Verstehensfragen
- Berolinensis
- Beiträge: 4988
- Registriert: Mittwoch 9. September 2009, 16:40
Re: Verstehensfragen
Dazu muß man gar nicht bis ins Mittelhochdeutsche zurückgehen, das war noch z.T. bis ins 20. Jahrhundert so. Eigentlich entspricht im Deutschen "Weib" dem "Mann", während "Frau" dem "Herrn" entspricht. Erst mit der Verbürgerlichung des 19. Jh., da jeder ein Herr und eine Frau wurde, bekam langsam das "Weib" (interessanterweise anders als der "Mann") einen pejorativen Beigeschmack, so daß "Frau" immer mehr zum allein verwendeten Begriff wurde. Irgendwann nach dem Krieg (weiß es jemand genau) erreichte es schließlich sogar das Ave Maria, so daß es nun nicht mehr "gebenedeit bist du unter den Weibern", sonder "gebenedeit bist du unter den Frauen" heißt.
Re: Verstehensfragen
Vielen Dank.
Daher wohl auch "unsere liebe Frau"!
Daher wohl auch "unsere liebe Frau"!
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
Re: Verstehensfragen
Im ktv (?) wird das oft gebetet, aber es wird das Wort "Weiber" verwendet (das ich in diesem Zusammenhang nicht als pejorativ empfinde).Berolinensis hat geschrieben:Dazu muß man gar nicht bis ins Mittelhochdeutsche zurückgehen, das war noch z.T. bis ins 20. Jahrhundert so. Eigentlich entspricht im Deutschen "Weib" dem "Mann", während "Frau" dem "Herrn" entspricht. Erst mit der Verbürgerlichung des 19. Jh., da jeder ein Herr und eine Frau wurde, bekam langsam das "Weib" (interessanterweise anders als der "Mann") einen pejorativen Beigeschmack, so daß "Frau" immer mehr zum allein verwendeten Begriff wurde. Irgendwann nach dem Krieg (weiß es jemand genau) erreichte es schließlich sogar das Ave Maria, so daß es nun nicht mehr "gebenedeit bist du unter den Weibern", sonder "gebenedeit bist du unter den Frauen" heißt.
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
Re: Verstehensfragen
So ist es. Our Lady. Notre-Dame. Madonna. Pani nasza.Nassos hat geschrieben:Vielen Dank.
Daher wohl auch "unsere liebe Frau"!
Ach ja, und die: Gospa.
???
Re: Verstehensfragen
Herrin? (Ich meine unsere Liebe Frau, nicht Dicht, anneke
)
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
Re: Verstehensfragen
Woher sich dieses komische Wort verbreitet hat, würde ich auch gerne wissen. Der "Herr" geht ja ins Althochdeutsche zurück, ebenso wie die "Frau". Allerdings bildeten die noch im Mittelhochdeutschen kein Paar, sondern zur "Frouwe" gehörte der "Frô". (Der "Herr" bildet dagegen eigentlich mit dem "Knecht" ein Begriffspaar.) Wieso der "Frô" ausgestorben ist und neuhochdeutsch durch den "Herrn" ersetzt wurde, ist mir unklar. Die "Herrin" klingt mir so modern, als wäre sie erst aufgekommen, nachdem die "Frau" das "Weib" als Standardbezeichnung verdängt hatte, und "Herr/Herrin" dann archaisierend "Frô/Frouwe" wiedergeben sollte.Nassos hat geschrieben:Herrin?
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.
- Berolinensis
- Beiträge: 4988
- Registriert: Mittwoch 9. September 2009, 16:40
Re: Verstehensfragen
Ist das sicher so? Bekannt sind ja die Paare Freiherr/Freifrau oder Herr auf der Windischen Mark/Frau auf der Windischen Mark etc. Hätte das dann im Mittelhocheutschen noch jeweils frô geheißen?Peregrin hat geschrieben: Der "Herr" geht ja ins Althochdeutsche zurück, ebenso wie die "Frau". Allerdings bildeten die noch im Mittelhochdeutschen kein Paar, sondern zur "Frouwe" gehörte der "Frô". (Der "Herr" bildet dagegen eigentlich mit dem "Knecht" ein Begriffspaar.)
