Der Leib Christi
[quote="overkott"]Für uns deutsche Katholiken stellt sich die Frage: Wie können wir nach Auschwitz noch kommunizieren?
Haben wir eine Mitschuld oder Erbsünde, dass Christus dort erneut millionenfach ans Kreuz geschlagen wurde?
Kommunizieren ist nur möglich, indem wir uns durch Christus von der Erbsünde abwaschen lassen und seine Vergebung annehmen.
Das gilt natürlich auch für alle andere Mitschuld in totalitären Regimen.
Christus begegnet uns immer in den Opfern, die Opfer können uns von der Schuld befreien.[/quote
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Wir deutschen Katholiken tragen dafür die Verantwortung, dass "Auschwitz" nie wieder geschieht und bei der Erfüllung dieser Verpflichtung kann uns nur der Herr helfen, indem wir uns durch die Vereinigung (Kommunion) mit ihm die Kraft zu einem christlichen Leben erbitten.
L.
Haben wir eine Mitschuld oder Erbsünde, dass Christus dort erneut millionenfach ans Kreuz geschlagen wurde?
Kommunizieren ist nur möglich, indem wir uns durch Christus von der Erbsünde abwaschen lassen und seine Vergebung annehmen.
Das gilt natürlich auch für alle andere Mitschuld in totalitären Regimen.
Christus begegnet uns immer in den Opfern, die Opfer können uns von der Schuld befreien.[/quote
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Wir deutschen Katholiken tragen dafür die Verantwortung, dass "Auschwitz" nie wieder geschieht und bei der Erfüllung dieser Verpflichtung kann uns nur der Herr helfen, indem wir uns durch die Vereinigung (Kommunion) mit ihm die Kraft zu einem christlichen Leben erbitten.
L.
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Gerhard
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Vergeben können nicht "wir". Allerdings halte ich nichts von Kollektivschuld. Der Leib Christi weiß: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unserern Schuldigern".overkott hat geschrieben:Für uns deutsche Katholiken stellt sich die Frage: Wie können wir nach Auschwitz noch kommunizieren?
"Ad Deum, qui laetificat juventutem meam."
Von der Kollektivschuld befreit uns die Taufe und verpflichtet uns zur Gottes- und Nächstenliebe.Gerhard hat geschrieben:Vergeben können nicht "wir". Allerdings halte ich nichts von Kollektivschuld. Der Leib Christi weiß: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unserern Schuldigern".overkott hat geschrieben:Für uns deutsche Katholiken stellt sich die Frage: Wie können wir nach Auschwitz noch kommunizieren?
Von persönlicher Schuld können wir uns in der Beichte lossprechen (lassen). Die Vergebung bedarf auch der Buße, also zeichenhafter Werke der Umkehr.
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Gerhard
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Die rechte Nächstenliebe ist ohne rechte Gottesliebe nicht denkbar. Vielleicht krankt der Leib Christi in den modernen Zeiten daran.overkott hat geschrieben:Aktive Orden verstehen Nächstenliebe als Gottesliebe, kontemplative Orden Gottesliebe als Nächstenliebe.
"Ad Deum, qui laetificat juventutem meam."
Overkott verstehe ich schon seit längerem nicht mehr richtig — das ist mir alles zu hoch. Es ging mir mehr um Deinen Bezug auf das kontemplative Mönchtum.Gerhard hat geschrieben:Frag das doch bitte overkott, die Formulierung stammt von ihm. Ich habe sie nur weiter verwendet, da ich mit ihm im Dialog war.anneke6 hat geschrieben:Was genau meinst Du mit "sich selbst im Nächsten verwirklichen"?
Auf jeden Fall leben kontemplative Nonnen und Mönche nicht nur als Sühne für ihre Mitmenschen, sondern auch aus wirklicher Liebe zu Gott. Noch nie die Kontemplation gesucht?
???
Keine falsche Bescheidenheit, anneke6. Dieses down to god scheint einem doch etwas verdreht. Was sucht ihr Gott in der Unterwelt?anneke6 hat geschrieben:Overkott verstehe ich schon seit längerem nicht mehr richtig — das ist mir alles zu hoch. Es ging mir mehr um Deinen Bezug auf das kontemplative Mönchtum.Gerhard hat geschrieben:Frag das doch bitte overkott, die Formulierung stammt von ihm. Ich habe sie nur weiter verwendet, da ich mit ihm im Dialog war.anneke6 hat geschrieben:Was genau meinst Du mit "sich selbst im Nächsten verwirklichen"?
