Es werde Licht
Es werde Licht
Da damit nicht die Sonne gemeint sein kann, in der Schöpfungsgeschichte, ist damit wohl die Erleuchtung gemeint.
Nicht?
Was meint ihr?
Nicht?
Was meint ihr?
im Schöpfungsmythos ist meines Erachtens durchaus die Sonne gemeint,die ja auch naturwissenschaftlich de facto die Quelle des Lebens auf der Erde darstellt.
Zu der Zeit als der niedergeschrieben wurde,wusste man noch nichts von Milchstrassen und "Universen".In Hymnen wie:" Mache dich auf-werde Licht-denn Dein Licht kommt": da geht es um Erleuchtung und die Ankunft des "wahren Lichts,das alle Menschen erleuchtet" Jesus Christus.
Zu der Zeit als der niedergeschrieben wurde,wusste man noch nichts von Milchstrassen und "Universen".In Hymnen wie:" Mache dich auf-werde Licht-denn Dein Licht kommt": da geht es um Erleuchtung und die Ankunft des "wahren Lichts,das alle Menschen erleuchtet" Jesus Christus.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
Erstaunlich ist jedenfalls, dass Gott erst das Licht (Gen 1,3), dann die Lichter (Gen, 16) als Sonne, Mond und Sterne erschuf.
Es ist klar, dass die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Genesis eher natürlich-körperlich, die Schöpfungsgeschichte am Anfang des Johannes-Evangeliums eher übernatürlich-geistig ist.
Gleichwohl hat Bonaventura das Erschaffen des Lichts für die Entfaltung seiner Erkenntnistheorie genommen, die quasi die natürliche Gotteserkenntnis umschreibt, von der auch Paulus im Römerbrief spricht:
Vidit Deus lucem, quod esset bona, et divisit lucem a tenebris etc. (Gn 1,4). Propter primam visionem intelligentiae per naturam inditae sumtum est verbum illud: Vidit Deus lucem, id est videre fecit. De hoc supra in duabus collationibus dictum est, et per considerationem scientialem, pro eo quod radiat lux ut veritas rerum, ut veritas vocum, ut veritas morum. Et fuerunt distinctae novem partes doctrinae, quarum tres principales sunt radii, et sunt ex dictamine lucis aeternae, secundum Augustinum (Civ. Dei XI,25 [PL 41, 338]). - Item, quod vidit, id est, videre fecit per contemplationem sapientialem, illuminando animam in se tanquam in speculo, in Intelligentia tanquam in medio delativo, in luce increata tanquam in obiecto fontano, secundum illas sex conditiones, quas imprimit menti; et secundum has consurgit anima in illam lucem ratiocinando, experiendo, intelligendo, ut dictum est. Et ad hoc venerunt philosophi et nobiles eorum et antiqui, quod esset principium et finis et ratio exemplaris.
Es ist klar, dass die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Genesis eher natürlich-körperlich, die Schöpfungsgeschichte am Anfang des Johannes-Evangeliums eher übernatürlich-geistig ist.
Gleichwohl hat Bonaventura das Erschaffen des Lichts für die Entfaltung seiner Erkenntnistheorie genommen, die quasi die natürliche Gotteserkenntnis umschreibt, von der auch Paulus im Römerbrief spricht:
Vidit Deus lucem, quod esset bona, et divisit lucem a tenebris etc. (Gn 1,4). Propter primam visionem intelligentiae per naturam inditae sumtum est verbum illud: Vidit Deus lucem, id est videre fecit. De hoc supra in duabus collationibus dictum est, et per considerationem scientialem, pro eo quod radiat lux ut veritas rerum, ut veritas vocum, ut veritas morum. Et fuerunt distinctae novem partes doctrinae, quarum tres principales sunt radii, et sunt ex dictamine lucis aeternae, secundum Augustinum (Civ. Dei XI,25 [PL 41, 338]). - Item, quod vidit, id est, videre fecit per contemplationem sapientialem, illuminando animam in se tanquam in speculo, in Intelligentia tanquam in medio delativo, in luce increata tanquam in obiecto fontano, secundum illas sex conditiones, quas imprimit menti; et secundum has consurgit anima in illam lucem ratiocinando, experiendo, intelligendo, ut dictum est. Et ad hoc venerunt philosophi et nobiles eorum et antiqui, quod esset principium et finis et ratio exemplaris.
