Ich will einfach nur katholisch sein...

Allgemein Katholisches.
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Melody
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Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Melody »

Angeregt durch den mittlerweile geschlossenen "Papisten"-Strang sehe ich mich zu folgenden Aussagen veranlasst, um nicht zu sagen "genötigt":

Wir glauben (Ich glaube) an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht von Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tag auferstanden
nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben (Ich glaube) an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten.
Und an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.

Amen.



Außerdem gilt für mich folgendes:

1. Ich glaube, dass Papst Benedikt XVI gültiger Papst ist und auch die direkten Vorgängerpäpste gültige Päpste waren. Ich bin sogar ausgesprochen dankbar dafür, dass wir den jetzigen Papst [Punkt]

2. Das ist aber nicht im Widerspruch dazu, dass ich insbesondere viele Dinge aus dem Pontifikat von Johannes Paul II als kritikwürdig (um nicht zu sagen glaubensschädlich) erachte.

3. Ich halte den Novus Ordo selbstverständlich für gültig. Allerdings leide ich immens unter dem Problem, dass man heutzutage fast nirgendwo hingehen kann (bei mir in der weitläufigen Gegend tatsächlich nirgendwo(!)) und dann wirklich eine ordentliche 100prozentig rubrikengetreue missbrauchsfreie NOM-Messfeier erhält.
Wo wird am Sonntag z. B. überhaupt noch ein vollwertiges Credo gesprochen?! Selbst gestern an einem Marienwallfahrtsort(!) wieder nur ein dreizeiliges Credolied (darüber hab ich mich früher schon ständig im Kölner Dom geärgert)...

4. Ich halte den außerordentlichen Ritus eindeutig für die bessere Variante, in erster Linie weil dieser wenig bis keinen Raum für irgendwelche Eigenmächtigkeiten bietet.

5. Nichtsdestotrotz halte ich die Sache mit den zwei Formen des einen Ritus für unglücklich und hoffe, dass es irgendwann die sogenannte "Reform der Reform" geben wird. Ich hoffe auf einen Ritus, der das Gute aus dem "alten Ritus" bewahrt und schützt und nur gesunde glaubensfördernde Anpassungen dessen vornimmt.

6. Ich freue mich darüber, dass es in der katholischen Kirche Selige und Heilige gibt. Es gibt derer so viele, dass sich für jeden der passende Lieblingsheilige finden lässt, der einem zu einem guten Vorbild im Glauben und Fürsprecher bei Gott werden kann.
Selbiges gilt für mich auch für die offiziell anerkannten Marienwallfahrtsorte und Erscheinungen. Diese sind ein zusätzliches Angebot, um uns in unserem Glauben zu stärken. Aber sie verpflichten nicht.

7. Ich glaube natürlich daran, dass die katholische Kirche nicht untergehen kann und wird. Bei aller Frustration und Depression, die man heutzutage in bezug auf die Kirche haben kann, glaube und hoffe ich treu an bzw. auf das Wort des Herrn.

8. Jedwede Spaltung innerhalb der Kirche empfinde ich als Schmerz und Wunde am Leib Christi und hoffe auf ihre vollständige Heilung.

9. Ich freue mich auch über gültige katholische Hl. Messen bei der FSSPX. Sie sind ein zusätzliches Angebot, für das ich dankbar bin, auch wenn ich keineswegs jede Veröffentlichung unterschreibe. Mehr gibt es dazu für mich nicht zu sagen. Alles weitere schadet nur.

10. Ich würde mir wünschen, dass wir Katholiken uns in heutigen Zeiten mehr auf das besinnen, was uns eint, als auf das, was uns selbst noch untereinander trennt. Ich bin gänzlich gegen diese ganzen Schubladen wie "Tradi", "Neokonservative", "Medjugorianer", "Papisten" etc. pp.
Wie sollen wir für die Nicht-Katholiken anziehend wirken, wenn wir uns schon gegenseitig ständig unseren Glauben absprechen und irgendwelcher Häresien beschuldigen? In dieser säkularen Welt müssen wir künden von der Hoffnung, die uns trägt. Wir sind so reich, denn wir haben den wahrhaftigen Gott in jeder katholischen Kirche, spürbar, erfahrbar, "essbar"... Er ist wirklich und wahrhaftig anwesend, nicht nur als Bild oder Symbol, nicht nur gedeutet über eine Gemeinschaftszugehörigkeit. Nein, Er vereint sich mit uns auf eine absolut unglaubliche Art und Weise, die jeden menschlichen Verstand übersteigt. Er schenkt sich uns hin, liefert sich uns aus... und erwartet doch nur, dass wir Ihn dankbar und gläubig in uns aufnehmen.

