http://www.hans-conrad-zander.de/
„Gross sind die Ähnlichkeiten zwischen Religion und Theater. Was das katholische Theater betrifft, so fällt auf, dass die Bühne, seit vielen Spielzeiten schon, beherrscht wird von zwei Archetypen: Archetyp M (M wie Meisner) ist katholisch, weil der Strahl gnadenhafter Auserwählung, hoch von oben, ihn getroffen hat. Mit heiligem Ernst tut er, was die Hand, die von oben kam, ihm aufgetragen hat: Er plagt den Archetyp D. Archetyp D (D wie Drewermann) ist nämlich katholisch aus dem Urbedürfnis zu leiden. Was diese beiden Archetypen (M und D) die katholische Bühne gemeinsam beherrschen lässt, ist, etwas anders gesagt, ihre gemeinsame Vorliebe für Religion als Tragödie."
Selbstironische Katholizität
- julius echter
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Re: Selbstironische Katholizität
drewermann? wusste gar nicht dass man darüber noch spricht - lebt er denn nochAletheia hat geschrieben:http://www.hans-conrad-zander.de/
„Gross sind die Ähnlichkeiten zwischen Religion und Theater. Was das katholische Theater betrifft, so fällt auf, dass die Bühne, seit vielen Spielzeiten schon, beherrscht wird von zwei Archetypen: Archetyp M (M wie Meisner) ist katholisch, weil der Strahl gnadenhafter Auserwählung, hoch von oben, ihn getroffen hat. Mit heiligem Ernst tut er, was die Hand, die von oben kam, ihm aufgetragen hat: Er plagt den Archetyp D. Archetyp D (D wie Drewermann) ist nämlich katholisch aus dem Urbedürfnis zu leiden. Was diese beiden Archetypen (M und D) die katholische Bühne gemeinsam beherrschen lässt, ist, etwas anders gesagt, ihre gemeinsame Vorliebe für Religion als Tragödie."
Honi soit qui mal y pense
- cantus planus
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Lebt denn der alte Holzmichel noch?
Ja, er lebt noch. Allerdings ist es um diese Ikone der "modernen" Katholizismus - wie auch um viele andere Streiter seiner Generation - sehr still geworden. Nicht zu unrecht.
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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Re: Lebt denn der alte Holzmichel noch?
(Hervorherbung von mir)cantus planus hat geschrieben:Ja, er lebt noch.
Re: Lebt denn der alte Holzmichel noch?
Nö - so still ist es nicht um ihn geworden. Er hat noch immer einen sehr großen Kreis von Anhängern, die seine Vorträge besuchen. Nur in der katholischen Kirche redet man nicht mehr über ihn. Was ja nicht schlimm ist. Schließlich redet man dort über vieles nicht.cantus planus hat geschrieben:Ja, er lebt noch. Allerdings ist es um diese Ikone der "modernen" Katholizismus - wie auch um viele andere Streiter seiner Generation - sehr still geworden. Nicht zu unrecht.
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Raphaela
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Re: Selbstironische Katholizität
Er gibt auch noch Vorlesungen. Wenn ich mir zwischendurch die Tageszeitungen ansehe, sind diese samstags, aber ich habe nicht drauf geachtet wo. - Jedenfalls nicht in der theologischen Falkutät!julius echter hat geschrieben: drewermann? wusste gar nicht dass man darüber noch spricht - lebt er denn noch
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Ralf
Re: Selbstironische Katholizität
Da D aus der Kirche ausgetreten ist, redet man in ihr auch nicht mehr viel über ihn. Verständlich.
Re: Selbstironische Katholizität
Ja - dennoch ist das, was außerhalb der Kirche ist, für die Kirche von ebenso großer Bedeutung, wie das, was innerhalb ist. Sie sollte daher nicht glauben, man könne da was "tot" schweigen. Oder es wachse mit der Zeit viel Gras drüber -.Ralf hat geschrieben:Da D aus der Kirche ausgetreten ist, redet man in ihr auch nicht mehr viel über ihn. Verständlich.
Zander macht ja auf einen Typus aufmerksam und der D-Typus ist römisch-katholisch-immanent, d.h. er wird durch bestimmte Mechanismen "produziert". Man hätte Drewermann auch angstfrei weiter wirken lassen können und damit den Anhängern auch zur selbstkritischen Distanz verhelfen können. Aber mein damaliger Erzbischof sah ja gewissermaßer "rot".
Wir haben ja noch Küng, Gaillot, Boff, ... und es werden wohl immer mehr. Und die historischen Gestalten können wir ja auch aktualisieren: Luther, Calvin, Heinrich VIII.
..... Das Papsttum produziert Päpste .. wie so ein langsamer Brüter.
- julius echter
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Re: Selbstironische Katholizität
ich fand es nur komisch diese aufregung wegen dem drewermann - hat mir nie gefallen
Honi soit qui mal y pense
Re: Selbstironische Katholizität
Es wurde ja das Gespräch zwischen Degenhardt und Drewermann veröffentlicht und da fand ich es sehr entlarvend, wie Drewermann ständig auf den Dogmen rumgehackt hat und Degenhardt nicht erklären konnte, weshalb Jungenfrauengeburt und Himmelfahrt wirklich sind - also Faktum. Er konnte es nur als Diktum sehen. Aber auch Drewermann sah auch nur das Diktum, dass er glaubte mit Symbolik fassen zu können. Und da ist mir so beim Lesen aufgegangen, dass beide D's doch sich sehr ähneln.julius echter hat geschrieben:ich fand es nur komisch diese aufregung wegen dem drewermann - hat mir nie gefallen
Was hätte Drewermann "verloren", wenn er eingelenkt hätte? Was hätte Degenhardt dann gewonnen? Wenn man dann dies sich ansieht, ging es Drewermann tatsächlich darum, dass sichtbar wird, wer der Überlegene ist.
Einerseits bestätigte Drewermann damit seine Analyse des Klerikers, andererseits bestätigt er aber auch seine Sehnsucht und Suche nach Autorität.