Die meisten Geschäfte akzeptieren ja keine Devisen und als Münzgeld schon gar nicht.
Dann hat man das Zeug doch wieder irgendwo rumliegen.
*such*kram*heureka*


Torsten hat geschrieben:Caviteño hat geschrieben:Ein sehr kritischer Kommentar von Michael Mross:
http://www.mmnews.de/index.php/wirtscha ... hn-euro-eu
Es geht Schäuble wohl nicht schnell genug mit der Übertragung des deutschen Vermögens in die Peripherieländer.Es wird ein Rettungsschirm für die Gläubiger dieser Staaten gespannt werden. Mit den gleichen Folgen wie in Griechenland.„Es soll ein ‚Rettungsschirm‘ für Staaten wie Bulgarien oder Rumänien gespannt werden“, kritisierte der bekannte ESM-Kritiker und CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch gegenüber der WirtschaftsWoche.
presseurop hat geschrieben:Verschärfung der Kreditvergabe im Osten 24. November 211
[...] denn die österreichischen Banken haben "nach Jahren des Goldrauschs" knapp 3 Milliarden Euro – mehr als das BIP des Landes – in Mittel- und Osteuropa investiert, doch zwischen sechs und 4 Prozent davon sollen "faule" Kredite sein.
Mit Video. Jörg Asmussen im Interview mit Harald Schuhmann:"Warum werden die Gläubiger freigekauft, Herr Amussen?"tagesspiegel hat geschrieben:Wem nützt die Bankenrettung?
von Atila Altun
Mit dreistelligen Milliardensummen stützen Europas Regierungen insolvente Banken, während deren Gläubiger gegen die Marktregeln von jeder Haftung freigestellt werden. [...]
Schuhmann: Zum Beispiel jetzt der spanische Fall Bancia, nach dem aktuellen Stand sollen sie jetzt nochmal 23,5 Milliarden Euro erhalten. Gleichzeitig entnehme ich der Bilanz der Bank, die im Mai veröffentlicht wurde, dass sie 27 Milliarden vorrangiger, ungesicherter Schulden ausstehen hat. Da könnte man doch einfach jetzt mal so einen Bail-in machen, in diesem einen Fall.
Asmussen: Also, ich will das nicht uneingeschränkt verteidigen was da stattfindet. Ich wäre aber immer sehr vorsichtig, diese 27 Milliarden haben bestehende Verträge. Was sie im Grunde genommen vorschlagen, ist, dass sie die nachträglich einseitig ändern.
Schuhmann: Ja, aber die haben schlecht investiert. Wenn die Bank, also angenommen man lässt die Bank einfach so insolvent gehen, ohne staatliche Hilfe, dann wäre das ganze Geld weg.
Asmussen: Ja, das ist sicher richtig. Deswegen glaube ich auch, es ist vernünftig, dass man diese Bail-in Instrumente in Zukunft hat. Aber mit einer Übergangsfrist 2014 bis 2018, damit eben auch Marktteilnehmer an diese Instrumente sich gewöhnen können.
Aber Hilfe ääh "Rettung" naht dochJuergen hat geschrieben:Das nächste Land ? !http://www.tagesschau.de/ausland/bulgarien196.html
Nach massiven Protesten
Krise in Bulgarien - Regierung gibt auf
Schwere Krise im EU-Land Bulgarien: Unter dem Druck gewalttätiger Proteste gegen die Sparpolitik trat die Regierung zurück. Man könne nichts mehr tun, um die Forderungen der Demonstranten zu erfüllen, sagte Premier Borissow. Die Opposition wirft ihm vor, vor der Verantwortung "zu desertieren"…
http://www.wiwo.de/politik/europa/eu-pl ... 49282.htmlEin seit Jahren bestehendes Hilfsprogramm soll zu einer kleinen Kopie des Euro-Rettungsschirms ausgebaut werden. Für Willsch ein weiterer Sündenfall: „Es soll ein ‚Rettungsschirm‘ für Staaten wie Bulgarien oder Rumänien gespannt werden“, schimpft er.
