Brauchen wir eine Diktatur?

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Edi
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Beitrag von Edi »

Wie ist es mit Malta, das zu 98 % katholisch ist? Ein Bekannter, der mal dort war, sagte mir dort gebe es eine ganz niedrige Kriminaltätsrate.
Ehescheidungen sind verboten, Schwangerschaftsabbruch ist strafbar. Der Katholizismus ist in der Verfassung als Religion des maltesischen Volkes verankert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Edi hat geschrieben:Wie ist es mit Malta, das zu 98 % katholisch ist? Ein Bekannter, der mal dort war, sagte mir dort gebe es eine ganz niedrige Kriminaltätsrate.
Ehescheidungen sind verboten, Schwangerschaftsabbruch ist strafbar. Der Katholizismus ist in der Verfassung als Religion des maltesischen Volkes verankert.
Malta ist eine Republik. Eventuell Andorra. Da Teilen sich französischer Präsident und ein Bischof die Macht....es gilt als Monarchie (mit französischen Präsidenten :roll: ) Athos kanns auch nicht sein, ist ebenfalls Republik.

Liechtenstein würde zum Staatsfeiertag passen, das Verweugerungsrecht für Gesetze trifft auch das BIP mit 90.000 Euro/Kopf auch.87 % Christen davon nur 8,2 % deviante Protestanten.
Zuletzt geändert von Linus am Dienstag 17. April 2007, 18:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Edi
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Beitrag von Edi »

Linus hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Wie ist es mit Malta, das zu 98 % katholisch ist? Ein Bekannter, der mal dort war, sagte mir dort gebe es eine ganz niedrige Kriminaltätsrate.
Ehescheidungen sind verboten, Schwangerschaftsabbruch ist strafbar. Der Katholizismus ist in der Verfassung als Religion des maltesischen Volkes verankert.
Malta ist eine Republik. Eventuell Andorra. Da Teilen sich französischer Präsident und ein Bischof die Macht....es gilt als Monarchie (mit französischen Präsidenten :roll: ) Athos kanns auch nicht sein, ist ebenfalls Republik.
Habe Malta nur so in die Diskussion eingeworfen, nicht als Antwort auf Sofaklecks. Meint er vielleicht Monaco?
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Athanasius2
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Beitrag von Athanasius2 »

Malta ist sehr gut. Aber keine Monarchie. Ich würde gerne in Malta leben. Vor allem weil dort durchschnittlich die bestens ausgebildeten Leute Europas wohnen, britisches Lehrsystem, fast keine Armut durch Tourismus. Dazu noch moralisch und religiös in Ordnung.

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Leguan
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Beitrag von Leguan »

Malta ist der EU beigetreten, die machen's auch nicht mehr lang.

sofaklecks
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Liechtenstein

Beitrag von sofaklecks »

Es ist Liechtenstein.

Der Fürst ist der wohl beliebteste Monarch der Welt. Die Ausübung der Macht hat er seinem Sohn überlasssen, der prompt eine Verfassungskrise angezettelt hat, die mit einer Volksabstimmung endete, welche dem Fürstenhaus nahezu absolutistische Befugnisse eingeräumt hat.

Das mit den angeblich sozialistischen Gesetzen will ich nicht kommentieren. Aber einwandern kann dort nur, wer seit Generationen katholisch, mehrfacher Millionär, kinderlos und nachgewiesenermassen zeugungsunfähig ist (gut, ich übertreibe).

Ich hab da früher beruflich zu tun gehabt. Das war schon eindrucksvoll, den Fürsten im "Real" bei den Honoratioren sitzen zu sehen zwei Tische weiter. Wie in alten Filmen. Meine Freundschaft zu den Kollegen dort pfleg ich. Sehr kluge Leute.

Und die Feldmesse an Mariä Himmelfahrt mit dem Fürstenhaus (Schubertmesse natürlich) ist schon was besonderes.

Das Verhältnis zum Vatikan hatte unter der nicht abgestimmten Ernennung des früheren Churer Erzbischofs etwas gelitten. Na ja, Fürst von Liechtenstein und ein Pole. Aber zum jetzigen Papst ist das Verhältnis eitel Sonnenschein. Zumal die junge Fürstin aus Bayern kommt.

