Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.
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Linus
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Linus »

Petur hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Beten - das ist natürlich nötig. Und was noch?
Ein berufungsfreundliches Klima in den Pfarreien. Eine bessere Jugendarbeit.
Teppich und Besen. Schon wieder.
Will sagen: Jugendgebetskreise,(in der Diözese Linz derzeit wie die Schwammerln inklusive "freundliche Übernahme der KJ") Jugendkatechese, philosophisch-theologisch fundiertes Jugendprogramm, (wie in Marchegg) geistliche Sportwochen (wie in Heiligenkreuz), öffentliche Diskussionsrunden (in Kneipen) zum Thema Glaube (http://www.theologievomfass.at)
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Raphaela
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Raphaela »

cantus planus hat geschrieben:Ich würde es ja begrüßen, wenn die Bischöfe für Berufungen beteten, als zu diesem Behuf eine Synode abzuhalten,
Es gibt das Gebet für Priesterberufungen! Erzbistum Freiburg und einige andere Bistümer haben jetzt im Jahr des Priestes ein 33tägiges Gebet ausgerufen.Es soll, wenn ich es richtig weiß, 24 Stunden täglich dauern. Da konnte man sich anscheinend per Internet melden

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Jacinta
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Jacinta »

cantus planus hat geschrieben:Ich würde es ja begrüßen, wenn die Bischöfe für Berufungen beteten...
Es gibt sie ja, die Bischofsmessen zum Priesterdonnerstag! Das Problem ist, dass die Basisarbeit in der Breite fehlt. Statt die "Frömmigkeit" von Jugendlichen zu fördern, wird diese unterdrückt und durch eine allgemeine und meist noch schlecht gemachte Bespaßung ersetzt.
"In necessariis unitas, in non-necessariis libertas, in utrisque caritas."
"Man muss sich aber klarmachen, dass Krisenzeiten des Zölibats auch immer Krisenzeiten der Ehe sind." BXVI.

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taddeo
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von taddeo »

Darf ich mal eine ganz persönliche Bemerkung hier anbringen?

Wenn ich heute mit einem Abstand von fast schon dreißig Jahren auf die Zeit zurückblicke, da ich - so im Alter von 15, 16 Jahren - erstmals den Wunsch verspürte, Priester zu werden, dann kann ich ganz genau sagen, welche äußeren Faktoren diesen Berufswunsch damals entscheidend gefördert haben:

Das intensive Hineinwachsen in eine wirklich katholische Liturgie ganz ohne Kinkerlitzchen, das mir durch die Kirchenmusik und als Ministrant von klein auf vergönnt war - und das persönliche Vorbild von Priestern aus meinem und dem Bekanntenkreis meiner Familie. Neben mehreren Weltpriestern habe ich besonders einige Mönche aus verschiedenen Orden (Augustinereremiten, Redemptoristen, Jesuiten) bis heute nachdrücklich in Erinnerung. Das waren Männer, die wirklich der Kirche dienten und nicht sich selbst oder irgendwelchen vermeintlichen pastoralen Sachzwängen, wie es heute leider die Regel scheint. So ein Priester zu werden, erschien mir immer das lohnenswerteste Ziel, das es gibt - wahrscheinlich bin ich gerade deswegen dann auch keiner geworden, weil dieses Priesterbild damals nicht gewünscht war und man noch genügend Kandidaten hatte, um auf Leute wie mich verzichten zu können. :fluegelverlier:

Naja, im Nachhinein wars für mich, meine Frau und die Kinder und wohl auch für die heilige Mutter Kirche wohl besser so ... :breitgrins:

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Bernado
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Bernado »