(...)
Das Merkwürdige: Der ESM wurde der Bevölkerung immer als „alternativlos“ verkauft, weil sich nur so die gemeinsame Währung und der Zusammenhalt der Euro-Zone sichern ließen – schließlich hätten die Mitgliedstaaten ja nicht mehr die Währung als Ausgleichsmechanismus, um einen Rückstand bei der Wettbewerbsfähigkeit durch Abwertung auszugleichen. Nun aber wird für jene Länder, die nicht an die Einheitswährung gekettet sind und sich also durch einen anderen Wechselkurs durchaus selbst aus dem Schlamassel befreien könnten, das bisherige Beistandssystem zum kleinen Bruder des ESM hochgerüstet.
(...)
Lettland peilt dies zum Jahreswechsel an, auch Polen strebt einen baldigen Beitritt an. Europarechtler Beck sieht den ausgebauten Beistandspakt denn auch vor allem als Lockmittel, sich möglichst bald der Gemeinschaftswährung anzuschließen: „Das sieht alles so aus, als wolle man die Staaten, die den Euro noch nicht eingeführt haben, anfüttern und die Neigung zur Gemeinschaftswährung stärken: Jetzt gibt es diesen kleinen Topf – aber wenn ihr später richtig dabei seid, kommt ihr noch an ganz andere Töpfe heran.“
Für die Gläubiger, unter denen zuletzt sicher auch deutsche Banken, Renten- und Lebensversicherer zu finden sind.Caviteño hat geschrieben:und Deutschland zahlt.....
Genau - und deswegen wäre es besser, die ausl. Institute in die Pleite zu schicken, sofern die eigene Regierung sie nicht "retten" will/kann und die deutsche Regierung wird nur deutsche Sparer usw. sozial verträglich(d.h. bis zu gewissen Höchstgrenzen!!) entschädigen. Erstens ist eine solche Lösung preiswerter, zweitens würden die Banken lernen, daß sie eben nicht "systemisch" sind und pleite gehen können und drittens würde sich jeder Aktionär ein entsprechendes Investment genau überlegen.Torsten hat geschrieben:Für die Gläubiger, unter denen zuletzt sicher auch deutsche Banken, Renten- und Lebensversicherer zu finden sind.Caviteño hat geschrieben:und Deutschland zahlt.....
"Weil die Marktteilnehmer Zeit brauchen, sich an dieses Instrument zu gewöhnen. Und es Politik der EZB ist, die Finanzmarktstabilität zu gewährleisten. Und weil man keine Ahnung hat, rund um den Globus, welche Folgen es für die Refinanzierung der Banken in Europa hätte, in dieser Größenordnung an die Anleihegläubiger heranzutreten."(Jörg Asmussen)Caviteño hat geschrieben:Das vorgeschlagene Verfahren hat in Island funktioniert - warum sollte es hier nicht auch funktionieren?!
Und wofür wurden sie gegeben? Für Marktanteile im Kreditgeschäft.pesterlloyd hat geschrieben:Bis zu 170.000 Ungarn von Zwangsräumung bedroht: Demo in Budapest 18.02.2013
[...] Rund 900.000 ungarische Haushalte haben Fremdwährungskredite laufen, meist auf Schweizer Franken notiert, sie fielen auf die Verlockung niedriger Zinsen herein, das Kursschwankungsrisiko wurde ausgeblendet oder bewußt verschwiegen. In- wie ausländische Kreditinstitute lieferten sich in den rund acht Jahren vor der Lehman-Krise eine Schlacht um Marktanteile, praktisch jedes Konsumgut bis hin zur Pauschalreise oder der Wohnzimmercouch war zu vermeintlich billigen Franken-Darlehen zu haben. Auch Häuser und Wohnungen, rund 450.000 betrifft das heute noch. Wohneigentum ist in Ungarn - im Unterschied zu vielen anderen europäischen Ländern - keine Luxusanlage, sondern häufig die einzige verlässliche Altersabsicherung und eine schlichte Notwendigkeit.
pesterlloyd hat geschrieben:Sonderbehandlung 09.12.2011
Erste Bank[eine österr. Bank - Anm.] in Ungarn kündigt 450 Mitarbeiter und schließt weitere 43 Filialen
[...]