Wir im Süden halt. Ich sag's immer wieder: Den Kulturvorsprung holen die vom Norddeutschen Bund nie auf. In tausend Jahren nicht.

sofaklecks

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Athanasius2
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Beitrag von Athanasius2 »

Leguan hat geschrieben:Malta ist der EU beigetreten, die machen's auch nicht mehr lang.
Doch, doch. Nicht immer verzweifeln!

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Athanasius2
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Re: Liechtenstein

Beitrag von Athanasius2 »

sofaklecks hat geschrieben:Es ist Liechtenstein.

Der Fürst ist der wohl beliebteste Monarch der Welt. Die Ausübung der Macht hat er seinem Sohn überlasssen, der prompt eine Verfassungskrise angezettelt hat, die mit einer Volksabstimmung endete, welche dem Fürstenhaus nahezu absolutistische Befugnisse eingeräumt hat.

Das mit den angeblich sozialistischen Gesetzen will ich nicht kommentieren. Aber einwandern kann dort nur, wer seit Generationen katholisch, mehrfacher Millionär, kinderlos und nachgewiesenermassen zeugungsunfähig ist (gut, ich übertreibe).

Ich hab da früher beruflich zu tun gehabt. Das war schon eindrucksvoll, den Fürsten im "Real" bei den Honoratioren sitzen zu sehen zwei Tische weiter. Wie in alten Filmen. Meine Freundschaft zu den Kollegen dort pfleg ich. Sehr kluge Leute.

Und die Feldmesse an Mariä Himmelfahrt mit dem Fürstenhaus (Schubertmesse natürlich) ist schon was besonderes.

Das Verhältnis zum Vatikan hatte unter der nicht abgestimmten Ernennung des früheren Churer Erzbischofs etwas gelitten. Na ja, Fürst von Liechtenstein und ein Pole. Aber zum jetzigen Papst ist das Verhältnis eitel Sonnenschein. Zumal die junge Fürstin aus Bayern kommt.

Wir im Süden halt. Ich sag's immer wieder: Den Kulturvorsprung holen die vom Norddeutschen Bund nie auf. In tausend Jahren nicht.

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sofaklecks
Ziegenhaltes, laues Bier, Unverständlichkeit der Sprache, kurze Hosen im Schnee und Kitschige Bauten.....

Nun, da kommen mir doch die stolzen Hansestädte, Backsteinkirchen, die Burgen im Oldenburger Land (Kardinal Von Galen geboren z.B.) und viele Museen ins Gedächtnis.

Sofaflecks, bitte: Kitsch ist nicht gleich Kultur. :mrgreen: :P :P :D :D :roll: 8) :freude: Zumindest bei uns im Nordwesten Europas nicht.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Pit hat geschrieben:Und demnach hätte Kardinal von Galen auch - vorausgesetzt, die Nationalsozialisten hätten sich an die Gebote der Kirche gehalten - "Sieg Heil" rufen und dem "Führer" Treue schwören sollen?

Gruß,Pit
ottaviani hat geschrieben:Nicht unbedingt eine Diktatur aber für den katholiken gilt das jedes System gut ist solange es die Gebote Gottes achtet das muß der katholik anstreben welche art das regierungsystem dann ist ist zweitrangig
Hast du irgendwas nicht verstanden? Äh … ich meine, hast du irgendwas verstanden?
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Robert Ketelhohn
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Re: Brauchen wir eine Diktatur?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Linus hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Nietenolaf hat geschrieben:Hier wird seit Dekaden der Boden für einen ganz großen Auftritt bereitet.
Diesen Schlüsselsatz möchte ich noch einmal fett unterstreichen.
Nietenolaf hat geschrieben:Hier wird seit Dekaden der Boden für einen ganz großen Auftritt bereitet.
Der Schlüssel zu vielen hier debattierten Themen
Ja, es ist furchtbar nett wenn heimische, gerade eben erst von Amerikanern aufgekaufte Banken hier in Österreich amerikanisches Recht anwenden wollen. Sowas nenn ich Hörigkeit (eigentlich passts auch in den Großen Bruder strang.
Na, eine Bank an Steve Feinsteins »Cerberus« zu verkaufen ist ungefähr so wie sein Kind in einen Pädophilen-Kinderladen zu geben. Mit Danni C.-B. als Kindergärtner, oder so. Jedenfalls ein Bock als Gärtner.
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Linus
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Beitrag von Linus »

ich weiß, ich war nur kunde dieser bank von 1996 bis 1999 damals noch PSK
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Knecht Ruprecht
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Re: Brauchen wir eine Diktatur?

