Katechese

Allgemein Katholisches.
Edith
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Beitrag von Edith » Mittwoch 27. Oktober 2004, 09:57

Renata hat geschrieben:
Marlene hat geschrieben: Kleiner Exkurs:
Wie lautet so ein Dankgebet?
"Baruch Atah Adonai Elohenu Melech HaOlam boreh peri hagafen.

Gelobt Seist Du, Ewiger unser Gott, König der Welt, der Du die Frucht des Weines erschaffen hast."

Gruß
Renata :)
also eigentlich fast wörtlich, was der Priester bei der Gabenbereitung über Brot und Wein spricht (leider meist still - während wir ein Lied singen müssen... )
und worauf ich dann antworten dürfte (wenn er es laut macht) "Gepriesen bist Du in Ewigkeit, Herr unser Gott".

Marlene
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Beitrag von Marlene » Freitag 29. Oktober 2004, 13:41

Edith hat geschrieben:
also eigentlich fast wörtlich, was der Priester bei der Gabenbereitung über Brot und Wein spricht (leider meist still - während wir ein Lied singen müssen... )
und worauf ich dann antworten dürfte (wenn er es laut macht) "Gepriesen bist Du in Ewigkeit, Herr unser Gott".
Diese Singerei, während es am Altar "Ernst wird" stört mich immer mehr, vor allem, seit ich immer mal wieder eine Messe erleben, in der es anders ist.

Ist das "Opferlied" nur Gewohnheit, oder hat das eine liturgische Funktion, die ich nicht erkenne?

schmitz-backes
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Beitrag von schmitz-backes » Freitag 29. Oktober 2004, 17:30

Marlene hat geschrieben:
Edith hat geschrieben:
also eigentlich fast wörtlich, was der Priester bei der Gabenbereitung über Brot und Wein spricht (leider meist still - während wir ein Lied singen müssen... )
und worauf ich dann antworten dürfte (wenn er es laut macht) "Gepriesen bist Du in Ewigkeit, Herr unser Gott".
Diese Singerei, während es am Altar "Ernst wird" stört mich immer mehr, vor allem, seit ich immer mal wieder eine Messe erleben, in der es anders ist.

Ist das "Opferlied" nur Gewohnheit, oder hat das eine liturgische Funktion, die ich nicht erkenne?
Das von Dir sog. "Opferlied" tritt in der Betsingmesse an die Stelle des Offertorium, des traditionellen gregorianischen Gesangs zur Opferung. Seit der Liturgiereform ist er jedoch nicht mehr in den Proprien festgeschrieben, früher wurde er immer auch vom Priester gesprochen, ehe er das Velum vom Kelch abnahm und die Opferung begann.
Der Tradition nach wird, wenn nicht der o.g. greg. Offertoriumsgesang angestimmt wird, Stille empfohlen.

Die Bedeutung der Gabenbereitung hat durch die Liturgiereform beträchtlich abgenommen, demnach ist ihre Bedeutung auch bei den Glaäbigen zurück gegangen. Nun soll man sitzen, nicht mehr knien. Man soll sich "ausruhend" auf das Hochgebetvorbereiten. Das alte Offertorium hatte einen starken "Selbstaufopferungscharakter", man sollte sich, seine Sorgen etc. "auf die Patene des Priesters legen", wie es früher häufig ausgedrückt wurde.
Die Gabenbereitung/Opferung hamit der Reform eine ganz andere Bedeutung bekommen! Sie gilt nun vielmehr als "unwichtiger" Vorbereitungakt. :/

Über die Sinnhaftigkeit dieser Veränderungen lässt sich sicherlich unter Liturgiewissenschaftlern wie unter einfachen liturgieinteressierten Katholiken prima streiten :shock: ;)
"Ihr seid nicht die letzte Nachhut des Mittelalters, sondern die Vorboten einer neuen Zeit!" Joachim Kardinal Meisner

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Paterjuerch
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Beitrag von Paterjuerch » Samstag 30. Oktober 2004, 02:03