Die Erste Bank, die in Ungarn tief im Sumpf der Fremdwährungskredite steckt und zusätzlich durch staatliche Maßnahmen gebeutelt wird, hat ein klares Bekenntnis zur Region abgelegt, Ungarn aber die Rute ins Fenster gestellt. Wegen unbotmäßigen Verhaltens der Politik, wird das Ungarngeschäft zurückgefahren. Dabei bleibt der Bank eigentlich nichts anderes übrig als hart an der Erholung der Kunden mitzuarbeiten, will sie überhaupt irgendwann an "ihr" Geld kommen.
[...]
Man kann von Orbáns Politik und Weitsicht halten was man will, Fakt ist, dass die Banken aus reiner Gier und Angst vor Verdrängung durch Konkurrenten mit ihren Frankenkrediten jahrelang bestens verdient haben und ganze Landstriche in Schulden verführten. Bonität oder ein wertschöpfender Kreditzweck waren längst keine Kriterien mehr, es ging nur um Marktanteile und so wurde am Ende für jede Urlaubsreise und Waschmaschine ein Frankenkredit bereitgestellt, für Leute, bei deren Einkommen man in Wiener Filialen eher den Sicherheitsdienst als den Kreditberater holt. Dabei hat die Bank jahrelang kräftig verdient und die Gewinne zum Ausbau der Marktstellung benutzt, aber auch fleißig nach Wien transferiert.
Brainstorming (für mich, wer will kann es lesen):pesterlloyd hat geschrieben:Plünderung als Gesellschaftsmodell 11.04.2012
Was steckte wirklich hinter der Forex-Kreditablöse in Ungarn?
[...]
Um den letzten Jahreswechsel bestand per gesetzlichem Erlass die Möglichkeit, in Fremdwährung aufgenommene Hypothekenkredite zu einem vom Staat festgelegten Wechselkurs auf einen Schlag zurückzuzahlen. Weitergeführt wird heute eine Möglichkeit des Umtausches solcher Kredite in Forint, einschließlich eines teilweise Schuldnachlasses, vorausgesetzt die Immobilie wird selbst genutzt und ist nicht allzu teuer und zu groß.
[...]
In einer aktuellen Analyse stellt der Währungsfonds fest, dass nur rund 15% aller Hypothekenschuldner die Möglichkeit hatten, genügend Geld aufzutreiben, um die Rückzahlung auf einen Schlag zu stämmen (einheimische Zahlen sprechen von rund 20%). Der IWF vermerkt "nur gut situierte Haushalte waren in der Lage ausstehende Hypotheken auf einen Schlag abzulösen".
[...]
Was der IWF wieder übersieht, ist, dass sogar von den 15%, die die Ablöse durchführten, nur der geringste Teil so wohlhabend war, um aus eigenen Mitteln den Kredit zurückzuzahlen. Die meisten haben einen neuen Forintkredit dafür aufgenommen, der ihr Zahlungsleiden nicht verringert, nur vorhersagbarer macht.
[...]
Zusammengefasst: die Forexablöse wurde als "Sozialmaßnahme im nationalen Interesse" verkauft, war aber faktisch nichts anderes als eine Umverteilung von Unten nach Oben sowie von "Links" nach Rechts, bzw. von International nach "National". Dieses Szenario passt sowohl in die ständische wie nationalistische Gesamtplanung des "neuen Ungarn" als auch in das Denk- und Handlungsmuster der neuen "parteinahen" Eliten und Geschäftspartner, die sich, gesetzlich oder informell protektioniert, regelrecht "familienartig", in vielen Schlüsselposition ausbreiten und damit eine der beständigsten, wenn auch schädlichsten Traditionen des alten wie des neuen Ungarns fortsetzen: die systematische Ausplünderung der Bürger.
