Pfarrer des Amtes enthoben

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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo »

Die Mitglieder des PGR haben etwas auf die Homepage der Pfarrei in Meckenheim gestellt:
"Erklärung des Pfarrgemeinderates des Seelsorgebereiches Meckenheim zur Amtsenthebung von Herrn Pfarrer Michael Jung":
[...]
...
mit Bestürzung und Wut haben die Angehörigen des Pfarrgemeinderates im Seelsorgebereich
Meckenheim von der geplanten Amtsenthebung unseres Pfarrers Michael
Jung erfahren. Leider haben auch wir lediglich über die Presse von den Vorgängen
erfahren.

[...]

Unsere Sorge gilt der Zukunft in unseren Pfarrgemeinden. Seit Jahren leidet der Seelsorgebereich
Meckenheim unter Personalwechseln und ungeklärten Zuständigkeiten.
Durch Kölns Schritt ist in unseren Seelsorgebereich erneut Unruhe und Unsicherheit
getragen worden.
Wir fragen deshalb: Geht man so mit ehrenamtlichen Gremien um?
Ist das die Rolle, die den ehrenamtlich Tätigen in der Kirche Kölns zugewiesen wird?
Und um wie viel rigoroser muss dann die Haltung Kölns gegenüber den hauptamtlichen
Kräften sein?
Wie sollen wir eigentlich für unsere Kirche und für unseren Glauben werben?
Wir sind empört über die Art, wie diese Entscheidung getroffen und übermittelt wurde,
nämlich ohne Rücksprache mit den ehrenamtlichen Gremien der Pfarrgemeinden.
Wir fordern die Verantwortlichen im Erzbistum Köln, namentlich und zuvorderst
Herrn Erzbischof Meisner dazu auf, zügig in einen Dialog einzutreten und die Sachlage
zu erörtern.
Wir bitten die Verantwortlichen, ihre Entscheidung bis zu einer transparenten Klärung
auszusetzen.

[...]
User inaktiv seit dem 05.06.2018.
Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Bei der Neubesetzung der Pfarrerstelle achtet der Bischof sicher darauf, einen Mann dorthin zu setzen, der weiß, wie man mit solchen frech- unverschämten Leuten umgeht, der sie dazu bringt, aus sich heraus von ihren ehrenamtlichen Funktionen zurückzutreten bzw. ihnen ihre Störrigkeit für alle Zeiten austreibt.

Es scheint, Röschenz ist überall, zum Glück nicht das entsprechende Konkordatsabkommen.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

maliems
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Beitrag von maliems »

nee nee

röschenz ist nicht meckenheim.

pfr jung ist strukturkonservativ, hat sich aber in seiner rechtsposition verrannt.

Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

Als Konservativer müsste er doch voll auf der Linie des Kardinals liegen.
"Ad Deum, qui laetificat juventutem meam."

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overkott
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Beitrag von overkott »

Konservativ ist nicht gleich konservativ im konservativen Sinne. Da gibt es Wertkonservative und Strukturkonservative. Beide können Linke und Ganzlinke sein.

Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

Da soll sich mal die Kirchenprovinz Köln mit auseinandersetzen. Vielleicht möchte ja Herr Jung bei uns arbeiten, wir suchen noch Priester.
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Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. »

Gerhard hat geschrieben:Als Konservativer müsste er doch voll auf der Linie des Kardinals liegen.
domradio.de schreibt:
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner sagte am Rande des diesjährigen Medienempfangs im Erzbischöflichen Haus zur Amtsenthebung und Suspendierung Jungs: „Mir blutet das Herz dabei.“ Es handle sich um eine Personalie, über die er in der Öffentlichkeit nicht sprechen könne.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

Wenn ihm das Herz blutet, warum macht er's dann? Muss Recht bleiben, was Recht ist?
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Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. »

Gerhard hat geschrieben:Wenn ihm das Herz blutet, warum macht er's dann? Muss Recht bleiben, was Recht ist?
Na ja, wenn man sich das Gekrampfe in der Schweiz anschaut, kann man es dem Kardinal nicht verdenken, daß er den Anfängen trotzen will.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

Warten wir ab ...
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maliems
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Beitrag von maliems »

Gerhard hat geschrieben:Als Konservativer müsste er doch voll auf der Linie des Kardinals liegen.
es menschelt eben.

Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

Das ist nur zu verständlich.
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maliems
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Beitrag von maliems »

Gerhard hat geschrieben:Wenn ihm das Herz blutet, warum macht er's dann?
Der Kard. vertritt die Rechtsauffassung, dass der Pfr. die Visitation verweigert. ein schweres Vergehen.

Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

Quelle?
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maliems
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Beitrag von maliems »

lies diesen strang von seite 1 an gründlich

Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

Tut mir leid. Da habe ich momentan andere Prioritäten.
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Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

Gerhard hat geschrieben:Wenn ihm das Herz blutet, warum macht er's dann? Muss Recht bleiben, was Recht ist?
Kann ich gut verstehen, habe mal eine Kollegin (und eigentlich Freundin) gehabt, die als Gemeindereferentin gearbeitet hat und gleichzeitig ein esoterisches Buch herausgegeben hat. - Ich habe über ein Jahr mit mit gekämpft, wie ich mich hier verhalten soll.

Aber ein anderer Vergleich dazu: Jeder der Kinder erzieht und den Kindern irgendetwas verbieten muss oder es mal strafen muss, dem blutet auch das Herz, doch zum Wohle das Kindes ist es besser sol

maliems
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Beitrag von maliems »

Gerhard hat geschrieben:Tut mir leid. Da habe ich momentan andere Prioritäten.
dann kann ich dir auch nicht weiterhelfen

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

(Wenn man nicht weiss, worum es eigentlich geht, sollte man sich im Interesse der Allgemeinheit der Stimme enthalten.)