Schmitz-Backes hat geschrieben:Das von Dir sog. "Opferlied" tritt in der Betsingmesse an die Stelle des Offertorium, des traditionellen gregorianischen Gesangs zur Opferung. Seit der Liturgiereform ist er jedoch nicht mehr in den Proprien festgeschrieben, früher wurde er immer auch vom Priester gesprochen, ehe er das Velum vom Kelch abnahm und die Opferung begann.
Nicht vorgeschrieben, aber nach wie vor möglich.
AEM hat geschrieben:50. Das Herbeibringen der Gaben wird vom Gesang zur Gabenbereitung begleitet, der wenigstens so lange fortgesetzt wird, bis die Gaben zum Altar gebracht sind. Die Bestimmungen für diesen Gesang sind dieselben wie für den Gesang zur Eröffnung (Nr. 26). Wird nicht gesungen, entfällt auch das Lesen des Textes.

26. Der Gesang wird entweder im Wechsel von Sängerchor und Gemeinde beziehungsweise von Kantor und Gemeinde oder allein von der Gemeinde beziehungsweise dem Sängerchor ausgeführt. Man kann den Eröffnungsvers mit dem dazugehörigen Psalm aus dem Graduale Romanum beziehungsweise dem Graduale Simplex verwenden oder einen anderen Gesang, der diesem Teil der Feier, dem betreffenden Tag oder der liturgischen Zeit entspricht und dessen Text von der Bischofskonferenz gebilligt ist.
Schmitz-Backes hat geschrieben:Der Tradition nach wird, wenn nicht der o.g. greg. Offertoriumsgesang angestimmt wird, Stille empfohlen.
Auch dies, nach wie vor.
Das Messbuch (S. 344) hat geschrieben:Wird weder gesungen, noch die Orgel gespielt, ist es dem Priester erlaubt, diesen Begleittext (Anm.: die Begleitgebete zur Gabenbereitung, s.o.) mit vernehmlicher Stimme zu sprechen. ... Im Hinblick auf den lauten Vortrag des Wortgottesdienstes und des Hochgebetes empfiehlt es sich, die hier gebotene Möglichkeit des "heiligen Schweigens" zu nutzen und auf den lauten Vortrag der Begleittexte zu verzichten.
Schmitz-Backes hat geschrieben:Die Bedeutung der Gabenbereitung hat durch die Liturgiereform beträchtlich abgenommen, demnach ist ihre Bedeutung auch bei den Gläubigen zurück gegangen. ... Das alte Offertorium hatte einen starken "Selbstaufopferungscharakter", man sollte sich, seine Sorgen etc. "auf die Patene des Priesters legen", wie es früher häufig ausgedrückt wurde.
Diese Gedanken des "alten Offertoriums" finden sich in Liedern zur Gabenbereitung aus dem Gotteslob ebenso wieder.
Das Gotteslob (Nr. 480, Str. 2) hat geschrieben:Sieh gnädig auf uns nieder, / die wir in Demut nahn, /
Nimm uns als Christi Brüder / mit ihm zum Opfer an. /
Lass rein uns vor Dir stehen / von seinem Blut geweiht, /
durch Kreuz und Tod eingehen / in deine Herrlichkeit.
Schmitz-Backes hat geschrieben:Die Gabenbereitung/Opferung hamit der Reform eine ganz andere Bedeutung bekommen! Sie gilt nun vielmehr als "unwichtiger" Vorbereitungakt.
Enrico Mazza hat geschrieben:Mit zwei Gebeten ... begleitet der Priester das Niederlegen von Brot und Wein auf dem Altar, bzw. das Niederlegen der Gaben vor Gottes Angesicht. In dieser Geste findet sich nichts Offertoriales, und dennoch wird der Gesang, der das Herbeitragen der Gaben durch die Gläubigen zum Altar begleitet, weiterhin Offertorium (Opferlied) genannt. Unter dem Begriff "Opfer" ist also nur die Handlung der Gläubigen zu verstehen, die die Gaben herbeigetragen haben, nicht der Ritus, mit dem der Priester Brot und Wein auf dem Altar ablegt. (La celebrazione eucaristica, Cinisello Balsamo 1996, 310; meine Übs.)
Offertorium im letzteren Sinne wäre ja nur das Hochgebet, denn in ihm wird der gegenwärtig, der sich für uns dargebracht hat und im Hochgebet bringt der Priester eben diese Gaben nicht mehr als einfaches Brot (weshalb auch diese relativ wenig aussagekräftigen Gebete genügen), sondern als Leib und Blut Christi dar. Auf dieses bereitet die Gebenbereitung freilich vor, weshalb sie deshalb unwichtig sein soll, ist mir schleierhaft. Sie bereitet vor und nimmt nichts vorweg, was im Hochgebet seinen guten Ort hat.
Das erste Hochgebet hat geschrieben:So bringen wir aus den Gaben, die du uns geschenkt hast, dir dem erhabenen Gott, die reine, heilige und makellose Opfergabe dar: das Brot des Lebens und den Kelch des ewigen Heiles.
Im Gegensatz dazu kann für die Prozession der Gabenbereitung der Begriff "Offertorium" noch gut verwendet werden, denn dort bringen die Gläubigen ja eben diese Gaben dar (offerunt). Dieses Herbeibringen wird von geeigneten Gesängen begleitet, wie etwa die zitierte Strophe von Nr. 480. In solchen Lieder sollte das Sich-Hineinlegen, Sich-selbst-Darbringen durchaus zum Ausdruck kommen. Nachdem nun hier viel Emotionelles mit hineinspielt (...meine Sorgen und Hoffnungen .. ich selbst in der Schale) ist zu fragen, was hier am besten begleitet. Das Messbuch antwortet hier mit dem zitierten Abschnitt: Ein Lied oder Stille, oder aber der Begleitgebete. Letzteres erscheint aber hier jedenfalls als die ungünstigste Möglichkeit.
Der Priester spricht vor der Händewaschung leise: "Nimm uns an und gib, dass unser Opfer Dir gefalle."
Nimm uns an - so, wie wir sind, mit allen Fehlern und Schwächen. All das bezieht sich nur auf das Herbeitragen, nicht auf das Niederlegen der Gaben auf dem Altar.
Ad infinitam dei gloriam.