Re: Verstehensfragen
Nassos, es gibt in München die Frauenkirche...... nicht die Weiberkirche!
Es gibt den Wein aus Worms der Liebfrauenmilch heißt...... nicht Liebweibermilch.
Ich wollte das nur nochmal, als Nachredner zu eloquenten Vorrednern, reinreiben....
Es gibt den Wein aus Worms der Liebfrauenmilch heißt...... nicht Liebweibermilch.
Ich wollte das nur nochmal, als Nachredner zu eloquenten Vorrednern, reinreiben....
We are drowning in information and starving for knowledge.
Re: Verstehensfragen
Ja, denn wie könnten wir dann auf die "Lateiner" schimpfen....? Think Nassos, think....!Nassos hat geschrieben:Spräche etwas gegen Latein in der DOK?
Wenn schon dann Sächsisch....
Denk Dir nur mal die große Eingangslitanei in Sächsisch gesungen.... himmlisch! Wir hätten dann das Große Osterlachen an jedem Sonntag....
We are drowning in information and starving for knowledge.
Re: Verstehensfragen
Der Sprachwandel von Weib ist ein gutes Beispiel.
Wäre es pastoral zu verantworten, Frau wieder durch Weib zu ersetzen?
Bleibt man bei Frau, so kommt man auf Herrin und U.L.F. wird unverständlich.
Da Dame auch nicht besonders liturgiefähig klingt, weicht man unter Umständen aus auf Gebieterin.
Alles suboptimale Lösungen.
Aber habt ihr es schon versucht, im englischen* Gruß Frau durch Weib zu ersetzen? O weh, die Macht der Gewohnheit; das wird zur richtigen Stolperfalle.
*Noch so ein Beispiel.
Wäre es pastoral zu verantworten, Frau wieder durch Weib zu ersetzen?
Bleibt man bei Frau, so kommt man auf Herrin und U.L.F. wird unverständlich.
Da Dame auch nicht besonders liturgiefähig klingt, weicht man unter Umständen aus auf Gebieterin.
Alles suboptimale Lösungen.
Aber habt ihr es schon versucht, im englischen* Gruß Frau durch Weib zu ersetzen? O weh, die Macht der Gewohnheit; das wird zur richtigen Stolperfalle.
*Noch so ein Beispiel.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
Re: Verstehensfragen
Ich würde umgekehrt sagen: es gibt keine Alternative zu Latein bzgl. der Gesangstücke, da es (bislang) keine deutsche Gregorianik gibt; insbesondere das Meßproprium (das sind die wechselnden Texte zum Einzug, nach der Epistel (Apostolos), zur Opferung und zur Kommunion) betreffend.Joseph hat geschrieben:Nassos hat geschrieben:Spräche etwas gegen Latein in der DOK?
Sprache und Melodie stehen in einem engsten Zusammenhang. Man müßte neue Melodien komponieren. Eine Herkulesaufgabe. Vielleicht kann Lifestylekatholik näheres zu sagen, warum das nicht möglich ist oder wenn ja, unter welchen Voraussetzungen.
Ohne Kloster..
Zuletzt geändert von ad-fontes am Freitag 16. April 2010, 10:25, insgesamt 1-mal geändert.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
Re: Verstehensfragen
Gut katholisch-rechtgläubigJoseph hat geschrieben:Das glaube ich nicht, denn das Trisagion ist ein Lobpreis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Christus wurde gekreuzigt, nicht die Dreifaltigkeit..... Ausserdem was soll das in diesem Zusammenhang bringen? Also meine Antwort ist nein. Da ich aber nicht der Orthodoxe Papst bin ist das nur meine Meinung.ad-fontes hat geschrieben: Wäre es denn für dich auch in Ordnung, wenn das Trishagion um den Zusatz: "...Heiliger Unsterblicher, <der für uns gekreuzigt wurde>, erbarme dich unser" zu ergänzen?
Gruß
Joseph
"Einer aus der Dreifaltigkeit wurde gekreuzigt" wäre auch schon nicht ganz koscher, obwohl MND dafür ja Sympathien hat (oder hatte?).
