Mißbrauchsanschuldigungen I

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Bernado
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Bernado »

Gamaliel hat geschrieben:Ein nicht ganz leicht verdaulicher Artikel über Kardinal Danneels und ein belgisches "Religionsbuch":

The Fall of the Belgian Church
Ein erschütternder Artikel. Er beweist - das Wort ist absichtlich gewählt - daß die Kirche in Belgien sich den Unrat moderner libertärer Sexualerziehung voll zueigen gemacht hat, aktiv an dessen Verbreitung arbeitete und Eltern, die sich dem widersetzten, mit der Aufforderung zum "Gehorsam gegenüber den Bischöfen" unter Druck setzte. Der Artikel unterscheidet sich wohltuend (wenn man davon bei diesem Inhalt sprechen kann) von der Form der Verdächtigungen und Verleumdungen gegen Bischof Mixa: Hier wird alles - es handelt sich ja um öffentliche Vorgänge und nicht um tatsächliche oder angebliche persönliche Verfehlungen - belegt und mit Datum und Ort nachprüfbar gemacht.

Das ist die eine Seite. Die andere besteht darin, daß die Polizei einen ungheuren Übergriff begangen hat, wenn sie tatsächlich die Akten der innerkirchlichen Ermittlungsstelle beschlagnahmt haben sollte. Selbst wenn der Verdacht besteht, daß die Vermittlungsstelle sich an Vertuschungsmanövern beteiligt haben sollte, muß man in solchen Fällen andere Wege finden.

Wenn man sich bei alledem überlegt, daß Kardinal Daneels über Jahrzehnte hinweg zu den wirkungsvollsten Lautsprechern des Konzilsgeistes gehörte (in den letzten Jahren ist er etwas nachdenklicher geworden) und 2005 sogar in der Hoffnung nach Rom fuhr, zum Papst gewählt zu werden...

Gott Heiliger Geist, steh uns bei, so wie Du der Kirche 2005 beigestanden hast.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

Juergen
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen »

Das ist doch wohl ein schlechter Witz - oder? :hmm:
http://www.standaard.be/artikel/detail. ... 1625_55
Gruß Jürgen

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civilisation
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von civilisation »

Offenbar kein schlechter Witz, sondern staatlich angeordnete und durchgeführte Gräberschändung und Störung der Totenruhe.

http://www.kath.net/detail.php?id=27175
Zudem wurden auf der Suche nach belastendem Material auch Löcher in die Grablegen der verstorbenen Erzbischöfe gebohrt und mit Kameras überprüft.
:kotz:

Juergen
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen »

In diesem Fall ist es also Gräberschändung und Störung der Totenruhe.

Hätte man die Gräber geöffnet, weil der Verdacht besteht, daß die Bischöfe vergiftet wurden, was wäre es dann...?
Gruß Jürgen

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civilisation
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von civilisation »

Juergen hat geschrieben:In diesem Fall ist es also Gräberschändung und Störung der Totenruhe.

Hätte man die Gräber geöffnet, weil der Verdacht besteht, daß die Bischöfe vergiftet wurden, was wäre es dann...?
Schon mal was von Äpfel und Birnen gehört? - Oder von "Verhältnismäßigkeit der Mittel"?

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen »

civilisation hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:In diesem Fall ist es also Gräberschändung und Störung der Totenruhe.
Hätte man die Gräber geöffnet, weil der Verdacht besteht, daß die Bischöfe vergiftet wurden, was wäre es dann...?
Schon mal was von Äpfel und Birnen gehört? - Oder von "Verhältnismäßigkeit der Mittel"?
Ob die Mittel verhältnismäßig sind/waren läßt sich leider oft erst hinterher feststellen.
Hätte man in den Grablegen tatsächlich Aktenbündel mit gemeldeten und vertuschten Straftaten gefunden, wären die Mittel wohl mehr als verhältnismäßig gewesen. Nun fand man nichts und das Theater ist groß.
Gruß Jürgen

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Gamaliel
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Gamaliel »

civilisation hat geschrieben:Wer sich ein Interview mit dem Vorsitzenden der ÖBK antun will (da geht es um Entschädigungszahlungen), kann das hier anschauen:

http://gloria.tv/?media=8441
In diesem Interview sagt Kardinal Schönborn, daß sich die Kirche an die Vorschläge der "Opferkommission" halten wolle. Diese Vorschläge wurden heute publiziert:

Missbrauch: Klasnic stellt Entschädigungsmodell vor

Daraus:
... Dabei handle es sich jedoch um "Richtwerte", die Skala sei nach oben hin offen, wie die Kommission betonte.