Stimmt...zum Beispiel auf Kosten von Krankenhäusern und Kleinkindern: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/m ... n-1.821228Caviteño hat geschrieben: Stimmt - Linde ist gesund, (...)
Daraus:Maurus hat geschrieben:
Stimmt...zum Beispiel auf Kosten von Krankenhäusern und Kleinkindern: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/m ... n-1.821228
und besonders merkwürdig:Vom Bundeskartellamt hat Linde indes Unterstützung bekommen. Im März 22 begann das Amt, den angeblichen Machtmissbrauch zu untersuchen. Das Fazit nach zweijähriger Recherche: "Man kann auch eine marktbeherrschende Firma nicht dazu zwingen, ein Produkt unterhalb der eigenen Kosten anzubieten", so eine Sprecherin.
Die Prüfer seien zu dem Schluss gekommen, dass Linde Kosten habe, die den Umsatz um ein Mehrfaches überstiegen. Die Sprecherin räumt ein: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir das Verfahren wieder aufgreifen, wenn neue Informationen vorliegen."
Also Umsatz pro Klinik von knappen 15. €In Deutschland brachte der Verkauf von Inomax etwa eine Million Euro Erlöse im vergangenen Jahr.
7 Kliniken beliefert der Gashersteller in Deutschland.
Offensichtlich gibt es also doch Ausweichmöglichkeiten - dafür spricht auch der geringe durchschnittliche Umsatz je Klinik. ME wird hier wieder auf der Empörungswelle geritten - Pharmaunternehmen gehören ja auch zu den "Bösen"."Vorher haben wir für das industriell hergestellte Stickstoffmonoxid etwa 18 Euro pro Jahr bezahlt", sagt Joachim Halter-Lundbeck, Einkaufsleiter für medizinische Gase an der Universitätsklinik Heidelberg.
Die Kosten für die gleiche Menge Inomax lägen bei 6. Euro, sagt Halter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Linde_AktiengesellschaftNachdem sich öffentlicher Druck bezüglich der Vermarktungspraxis des Linde-Konzerns bei seinem Produkt INOmax aufgebaut hatte, erklärte das Europäische Patentamt am 17. November 24 nach dem Einspruch von Air Products & Chemicals und Air Liquide das von Linde genutzte Patent zur Nutzung von Stickstoffmonoxid gegen Lungenfunktionsstörungen für unwirksam.
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/ ... y/2289464Mindestens zwei Gründe sind für die Verknappung verantwortlich. Zum einen kaufen viele Touristen aus europäischen Ländern vor allem in Zürich Medikamente. «Wir stellen fest, dass immer mehr Personen aus Griechenland, Spanien, Portugal, aber auch England in der Schweiz Medikamente kaufen», sagt Lorenz Schmid, Präsident des Zürcher Apothekerverbandes. Die Touristen kaufen ihre Medikamente in der Schweiz, weil die Pharmaunternehmen wegen Zahlungsproblemen die Lieferung in diese Länder stoppen. Einige Ausländer deckten sich für mehrere Tausend Franken mit Präparaten ein, sagen Apotheker, die anonym bleiben wollten.
Zum anderen verschärft sich der Medikamentenmangel weltweit. Einer der Treiber sei der Kostendruck. Spitäler und Pharmakonzerne reduzierten ihre Lagerkapazitäten. Ausserdem lohne sich bei einigen älteren Präparaten die Herstellung kaum mehr, erklärt Ueli Haudenschild vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung gegenüber der «SonntagsZeitung».