Edith
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Beitrag von Edith » Samstag 30. Oktober 2004, 08:46

Anastasis hat geschrieben: (Wenn ich z.B. in einer Gruppe gebeten werde, ein Tischgebet zu sprechen, mache ich das auch sehr gern nach diesem Muster, allerdings dann doch meist mit einem christologischen Schluß wie "...durch Christus, unseren Herrn").
Interessant! Das ist auch mein liebstes Tischgebet. :ja:
Kommst Du mal zum Essen zu mir?

Edith
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Beitrag von Edith » Samstag 30. Oktober 2004, 08:50

schmitz-backes hat geschrieben: Die Gabenbereitung/Opferung hamit der Reform eine ganz andere Bedeutung bekommen! Sie gilt nun vielmehr als "unwichtiger" Vorbereitungakt. :/
naja, jedenfalls dann, wenn da ein Marienlied gesungen wird..... und kein Lied zur Gabenbereitung......

ich fänds aber auch am sinnvollsten, die Gabenbereitungsgebete laut zu sprechen! *aufrufanunserepriesterhier*

Edith
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Beitrag von Edith » Samstag 30. Oktober 2004, 08:52

Hat jemand mal Alt-Abt Dr. Odilo Lechner OSB bei der Gabenbereitung zugesehen?
Er streckt sich nach oben, als wolle er sie Gott vor Augen halten... und tut das in großer Sammlung. Die Gemeinde in St Bonifaz schaut da in aller Regel fasziniert hin... und begreift, dass da etwas Wichtiges passiert.... es singen zwar auch einige... aber kaum jemand schaut ins Buch.....
:)

Er liftet auch nicht eben mal den Kelch hoch, so 3 Sekunden... sondern man kann still und - langsam - das Gebet mitbeten.... er lässt sich da richtig Zeit.