Für "leichte Fälle des Missbrauchs ohne überschießende Gewaltanwendung" sieht das Modell 5. Euro vor. Für "mehrfache Übergriffe über einen längeren Zeitraum oder geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung" wie etwa Vergewaltigung werden 15. Euro veranschlagt. Den Betrag von 25. Euro sieht die Kommission für Fälle "von über mehrere Jahre hinweg fortgesetzten Missbrauch mit Verletzungsfolgen und/oder fortdauernden seelischen Schmerzen" vor. In "besonders extremen Einzelfällen" seien auch darüber hinaus gehende Entschädigungen möglich, räumte die Kommission ein. Zahlen wurden für diese vierte Kategorie nicht genannt.

Die Kommission unterstrich, sich mit diesem Modell an die österreichische Judikatur angelehnt zu haben. Zugleich betonte die Kommission jedoch, dass die freiwilligen Entschädigungsleistungen der Kirche "über den durchschnittlichen staatlichen Sätzen" liegen.

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Marion
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Marion »

Mit wessen oder welchem Geld wollen die das eigentlich bezahlen?
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Gamaliel
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Gamaliel »

Marion hat geschrieben:Mit wessen oder welchem Geld wollen die das eigentlich bezahlen?
Wenn ich das richtig aufgeschnappt habe ( :hmm: ), dann kommt das Geld aus einer Stiftung, die wiederum durch Immobilienverkäufe befüllt werden soll, sodaß man nach außen erklären kann, daß kein Kirchensteuergeld herangezogen wurde.

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Niels
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Niels »

Marion hat geschrieben:Mit wessen oder welchem Geld wollen die das eigentlich bezahlen?
Ist doch klar: die verzichten für die nächsten Jahrzehnte freiwillig auf den größten Teil ihres "Gehaltes"... :breitgrins:
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civilisation
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von civilisation »

Tja, der Ausverkauf hat begonnen.

Vielleicht sollte Schönborn auch mal einige seiner Brustkreuze "versilbern".

Bei ebay gibt es doch genug "Deppen", die sich dafür interessieren werden. :pfeif: :roll:

Juergen
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen »

civilisation hat geschrieben:Bei ebay gibt es doch genug "Deppen", die sich dafür interessieren werden. :pfeif: :roll:
Ja, die sitzen bei kath.net im Forum... Hier gibt's solche ja nicht - aber nein doch. Dann müßte es schon um Brustkreuze von Bischof Williamson gehen.... achne, die schnappen sich ja dann die Leute von kreuz.net...
Lediglich für ein Kreuz, das der Hl. Bonaventura mal angefasst hat, gäb es hier mindestens einen Abnehmer.
Gruß Jürgen

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Gamaliel
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Gamaliel »

Gamaliel hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Mit wessen oder welchem Geld wollen die das eigentlich bezahlen?
Wenn ich das richtig aufgeschnappt habe ( :hmm: ), dann kommt das Geld aus einer Stiftung, die wiederum durch Immobilienverkäufe befüllt werden soll, sodaß man nach außen erklären kann, daß kein Kirchensteuergeld herangezogen wurde.
Hier eine Quelle zu meiner Behauptung:

Generalvikar Schuster: "Keine Entschädigungszahlungen aus Kirchenbeiträgen"

Daraus:
"Es wird so sein, dass die Orden und die Diözesen hier einzahlen in diese Stiftung und es sollen keine Mittel aus dem Kirchenbeitrag sein, sondern aus dem Vermögen der Kirche, aus anderen Erträgen. Zum Beispiel aus Immobilien." Nachdrücklich hat der Vertreter der Bischofskonferenz, Generalvikar Franz Schuster, in der gestrigen ATV-Diskussion zum Thema "Konsequenzen aus den Kirchenskandalen" versichert, dass nicht die Kirchenbeitragszahler für die Entschädigung der Missbrauchsopfer zu Kasse gebeten würden.