Beitrag von Knecht Ruprecht »

Pit hat geschrieben:Hallo Kreuzgangster,

wenn ich manche Beiträge lese, habe ich den Eindruck, es wäre für einige User besser, wir würden in einer Diktatur, oder zumindest in einer absoluten Monarchie leben, und die parlamentarische Demokratie würde abgeschafft.
An der Spitze des Staates würde ein Herrscher stehen, der den Menschen sagt, was sie zu denken, sagen und tun haben, und gegen Andersdenkende würde hart - notfalls mit Waffengewalt - vorgegangen.

Gruß, Pit
Rätst du deinem Bekannten, Familien und Freundeskreis die Zentrumspartei zu wählen?

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Pit
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Re: Brauchen wir eine Diktatur?

Beitrag von Pit »

Nein, denn ich bin der Meinung, daß es deren eigene Entscheidung ist, welche Partei sie wählen.
Sie kennen allerdings meine politische Haltung.

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Rätst du deinem Bekannten, Familien und Freundeskreis die Zentrumspartei zu wählen?
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Knecht Ruprecht
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Re: Brauchen wir eine Diktatur?

Beitrag von Knecht Ruprecht »

Pit hat geschrieben:Nein, denn ich bin der Meinung, daß es deren eigene Entscheidung ist, welche Partei sie wählen.
Sie kennen allerdings meine politische Haltung.

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Rätst du deinem Bekannten, Familien und Freundeskreis die Zentrumspartei zu wählen?
Dann nimmst du einfach hin, wenn in deinem Umfeld für antikatholische Politik gewählt würde?

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Pit
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Re: Brauchen wir eine Diktatur?

Beitrag von Pit »

Ich nehme es hin, daß die Bürger dieses Landes nach ihrer eigenen - hoffentlich ihrem Gewissen folgenden - Überzeugung wählen.
Oder sollte man den Bürgern vorschreiben, daß sie Zentrum zu wählen haben?
Dann kann man alle anderen Parteien verbieten lassen, führt Wahlen durch, bei denen 99,9 % der Bürger Zentrum wählen (einige Prozentpunkte können ja auf eine Pseudo-Oppositionspartei fallen) und "die Sache ist geritzt".
Wäre das in Ordnung?

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Nein, denn ich bin der Meinung, daß es deren eigene Entscheidung ist, welche Partei sie wählen.
Sie kennen allerdings meine politische Haltung.

Gruß, Pit
Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Rätst du deinem Bekannten, Familien und Freundeskreis die Zentrumspartei zu wählen?
Dann nimmst du einfach hin, wenn in deinem Umfeld für antikatholische Politik gewählt würde?
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Linus
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Re: Brauchen wir eine Diktatur?

Beitrag von Linus »

Pit hat geschrieben:Sie kennen allerdings meine politische Haltung.
Du hast sowas?
Ach ne ist bloß schwer zu erkennen, wenn man mit dem Strom schwimmt...


SCNR
Linus
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Athanasius2
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Re: Brauchen wir eine Diktatur?

Beitrag von Athanasius2 »

Pit hat geschrieben:Ich nehme es hin, daß die Bürger dieses Landes nach ihrer eigenen - hoffentlich ihrem Gewissen folgenden - Überzeugung wählen.
Oder sollte man den Bürgern vorschreiben, daß sie Zentrum zu wählen haben?
Dann kann man alle anderen Parteien verbieten lassen, führt Wahlen durch, bei denen 99,9 % der Bürger Zentrum wählen (einige Prozentpunkte können ja auf eine Pseudo-Oppositionspartei fallen) und "die Sache ist geritzt".
Wäre das in Ordnung?

Gruß, Pit
Du willst behaupten die Kirche darf ihre Gläubigen keine politische Normen auflegen? Die Kirche sollte sich aussprechen, da bestimmte Parteien und Kandidaten gegen die Gesetze Christi gehandelt haben und abgestimmt haben (viel schlimmer noch als dagegen handeln) und Gotteslästige Gesetze eingeführt haben, z.B. die Tötung der Ungeborenen legitimiert haben.

Wer die Abtreibung legitimiert durch das Wählen von z.B. Grünen oder SPD, steht ausserhalb der Kirche. Auch FPD und bestimmte Teile der CDU und NPD sind nur bedingt wählbar für Katholiken, wobei die NPD sich disqualifiziert durch ihre Eugenetik und Terroristenvergangenheit (wie die Grünen; über Horst Mahler).