Es gäbe sicherlich noch vieles zu sagen, aber ich belasse es dabei.
Ich bin vor acht Jahren konvertiert, weil mich Gott in Seiner großen Güte und Allmacht auf diesen Weg geführt hat. Dafür bin ich dankbar, trotz aller Unzulänglichkeiten, mit denen man immer wieder konfrontiert ist.
Doch das Wichtigste war und ist und bleibt für mich die Hl. Eucharistie, Gott in der kleinen Hostie, dieses unvorstellbare Wunder, das es zu lieben und zu schützen gilt.
Deo [Punkt]
Zuletzt geändert von Melody am Montag 28. November 2011, 12:48, insgesamt 1-mal geändert.
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cantus planus
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von cantus planus »

:klatsch: :klatschhops: :klatsch: :klatschhops: :klatsch:
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Niels
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Niels »

cantus planus hat geschrieben::klatsch: :klatschhops: :klatsch: :klatschhops: :klatsch:
:daumen-rauf:
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta

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martin v. tours
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von martin v. tours »

Melody :daumen-rauf:
:klatsch:
martin v. tours
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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taddeo
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von taddeo »

Der erste, kursiv gesetzte Teil des Eingangspostings reicht für einen Katholiken als Bekenntnis völlig aus.
Alle weiteren Zusätze privater Natur sollte man tunlichst auch als solche behandeln,
denn darin ist Mißverständlichkeiten Tür und Tor geöffnet, die dem einzelnen sicher nicht bewußt und für ihn auch keineswegs abträglich sind, aber als öffentliche Meinungsäußerung ungeeignet.

Raphael

Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Raphael »

An dieser Stelle sei an das Credo des Gottesvolkes erinnert:
Credo des Volkes Gottes

1. Gott, der Erschaffer

Wir glauben an den einen Gott: Vater, Sohn und Heiligen Geist, Schöpfer der sichtbaren Dinge, wie es diese Welt ist, auf der unser flüchtiges Leben sich abspielt, Schöpfer der unsichtbaren Dinge, wie es die reinen Geister sind, die man auch Engel nennt, und Schöpfer der unsterblichen Geistseele eines jeden Menschen.

2. Gottes Wesen

Wir glauben, daß dieser einzige Gott Seiner Wesenheit nach absolut einer ist, unendlich heilig, wie Er in allen Seinen Eigenschaften unendlich vollkommen ist: in Seiner Allmacht, in Seinem unbegrenzten Wissen, in Seiner Vorsehung, in Seinem Willen und in Seiner Liebe. Er ist der, der da ist, wie Er es Moses geoffenbart hat; Er ist Liebe, wie der Apostel Johannes es uns lehrt.

3. ... absolut unbegreiflich

Diese beiden Worte also, Sein und Liebe, bezeichnen in unaussprechlicher Weise die gleiche göttliche Wirklichkeit dessen, der sich uns zu erkennen geben wollte und der, da Er "in einem unzugänglichen Lichte wohnt", in sich selbst jenseits jeglicher Bezeichnung, über allen Dingen steht und alles geschaffene Denken übersteigt. Gott allein kann uns von sich eine angemessene und volle Erkenntnis mitteilen, indem Er sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart.

4. Teilhabe am Leben Gottes

Durch die Gnade sind wir berufen, an Ihrem ewigen Leben teilzuhaben: hier auf Erden im Dunkel des Glaubens und nach dem Tode im ewigen Lichte. Die gegenseitigen Bande, die von der Ewigkeit her die drei Personen wesentlich verbinden, deren jede das eine und selbe göttliche Sein ist, sind das beseligende innerste Leben des dreimalheiligen Gottes, das unendlich all das überragt, was wir auf menschliche Weise begreifen.

5. Gottes Einzigkeit bezeugen viele

Wir sagen indessen der göttlichen Güte Dank für die Tatsache, daß sehr viele gläubige Menschen mit uns vor der Welt die Einzigkeit Gottes bezeugen können, obwohl sie das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit nicht kennen.

6. Drei Personen - ein Gott

Wir glauben also an den Vater, der von Ewigkeit her den Sohn zeugt; an den Sohn, das Wort Gottes, das von Ewigkeit her gezeugt ist; an den Heiligen Geist, die unerschaffene Person, die vom Vater und vom Sohne ausgeht als Ihre ewige Liebe. In den drei göttlichen Personen also - untereinander gleich ewig und gleichen Wesens - sind das Leben und die Seligkeit Gottes, der vollkommen eins ist, in überreicher Fülle vorhanden und vollenden sich in der Vollkommenheit und in der Glorie, die dem unerschaffenen Wesen eigen sind. Immer "muß also die Einheit in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit verehrt werden."

7. Jesus Christus, Gott und Mensch zugleich

Wir glauben an unseren Herrn Jesus Christus, der der Sohn Gottes ist. Er ist das ewige Wort, gezeugt vom Vater vor aller Zeit und wesensgleich dem Vater (homo-ousios to Patri). Durch Ihn ist alles erschaffen worden. Durch das Wirken des Heiligen Geistes hat Er im Schoße der Jungfrau Maria Fleisch angenommen und ist Mensch geworden: dem Vater also Seiner Gottheit nach gleich, der Menschheit nach aber ist Er geringer als der Vater. Er ist in sich selbst einer, nicht durch eine unmögliche Vermischung der Naturen, sondern durch die Einheit der Person.

8. Die Lehre Christi

Er hat unter uns gewohnt, voll der Gnade und Wahrheit. Er verkündete das Reich Gottes und richtete es wieder auf und ließ uns den Vater durch sich erkennen. Er hat uns ein neues Gebot gegeben, einander zu lieben, wie Er uns geliebt hat. Er lehrte uns den Weg der Seligkeiten des Evangeliums: Armut im Geiste, Milde, Geduld im Leiden, Durst nach der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Reinheit des Herzens, Wille zum Frieden, Verfolgung erdulden um der Gerechtigkeit willen.