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Gerhard
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Re: Es werde Licht
Das Licht ist der logos.overkott hat geschrieben:Da damit nicht die Sonne gemeint sein kann, in der Schöpfungsgeschichte, ist damit wohl die Erleuchtung gemeint.
Nicht?
Was meint ihr?
"Ad Deum, qui laetificat juventutem meam."
Re: Es werde Licht
Das Licht ist doch geschaffen.Gerhard hat geschrieben:Das Licht ist der logos.overkott hat geschrieben:Da damit nicht die Sonne gemeint sein kann, in der Schöpfungsgeschichte, ist damit wohl die Erleuchtung gemeint.
Nicht?
Was meint ihr?
Also kann es auch nur eine Offenbarung des Logos sein.
Gen 1: 1-4overkott hat geschrieben:Erstaunlich ist jedenfalls, dass Gott erst das Licht (Gen 1,3), dann die Lichter (Gen, 16) als Sonne, Mond und Sterne erschuf.
1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
4 Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis ..
Das Licht, um das es hier geht ist jenes Licht, von dem dann auch Johannes im Prolog spricht. Christus, der Logos.
Gruß
Aleth
Es heißt sowohl in Gen 1, als in Joh. 1 - en archae - im Anfang - und nicht vor .Gerhard hat geschrieben:Schau mal in den Anfang vom Johannesevangelium. Aleth, ich habe heute nicht so viel Zeit für den Kreuzgang. Ich denke, overkott wird sich noch melden. Wir haben ja noch ein Thema zu bearbeiten, oder?
Das griechische Wort archae hat eine Mehrfachbedeutung und in vielen Lehnwörtern, die unser Denken der griechischen Philosophie verdankt, ist eine oder andere Bedeutung von archae erhalten: Archäologie, archaisch, Archiv, Monarchie, Oligarchie, Anarchie, Hierarchie, Patriarch, Arch-Bishop, Archangel.
Das Wort archae bedeutet:
1) Anfang, Beginn, Anfangspunkt, Ursache, erste Veranlassung, (phil.) Prinzip.
2) Anführung, Herrschaft, Obrigkeit
3) Reich, Gebiet, Statthalterschaft
4) Ur-Grund, Wesensgrund
Nimmt man Ur-Grund als Begriff, so ist die Schöpfung durch Gott in seinem Urgrund geschaffen, und Gott ist Herrscher dieses Urgrundes. "En" meint dann IN Gott selbst ist alles Geschaffene.
Mit "päexistenz" wird da eine Fehldeutung impliziert - als gäbe es da vorher und nachher. Alpha und Omega sind IN Gott kein vorher und nachher, sondern jetzt. Jetzt ist die Zeit - welche Zeit? die des Reiches Gottes.
Und da nun overkott gefragt hat, wieso denn dann die "Lichter" geschaffen wurden - also nach dem "Licht" - so ist das ein Bild für die Zeit - wir orientieren uns über den Sternenhimmel - räumlich und zeitlich.
"Wir" haben kein Thema zu bearbeiten - du kannst gerne hier mit diskutieren - aber auch nicht mehr - delegieren kann ich selbst.
Ich finde deine anspielende Kommunikation nicht besonders erträglich. Du wirfst einfach mal was ein und dann stellt sich heraus, da ist garnichts dahinter. Also - bearbeite mal dein Thema und dann können "wir" darüber weiter reden.
Gruß
Aleth
Re: Es werde Licht
Gerhard hat geschrieben:Das Licht ist der logos.
Das passt in jedem Fall nicht zusammen.Aletheia hat geschrieben:Das Licht, um das es hier geht ist jenes Licht, von dem dann auch Johannes im Prolog spricht. Christus, der Logos.