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
Re: Verstehensfragen
Richtig. Das Verstehen der Sprache allein bringt da nichts (wie man heute nur zu gut siehtlifestylekatholik hat geschrieben:Ob ich die Liturgie verstehe oder nicht, begreife oder nicht, hängt aber nicht in erster Linie von der Sprache ab.kephas hat geschrieben:Die beiden hielten es offenbar nicht für unwichtig, ob die Liturgie verstanden wird oder nicht.ad-fontes hat geschrieben:Cyrill & Method sind einen anderen Weg gegangen.
lifestylekatholik hat geschrieben:Hab ich’s jetzt endlich geschafft, die Message rüberzubringen? Meine Güte, ist das heute mal wieder schwierig.
Re: Verstehensfragen
das ist hier am land noch immer so. Da heißts einfach "Weib" und "Weibsvolk" wenn die katholische Frauenbewegung gemeint ist.Berolinensis hat geschrieben:Dazu muß man gar nicht bis ins Mittelhochdeutsche zurückgehen, das war noch z.T. bis ins 20. Jahrhundert so. Eigentlich entspricht im Deutschen "Weib" dem "Mann", während "Frau" dem "Herrn" entspricht. Erst mit der Verbürgerlichung des 19. Jh., da jeder ein Herr und eine Frau wurde, bekam langsam das "Weib" (interessanterweise anders als der "Mann") einen pejorativen Beigeschmack, so daß "Frau" immer mehr zum allein verwendeten Begriff wurde. Irgendwann nach dem Krieg (weiß es jemand genau) erreichte es schließlich sogar das Ave Maria, so daß es nun nicht mehr "gebenedeit bist du unter den Weibern", sonder "gebenedeit bist du unter den Frauen" heißt.
Man muß es ja nicht so treiben wie ein Bekannter, der seine Frau "Weibi" ruft. und dann Zilli (sie heißt Cécile) zu ihr sagt.
Linus, letztens einenen klärenden Disput mit seinem Ehegespons gehabt habend, weil er sie in einer KN (vulgo SMS) als "Hochholdes, verehrtes Eheweib" angesprochen hat. [Das Siezen ist bei uns im Schriftverkehr bisweilen auch mündlich üblich]
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
Re: Verstehensfragen
Es besteht die Gefahr, die Bilder zu überspannen.ad-fontes hat geschrieben:Gut katholisch-rechtgläubigJoseph hat geschrieben:Das glaube ich nicht, denn das Trisagion ist ein Lobpreis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Christus wurde gekreuzigt, nicht die Dreifaltigkeit..... Ausserdem was soll das in diesem Zusammenhang bringen? Also meine Antwort ist nein. Da ich aber nicht der Orthodoxe Papst bin ist das nur meine Meinung.ad-fontes hat geschrieben: Wäre es denn für dich auch in Ordnung, wenn das Trishagion um den Zusatz: "...Heiliger Unsterblicher, <der für uns gekreuzigt wurde>, erbarme dich unser" zu ergänzen?
Gruß
Joseph![]()
"Einer aus der Dreifaltigkeit wurde gekreuzigt" wäre auch schon nicht ganz koscher, obwohl MND dafür ja Sympathien hat (oder hatte?).
Re: Verstehensfragen
Kannst du erläutern, welche Bilder hier überspannt werden?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
Re: Verstehensfragen
Die gekreuzigte Dreifaltigkeit ist ein überspanntes Bild. Überspannt ist auch das Auswürfeln des Opfers durch den Vater und den Heiligen Geist. Ausgewürfelt wurde nur das Gewand des Erlösers.
Re: Verstehensfragen
overkott hat geschrieben:Die gekreuzigte Dreifaltigkeit ist ein überspanntes Bild. Überspannt ist auch das Auswürfeln des Opfers durch den Vater und den Heiligen Geist. Ausgewürfelt wurde nur das Gewand des Erlösers.
