Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

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Gamaliel
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Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Gamaliel »

Warum höre ich in den Medien nur immer vom "Rechtsruck"?


"Wo bitte geht's zum Kommunismus?"

Daraus:
Mitten in der Programmdebatte bekennt sich Parteichefin Gesine Lötzsch zum Kommunismus. Im Marxisten-Blatt "Junge Welt" hat sie einen Text plaziert - darin fehlt jedes kritische Wort über die Verbrechen, die im Namen der Ideologie begangen wurden.
"Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung. Auf jeden Fall wird es nicht den einen Weg geben, sondern sehr viele unterschiedliche Wege, die zum Ziel führen. Viel zu lange stehen wir zusammen an Weggabelungen und streiten über den richtigen Weg, anstatt die verschiedensten Wege auszuprobieren. Zu lange laufen wir auf Wegen, obwohl wir ahnen oder gar wissen, dass sie nicht zum Ziel führen. Doch wir kehren nicht um, weil wir Angst vor denen haben, die immer noch diskutierend an der Weggabelung stehen und uns mit höhnischem Gelächter empfangen könnten. Wir müssen lernen, Sackgassen zu verlassen und sie nicht ambitioniert als Wege zum Kommunismus zu preisen. Egal, welcher Pfad zum Kommunismus führt, alle sind sich einig, dass es ein sehr langer und steiniger sein wird. Warum eigentlich?"

"Spiegel online" bietet inzwischen ein ganzes Dossier rund um die Aussagen von Lötzsch.

Dort heißt es auch:
Von ihren umstrittenen Kommunismus-Äußerungen rückt sie trotz der heftigen Reaktionen nicht ab. Am Vormittag bezeichnete sie die Repliken auf ihren Aufsatz als "hysterisch".


In einem Blogbeitrag zu diesen Äußerungen lese ich:
  • Was ist paradox? Wenn eine Zeitung namens "Junge Welt" ihren sechzigsten Geburtstag feiert – was auch schon wieder drei Jahre zurückliegt.
  • Was ist dreist? Wenn sich die Partei "Die Linke", die aus der diktatorischen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands der DDR hervorging, auf ihre "demokratischen Traditionen" beruft (Präambel des neuen Programmentwurfs).
  • Was ist skandalös? Wenn sich die Bundesvorsitzende der Linkspartei in einem Interview mit der "Jungen Welt" über Wege zum Kommunismus laute Gedanken macht.
Man stelle sich vor, 1946 hätte die NSDAP beschlossen, sich in "Partei des demokratischen Nationalismus" umzubenennen und bei den Wahlen für den deutschen Bundestag zu kandidieren. Und der "Völkische Beobachter" dürfte heute noch erscheinen.
:ikb_stretcher:

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Torsten
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Torsten »

Gamaliel hat geschrieben:Warum höre ich in den Medien nur immer vom "Rechtsruck"?
Weil Gesine Lötzsch keiner "recht" folgen will und das von einem ehemaligen Praktikanten einer NS-Zeitschrift gegründete Straßenmagazin meinungsführend ist?

Nachtrag: Halt, da stimmt was nicht. Es sei denn, das Erbe des Nazis gibt sich liberal.

Bild

:D

(doch noch was zu lachen heute)
Zuletzt geändert von Torsten am Dienstag 11. Januar 2011, 00:40, insgesamt 2-mal geändert.

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lifestylekatholik
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von lifestylekatholik »

Torsten hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Warum höre ich in den Medien nur immer vom "Rechtsruck"?
Weil Gesine Lötzsch keiner "recht" folgen will und das von einem ehemaligen Praktikanten einer NS-Zeitschrift gegründete Straßenmagazin meinungsführend ist?
:D :daumen-rauf:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Nassos
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Nassos »

Torsten hat geschrieben:
Gamaliel hat geschrieben:Warum höre ich in den Medien nur immer vom "Rechtsruck"?
Weil Gesine Lötzsch keiner "recht" folgen will und das von einem ehemaligen Praktikanten einer NS-Zeitschrift gegründete Straßenmagazin meinungsführend ist?

