Anerkennung von Taufen

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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Marcus
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Anerkennung von Taufen

Beitrag von Marcus » Sonntag 30. Dezember 2007, 20:50

Mal eine Frage an die Experten:

Erst in diesem Jahr haben sich ja nun einige christliche Glaubensgemeinschaften den Ruck geben können, die gegenseitige Anerkennung ihrer Taufen auch schriftlich zu manifestieren. Festgehalten wurde dabei allerdings, dass eine Taufe durch Eintauchen oder Übergießen zu erfolgen habe.

Soweit ich weiß, gibt es bzw. gab es in protestantischen Kirchen sowie auch in manchen Sekten die Praxis, dass der Täufer schlicht seinen Finger ins Taufwasser steckt und auf die Stirn des Täuflings ein Kreuzzeichen zeichnet.

Eine solche Taufe wird von der verabschiedeten Erklärung jedenfalls nicht gedeckt. Daher meine Frage:

Müsste Eurer Meinung nach jemand, der auf diese Art getauft worden ist, bei einer Konversion wenigstens noch einmal die Konditionaltaufe erhalten?

Antworten aus allen konfessionellen Sichtweisen sind erwünscht.

Liebe Grüße

Marcus

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Sonntag 30. Dezember 2007, 21:04

Die Version mit dem Finger ist physikalisch eine Minimalüber-
gießung. – Ich halte jenes Papier allerdings gegenüber solchem,
womit man sich verso gereinigt hat, für geringerwertig.
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Clemens
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Beitrag von Clemens » Montag 31. Dezember 2007, 11:14

[Punkt] :sauer:

Das war grob unsachlich und unsachgemäß!
Setzen, sechs bis sieben!!

Aber im Ernst - dieses Papier ist viel wert, vielleicht nicht für euch, aber für uns, weil dadurch manche Missbräuche (z.B. Befeuchtungstaufe) zurückgedrängt und das Bewusstsein geschärft wird, dass es auch anders geht und gehen muss!

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Melody
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Melody » Freitag 27. April 2012, 10:33

Oh.
Ich suchte gerade nach Konditionaltaufe bzw. Nachtaufe und fand diesen uralten Kurzthread.

Ich finde es sehr schade, dass er durch Roberts Äußerung im Sande verlaufen ist.

Marcus hatte hier natürlich eine sehr eingeschränkte Frage gestellt, die ich übrigens mit "ja" beantworten würde.

Aber ich möchte den Thread jetzt generell mal für das Thema nutzen...


Mich selbst lässt das Thema der Taufe nämlich seit Jahren nicht los. Ich finde einfach keine Ruhe. Und ich finde genausowenig Klarheit darüber, welche Seite mir wohl diese Unruhe ins Herz gibt...

Es existiert ein Foto meiner Taufe (ich war 13 Jahre), auf dem man sieht, wie der evangelische Pfarrer eine Schüssel in der Hand hält, und die andere Hand befindet sich über meinem Kopf, und man sieht ganz schwach ein paar Tropfen herunterfallen.
Ich weiß halt nur, dass ich mir in dem Alter natürlich im Vorfeld Sorgen gemacht habe, wie nass und peinlich das wohl werden würde, und dass ich im nachhinein total beruhigt war, dass es ja überhaupt nicht nass war...

Seitdem ich im Jahr 2006 mal zufällig darauf stieß, dass bei Katholiken Wasser "fließen" muss, bin ich unruhig. Ich hatte damals sogar meinen ehemaligen evangelischen Pfarrer angemailt und auch Antwort erhalten, wo er meinte, er wisse darum, wie wichtig traditionellen Katholiken sei, dass "Wasser fließt", und er fände das aus eher ästhetischen Gründen auch schöner und würde immer Wasser aus der hohlen Hand schöpfen und über den Scheitel gießen. Er schrieb weiter, er sei der Meinung, dass "die Taufe - als einzig verbliebenes "gemeinsames" Sakrament der christlichen Kirchen - ein so hohes Gut ist, dass man es mehr oder minder scholastischen Spitzfindigkeiten nicht opfern sollte. "Heilsnotwendigkeit" ist nach Auffassung meiner Kirche (nach Paulus) "Wo das Evangelium gepredigt und die Sakramente recht verwaltet" werden."

Nachdem ich dann damals noch zufällig in einem Buch las, dass sogar eine Häretikertaufe gültig sei und dass es schon eine entgegengesetzte Intention benötigen würde, um eine Taufe ungültig zu machen, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, Ruhe zu finden.
Aber ich finde keine Ruhe.
Immer wenn ich wieder irgendwo irgendwas über die Gültigkeit einer katholischen Taufe lese wie kürzlich auf Gloria.tv in einem Leserkommentar, werde ich unruhig.