Jacinta hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Ich würde es ja begrüßen, wenn die Bischöfe für Berufungen beteten...
Es gibt sie ja, die Bischofsmessen zum Priesterdonnerstag! Das Problem ist, dass die Basisarbeit in der Breite fehlt. Statt die "Frömmigkeit" von Jugendlichen zu fördern, wird diese unterdrückt und durch eine allgemeine und meist noch schlecht gemachte Bespaßung ersetzt.
Ja - aber es geht noch tiefer. Das Problem ist die seit Jahrzehnten betriebene Demontage von Form und Inhalt des Priesterberufes. Für das Priestertum, das von den meisten deutschen Diözesen propagiert wird, werden auch noch so viele Gebetstage (einmal im Jahr?) nicht helfen. Wer Sozialarbeiter werden will, sieht in der Regel wenig Grund darin, den Zölibat und anderes auf sich zu nehmen - zumal er als Gemeindereferent ja auch sein Auskommen findet. Wer die Perspektive sieht, als Messknecht oder Eucharistäter Sonntags von Altar zu Altar zu hetzen, wo er dann eine vom lokalen Liturgiesowjet vorgeschriebene Mahlfeier zu exekutieren hat, läßt es dann doch vielleicht lieber bleiben.

So kommt es neben der zahlenmäßigen Reduzierung zur Polarisierung: NGO-Geschäftsführertypen auf der einen, betont konservativ-widerborstige auf der anderen Seite. Letztere freilich werden nach Möglichkeit vor der Weihe aussortiert.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Petur
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Petur »

Maurus hat geschrieben:
So? Vielleicht habe ich einen anderen Blick auf das Problem als du? Was ist denn dein Vorschlag?
Meine Vorschläge sind leider nicht "kreuzgangskonform". :breitgrins:

Die geistlich-geistige Erneuerung der Kirche ist natürlich grundsätzlich.

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Jacinta
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Jacinta »

Bernado hat geschrieben: So kommt es neben der zahlenmäßigen Reduzierung zur Polarisierung: NGO-Geschäftsführertypen auf der einen, betont konservativ-widerborstige auf der anderen Seite. Letztere freilich werden nach Möglichkeit vor der Weihe aussortiert.
... was dann viel Wasser (in Form von potentiellem Nachwuchs) auf die Mühlen der Tradis wäre.

Ich bin ja mal gespannt, was passiert, wenn der Status der FSSPX geklärt ist... Wird es dann wohlmöglich Absetzbewegungen größeren Stils geben?
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civilisation
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von civilisation »

Jacinta hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben: So kommt es neben der zahlenmäßigen Reduzierung zur Polarisierung: NGO-Geschäftsführertypen auf der einen, betont konservativ-widerborstige auf der anderen Seite. Letztere freilich werden nach Möglichkeit vor der Weihe aussortiert.
... was dann viel Wasser (in Form von potentiellem Nachwuchs) auf die Mühlen der Tradis wäre.

Ich bin ja mal gespannt, was passiert, wenn der Status der FSSPX geklärt ist... Wird es dann wohlmöglich Absetzbewegungen größeren Stils geben?
:hmm: Ich möchte Deine Frage mal erweitern:

Haben nicht insbesondere die deutschen Bischöfe gerade davor Angst?

Sind nicht auch diverse Erklärungen seitens Zollitsch & Co. dahingehend zu deuten?

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cantus planus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von cantus planus »

Wir sollten die Tradiszene prinzipiell nicht überschätzen. Wenn die Berufung da ist, hat man auch heute schon die Möglichkeit, die Alte Messe zu feiern und traditionelle Theologie zu studieren. Institute gibt es dafür in ausreichendem Maße. Wir sollten uns davor hüten, zu glauben, von einem Tag auf den anderen würden die traditionellen Seminare im Falle einer Einigung aus allen Nähten platzen. Zu gerne ist von Tradiseite aus auch behauptet worden, wenn die Alte Messe freigegeben würde, würde sie in ganz Deutschland innerhalb kürzester Zeit den NOM verdrängen. Das war immer illusorisch, weil das Problem des Traditionalismus kein liturgisches ist.
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Florianklaus
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Florianklaus »

Petur hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
So? Vielleicht habe ich einen anderen Blick auf das Problem als du? Was ist denn dein Vorschlag?
Meine Vorschläge sind leider nicht "kreuzgangskonform". :breitgrins:

Die geistlich-geistige Erneuerung der Kirche ist natürlich grundsätzlich.