Edith - Odio-Fan. :ja:

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Paterjuerch
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Beitrag von Paterjuerch » Samstag 30. Oktober 2004, 10:00

Edith hat geschrieben:naja, jedenfalls dann, wenn da ein Marienlied gesungen wird..... und kein Lied zur Gabenbereitung......
Marienlieder an sich wären an dieser Stelle überhaupt kein Problem. Mit den Gaben bringen wir uns selbst dar, so wie Maria sich ganz Gott zur Verfügung gestellt hat. In unserem italienischen Liederbuch gibt es ein Gabenbereitungslied, das diesen Bezug leichter deutlich werden lässt ("Bring dar / Dein ganzes Leben / so wie Maria / zu Füßen des Kreuzes..." - wenngleich mir hier eher die Verkündigung einfallen würde, als Maria unter dem Kreuz). Freilich kann da nicht jedes Marienlied verwendet werden, also Lieder, die an die Himmelskönigin gerichtet sind, sollten vielleicht besser anderen Gelegenheiten vorbehalten sein. Vorstellen kann ich mir hier gut GL Nr. 580.
Edith hat geschrieben:Hat jemand mal Alt-Abt Dr. Odilo Lechner OSB bei der Gabenbereitung zugesehen?
Er streckt sich nach oben, als wolle er sie Gott vor Augen halten... und tut das in großer Sammlung. Die Gemeinde in St Bonifaz schaut da in aller Regel fasziniert hin... und begreift, dass da etwas Wichtiges passiert.... es singen zwar auch einige... aber kaum jemand schaut ins Buch..... :)
Ja, in Sammlung und Stille sollte es, denke ich, am aller besten geschehen. Ich bin in unserer Hausgemeinschaft, glaube ich, der einzige, der auch mal dem heiligen Schweigen den Vorzug gibt. Und hier kann die Gestik wirklich in einer Weise den Sinn der Handlung so unterstreichen, dass es absolut keiner Worte bedarf.
Ad infinitam dei gloriam.

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Beitrag von Edith » Samstag 30. Oktober 2004, 10:03

Paterjuerch hat geschrieben:
Edith hat geschrieben:naja, jedenfalls dann, wenn da ein Marienlied gesungen wird..... und kein Lied zur Gabenbereitung......
Marienlieder an sich wären an dieser Stelle überhaupt kein Problem. Mit den Gaben bringen wir uns selbst dar, so wie Maria sich ganz Gott zur Verfügung gestellt hat.
hm.
Ich weiß nicht..... gerade in frommen Kreisen... weiß kaum jemand was der PRiester da betet..... und ein Lied wie "Maria Dich lieben..." als Ersatz?
Ich weiß nicht... also ich bin da Purist. ;)

Edith
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Beitrag von Edith » Samstag 30. Oktober 2004, 10:05

Paterjuerch hat geschrieben: Ich bin in unserer Hausgemeinschaft, glaube ich, der einzige, der auch mal dem heiligen Schweigen den Vorzug gibt. Und hier kann die Gestik wirklich in einer Weise den Sinn der Handlung so unterstreichen, dass es absolut keiner Worte bedarf.
Das ist wahr. Dennoch wäre mir lieber, der Zelebrant gibt mir die Möglichkeit, mit ihm zusammen die liturgischen Gebet zur Gabenbereitung zu beten, bzw, die liturgischen Antworten darauf geben zu können.

Diese Kultur des Weglassens..... in der Liturgie..... tut mir weh.