Nichts für ungut!
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overkott
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Beitrag von overkott »

Mich haben viele darauf angesprochen und waren der Meinung, dass in anderen Bistümern Probleme früher und eleganter gelöst würden.

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

Ja, zum Beispiel in Aachen oder Essen. :roll:

Nein, im Ernst: aus meiner Perspektive kann ich sagen, dass das Erzbistum Köln sehr effizient arbeitet und Probleme sehr wohl rasch und so unauffällig wie möglich klärt.

Bei einem Erzbischof wie Joachim Kardinal Meisner, der das offene Wort nicht scheut, läuft das sogar mit großer Diskretion ab.

Das es in diesem Fall bedauerlicherweise viel öffentliches Spektakel (dazu muss man ja auch unsere Diskussion hier zählen), Medieninteresse und einen pastoralen Scherbenhaufen gibt (dessen Folgen derzeit noch nicht abzusehen sind), liegt wohl auch am betroffenen Priester selbst.

Es scheint so, dass er mit voller Absicht die ganze mediale Breitseite gegen das Erzbistum geritten hat. Mit allen Folgen, die das eben so hat. Er hätte seine Situation nicht noch schlimmer machen können. Und das auch noch freiwillig...

Ich finde das einfach sehr bedauerlich und hätte allen Beteiligten ebenfalls gewünscht, dass es eine frühere und ruhigere Lösung gegeben hätte.
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overkott
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Beitrag von overkott »

cantus planus hat geschrieben:Das es in diesem Fall bedauerlicherweise viel öffentliches Spektakel (dazu muss man ja auch unsere Diskussion hier zählen), Medieninteresse und einen pastoralen Scherbenhaufen gibt (dessen Folgen derzeit noch nicht abzusehen sind), liegt wohl auch am betroffenen Priester selbst.
Natürlich kann sich der Erzbischof der Verantwortung für die Amtsenthebung nicht entziehen.

Nähere Information dazu findet sich hier:

http://overkott.dyndns.org:8080/cic/suc ... %20RECHTES

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

Natürlich liegt die Amtsenthebung in der Verantwortung des Erzbischofs. Aber der auslösende Grund dafür offensichtlich nicht.
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overkott
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Beitrag von overkott »

Wir lesen in Can 1740, dass der auslösende Grund nicht einmal beim Pfarrer liegen muss.

Es reicht eine Abneigung bei angesehenen Pfarrangehörigen.

Der Bischof berät sich mit zwei Priestern seines Vertrauens und schreitet zur Tat.

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cantus planus
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Beitrag von cantus planus »

Ja, das ist die Theorie. Wo ist der praktische Bezug zum Thema? Seine Pfarrschäfchen haben sich ja nicht über ihn beklagt. Im Gegenteil. :hmm:

Der Pfarrer scheint sich in diesem Fall selbst im Weg zu stehen.
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maliems
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Beitrag von maliems »

cantus planus hat geschrieben:Ja, das ist die Theorie. Wo ist der praktische Bezug zum Thema? Seine Pfarrschäfchen haben sich ja nicht über ihn beklagt. Im Gegenteil. :hmm:

Der Pfarrer scheint sich in diesem Fall selbst im Weg zu stehen.
Bitte mal halblang: Dass ein Bischof einen Pfarrer des Amtes enthebt, ist zwar ein seltener Vprgang, er ist aber im CIC vorgesehen. Der CIC ist dafür da, dass er angewandt wird. sonst wäre er sinnlos.

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overkott
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Beitrag von overkott »

Das Kirchenrecht ohne Liebe angewandt, ist wie tödliches Erz und eine schellende Klinge.

obsculta
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Beitrag von obsculta »

overkott hat geschrieben:Das Kirchenrecht ohne Liebe angewandt, ist wie tödliches Erz und eine schellende Klinge.
Was veranlaßt Dich,anzunehmen,es würde ohne Liebe
angewandt?

LG Obsculta

maliems
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Beitrag von maliems »

overkott hat geschrieben:Das Kirchenrecht ohne Liebe angewandt, ist wie tödliches Erz und eine schellende Klinge.
die unterscheidung von rechtskirche und liebeskirche hat der zu früh gestorbene bischof von lugano eugenio correcco im handbuch für das katholische kirchenrecht (das mir gerade nicht zur hand ist, da ich es an meinem erstwohnsitz stehen habe) profund zurückgewiesen.

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

maliems hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Das Kirchenrecht ohne Liebe angewandt, ist wie tödliches Erz und eine schellende Klinge.
die unterscheidung von rechtskirche und liebeskirche hat der zu früh gestorbene bischof von lugano eugenio correcco im handbuch für das katholische kirchenrecht (das mir gerade nicht zur hand ist, da ich es an meinem erstwohnsitz stehen habe) profund zurückgewiesen.
Habe im "Handbuch" (Ausgabe 1999) unter der einzigen Fundstelle für das Stichwort "Liebeskirche" nachgesehen und aus der Fußnote folgenden Querverweis zu einem anderen Buchtitel abgeschrieben, nämlich:

"Theologie des Kirchenrechts" Eugenio Corecco, Methodologische Ansätze (Trier 1990) S93.

Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

S.E. Eugenio Corecco hat hier sicherlich Recht gehabt.
"Ad Deum, qui laetificat juventutem meam."

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Clemens
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Beitrag von Clemens »

overkott hat geschrieben:"wie tödliches Erz und eine schellende Klinge".
Hihi, der ist gut! Muss ich mir merken!

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