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Marion
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Marion »

Also wird die Kirchensteuer von unseren bereits verstorbenen Omas dazu hergenommen? Und den Tätern und Mittätern geht das alles am Hintern vorbei?
Zuletzt geändert von Marion am Freitag 25. Juni 2010, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Juergen
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Juergen »

Gamaliel hat geschrieben:Daraus:
"Es wird so sein, dass die Orden und die Diözesen hier einzahlen in diese Stiftung und es sollen keine Mittel aus dem Kirchenbeitrag sein, sondern aus dem Vermögen der Kirche, aus anderen Erträgen. Zum Beispiel aus Immobilien." Nachdrücklich hat der Vertreter der Bischofskonferenz, Generalvikar Franz Schuster, in der gestrigen ATV-Diskussion zum Thema "Konsequenzen aus den Kirchenskandalen" versichert, dass nicht die Kirchenbeitragszahler für die Entschädigung der Missbrauchsopfer zu Kasse gebeten würden.
Das hört sich zwar nett an, aber manches wird da wohl doch von "Kirchenbeitragszahlern" stammen - wenn auch über Umwege, wie etwa vererbte Grundstücke/Häuser oder Dinge, die mit Geldern von "Kirchenbeitragszahlern" erworben/bezahlt wurden.
Es fällt halt nicht so auf, als wenn das Geld direkt von der Bank geholt würde.

Marion hat geschrieben:Also wird die Kirchensteuer von unseren bereits verstorbenen Omas dazu hergenommen?
Mir dünkt so.
Gruß Jürgen

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Torsten
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Torsten »

civilisation hat geschrieben:Offenbar kein schlechter Witz, sondern staatlich angeordnete und durchgeführte Gräberschändung und Störung der Totenruhe.

http://www.kath.net/detail.php?id=27175
Zudem wurden auf der Suche nach belastendem Material auch Löcher in die Grablegen der verstorbenen Erzbischöfe gebohrt und mit Kameras überprüft.
:kotz:
Es sieht nach einem Akt der versuchten Einschüchterung aus. Wer hätte dafür ein Motiv und die Macht, den Chefs der Ermittlungsbehörden solches Vorgehen anzuordnen?

Immer noch ihr Auftrag, Pater Castell.

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Marion
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Marion »

Juergen hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Also wird die Kirchensteuer von unseren bereits verstorbenen Omas dazu hergenommen?
Mir dünkt so.
Ja, woher soll es denn sonst kommen?

Für wie blöde halten die eigentlich ihre Schäfchen?
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taddeo
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von taddeo »

Marion hat geschrieben:Für wie blöde halten die eigentlich ihre Schäfchen?
Für ziemlich. :ja:

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Gamaliel
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Gamaliel »

Marion hat geschrieben:Also wird die Kirchensteuer von unseren bereits verstorbenen Omas dazu hergenommen?
Wenn Deine Omas Österreicherinnen waren, könnte das zutreffen; meine leben noch :ja: . --- Im Ernst: Anhand der genannten Entschädigungsbeiträge und der Anzahl jener, die sich bislang gemeldet und selbst als Opfer bezeichnet haben (etwa 200 Personen), dürften sich die Zahlungen im einstelligen Millionenbereich (Euro) bewegen. Das ist zwar immer noch genug Geld, aber weit von den utopischen Summen in den USA entfernt. Ein paar Millionen Euro sind nicht besonders schwer aufzutreiben, jedenfall muß man dafür sicher nicht auf große Anteile vergangener Kirchenbeitragszahlungen zurückgreifen. --- Daß Du mich richtig verstehst, ich verteidige diese Zahlungen sicher nicht, möchte aber darauf hinweisen, bei der notwendigen Kritik die Verhältnisse nicht aus den Augen zu verlieren.