Ich tue mich schwer damit zu glauben, dass mit dem Licht Christus gemeint ist. Denn dies würde ja bedeuten, dass Gott Christus erschaffen hat. Wenn Christus aber nun Gott ist, widerspricht sich das irgendwie, oder nicht?
Es ist natürlich richtig, dass Gott außerhalb jeder Zeit existiert. Aber fand die Erschaffung der Welt auch außerhalb der Zeit statt? Ich denke, mit Erschaffung von Himmel und Erde beginnt die Zeitrechnung. Wenn das Licht aber dann erst nach Erschaffung von Himmel und Erde kam, ist es nicht mehr präexistent und kann demnach auch nicht Christus sein.
Man sollte in diesem Fall das Licht vielleicht einfach als das verstehen was es ist, nämlich als Licht. Dass Sonne und Mond erst später dazu kamen, mag zwar auf den ersten Blick widersprüchlich sein, aber man muss die Schöpfungsgeschichte ja nicht völlig verstehen.
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- tantum ergo
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Re: Es werde Licht
Nachdem es sich um einen Schöpfungshymnus und nicht eine Beschreibung des Vorgehens handelt, folge ich auch dieser Erklärung. Wobei die Unterscheidung zwischen Licht und "Lichtern" schon Sinn macht, sind doch die Sonne und Mond (aus damaliger Sicht) Quellen des Lichts, Gott hat aber erstmal dafür gesorgt, dass es sowas wie Licht überhaupt gibt. Leider kenne ich nicht den hebräischen Originaltext, aber von einem Amerikaner habe ich mal die Erläuterung gehört, dass es wörtlich nicht heiße "Let there be light" ("Es werde Licht") sondern "Light: be!" ("Licht: sei!"). Gott hat also nicht den Schalter umgelegt sondern dafür gesorgt, dass es bei uns heute nach dem Schalterumlegen überhaupt hell werden kann. Und das ist für mich ein noch viel "unfassbareres" Wunder als der Rest der Schöpfungsgeschichte (wer dem Licht aus dem Nichts befehlen kann zu sein, dem wird der Rest auch nicht mehr schwerfallenHeGe hat geschrieben:Man sollte in diesem Fall das Licht vielleicht einfach als das verstehen was es ist, nämlich als Licht. Dass Sonne und Mond erst später dazu kamen, mag zwar auf den ersten Blick widersprüchlich sein, aber man muss die Schöpfungsgeschichte ja nicht völlig verstehen.
Einziger Knackpunkt an dieser Erklärung: kann dieser grundlagenphysikalische Zusammenhang dem Verfasser des Hymnus schon bewusst gewesen sein?
Gottes Segen,
tantum ergo
„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lk 12,49)
Lassen wir die Zeit-Debatte mal außen vor. Die wiederkehrende Formel "Gott sprach: Es werde..." im Schöpfungsbericht umschreibt sein Schöpfungshandeln. Sie wird nicht nur für das Licht verwendet, sondern auch bei allen anderen Einzelakten der Schöpfung.
Über den Logos heißt es dagegen im Credo: "genitum, non factum". Der Gezeugte kann also mit nichts von dem identifiziert werden, was durch Gottes schöpferisches (schaffendes) Sprechen ins Sein kommt.
Eher wäre es noch statthaft, den über der Urflut schwebenden Geist mit dem Logos zu identifizieren.
Zum Licht-Problem stelle ich jetzt mal eine ziemlich profane These in den Raum: Könnte es sein, daß bei der Entstehung des Schöfpungsberichts die Sonne noch nicht als Quelle des Lichts ausgemacht war, das den Tag ganz allgemein erhellt, sie also eher als einzelne, zusätzliche Glühbirne in einem durch versteckte Deckenfluter beleuchteten Raum wahrgenommen wurde?
Über den Logos heißt es dagegen im Credo: "genitum, non factum". Der Gezeugte kann also mit nichts von dem identifiziert werden, was durch Gottes schöpferisches (schaffendes) Sprechen ins Sein kommt.
Eher wäre es noch statthaft, den über der Urflut schwebenden Geist mit dem Logos zu identifizieren.