Auf jeden Fall leben kontemplative Nonnen und Mönche nicht nur als Sühne für ihre Mitmenschen, sondern auch aus wirklicher Liebe zu Gott. Noch nie die Kontemplation gesucht?
das sind zwei unterschieliche Gebetsarten - schlag nach im KKKGerhard hat geschrieben:Bei mir hieß das damals noch Meditation.anneke6 hat geschrieben:Noch nie die Kontemplation gesucht?
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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Re: Der Leib Christi
Das ist in Deutschen auch erst nach dem Konzil passiert.Früher haben wir auchanneke6 hat geschrieben:Da ist hier in Deutschland auch der Wurm drin. Es wird im Gottesdienst allgemein zu selten das Große Glaubensbekenntnis gesprochen ("und hat Fleisch angenommen von der Jungfrau Maria") und in der gegenwärtigen Übersetzung des Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es "Auferstehung der Toten" und nicht "Auferstehung des Fleisches"…ieromonach hat geschrieben:…
schön zu lesen das klassische Wort "Fleisch geworden". Sehr selten sprechen westliche Theologen dieses Wort aus. Man redet gerne von "Menschwerdung" aber fast überhaupt nicht von "das Wort ist Fleisch" geworden […]
Nein, ich bin noch lange nicht deutsch…
die "Auferstehung des Fleisches" im Credo bekannt.Da liegt wirklich bei vielen der Hase im Pfeffer: wer nicht gern von der Fleischwerdung Gottes spricht(dessen wurde im alten Ritus im Schlussevangelium jeder Messe mittels Kniebeuge gedacht-und ich liebe dieses zusammenfassende Überdenken der ganzen Heilsgeschichte nach Johannes 1,1)-der zweifelt oft auch an der Auferstehung im Fleische: heimlich bei Jesus Christus-weniger heimlich bei der Jungfrau Maria mit deren Himmelfahrt viele nix anfangen können und letztlich auch an der eigenen.Irgendwo ist da der ganze Glaube Bultmann-mässig verdampft.!
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
Ist nicht letztlich die Jungfrau Maria das Zeichen, wo der alte Bund unmittelbar in den neuen übergeht? Die von Gott wunderbar geschaffene "neue Eva" und Jüdin Maria spricht ihr "fiat" und in der Empfängnis scheint in ungeheurer Dichte das Mysterium der Trinität durch; Gott Vater lässt Maria durch den Heiligen Geist Jesus Christus empfangen; ist dieses "Fiat" nicht ASusdruck des neuen Bundes? Treffen in der Empfängnis nicht alter und neuer Bund zusammen?overkott hat geschrieben:
Der Alte Bund wurde mit der Kreuzigung beendet und mit der Auferstehung erneuert:
Domine, labia mea aperies,
et os meum annunciabit laudem tuam!
et os meum annunciabit laudem tuam!
Die selige Jungfrau Maria ist das Zeichen und Bild des Sabbats, des Ruhetages und der Lebenshoffnung, in deren Mitte der Neue Bund keimt und in Wehen liegt. Sie ist die Mitleidende, die uns als Schmerzenmutter erneut am Kreuz begegnet an der Seite ihres Sohnes und in dieser dunklen Stunde Kronzeugin der Erlösung wird. Aber es ist eine andere Maria, die als erste von der Auferstehung erfährt. Die Gottesmutter begegnet uns wieder in der Apostelgeschichte inmitten der betenden Gemeinde, die sie später als Himmelskönigin verehren wird.LaudaSion hat geschrieben:Ist nicht letztlich die Jungfrau Maria das Zeichen, wo der alte Bund unmittelbar in den neuen übergeht? Die von Gott wunderbar geschaffene "neue Eva" und Jüdin Maria spricht ihr "fiat" und in der Empfängnis scheint in ungeheurer Dichte das Mysterium der Trinität durch; Gott Vater lässt Maria durch den Heiligen Geist Jesus Christus empfangen; ist dieses "Fiat" nicht ASusdruck des neuen Bundes? Treffen in der Empfängnis nicht alter und neuer Bund zusammen?overkott hat geschrieben:
Der Alte Bund wurde mit der Kreuzigung beendet und mit der Auferstehung erneuert:
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Gerhard
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Ist das Konsens im Forum?
Papst Paul VI. hat die "Mater ecclesiae" aber deutlich herausgestellt.
Papst Paul VI. hat die "Mater ecclesiae" aber deutlich herausgestellt.
Auch in "Mystici corporis" wird die Mutter herausgestellt. "Spe salvi" schließt mit einem Gebet zu Maria, dem "Stern der Hoffnung", dem "Stella maris".Achim Dittrich, DT hat geschrieben: Paul VI. verwendete den Titel in den folgenden Jahren bei Ansprachen und Veröffentlichungen. Er fand in Spanien und Italien weite Verbreitung, in Polen und Kroatien wurde ein Fest „Mater Ecclesiae“ eingeführt.