Gerade deshalb sind Deine Vorschläge von Interesse!

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taddeo
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von taddeo »

cantus planus hat geschrieben:Wir sollten die Tradiszene prinzipiell nicht überschätzen. Wenn die Berufung da ist, hat man auch heute schon die Möglichkeit, die Alte Messe zu feiern und traditionelle Theologie zu studieren. Institute gibt es dafür in ausreichendem Maße.
Das war "zu meiner Zeit" noch ganz anders - und insofern hat sich heute schon viel zum Positiven gewandelt. Vor zwanzig Jahren hätte man vielleicht noch schwul sein oder eine feste Freundin haben dürfen, um geweiht zu werden - aber wehe, man galt als "Traditionalist" (und das war jeder, der nicht schon beim Gedanken an lateinische Messen grün angelaufen ist :ikb_sick: ). Ich war während meiner Seminarzeit mal klammheimlich bei einer Diakonatsweihe in Wigratzbad - wenn das einer der "Offiziellen" mitgekriegt hätte! Die hätten mich sofort kaltgemachtgestellt ... :ikb_bash:

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cantus planus
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von cantus planus »

Florianklaus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
So? Vielleicht habe ich einen anderen Blick auf das Problem als du? Was ist denn dein Vorschlag?
Meine Vorschläge sind leider nicht "kreuzgangskonform". :breitgrins:

Die geistlich-geistige Erneuerung der Kirche ist natürlich grundsätzlich.
Gerade deshalb sind Deine Vorschläge von Interesse!
Glaube ich nicht. Es wird der übliche altkatholische Sermon kommen:
Alt-Katholiken sind eine Kirche, die sich an der alten, ursprünglichen Kirche der ersten Jahrhunderte orientiert - wir sind aufgeschlossen, demokratisch, reformbereit. Wir sind für unsere Kirche verantwortlich, wir vertrauen uns, wir wissen um unsere Fehlbarkeit, wir vertrauen auf Gottes Vergebung.

Dieser Geist zeigt sich in vielen Eigenschaften der alt-katholischen Kirche:

Frauen und Männer können nach einem Studium der alt-katholischen Theologie Diakoninnen / Diakone, Priesterinnen / Priester und Bischöfinnen / Bischöfe werden.
Alt-Katholische Geistliche dürfen heiraten.
Homosexuelle sind voll integriert.
Geschiedene dürfen nach einem eingehenden Gespräch mit dem Priester wieder heiraten, da kein Mensch fehlerfrei ist und auch bei der Wahl seines Ehepartners irren kann.
Entscheidungen werden von den Geistlichen zusammen mit den Laien gefällt. Im Bistum geschieht dies durch die alle drei Jahre stattfindende Synode, in den Gemeinden durch die jährliche Gemeindeversammlung und den Kirchenvorstand.
Der Bischof wird durch die Synode gewählt.
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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Lieber Cantus, ich habe Deine Offenheit und Toleranz immer bewundert.

Eine unangenehme Meinung ist hier also unerwünscht, nicht wahr?

Ich bin übrigens kein Altkatholik. Aber jenen Teil des Zitats, in dem es um die Priesterweihe geht, kann ich ohne Weiteres unterzeichnen.
Ja, wir brauchen verheiratete Priester, wie wir auch bewußt zölibatäre Priester brauchen.
Ja, ich bin ein Befürworter der FO.

(In einem anderen Forum hat mich jemand übrigens angegriffen, weil er gemeint hat, dass ich die verheirateten Geistlichen für minderwertig halten würde. Was natürlich nicht wahr ist, ich halte den verheirateten und den bewußt zölibatären Klerus für gleichwertig.)