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Verstehensfragen
overkott hat geschrieben:Die gekreuzigte Dreifaltigkeit ist ein überspanntes Bild. Überspannt ist auch das Auswürfeln des Opfers durch den Vater und den Heiligen Geist. Ausgewürfelt wurde nur das Gewand des Erlösers.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
Re: Verstehensfragen
Interessant. Woran außer dem Weihrauch machst Du das fest?asderrix hat geschrieben:Die AT Herleitung kann ich nachvollziehen, überhaupt kam mir das ganze, der Ablauf dieser Messe, usw., sehr alttestamentlich vor.
Re: Verstehensfragen
Erklär mal, bitte und overkott kanns dann bestätigen.ad-fontes hat geschrieben:overkott hat geschrieben:Die gekreuzigte Dreifaltigkeit ist ein überspanntes Bild. Überspannt ist auch das Auswürfeln des Opfers durch den Vater und den Heiligen Geist. Ausgewürfelt wurde nur das Gewand des Erlösers.
Auch wenn ich glaube verstanden zu haben, was er meinen könnte.
Danke und Gruß,
Nassos
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
-
Raimund J.
- Beiträge: 6092
- Registriert: Dienstag 3. April 2007, 09:33
Re: Verstehensfragen
Im Schott-Meßbuch steht dazu folgendes:asderrix hat geschrieben:Nach dem ich nun am Samstag an der Messe in Bamberg teil nehmen durfte, hier meine erste Frage.
Warum diese Zeremonie mit dem Weihrauch?
Worauf gründet sich diese Tradition?
Im feierlichen Hochamt wird nun der Altar beräuchert. Der in Wohlduft sich auflösende und nach oben steigende Weihrauch
bildet eine Art Nebenopfer und ist Sinnbild der in Opferliebe sich verzehrenden Anbetung vor Gott. Irdischen Personen oder
Sachen erwiesen, ist die Beräucherung (Inzensation) eine kirchliche Ehrenerweisung. Wie das Weihwasser, so ist auch
der Weihrauch ein gnadenvermittelndes Sakramentale. Der Priester segnet den Weihrauch mit den Worten: Es segne
+ dich Derjenige, zu dessen Ehre du verbrennst. Amen.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
Nec laudibus, nec timore
Re: Verstehensfragen
... heißt, ohne Weihwasser und Weihrauch keine GnadeRaimund Josef H. hat geschrieben: Wie das Weihwasser, so ist auch
der Weihrauch ein gnadenvermittelndes Sakramentale.
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!
-
Raimund J.
- Beiträge: 6092
- Registriert: Dienstag 3. April 2007, 09:33
Re: Verstehensfragen
Der Katechismus sagt zusammenfassend zum Thema Gnade:asderrix hat geschrieben:... heißt, ohne Weihwasser und Weihrauch keine GnadeRaimund Josef H. hat geschrieben: Wie das Weihwasser, so ist auch
der Weihrauch ein gnadenvermittelndes Sakramentale.![]()
![]()
![]()
Alles was nun mit dazu beiträgt, also auch die heiligen Zeichen, daß überhaupt so etwas grossartiges geschehen kann, daß eine Menschenseele in Beziehung mit ihrem Schöpfer tritt, kann - nach meinem untheologischen Laienverständnis -, auch als gnadenvermittelnd angenommen werden.Nimmt man alle diese vielfältigen Aussagen zusammen, dann ergibt sich: Die Gnade ist keine dinghafte Größe. Gnade ist Gott selbst in seiner Selbstmitteilung an uns durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Gnade bedeutet deshalb im tiefsten, daß wir von Gott durch Jesus Christus im Heiligen Geist unbedingt angenommen, bejaht und geliebt sind und daß wir in dieser Liehe ganz eins sind mit ihm. Gnade ist also personale Gemeinschaft und Freundschaft mit Gott, personale Teilhabe am Leben Gottes. Diese unbedingte Annahme in der Begegnung mit der unendlichen Liebe Gottes ist die letzte und höchste Erfüllung des Menschen, das Heil des Menschen.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
Nec laudibus, nec timore
Re: Verstehensfragen
@Asderrix:
Unsinn!!
Zusätzlich! Aber Protestanten, die es gewöhnt sind, nur Schwarz-weiß, Entweder-oder zu denken, fällt das naturgemäß schwer, sich noch mehr Gnade als Gnade vorzustellen oder mit noch heiliger als heilig zu rechnen, weil sie Begriffe wie "begnadigt" und "heilig" und "gerettet" als theologische Superlative verstehen, die nicht mehr steigerungsfähig sind.