Nachtrag: Halt, da stimmt was nicht. Es sei denn, das Erbe des Nazis gibt sich liberal.

[img]http://www.hdg.de/lemo/objekte/pict/Nac ... x.jpg8/img]

:D

(doch noch was zu lachen heute)
Ahhh, die Nachbearbeitung. Und ich wollte schon fragen, ob zu Deiner rechten Annahme links existieren. :panisch:
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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Torsten
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Torsten »

Gamaliel hat geschrieben:Warum höre ich in den Medien nur immer vom "Rechtsruck"?
Weil links zu peinlich ist.

PS: Ich war zur Wende 16, und im Gegensatz zu unserem derzeitigen BundeskanzlerIn nie Mitglied in der diktatorisch organisierten Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft. Und das ohne religiösen Hintergrund ..

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Haiduk
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Haiduk »

Torsten hat geschrieben:Weil Gesine Lötzsch keiner "recht" folgen will und das von einem ehemaligen Praktikanten einer NS-Zeitschrift gegründete Straßenmagazin meinungsführend ist?
Bezieht sich das auf den Spiegel und R. Augstein?

Als mit dem Spiegel vergleichbare NS-Zeitschrift ist mir nur "Das Reich" bekannt. Gemäß Margret Boveri muß das damals eine sehr moderne und wegweisende Wochenzeitung gewesen sein.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)

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Torsten
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Torsten »

Haiduk hat geschrieben:Als mit dem Spiegel vergleichbare NS-Zeitschrift ist mir nur "Das Reich" bekannt. Gemäß Margret Boveri muß das damals eine sehr moderne und wegweisende Wochenzeitung gewesen sein.
Als wegweisend für die Moderne habe ich die utopischen Märchen eines Überlebenden des Warschauer Ghettos gelesen. Und bin zum katholischen Glauben gekommen ...

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overkott
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von overkott »

Die Linke stellt heute ihre Wähler vor die Frage: Freiheit oder Sozialismus. 20 Jahre nach dem Untergang der DDR haben manche Wähler offenbar vergessen, warum sie diesem System den Rücken gekehrt haben.

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lifestylekatholik
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von lifestylekatholik »

overkott hat geschrieben:20 Jahre nach dem Untergang der DDR haben manche Wähler offenbar vergessen, warum sie diesem System den Rücken gekehrt haben.
D-Mark und Jacobs-Kaffee. Das eine gibt’s nicht mehr und das andere -- na ja.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Gamaliel
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Gamaliel »

Wortlaut der Rede von Gesine Lötzsch auf der Rosa- Luxemburg-Konferenz in der Berliner Urania:

Ich bin demokratische Sozialistin!

Daraus:
Gesine Lötzsch hat geschrieben:Übrigens bemerkt der Chefredakteur des Neuen Deutschland nicht ganz zu Unrecht in einem Kommentar unter dem Titel "Armselige Debatte" über den Vorwurf einiger Kritiker, daß ich mich nicht ausreichend zu den Opfern des Stalinismus in dem Artikel geäußert hätte:

"Das kann man vereinbaren – wenn fortan auch das Wort Christentum nie mehr gebraucht wird, ohne dessen blutige Spur der Brandmorde an Hexen und Ketzern, der Kreuzzüge und der Kumpanei des Vatikan mit dem Hitler-Faschismus 'einen Viertelsatz zu widmen'."
:vogel:



Auf einem österreichischen Blog heißt es:
SPD und Grünen halten linke Sektierer im Rennen

Während Fraktionschef Gregor Gysi sich von der Wahl des Wortes "Kommunismus" distanzierte und auf die negativen Aspekte hinwies, stellte sich die Linke in Nordrhein-Westfalen, deren Vertreter auch mal soziale Unruhen fordern und Stasi-Agenten Einsatz für den Frieden attestieren, hinter ihre Parteichefin: Die Reaktionen der CDU/CSU auf Lötzschs Aussagen über die "Vision von Frieden und Gerechtigkeit", wie die NRW-Linken den Kommunismus sehen, seien "kleingeistig und hasserfüllt", sagen die Genossen. SPD und Grüne in Deutschlands größtem Bundesland lassen sich von ihnen dennoch weiterhin die Macht absichern.