Bei meiner Konversion in einer normalen Pfarrei war das 2003 auch überhaupt kein Thema.
Bis wann war es eigentlich so, dass man bedingungsweise neugetauft wurde, wenn man in die RKK konvertiert ist? War das "früher" auch eher die Ausnahme oder eher die Regel?

Im Thread "Austritt aus der r.-k. Kirche - Übertritt zur Ostkirche" schreibt Walter:
Walter am Mi, 1. Nov 2006, 17:04 hat geschrieben:Bei Protestanten entscheidet man sich bei der Konversion häufiger für den vollständigen Vollzug der Taufe, weil die Pfarrer dort selbst nicht einmal das Sakrament der Myronsalbung (Firmung) empfangen haben und so strenggenommen nicht einmal zum allgemeine Priestertum befähigt sind (nach röm.-kath. und protestantischer Auffassung können notfalls auch Heiden taufen, das wird in der Orthodoxie anders gesehen), zum anderen weil die Intension der Taufe zweifelhaft sein kann und auch keine Exorzismen zur Reinigung vorgenommen werden.

In der heutigen Zeit werden der ökumenischen Beziehungen zuliebe (ebenso wie zu Zeiten, als das russische Herrscherhaus vielfach mit protestantischen Adelsfamilien in Westeuropa verschwägert war) von orthodoxer Seite oft auch ungeprüft Taufen anerkannt. Deshalb gibt es generelle Vorbehalte bei orthodoxen Geistlichen (wie z.B. auf dem Athos), die der Ökumene kritisch gegenüber stehen und deshalb teilweise nicht orthodox getaufte Konvertiten nicht zur Eucharistieteilnahme zulassen.
Also sieht das die Ostkirche idR. noch genauer als die katholische Kirche?

Ich hätte sicherlich weniger Sorgen, wenn es überhaupt keine Taufe "sub conditione" gäbe. Aber es gibt sie, und wer bei der FSSPX konvertiert, wird häufiger "sub conditione" getauft. Auch Marion war nachgetauft worden, wie sie hier gesagt hatte...

Die Taufe ist heilsnotwendig... warum geht man da heute so viel weniger auf Nummer sicher?! :/
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Raimund J.
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Raimund J. » Freitag 27. April 2012, 11:14

Mein vorliegendes Lexikon für Theologie und Kirche (basierend auf dem alten Kirchenrecht von 1917) weiß neben der Taufe durch Untertauchen auch von der Infusionstaufe (Abgießen des Wassers über das Haupt) und sogar von der Aspersionstaufe (Besprengung mit Wasser) zu berichten: "Der CIC (can 758) erkennt ausdrücklich die Gültigkeit aller drei Taufarten an, tritt aber für den Gebrauch der beiden ersten ein."

Hinsichtlich der Anerkennung wird u.a. folgendes geschrieben: "Die Gültigkeit der T. der Protestanten ist daher an sich nicht im mindesten zweifelhaft ..."
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Pelikan
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Pelikan » Freitag 27. April 2012, 11:32

Melody hat geschrieben:Aber ich finde keine Ruhe.
Was sich bereits in zahlreichen Threads zu allen möglichen Themen manifestiert.

Dogmatik und Kirchenrecht werden dir keine Ruhe verschaffen; sie setzen im Gegenteil bereits eine nüchterne Distanz zum Thema voraus. Vielmehr wird sich deine Unruhe immer neue Aufhänger suchen, wenn du sie nicht an der Wurzel packst.

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Seraphina
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Seraphina » Freitag 27. April 2012, 11:32

Also ich wurde damals mit zehn Jahren in der Nak getauft und als ich konvertierte, wusste mein Pfarrer auch nicht, ob die Taufe gültig ist und hat dann recherchiert, mit dem Ergebnis, dass sie anerkannt wurde.
Was da zugrunde lag, kann ich allerdings nicht sagen.
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Christiane
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Christiane » Freitag 27. April 2012, 11:37

Was freue ich mich da immer, dass ich dreimal komplett untergetaucht wurde. :ja:
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila

"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

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Melody
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Melody » Freitag 27. April 2012, 11:41