Ralf
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Beitrag von Ralf » Samstag 30. Oktober 2004, 10:08

(Kleiner unbedeutender Einwurf: wäre ich stiller Mitleser, der nicht viel von kath. Liturgie versteht, wäre mir dieser Thread zu detailversessen. Der große Bogen geht so verloren.)
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Edith
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Beitrag von Edith » Samstag 30. Oktober 2004, 10:15

Ralf hat geschrieben:(Kleiner unbedeutender Einwurf: wäre ich stiller Mitleser, der nicht viel von kath. Liturgie versteht, wäre mir dieser Thread zu detailversessen. Der große Bogen geht so verloren.)
Da hat er Recht.....
ok, also zur Sammlung... hier nochmal das Gebet, zur Vermischung von Wasser und Wein:

"Wie das Wasser sich mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse uns dieser Kelch teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat."

Also... das haut mich immer wieder vom Hocker..... "teilhaben an der Gottheit Christi..." welch ein Wort! Das ist eigentlich... was bei der Kommunion geschieht. Ein Wahnsinn.... aber - ich greife vor. Tschuldigung.

Edith
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Beitrag von Edith » Donnerstag 2. Dezember 2004, 12:19

up

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Donnerstag 2. Dezember 2004, 13:08

Könnte auch weitergeführt werden, dieser Thread!

Gruß,
Elisabeth

Edith
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Beitrag von Edith » Donnerstag 2. Dezember 2004, 15:37

Fichtel-Wichtel hat geschrieben:Könnte auch weitergeführt werden, dieser Thread!

Gruß,
Elisabeth
na, dann mach!

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Donnerstag 2. Dezember 2004, 16:18

Auf das Gebet am Ende der Gabenbereitung hat Paterjuerch schon hingewiesen:

"Herr, wir kommen zu dir mit reumütigem Herzen und mit demütigem Sinn. Nimm uns an und gib, daß unser Opfer dir gefalle."

Meist spricht der Priester dieses Gebet leise, das ist laut Meßbuch wohl auch so vorgesehen. Warum? Ist nicht die ganze Eucharistie feiernde Gemeinde gemeint?

Edith
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Beitrag von Edith » Donnerstag 2. Dezember 2004, 16:23

Anastasis hat geschrieben:Auf das Gebet am Ende der Gabenbereitung hat Paterjuerch schon hingewiesen:

"Herr, wir kommen zu dir mit reumütigem Herzen und mit demütigem Sinn. Nimm uns an und gib, daß unser Opfer dir gefalle."

Meist spricht der Priester dieses Gebet leise, das ist laut Meßbuch wohl auch so vorgesehen. Warum? Ist nicht die ganze Eucharistie feiernde Gemeinde gemeint?
ich bete das immer leise mit, egal... ob ich ein Lied singen "soll" oder nicht...

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Paterjuerch
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Beitrag von Paterjuerch » Donnerstag 2. Dezember 2004, 18:02

Anastasis hat geschrieben:Meist spricht der Priester dieses Gebet leise, das ist laut Meßbuch wohl auch so vorgesehen. Warum? Ist nicht die ganze Eucharistie feiernde Gemeinde gemeint?
Auch wenn von "wir" die Rede ist, würde ich das Gebet spontan unter die Apologien einordnen, unter Gebete also, in denen der Priester sich vor Gott verdemütigt. Gleich darauf folgt ja die Händewaschung und dort spricht der Priester ja explizit von "seiner Schuld", also im Singular und nicht im Plural.

Außer dem Schuldbekenntnis kenne ich keine Apologien, die von der ganzen Gemeinde gesprochen werden.
Ad infinitam dei gloriam.

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Donnerstag 2. Dezember 2004, 18:18

Ok, das mag, liturgiegeschichtlich gesehen, die "Gebetsgattung" sein - aber in dem Gebet wird nichts gesagt, was nur ein Priester sagen kann, oder? Ich hoffe doch, wir alle kommen - mehr oder weniger - mit reumütigem Herzen und demütigem Sinn und bitten Gott, uns anzunehmen - daß wir uns selbst darbringen, kam ja schon zur Sprache.