"Ad Deum, qui laetificat juventutem meam."
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ieromonach
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Die Pforte
Lieber Overkott,
jetzt hab ich dich erwischt. "Jeder muss mal"? Nein mein Lieber,
Ein Tier muss wenn es kann - ein Mensch kann wenn er muss.
Wass sagt dein geliebter Bonaventura dazu?
ptheodor
jetzt hab ich dich erwischt. "Jeder muss mal"? Nein mein Lieber,
Ein Tier muss wenn es kann - ein Mensch kann wenn er muss.
Wass sagt dein geliebter Bonaventura dazu?
ptheodor
In der Tat, das Fest fällt in PL auf den sog. "Pfingstmontag". Ist aber kein gebotener Feiertag.Gerhard hat geschrieben:Achim Dittrich, DT hat geschrieben: Paul VI. verwendete den Titel in den folgenden Jahren bei Ansprachen und Veröffentlichungen. Er fand in Spanien und Italien weite Verbreitung, in Polen und Kroatien wurde ein Fest „Mater Ecclesiae“ eingeführt.
???
Re: Die Pforte
Lieber ptheodor,ieromonach hat geschrieben:Lieber Overkott,
jetzt hab ich dich erwischt. "Jeder muss mal"? Nein mein Lieber,
Ein Tier muss wenn es kann - ein Mensch kann wenn er muss.
![]()
Wass sagt dein geliebter Bonaventura dazu?![]()
ptheodor
Iste ergo est fructus Scripturarum, scilicet caritas. Propter hanc sunt mysteria, intelligentiae, theoriae.
[Mais dehors les chiens et les sorciers", c’est-à-dire sortez de la contemplation de l’Ecriture]
Hexaemeron XVIII, 32
overkott
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ieromonach
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Die Pforte
Carissime Overcottii, 
Lieber Gerhard,Gerhard hat geschrieben:Maria ist die Mutter der Barmherzigkeit. Maria sollte auch die Mutter der barmherzigen Kirche sein.
mir paßt es garnicht wenn man alle Tittel, die Gott zustehen, Maria anhängt. Als Mutter Jesu stehen ihr nicht automatisch alle Titel Gottes zu.
Wann und wo war sie auffallend barmherzig ?
Gruß Idiota
Ich kreise um Gott den uralten Turm und ich kreise ...
Ich bewundere deine bescheidene Frömmigkeit, Idiota.Idiota hat geschrieben:Lieber Gerhard,Gerhard hat geschrieben:Maria ist die Mutter der Barmherzigkeit. Maria sollte auch die Mutter der barmherzigen Kirche sein.
mir paßt es garnicht wenn man alle Tittel, die Gott zustehen, Maria anhängt. Als Mutter Jesu stehen ihr nicht automatisch alle Titel Gottes zu.
Wann und wo war sie auffallend barmherzig ?
Gruß Idiota
Re: Der Leib Christi
Ich möchte es hier auch noch mal sagen:
Die Ähnlichkeit von religiösem und politischem Denken, von Philosophen und Theologen wird gerade an der Leibmetaphorik deutlich. Diese findet sich schon in den Staatstheorien von Platon, Seneca und Cicero: Haupt und Glieder bezeichnet die Einheit in Vielfalt.
Paulus greift also in seinem Korintherbrief mit dem Leib Christi ein bekanntes und beliebtes Bild auf, um Christus der Mahlgemeinschaft zu vergegenwärtigen. Dabei entwickelt er in seiner Leibmeditation viele Ideen: Da geht es um das Vorbild für den eigenen Leib, um die guten Sitten, um Ehe und Treue, um geistige Begabungen, um verschiedene Ämter im Dienst an der Mahlgemeinschaft. Als sichtbares Zeichen spielt das Brot dabei eine zentrale Rolle.
Die Ähnlichkeit von religiösem und politischem Denken, von Philosophen und Theologen wird gerade an der Leibmetaphorik deutlich. Diese findet sich schon in den Staatstheorien von Platon, Seneca und Cicero: Haupt und Glieder bezeichnet die Einheit in Vielfalt.
Paulus greift also in seinem Korintherbrief mit dem Leib Christi ein bekanntes und beliebtes Bild auf, um Christus der Mahlgemeinschaft zu vergegenwärtigen. Dabei entwickelt er in seiner Leibmeditation viele Ideen: Da geht es um das Vorbild für den eigenen Leib, um die guten Sitten, um Ehe und Treue, um geistige Begabungen, um verschiedene Ämter im Dienst an der Mahlgemeinschaft. Als sichtbares Zeichen spielt das Brot dabei eine zentrale Rolle.