Seraphina hat geschrieben:Also ich wurde damals mit zehn Jahren in der Nak getauft und als ich konvertierte, wusste mein Pfarrer auch nicht, ob die Taufe gültig ist und hat dann recherchiert, mit dem Ergebnis, dass sie anerkannt wurde.
Was da zugrunde lag, kann ich allerdings nicht sagen.
Wikipedia sagt dazu:
Entgegen weit verbreiteter Meinung wird die neuapostolische Taufe nicht von allen katholischen und den evangelischen Kirchen anerkannt, da sie zwar trinitarisch vollzogen wird, aber nicht mit dem als Bedingung festgelegtem fließenden Wasser[40]. Auf diese notwendigen Bedingungen einigten sich 2007 verschiedene Kirchen in der sogenannten Magdeburger Erklärung. (...) Die in der NAK praktizierte Taufe entspricht mit dem Malen eines Kreuzzeichens auf die Stirn des Säuglings nicht dem Ritus des Untertauchens oder Übergießens und verhindert so de jure eigentlich eine Anerkennung. Die neuapostolische Kirche erkennt ihrerseits jede in einer anderen Kirche trinitarisch vollzogene Wassertaufe als gültiges Sakrament an.[41]
Stimmt das, wird in der NAK nur ein Kreuzzeichen auf die Stirn gemalt?
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Melody » Freitag 27. April 2012, 11:41

Christiane hat geschrieben:Was freue ich mich da immer, dass ich dreimal komplett untergetaucht wurde. :ja:
Wo bist denn DU getauft worden?! :glubsch:
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Linus
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Linus » Freitag 27. April 2012, 11:43

Christiane hat geschrieben:Was freue ich mich da immer, dass ich dreimal komplett untergetaucht wurde. :ja:
Die Kinder meines Schwagers/Schwägerin auch. (Sie ist Freikirchlerin und hat der Kindstaufe nur unter der Immersionsbedingung zugestimmt). Die Tochter war da schon etwas "älter" - noch am Krabbeln und noch nicht gehen. Der Priester mußte die Predigt abkürzen, weil sie beständig Richtung "Tauftonne" robbte. :breitgrins:

@Melodei Christiane ist eine Neokatechumene
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Robert Ketelhohn
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 27. April 2012, 12:39

Melody hat geschrieben:
Christiane hat geschrieben:Was freue ich mich da immer, dass ich dreimal komplett untergetaucht wurde. :ja:
Wo bist denn DU getauft worden?! :glubsch:
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Seraphina » Freitag 27. April 2012, 13:07

Melody hat geschrieben:
Seraphina hat geschrieben:Also ich wurde damals mit zehn Jahren in der Nak getauft und als ich konvertierte, wusste mein Pfarrer auch nicht, ob die Taufe gültig ist und hat dann recherchiert, mit dem Ergebnis, dass sie anerkannt wurde.
Was da zugrunde lag, kann ich allerdings nicht sagen.
Wikipedia sagt dazu:
Entgegen weit verbreiteter Meinung wird die neuapostolische Taufe nicht von allen katholischen und den evangelischen Kirchen anerkannt, da sie zwar trinitarisch vollzogen wird, aber nicht mit dem als Bedingung festgelegtem fließenden Wasser[40]. Auf diese notwendigen Bedingungen einigten sich 2007 verschiedene Kirchen in der sogenannten Magdeburger Erklärung. (...) Die in der NAK praktizierte Taufe entspricht mit dem Malen eines Kreuzzeichens auf die Stirn des Säuglings nicht dem Ritus des Untertauchens oder Übergießens und verhindert so de jure eigentlich eine Anerkennung. Die neuapostolische Kirche erkennt ihrerseits jede in einer anderen Kirche trinitarisch vollzogene Wassertaufe als gültiges Sakrament an.[41]
Stimmt das, wird in der NAK nur ein Kreuzzeichen auf die Stirn gemalt?
Ja, das stimmt. Wurde meines Wissens nach auch schon mehrfach hier im Kreuzgang thematisiert. Weiß allerdings gerade nicht wo.
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von civilisation » Freitag 27. April 2012, 16:08

Als meine Mutter 1957 meinen Vater heiraten durfte, wurde sie auch nochmal bedingungsweise getauft, obwohl sie anhand des Familienstammbuches ihre Taufe in der evangelischen Kirche zu R. (Eulengebirge) nachweisen konnte. Ihre 4 Brüder, evangelisch, nannten sie danach immer nur "die Wiedertäuferin". :auweia:

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Clemens
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Clemens » Freitag 27. April 2012, 16:29

Das "Aufmalen" eines Kreuzes auf die Stirn mit dem feuchten Finger ist leider auch bei vielen evangelischen Pfarrern üblich. Mein Vorgänger hat es bspw. auch so gehalten.
(Wie es bei mir damals war, weiß ich leider nicht.)