Zum Licht-Problem stelle ich jetzt mal eine ziemlich profane These in den Raum: Könnte es sein, daß bei der Entstehung des Schöfpungsberichts die Sonne noch nicht als Quelle des Lichts ausgemacht war, das den Tag ganz allgemein erhellt, sie also eher als einzelne, zusätzliche Glühbirne in einem durch versteckte Deckenfluter beleuchteten Raum wahrgenommen wurde?
Gen 1: 1-4
1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
4 Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis
5 und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag...
Warum soll Gott sich im Schöpfungsprozeß nicht "selbst" erschaffen - Liebe ist doch erst dadurch möglich.
In dem er Himmel und Erde schuf - also eine Zweiheit - hat er auch ein Verbindendes geschaffen - Licht, das die Finsternis besiegt.
Und dieses Licht ist eher auch dem Bewußtsein und Selbstbewußtsein entsprechend. Und damit hat er auch Zeit geschaffen - erster Tag - denn Bewußtsein ist immer Zeitbewußtsein.
Zeit als - Werden von Abend und Morgen -.
Gruß
Aleth
1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
4 Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis
5 und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag...
Warum soll Gott sich im Schöpfungsprozeß nicht "selbst" erschaffen - Liebe ist doch erst dadurch möglich.
In dem er Himmel und Erde schuf - also eine Zweiheit - hat er auch ein Verbindendes geschaffen - Licht, das die Finsternis besiegt.
Und dieses Licht ist eher auch dem Bewußtsein und Selbstbewußtsein entsprechend. Und damit hat er auch Zeit geschaffen - erster Tag - denn Bewußtsein ist immer Zeitbewußtsein.
Zeit als - Werden von Abend und Morgen -.
Gruß
Aleth
Angesichts unserer begrenzten Fähigkeiten, Gott und dessen Schöpfung zu begreifen, kann man glaube ich nichts wirklich ausschließen.Aletheia hat geschrieben:Warum soll Gott sich im Schöpfungsprozeß nicht "selbst" erschaffen - Liebe ist doch erst dadurch möglich.
Meiner Meinung nach impliziert aber die Behauptung, Gott habe sich "im Schöpfungsprozess" selbst erschaffen, dass sich Gott erst im zeitlichen Ablauf erschaffen hat. Ich halte dies für eine Begrenzung Gottes, die ich nicht machen würde und auch nicht nachvollziehen könnte.
Wenn man Gott irgendwie in unsere Vorstellung von Zeit einordnen möchte, kann man höchstens sagen, dass es irgendwann mehrere Zeitpunkte gibt, in denen sich Gott zum ersten Mal in einer seiner drei Gestalten in der Schöpfung offenbart. Dies würde ich aber nicht gleichsetzen mit deren Erschaffung.
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Als Licht vom Lichte?Aletheia hat geschrieben:Gen 1: 1-4overkott hat geschrieben:Erstaunlich ist jedenfalls, dass Gott erst das Licht (Gen 1,3), dann die Lichter (Gen, 16) als Sonne, Mond und Sterne erschuf.
1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
4 Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis ..
Das Licht, um das es hier geht ist jenes Licht, von dem dann auch Johannes im Prolog spricht. Christus, der Logos.
Gruß
Aleth
Da muß man dann schon auf die hebräische Sprache eingehen, die nicht zwischen Sein und Werden unterscheidet, sondern ein Sein durch sein Werden beschreibt bzw. bestimmt.Kilianus hat geschrieben:Lassen wir die Zeit-Debatte mal außen vor. Die wiederkehrende Formel "Gott sprach: Es werde..." im Schöpfungsbericht umschreibt sein Schöpfungshandeln. Sie wird nicht nur für das Licht verwendet, sondern auch bei allen anderen Einzelakten der Schöpfung.
Genesis ist daher das In-Erscheinung-Treten Gottes im Werden und ist dadurch, durch die Beschreibung auch eine Bestimmung Gottes selbst durch den/die Erzähler.