So sehr sich die Linke mit ihren Worten und Taten ins Eck stellt - die eine in das der Sektierer, der andere in jenes der Polit-Clowns -, so sehr werden sie doch durch die beiden kaum weniger linken Parteien am Leben erhalten, indem diese sich nicht zu schade sind, sich von Spinnern an die Regierung bringen zu lassen - in vielen deutschen Bundesländern und - Kommunismus hin oder her - vielleicht auch einmal bundesweit, wenn der Wähler nicht schneller ist.

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lutherbeck
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von lutherbeck »

Wie furchtbar...

:glubsch:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

Benedikt

Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Benedikt »

overkott hat geschrieben:Die Linke stellt heute ihre Wähler vor die Frage: Freiheit oder Sozialismus. 20 Jahre nach dem Untergang der DDR haben manche Wähler offenbar vergessen, warum sie diesem System den Rücken gekehrt haben.
Aber wir müssen doch auf die Menschen zugehen, sie dort abholen, wo sie stehen. Auch mit den Linksparteiwählern ist Einheit möglich.

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Lioba
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Lioba »

Es gibt auch Fans der Linken, die Genossin Gesine für den Sargnagel der Partei halten. Ob die Dame noch vefassungskonform ist, wage ich mal zu bezweifeln.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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lifestylekatholik
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von lifestylekatholik »

Lioba hat geschrieben:Ob die Dame noch verfassungskonform ist, wage ich mal zu bezweifeln.
Ich bin Frau Dr. Lötzsch nun schon ein paar Mal begegnet (auch ihrem Mann). Was lässt dich denn konkret daran zweifeln, dass ihre Ansichten und ihre Arbeit noch verfassungskonform sei?
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Lioba
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Lioba »

Offensichtlich wird sie noch geduldet in einer als wählbar geltenden Partei.
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M. v. Ebner- Eschenbach

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lifestylekatholik
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von lifestylekatholik »

Aber was wirfst du ihr denn konkret vor? :hmm:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Lioba
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Lioba »

Willst du mich auf den Arm nehmen? Die Linke ist an sich schon grenzwertig. Allein der Name Die Linke lässt zuviel offen. Wie links- noch demokratisch oder nicht mehr?
Gysi hat zumindest äusserlich versucht, von der Altlast DDR loszukommen und die Partei salonfähig zu machen. Das klare Bekenntnis zum Kommunismus , dazu ohne jeden Versuch, sich von Verbrechen der früheren kommunistischen Regimes zu distanzieren steht dem klar entgegen.
Du kennst die Dame persönlich, dann weisst du ev. auch warum sie so handelt. Hat sie vielleicht Angst, dass die Partei sich durch Kompromisse und eher pragmatische Politik etabliert und an Biss verliert?
Hält sie die Zeit für reif, einfach die Karten auf den Tisch zu legen und damit durchzukommen oder liegt ihr mehr an einer internen Machtprobe?
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach

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lifestylekatholik
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von lifestylekatholik »