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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Seraphina » Freitag 27. April 2012, 16:41

In der evangelischen Kirche?? Seit wann denn das? :glubsch:

Ich mein, in der Nak ist es so vorgeschrieben, da ist es klar, dass es so gemacht wird, aber bei den Protestanten? Ist da nicht eigentlich übergießen vorgesehen? Oder irre ich da?
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Clemens » Freitag 27. April 2012, 16:46

Leider irrst du da.
Wir wurden im Studium darauf hingewiesen, dass es aus ökumenischer Rücksichtnahme angebracht sei, durch Übergießen zu taufen. Vorher war das aber eher weniger üblich. Die ältere Tradition ist bei uns m.W. das Beschmieren mit dem feuchten Finger.
Die Magdeburger Erklärung verpflichtet unsereiner auch nochmal ausdrücklich zur Übergießung, aber das kümmert nicht jeden.

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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Seraphina » Freitag 27. April 2012, 16:49

Das ist mir jetzt echt neu, dass das nur eine Art ökumenischer Bewegung ist...
Aber jetzt ist es verbindlich vorgeschrieben? Oder wie sieht das aus?
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Clemens » Freitag 27. April 2012, 17:01

Theoretisch ja, aber das heißt noch lange nicht, dass Pfarrer, die es trotzdem anders machen, gemaßregelt würden...

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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Seraphina » Freitag 27. April 2012, 17:04

Ist doch überall das gleiche, jemand hält sich nicht an die Vorschriften und keiner sagt was... :roll:
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von ad-fontes » Freitag 27. April 2012, 19:50

Pelikan hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:Aber ich finde keine Ruhe.
Was sich bereits in zahlreichen Threads zu allen möglichen Themen manifestiert.

Dogmatik und Kirchenrecht werden dir keine Ruhe verschaffen; sie setzen im Gegenteil bereits eine nüchterne Distanz zum Thema voraus. Vielmehr wird sich deine Unruhe immer neue Aufhänger suchen, wenn du sie nicht an der Wurzel packst.
Und das heißt nach meinem Dafürhalten bedingungsweise Taufe!
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

Stephen Dedalus
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Stephen Dedalus » Freitag 27. April 2012, 19:50

Seraphina hat geschrieben:Das ist mir jetzt echt neu, dass das nur eine Art ökumenischer Bewegung ist...
Aber jetzt ist es verbindlich vorgeschrieben? Oder wie sieht das aus?
In unserer Agende steht eindeutig 'der Pfarrer begießt das Haupt des Kindes dreimal mit Wasser'. Die Bezeichnung mit dem Kreuz kann nach der Taufe erfolgen, nicht anstelle des Übergießens mit Wasser.
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von ad-fontes » Freitag 27. April 2012, 19:52

Melody hat geschrieben:
Seraphina hat geschrieben:Also ich wurde damals mit zehn Jahren in der Nak getauft und als ich konvertierte, wusste mein Pfarrer auch nicht, ob die Taufe gültig ist und hat dann recherchiert, mit dem Ergebnis, dass sie anerkannt wurde.
Was da zugrunde lag, kann ich allerdings nicht sagen.
Wikipedia sagt dazu:
Entgegen weit verbreiteter Meinung wird die neuapostolische Taufe nicht von allen katholischen und den evangelischen Kirchen anerkannt, da sie zwar trinitarisch vollzogen wird, aber nicht mit dem als Bedingung festgelegtem fließenden Wasser[40]. Auf diese notwendigen Bedingungen einigten sich 2007 verschiedene Kirchen in der sogenannten Magdeburger Erklärung. (...) Die in der NAK praktizierte Taufe entspricht mit dem Malen eines Kreuzzeichens auf die Stirn des Säuglings nicht dem Ritus des Untertauchens oder Übergießens und verhindert so de jure eigentlich eine Anerkennung. Die neuapostolische Kirche erkennt ihrerseits jede in einer anderen Kirche trinitarisch vollzogene Wassertaufe als gültiges Sakrament an.[41]
Stimmt das, wird in der NAK nur ein Kreuzzeichen auf die Stirn gemalt?
Wie ist das gemeint: als Bedingung fließendes Wasser?
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Stephen Dedalus » Freitag 27. April 2012, 19:53

ad-fontes hat geschrieben:[
Wie ist das gemeint: als Bedingung fließendes Wasser?
Gießen.
Nicht spritzen oder schmieren.
If only closed minds came with closed mouths.

