Bibelübersetzungen/-ausgaben

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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asderrix
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von asderrix » Samstag 2. April 2011, 13:26

Alexander hat geschrieben:Was haltet ihr von der Herder-Bibel?
Leider habe ich nichts gefunden wo man sich online mal reinlesen könnte, deshalb kann ich nichts dazu sagen. Gibt es da was?
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FranzSales
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von FranzSales » Samstag 2. April 2011, 17:16

Die Übersetzung ist recht gut. Ich würde sagen irgendwas zwischen Luther und der Einheitsübersetzung.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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Alexander
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Alexander » Sonntag 3. April 2011, 18:27

Nein, es gibt keine Online-Version.
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großes Elend ist über mich gekommen.
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Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von overkott » Donnerstag 7. April 2011, 15:20

Ich plädiere aus philologischen Gründen für eine lateinisch-deutsche Ausgabe der Vulgata.

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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Alexander » Mittwoch 13. April 2011, 15:42

Da gibt es nicht nur philologische Gründe, schließlich ist die Vulgata ein Text der kirchlichen Überlieferung. Wenn wir bedenken, dass die Bücher der Bibel ihre Autorität besitzen und zum Kanon der Heiligen Schrift zählen, weil die Kirche ihnen diese Autorität zuerkannt hat, liegt der Wert der Vulgata auf der Hand. Nur dass Allioli und van Eß nicht mehr aufgelegt werden...

A propos überlieferter Text: die Schlachter Revision 2000 und ihre Nachbearbeitungen folgen nicht dem kritischen Text, sondern dem Textus Rezeptus, ein seltener Fall für eine moderne Revision. Erwähnenswert ist auch die unrevidierte Elberfelder von 2003 (das ist eine leichte Revision der eigentlichen Unrevidierten, also nicht die handelsübliche revidierte Elberfelder)...
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Alexander » Mittwoch 13. April 2011, 16:12

In der Herder-Bibel, die ich so gelobt habe, ist das Fleischlische oft (nicht immer, inkonsequenterweise) durch das Irdische oder Menschliche ersetzt. :( Da hat man offenbar ein grundsetzliches Problem mit dem neutestamentlichen Gebrauch des Wortes "Fleisch" und seiner Derivaten.

Ich wollte noch erwähnen, dass in der deutschsprachigen orthodoxen St. Spyridon-Mönchsskite in Geilnau an der Lahn das Neue Testament von Kürzinger für die liturgischen Lesungen verwendet wird. Das allein ist eine hohe Auszeichung für diese Übersetzung, finde ich. :ja: Ich habe dort diese Übersetzung als Novize täglich gehört, sie hat mir gefallen. Selber habe ich sie allerdings nie gelesen, und deshalb keine Vergleiche ziehen können. Schade eigentlich.
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birnbaum
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von birnbaum » Donnerstag 21. April 2011, 12:00