Marion hat geschrieben:Und den Tätern und Mittätern geht das alles am Hintern vorbei?
Der Fairness halber muß Kardinal Schönborn zitiert werden, er sagt nämlich:
Die Presse hat geschrieben:Die Geldleistungen würden „nicht aus dem Kirchenbeitrag“ finanziert, sondern „beim Täter oder bei einer verantwortlichen Institution eingefordert“, betone Schönborn.
Da eine Reihe an Tätern schon tot und die "verantwortliche Institution" oft die Kirche/der Orden sein wird, bleibt sicher immer noch einiges für die einzurichtende Stiftung an Zahlungen über.

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Marion
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Marion »

Gamaliel hat geschrieben:Der Fairness halber muß Kardinal Schönborn zitiert werden, er sagt nämlich:
Die Presse hat geschrieben:Die Geldleistungen würden „nicht aus dem Kirchenbeitrag“ finanziert, sondern „beim Täter oder bei einer verantwortlichen Institution eingefordert“, betone Schönborn.
Da eine Reihe an Tätern schon tot und die "verantwortliche Institution" oft die Kirche/der Orden sein wird, bleibt sicher immer noch einiges für die einzurichtende Stiftung an Zahlungen über.
So sieht das schon etwas anders aus :)
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Hubertus
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hubertus »

Und schon gibt es - natürlich - Kritik:

Opfervertreter: "Almosen" für Missbrauchsopfer

Daraus:
Für Jakob Purkathofer von der Plattform „Betroffene kirchlicher Gewalt" sind die genannten Beträge nur Peanuts. Er ärgert sich im Standard-Gespräch: "Solche Almosen stehen einer millionenschweren Einrichtung wie der Kirche nicht zu." Die gebotenen Summen seien eine „Beleidigung der Betroffenen".
So, und jetzt festhalten: :auweia:
Die Plattform "Wir sind Kirche" zeigt sich hingegen zufrieden: Die Kommission arbeite „sehr seriös und qualitätsvoll"
Was fahren denn die in dieser "Causa" für einen "Kuschelkurs"? :hmm:

Viele Grüße,
Hubertus
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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taddeo
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von taddeo »

Hubertus hat geschrieben:So, und jetzt festhalten: :auweia:
Die Plattform "Wir sind Kirche" zeigt sich hingegen zufrieden: Die Kommission arbeite „sehr seriös und qualitätsvoll"
Was fahren denn die in dieser "Causa" für einen "Kuschelkurs"? :hmm:

Viele Grüße,
Hubertus
Altersdemenz ihrer Mitglieder? :ikb_wheelchair:
Würde mich nicht wundern ... :neinfreu:

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Bernado
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Bernado »

Hubertus hat geschrieben:
Die Plattform "Wir sind Kirche" zeigt sich hingegen zufrieden: Die Kommission arbeite „sehr seriös und qualitätsvoll"
Was fahren denn die in dieser "Causa" für einen "Kuschelkurs"? :hmm:
Erstens soll man nicht ausschließen, daß es auch in diesem Kreis lichte Momente gibt. Zweitens möchte ich darauf hinweisen, daß WsK besonders stark im Kreis von Leuten verankert ist, die bei der Kirche arbeiten oder sonstwie von ihr materiell abhängig sind.

Da wollen sie wohl das Risiko eines Konkurses denn doch lieber meiden.
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Torsten
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Torsten »

Bernado hat geschrieben:Zweitens möchte ich darauf hinweisen, daß WsK besonders stark im Kreis von Leuten verankert ist, die bei der Kirche arbeiten oder sonstwie von ihr materiell abhängig sind.