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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von ad-fontes » Freitag 27. April 2012, 19:55

Stephen Dedalus hat geschrieben:
ad-fontes hat geschrieben:[
Wie ist das gemeint: als Bedingung fließendes Wasser?
Gießen.
Nicht spritzen oder schmieren.
Achso, der Taufbrunnen muß also nicht Zu- und Abfluß haben?!
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Stephen Dedalus » Freitag 27. April 2012, 19:58

ad-fontes hat geschrieben:[
Achso, der Taufbrunnen muß also nicht Zu- und Abfluß haben?!
Nein. Das Gießen des Wassers aus der hohlen Hand ist völlig ausreichend.
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Stephen Dedalus » Freitag 27. April 2012, 20:02

Melody hat geschrieben: Es existiert ein Foto meiner Taufe (ich war 13 Jahre), auf dem man sieht, wie der evangelische Pfarrer eine Schüssel in der Hand hält, und die andere Hand befindet sich über meinem Kopf, und man sieht ganz schwach ein paar Tropfen herunterfallen.
Ich weiß halt nur, dass ich mir in dem Alter natürlich im Vorfeld Sorgen gemacht habe, wie nass und peinlich das wohl werden würde, und dass ich im nachhinein total beruhigt war, dass es ja überhaupt nicht nass war...
Wenn das Wasser auf Haar oder Scheitel landete, hast Du davon natürlich nicht viel gemerkt. Wenn man auf dem Bild sieht, dass die Hand des Pfarrers über dem Kopf ist, ist eindeutig bewiesen, dass er nicht bloß geschmiert oder besprenkelt hat, sondern gegossen (wenn auch vielleicht mit wenig Wasser, aber auf die Menge kommt es ja nicht an).

Aber Pelikan hat recht. Dein Problem sitzt tiefer. Du würdest ja jetzt auch sicher schon eine römisch-katholische Taufe im NOM anzweifeln.
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Melody » Freitag 27. April 2012, 20:07

Stephen Dedalus hat geschrieben:Aber Pelikan hat recht. Dein Problem sitzt tiefer. Du würdest ja jetzt auch sicher schon eine römisch-katholische Taufe im NOM anzweifeln.
Blödsinn, ich war seitdem bei Taufen (von komplett liberalen Priestern) dabei. Und hab jedesmal sehnsüchtig auf das Taufkännchen geschaut, aus dem das Wasser gegossen worden ist...
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von lifestylekatholik » Freitag 27. April 2012, 20:24

Stephen Dedalus hat geschrieben:Wenn man auf dem Bild sieht, dass die Hand des Pfarrers über dem Kopf ist, ist eindeutig bewiesen, dass er nicht bloß geschmiert oder besprenkelt hat, sondern gegossen (wenn auch vielleicht mit wenig Wasser, aber auf die Menge kommt es ja nicht an).
Im Grunde ja.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 27. April 2012, 21:41

ad-fontes hat geschrieben:
Pelikan hat geschrieben:
Melody hat geschrieben:Aber ich finde keine Ruhe.
Was sich bereits in zahlreichen Threads zu allen möglichen Themen manifestiert.

Dogmatik und Kirchenrecht werden dir keine Ruhe verschaffen; sie setzen im Gegenteil bereits eine nüchterne Distanz zum Thema voraus. Vielmehr wird sich deine Unruhe immer neue Aufhänger suchen, wenn du sie nicht an der Wurzel packst.
Und das heißt nach meinem Dafürhalten bedingungsweise Taufe!
Nein, sondern: Glaub an die Kirche.
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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Pilgerer » Freitag 27. April 2012, 23:46

Ist bei einer unvollkommenen Taufe eine Wiedertaufe nötig oder könnte sie trotz eines Mangels anerkannt werden? Denn es könnte bei einer Wiederholung der Taufe der Eindruck entstehen, es handle sich um eine zweite Taufe (wie bei Wiedertäufern). Dabei glaubt die heilige apostolische und katholische Kirche an die eine Taufe zur Vergebung der Sünden, die einmal und für immer wirksam ist.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Anerkennung von Taufen

Beitrag von Marcus » Samstag 28. April 2012, 21:33

Seraphina hat geschrieben:Also ich wurde damals mit zehn Jahren in der Nak getauft und als ich konvertierte, wusste mein Pfarrer auch nicht, ob die Taufe gültig ist und hat dann recherchiert, mit dem Ergebnis, dass sie anerkannt wurde.
Was da zugrunde lag, kann ich allerdings nicht sagen.
Das war bei meiner Taufe ebenso. Da wurde sogar noch Rücksprache mit dem Weltanschauungsbeauftragten gehalten.
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

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