60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

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cantus planus
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Re: 60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

Beitrag von cantus planus »

overkott hat geschrieben:Natürlich sollte man noch einmal Humani generis lesen, um zu verstehen, welches Aufatmen mit dem Konzil durch Kirche und Welt ging, zumal die feierliche Sprache des Konzils heute schon wieder für nicht wenige ungewöhnlich, wenn nicht schwer verständlich ist. Dass theologisch unverständige Menschen eine Pastoralkonstitution mit einer Dogmatischen Konstitution verwechseln, darf dabei nicht überraschen.
Ich sehe keine "feierliche Sprache". Die gab es vorher, wenn man einmal die päpstlichen Schreiben liest. Die Konzilsdokumente - und alles, was hinterher kam - sind von teilweise peinlicher Simplizität, was das Ärgernis nur noch ärgerlicher macht, dass man trotzdem nicht in der Lage ist, einen halbwegs präzisen Satz zustandezubringen, der nicht in mehrere Richtungen interpretierbar ist.
overkott hat geschrieben: Vor allem Traditionalisten sollten sich durch Humani generis mahnen lassen, etwa die Schöpfungsgeschichte und die Auferstehung nicht zu idealistisch und nicht zu historizistisch zu verstehen.
Wie meinst du das?
overkott hat geschrieben:Die meisten Menschen stehen offenbar heute nicht mehr in der Gefahr einer solchen verkürzten Schriftlesung.
Wen meinst du damit, wen nicht?
Nur wenige Sätze vorher, overkott hat geschrieben:[...] zumal die feierliche Sprache des Konzils heute schon wieder für nicht wenige ungewöhnlich, wenn nicht schwer verständlich ist.
overkott hat geschrieben:Das Konzil haben die Bischöfe im Hinblick auf aktuelle Fragen in einer verständlichen Sprache fortgeschrieben.
Der glatte Widerspruch zum ersten Satz fällt dir auf, oder? Was denn nun? Feierlich und ungewöhnlich, gar schwer verständlich; oder jetzt doch verständlich? Wie weitergeschrieben? Ich sehe nur Irrwege, wenn es ums Weiterschreiben geht. Und verständlicher ist gar nichts geworden. Im Gegenteil, die Verwirrung, die Wortklauberei und das Nebelwerfen nehmen ständig zu.
overkott hat geschrieben:Gleichwohl stellt sich die Frage, wann die Zeit reif ist für ein neues Konzil, um grundlegende Fragen des Evangeliums, der Kirche und der Welt für die heutige Zeit neu zu bedenken.
Dafür braucht man kein Konzil. Das ist tägliches Handwerk der Kirche.
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overkott
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Re: 60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

Beitrag von overkott »

cantus planus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Natürlich sollte man noch einmal Humani generis lesen, um zu verstehen, welches Aufatmen mit dem Konzil durch Kirche und Welt ging, zumal die feierliche Sprache des Konzils heute schon wieder für nicht wenige ungewöhnlich, wenn nicht schwer verständlich ist. Dass theologisch unverständige Menschen eine Pastoralkonstitution mit einer Dogmatischen Konstitution verwechseln, darf dabei nicht überraschen.
Ich sehe keine "feierliche Sprache". Die gab es vorher, wenn man einmal die päpstlichen Schreiben liest. Die Konzilsdokumente - und alles, was hinterher kam - sind von teilweise peinlicher Simplizität, was das Ärgernis nur noch ärgerlicher macht, dass man trotzdem nicht in der Lage ist, einen halbwegs präzisen Satz zustandezubringen, der nicht in mehrere Richtungen interpretierbar ist.
Du siehst einiges nicht. Vor allem nicht ein. Dir fehlt Inhalt.

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cantus planus
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Re: 60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

Beitrag von cantus planus »

Tatsächlich? :unbeteiligttu:
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ad-fontes
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Re: 60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

Beitrag von ad-fontes »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Runterstufen und vergessen. Das ist der Weg.[/color]

In deinen XII Thesen äußerst du dich ähnlich. Nun sahen sich die Väter in Trient selbst als eine ökumenische und allgemeine Versammlung und aufgrund der damit verbundenen Autorität fassten sie ihre Beschlüsse, ebenso die die beiden vatikanischen Versammlungen.

Wie kann die Kirche das "ökumenisch" im Proömium streichen und diese auf Generalkonzilien runterstufen, ohne daß die Väter nachträglich Schaden nehmen in Bezug auf ihre Glaubwürdigkeit als authentische Interpreten der Lehre?