Christian
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Beitrag von Christian »

@ Athanasius : Ich kann dir so nicht zustimmen. Die Kirche sollte meiner Meinung politisch neutral sein und politisch keine Position beziehen. Jedoch ist die Kirche dazu verpflichtet die Gläubigen aufzurufen sich bei einer Wahl die Parteien an Hand der zehn Gebote zu prüfen . Die Wahl einer Partei muß jeder mit sich selbst ausmachen. Ich mag es nicht, wenn die Kirche für eine XY-Partei einen Wahlaufruf startet.

gruß ,

Christian
Erst das Lazarett zeigt was Krieg ist.
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Wer weiß, vielleicht wäre als Alternative eine richtige Demokratie gar nicht einmal so schlecht.

Was uns nämlich der Hosenanzug und die Nomenklatura dafür aufzuschwatzen versucht, hat jedenfalls mit den vitalen Interessen des deutschen Volkes bestimmt nichts zu tun.

Aber das ist vielleicht auch schon wieder so eine Glaubenssache.

Pit sollte seine Frage anders formulieren: Wollen/brauchen wir statt ca. 1600 (wahrscheinlich sind es noch viel mehr) kleinen und teuren Despoten einen einzigen Despoten, der es billiger und überschaubarer macht oder wollen wir es bei dem belassen, was wir schon haben, was uns verwaltet, regiert und ausnimmt: Eine maßlos abgehobene und korrupte Oligarchie von Parteibürokraten.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

sofaklecks
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Lass es doch endlich

Beitrag von sofaklecks »

Ach Athanasius,

lass es doch endlich sein, Leute auszugrenzen, die deine Auffassungen nicht teilen.

Meine grosse Schwester führt eine vorbildlich christliche Ehe, hat fünf Kinder grossgezogen, ihr Mann ist ein Bekannter von Don Giorgio, bei dessen Primiz er gesungen hat, beide sind in das Leben der Gemeinde eingebunden und die Beachtung der Gebote ist ihnen eine Selbstverständlichkeit.

Und beide wählen die Grünen, weil sie mit der Umwelt-, insbesondere der Kernkraftpolitik der CDU nicht einverstanden sind.

Und deshalb stehen sie ausserhalb der Kirche?

Ach, das ist alles so ärgerlich. Diese blöden Ausgrenzungen. Und dann immer in dieser apodiktischen Form.

Wenn das das Ergebnis eines Theologiestudiums ist, bei dem man die Lehre Christi lernt, dann taugt entweder das eine oder das andere oder etwas anderes nichts. Sicher, wenn ein Buch und ein Kopf zusammnstossen und es klingt hohl, muss es nicht immer das Buch sein.

Deine Masstäbe sind nicht die meinen und wenn die deinigen die allein katholischen sind, dann bin ich in der Tat vielleicht noch ein Christ, aber eben tatsächlich nicht katholisch.

Jeder kann hier seine Meinung schreiben. Und was mich angeht, so dulde ich es, dass du mir das Katholiksein absprichst. Aber Menschen, die SPD oder Grüne wählen allein deshalb die Zugehörigkeit zur Kirche abzusprechen, das akzeptiere ich deshalb nicht, weil ich Menschen kenne, die vorbildliche Katholiken sind, aber genau diese Parteien wählen. Oder in einer dieser Partei Führungsämter bekleidet haben wie etwa Jochen Vogel, der seinen Glauben stets und immer bekannt hat.

Religiöses Wissen sich aneignen ist eine Sache. Gott erkennen und lieben eine ganz andere. Ich zweifle immer mehr, dass das eine mit dem anderen sehr viel zu tun hat.

sofaklecks

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Linus
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Beitrag von Linus »

Christian hat geschrieben:@ Athanasius : Ich kann dir so nicht zustimmen. Die Kirche sollte meiner Meinung politisch neutral sein und politisch keine Position beziehen. Jedoch ist die Kirche dazu verpflichtet die Gläubigen aufzurufen sich bei einer Wahl die Parteien an Hand der zehn Gebote zu prüfen . Die Wahl einer Partei muß jeder mit sich selbst ausmachen. Ich mag es nicht, wenn die Kirche für eine XY-Partei einen Wahlaufruf startet.