(Schön, daß Du auch gleich wieder dabei bist!) :)

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Donnerstag 2. Dezember 2004, 18:26

Weil's schon eine Weile her ist...
Paterjuerch hat geschrieben:Der Priester spricht vor der Händewaschung leise: "Nimm uns an und gib, dass unser Opfer Dir gefalle."
Nimm uns an - so, wie wir sind, mit allen Fehlern und Schwächen.

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Paterjuerch
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Beitrag von Paterjuerch » Donnerstag 2. Dezember 2004, 18:30

Dass alle mit reumütigem Herzen zu Gott kommen, hoffe ich auch, ei freilich! :ja:
Es bleibt ein Privatgebet des Priesters.
Ad infinitam dei gloriam.

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Donnerstag 2. Dezember 2004, 19:50

Oh weh, Edith, wenn das priesterliches Privateigentum ist, dürfen wir's am Ende gar nicht leise mitbeten... ;)

Im Ernst: es ist schon nachvollziehbar, daß es ein Privatgebet ist. Aber die Haltung, die das Gebet zum Ausdruck bringt, finde ich für alle wichtig. Und wenn es dann doch mal hörbar gesprochen wird (nicht unbedingt laut), freut es mich, es zu hören und für mich mitzuvollziehen. Wenn ich es nicht höre, aber dran denke (wenn mich der Priester z.B. dadurch daran erinnert, daß er sich auch wirklich dazu verneigt...), dann bete ich es auch still mit.

Biggi
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Beitrag von Biggi » Donnerstag 2. Dezember 2004, 20:11

Ich mach jetzt im Ablauf der Eucharistiefeier einen gehörigen Sprung – wenn der zu groß ist, stellt das Posting ins Regal, wo es warten soll, bis es an der Reihe ist... – , aber mir kommt der Gedanke gerade, weil ich ein anderes "Stilles Gebet", nämlich unmittelbar vor der Kommunion, so sehr mag und eigentlich immer sehr bewusst mitbete:
"Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, dem Willen des Vaters gehorsam, hast du im Heiligen Geist durch deinen Tod der Welt das Leben geschenkt. Erlöse mich durch deinen Leib und dein Blut von allen Sünden und allem Bösen. Hilf mir, dass ich deine Gebote treu erfülle, und lass nicht zu, dass ich jemals von dir getrennt werde."
Allerdings bete ich es normalerweise in der Übersetzungsvariante, die in den siebziger Jahren (als Provisorium) Teil des Messformulars war - und das war halt auch die Zeit, in der ich dieses Gebet gelernt habe: "lass nicht zu, dass ich mich jemals von dir trenne" - Die obere Übersetzung - die passive - ist natürlich die korrekte Übersetzung des lateinischen Originals. Aber inhaltlich bin ich der Meinung, dass ich durch gar nichts von Gott getrennt werden kann. Ich kann mich nur höchstselbst und durch den Missbrauch meiner Freiheit von ihm trennen. Deshalb, aus theologischen und nicht aus philologischen Gründen, ist mir die zweite Formulierung die sympathischere.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Donnerstag 2. Dezember 2004, 20:30

(Das kenn ich gar nicht... *schäm*)

Biggi
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Beitrag von Biggi » Donnerstag 2. Dezember 2004, 21:16

Anastasis hat geschrieben:(Das kenn ich gar nicht... *schäm*)
Siehste, sooooo still wird das gebetet.... ;)

Ich habs auch noch nie laut gehört... Aber im Gotteslob, im Schott oder Pustet-Messbuch oder auch kleineren Büchern oder Broschüren mit den Messtexten kannst du es nachlesen, z.B.
Gotteslob, S. 390, (Nr. 364, 7)
Pustet Taschenmessbuch für die Wochentage I, S. 61*
Pustet Taschenmessbuch für die Wochentage II, S. 51*
Sonntagsschott, Lesejahr A, S. 402
etc. etc.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll.
(Adolph Kolping, Patron des XX. Weltjugendtags 2005)

Anastasis

Beitrag von Anastasis » Samstag 4. Dezember 2004, 00:01

Falls wir die hier noch nicht verlinkt hatten - andernfalls zur Erinnerung: ;)
Allgemeine Einführung in das römische Meßbuch

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Samstag 4. Dezember 2004, 00:18

Anastasis hat geschrieben:Falls wir die hier noch nicht verlinkt hatten - andernfalls zur Erinnerung: ;)
Allgemeine Einführung in das römische Meßbuch
Wird doch gerade mit der Übersetzung des neuen Messbuches ins Deutsche begonnen! Und bis das auf den " Markt kommt", dauert es noch etliche Jahre!