Lioba hat geschrieben:Willst du mich auf den Arm nehmen? Die Linke ist an sich schon grenzwertig. Allein der Name Die Linke lässt zuviel offen. Wie links- noch demokratisch oder nicht mehr?
Was ist denn das für eine Aussage? Steht jede Partei, die nicht das Wörtlein »demokratisch« in ihrem Namen trägt, dadurch von vornherein unter dem Generalverdacht, sie sei antidemokratisch? Die Linke redet ständig und bewusst von einem »demokratischen Sozialismus« und ist auch intern nicht weniger demokratisch strukturiert als andere Parteien. Im Vergleich z. B. zur Berliner CDU sogar fast vorbildlich.
Lioba hat geschrieben:Gysi hat zumindest äusserlich versucht, von der Altlast DDR loszukommen und die Partei salonfähig zu machen. Das klare Bekenntnis zum Kommunismus , dazu ohne jeden Versuch, sich von Verbrechen der früheren kommunistischen Regimes zu distanzieren steht dem klar entgegen.
Selbstverständlich streben viele Sympathisanten der Linken als Fernziel eine kommunistische, das heißt für sie: freie, gleichberechtigte, Gesellschaft an, eine Gesellschaft, in der sich jeder nach seinen Fähigkeiten einbringt und in der jeder nach seinen Bedürfnissen erhält. Und zwar, wie auch Dr. Lötzsch ja betont hat, durch Überzeugungsarbeit, weil sie ihre Ideale und Ideen für so sinnvoll und einleuchtend halten, dass die Menschen sie übernehmen werden.

Auch die Aussage, dass Dr. Lötzsch keinen Versuch gemacht hätte, sich von Verbrechen der früheren kommunistischen Regime zu distanzieren, verstehe ich nicht. Die SED-PDS, die PDS und später die Linke hat sich über Jahre ziemlich intensiv gerade mit der Aufarbeitung des Unrechts des Systems in der DDR, in der SU etc. beschäftigt -- natürlich mit teilweise anderen Schlussfolgerungen als die nicht-sozialistischen, »bürgerlichen« Gruppierungen, aber dennoch unter Anerkenntnis der Verbrechen, die im Namen des Sozialismus begangen wurden (soweit das eben innerhalb der sozialistischen Ideologie möglich ist). Verlangst du allen Ernstes, jeder Linke müsse stets und bei jeder öffentlichen Äußerung ein Schuldbekenntnis anhängen der Form »Ich bekenne die Verbrechen, die im Namen der früheren sozialistischen Systeme begangen wurden und erkenne das Grundgesetz an«? Das erscheint mir ein wenig unrealistisch.
Lioba hat geschrieben:Du kennst die Dame persönlich, dann weisst du ev. auch warum sie so handelt. Hat sie vielleicht Angst, dass die Partei sich durch Kompromisse und eher pragmatische Politik etabliert und an Biss verliert?
Hält sie die Zeit für reif, einfach die Karten auf den Tisch zu legen und damit durchzukommen oder liegt ihr mehr an einer internen Machtprobe?
Wieso »hält die Zeit für reif«? Offenbar meinst du, die PDS/Linke hätte sich absichtsvoll ein paar Jahre bedeckt gehalten und auf unschuldig gemacht und würde jetzt erst »die Karten auf den Tisch« legen und sagen: In Wirklichkeit sind wir aber für eine freie Gesellschaft, in der sich jeder frei nach seinen Bedürfnissen entfalten kann und jeder nach seinen Möglichkeiten zur freien Gesellschaft beitragen soll (das nennen wir Kommunismus). -- Dieser Vorwurf entspricht nun wirklich nicht der Realität der Diskussion innerhalb der Partei, die auch z. B. in der jW und den Parteiblättern zum Teil recht öffentlich geführt wurde und wird.

Die Position vieler in der Linken ist doch klar: Sozialismus ist gut. Das Ziel ist die kommunistische Gesellschaft. Die historische Entwicklung in der SU war ein fataler Irrweg mit schrecklichen Folgen. Das können wir jedoch nicht dem Sozialismus oder dem Ziel Kommunismus anlasten, sondern wir müssen es nocheinmal versuchen, die gerechte und freie(= kommunistische) Gesellschaft zu verwirklichen, müssen aber dabei diesmal den richtigen Weg gehen, und die Menschen werden sich uns freiwillig anschließen. Um deutlich zu machen, dass der Weg ein anderer sein muss, wird doch gerade so viel Wert auf den Begriff des demokratischen Sozialismus gelegt.
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Lioba
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Lioba »