Hallo am Gründonnerstag,
Ich bin über eine Suchmaschine in dieses Forum gelangt, war eigentlich auf der Suche nach einem Leser/ Besitzer eines Stundengebetbuches von Joseph Pascher aus 1954 (siehe mein Eintrag in der >Sakaramentskapelle / "Deutsches Brevier des römischen Stundengebets" von letztem Samstag). Leider hat sich in jenem Forum niemand gemeldet, der mir weiterhelfen könnte.
Nun verfolge ich aber völlig wach diese Diskussionsrunde über Bibelausgaben/- übersetzungen; das Thema fordert mich, weil ich seit gut 25 Jahren systematisch Bibeln aller Coleur sammle und diese Sammlung seit Dezember 08 als Archiv nach und nach ins Netz stelle (www.Bibelarchiv-Birnbaum.de). Es wird sicher eine Lebensaufgabe... Ich möchte als engagierter Bibelleser mal einige röm.- katholische (und andere) Ausgaben dem Forum bekanntmachen, von denen ich hier noch keine Spuren finden konnte: Für alle diejenigen, die auch mal nicht konsequentes Schriftstudium betreiben, sondern "einfach nur" schmökern wollen, also auf eine sogenannte "dymanisch-äquivalente" bzw. "kommunikative" NT- Ausgabe wert legen, sei auf die Ausgabe des katholischen Priesters Albert Kammermayer verwiesen. Diese ist (zur Freude aller Montanisten) in Rom erschienen und zwar als Teilausgabe (Evangelien 1998, Gesamtausgabe ab 2004). Kammermayer hat als Vorlage die in evangelikalen Kreisen beliebte "Hoffnung für alle" benutzt und weiterentwickelt. Wenn man auf einer Skala am einen Ende Fridolin Stier als Leitwortstil- geprägte Übersetzung plaziert, dann mag man Kammermayer am anderen Ende stehen sehen. Mittlerweile ist 2008 die vierte (!) Auflage erschienen. Sie kann allerdings im Buchhandel (noch) nicht bestellt werden, sondern z. B. beim Haus Werdenfels, Waldweg 15, D- 93152 Nittendorf (www.haus-werdenfels.de). Ab Ostern 2011 soll eine wiederum revidierte Ausgabe beim Don- Bosco- Verlag erschienen. Diese Ausgaben habe ich im Übrigen ausführlich auf meiner Webseite beschrieben; Textbeispiele sind als "Wortstimme" ebenfalls mitgegeben.
Noch ein paar HInweise für diejenigen, die als Grundlage den Textus receptus bevorzugen: Die alte Lutherbibel, "neu durchgesehen" aus 1913 wurde von einem schweizer Verlag überarbeitet herausgegeben unter dem Titel NeueLuther Bibel. Der Verlag heißt >La Buona Novella< in CH- Wollerau; alle weiteren Daten auf der Bibelarchiv- Birnbaum- Seite unter der AUTOREN- Baustelle "Luther". Diese NLB ist jetzt auch als Gesamtbibel und kommentiert (Neue Thompson Studienbibel) erhältlich. Das ist nur eine von neuen "alten" Luther- Revisionen mit dem TR. Jemand im Forum nannte eine Allioli- Revision des Nova & Vetera- Verlages. Ob diese je erscheinen wird, ist laut Verlagsangaben in absehbarer Zeit eher unwahrscheinlich.
Sicherlich eine der besten NT- Ausgaben aus vorkonziliärer Zeit ist das 1949 bei Ars sacra in München zuerst und in sieben Auflagen gedruckte Werk des schweizerischen Theologen Otto Karrer. Es stand ab 1958 in Konkurrenz zum NT von Pfr. Franz Sigge und ab 1964 zur Luxusausgabe von Friedrich Streicher S. J. Letztere beiden haben natürlich nie den Bekanntheitsgrad der Kürzinger-, Herder-, Rösch- oder der Stuttgarter Kepplerbibel erreicht. Otto Karrers Übersetzung kann jedoch in jedem Fall empfohlen werden. Wer sie in den gängigen Antiquariatsforen nicht bekommt -- ich habe unter anderem noch zwei Ausgabe zu verkaufen (Agora/ Marktplatz im BB). Die letzten drei genannten Autoren waren im Unterschied zu den Hsgbrn. der Einheitsübersetzung noch keinem gut verdaulichen Aufsatzdeutsch verpflichtet. Was - und damit für heute genug- in jedem Fall für begeisterte Leser des AT noch zu empfehlen ist: Fridolin Stiers Psalmenauswahl und das im Februar wieder neu erschienene Ijob- Werk. Ich habe es auf der amazon.de - Seite unter dem Titel
►Das Buch Ijob [Übertragen, ausgelegt von Fridolin Stier] Hrsg. von Eleonore Beck und Martha Sonntag. Stuttgart: Verlag Katholisches Bibelwerk © 2011
ausführlich rezensiert. -- Eleonore Beck und Gabriele Miller haben übrigens 1965 und zuletzt 2003 den alterwührdigen Allioli revidiert, kommentiert und neu auflegen lassen. --Zum Schluß nochmals hier die vorherige Anfrage ins Forum: wer kennt Joseph Paschers "Stundengebet der katholischen Kirche" aus 1954? Bitte melden!
Der birnbaum dankt!

