Umstrittene Karfreitagspredigt

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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Bischof hat geschrieben:Eine "Abendmahlspredigt" von diesem werten Herrn:

http://www.predigten.de/predigt_pdf.php?id=6728
Herzliche Grüße
Bischof
Diese Predigt halte ich in ihrer Aussage für verfehlt.
Inwiefern?
Nur ganz kurz: Wer in dieser Form über das Abendmahl predigt, ohne dessen Wurzel und Bezug zum Kreuzestod herzustellen, hat sich theologisch verirrt. Entweder will er nicht zum Kern der Sache vorstoßen (was grob fahrlässig wäre, denn das gehört an dieser Stelle da einfach hin, schon aus katechetischen Gründen) oder er kann es nicht mehr, weil der Kern für ihn nicht zählt. Dann ist es nackte Häresie.

Er scheint das Abendmahl auf den Aspekt eines Versöhnungsmahls reduzieren zu wollen. Es dient seiner Auffasung nach zwar der Vergebung der Sünden und der Vereinigung mit Christus, der all unsere Sünden auf sich nahm, aber der Opferaspekt fehlt (wieder), da hast Du Recht. Seine Auffassung ist wahrscheinlich, dass nicht Gott dieses Opfer wollte, sondern die Menschen haben Jesus getötet, weil sie ihn nicht ertrugen, was auch nicht ganz falsch ist. Aber das Opfer ist eben Fundament des neuen Bundes ("es ist vollbracht"). Mich würde interessieren mit welchen Worten er die Kommunion reicht. Christi Leib für Dich gegeben, Christi Blut für Dich vergossen?
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Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

Lutheraner hat geschrieben: Er scheint das Abendmahl auf den Aspekt eines Versöhnungsmahls reduzieren zu wollen.
Genau das ist es. Für ihn besteht der versöhnende Aspekt im gemeinsamen Akt des Essens, nicht darin, daß im Abendmahl das Opfer Christi vergegenwärtigt wird und wir dadurch Versöhnung erlangen.
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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Maria Jepsen, die den Propst als Bischofskandidaten vorgeschlagen hat und die von Hans Apel in dem Buch "Volkskirche ohne Volk" scharf kritisiert wurde, steht zum Kreuzesopfer, wie aus dieser Karfreitagspredigt hervorgeht, auch wenn das doch etwas zu stark nach Allversöhnungslehre klingt.
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Edi
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Beitrag von Edi »

Bischof hat geschrieben:Eine "Abendmahlspredigt" von diesem werten Herrn:

http://www.predigten.de/predigt_pdf.php?id=6728
Herzliche Grüße
Bischof
Guten Appetit kann man da nur sagen. Wozu denn noch Kirche, man isst doch auch zuhause oder in Restaurants.

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

Lutheraner hat geschrieben:Maria Jepsen, die den Propst als Bischofskandidaten vorgeschlagen hat und die von Hans Apel in dem Buch "Volkskirche ohne Volk" scharf kritisiert wurde, steht zum Kreuzesopfer, wie aus dieser Karfreitagspredigt hervorgeht, auch wenn das doch etwas zu stark nach Allversöhnungslehre klingt.
Stimmt, das hat noch einen echten Kern. Die Dame zitiert sogar eifrig aus dem Gesangbuch!

Aber im Ernst: Ein Bischofstriumvirat in Nordelbien aus Jepsen, Wartenberg-Potter und Gorski wäre eine Katastrophe. Ich hoffe, man wählt Ulrich.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Bischofstriumvirat


In dem Falle wohl eher: „Bischofstrieffeminat“.
Abgesehen davon, daß von Bischöfen auch keine Rede sein kann.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:Bischofstriumvirat


In dem Falle wohl eher: „Bischofstrieffeminat“.


:D :D :D
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Lutheraner
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Re: Umstrittene Karfreitagspredigt

Beitrag von Lutheraner »

Ich war heute in einem landeskirchlichen Abendmahlsgottesdienst, der mich stark an Gorskis Ansichten erinnerte. Nicht wegen der Predigt, sondern wie das Abendmahl gefeiert wurde. Alles was irgendwie an ein Opfergedächtnis oder Leib und Blut Christi in den Abendmahlselementen hinwies, wurde so weit möglich (auch bei der Austeilung) aussen vor gelassen. Die Abendmahlsliturgie wurde auf ein absolutes Minimum reduziert. Die Gemeinde gilt als sehr liberal. Besonders interessant: Der Pfarrer ist in der christlichen Homo-Szene sehr aktiv, wie ich mittlerweile ergooglet habe. Ob er selbst homosexuell ist, weiß ich nicht.
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Marcus
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Re: Umstrittene Karfreitagspredigt

Beitrag von Marcus »

