklärt wurde, NUR weil sie eine vorbildliche, aber "normale" Ehe geführt haben: mit Sex, mit Kindern, mit Gott und der Kirche. Von allen Wegen zur Heiligkeit scheint die Ehe der schwierigste zu sein - und ich kann mir auch denken, warum: wenn einer nicht mitspielt, funktioniert es nicht mehr. Und leider ist die "Chance", daß selbst unter frommen Eheleuten einer "zickt", ziemlich hoch.
und Molla konnte mW noch nicht heilig gesprochen werden, weil er bisher noch lebte (bis 2010)
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
Re: Der wahre Ehezweck
Nun, die Kirche beurteilt das offensichtlich anders. So hält, um nur ein Beispiel zu bringen, der alte Kodex nicht nur an der Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft als primärem Ehezweck fest, sondern auch an der Gültigkeit und Erlaubtheit der Eheschließung von Unfruchtbaren (ohne jegliches Dispenserfordernis):taddeo hat geschrieben:Und ich bleibe auch dabei: Wäre die Nachkommenschaft tatsächlich der erstrangige Zweck, dem alle anderen wesenhaft untergeordnet sein müssen, dann müßte es ein Ehehindernis der Unfruchtbarkeit geben. Denn dann bräuchten Ehen, deren Unfruchtbarkeit von vornherein feststeht, zumindest eine Dispens davon, daß in ihnen der Hauptzweck unerfüllbar ist und ein nachgeordneter Zweck (zB das Gattenwohl) an erste Stelle rückt.
(Das Gleiche steht auch im neuen Kodex, c. 1084 §3.)c. 1068 §3 CIC/1917 hat geschrieben:Sterilitas matrimonium nec dirimit nec impedit.
Da das hier nicht Threadthema ist, sei nur am Rande angemerkt, daß man es sich nicht so leicht machen kann. Einmal abgesehen von der allgemeinen Frage nach der lehramtliche Autorität des Pastoralkonzils (und hier konkret des betreffenden Abschnitts in der Pastoralkonstitution), geht es ja hier nicht nur um irgendeinen "Wisch" eines Dikasteriums. Die Entscheidung des Hl. Offiziums gibt nur wieder, was beständige (wenn auch nicht als unfehlbar deklarierte) Lehre der Kirche war. (Die Dogmatik von Ott bezeichnet diese Lehre sogar als sententia certa.) Wenn daher ein Konzil die bisherige Lehre der Kirche abändern möchte, dann braucht es dafür gewichtige theologische Gründe. Ich kenne diese nicht. (Was ich kenne sind personalistische Floskeln von Zeitgeisttheologen.)taddeo hat geschrieben:Tja. Pech nur für das Hl. Offizium, daß nicht irgendwelche "neueren Autoren" diese Akzentverschiebung (mehr ist es m. E. nicht, da ja die Nachkommenschaft nach wie vor zumindest gleichrangig ist) vorgenommen haben, sondern ein ökumenisches Konzil.
Re: Der wahre Ehezweck
Wen Du trauen würdest, ist ganz unerheblich. Die Kirche traut solche Personen nicht; das Sakrament kommt nicht zustande, die Gnade und der Segen Gottes fehlen:umusungu hat geschrieben:Ich würde immer ein Paar trauen, bei dem ein oder beide Partner beschlafunfähig sind ... Das beiderseitige Wohl der Gatten wird akzeptiert .. und der Kinderwunsch wird nicht ausgeschlossen .....
darüber dürfen alle Kanonisten brüten ... interessiert mich nicht.
c. 1084 §1 hat geschrieben:Die der Ehe vorausgehende und dauernde Unfähigkeit zum Beischlaf, sei sie auf seiten des Mannes oder der Frau, sei sie absolut oder relativ, macht die Ehe aus ihrem Wesen heraus ungültig.
Re: Der wahre Ehezweck
Konfessionell. Mein Urgroßvater muß irgendwann in den 20ern geheiratet haben, da gab es m.W. kaum Schwarze in Deutschland.Linus hat geschrieben:Rassisch oder konfessionell? (ich frage nach weil meine Tante in den 60ern einen Afrikaner ehelichte, das wurde damals von meinen Großeltern garnnicht goutiert wurde - sie hatten sogar ein Eheunfähigkeitstestat beim Standesamt durchgefochten)Protasius hat geschrieben:Mein Urgroßvater hat zum Beispiel niemanden von seiner Familie bei der Trauung gesehen, weil es eine Mischehe war.Maurus hat geschrieben:Für Phänomene ähnlicher Art muss man freilich nicht nach Indien fahren. Dass die Familie nicht kommt, weil der Partner ihrer Meinung nach nicht "passt", das gibt es schließlich überall...umusungu hat geschrieben:Ich bin in Indien bei einer Trauung gewesen, bei der die Frau nicht den von der Familie ausgesuchten Mann sondern einen anderen geheiratet hatte .. von ihrer Familie war niemand zur Hochzeit erschienen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009
Re: Der wahre Ehezweck
taddeo hat geschrieben:Von allen Wegen zur Heiligkeit scheint die Ehe der schwierigste zu sein
1 Kor 7,8 & 7,32-35.38 hat geschrieben:Den Unverheirateten und den Witwen sage ich aber: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich.
[...]
Ich möchte, daß ihr sorgenfrei seid. Der Unverheiratete ist um die Sache des Herrn besorgt, wie er dem Herrn gefalle. Der Verheiratete aber ist um weltliche Dinge besorgt, wie er der Frau gefalle. So ist er gespalten. Die unverheiratete Frau und die Jungfrau ist um die Sache des Herrn besorgt, sie will an Leib und Seele heilig sein. Die Verheiratete dagegen ist um weltliche Dinge besorgt, wie sie dem Mann gefalle. Das sage ich zu eurem Besten, nicht um euch eine Schlinge umzuwerfen, sondern weil ich auf untadeliges Verhalten und ungestörte Hingabe an den Herrn bedacht bin.
[...]
Wer also seine Jungfrau verheiratet, handelt gut; wer sie nicht verheiratet, handelt besser.
- christian12
- Beiträge: 596
- Registriert: Freitag 13. Januar 2012, 17:44
Re: Sodom & Co. III.
Ein argumentativer zumindest. Mir fällt da aber auch nichts wirklich stichhaltiges ein. Deswegen frage ich.Hubertus hat geschrieben:Welche Art von Aufweis würde Dir denn vorschweben?christian12 hat geschrieben:Genau. Man muss noch irgendwie zeigen, dass das Gut der Arterhaltung wertvoller ist, als das des Lusterlebens. Einfach auf göttliches Gebot zu verweisen ist doch (in diesem Fall) etwas billig, oder? Dass das Lusterleben ein göttliches Gebot ist, ließe sich zudem ja vielleicht auch irgendwie behaupten.Hubertus hat geschrieben:Du meinst, daß der Auftrag zur Arterhaltung göttliches Gebot ist, reiche als Begründung nicht aus?