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Moser
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Neue Bibelübersetzung

Beitrag von Moser » Donnerstag 21. April 2011, 13:51

Ich habe vor kurzem gemerkt, dass es eine neue Übersetzung des NT gibt, die Basis-Bibel:

http://www.basisbibel.de (auch online lesbar).

Diese Übersetzung soll einerseits näher am Urtext sein (mangels Griechischkenntnissen kann ich das nicht beurteilen), aber andererseits kürzere Sätze haben und leichter verständlich sein wie Luther.
Also ich find's gar nicht schlecht!

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birnbaum
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von birnbaum » Donnerstag 5. Mai 2011, 12:24

BasisBibel und andere Neuigkeiten:
Seit vorigen Nov. lese ich zeitweilig in der BasisBibel; was jedenfalls Laune macht, ist die Aufmachung und die Lesbarkeit. Verglichen mit dem Griechischen muß vorausgeschickt werden, daß die ntl- Bücher wie im Original auch hier nicht aus einer Feder stammen; ein Dutzend MA haben hier gewirkt. Vier MA haben endredigiert. Eine gewisse Einheitlichkeit ist also gewährleistet. Nichtsdestotrotz ist die Übersetzung an manchen Stellen ungenau oder gar fehlerhaft, vor allem, wenn es um Stellen mit "Tradition"; etwa in Joh 19:5, wo in keinem einzigen griechischen Manuskript steht, daß es Pilatus war, der sagte: "Seht doch! Da ist der Mensch!" Das ist eine pure Hypothese. Aber da dieser "Ecce homo!" - Aufruf eben traditionell Pilatus zugeschrieben wird (warum eigentlich?) hat Jan A. Bühner, zuständig fürs JohEv, wider das Original geschrieben. Richtig hat er in Joh 2:1 "Am dritten Tag" übertragen, korrespondierend mit Gen 1:11 und 13. Andere übersetzen sinnlos: "Zwei Tage später". Es spricht jedenfalls nichts dagegen, sich diese wunderschöne Ausgabe, bunt, wenn man will, anzuschaffen.
Am Gründonnerstag habe ich oben geschrieben, daß die katholische Version der "Hoffnung für Alle" von Pfr. Kammermayer, an Ostern hätte erscheinen sollen. Der Verlag hat mitgeteilt, daß das neue Publikationsdatum Frühjahr 212 sei.
Zum Thema Vulgata:
Letztes Jahr erschien beim Verlag Schnell + Steiner, Regensburg eine zweideutsche Version des "Ingolstädter Psalters", herausgegeben von Siegfried Hofmann. Das Original in mittelhochdeutsch erschien 143, also etwa 1 Jahre vor der Reformation; übertragen ist nach einer lateinischen Handschrift, nach der Vulgata., wenn man will. Wesentlich an diesem 45-seitigen Werk ist nicht das Mittelhochdeutsche, sondern deren Übersetzung ins Hochdeutsche. Der Liebhaber der alten Lateinischen hat also hier einen vollständigen Psalter aus der Zeit der Ottheinrichbibel vor Augen und kann so vulgatisch- deutsch beten, klagen, schreien und loben-- und das alles ohne Luthers Zutun in sehr verständlicher Sprache! Als Textbeispiel hier die letzten Verse aus Ps 93, 18- 23 "Deus vltionum domi":
Wenn ich spreche: Mein Fuß ist mir entglitten, / deine Erbarmung, Herr, helfe mir.
Nach der Manigfaltigkeit meines Schmerzens an meinem Herzen / hat dein Trost meine Seele erfreut.
Haftet der Stuhl des Unrechts an dir, / der du da Arbeit setzest in dein Gebot?
Sie fingen des Gerechten Seele / und das unschuldig Blut verdammten sie.
Und unser Herr ist mir eine Zuflucht geworden / und mein Gott eine Hilfe meiner Hoffnung.
Und er vergilt ihnen ihr Unrecht / und zerstreut sie in ihrem Unrecht und vernichtet sie, unser Herr, Gott.