Der Text erlaubt es nicht, dem Licht mehr göttliche Qualität zuzusprechen als dem Rest der Schöpfung. Wenn das Licht ein innergöttliche Gegenüber ist, dann sind es z.B. alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln auch.Aletheia hat geschrieben: Warum soll Gott sich im Schöpfungsprozeß nicht "selbst" erschaffen - Liebe ist doch erst dadurch möglich.
In dem er Himmel und Erde schuf - also eine Zweiheit - hat er auch ein Verbindendes geschaffen - Licht, das die Finsternis besiegt.
Und dieses Licht ist eher auch dem Bewußtsein und Selbstbewußtsein entsprechend. Und damit hat er auch Zeit geschaffen - erster Tag - denn Bewußtsein ist immer Zeitbewußtsein.
Zeit als - Werden von Abend und Morgen -.
Joh 1: 1-18overkott hat geschrieben:Als Licht vom Lichte?Aletheia hat geschrieben:Gen 1: 1-4overkott hat geschrieben:Erstaunlich ist jedenfalls, dass Gott erst das Licht (Gen 1,3), dann die Lichter (Gen, 16) als Sonne, Mond und Sterne erschuf.
1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.
4 Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis ..
Das Licht, um das es hier geht ist jenes Licht, von dem dann auch Johannes im Prolog spricht. Christus, der Logos.
Gruß
Aleth
Licht, dem die Finsternis nichts anhat, ist eher eine Eigenschaft, an der Gott in der Zeitlichkeit wahrgenommen werden kann.1 Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.
2 Im Anfang war es bei Gott.
3 Alles ist durch das Wort geworden / und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
4 In ihm war das Leben / und das Leben war das Licht der Menschen.
5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis / und die Finsternis hat es nicht erfasst.
6 Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, / kam in die Welt.
10 Er war in der Welt / und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
11 Er kam in sein Eigentum, / aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12 Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben,
13 die nicht aus dem Blut, / nicht aus dem Willen des Fleisches, / nicht aus dem Willen des Mannes, / sondern aus Gott geboren sind.
14 Und das Wort ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohnt / und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, / die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, / voll Gnade und Wahrheit.
15 Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, / Gnade über Gnade.
17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
Das "wahre Licht" ist das, was jeden Menschen erleuchtet, was ihn zur Erkenntnis Gottes führen kann.
"Licht vom Lichte" ist das nicht - sondern "Licht" ist etwas anderes als "Lichter".
Bei Joh ist von Licht im übertragenen Sinn die Rede, während es in Gen 1 ganz profan um die Helligkeit geht, die auf der Erde herrscht, wenn es Tag ist. Ein Licht, das genauso göttlich oder ungöttlich ist wie das, was aus einer Deckenlampe kommt.
Aletheia, Du liest den Text völlig gegen seine Intention. Er will ja - in bewußter Abgrenzung zu zu den Schöpfungsmythen der umliegenden Kulturen - gerade den Unterschied zwischen Natur und Schöpfer betonen. Er ist ein erster Schritt zur berühmten "Entzauberung" der Natur - Sonne, Mond und Sterne sind keine Götter, sie sind nur Gottes Schöpfung!
Ich bin ja nicht der Meinung, man dürfe kanonische Texte nur so interpretieren, wie sie mutmaßlich zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gemeint waren. Das wäre ein historisch-kritischer Ansatz, der sich selbst zum Dogma erhebt. Aber: Deine Interpretation ist exegetisch, wie gerade ausgeführt, überhaupt nicht vertretbar, weil eine völlige Verdrehung - und von systematischer Warte aus führt sie in den Pantheismus.
Aletheia, Du liest den Text völlig gegen seine Intention. Er will ja - in bewußter Abgrenzung zu zu den Schöpfungsmythen der umliegenden Kulturen - gerade den Unterschied zwischen Natur und Schöpfer betonen. Er ist ein erster Schritt zur berühmten "Entzauberung" der Natur - Sonne, Mond und Sterne sind keine Götter, sie sind nur Gottes Schöpfung!