Dagegen versteht der an der Urkirche orientierte Teil der Christenheit diese Sakramentalien als Ausfluss der Fülle Gottes und vermeidet es, die Gnadengaben Gottes zusammenzuzählen wie ein Buchhalter.
Unsinn!!
Zusätzlich! Aber Protestanten, die es gewöhnt sind, nur Schwarz-weiß, Entweder-oder zu denken, fällt das naturgemäß schwer, sich noch mehr Gnade als Gnade vorzustellen oder mit noch heiliger als heilig zu rechnen, weil sie Begriffe wie "begnadigt" und "heilig" und "gerettet" als theologische Superlative verstehen, die nicht mehr steigerungsfähig sind.
Dagegen versteht der an der Urkirche orientierte Teil der Christenheit diese Sakramentalien als Ausfluss der Fülle Gottes und vermeidet es, die Gnadengaben Gottes zusammenzuzählen wie ein Buchhalter.
Von allen Gottesgaben ist die Intelligenz am gerechtesten verteilt. Jeder ist zufrieden mit dem, was er hat und freut sich sogar, dass er mehr hat, als die anderen.
Re: Verstehensfragen
Das ist zwar einerseits richtig, aber andererseits haben reden diese Protestanten trotzdem oft auch noch von der Heiligung. Sie sehen sich zwar nicht am Ende dieses Heiligungsprozesses angekommen, aber sie meinen trotzdem heilig zu sein, indem sie sagen sie seien zwischen Stand und Zustand unterscheiden und postulieren sie seien im heiligen Stande, aber noch nicht im heiligen Zustand. Das soll heissen, sie würden von Gott schon als heilig angesehen, obwoösie faktisch noch nicht im heiligen Zustand sien. Ist natürlich eine vollig hahnebüchene Ansicht, denn Gott sieht schon auf den Zustand und nicht auf, den Buchstaben. Man hat das Thema aber schon des öfteren auch hier erörtert und der gute Paulus spricht es ja auch deutlich an, auch wenn er in manchen Texten von den Christen als Heilige spricht.Clemens hat geschrieben: Aber Protestanten, die es gewöhnt sind, nur Schwarz-weiß, Entweder-oder zu denken, fällt das naturgemäß schwer, sich noch mehr Gnade als Gnade vorzustellen oder mit noch heiliger als heilig zu rechnen, weil sie Begriffe wie "begnadigt" und "heilig" und "gerettet" als theologische Superlative verstehen, die nicht mehr steigerungsfähig sind.
Ich wundere mich schon lange, warum die meisten Protestanten, jene Christen ablehnen oder sogar abfällig behandeln, die wahre Heilige geworden sind, darunter auch Menschen, die zeitlebens protestantisch waren und blieben. Manchmal hat man den Eindruck, dass sich der Protestantismus zu sehr im Predigen, um nicht zu sagen Anpredigen, erschöpft.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
Re: Verstehensfragen
Doch eher wohl meist langweilige, fakultative, allsonntägliche Vorlesung, zu denen Oma nur hingeht, um ihren Nerz und die Perlen vorzuzeigen und den neusten Dorftratsch zu erheischen. [/Ironie off]Edi hat geschrieben:Manchmal hat man den Eindruck, dass sich der Protestantismus zu sehr im Predigen, um nicht zu sagen Anpredigen, erschöpft.
Zwischen protestantischer (v. a. lutherischer) und katholischer Liturgie liegen einfach Welten. Ausreißer gibt es natürlich bei beiden immer mal wieder. Eine würdiger, gesungener lutherischer Gottesdienst schlägt freilich immer noch jede pseudokatholische Messkatastrophe. Wenn beide würdig gefeiert sind, liegt die hl. (kath.) Messe doch deutlich vorn.
Viele Konvertiten oder Neugetaufte, die sich in verschiedenen Konfessionen umgeschaut haben, sind letztlich aufgrund der Liturgie (vor allem der Eucharistie) katholisch geworden.