Jeder Psalm ist kurz erklärt aus dem Kleinkommentar von Erich Zenger "Stuttgarter Psalter". Wer immer sich diese knapp 4.- € Vulgataübersetzung leisten kann, der handle so!
Noch mal Vulgata:
Weiter oben im Forum wurde mal der "Navarre Bible- Commentary" angesprochen. Da steht die Neovulgata neben der NRSV Catholic Ed. Das ist ein guter Ansatz. Sinnvoller für die Liebhaber der "V" ist eine neue, mehrteilige AT-Ausgabe des U.S.- Amerikaners John G. Cunyus "translated from the Latin Vulgate into contemporary English". Ich habe erstmal nur die Pss- Ausgabe "The Audacity of Prayer" gekauft. Alle bisher erschienenen Bibelteile kann man auf der Website http://www.searchlight-press.com einsehen. (Vorsicht! Es gibt auch eine nur englisch sprachige Ausgabe ohne den V- Text!!)
Als Beispiel gebe ich den englischen Text des obigen Psalms wieder:
"If I said, ,My foot is moved,' Your mercy, Lord, helped me.
According to the multitude of my heart's pain,
Your consolations made my soul happy.
Could inequalitiy's seat be near You,
You, who shape suffering into teaching?
They will hunt a fair one's soul.
They will condemn innocent blood.
Yet the Lord has become a refuge for me -
my God, my hope's helper.
He will repay their treachery to them.
He will ruin them in their own malice.
The Lord our God will ruin them.
(Ps 93: 18- 23)
Nachdem es im Deutschen bisher noch keine neuere Neovulgata- Übersetzung gibt, ist der interessierte Leser auf dieses amerikanische Werk angewiesen. P. Gebhard Heyder OCD hatte in den 8er Jahren immerhin die Psalmen sowie das Hohelied aus der Neovulgata übersetzt. (Hinweis in meinem Internet- Bibelarchiv). Salve. birnbaum

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Moser
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Moser » Donnerstag 5. Mai 2011, 14:05

birnbaum hat geschrieben:BasisBibel und andere Neuigkeiten:
Seit vorigen Nov. lese ich zeitweilig in der BasisBibel; was jedenfalls Laune macht, ist die Aufmachung und die Lesbarkeit. Verglichen mit dem Griechischen muß vorausgeschickt werden, daß die ntl- Bücher wie im Original auch hier nicht aus einer Feder stammen; ein Dutzend MA haben hier gewirkt. Vier MA haben endredigiert. Eine gewisse Einheitlichkeit ist also gewährleistet. Nichtsdestotrotz ist die Übersetzung an manchen Stellen ungenau oder gar fehlerhaft, vor allem, wenn es um Stellen mit "Tradition"; etwa in Joh 19:5, wo in keinem einzigen griechischen Manuskript steht, daß es Pilatus war, der sagte: "Seht doch! Da ist der Mensch!" Das ist eine pure Hypothese. Aber da dieser "Ecce homo!" - Aufruf eben traditionell Pilatus zugeschrieben wird (warum eigentlich?) hat Jan A. Bühner, zuständig fürs JohEv, wider das Original geschrieben. Richtig hat er in Joh 2:1 "Am dritten Tag" übertragen, korrespondierend mit Gen 1:11 und 13. Andere übersetzen sinnlos: "Zwei Tage später". Es spricht jedenfalls nichts dagegen, sich diese wunderschöne Ausgabe, bunt, wenn man will, anzuschaffen.
Vielen Dank für Deine umfangreichen Erläuterungen. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mir die BasisBibel mal zuzulegen, ich denke das werde ich mal tun.

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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von overkott » Donnerstag 5. Mai 2011, 16:18

Prüderie kann man der Basisbibel nicht vorwerfen, aber auch nicht unbedingt Geistlichkeit nachsagen.

