Inwiefern macht es Sinn zwei Zeilen des Epheser-Briefes als Beleg für die Frage, welchen Vorrang Taufe, Bekehrung und Wiedergeburt im christlichen Heil haben?ElShamah hat geschrieben:In Epheser 1.13 heisst es :Ralf hat geschrieben:Hallo Angelo, danke für Deine rasche Antwort.ElShamah hat geschrieben:Der heilige Geist, und die Versiegelung mit demselben, bekommt der glaeubige bei der Bekehrung und Wiedergeburt, nicht bei der Taufe.
Angelo
Da für Dich ja nur die Hl. Schrift zählt, kannst Du mir sicher auch eine Schriftstelle zeigen, die diese Aussage von Dir belegt.
Ich kenne nur die Stellen, die davon sprechen, daß der Hl. Geist bei der Taufe verliehen wird, aber vielleicht habe ich ja was übersehen (ernst gemeint).
durch welchen auch ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium von eurer Seligkeit; durch welchen ihr auch, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung,
Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. 14welcher ist das Pfand unsers Erbes zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zu Lob seiner Herrlichkeit.
http://www.bibelkommentare.de/index.php ... art_id=646
Das erste Werk des Heiligen Geistes in der Seele eines Sünders ist, ihm die Wahrheit über sich Selbst zu enthüllen; ihn zu überzeugen, dass er tot in Sünden und Vergehungen und ein Sklave Satans und der Sünde ist. Er zeigt ihm, dass er verloren ist und verdient hat, ewig verdammt zu werden seiner Sünden wegen. Wenn er aber das Evangelium des Heils hört und es annimmt, indem er an den Herrn Jesum und die Vollgültigkeit Seines Werkes am Kreuz glaubt, wird ihm vergeben, er selbst wird wiedergeboren, und Gott versiegelt ihn in Beantwortung seines Glaubens mit seinem Heiligen Geist. „Nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung“. In dem Augenblick, wo ein Mensch an den Herrn Jesus Christus glaubt und Ihn als seinen persönlichen Heiland annimmt, wird er mit dem Heiligen Geist versiegelt.
Die Zeilen sind ja aus ihrem Zusammenhang völlig herausgerissen und da es sich um einen Lobpreis Gottes handelt, und von Gottes Heilsplan die Rede ist, macht diese Frage deshalb keinen Sinn, weil sie aufgehoben ist, in einen Gesamtkontext von Gottes Heilsplan für die Menschheit.
Eph 1,1-14
3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: / Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet / durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, / damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;
5 er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, / seine Söhne zu werden durch Jesus Christus / und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,
6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. / Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;
7 durch sein Blut haben wir die Erlösung, / die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.
8 Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt
9 und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, / wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat:
1 Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, / in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.
11 Durch ihn sind wir auch als Erben vorherbestimmt und eingesetzt / nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, / wie er es in seinem Willen beschließt;
12 wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, / die wir schon früher auf Christus gehofft haben.
13 Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; / durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.
14 Der Geist ist der erste Anteil des Erbes,/ das wir erhalten sollen, / der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, / zum Lob seiner Herrlichkeit.
Demnach ist lange bevor hier überhaupt eine Bekehrung statt finden kann, von Gott her bestimmt, was geschehen wird.
Und dies ist schon bedeutsam, denn es führt daraufhin, dass die Bekehrung keine Leistung des Bekehrten ist, sondern Frucht des Heilsplanes und der Gnade. Dies meint auch "Versiegelung"- denn wie ein Siegel ist dies in uns eingegossen und wird erst offenbar, durch unser freies Ja zu diesem Heilsplan.
Das Siegel ist das "in ihm" - in Christus.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass Paulus hier zu bereits Christus-Gläubigen, also auch wohl Getauften schreibt und sie in diesen Lobpreis hinein nimmt.
Der Kommentar dazu ist hingegen doch sehr geprägt, von Glaubensvorstellung des Kommentators und nicht von der textlichen Erschließung.
Dagegen ist diese Seite zu empfehlen:
http://www.bibelwissenschaft.de/bibelku ... e/epheser/
Nehmen wir nun - den Begriff des Siegels, so wie Paulus es verwendet, dann ist es eine Prägung, ein Zeichen des Herrn selbst, an uns. Und genau dafür steht auch die Taufe - als das Zeichen der Prägung auf Christus hin und wir tragen damit das Siegel des Herrn, auf dessen Namen wir getauft sind.
Glaube und Bekehrung als innere Vorgänge bedürfen eben auch ein äußeres Zeichen - ein Siegel. Und dies muß durch einen anderen vollzogen werden, so wie eben Johannes Jesus taufte. Niemand kann sich selbst taufen. Niemand kann sich selbst bekehren.