Der letzte Satz kann wieder als Teil der oben angesprochenen Verschleierungstaktik gesehen werden. "Die Spanier sind doch selbst schuld! Die haben schlecht gewirtschaftet und über ihre Verhältnisse gelebt!", stimmt der deutsche Michel seinem Finanzminister zu, während dieser den Michel in die Mitverantwortung nimmt, um diese Schuld zu begleichen, sprich den "(Gut-)Gläubigern" aus der Patsche zu helfen. Und verkauft wird das dem Michel mit den Sparmaßnahmen, welche die Bevölkerung der Krisenländer ertragen muss, und was er mit Genugtuung betrachtet, während er von seiner eigenen Regierung nur auf andere Art beraubt wird.tagesspiegel hat geschrieben:Staatsgeheimnis Bankenrettung
Harald Schuhmann
Rettet Deutschland wirklich Spanien, Irland und die anderen Krisenländer? Eine Recherchereise durch Europa offenbart: Die vielen Milliarden an Steuergeldern schützen vor allem wohlhabende Anleger vor Verlusten – meist sind es Deutsche. Die Regierungen und Zentralbanker wollen das am liebsten verschleiern.
[...]
Spanien exekutiert den Freikauf aller Fehlinvestoren zulasten seiner Steuerbürger
[...]
Mindestens 60 Milliarden Euro Staatsgeld sind dafür bereits geflossen. Aber das Volumen fauler Kredite steigt, und Analysten erwarten, dass am Ende auch der ESM-Kreditrahmen von 100 Milliarden nicht reichen wird. Der Abfluss der Milliarden ins Ausland für die Bedienung der Gläubiger zieht die spanische Wirtschaft jedoch immer tiefer in den Verfall – mit ausdrücklicher Billigung der anderen Euro-Staaten.
Nicht einer der Verantwortlichen will die Haftung der Investoren durchsetzen. Zuvor sind schließlich auch in Portugal und Griechenland die Gläubiger der dortigen Banken vorbehaltlos gerettet worden. Finanzminister Schäuble leugnet sogar, dass Investoren überhaupt Mitverantwortung tragen. Das Geld sei den Spaniern ja „nicht mit Waffengewalt aufgezwungen worden“, sagt er.
“The fear that the banking union turns into a transfer union politically is going to trump any political protection that national banks might have had,” Jacob Funk Kirkegaard, a senior fellow at the Peterson Institute for International Economics in Washington, said by telephone. “No one likes to bail out a bank, but everyone certainly hates bailing out a bank in another country.”
Kirkegaard said the rule changes, once implemented, will affect the capital available to banks and make it more expensive for them to issue debt, reducing their ability to lend. As a result, non-financial companies may step up corporate bond issuance as an alternative to bank loans.
Caviteño, wir sind jetzt im wievielten Jahr der Krise? Im fünften? Mit wievielen Milliarden haben sich die Staaten bereits verschuldet, mit dem Steuerzahler als "Sicherheit", um Finanzkonzerne und damit deren Eigner vor Verlusten zu bewahren? Und Garantien in welcher Höhe wurden zusätzlich noch ausgesprochen, während dem Staatshaushalt gleichzeitig eine "Schuldenbremse" verpasst wurde, um die Staatsschuldenkrise in den Griff zu bekommen, deren Zuspitzung ihre Ursache nochmal genau wo hat? Bei den Wohltaten für die, die für das Geld wirklich arbeiten bzw. arbeiten wollen, und nicht nur damit spekulieren, so sagt man. Eine recht forsche Sichtweise der Situation, wie sie denen entgegenkommt, denen die Volksvertreter ihr ihr Ohr gerne leihen.Caviteño hat geschrieben:Torsten, der Artikel läuft der aktuellen Entwicklungen hinterher.
(Quelle)Lafontaine schöpfte die einprägsamsten polemischen Bilder, nannte etwa Angela Merkel "die Kurtisane der Reichen Europas". Müller hatte für seine Meinung, der Euro sei "die falsche Währung für die meisten Staaten in Europa", eine Fülle von Beispielen parat und prophezeite am Ende gar Griechenland einen bevorstehenden "Staatsstreich von der rechten Seite". So viel Euro-Skepsis war in einer öffentlich-rechtlichen Talkshow versammelt.