Da wollen sie wohl das Risiko eines Konkurses denn doch lieber meiden.
Du willst damit sagen, dass WsK hier aufgrund gleicher Zwänge agiert wie Belegschaften von Betrieben, die zu (Lohn-)Opfern bereit sind, um die Konkurrenzfähigkeit des Betriebes und damit den eigenen Arbeitsplatz zu verteidigen?

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Torsten
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Torsten »

(Ja)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Bernado »

Torsten hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben:Zweitens möchte ich darauf hinweisen, daß WsK besonders stark im Kreis von Leuten verankert ist, die bei der Kirche arbeiten oder sonstwie von ihr materiell abhängig sind.

Da wollen sie wohl das Risiko eines Konkurses denn doch lieber meiden.
Du willst damit sagen, dass WsK hier aufgrund gleicher Zwänge agiert wie Belegschaften von Betrieben, die zu (Lohn-)Opfern bereit sind, um die Konkurrenzfähigkeit des Betriebes und damit den eigenen Arbeitsplatz zu verteidigen?
Sie opfern ja nicht den Lohn - sie setzen der Begierlichkeit der Rechtsanwälte Grenzen (bzw. finden es gut, daß da Grenzen gesetzt werden) damit sie nicht vom Lohn opfern oder gart um ihre Stellen fürchten müssen.

Damit sind wir übrigens ganz nahe am Geheimnis der Machtverhältnisse in der Deutschkirche: Macht hat, wer über Stellen entscheiden kann.
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Peregrin
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Peregrin »

Marion hat geschrieben:
Die Presse hat geschrieben:Die Geldleistungen würden „nicht aus dem Kirchenbeitrag“ finanziert, sondern „beim Täter oder bei einer verantwortlichen Institution eingefordert“, betone Schönborn.
So sieht das schon etwas anders aus :)
Das ist immer noch Augenauswischerei. Wie wollen die ohne Urteil Geld von angeblichen Tätern eintreiben?
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Gamaliel
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Kloster Ettal

Beitrag von Gamaliel »

In der Publikation "Süddeutsche Zeitung Magazin" wendet man sich ausführlich dem Thema Mißbrauch im Kloster Ettal zu. Die Lektüre des langen Artikels "Mauern ohne Ende" kann man sich sparen, "interessant" fand ich nur eine ganz am Ende des Berichts vorgeschlagene Strategie eines Anwalts:
Ein Anwalt aus Nordrhein-Westfalen, der vorerst anonym bleiben will und nach eigenen Angaben 32 Opfer aus Ettal vertritt, geht einen völlig anderen Weg: »Wir sprechen überhaupt nicht mit dem Kloster. Wir warten, bis die Mönche zu uns kommen, und sie werden kommen.« Er will das Kloster bloßstellen, öffentlich, vielleicht mit einem Theaterstück auf einer Wiese vor den Toren des Klosters, in dem all die Misshandlungen nachgespielt werden. Vielleicht mit wöchentlichen Anzeigen in überregionalen Zeitungen, in denen nur zu lesen sein wird, das Kloster werde nicht davonkommen mit diesen Verbrechen. Vielleicht auch etwas ganz anderes, genug Geld für seine Aktion hat er schon beisammen, sagt er, etwa zwei Millionen von Geldgebern, deren Namen er nicht preisgeben möchte.

Der Mann lächelt. »Juristisch können wir dem Kloster nichts, ist alles verjährt. Aber wir können sie in die Enge treiben, und das werden wir. So lange, bis sie uns fragen, was sie tun sollen, damit wir aufhören.« Dann will er ihnen eine Summe nennen: eine Viertelmillion Euro, für jedes Opfer. Für die Opfer dauert der Missbrauchsskandal nun schon Jahrzehnte an, für das Kloster hat er gerade erst begonnen.
Schaut so die Strategie einer "aufgeklärten" Gesellschaft von Gutmenschen im Umgang mit Leid aus? Auge um Auge, Zahn um Zahn?