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Quasinix
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Quasinix » Freitag 6. Mai 2011, 04:02

Die "Basisbibel" ist bestenfalls eine textnahe Nacherzählung der Bibel; den vorgeblichen Vorzug der Einfachheit der Sprache sehe ich auch nicht, wenn man z.B. wie schon weiter oben angemerkt entgegen dem Urtext aus "das Wort war Gott" "das Wort war Gott in allem gleich" macht. Das erinnert in fataler Weise an "subsistit in" versus "est" - man benötigt mehr Wörter, um einen Sachverhalt unklarer auszudrücken... Soviel zum Schlagwort "Perfektion ist erreicht, wenn man nichts mehr weglassen kann"...

Abgesehen davon haben die hier immer wieder empfohlenen nichtkatholischen Bibelübersetzungen in den Händen eines Katholiken nichts verloren, früher waren diese einem Katholiken nicht umsonst verboten.
Haltet die Welt an, ich will aussteigen!

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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von overkott » Freitag 6. Mai 2011, 08:24

Der Hinweis auf Dei verbum ist natürlich richtig. Eigentlich sollten wir traditionell modern übersetzen: Im Anfang war das Verb. Das würde die Theologie des Johannes der Einheit von Kontemplation und Aktion am ehesten zum Ausdruck bringen: Niemand hat Gott gesehen, der sündigt.

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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Alexander » Donnerstag 12. Mai 2011, 23:58

Ihr werdet mich lynchen.

Habe, nachdem mich Pit schon vor einer Weile per PN auf die Volxbibel aufmerksam gemacht hat, mir Zeit genommen und die ersten sieben Kapitel nach Matthäus durchgelesen. Das hat den Abend gerettet!

Zwar finde ich die Lösungen nicht immer gelungen (der Heilige Geist wird als eine "besondere Kraft Gottes" erklärt. Er ist es nicht! Dagegen ist Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit, 1. Kor 1, 24), aber das Prinzip gefällt mir eindeutig.

So, und jetzt... :regel: :ikb_chair: :galgen: :guillotine:
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von asderrix » Freitag 13. Mai 2011, 19:45

Alexander hat geschrieben:Ihr werdet mich lynchen.

Habe, nachdem mich Pit schon vor einer Weile per PN auf die Volxbibel aufmerksam gemacht hat, mir Zeit genommen und die ersten sieben Kapitel nach Matthäus durchgelesen. Das hat den Abend gerettet!

Zwar finde ich die Lösungen nicht immer gelungen (der Heilige Geist wird als eine "besondere Kraft Gottes" erklärt. Er ist es nicht! Dagegen ist Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit, 1. Kor 1, 24), aber das Prinzip gefällt mir eindeutig.

So, und jetzt... :regel: :ikb_chair: :galgen: :guillotine:
Keine Angst, ich bin mit dir.
Hab schön öfters drin gelesen in Vorbereitung auf ne Predigt, da kommen einen oft interessante Gedanken.
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von asderrix » Freitag 13. Mai 2011, 19:50

Zur Basisbibel folgende Meldung:

http://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten.html?&news[action]=detail&news[id]=3984
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Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von Alexander » Montag 23. Mai 2011, 14:02

Hab mir ein bisschen das Neue Testament von Kürzinger angesehen -- viel besser als die Herderbibel, geschweige denn als die Einheitsübersetzung. Wie konnte man bloß angeseichts des Vorhandenseins einer solchen hervorragenden katholischen Übersetzung die Einheitsübersetzung für den kirchlichen Gebrauch bestimmen? :achselzuck:

Die einzige Stelle, die mir nicht gefallen hat, ist Phil 2, 6. Für "ὃς ἐν μορφῇ Θεοῦ ὑπάρχων οὐχ ἁρπαγμὸν ἡγήσατο τὸ εἶναι ἴσα Θεῷ" steht: "Er war in Gottesgestalt, doch nicht zu eigenem Gewinn erachtete er das Gleichsein mit Gott". Da halte ich die Übersetzung "welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein" (Elberfelder, ähnlich bei Luther) für besser.

