Chiara hat geschrieben:John Grantham hat geschrieben:Petur hat geschrieben:Chiara hat geschrieben:Darum kann ich dein Lachen, Petur, nicht wirklich verstehen.
Warum? Die meisten Priester haetten m.m.N. den geistlichen Dienst UND die Familie-also gleichzeitig-gewaehlt, wenn sie diese Möglichkeit gehabt haetten. Auch ich bin überzeugt, dass der wirklich frei gewaehlte Zölibat sehr wichtig und grossartig ist. Zur priesterlichen Berufung an und für sich gehört er aber nicht. Er ist eine selbstaendige Gabe Gottes. Verwechseln wir die Berufung zum priesterlichen Dienst nicht mit der der Ordensleute. Dadurch wird die Bedeutung der Ordensberufung irgendwie verschwommen.
Zudem stellt das auch die Berufung nicht zölibatär lebenden Priester in Frage (geschweige von Protestanten) -- z.B. orthodoxe, anglikanische oder alt-katholische (oder auch die der Priester, die nach Ehe und Weihe römisch-katholisch wurden).
Ganz und gar nicht. Das klingt ungefähr so, als würde die Existenz von Verwitweten, die aus Liebe zu ihrem ersten Partner nicht wieder heiraten, die wiederverheirateten Verwitweten herabsetzen.
Oder wie Fische auf dem Mond keineswegs den Geschmack von Sahne beeiflußen. (Oder mit anderen Worten, Tipp: Dein Vergleich hinkt.

)
Chiara hat geschrieben:Diese Personen im römisch-katholischen Bereich sind Ausnahmen, die beweisen, dass Zölibat und Weihesakrament nicht unabdingbar miteinander verbunden sein müssen[...]
Jepp. Es gibt keinerlei Verbindung, im Gegensatz zu früheren Behauptungen.
Chiara hat geschrieben:Im Prinzip gilt das auf eine andere Weise z.B. für die Byzantiner, es ist eine (im Gros der katholischen Kirche) zahlenmäßige Ausnahme von der Regel, die durch eine andere Tradition und die Entwicklung der Kirchengeschichte (Schisma, Auseinanderentwicklung, Union) begründet wird.
Erstens finde ich es sehr witzig, wie Du versuchst, diese "Ausnahmen" durch vermeintliche Zahlen herunterzuspielen. Die Zahlenverhältnisse sind völlig irrelevant bei der Frage, ob es eine Zölibatspflicht geben soll oder nicht bzw. ob der Zölibat für Kleriker so wertvoll ist, daß er grundsätzlich zum Priester sein gehört (was nicht mal Rom behauptet, sonst wäre es auch für die Unierten vorgeschrieben).
Zweitens ist Dein Versuch, die fehlende Zölibatspflicht für Diakone und Priester bei den Orthodoxen und Unierten einerseits durch deren vermeintlich fehlende Weiterentwicklung abzutun -- und fast im gleichen Atemzug stellst Anglikaner und Alt-Katholiken an den Pranger, weil sie -- wait for it -- weiterentwickelt sind. Das ist enorm inkonsequent.
Entweder sind gültig geweihte Priester (ob zölibatär oder nicht) gleichwertig, oder nicht.
Chiara hat geschrieben:Aber wenn schon, dann wüßte ich gern, ob die Altkatholiken oder die Anglikaner oder die Orthodoxen ohne den bösen Zölibat
Ich habe nirgendwo den Zölibat mit "böse" tituliert. Im Gegenteil, ich habe woanders Vorschläge gemacht, wo Rom einerseits den Zölibat bei Pfarrern aufrecht erhalten könnte, dafür den seelsorgerischen Bestand erweitern könnte.
Der anglikanische Bischof in Europa +Geoffrey Rowell lebt selbst zölibatär, also Dein Vorwurf, ich oder Anglikaner allgemein hätten etwas gegen den Zölibat an sich, ist absurd und sogar recht beleidigend.
Genau wie es beleidigend ist für diejenigen Priester, die nicht zölibatär leben, wenn einer wieder mal mit der Überlegenheit der Zölibatspflicht ankommt. (Worum es mir übrigens
eigentlich ging.)
Cheers,
John
Der Beweis, dass Gott einen Sinn für Humor hat: Er hat die Menschheit geschaffen.
[ Alt-Katholisch/Anglikanisch in Hannover ]