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Christian
Wie soll die Kirche politisch neutral sein. Sie hat ihre Meinung (zu Verhütung, Familie, Abtreibung, Subsidiarität etwa) daher kann sie garnicht neutral sein. Man Stimmt zu oder ist dagegen oder ein unpolitischer Waschlappen, der gern mit der Masse mitwabert
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Athanasius2
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Re: Lass es doch endlich

Beitrag von Athanasius2 »

sofaklecks hat geschrieben:Ach Athanasius,

lass es doch endlich sein, Leute auszugrenzen, die deine Auffassungen nicht teilen.

Meine grosse Schwester führt eine vorbildlich christliche Ehe, hat fünf Kinder grossgezogen, ihr Mann ist ein Bekannter von Don Giorgio, bei dessen Primiz er gesungen hat, beide sind in das Leben der Gemeinde eingebunden und die Beachtung der Gebote ist ihnen eine Selbstverständlichkeit.

Und beide wählen die Grünen, weil sie mit der Umwelt-, insbesondere der Kernkraftpolitik der CDU nicht einverstanden sind.

Und deshalb stehen sie ausserhalb der Kirche?

Ach, das ist alles so ärgerlich. Diese blöden Ausgrenzungen. Und dann immer in dieser apodiktischen Form.

Wenn das das Ergebnis eines Theologiestudiums ist, bei dem man die Lehre Christi lernt, dann taugt entweder das eine oder das andere oder etwas anderes nichts. Sicher, wenn ein Buch und ein Kopf zusammnstossen und es klingt hohl, muss es nicht immer das Buch sein.

Deine Masstäbe sind nicht die meinen und wenn die deinigen die allein katholischen sind, dann bin ich in der Tat vielleicht noch ein Christ, aber eben tatsächlich nicht katholisch.

Jeder kann hier seine Meinung schreiben. Und was mich angeht, so dulde ich es, dass du mir das Katholiksein absprichst. Aber Menschen, die SPD oder Grüne wählen allein deshalb die Zugehörigkeit zur Kirche abzusprechen, das akzeptiere ich deshalb nicht, weil ich Menschen kenne, die vorbildliche Katholiken sind, aber genau diese Parteien wählen. Oder in einer dieser Partei Führungsämter bekleidet haben wie etwa Jochen Vogel, der seinen Glauben stets und immer bekannt hat.

Religiöses Wissen sich aneignen ist eine Sache. Gott erkennen und lieben eine ganz andere. Ich zweifle immer mehr, dass das eine mit dem anderen sehr viel zu tun hat.

sofaklecks
Muss ich nun weinen oder heulen gehen? Weil ich so böse, böse, böse war Leute "auszugrenzen"? Sorry. Ich bin zwar einer Mai-1968-Indoktrinierung unterzogen worden von meiner Umgebung und Schullehrern, denke aber immer noch selber nach. Ich nenne was so und so ist und bin da nicht politisch-korrekt wie zu viele schuldkollektivisierte Deutschen wie Du.

Ich nenne einfach was man als Katholik unterstützen muss. Ich würde für die Abschaffung bzw. Bekämpfung der Abtreibung als armer EU-Bürger der ich bin gerne die Fortsetzung von Atomkraftwerken oder Aufhebung der Staatspensions in Kauf nehmen. Es gibt wichtigeres im menschlichen Leben als eigene Wichtigtuerei und das Kuscheln mit Vögeln und Baumkäfern. (Wobei natürlich es eine Tatsache ist dass Atomkraftwerke am säubersten sind und am besten für die Natur, während Windmühlen die Landschaft, Meere bzw. Wälder und Lüfte zerstören.)

Als Katholik ist man noch nicht direkt einen Häretiker wenn man die Grünen unterstützt, aber schon rasch wenn man glaubt der Staat sei absolut von der Kirche getrennt (dürfe keinen Einfluss ausüben, hätte keine moralische Berechtigung zur Kritik) oder die Kirche sei dem Staate unterworfen. Auch wenn man an der Heilsideologie des Materialismus glaubt wie die Kulturmarxisten Fischer und Schröder. Sowieso bleibt das Wählen der Grünen eine objektive Todsünde, weil deren Standpunkt für die Tötung ungeborener Menschen ja bekannt ist und die Gr. überall für das Tötungsrecht eintreten.