Außerdem verstehe ich nicht, wozu man das Fremdwort "Christus" durch ein anderes Fremdwort, nämlich "Messias", ersetzt. Wenn man den "Christus" aus irgendwelchem Grunde nicht lassen will, dann übersetze man doch mit "Gesalbter". Aber das tut der Tatsache, dass es sich um eine hervorragende und sehr genaue Übersetzung handelt, keinen Abbruch.
Zuletzt geändert von Alexander am Montag 23. Mai 2011, 14:27, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von taddeo » Montag 23. Mai 2011, 14:09

Alexander hat geschrieben:Hab mir ein bisschen das Neue Testament von Kürzinger angesehen -- viel besser als die Herderbibel, geschweige denn als die Einheitsübersetzung. Wie konnte man bloß angeseichts des Vorhandenseins einer solchen hervorragenden katholischen Übersetzung die Einheitsübersetzung für den kirchlichen Gebrauch bestimmen? :achselzuck:
Tja, "hervorragend katholisch" ist nicht immer eine Empfehlung. :/
Wobei man anmerken muß, daß die Einheitsübersetzung ja bereits eine andere "hervorragend katholische" Übersetzung verdrängte, nämlich die Allioli-Bibel. Möglich wurde das eigentlich nur, weil man wegen der deutschsprachigen Liturgie auf einmal eine "amtliche" Bibelübersetzung brauchte (während Hamp/Stenzel/Kürzinger und auch Allioli zwar kirchlich approbiert waren, aber halt nicht für den liturgischen Gebrauch). Und damit kam nationale Kirchenpolitik ins Spiel ... das Ergebnis kennt man ja.

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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von Alexander » Montag 23. Mai 2011, 14:18

taddeo hat geschrieben: Möglich wurde das eigentlich nur, weil man wegen der deutschsprachigen Liturgie auf einmal eine "amtliche" Bibelübersetzung brauchte (während Hamp/Stenzel/Kürzinger und auch Allioli zwar kirchlich approbiert waren, aber halt nicht für den liturgischen Gebrauch). Und damit kam nationale Kirchenpolitik ins Spiel ... das Ergebnis kennt man ja.
Und warum nicht eine "approbierte" zu einer "amtlichen" machen?
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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von Alexander » Montag 23. Mai 2011, 14:23

Der "ökumenische Wert" (geht es um den?) der Einheitsübersetzung ist doch denkbar gering -- sie wird von den Evangelischen erfolgreich irgnoriert.
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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von taddeo » Montag 23. Mai 2011, 14:25

Alexander hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Möglich wurde das eigentlich nur, weil man wegen der deutschsprachigen Liturgie auf einmal eine "amtliche" Bibelübersetzung brauchte (während Hamp/Stenzel/Kürzinger und auch Allioli zwar kirchlich approbiert waren, aber halt nicht für den liturgischen Gebrauch). Und damit kam nationale Kirchenpolitik ins Spiel ... das Ergebnis kennt man ja.
Und warum nicht eine "approbierte" zu einer "amtlichen" machen?
Das ist relativ einfach erklärt: Für die Approbation reicht ein einziger Bischof, fürs "Amtlichmachen" brauchst Du ne ganze Bischofskonferenz bzw. derer viere oder wenigstens Teile davon (D, A, CH, Südtirol).