Zwischen vollständiger Bejahung und Verwerfung sehe ich derzeit keinen gangbaren Weg.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Niels
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Re: 60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

Beitrag von Niels »

overkott hat geschrieben:Natürlich sollte man noch einmal Humani generis lesen, um zu verstehen, welches Aufatmen mit dem Konzil durch Kirche und Welt ging, zumal die feierliche Sprache des Konzils heute schon wieder für nicht wenige ungewöhnlich, wenn nicht schwer verständlich ist. Dass theologisch unverständige Menschen eine Pastoralkonstitution mit einer Dogmatischen Konstitution verwechseln, darf dabei nicht überraschen. Vor allem Traditionalisten sollten sich durch Humani generis mahnen lassen, etwa die Schöpfungsgeschichte und die Auferstehung nicht zu idealistisch und nicht zu historizistisch zu verstehen. Die meisten Menschen stehen offenbar heute nicht mehr in der Gefahr einer solchen verkürzten Schriftlesung. Das Konzil haben die Bischöfe im Hinblick auf aktuelle Fragen in einer verständlichen Sprache fortgeschrieben. Gleichwohl stellt sich die Frage, wann die Zeit reif ist für ein neues Konzil, um grundlegende Fragen des Evangeliums, der Kirche und der Welt für die heutige Zeit neu zu bedenken.

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Berolinensis
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Re: 60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

Beitrag von Berolinensis »

Sprechen wie hier von derselben Enzyklila Humani Generis Pius' XII., in der der Hl. Vater u.a. schreibt:
Es braucht uns nicht zu wundern, dass das Gift dieser Neuerungen in alle Teile der Theologie gelangte. So wird in Zweifel gezogen, dass der menschliche Verstand ohne Hilfe der göttlichen 0ffenbarung und der Gnade mit Beweisen aus der Schöpfung die Existenz eines persönlichen Gottes beweisen könne; geleugnet wird, dass die Welt einen Anfang hat, und gezeigt, dass die Schöpfung notwendig ist, da sie aus der notwendigen Freigebigkeit Gottes hervorgehe; verneint wird ebenfalls das ewige und unfehlbare Vorherwissen Gottes um die freien Handlungen der Menschen: All diese Ansichten stehen im Widerspruch zu den Erklärungen des Vatikanischen Konzils.

Einige werfen auch die Frage auf, ob die Engel persönliche Geschöpfe sind, ob Stoff und Geist sich wesentlich unterscheiden. Andere verwerfen es, dass die übernatürliche Ordnung ein freies Geschenk Gottes sei, mit der Behauptung, Gott könne keine vernunftbegabten Wesen schaffen, ohne sie auf die Anschauung der Seligen hinzuordnen und sie dazu zu berufen. Damit nicht genug : Der Begriff der Erbsünde wird, unter Außerachtlassung der Entscheidungen des Konzils von Trient, ebenso wie dieser der Sünde im allgemeinen als Beleidigung Gottes vernichtet, wie auch der Begriff der Genugtuung, die Christus für uns leistete. Es finden sich auch solche, die behaupten, die Lehre von der Wesensverwandlung, die sich auf den veralteten philosophischen Begriff der Substanz stütze, müsse so verändert werden, dass die wirkliche Gegenwart Christi in der heiligsten Eucharistie auf einen gewissen Symbolismus zurückgeführt werde. Demnach sollen die heiligen Gestalten nur wirksame Zeichen sein der geistigen Gegenwart Christi und Seiner innigen Vereinigung mit den gläubigen Gliedern im geheimnisvollen Leibe Christi.

Einige halten sich nicht gebunden an die vor einigen Jahren in einem Rundschreiben erklärte Lehre, die sich auf die Quellen der ”Offenbarung” stützt und erklärt, dass der geheimnisvolle Leib Christi und die Römische katholische Kirche ein und dasselbe seien6. Andere schwächen die Notwendigkeit der Zugehörigkeit zur wahren Kirche, um das ewige Heil zu erlangen, zu einer bloßen Formel ab. Schließlich tun wieder andere dem Charakter der ”Glaubwürdigkeit” des christlichen Glaubens, der dem Verstand einsichtig ist, Gewalt an.
Wie in den biologischen und anthropologischen Wissenschaften, so missachten auch in der Geschichte einige kühn die von der Kirche vorsichtig gezogenen Grenzen. In besonderer Weise gibt ein System Anlass zur Trauer, das die geschichtlichen Bücher des Alten Testamentes mit allzu großer Freiheit erklärt.
Das sollte man sich allerdíngs zu Herzen nehmen.

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Sempre
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Re: 60 J. „Humani generis“ – Wider die Irrlehren der Modernisten

Beitrag von Sempre »

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