Ich bin ja nicht der Meinung, man dürfe kanonische Texte nur so interpretieren, wie sie mutmaßlich zum Zeitpunkt ihrer Entstehung gemeint waren. Das wäre ein historisch-kritischer Ansatz, der sich selbst zum Dogma erhebt. Aber: Deine Interpretation ist exegetisch, wie gerade ausgeführt, überhaupt nicht vertretbar, weil eine völlige Verdrehung - und von systematischer Warte aus führt sie in den Pantheismus.
Das kann dann ja auch die Position des Pantheismus werden. Und die ist in Genesis auch noch denkbar, bis zum Sündenfall. Denn das ist ein Bruch mit dem Pantheismus. Ab da muß man dann fragen, was denn "göttliche Qualität" wäre - und da finde ich, daß es "Person" ist. Und das Personale am Licht, das in der Finsternis leuchtet, ist die schöpferische Kraft des Wortes: Gott sprach - es werde.Kilianus hat geschrieben:Der Text erlaubt es nicht, dem Licht mehr göttliche Qualität zuzusprechen als dem Rest der Schöpfung. Wenn das Licht ein innergöttliche Gegenüber ist, dann sind es z.B. alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln auch.Aletheia hat geschrieben: Warum soll Gott sich im Schöpfungsprozeß nicht "selbst" erschaffen - Liebe ist doch erst dadurch möglich.
In dem er Himmel und Erde schuf - also eine Zweiheit - hat er auch ein Verbindendes geschaffen - Licht, das die Finsternis besiegt.
Und dieses Licht ist eher auch dem Bewußtsein und Selbstbewußtsein entsprechend. Und damit hat er auch Zeit geschaffen - erster Tag - denn Bewußtsein ist immer Zeitbewußtsein.
Zeit als - Werden von Abend und Morgen -.
Gott sah - daß es gut war.
Gott nannte das Licht Tag.
Gruß
Aleth
Gen 1,4 Gott sah, daß das Licht gut war. - Gut ist sicher eine göttliche Qualität. Den Menschen schuf er sogar als sein Abbild. Gen 1,31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag. Alles war sehr gut - Die Schöpfung hat also prinzipiell eine göttliche Qualität.Kilianus hat geschrieben:Der Text erlaubt es nicht, dem Licht mehr göttliche Qualität zuzusprechen als dem Rest der Schöpfung. Wenn das Licht ein innergöttliche Gegenüber ist, dann sind es z.B. alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen, von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln auch.Aletheia hat geschrieben: Warum soll Gott sich im Schöpfungsprozeß nicht "selbst" erschaffen - Liebe ist doch erst dadurch möglich.
In dem er Himmel und Erde schuf - also eine Zweiheit - hat er auch ein Verbindendes geschaffen - Licht, das die Finsternis besiegt.
Und dieses Licht ist eher auch dem Bewußtsein und Selbstbewußtsein entsprechend. Und damit hat er auch Zeit geschaffen - erster Tag - denn Bewußtsein ist immer Zeitbewußtsein.
Zeit als - Werden von Abend und Morgen -.
Ob Gott sprechend das Licht bezeugte, erzeugte und zeugte und nicht schuf, scheint mir eine sehr subtile Überlegung zu sein. (Allerdings erhitzt die Zeugungsfrage, ob Jesus gezeugt wurde und von wem, heute immer noch Gemüter und lässt sich allegorisch klar beantworten.)
Deutlicher als die liturgische Übersetzung bringt die Vulgata mit et facta est lux das Geschaffenwerden zum Ausdruck, wenn auch die liturgische Übersetzung den passiven Charakter des Entstehens wahrt.
Wie Bonaventura allegorisch deutete, zeigte er nicht erst mit seinem Hexaemeron Anfang der 70-er Jahre, sondern bereits mit dem Itinerarium Ende der 50-er/Anfang der 60-er Jahre. Er deutete die Vision des sechsflügeligen Seraphen, wie sie der hl. Franziskus kurz vor seinem Tod hatte, einfach als Bild, um damit seine Theologie zu entfalten. Höhepunkt darin ist sein sechstes Kapitel über die Hl. Dreifaltigkeit. Im siebten Schlusskapitel kommt der Intellekt zur Ruhe und erhebt sich die Seele ganz im Gefühl und in völliger Zuneigung zu Gott.