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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von Alexander » Montag 23. Mai 2011, 14:27

Und dazu mußte undbedingt eine Neue machen, oder was?
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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von taddeo » Montag 23. Mai 2011, 14:28

Alexander hat geschrieben:Der "ökumenische Wert" (geht es um den?) der Einheitsübersetzung ist doch denkbar gering -- sie wird von den Evangelischen erfolgreich irgnoriert.
Der "ökumenische Wert" der EÜ war und ist stets Null.
Zu den Gründen siehe etwa http://de.wikipedia.org/wiki/Einheits%C ... _Bedeutung

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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von Alexander » Montag 23. Mai 2011, 14:31

Mir kommt das so vor: man hat katholischerseits naiv gehofft, man täte dadurch was für die Ökumene, und die "beiden deutschen Großkirchen" würden ab einem Zeitpunt X die gleiche Bibelübersetzung nutzen. Weit gefehlt, hehe.
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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von taddeo » Montag 23. Mai 2011, 14:35

Alexander hat geschrieben:Und dazu mußte undbedingt eine Neue machen, oder was?
Das Erarbeiten liturgiegeeigneter Bibelübersetzungen aus den Ursprachen war tatsächlich ein Auftrag des II. Vaticanums (Dei Verbum, 22).
Und Du wirst doch nicht im Ernst glauben, daß ausgerechnet die deutschen Bischöfe sich so ne Gelegenheit entgehen ließen, bloß weil was Erstklassiges schon vorhanden war?
Allioli war doch sowas von vorkonziliar (sogar schon vor dem I. Vaticanum), und außerdem nicht "aus den Ursprachen" übersetzt, sondern aus der Vulgata (bähbäh ...). Und außerdem hatten da weder Protestanten, noch Sprachwissenschaftler, noch Experten für Liturgik, Katechetik, Didaktik, Medienpädagogik und Kirchenmusik mitgewirkt, sondern nur ein einzelner katholischer Priester ... das konnte also gar nix taugen.

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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von Alexander » Montag 23. Mai 2011, 15:26

Liebe Moderatoren, mein Beitrag zu Kürzinger (und die nachfolgende Diskussion) gehören in den Strang "Bibelübersetzung". Mea culpa... Hab mich verklickt. Könntet Ihr das zurechtschneiden?
taddeo hat geschrieben: Allioli war doch sowas von vorkonziliar (sogar schon vor dem I. Vaticanum), und außerdem nicht "aus den Ursprachen" übersetzt, sondern aus der Vulgata (bähbäh ...).
Für den Kürzinger und die Herderbibel trifft das nicht zu.
taddeo hat geschrieben: Und außerdem hatten da weder Protestanten, noch Sprachwissenschaftler, noch Experten für Liturgik, Katechetik, Didaktik, Medienpädagogik und Kirchenmusik mitgewirkt, sondern nur ein einzelner katholischer Priester ... das konnte also gar nix taugen.
Eben... als wären Übersetzungen von großen Gremien unbedingt besser als die von einzelnen Übersetzern... :/
Zuletzt geändert von Alexander am Montag 23. Mai 2011, 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von taddeo » Montag 23. Mai 2011, 15:41

Alexander hat geschrieben:Liebe Moderatoren, mein Beitrag zu Kürzinger (und die nachfolgende Diskussion) gehören in den Strang "Bibelübersetzung". Mea culpa... Hab mich verklickt. Könntet Ihr das zurechtschneiden?
taddeo hat geschrieben: Allioli war doch sowas von vorkonziliar (sogar schon vor dem I. Vaticanum), und außerdem nicht "aus den Ursprachen" übersetzt, sondern aus der Vulgata (bähbäh ...).
Für den Kürzinger trifft das nicht zu.
Zumindest das "vorkonziliar" schon, meine Pattloch-Ausgabe hat das Imprimatur von 1962.
Alexander hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Und außerdem hatten da weder Protestanten, noch Sprachwissenschaftler, noch Experten für Liturgik, Katechetik, Didaktik, Medienpädagogik und Kirchenmusik mitgewirkt, sondern nur ein einzelner katholischer Priester ... das konnte also gar nix taugen.
Eben... als wären Übersetzungen von großen Gremien unbedingt besser als die von einzelnen Übersetzern... :/
Aber sicher doch. Wo lebst Du denn? ;D
Das große Gremium aus fast 80 deutschen Purpur- und Violettchargierten ist doch auch viel besser und gescheiter als der einzelne alte weiße Mann da unten in Rom ...