Zypern bekommt ein "Hilfspaket" in Höhe von 10 Milliarden Euro und die Sparer werden zur Kasse gebeten. Und wohin fließt jetzt das ganze Geld, wer oder was wird damit bedient? Darüber schweigt sich der Artikel aus.Hubertus hat geschrieben:"Brüssel zieht neue Saiten auf - Sparer müssen Zypern mitretten"
"In die Sanierung des maroden Finanzsektors." Eine etwas dürftige Antwort. Interessant wäre doch, zu wissen, was an dem so systemrelevant ist, dass der deutsche Steuerzahler das Risiko des Zahlungsausfalls übernehmen muss. Was im Endeffekt nichts anderes heißt, als dass irgendjemand Geld bekommt, obwohl er sich verzockt hat. Und die einzige Erklärung dafür ist, dass dieser "jemand" der einzige ist, bei dem sich der Staat finanzieren kann, und er deshalb nicht verprellt werden darf. Was würde denn passieren, wenn dieser "jemand" - die "Kapitalmärkte" - in Zypern den vollen Verlust tragen müssten? Zypern bekäme kein Geld mehr, aber deshalb hört Zypern nicht auf, zu existieren. Irgendwie muss es weitergehen. Die Alternative würde alternativlos.handelsblatt hat geschrieben:Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Hilfspaket
Zypern erhält Hilfe aus dem Euro-Krisenfonds, um die drohende Staatspleite abzuwenden. Das Geld soll vor allem in die Sanierung des maroden Finanzsektors fließen, der durch seine Geschäfte in Griechenland ins Wanken geraten ist. [...] Zypern erhält keinen Zuschuss, sondern Kredite aus dem bestehen Krisenfonds ESM, die das Land zurückzahlen muss. Erst wenn Nikosia zahlungsunfähig würde und seine Kredite nicht mehr bedienen könnte, würden die deutschen Steuerzahler zur Kasse gebeten.
Bis hierhin stimme ich Dir zu. Das "weitergehen" würde bedeuten, daß Zypern seine Ausgaben den dann noch fließenden eigenen Einnahmen anpassen muß. Dann kann man sich von Steuersätze iHv 10%, die jetzt auf 12,5% erhöht werden, verabschieden. Auch andere Annehmlichkeiten ständen auf dem Prüfstand.Torsten hat geschrieben:"In die Sanierung des maroden Finanzsektors." Eine etwas dürftige Antwort. Interessant wäre doch, zu wissen, was an dem so systemrelevant ist, dass der deutsche Steuerzahler das Risiko des Zahlungsausfalls übernehmen muss. Was im Endeffekt nichts anderes heißt, als dass irgendjemand Geld bekommt, obwohl er sich verzockt hat. Und die einzige Erklärung dafür ist, dass dieser "jemand" der einzige ist, bei dem sich der Staat finanzieren kann, und er deshalb nicht verprellt werden darf. Was würde denn passieren, wenn dieser "jemand" - die "Kapitalmärkte" - in Zypern den vollen Verlust tragen müssten? Zypern bekäme kein Geld mehr, aber deshalb hört Zypern nicht auf, zu existieren. Irgendwie muss es weitergehen.handelsblatt hat geschrieben:Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Hilfspaket
Zypern erhält Hilfe aus dem Euro-Krisenfonds, um die drohende Staatspleite abzuwenden. Das Geld soll vor allem in die Sanierung des maroden Finanzsektors fließen, der durch seine Geschäfte in Griechenland ins Wanken geraten ist. [...] Zypern erhält keinen Zuschuss, sondern Kredite aus dem bestehen Krisenfonds ESM, die das Land zurückzahlen muss. Erst wenn Nikosia zahlungsunfähig würde und seine Kredite nicht mehr bedienen könnte, würden die deutschen Steuerzahler zur Kasse gebeten.
Wieso greift das Herkömmliche nicht mehr? Es gab in der Vergangenheit genügend Staatspleiten. Der Staat hört nicht auf zu existieren, er fängt wieder neu an, seine Finanzen zu ordnen und kann sich ggfs. nach einigen Jahr(zehnt)en wieder auf dem Kapitalmarkt verschulden.Torsten hat geschrieben: Die Alternative würde alternativlos.