Nochmal: Historisch-kritische Exegese muß nicht das letzte Wort haben, was die Deutung der Texte angeht. Aber ihre Erkenntnisse einfach zu ignorieren ist intellektuell unredlich.Aletheia hat geschrieben:Das kann dann ja auch die Position des Pantheismus werden. Und die ist in Genesis auch noch denkbar, bis zum Sündenfall. Denn das ist ein Bruch mit dem Pantheismus. Ab da muß man dann fragen, was denn "göttliche Qualität" wäre - und da finde ich, daß es "Person" ist. Und das Personale am Licht, das in der Finsternis leuchtet, ist die schöpferische Kraft des Wortes: Gott sprach - es werde.
Gott sah - daß es gut war.
Gott nannte das Licht Tag.
Gruß
Aleth
Mittlerweile jonglierst Du mit drei Texten und schmeißt sie fröhlich durcheinander: Johannes-Prolog, jüngerer Schöpfungsbericht 1 (Sieben-Tage-Werk) und älterer Schöpfungsbericht 2 (Gott als "Töpfer" im Paradies-Garten und Sündenfall). Nichts gegen den Versuch, aus allen dreien eine Synthese zu bilden. Aber bitte die Texte erst einmal für sich anschauen!
Nochmal, wenn Du Schöpfungsbericht 1 verstehen willst, mußt Du berücksichtigen, in welchem Umfeld er entstanden ist, ihn also mit Schöpfungsmythen aus der kulturellen und geographischen Umgebung vergleichen. Und da ist der Unterschied ganz eindeutig der, daß es keine verschiedenen Götter gibt, die zum Beispiel als Sterne, Sonne, Mond, Erde, Wasser usw. in Erscheinung treten. Oder die getötet werden, um die Materie für die Schaffung des Menschen zu liefern.
(Einzige mögliche Konzession an Vorstellungen aus dem Umfeld: Wenn man Gen 1,1 mit einigen Exegen als zusammenfassende Überschrift versteht und den eigentlichen Text mit 1,2 beginnen läßt, dann findet Gott Himmel und Erde bereits vor, aber in wüstem und wirrem Zustand).
Deine Deutung ist nur möglich, wenn Du davon ausgehst, daß der Text völlig unbeleckt von den Vorstellungen umgebender Völker entstanden ist. Denn nur dann kannst Du davon ausgehen, daß seine Hauptzielrichtung nicht die saubere Trennung zwischen Schöpfer und Geschöpfen ist. Das äußerste an Gemeinsamkeit ist die Ebenbildlichkeit - und die wird dem Menschen, und nicht dem Licht zugesprochen.
Wenn Du Personalität als göttliche Eigenschaft betrachtest (schon da könnte man zweifeln) und diese Personalität dem Licht zuschreibst, weil es durch Gottes Schöpferwort hervorgebracht wird - ja, warum dann nicht auch Grünpflanzen, Fischen, Vögeln, Sonne, Mond und Sternen?
Aleth, du musst gar nichts.
Die ganzheitliche Betrachtung der Bibel als Versprechen und Erfüllung des Erscheinens Christi und als theologisches Weltbild ist gute Tradition.
Kilianus hat eine etwas autistische Sicht der Dinge, die analysiert und zergliedert und vor lauter Bäumen den Paradiesgarten nicht sieht. Dabei ignoriert er traditionswidrig, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschuf, am siebten Tag aber ruhte. Dass die zweite Schöpfungsgeschichte mit dem Sündenfall am Ende mit einem Gefühl für Erzähllogik in der richtigen Reihenfolge erscheint, übergeht er.
Natürlich liest du die Bibel nach traditioneller Lesart der triplex intelligentia spiritualis, im Deutschen auch vierfacher Schriftsinn genannt, richtig. Damit gebrauchst du die Bibel in ihrer eigentlichen Intention als Gotteswort und Glaubensbuch.