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Kürzinger

Beitrag von Alexander » Montag 23. Mai 2011, 15:46

taddeo hat geschrieben: Zumindest das "vorkonziliar" schon, meine Pattloch-Ausgabe hat das Imprimatur von 1962.
Letzte Überarbeitung für das NT ist von 1979.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Alexander » Dienstag 24. Mai 2011, 12:17

Der Apostel und Evangelist Matthäus hat geschrieben:Mt 5:32 Ἐγὼ δὲ λέγω ὑμῖν ὅτι ὁς ἀν ἀπολύσῃ τὴν γυναῖκα αὐτοῦ παρεκτὸς λόγου πορνείας, ποιεῖ αὐτὴν μοιχᾶσθαι, καὶ ὃς ἐὰν ἀπολελυμένην γαμήσῃ, μοιχᾶται.
Joseph Kürzinger hat geschrieben:Mt 5:32 Ich aber sage euch: Ein jeder, der seine Frau entläßt - nicht kommt in Frage Begründung mit Unzucht! -, macht sie zur Ehebrecherin, und wer eine Entlassene heiratet, bricht die Ehe.
Nee nee, unverfroren geschwindelt. Παρεκτός heißt eindeutig "außer":
hl. Hieronymus hat geschrieben:Ego autem dico vobis quia omnis qui dimiserit uxorem suam excepta fornicationis causa facit eam moechari et qui dimissam duxerit adulterat
Wenn mich also wieder mal der Wunsch überfällt, die Bibel auf Deutsch zu lesen, dann begnüge ich mich weiterhin mit der Druckausgabe, die im Schrank steht -- und das ist bei mir halt die Herderbibel.

Ansonsten, die beste Übersetzung, die ich kenne und seit vielen Jahren liebend gerne nutze, ist die kirchenslawische!

Die zweitbeste ist die russische Synodalübersetzung.

Und ich danke Gott, dass ich für das Neue Testament mittlerweile keine Übersetzung mehr brauche (ich benutze aber das hier. Es gibt hierzu aber auch eine kostengünstigere und weniger ausführliche Alternative in englischer Zunge -- Das Neue Testament und ein sprachlicher Schlüssel in einem Band. Man beachte die Lesebrope unten. Im Paperback sogar für € 15,-; diese Ausgabe allerdings ohne altestamentliche Parallelstellen und die (in der Reader' Edition ohnehin sehr spärlichen) Hinweise auf Textvarianten).
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Re: Frage zu 1 Sam 25,22

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 27. Mai 2011, 10:26

Alexander hat geschrieben:Die einzige Stelle, die mir nicht gefallen hat, ist Phil 2, 6. Für "ὃς ἐν μορφῇ Θεοῦ ὑπάρχων οὐχ ἁρπαγμὸν ἡγήσατο τὸ εἶναι ἴσα Θεῷ" steht: "Er war in Gottesgestalt, doch nicht zu eigenem Gewinn erachtete er das Gleichsein mit Gott". Da halte ich die Übersetzung "welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein" (Elberfelder, ähnlich bei Luther) für besser.
search.php?keywords=raub+erniedrigte+er ... bmit=Suche
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Pit » Mittwoch 1. Juni 2011, 23:13

Ich wollte mir evtl. das NT in der Übersetzung der Keppler-Bibel besorgen, habe sie als günstige Ausgabe im Katalog des Sarto-Verlags gesehen- wer kennt sie und welche Vor-und Nachteile hat sie?
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Re: Bibelübersetzung

Beitrag von Alexander » Donnerstag 2. Juni 2011, 00:14

Ich habe sie. Eine gute Übersetzung, was den Inhalt anbetrifft. Sie wirkt aber zuweilen ein bisschen sprerrig; ich habe gemerkt, dass sie, wenn vorgetragen, von den Zuhörenden an manchen Stellen mit Mühe verstanden wird (hab sie früher zum Vorlesen in der Familie und in der Weimarer orthodoxen Gemeinde verwendet). Soll ich was zitieren?
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