9. Unser Erlöser

Er litt unter Pontius Pilatus. Als Lamm Gottes nahm Er die Sünden der Welt auf sich. Er ist für uns am Kreuze gestorben und rettete uns durch Sein erlösendes Blut. Er ist begraben worden und am dritten Tage aus eigener Kraft wiederauferstanden. Durch Seine Auferstehung berief Er uns zur Teilnahme am göttlichen Leben, welches das Leben der Gnade ist.

10. Richter und Seligmacher

Er ist aufgefahren in den Himmel und wird wiederkommen aufs neue, und zwar dieses Mal in Herrlichkeit, um die Lebenden und die Toten zu richten: einen jeden nach seinen Verdiensten - jene, die der Liebe und dem Erbarmen Gottes entsprochen haben, werden eingehen zum ewigen Leben. Jene aber, die bis zum Ende ihres Lebens die Liebe und das Erbarmen Gottes ablehnten, werden dem Feuer überantwortet, das niemals erlischt.
Und Seines Reiches wird kein Ende sein.

11. Der Heilige Geist

Wir glauben an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebensspender, der mit dem Vater und dem Sohne angebetet und verherrlicht wird. Durch die Propheten hat Er zu uns gesprochen und ist von Christus, nach Seiner Auferstehung und Himmelfahrt zum Vater, gesandt worden. Der Heilige Geist erleuchtet, belebt, beschützt und führt die Kirche.

12. Der Heilige Geist macht uns heilig

Er läutert ihre (der Kirche, Anm. d. Padre) Glieder, wenn sie der Gnade nicht widerstehen. Sein gnadenvolles Wirken, das bis in das Innerste der Seele eindringt, macht den Menschen fähig, zu antworten auf den Anruf Christi: "Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!" (Mt 5,48)

13. Maria einzigartig auserwählt

Wir glauben, daß Maria, die allzeit Jungfrau blieb, die Mutter des menschgewordenen Wortes ist, unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus, und daß sie, im Hinblick auf die Verdienste ihres Sohnes auf eine besonders erhabene Weise erlöst, von jeglichem Makel der Erbsünde bewahrt worden ist und an Gnade alle übrigen Geschöpfe überragt.

14. Aufnahme in den Himmel und Verklärung

Verbunden in einer ganz innigen und unauflöslichen Weise mit dem Geheimnis der Menschwerdung und Erlösung, wurde die allerseligste Jungfrau, die unbefleckt Empfangene, am Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen und - in Vorausnahme des künftigen Loses aller Gerechten - ihrem auferstandenen Sohne in der Verklärung angeglichen.

15. Mutter der Kirche

Wir glauben, daß die heiligste Muttergottes, die neue Eva, die Mutter der Kirche, im Himmel ihre Mutterschaft an den Gliedern Christi fortsetzt, indem sie mitwirkt bei der Erweckung und Entfaltung des göttlichen Lebens in den Seelen der Erlösten.

16. Wir - durch die Erbsünde gefallen

Wir glauben, daß in Adam alle gesündigt haben, was besagen will, daß die Erbschuld, die Adam beging, die menschliche Natur, die allen Menschen gemeinsam ist, in einen Zustand fallen ließ, in dem sie die Folgen dieser Schuld zu tragen hat. Und - daß dieser Zustand nicht jener ist, in dem unsere Stammeltern sich zuerst befanden, da sie in Heiligkeit und Gerechtigkeit geschaffen waren und der Mensch weder das Böse noch den Tod kannte.

17. Von Natur aus

Die menschliche Natur ist also eine gefallene Natur: beraubt der Gnade, die sie bekleidete, verwundet in ihren eigenen natürlichen Kräften und dem Reich des Todes unterworfen, der auf alle Menschen übergegangen ist. In diesem Sinne wird ein jeder Mensch "in Sünde geboren". Wir halten, dem Konzil von Trient folgend, daran fest, daß die Erbsünde zusammen mit der menschlichen Natur durch Fortpflanzung übertragen wird und nicht etwa bloß durch Nachahmung, und daß sie jedem Menschen als ihm eigen innewohnt.

18. Am Kreuze erlöst

Wir glauben, daß unser Herr Jesus Christus uns durch Sein Opfer am Kreuze von der Erbsünde und von allen persönlichen Sünden, die wir begangen haben, erlöst hat, so daß nach den Worten des Apostels dort, "wo die Sünde zugenommen hat, die Gnade überreich geworden ist" (Röm 5,20).

19. In der Taufe geheiligt

Gläubig bekennen wir, daß es nur eine Taufe gibt, die von unserem Herrn Jesus Christus zur Nachlassung der Sünden eingesetzt worden ist. Die Taufe soll auch schon Kindern im frühen Alter gespendet werden, die sich noch keiner persönlichen Sündenschuld bewußt sind, damit sie nicht der übernatürlichen Gnade verlustig gehen und "wiedergeboren werden aus dem Wasser und dem Heiligen Geist" zum göttlichen Leben in Jesus Christus.

20. Die Kirche Christi

Wir glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die von Jesus Christus auf dem Felsen gegründet wurde, der Petrus ist. Sie ist der mystische Leib Christi, von Ihm sowohl als sichtbare Gemeinschaft mit hierarchischem Aufbau wie auch als geistige Gemeinschaft eingesetzt. Sie ist die Kirche hier auf Erden, das pilgernde Gottesvolk.
Und sie ist die Kirche, die beschenkt ist mit himmlischen Gütern - der Same und keimhafte Anfang des Reiches Gottes, durch das sich Werk und Leiden der Erlösung in der Geschichte fortsetzen und das seine Vollendung finden wird nach dem Ende der Zeiten, in der ewigen Herrlichkeit.