Fridericus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Fridericus »

Petur hat geschrieben:Ja, ich bin ein Befürworter der FO.
Na dann fang doch mal an die FO zu begründen?! :vogel:

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Jacinta
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Jacinta »

taddeo hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Wir sollten die Tradiszene prinzipiell nicht überschätzen. Wenn die Berufung da ist, hat man auch heute schon die Möglichkeit, die Alte Messe zu feiern und traditionelle Theologie zu studieren. Institute gibt es dafür in ausreichendem Maße.
Das war "zu meiner Zeit" noch ganz anders - und insofern hat sich heute schon viel zum Positiven gewandelt. Vor zwanzig Jahren hätte man vielleicht noch schwul sein oder eine feste Freundin haben dürfen, um geweiht zu werden - aber wehe, man galt als "Traditionalist" (und das war jeder, der nicht schon beim Gedanken an lateinische Messen grün angelaufen ist :ikb_sick: ). Ich war während meiner Seminarzeit mal klammheimlich bei einer Diakonatsweihe in Wigratzbad - wenn das einer der "Offiziellen" mitgekriegt hätte! Die hätten mich sofort kaltgemachtgestellt ... :ikb_bash:
Sind aber bei den Tradis nicht nicht "Arbeitsbedingungen" für Priester deutlich besser? (so mein Eindruck) Groß-Pfarrverbünde gibts da wohl eher nicht.

--- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO ---
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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Fridericus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Ja, ich bin ein Befürworter der FO.
Na dann fang doch mal an die FO zu begründen?! :vogel:
Nein, in diesem Forum hätte das keinen Sinn. Man hat das schon versucht, es gibt hier einen eigenen Thread darüber. Überflüssig. Dein beleidigender Smilie ist ein Beweis dafür...

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Maurus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Maurus »

Petur hat geschrieben:Lieber Cantus, ich habe Deine Offenheit und Toleranz immer bewundert.

Eine unangenehme Meinung ist hier also unerwünscht, nicht wahr?

Ich bin übrigens kein Altkatholik. Aber jenen Teil des Zitats, in dem es um die Priesterweihe geht, kann ich ohne Weiteres unterzeichnen.
Ja, wir brauchen verheiratete Priester, wie wir auch bewußt zölibatäre Priester brauchen.
Ja, ich bin ein Befürworter der FO.

(In einem anderen Forum hat mich jemand übrigens angegriffen, weil er gemeint hat, dass ich die verheirateten Geistlichen für minderwertig halten würde. Was natürlich nicht wahr ist, ich halte den verheirateten und den bewußt zölibatären Klerus für gleichwertig.)
Zur Behebung des "Priestermangels" ist dies keineswegs notwendig. Nach meinen Beobachtungen liegt das Problem allein darin, dass immer weniger Jugendliche aus dem Messdieneralter ins Erwachsenenalter "herübergerettet" werden können. Die meisten verabschieden sich mit 14-15, tauchen zur Firmung nochmal kurz auf, und das war es dann erstmal. Unter denen die bleiben, gibt es mehr als genug Priesteramtskandidaten. Es ist daher durchaus ausreichend, wenn die Jugendarbeit so verbessert wird, dass mehr Jugendliche "durchkommen".

Ein zweiter Punkt: Ich bin seit fast einem Jahrzehnt sonntäglicher Kirchgänger. Ich bin auch in der Gemeinde engagiert. Es hat mich aber noch nie einer direkt gefragt, ob ich mir nicht einen "pastoralen Beruf", wie man so schön sagt, vorstellen könnte. Viele Leute kommen sicher von selbst auf ihre Berufung. Aber genauso viele brauchen eine Bemerkung von "außen", so dass ihnen wie der Blitz die Erleuchtung kommt: "Das ist es, das mache ich." Viele Seelsorger scheuen aber offenbar davor zurück, Jugendliche mit so einer Frage zu behelligen. Das ist ein Fehler.