Weil das Herkömmliche nicht mehr greift. Also müssen die Kapitalmärkte, im Verbund mit der Politik, dafür sorgen, dass es soweit nicht kommt. Weil dann auch die Kapitalmärkte ihre Existenzberechtigung verlören. Und diese Existenzberechtigung ist es letztlich, wofür derjenige zahlt, der am Ende noch Geld hat.
Dieser Schritt hat nun doch für Irritationen gesucht:Caviteño hat geschrieben:Bemerkenswert ist, daß die EU-weite Einlagegarantie von 100.000 € nicht greift, weil der eingezogene Betrag als "Solidaritätsabgabe" und damit eine Art Steuer kaschiert wird. Es wundert mich nur, wie man die gesetzlichen Grundlagen dafür in so kurzer Zeit schaffen will.
Für mich wieder ein Beweis, daß das gesamte Rechtssystem sich immer mehr in Richtung südlicher Leichtig- und Beliebigkeit entwickelt. Gesetzliche Vorschriften zählen nicht mehr, wenn es denn der Politik so paßt. Sie werden einfach ignoriert (s. bail-out-Verbot). Nachdem die Währung das Vertrauen verloren hat, ist als nächstes der Rechsstaat an der Reihe.
Europa auf dem Weg zur Bananenrepublik - wer hätte das gedacht.
Hamburger Abendblatt hat geschrieben:n Zypern werden jetzt die Menschen bestraft, die genau das getan haben, was den meisten Staaten und Regierungen in der Vergangenheit gleichgültig war. [...] [E]s besorgt sehr, dass ausgerechnet ein extrem freiheitliches System wie die Europäische Union allen Ernstes auf das Mittel der Zwangsenteignung zurückgreifen muss.
Die EU ein extrem freiheitliches System?Hubertus hat geschrieben:Hamburger Abendblatt hat geschrieben: [E]s besorgt sehr, dass ausgerechnet ein extrem freiheitliches System wie die Europäische Union allen Ernstes auf das Mittel der Zwangsenteignung zurückgreifen muss.
Ja. Man darf aber nicht vergessen, was sowohl bei den Glühbirnen als auch dem Fiskalpakt dahintersteckt: Konzerne, und vor allem Finanzkonzerne und ihre Interessen. Die mit der EU ein Werkzeug finden, um eine internationale, marktkonforme Demokratie zu schaffen, welche die notwendige Kontrolle ausübt, um ein extrem freiheitliches System für eben diese Konzerne und ihr Geschäftsgebaren zu garantieren. Und die extreme Freiheitlichkeit liegt darin, für Fehler keine Verantwortung übernehmen zu müssen, sondern alle dafür in Haftung nehmen zu können. Weil diese Konzerne nicht einfach nur systemrelevant sind, sie sind das System. Und dieses System wird solange exisiteren, wie es gelingt, mit Wohlstandsversprechen die Bevölkerungen über ihre ureigensten Lebensinteressen hinwegzutäuschen, selbst wenn sie ihnen genommen werden. Für die Illusion einer Konsumwelt, die keiner - kaum einer aufgeben will. Letztlich für die Rolle eines Ernährers, die in Konkurrenz mit allen anderen steht, ja selbst in Konkurrenz mit dem Vater im Himmel, die einen uneinholbaren Vorsprung in einem niemals endenden Wettbewerb ebenso kennt wie totale Niederlage, selbst schon vor der Geburt.Caviteño hat geschrieben:Die EU ein extrem freiheitliches System?Hubertus hat geschrieben:Hamburger Abendblatt hat geschrieben: [E]s besorgt sehr, dass ausgerechnet ein extrem freiheitliches System wie die Europäische Union allen Ernstes auf das Mittel der Zwangsenteignung zurückgreifen muss.![]()
Da lassen sich aber genügend Gegenbeispiele finden, von den Glühlampen bis zum Fiskalpakt, der souveränen Ländern die Haushaltsführung vorschreibt. Warum wird die EU wohl häufig mit "EUdSSR" bezeichnet...![]()
http://www.handelszeitung.ch/konjunktur ... zer-bankenAuf dieser Insel arbeiten im vergangenen Jahr 25 Buchhalter, 19 Anwälte, Angestellte von 142 Banken und allen vier grossen Wirtschaftsprüfern, aber kaum ein Ingenieur. Zypern fehlen die Fabriken. Das Geld aus Russland floss nicht in die heimische Industrie.