21. Durch Sakramente und Gnade ...

Der Herr Jesus Christus läßt Seine Kirche in der Zeit Gestalt annehmen durch die Sakramente, die aus Seiner göttlichen Fülle hervorgehen. Durch sie haben die Glieder der Kirche Anteil am Geheimnis Seines Todes und Seiner Auferstehung in der Gnade des Heiligen Geistes, der Leben und Tun verleiht.

22. ... ist sie heilig

Die Kirche ist heilig, auch wenn sich in ihrer Mitte Sünder befinden; denn sie lebt kein anderes Leben als das der Gnade. Wo die Glieder der Kirche an diesem Leben teilhaben, werden sie geheiligt, wo sie aber dieses Leben preisgeben, verfallen sie der Sünde und Unordnung. Das aber behindert dann die Strahlkraft der Heiligkeit der Kirche. Darunter leidet sie und tut Buße für diese Sünden. Sie hat dabei aus dem Blute Christi und aus der Gabe des Heiligen Geistes die Gewalt, ihre Söhne und Töchter von der Sündenschuld wieder zu befreien.

23. Abraham - Petrus - Bischöfe

Sie ist dem Geiste nach Erbin der göttlichen Verheißungen und Tochter Abrahams, durch jenes Israel, dessen heilige Schriften sie in Liebe bewahrt und dessen Patriarchen und Propheten sie in Ehrfurcht gedenkt. Sie ist auf die Apostel gegründet und gibt im Nachfolger des heiligen Petrus und in den Bischöfen, die sich in Gemeinschaft mit ihm befinden, deren immerdar lebendiges Wort und deren Hirtengewalt durch die Jahrhunderte weiter.

24. Fülle der Offenbarung

Unter dem immerwährenden Beistand des Heiligen Geistes hat die Kirche die Aufgabe, jene Wahrheit zu bewahren, zu lehren, auszulegen und in der Welt zu verkündigen, die Gott in verhüllter Weise durch die Propheten und in ihrer ganzen Fülle durch unseren Herrn Jesus Christus endgültig geoffenbart hat.

25. Was glauben wir?

Wir glauben alles, was im geschriebenen oder überlieferten Wort Gottes enthalten ist und was die Kirche als von Gott geoffenbarte Wahrheit zu glauben vorlegt: entweder durch eine feierliche Glaubensentscheidung oder durch das ordentliche und allgemeine Lehramt. Wir glauben an die Unfehlbarkeit, die dem Nachfolger des heiligen Petrus zukommt, wenn er ex cathedra als Hirte und Lehrer aller Gläubigen spricht, und die auch die Gesamtheit der Bischöfe besitzt, wenn sie in Verbindung mit dem Papst ihr Lehramt ausübt.

26. Einheit der Vielfalt

Wir glauben, daß die von Christus gegründete Kirche, für die Er gebetet hat, unfehlbar eine ist: im Glauben, im Kult und in der hierarchischen Gemeinschaft. Die reiche Vielfalt in der Liturgie, die zu Recht bestehende Verschiedenheit im theologischen und geistlichen Erbe sowie in den eigenen Rechtsordnungen im Innern der Kirche tun ihrer Einheit keinen Abbruch, sondern fördern sie.

27. Außerkirchliche christliche Gemeinden

Wir anerkennen das Vorhandensein zahlreicher Elemente der Wahrheit und Heiligung außerhalb der Gemeinschaft der Kirche Christi, welche ihr zugehören und eigentlich auf die katholische Einheit hindrängen. Und wir glauben an das Wirken des Heiligen Geistes, der in den Herzen der Jünger Christi die Liebe zu dieser Einheit entflammt. Wir haben aber die Hoffnung, daß auch die Gläubigen, die noch nicht voll und ganz der Gemeinschaft der einen Kirche angehören, sich eines Tages in der einen Herde mit dem einen Hirten zusammenfinden werden.

28. Zu einer außerkirchlichen ewigen Rettung

Wir glauben, daß die Kirche heilsnotwendig ist; denn Christus, der alleinige Mittler und Weg zum Heil, ist für uns gegenwärtig in Seinem Leib, der die Kirche ist. Aber der göttliche Heilsplan umfaßt alle Menschen. Diejenigen, die ohne ihre Schuld die Frohbotschaft Christi und Seine Kirche nicht kennen, aber aufrichtig Gott suchen und sich mit Hilfe der Gnade um die Erfüllung Seines Willens bemühen, den sie aus den Forderungen ihres Gewissens klar erkannt haben - ihre Zahl ist freilich Gott allein bekannt - können das Heil erlangen.

29. Messe und Kreuzesopfer

Wir glauben, daß die heilige Messe, wenn sie vom Priester, der die Person Christi darstellt, kraft der durch das Weihesakrament empfangenen Gewalt gefeiert und im Namen Jesu Christi und der Glieder Seines mystischen Leibes dargebracht wird, das Opfer von Calvaria ist, das auf unseren Altären sakramental vergegenwärtigt wird.