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Bernado
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Re: Kloster Ettal

Beitrag von Bernado »

Gamaliel hat geschrieben:Schaut so die Strategie einer "aufgeklärten" Gesellschaft von Gutmenschen im Umgang mit Leid aus? Auge um Auge, Zahn um Zahn?
Nein, das ist nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das ist schlichte Erpressung. Auch der Straftäter hat Anrecht auf Schutz vor übler Nachrede.

Übrigens ist das Muster nicht ganz neu. In einigen Ländern gab/gibt es Inkassobüros, die Schuldner auf folgende Weise zahlungsfreudig stimmen sollen: Vor dem Haus des Schuldners wird ein Mensch imponierender Körpergröße und mit gut geschulten Muskeln (vulgo: ein Schlägertyp) postiert - gekleidet in einen schwarzen Anzug mit einem großen schwarzen Schirm. Immer, wenn der Schuldner das Haus verläßt, begleitet ihn der Schwarzgekleidete und versucht, den aufgespannten Schirm über ihn zu halten - dabei sagt er kein einziges Wort. Gleichzeitig macht das Unternehmen durch Anzeigen in der Lokalpresse bekannt, was der schwarze Mann bedeutet.

Soweit ich weiß, ist dieses Vorgehen in mehreren Ländern gerichtlich untersagt worden, jedenfalls weiß ich nicht, ob es heute noch irgendwo praktiziert wird. Und natürlich weiß ich nicht, ob der Schutz vor übler Nachrede auch gegenüber katholischen Klöstern gilt, wenn der Schutz der Grabesruhe gegenüber katholischen Bioschöfen jedenfalls suspoendiert worden ist.
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cantus planus
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von cantus planus »

Oh, mein Lieber, das wird sogar in Deutschland ganz offen praktiziert. Google mal "Moskau Inkasso", da stehen dir die Haare zu Berge: http://www.google.de/search?hl=de&sourc ... =&gs_rfai=

Aber zurück zum Thema: Es wird gegen die Kirche mit zunehmend härteren Bandagen gekämpft. Das verwundert nicht, denn natürlich haben auch ihre Gegner begriffen, dass die Volkskirche in den kommenden Jahrzehnten geradezu verpufft. Und sie wissen, dass der kleine Rest wesentlich hartnäckiger und überzeugter sein wird. Daher versuchen sie jetzt mit allen Mitteln einen Keil in die Kirche zu treiben, um für die Zukunft ein Druckmittel zu finden, dass nach Belieben eingesetzt werden kann.

Leider hat sich gezeigt, dass es keinen Mut mehr in der Kirche gibt, gegen diesen Wahnsinn anzustehen. Die Verhinderung Weihbischof Wagners in Linz und das Dauerfeuer gegen Bischof Mixa ist nur der Beginn.
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Christiane
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Christiane »

civilisation hat geschrieben:Offenbar kein schlechter Witz, sondern staatlich angeordnete und durchgeführte Gräberschändung und Störung der Totenruhe.

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Ich fühle mich unangenehm an die Schändung der Königsgräber durch die Jakobiner in St. Denis erinnert. :kotz:
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila

"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

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Hubertus
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hubertus »

„Sühne muss auch wehtun“ - Jesuitenpater Klaus Mertes über die Täter-Opfer-Debatte in der katholischen Kirche, Homosexualität und Sterbehilfe

Daraus:
Die biblisch-christliche Anthropologie geht von fruchtbarer Sexualität als Norm für die Geschlechterbeziehung aus; unter dieser Voraussetzung gilt homosexuelle Liebe als defizitär. Gleichzeitig ist es heute wissenschaftlicher Konsens, dass Homosexualität zur Natur gehört. Wäre es deshalb nicht an der Zeit, dass die Kirche anerkennt, dass das Phänomen Homosexualität in der Bibel eigentlich noch gar nicht voll wahrgenommen wird? Das muss ja kein Mangel sein. Dass sich die Erde um die Sonne dreht, spielt in der Bibel schließlich auch keine Rolle.
Nachtrag: Es geht im Interview zunächst um die Mißbrauchs-Debatte, deshalb hier eingestellt.

Viele Grüße,
Hubertus
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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