Die historisch-kritische Methode ist neben der psychologischen Methode und anderen Methoden eine Zugangsweise, die Nebenfachcharakter hat, weil sie die historische Fragestellung überbewertet, zu sehr am Wortsinn klebt und die eigenen Bedingungen von Projektion zu wenig reflektiert. Gleichwohl ist sie nicht zu unterschätzen.
Was Kilianus über die Personalität schreibt, zeigt Unsicherheit im Umgang mit Allegorien.
Die ganzheitliche Betrachtung der Bibel als Versprechen und Erfüllung des Erscheinens Christi und als theologisches Weltbild ist gute Tradition.
Kilianus hat eine etwas autistische Sicht der Dinge, die analysiert und zergliedert und vor lauter Bäumen den Paradiesgarten nicht sieht. Dabei ignoriert er traditionswidrig, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschuf, am siebten Tag aber ruhte. Dass die zweite Schöpfungsgeschichte mit dem Sündenfall am Ende mit einem Gefühl für Erzähllogik in der richtigen Reihenfolge erscheint, übergeht er.
Natürlich liest du die Bibel nach traditioneller Lesart der triplex intelligentia spiritualis, im Deutschen auch vierfacher Schriftsinn genannt, richtig. Damit gebrauchst du die Bibel in ihrer eigentlichen Intention als Gotteswort und Glaubensbuch.
Die historisch-kritische Methode ist neben der psychologischen Methode und anderen Methoden eine Zugangsweise, die Nebenfachcharakter hat, weil sie die historische Fragestellung überbewertet, zu sehr am Wortsinn klebt und die eigenen Bedingungen von Projektion zu wenig reflektiert. Gleichwohl ist sie nicht zu unterschätzen.
Was Kilianus über die Personalität schreibt, zeigt Unsicherheit im Umgang mit Allegorien.
- Lutheraner
- Beiträge: 3914
- Registriert: Donnerstag 9. November 2006, 10:50
Re: Es werde Licht
Ich bin der Auffassung, dass die Schöpfungsgeschichte aus Sicht der Erde bzw. eines fiktiven Beobachters, der sich auf der Erde befand, geschrieben ist. Dann passt sie auch (weitgehend) mit unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen überein und wirkt stimmig.overkott hat geschrieben:Da damit nicht die Sonne gemeint sein kann, in der Schöpfungsgeschichte, ist damit wohl die Erleuchtung gemeint.
Nicht?
Was meint ihr?
"Es werde Licht" bedeutet somit, dass der Staubschleier um die Erde dünner wurde und letztlich das Licht der Sonne hindurchdrang und erstmals auf die Erde schien (Die Sonne wurde ja auch laut Schöpfungsbericht vorher erschaffen).
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"
Danke, Overkott. Ich wurde hier ja schon als "Tradi" eigestuft. Jetzt fühle ich mich wieder ausgewogener.overkott hat geschrieben: Kilianus hat eine etwas autistische Sicht der Dinge, die analysiert und zergliedert und vor lauter Bäumen den Paradiesgarten nicht sieht. Dabei ignoriert er traditionswidrig, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschuf, am siebten Tag aber ruhte.
Stuft die Tradition den Logos als geschaffen ein, oder hält sie das Tageslicht für gezeugt? Beispiele?
Edit: Vergessenen Logos beschämt nachträglich eingefügt. Kilianus, etwas getröst nur durch die Tatsache, daß der Beitrag offenbar auch mit Leerstelle verstanden ward.
Zuletzt geändert von Kilianus am Mittwoch 12. November 2008, 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Es werde Licht
Ähem. Gen 1,3 ff: Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag.Lutheraner hat geschrieben: (Die Sonne wurde ja auch laut Schöpfungsbericht vorher erschaffen).
Gen 1,16 (dritter Tag): Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die Sterne.
Lutheraner hat geschrieben:
Gruß, ad_hoc
Natürlich. Das kann es dem Erdgeborenen auch bedeuten, aber nicht nur. Das Licht hat eine wesentlich höhere mystische Bedeutung und es kann vieles bedeuten."Es werde Licht" bedeutet somit, dass der Staubschleier um die Erde dünner wurde und letztlich das Licht der Sonne hindurchdrang und erstmals auf die Erde schien
Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)