Ein dritter Punkt: Wir reden hier über "Priestermangel". Die Mangelerscheinung wird mit Blick auf vergangene Zeiten festgestellt, in denen die personelle Situation besser gewesen ist. In diesen Zeiten gab es keine Frauenordination, dafür aber den Zölibat. Der "Priestermangel" als Phänomen hat also mit den Zulassungsbeschränkungen nichts zu tun. Es ist vielmehr die logische Folge des darniederliegenden kirchlichen Lebens und des nachlassenden Gottesdienstbesuchs. Wenn es keine Jugendlichen im Gottesdienst gibt, dann gibt es in der Pfarrei auch keine Berufungen. Es ist doch völlig absurd, wenn man erwartet, mit einem weit mehr als halbierten Gottesdienstbesuch weiterhin genügend Priester für die gleichbleibe Anzahl an Stellen zu bekommen.

Eine Abweichung der Zulassungsbeschränkungen hätte dagegen nur aufschiebende Wirkung: Ohne Zweifel gäbe es erstmal eine Art "Priesterschwemme" (die sich die deutschen Diözesen allerdings nicht leisten könnten, wird gern verschwiegen). Problem: Nur weil der Zölibat abgeschafft wird, wird keiner zum Katholiken oder Kirchgänger. Die Ursachen des heutigen "Priestermangels" blieben allesamt bestehen, allein ihre Auswirkungen würden um ein paar Jahrzehnte hinausgezögert. Irgendwann gibt es dann auch nicht mehr genug verheiratete Männer und Frauen, die Priester werden wollen.

Unter diesen Gesichtspunkten kann man sich hinsichtlich der Problematik des "Priestermangels" eine dauernde Erörterung der Zulassungsbeschränkungen schenken.

Eine Jugendarbeit dagegen, die der Kirche eine große Zahl glaubensstarker junger Priester brächte, würde das Problem des Priestermangels von sich aus obsolet machen.

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Lieber Maurus, sowohl als auch. Die Abschaffung des Plichtzölibats an und für sich wird in der Tat noch nicht genügend sein. Sie wäre aber ein sehr wichtiger und nötiger Schritt. Die innere Erneuerung der Kirche ist natürlich grundsätzlich.

Fridericus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Fridericus »

Petur hat geschrieben:
Fridericus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Ja, ich bin ein Befürworter der FO.
Na dann fang doch mal an die FO zu begründen?! :vogel:
Nein, in diesem Forum hätte das keinen Sinn. Man hat das schon versucht, es gibt hier einen eigenen Thread darüber. Überflüssig. Dein beleidigender Smilie ist ein Beweis dafür...
Ja, weil es da nichts zu erklären gibt. FO ist UNMÖGLICH!
Zuletzt geändert von Fridericus am Montag 12. Oktober 2009, 15:48, insgesamt 2-mal geändert.

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Christ86
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Re: Nachrichten aus der Weltkirche

Beitrag von Christ86 »

cantus planus hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
So? Vielleicht habe ich einen anderen Blick auf das Problem als du? Was ist denn dein Vorschlag?
Meine Vorschläge sind leider nicht "kreuzgangskonform". :breitgrins:

Die geistlich-geistige Erneuerung der Kirche ist natürlich grundsätzlich.
Gerade deshalb sind Deine Vorschläge von Interesse!
Glaube ich nicht. Es wird der übliche altkatholische Sermon kommen:
Alt-Katholiken sind eine Kirche, die sich an der alten, ursprünglichen Kirche der ersten Jahrhunderte orientiert - wir sind aufgeschlossen, demokratisch, reformbereit. Wir sind für unsere Kirche verantwortlich, wir vertrauen uns, wir wissen um unsere Fehlbarkeit, wir vertrauen auf Gottes Vergebung.