30. Christus im Sakrament

Wir glauben, daß in der Weise, wie Brot und Wein vom Herrn beim letzten Abendmahl konsekriert und in Seinen Leib und Sein Blut verwandelt worden sind, die Er für uns am Kreuze geopfert hat, auch Brot und Wein, wenn sie vom Priester konsekriert werden, in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden, der glorreich in den Himmel aufgefahren ist. Und wir glauben, daß die geheimnisvolle Gegenwart des Herrn unter den äußeren Gestalten, die für unsere Sinne in derselben Weise wie vorher fortzubestehen scheinen, eine wahre, wirkliche und wesentliche Gegenwart ist.

31. Wirkliche Wesensverwandlung ...

Christus kann in diesem Sakrament nicht anders gegenwärtig sein als durch Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in Seinen Leib und die Verwandlung der ganzen Substanz des Weines in Sein Blut. Dabei bleiben nur die Gestalten von Brot und Wein, wie sie unsere Sinne wahrnehmen, unverändert erhalten. Diese geheimnisvolle Verwandlung nennt die Kirche auf sehr treffende Weise Transsubstantiation (Wesensverwandlung).

32. ... unabhängig von unserem Denken

Jede theologische Erklärung, die sich um das Verständnis dieses Geheimnisses bemüht, muß, um mit unserem Glauben übereinstimmen zu können, daran festhalten, daß Brot und Wein der Substanz nach, in der objektiven von unserem Denken unabhängigen Wirklichkeit, nach der Konsekration zu bestehen aufgehört haben, so daß nunmehr der anbetungswürdige Leib und das anbetungswürdige Blut unseres Herrn vor uns gegenwärtig sind - unter den sakramentalen Gestalten von Brot und Wein. So hat es der Herr gewollt, um sich uns zur Speise zu geben und uns einzugliedern in die Einheit Seines mystischen Leibes.

33. Der verklärte Christus

Das eine und unteilbare Dasein des verklärten Herrn im Himmel wird damit keineswegs vervielfältigt. Es ist durch das Sakrament vergegenwärtigt an den vielen Orten der Erde, wo das Meßopfer dargebracht wird.

34. ... bleibend im Sakrament

Diese gleiche Gegenwart bleibt auch nach der Feier des heiligen Opfers im allerheiligsten Sakrament fortbestehen, das im Tabernakel aufbewahrt wird, der die Herzmitte unserer Kirchen ist. Es ist uns eine heilige Pflicht, das fleischgewordene Wort, das unsere Augen nicht erblicken können und das, ohne den Himmel zu verlassen, sich uns vergegenwärtigt, in der heiligen Hostie, die unsere Augen sehen können, anzubeten und zu verehren.

35. Aufgabe der Kirche

Wir bekennen, daß Gottes Reich hier auf Erden in der Kirche Christi seinen Anfang nimmt, die nicht von dieser Welt ist, deren Antlitz ja vergeht. Und daß das Wachstum der Kirche nicht mit dem Fortschritt der Zivilisation, der Wissenschaft und der Technik des Menschen gleichgesetzt werden darf. Daß vielmehr die Kirche nur aus dem einen Grunde besteht, um immer tiefer den unergründlichen Reichtum Christi zu erkennen, immer zuversichtlicher auf die ewigen Güter zu hoffen, immer besser der Liebe Gottes zu antworten und den Menschen immer freigebiger die Güter der Gnade und Heiligkeit mitzuteilen.

36. ... und ihre Caritas

Ebenso ist es die Liebe, welche die Kirche bewegt, sich stets um das wahre zeitlich Wohl der Menschen zu sorgen. Unablässig erinnert sie ihre Kinder daran, daß ihnen hier auf Erden keine bleibende Wohnung beschieden ist. Sie drängt sie dazu, daß jeder von ihnen, entsprechend seiner Berufung und seinen Möglichkeiten, zum Wohle seiner Gemeinschaft beiträgt, daß er Gerechtigkeit, Frieden und Brüderlichkeit unter den Menschen fördert und seinen Brüdern, vor allem den Armen und Unglücklichen, hilft.

37. Sorge der Kirche ...

Die stete Sorge der Kirche, der Braut Christi, für die Not der Menschen, für ihre Freuden und Hoffnungen, für ihre Arbeiten und Mühen ist demnach nichts anderes als die große Sehnsucht, ihnen nahe zu sein, um sie zu erleuchten mit dem Lichte Christi und sie alle in Ihm, ihrem alleinigen Heiland, zu vereinen. Diese Sorge kann niemals bedeuten, daß sich die Kirche den Dingen dieser Welt gleichförmig macht, noch kann sie die brennende Sehnsucht mindern, mit der die Kirche ihren Herrn und Sein ewiges Reich erwartet.

38. ... fürs ewige Leben ...

Wir glauben an das ewige Leben. Wir glauben, daß die Seelen aller, die in der Gnade Christi sterben, sei es, daß sie noch im Reinigungsort (Fegefeuer) geläutert werden müssen oder daß sie Jesus im Augenblick, da sie ihren Leib verlassen, in das Paradies aufnimmt, wie Er es mit dem guten Schächer am Kreuz getan hat, das Volk Gottes bilden nach dem Tod, der am Tag der Auferstehung, da die Seelen mit ihren Leibern wieder vereinigt werden, endgültig besiegt wird.

39. ... in Gottes Herrlichkeit

Wir glauben, daß die große Schar derer, die mit Jesus und Maria im Paradies vereinigt sind, die himmlische Kirche bildet. Dort schauen sie in ewiger Glückseligkeit Gott so, wie er ist. Dort sind sie auch, verschieden dem Grad und der Art nach, Teilhaber jener göttlichen Herrschaft, die der verherrlichte Christus ausübt, zusammen mit den heiligen Engeln. Sie legen für uns Fürsprache ein und helfen uns in unserer Schwachheit durch ihre brüderliche Sorge.