"In necessariis unitas, in non-necessariis libertas, in utrisque caritas."
"Man muss sich aber klarmachen, dass Krisenzeiten des Zölibats auch immer Krisenzeiten der Ehe sind." BXVI.
"Man muss sich aber klarmachen, dass Krisenzeiten des Zölibats auch immer Krisenzeiten der Ehe sind." BXVI.
Re: Verstehensfragen
Na, so krass hätte ich das jetzt nicht gesagt, dass Gnadenmittel Unsinn sind, für die Mitglieder de rkK haben sie schon einen tiefen Sinn, ab er richtig ist, dass ich sie als unnötig empfinde und keinen Zugang zu so einer Lehre finde.Clemens hat geschrieben:@Asderrix:Unsinn!!
Christus ist DER Mittler, der DAS Gnadenmittel, seinen Kreuzestot allen Menschen anbietet, diese Mittel ist vollkommen. Taufe und Abendmahl sind die zwei Gebote Christi. Sie Folgen der Annahme dieses Geschenkes der Gnade.
Diese lehre von Gnadenmitteln, Sakramenten, ist denke ich eine Ursache für viele Verirrungen bei den "Taufscheinchristen" (ich sag das nicht mit Hochmut, sondern mit Trauer), die davon Überzeugt sind in den Himmel zu kommen, obwohl sie keine echte Beziehung zu Christus, als ihren Herrn und Erretter haben.
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!
Re: Verstehensfragen
Edi hat geschrieben:Ich wundere mich schon lange, warum die meisten Protestanten, jene Christen ablehnen oder sogar abfällig behandeln, die wahre Heilige geworden sind, darunter auch Menschen, die zeitlebens protestantisch waren und blieben.
Ablehnen, nein, ich/wir lehnen die unbiblische Praxis der rkK ab, zu verdorbenen Christen als Fürsprecher zu beten, statt sich an DEN Fürsprecher Jesus Christus zu wenden.
Abfällig behandeln ist eine betrachte ich als einen Angriff, da ich von jedem Gläubigen bereit bin zu Lernen, In der Art wie es der Schreiber des Hebräerbriefes uns sagt, dass wir auf die Wolke der Zeugen schauen, die seit der Abfassung des Hebräerbriefes noch viel größer wurde.
Das hast du ja oben schon selbst widerlegt, Heiligung ist das, was protestantischerseits das Zieh eines Christenlebens ist, die wird sicher durch Predigt angeregt, aber persönliches Bibelstudium, Gebet und Pflege der Gemeinschaft sind wichtige Elemente um das zu erreichen/voranzutreiben.Manchmal hat man den Eindruck, dass sich der Protestantismus zu sehr im Predigen, um nicht zu sagen Anpredigen, erschöpft.
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!
Re: Verstehensfragen
Christus ist immer der Mittler, wer denn sonst. ER ist in den Sakramenten wirkend, wer denn sonst. Man kann doch beides nicht trennen wie du es tust!asderrix hat geschrieben: Christus ist DER Mittler, der DAS Gnadenmittel, seinen Kreuzestot allen Menschen anbietet, diese Mittel ist vollkommen. Taufe und Abendmahl sind die zwei Gebote Christi. Sie Folgen der Annahme dieses Geschenkes der Gnade.
Diese lehre von Gnadenmitteln, Sakramenten, ist denke ich eine Ursache für viele Verirrungen bei den "Taufscheinchristen" (ich sag das nicht mit Hochmut, sondern mit Trauer), die davon Überzeugt sind in den Himmel zu kommen, obwohl sie keine echte Beziehung zu Christus, als ihren Herrn und Erretter haben.
Die Gründe, dass es Taufscheinchristen gibt, liegen doch woanders, nämlich darin, dass diese Menschen nur die Taufe kennen, die andern Sakramente nicht praktizieren oder wenn sie sie praktizieren dann ohne die nötige innere Verfassung. Das aber kommt auch in Freikirchen im Rahmen der dortigen Vorgaben vor und ist nicht auf die grossen Kirchen beschränkt. Es ist doch die Not, die Gott mit vielen Menschen hat, egal in welcher Kirche oder Gemeinde sie sind. Ich erlebe gerade einen solchen Fall, wo ein Mann alle möglichen freikirchlichen Versammlungen verschiedener Richtungen besucht, wo möglich dann auch das Abendmahl nimmt, sich aber nicht von seinem überextremen Geiz lossagt, ja den nicht einmal merkt, obwohl es ihm schon etliche Leute gesagt haben, dass er ein Schmarotzer ist und das ist er auch, denn er gibt nie etwas, aber erwartet und nimmt von andern regelmässig Dinge.