Dieser Geist zeigt sich in vielen Eigenschaften der alt-katholischen Kirche:

Frauen und Männer können nach einem Studium der alt-katholischen Theologie Diakoninnen / Diakone, Priesterinnen / Priester und Bischöfinnen / Bischöfe werden.
Alt-Katholische Geistliche dürfen heiraten.
Homosexuelle sind voll integriert.
Geschiedene dürfen nach einem eingehenden Gespräch mit dem Priester wieder heiraten, da kein Mensch fehlerfrei ist und auch bei der Wahl seines Ehepartners irren kann.
Entscheidungen werden von den Geistlichen zusammen mit den Laien gefällt. Im Bistum geschieht dies durch die alle drei Jahre stattfindende Synode, in den Gemeinden durch die jährliche Gemeindeversammlung und den Kirchenvorstand.
Der Bischof wird durch die Synode gewählt.
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von cantus planus »

Das findest zu auf zahlreichen altkatholischen Seiten. Dieses hier stammt wörtlich von der AK-Gemeinde in Münster: http://www.altkatholiken-muenster.de/start.htm Es gibt sogar Faltblätter und Flyer mit diesem Inhalt. Die habe ich in Köln auch schon in der Hand gehabt.
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Christ86
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Christ86 »

cantus planus hat geschrieben:Das findest zu auf zahlreichen altkatholischen Seiten. Dieses hier stammt wörtlich von der AK-Gemeinde in Münster: http://www.altkatholiken-muenster.de/start.htm Es gibt sogar Faltblätter und Flyer mit diesem Inhalt. Die habe ich in Köln auch schon in der Hand gehabt.
Dann stimmt es also tatsächlich, dass auf den Flyern Humbug verbreitet wird. Werde denen mal schreiben :motz:

Danke für den Link! :huhu:
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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Fridericus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:
Fridericus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Ja, ich bin ein Befürworter der FO.
Na dann fang doch mal an die FO zu begründen?! :vogel:
Nein, in diesem Forum hätte das keinen Sinn. Man hat das schon versucht, es gibt hier einen eigenen Thread darüber. Überflüssig. Dein beleidigender Smilie ist ein Beweis dafür...
Ja, weil es da nichts zu erklären gibt. FO ist UNMÖGLICH!
Bring doch bitte eine Bibelstelle... Nur eine.
Deiner Meinung nach unmöglich, meiner Meinung nach möglich... Wir werden keinen gemeinsamen Nenner finden.
Es gibt keine Bibelstelle pro und keine contra. (Du brauchst Paulus nicht zu zitieren, dort geht es mMn nicht um diese Frage. DMn sicher darum. Und wieder kein gemeinsamer Nenner...)

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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Fridericus »

Petur hat geschrieben:
Fridericus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:
Fridericus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Ja, ich bin ein Befürworter der FO.
Na dann fang doch mal an die FO zu begründen?! :vogel:
Nein, in diesem Forum hätte das keinen Sinn. Man hat das schon versucht, es gibt hier einen eigenen Thread darüber. Überflüssig. Dein beleidigender Smilie ist ein Beweis dafür...
Ja, weil es da nichts zu erklären gibt. FO ist UNMÖGLICH!
Bring doch bitte eine Bibelstelle... Nur eine.
Deiner Meinung nach unmöglich, meiner Meinung nach möglich... Wir werden keinen gemeinsamen Nenner finden.
Es gibt keine Bibelstelle pro und keine contra. (Du brauchst Paulus nicht zu zitieren, dort geht es mMn nicht um diese Frage. DMn sicher darum. Und wieder kein gemeinsamer Nenner...)
Die Kirche hat ein für alle mal festgestellt, dass die FO unmöglich ist. Daran ist nicht zu rütteln. Dann lies Dir doch mal Ordinatio Sacerdotalis von JPII durch.

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Christ86 hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Das findest zu auf zahlreichen altkatholischen Seiten. Dieses hier stammt wörtlich von der AK-Gemeinde in Münster: http://www.altkatholiken-muenster.de/start.htm Es gibt sogar Faltblätter und Flyer mit diesem Inhalt. Die habe ich in Köln auch schon in der Hand gehabt.
Dann stimmt es also tatsächlich, dass auf den Flyern Humbug verbreitet wird. Werde denen mal schreiben :motz:

Danke für den Link! :huhu:
Ja, das ist vereinfachend. Die Sache ist nicht so einfach.