40. Streitende, leidende, triumphierende Kirche Gottes

Wir glauben an die Gemeinschaft aller Christgläubigen: derer, die hier auf Erden pilgern; derer, die nach Abschluß des Erdenlebens geläutert werden; und derer, die die himmlische Seligkeit genießen; sie alle bilden zusammen die eine Kirche. Wir glauben desgleichen, daß in dieser Gemeinschaft die barmherzige Liebe Gottes und seiner Heiligen stets unseren Gebeten Gehör schenkt, wie uns Jesus gesagt hat: "Bittet und ihre werdet empfangen." Mit ebendiesem Glauben und ebendieser Hoffnung erwarten wir die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Gepriesen sei der dreimalheilige Gott! Amen.
(Quelle)

civilisation
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Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15

Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von civilisation »

An dieser Stelle möchte ich auch nur mal so einfach den Antimodernisteneid (abgeschafft durch Paul VI.) einwerfen.
Ich umfasse fest und nehme an alles und jedes Einzelne, was vom irrtumslosen Lehramt der Kirche bestimmt, aufgestellt und erklärt ist, besonders die Hauptstücke ihrer Lehre, die unmittelbar den Irrtümern der Gegenwart entgegen sind.

Erstens: Ich bekenne, daß Gott, der Ursprung und das Ende aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der Vernunft durch das, was geschaffen ist, d.h. durch die sichtbaren Werke der Schöpfung, als Ursache mittels der Wirkung, mit Sicherheit erkannt und auch bewiesen werden kann.

Zweitens: Ich anerkenne die äußeren Beweismittel der Offenbarung, d.h. die Werke Gottes, in erster Linie die Wunder und Prophezeiungen, als ganz sichere Zeichen des göttlichen Ursprungs der christlichen Religion. Ich halte fest, daß sie dem Geist aller Zeiten und Menschen, auch der Gegenwart, auf das beste angepaßt sind.

Drittens: Fest glaube ich, daß die Kirche, die Hüterin und Lehrerin des geoffenbarten Wortes, durch den wahren und geschichtlichen Christus selbst, während seines Lebens unter uns, unmittelbar oder direkt eingesetzt, und daß sie auf Petrus, den Fürsten der apostolischen Hierarchie, und auf seine steten Nachfolger gebaut wurde.

Viertens: Ohne Rückhalt nehme ich die Glaubenslehre an, die von den Aposteln durch die rechtgläubigen Väter stets in demselben Sinn und in derselben Bedeutung bis auf uns gekommen ist. Deshalb verwerfe ich ganz und gar die irrgläubige Erfindung der Entwicklung der Glaubenssätze, die von einem Sinn zu einem andern übergingen, der abweiche von dem Sinn, den die Kirche einst gemeint habe. Ebenso verwerfe ich jeden Irrtum, der das göttliche, der Braut Christi übergebene Vermächtnis, das von ihr treu bewahrt werden soll, durch eine Erfindung unseres Denkens oder durch eine Schöpfung des menschlichen Bewußtseins ersetzen will, das durch menschliches Bemühen langsam ausgebildet wurde und sich in Zukunft in unbegrenztem Fortschritt vollenden soll.

Fünftens: Als ganz sicher halte ich fest und bekenne aufrichtig, daß der Glaube nicht ein blindes religiöses Gefühl ist, das aus dem Dunkel des Unterbewußtseins im Drang des Herzens und aus der Neigung des sittlich geformten Willens entspringt, sondern daß er eine wahre Zustimmung des Verstandes zu der von außen durch Hören empfangenen Wahrheit ist, durch die wir auf die Autorität Gottes des Allwahrhaftigen hin für wahr halten, was uns vom persönlichen Gott, unserm Schöpfer und Herrn, gesagt, bezeugt und geoffenbart worden ist. In schuldiger Ehrfurcht unterwerfe ich mich mit ganzem Herzen und schließe ich mich an allen Verurteilungen, Erklärungen, Vorschriften, wie sie im Rundschreiben "Pascendi" und im Entscheid "Lamentabili" enthalten sind, besonders, insoweit sie sich auf die sogenannte Geschichte der Glaubenssätze beziehen. Auch verwerfe ich den Irrtum derer, die behaupten, der von der Kirche vorgelegte Glaube könne der Geschichte widerstreiten und die katholischen Glaubenssätze könnten in dem Sinn, in dem sie jetzt verstanden werden, mit den Ursprüngen der christlichen Religion, wie sie wirklich waren, nicht in Einklang gebracht werden.

Ich verurteile und verwerfe auch die Auffassung derer, die sagen, ein gebildeter Christ führe ein Doppeldasein, das Dasein des Gläubigen und das Dasein des Geschichtsforschers, als ob es dem Geschichtsforscher erlaubt wäre, festzuhalten, was der Glaubenswahrheit des Gläubigen widerspricht, oder Voraussetzungen aufzustellen, aus denen sich ergibt, daß die Glaubenssätze falsch oder zweifelhaft sind, wenn man sie nur nicht direkt leugnet. Ich verwerfe ebenso eine Weise, die Heilige Schrift zu beurteilen und zu erklären, die die Überlieferung der Kirche, die Entsprechung zum Glauben und die Normen des Apostolischen Stuhls außer acht läßt, die sich den Erfindungen der Rationalisten anschließt und die Kritik am Texte ebenso unerlaubt wie unvorsichtig als einzige und oberste Regel anerkennt.