Jetzt könnte ein Kritiker von Freikirchen anhand dieses oder anderer Beispiele, von denen es noch viel mehr gibt, nur mir anderen Untugenden, auch sagen, dass die Freikirchen in dieser Beziehung falsch lehren. Man muss aber doch zwischen Lehre und Praxis unterscheiden, die Praxis ist oft genug weit hinter der besten Lehre zurück. Eigentlich traue ich dir das zu, dass du das können solltest.
Im Falle, wo den Menschen gelehrt wird, die Taufe allein genüge schon und solches gibt es offensichlich in dern Kirchen genug, da gebe ich dir recht, aber das ist jedenfalls nicht die offizielle Lehre der kath. Kirche, der der ev. Kirche weiss man es ja nie so recht, denn da gibt es jeute ja keinen offizielle Lehre mehr.
Zuletzt geändert von Edi am Sonntag 18. April 2010, 21:33, insgesamt 2-mal geändert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
Re: Verstehensfragen
Zwischenfrage an die Moderation: Sollte dieser Thread nicht besser in ein anderes Unterforum verfrachtet werden!? In der Unterforumsregel lese ich:

Was ist die »Sakramentskapelle«? Um Themen »rund um die Priesterbruderschaften St. Pius X., St. Petrus und andere Traditionelle« soll es gehen, sagt der Untertitel.
Re: Verstehensfragen
Nun, ich kenne Leute, die Heilige als Scharlatane ansehen, wenn du das nicht tust, trifft dich der Vorwurf auch nicht.asderrix hat geschrieben:Edi hat geschrieben:Ich wundere mich schon lange, warum die meisten Protestanten, jene Christen ablehnen oder sogar abfällig behandeln, die wahre Heilige geworden sind, darunter auch Menschen, die zeitlebens protestantisch waren und blieben.
Ablehnen, nein, ich/wir lehnen die unbiblische Praxis der rkK ab, zu verdorbenen Christen als Fürsprecher zu beten, statt sich an DEN Fürsprecher Jesus Christus zu wenden.
Abfällig behandeln ist eine betrachte ich als einen Angriff, da ich von jedem Gläubigen bereit bin zu Lernen, In der Art wie es der Schreiber des Hebräerbriefes uns sagt, dass wir auf die Wolke der Zeugen schauen, die seit der Abfassung des Hebräerbriefes noch viel größer wurde.
Das hast du ja oben schon selbst widerlegt, Heiligung ist das, was protestantischerseits das Zieh eines Christenlebens ist, die wird sicher durch Predigt angeregt, aber persönliches Bibelstudium, Gebet und Pflege der Gemeinschaft sind wichtige Elemente um das zu erreichen/voranzutreiben.Manchmal hat man den Eindruck, dass sich der Protestantismus zu sehr im Predigen, um nicht zu sagen Anpredigen, erschöpft.
Das Gebet zu Heiligen, die in Christus verstorben und im Himmel sind, ist doch etwas ganz anderes, als wenn man Verstorbene befragt. Das wird immer wieder verwechselt. Die Heiligen sind ja beim Herrn im Himmel und wenn sie zu ihren Lebzeiten schon Gnaden für die Menschen erbitten konnten, warum dann nicht nach ihrem Tode, wo sie in der Herrlichkeit Gottes leben,
Was ich über das Predigen schrieb, ist nicht so unberechtigt, es wäre besser man würde viel mehr beten oder entsprechende Gebets- und Anbetungslieder singen. Damit ist nichts gegen eine gute Predigt gesagt, aber es gibt auch reichlich schwache, wenn nicht gar unsinnige Predigten.
Zuletzt geändert von Edi am Sonntag 18. April 2010, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.