(Hervorhebung von mir)…Several officials suggested putting all of the burden on deposits over €1,. Berlin was agnostic about where the axe fell. But Cypriot officials, with the backing of the commission, felt anything over 1 per cent would appear so onerous that it would make the situation even worse.
“The Cypriot president did not want to agree to a levy higher than 1 per cent,” said one top negotiator. “People were joking that he has only rich friends.”
Once that limit was placed on the top rate, it became simple maths. Negotiators agreed to count €1.4bn in privatisation receipts and new income from an increased corporate tax – which would go from 1 to 12.5 per cent – towards the Cypriot contribution, bringing the total needed from the deposits to €5.8bn. With a top rate of 9.9 per cent, the lower rate fell in at 6.75 per cent
dpa hat geschrieben:Nach empörten Protesten von Kleinsparern nimmt die Regierung im finanziell angeschlagenen Zypern nun Bankeinlagen von unter 20.000 Euro von einer Zwangsabgabe aus.
Im Zuge der Rettung des Eurolandes soll aber auf Guthaben von 20.000 bis 100.000 Euro weiter eine einmalige Abgabe von 6,75 Prozent erhoben werden, wie aus einem neuen Gesetzentwurf hervorgeht, den die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag einsehen konnte. Bei Guthaben über 100.000 Euro sind es 9,9 Prozent.
........
Jesus sagte: "Gebt alles den Armen" - dann bekommt es der Staat nicht.lutherbeck hat geschrieben:Na denn Leute - holt lieber alles nach Hause - bevor es auch bei uns der Staat tut...
Man kann hier sehr schön sehen, daß die Regeln, die sich die EU selbst gegeben hat, keine Geltung mehr haben, sobald geopolitische Interessen auf dem Spiel stehen. Auch wenn sich die EU selbst vielleicht nicht so sieht, dient sie doch als Instrument für den Ausbau und die Sicherung der Hegemonie der USA. Bezahlen darf den Spaß der deutsche SteuerzahlerWarum? Weil es derzeit nur eine Nation gibt, die Zypern vor der Pleite zu retten bereit ist - wenn dies die EU nicht tut -, und das ist Russland. Der Preis dafür: Moskau würde die Insel zu einem Vasallen machen. Russisches Geld läge auf den Banken, Gazprom würde die reichen Gasquellen vor Zyperns Küste kontrollieren, Russlands Militär könnte einen Stützpunkt auf der Insel bekommen - als Ausgleich, sollte der Marinehafen in Syrien verloren gehen.
Stimmt. Das hier ist bestimmt eine franziskanische Lösung. Wie wäre es, wenn die Kirche im deutschsprachigen Gebiet unterstützt?umusungu hat geschrieben:nur die Hände aufhalten geht nicht ......................
Das wäre doch mal eine Geste der Bescheidenheit und Demut.Die zyprische Kirche bietet dem Staat zur Überwindung der Krise ihr gesamtes Geld an. Das sagte Erzbischof Chrysostomos.
„Die Kirche und die Klöster werden für die Rettung des Landes alles zur Verfügung stellen“, erklärte der zyprische Erzbischof Chrysostomos nach einem Treffen mit Zyperns Staatspräsidenten Nikos Anastasiades am Mittwoch.
Zyperns Parlament hatte am Dienstagabend die geplante Zwangsabgabe auf Bankguthaben abgelehnt. Die politische Führung in Nikosia sucht fieberhaft nach einem Ausweg aus der drohenden Staatspleite.