Auch die Auffassung derer verwerfe ich, die daran festhalten, ein Lehrer der theologischen Geschichtswissenschaften oder ein Schriftsteller auf diesem Gebiet müsse zuerst jede vorgefaßte Meinung vom übernatürlichen Ursprung der katholischen Überlieferung oder von einer Verheißung der göttlichen Hilfe zur steten Bewahrung einer jeden geoffenbarten Wahrheit ablehnen. Die Schriften der einzelnen Väter müßten nach rein wissenschaftlichen Grundsätzen erklärt werden unter Ausschluß jeder Autorität und mit derselben Freiheit des Urteils, mit der man jedes außerkirchliche Denkmal der Geschichte erforscht. Endlich bekenne ich ganz allgemein: Ich habe nichts zu schaffen mit dem Irrtum, der die Modernisten glauben läßt, die heilige Überlieferung enthalte nichts Göttliches, oder, was noch viel schlimmer ist, der sie zu einer pantheistischen Deutung der Überlieferung führt, so daß nichts mehr übrigbleibt als die nackte, einfache Tatsache, die in einer Linie steht mit den gewöhnlichen Geschehnissen der Geschichte, die Tatsache nämlich, daß Menschen durch ihre eigenen Bemühungen, durch ihre Sorgfalt und Einsicht die von Christus und seinen Aposteln begonnene Schule in den nachfolgenden Zeitabschnitten fortsetzten. So halte ich denn fest und bis zum letzten Hauch meines Lebens werde ich festhalten den Glauben der Väter an die sichere Gnadengabe der Wahrheit, die in der Nachfolge des bischöflichen Amtes seit den Aposteln ist, war und immer sein wird, so daß nicht das Glaubensgegenstand ist, was entsprechend der Kultur eines jeden Zeitabschnittes besser und passender scheinen könnte, sondern daß niemals in verschiedener Weise geglaubt, nie anders verstanden wurde die absolute, unabänderliche Wahrheit, die seit Anfang von den Aposteln gepredigt wurde.

Ich gelobe, daß ich das alles getreu, unversehrt und rein beobachten und unverletzt bewahren, daß ich in der Lehre oder in jeder Art von Wort und Schrift nie davon abweichen werde. So gelobe ich, so schwöre ich, so helfe mir Gott und dieses heilige Evangelium Gottes.
Sollte eigentlich auch für alle Katholiken selbstverständlich sein ...

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taddeo
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von taddeo »

civilisation hat geschrieben:An dieser Stelle möchte ich auch nur mal so einfach den Antimodernisteneid (abgeschafft durch Paul VI.) einwerfen.
...
Sollte eigentlich auch für alle Katholiken selbstverständlich sein ...
Nein, eben gerade nicht.
Der Antimodernisteneid wurde - genau wie heute die Professio Fidei - von einem normalen Katholiken NICHT verlangt, sondern nur von Personen, die in besonderer Weise mit der Verkündigung der kirchlichen Lehre betraut waren. Die haben Theologie studiert, von denen verlangte und verlangt man, so eine komplexe Formel nachvollziehen und ihr zustimmen zu können.

Kein Durchschnittskatholik muß Angst um sein Seelenheil haben, wenn er sagt "ich könnte das nicht beschwören, weil ich es nicht kapiere". Und kapieren kann man das nicht, ohne bei jedem Satz die zig Anmerkungen im Hinterkopf zu haben, die mit diesen wenigen dürren Worten mitgemeint sind.

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Melody
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Melody »

taddeo hat geschrieben:Der erste, kursiv gesetzte Teil des Eingangspostings reicht für einen Katholiken als Bekenntnis völlig aus.
Alle weiteren Zusätze privater Natur sollte man tunlichst auch als solche behandeln,
denn darin ist Mißverständlichkeiten Tür und Tor geöffnet, die dem einzelnen sicher nicht bewußt und für ihn auch keineswegs abträglich sind, aber als öffentliche Meinungsäußerung ungeeignet.
Mir ist völlig klar, dass vieles missverständlich ist, aber ich wollte daraus auch keine Doktorarbeit machen.

Ich weiß nicht, was Galilei zu seiner Äußerung veranlasst hat, aber mich regen diese ganzen Schubladen tierisch auf. Jetzt also auch noch Papisten. Na, super. Ich will katholisch sein, sonst nichts.
Dass das alles private Aussagen sind, habe ich doch, so denke ich, deutlich gesagt. Ich habe auch nicht erwartet, dass man mir da einfach zustimmt, und ich denke, die drei, die es taten, werden sicherlich nicht in allen Punkten mit mir einer Meinung sein. Aber darum ging es mir auch nicht.

Wir haben in der katholischen Kirche durchaus eine relativ große Spannbreite dessen, was alles katholisch ist. Und ich verstehe nicht, warum von verschiedenen Seiten das ganze immer so künstlich in die Enge geführt werden muss. Und insbesondere verstehe ich nicht, warum man sich immer so sehr von den anderen Katholiken abgrenzen muss, so in der Form, wir die Guten, ihr die Bösen. Das missfällt mir, und mir missfallen auch die ganzen Kategorien. Ich sehe mich tatsächlich einfach nur als katholisch an. Ich passe in keine Schublade und lasse mich auch innerkirchlich auf keine Seite ziehen.