Gruß,
Elisabeth

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Beitrag von Paterjuerch » Montag 6. Dezember 2004, 16:51

"Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und Euer Opfer Gott dem allmächtigen Vater gefalle."

Das dürfte der nächste Punkt sein. Die Einladung zum Gabengebet. Die Körperhaltung beim Gabengebet selbst ist das Stehen, so wie beim Tagesgebet und beim Schlussgebet auch.
Das "Lasset uns beten" oder eben diese Gebetseinladung ruft den Gottesdienstteilnehmer auf, in eine Haltung mit dem Vorsteher des Gottesdienstes zu gehen und - wenn man so will - sich sprichwörtlich an Gott aufzurichten und auszurichten.
Ad infinitam dei gloriam.

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Beitrag von Geronimo » Samstag 15. Januar 2005, 09:41

Die Liturgie ist noch lang nicht zu Ende ;)

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Beitrag von Dominikus » Sonntag 16. Januar 2005, 13:26

Grüß Gott allerseits!

In meinem Gotteslob ist eindutig von ".. der Priester spricht leise:
Herr wir kommen zu Dir mit reumütigem Herzen und mit demütigem Sinn. Nimm uns an und gib, daß unser Opfer dir gefalle."

Danach folgt die Lavabo.

Im alten Ritus hieß diese Passage:
"Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott, und + segne dieses Opfer, das Deinem heiligen Namen bereitet ist.
Corpus Domini Nostri Jesu Christi
custodiat animam tuam
in vitam aeternam.

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Mission und Katechese

Beitrag von cantus planus » Samstag 8. Mai 2010, 11:15

Die Krise des katholischen Missionverständnisses bringt heute ein Kath.net-Artikel schön auf den Punkt: http://www.kath.net/detail.php?id=26648
Für Jäggle liegt es in der "Natur der Sache", dass man an dem, was einen selbst bewegte, andere Anteilhaben lasse. "Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über. Überzeugen möchte der Wiener Professor aber niemand. "Mission wird nie bedeuten, andere von der christlichen Lehre zu überzeugen. Wer das betreiben will, verzichtet auf Kommunikation auf Augenhöhe und respektiert weder Lebenssituation und Lebensmöglichkeiten anderer Menschen noch das Wirken des Heiligen Geistes. Mission ist keine ausgefeilte Praxis des Überredens oder Überzeugens, sondern Kommunikation des Evangeliums auf Augenhöhe, die bestimmt ist von einem Prozess der Verständigung."
Wir sollen uns also hüten, jemanden vom Glauben zu überzeugen? Wie glaubt dieser Professor eigentlich, dass sich die Kirche ausgebreitet hat, für die er heute auf einem Lehrstuhl sitzt? Der Rest ist logisch:
"Ich bin nicht sicher, ob das öffentliche Reden von Mission der Sache selber sehr dienlich ist."
Wer Überzeugung per se für manglende Dialogfähigkeit hält, muss natürlich schweigen. Es könnte ja jemand merken, dass der Professor sich seines eigenen Faches schämt.

Ich bin einmal mehr sprachlos, was für Knalltüten heute auf Lehrstuhlen sitzen. Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe und der Fakultäten. Man kann es nicht oft genug sagen!
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Re: Mission ja, aber bitte nur ohne Überzeugung!

Beitrag von cantus planus » Samstag 8. Mai 2010, 11:19

Wohltuend anders der Heilige Vater: http://www.kath.net/detail.php?id=23836 :klatsch:
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.

‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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