Ehemalige Pfarrer, die in ihren alten Gemeinden bleiben, weil ihre Pfarrstelle nicht nachbesetzt wird.
Darüber hinaus gibt es hier bei uns im EB Köln im Zuge der Umstrukturierung der Gemeinden jetzt auch die Version:
Ehemaliger Pfarrer wird in seiner „alten“ Gemeinde zum Pfarrvikar des einzig verbliebenen Pfarrers im Pfarrverband oder der neuen „Groß-Pfarrgemeinde“.
Was haltet ihr davon?
Ich persönlich halte zumindest das „wohnenbleiben“ von Pfarrern i.R. für recht problematisch.
Es kann nämlich dazu führen, das der neue Pfarrer, der ja zudem noch auswärts wohnt, bei der Masse der Gemeinde gar nicht als solcher wahrgenommen wird. Der „Pfarrer“ ist ja schließlich noch da und wird auch als solcher angesprochen. Diese Tatsache macht es dem neuen Pfarrer bestimmt nicht leichter.
- (Nebenbei: Aus genau diesem Grund gibt es zumindest bei der Bundeswehr die gute Tradition, dass sich der alte Chef / Kommandeur mindestens ein Jahr lang nicht mehr an seinem alten Standort blicken lässt.)
Endeffekt: In der Gemeinde kann Stillstand eintreten. Der „Alte“ will oder kann keine neuen Impulse mehr geben und der „Neue“ meint, sein pastorales Engagement wäre ungewollt oder unnötig.
Im Sonderfall „Erzbistum Köln“ kommt noch hinzu, dass die ehemaligen Pfarrer ja weiterhin aktiv (im Sinne von: nicht im Ruhestand) bleiben. Allerdings rechtlich dem verbliebenen Pfarrer unterstellt. Hierdurch werden die oben beschriebenen Probleme nach meiner Erfahrung nicht unbedingt kleiner.
Außerdem führt diese „Degradierung“ wohl auch zu persönlichen Problemen. Zumindest hat das Erzbistum es für nötig erachtet, ein Seminar unter dem Titel „Vom Pfarrer zum Pfarrvikar“ anzubieten. Quelle (Seite 231)