Es gibt grundlegende Dinge, die man glauben muss, die die Basis sind.
Vieles andere können wir als Hilfen zum persönlichen Glauben als zusätzliches Geschenk annehmen oder es bleiben lassen.
In einer Zeit, wo leider selbst viele Katholiken nicht mehr an die "Basis" glauben, sollten doch wir hier, die wir das doch wahrscheinlich bis auf vielleicht wenige Ausnahmen(?) alle tun, wieder mehr in den Vordergrund rücken, was wichtig und wesentlich ist.

Ich fand den Vorschlag gut, den cantus planus bei den Fragen und Kommentaren zum Modprotokoll machte: Für jedes Negativposting drei Postings bei den glücklichen Erlebnissen mit der Kirche... :daumen-rauf:
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civilisation
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von civilisation »

@ Taddeo

Ist mir schon klar, in welchem Zusammenhang der AM zu sehen ist, wer ihn ableisten mußte etc.

Ich wollte nur mal darauf hinweisen, daß dieser Eid auch Dinge enthält, die zum einfach zum "Katholisch-Sein" dazugehören.

Oder bin ich etwa noch katholisch, wenn ich bestreite,
daß sie [die Kirche] auf Petrus, den Fürsten der apostolischen Hierarchie, und auf seine steten Nachfolger gebaut wurde.

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Marion
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Marion »

Ein Katholik (also ein ganz normaler Katholik!) glaubt doch alles was die Kirche zu glauben vorlegt, das machen doch nicht nur Geweihte oder Studierte. Ob das verstanden wird, gewusst wird, ob das von irgendjemand "wichtig" oder weniger "wichtig" eingeschätzt wird ist, ob wir als Laien keine solchen Eide wie den Antimodernisteneid abgeben, spielt keine Rolle.

Mir wurde das auf jeden Fall so beigebracht. Bilden müssen wir uns, daß wir immer mehr wissen und fragen wenn wir was nicht verstehen, damit wir den Glauben gegenüber anderen auch gut vertreten können. Gegen die Lehre reden darf man nicht. Wenn man sich bei irgend einem Punkt in der Lehre weigert das zu glauben, dann kann man davon ausgehen, daß einem die Gnade des Glaubens fehlt (daß man diese Gnade des Glaubenkönnen nicht angenommen hat). Schön, daß in der Kirche einige unterwegs sind, die fähig sind, und auch die Geduld haben solche Punkte die nicht gleich einleuchten zu erklären. Der Herr kann nicht irren und hat uns die Kirche ja gegeben, damit wir uns sicher sein können, daß das alles stimmt, was zum Glauben vorgelegt wird. ALLES.
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taddeo
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von taddeo »

Es reicht aber die Intention, alles zu glauben - man muß nicht tatsächlich alles wissen und expressis verbis bekennen, was zu glauben ist.
Das Glaubensbekenntnis, das man am Sonntag in der Kirche spricht, schließt alles andere mit ein. Das war schon immer so.

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Melody
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Melody »

taddeo hat geschrieben:Das Glaubensbekenntnis, das man am Sonntag in der Kirche spricht, schließt alles andere mit ein. Das war schon immer so.
Ja, wenn man es denn sprechen würde... wer aber stattdessen nur Woche für Woche einen Dreizeiler singt, der lässt leider vieles, was wesentlich wäre, aus... :(
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Sascha B.
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Sascha B. »

Melody hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:Das Glaubensbekenntnis, das man am Sonntag in der Kirche spricht, schließt alles andere mit ein. Das war schon immer so.
Ja, wenn man es denn sprechen würde... wer aber stattdessen nur Woche für Woche einen Dreizeiler singt, der lässt leider vieles, was wesentlich wäre, aus... :(
Wer seinen Glauben ernst nimmt eignet sich ja Wissen an und die Leute welche eh alles nicht so eng sehen ändern sich auch nachm 1000mal Credo runterleiern nicht.

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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von cantus planus »

Wie schön. Schon sind die einen am meckern, und die anderen hängen sich an Detailfragen auf. :breitgrins:
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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taddeo
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von taddeo »

cantus planus hat geschrieben:Wie schön. Schon sind die einen am meckern, und die anderen hängen sich an Detailfragen auf. :breitgrins:
Das Problem liegt schon im Strangtitel, denke ich.
Wenn man "einfach nur katholisch sein" will, ist es gut, möglichst wenig drüber zu reden - zumindest mit Katholiken. ;D :pfeif:

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Melody
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Melody »

Die Grundlage ist halt das Credo, deshalb hab ich es ja auch bewusst an den Anfang gesetzt.
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von lifestylekatholik »

taddeo hat geschrieben:Kein Durchschnittskatholik muß Angst um sein Seelenheil haben, wenn er sagt "ich könnte das nicht beschwören, weil ich es nicht kapiere".
Rabulistik. :daumen-runter:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Niels
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von Niels »

Also... mir ist der Text des "Antimodernisteneides" weitaus lieber als das "Credo des Gottesvolkes"...
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ChrisCross
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Re: Ich will einfach nur katholisch sein...

Beitrag von ChrisCross »

Niels hat geschrieben:Also... mir ist der Text des "Antimodernisteneides" weitaus lieber als das "Credo des Gottesvolkes"...
:ja:
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1

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