Lutheraner hat geschrieben:Ich war heute in einem landeskirchlichen Abendmahlsgottesdienst, der mich stark an Gorskis Ansichten erinnerte. Nicht wegen der Predigt, sondern wie das Abendmahl gefeiert wurde. Alles was irgendwie an ein Opfergedächtnis oder Leib und Blut Christi in den Abendmahlselementen hinwies, wurde so weit möglich (auch bei der Austeilung) aussen vor gelassen. Die Abendmahlsliturgie wurde auf ein absolutes Minimum reduziert. Die Gemeinde gilt als sehr liberal. Besonders interessant: Der Pfarrer ist in der christlichen Homo-Szene sehr aktiv, wie ich mittlerweile ergooglet habe. Ob er selbst homosexuell ist, weiß ich nicht.
In Deiner Gegend gibt es doch bestimmt auch Landeskirchengemeinden, deren Pfarrer zur "Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis" gehören? Ich würde an Deiner Stelle einfach dort an Sonn- und Feiertagen am Gottesdienst teilnehmen. Kennst Du eigentlich die SELK-Gemeinde in München?

http://www.selk-trinitatis-muenchen.de/

Henry44
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Deutung des Kreuzestodes

Beitrag von Henry44 »

Ich bin offenbar der Einzige hier, dem diese Predigt gefällt und der diese hier gebrachte Deutung des Kreuzestodes Jesu teilt.

Aber, ich bin mit Sicherheit nicht der einzige Katholik, der solche Gedanken nicht skandalös findet.

Der katholische Pfarrer von Bruchsal, Dr. Jörg Sieger, hat einen Glaubenskurs verfasst, in dem er schreibt:

Vom Sinn des Sterbens Jesu

Jesus bringt kein Opfer für seinen Vater, Gott braucht so etwas nicht. Jesus opfert sich uns, er schenkt uns sein Leben. Es ist das Opfer seines Lebens, das für uns zur Erlösung wird. Denn durch sein Leben hilft er uns zu leben.

Er befreit uns von dem Wahn, Gott gegenüber etwas leisten zu müssen, er befreit uns von der Angst, einer Unzahl von Vorschriften gerecht werden zu müssen, und er befreit uns vor dem Bild eines grausamen, alle Fehler aufrechnenden Gottes. Und mit das wichtigste: Er mindert die Angst vor dem Tod.

Ja ich glaube daran, dass der Kreuzestod Jesu, dieses furchtbare Sterben, notwendig war. Aber es war nicht notwendig als Opfer für Gott, es war notwendig für uns. Jesus ist für uns gestorben, damit wir erkennen, dass selbst dieses sinnlose und grausame Sterben all das, wofür Jesus gelebt hat, nicht zunichte machen konnte.

Er starb am Kreuz, damit wir erkennen, dass der Tod nur dem Leid, sonst aber gar nichts, ein Ende machen kann, dass er ein Tor ist, ein Hindurchgang in eine neue Dimension des Lebens.

Im Detail nachzulesen ist der ganze Bruchsaler Glaubenskurs unter

http://www.joerg-sieger.de/glaube.htm

Henry44
Und wenn ich auch wandere durchs finstere Tal, so fürcht ich kein Unglück, denn du, Herr, bist bei mir.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Aber der Dr. Jörg Sieger ist, unabhängig von seinen Auffassungen, ganz sicher sehr, sehr wichtig.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Lutheraner
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Re: Deutung des Kreuzestodes

Beitrag von Lutheraner »

Henry44 hat geschrieben:Aber, ich bin mit Sicherheit nicht der einzige Katholik, der solche Gedanken nicht skandalös findet.
Nö, in einem anderen kath. Forum findet man die Predigt gut :ikb_whistling:
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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Auch die evangelische Zeitschrift Chrismon scheint irgendwie ein Problem mit dem Opfer zu haben?
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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
Bischof hat geschrieben:Eine "Abendmahlspredigt" von diesem werten Herrn:

http://www.predigten.de/predigt_pdf.php?id=6728
Herzliche Grüße
Bischof
Diese Predigt halte ich in ihrer Aussage für verfehlt.
Inwiefern?
Nur ganz kurz: Wer in dieser Form über das Abendmahl predigt, ohne dessen Wurzel und Bezug zum Kreuzestod herzustellen, hat sich theologisch verirrt. Entweder will er nicht zum Kern der Sache vorstoßen (was grob fahrlässig wäre, denn das gehört an dieser Stelle da einfach hin, schon aus katechetischen Gründen) oder er kann es nicht mehr, weil der Kern für ihn nicht zählt. Dann ist es nackte Häresie.
Wieweit sind Gorskis Auffassungen Eurer Meinung nach kompatibel zur Didache?
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

Auch die evangelische Zeitschrift Chrismon scheint irgendwie ein Problem mit dem Opfer zu haben?
Genauer: Wohl ein mit der erst im 12. Jhd. aufgekommmenen Satisfaktionslehre des Anselm v. Canterbury.
Das ist keinesweg die christliche Erlösungslehre. Frag nur man die Orthodoxen. In den ersten 1000 Jahren hat sie auch keiner richtig vertreten.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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