Links als Parteiname ist für mich einfach ebenso verschwommen wie Grün.
Mein Eindruck ist auch, dass es Unterschiede gibt zwischen Linke Ost und Linke West.
Dabei scheint mir der Osten weniger dogmatisch, ein Eindruck, der natürlich auch falsch sein kann.
Zu dem demokratischen Erreichen des Kommunismus:
Für mich ist da ein so offensichtlicher Denkfehler drin, dass ich nicht glauben kann, dass das Argument ernst gemeint ist.
Ich kann zwar auf demokratischem Wege eine nichtdemokratische Regierungsform installieren, ist sie aber erst da, kann ich sie nicht mehr einfach auf demokratischem Wege abschaffen oder ändern. Das heisst, ich nehme den folgenden Generationen eine Freiheit, die ich für mich in Anspruch nehme.
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von lifestylekatholik »

Lioba hat geschrieben:Zu dem demokratischen Erreichen des Kommunismus:
Für mich ist da ein so offensichtlicher Denkfehler drin,
Für mich auch.
Lioba hat geschrieben:dass ich nicht glauben kann, dass das Argument ernst gemeint ist.
Das kann ich hingegen sehr gut glauben. Ich war ja lange in der linken Szene in Berlin unterwegs. Vielleicht kann Deo Juvante hierzu auch etwas sagen.
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Lioba
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Lioba »

Ich kann es deswegen schwer glauben, weil solche Leute viel gebildeter und weltgewandter sind als ich. :neinfreu:
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Ewald Mrnka
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Re: Linke-Chefin erklärt Kommunismus zum Ziel der Partei

Beitrag von Ewald Mrnka »

Ich verstehe überhaupt nicht, weshalb man sich über das Bekenntnis einer Kommunistin zum Kommunismus so furchtbar aufregt. Gesine Lötzsch läßt etwas die Katze aus dem Sack und das ist ok; und außerdem, was heißt denn schon "demokratisch-undemokratisch?!".

"Demokratisch" ist ein schillernder, inflationierter Begriff, unter dem sich jeder etwas anderes vorstellen kann.

"Demokratisch" sind sie heute alle, in Nordkorea, Iran, Irak, Afghanistan, China, der Türkei und der Bundesrepublik, und wer in diesen demokratischen Ländern heilige Kühe schubst, wird eingebuchtet :breitgrins:.

Es ist schamlos & dummdreist, wenn unsere Systempartei-Politruks sich anmaßen die alleinverbindliche Deutungshoheit über Begriffe wie "Demokratie-demokratisch" zu usurpieren, schon weil in unsererem wundervollen politischen System gaaaanz oft am Volkswillen verbeiregiert und auf den Volkswillen ("Souverän", "Wähler"- lach & brüll) gespuckt wird:

Wenn es um wichtige Entscheidungen, wie "Einwanderung" (vulgo Überfremdung), Staatsbürgerrecht, die Währung des Landes, Verschuldung, Verschleuderung und Ausverkauf des Volksvermögens, Aufgabe der eigenen Souveränität u. dergl. geht, wird das "Volk" nie dazu gefragt. Nie.
Das entscheiden nämlich die Bundesrepublik-Oligarchen in ihrer Weisheit & Fürsorge im geschlossenen Kreis ganz unter sich. Wirklich brennende Fragen werden zudem grundsätzlich
"aus dem Wahlkampf herausgehalten."

Daher sollten der gut gestopfte Gabriel, seine Mitheuchler von der inländerfeindlichen Grünen, und der Rest der etablierten Charaktermasken schön ihrem Mund halten und ihre Kollegin Frau Lötzsch von der klassenlosen Gesellschaft, dem demokratischen Zentralismus und einer Diktatur des Proletariats träumen lassen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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