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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Christ86 »

Petur hat geschrieben:
Christ86 hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Das findest zu auf zahlreichen altkatholischen Seiten. Dieses hier stammt wörtlich von der AK-Gemeinde in Münster: http://www.altkatholiken-muenster.de/start.htm Es gibt sogar Faltblätter und Flyer mit diesem Inhalt. Die habe ich in Köln auch schon in der Hand gehabt.
Dann stimmt es also tatsächlich, dass auf den Flyern Humbug verbreitet wird. Werde denen mal schreiben :motz:

Danke für den Link! :huhu:
Ja, das ist vereinfachend. Die Sache ist nicht so einfach.
Es ist falsch. Aber das ist der falsche Thread für eine Diskussion darüber.

Per PN oder im passenden Thread
Wie bewundernswert sind deine Werke, o Herr, alles hast du mit Weisheit gemacht! Ps 104

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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Fridericus hat geschrieben:
Die Kirche hat ein für alle mal festgestellt, dass die FO unmöglich ist. Daran ist nicht zu rütteln. Dann lies Dir doch mal Ordinatio Sacerdotalis von JPII durch.
Ich weiß, was der Papst gesagt hat. Es ist aber kein Dogma. Früher hat die RK Kirche z.B. auch die Religionsfreiheit verurteilt - heute nicht mehr.

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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Fridericus »

Petur hat geschrieben:
Fridericus hat geschrieben:
Die Kirche hat ein für alle mal festgestellt, dass die FO unmöglich ist. Daran ist nicht zu rütteln. Dann lies Dir doch mal Ordinatio Sacerdotalis von JPII durch.
Ich weiß, was der Papst gesagt hat.
Und noch nicht verstanden, weswegen FO unmöglich ist?

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cantus planus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von cantus planus »

Petur hat geschrieben:
Fridericus hat geschrieben:
Die Kirche hat ein für alle mal festgestellt, dass die FO unmöglich ist. Daran ist nicht zu rütteln. Dann lies Dir doch mal Ordinatio Sacerdotalis von JPII durch.
Ich weiß, was der Papst gesagt hat. Es ist aber kein Dogma. Früher hat die RK Kirche z.B. auch die Religionsfreiheit verurteilt - heute nicht mehr.
Die Frauenordination kann es nicht geben. Sie ist so unmöglich, dass man das noch nicht einmal dogmatisieren muss. Dass ein neuer Papst gewählt wird, wenn der alte gestorben ist, ist auch kein Dogma. Hat sich aber als sinnvoll erwiesen. Die Sache mit der Religionsfreiheit ist innerkirchlich bekanntermaßen sehr umstritten und gehört auch zu den Verhandlungspunkten mit der FSSPX. Aber nicht nur Tradis haben sich an "Nostra Rakete", wie Robert sagen würde, gestoßen.
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Maurus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Maurus »

Petur hat geschrieben:Lieber Maurus, sowohl als auch. Die Abschaffung des Plichtzölibats an und für sich wird in der Tat noch nicht genügend sein. Sie wäre aber ein sehr wichtiger und nötiger Schritt. Die innere Erneuerung der Kirche ist natürlich grundsätzlich.
Eigentlich habe ich lang und breit ausgeführt, warum das nicht nötig ist. Dass du anderer Meinung bist ist klar, aber etwas mehr als diese Äußerung könnte es ja gegebenfalls schon sein.

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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Was hab' ich über den gemeinsamen Nenner geschrieben?

Miserere Nobis Domine
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Jacinta hat geschrieben:--- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO ---
Du bist ja nur dagegen, weil man dich bei der Einführung der FO zur Priesterweihe drängen würde .Die Modernisten würden sagen, du bist so katholisch und damit die perfekte Priesterin. Und wenn du dann nach der Weihe den Geschiedenen und Protestanten die Eucharistie nicht gibst, geht der grosse Streit los. :D

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