Und herzlichen Dank für Deine Aufklärung/Erklärung, nämlich dass ich Gott nicht liebe. Gut dass Du mich so gut kennst. :roll: :|

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Pit
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Beitrag von Pit »

Hallo Christian,

das die Kirche politisch Stellung bezieht, in dem sie sich z.B. für eine menschliche, soziale Gesellschaft einsetzt, eine soziale Flüchtlingspolitik fordert, sich gegen Abtreibung einsetzt etc. ist richtig und absolut in Ordnung.
Wenn die Kirche sagen würde, ein Katholik hat (!) CDU, Zenrum oder welche Partei auch immer zu wählen, würde sie sich in Bereiche einmisschen, die nicht ihr Fall sind.
Interessant ist auch Folgendes:
Hier fordern einige User, daß die Kirche sagt, welche Partei man wählen soll.
Würde sich aber ein sunnitischer Immam dafür aussprechen, daß die Gläubigen doch z.B. SPD wählen sollten, wäre es plötzlich eine Einmischung seitens der "Muselmannen" in die deutsche Politik.

Gruß, Pit
Christian hat geschrieben:@ Athanasius : Ich kann dir so nicht zustimmen. Die Kirche sollte meiner Meinung politisch neutral sein und politisch keine Position beziehen. Jedoch ist die Kirche dazu verpflichtet die Gläubigen aufzurufen sich bei einer Wahl die Parteien an Hand der zehn Gebote zu prüfen . Die Wahl einer Partei muß jeder mit sich selbst ausmachen. Ich mag es nicht, wenn die Kirche für eine XY-Partei einen Wahlaufruf startet.

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Beitrag von Christian »

Linus hat geschrieben:
Christian hat geschrieben:@ Athanasius : Ich kann dir so nicht zustimmen. Die Kirche sollte meiner Meinung politisch neutral sein und politisch keine Position beziehen. Jedoch ist die Kirche dazu verpflichtet die Gläubigen aufzurufen sich bei einer Wahl die Parteien an Hand der zehn Gebote zu prüfen . Die Wahl einer Partei muß jeder mit sich selbst ausmachen. Ich mag es nicht, wenn die Kirche für eine XY-Partei einen Wahlaufruf startet.

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Christian
Wie soll die Kirche politisch neutral sein. Sie hat ihre Meinung (zu Verhütung, Familie, Abtreibung, Subsidiarität etwa) daher kann sie garnicht neutral sein. Man Stimmt zu oder ist dagegen oder ein unpolitischer Waschlappen, der gern mit der Masse mitwabert
Mit politischer Neutralität meine ich Parteipolitik. Gerade die Kirche ist verpflichtet den Standpunkt des Evangeliums zu verkünden , jedoch halte ich von Wahlempfehlungen für irgendeine Partei nichts. Die Gläubigen sollen ihre Wahlentscheidung an Hand des Evageliums treffen und nicht nach einer Wahlempfehlung des Pastors. Wenn die Kirche die Werte und die Botschaft des Evangeliums lautstark verkündet halte ich es nicht für eine "Wischi/waschi - Position".

Gruß ,

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Leguan
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Beitrag von Leguan »

Pit hat geschrieben:Hallo Christian,

das die Kirche politisch Stellung bezieht, in dem sie sich z.B. für eine menschliche, soziale Gesellschaft einsetzt, eine soziale Flüchtlingspolitik fordert, sich gegen Abtreibung einsetzt etc. ist richtig und absolut in Ordnung.
Wenn die Kirche sagen würde, ein Katholik hat (!) CDU, Zenrum oder welche Partei auch immer zu wählen, würde sie sich in Bereiche einmisschen, die nicht ihr Fall sind.
Interessant ist auch Folgendes:
Hier fordern einige User, daß die Kirche sagt, welche Partei man wählen soll.
Würde sich aber ein sunnitischer Immam dafür aussprechen, daß die Gläubigen doch z.B. SPD wählen sollten, wäre es plötzlich eine Einmischung seitens der "Muselmannen" in die deutsche Politik.

Gruß, Pit
So wie ich das sehe, fordert niemand, daß die Kirche sagt, wen man wählen soll, sondern daß sie sagt, wen man nicht wählen darf.
Da Du das für eine Einmischung in Bereiche hälst, die nicht ihr Fall sind, gehe ich davon aus, daß Du es auch für eine nicht angebrachte Einmischung hälst, daß die Kirche Anfang der 30er Jahre allen Katholiken verboten hat, NSDAP zu wählen.

Und weil man das ja immer dazusagen muß: Nein, das ist kein Vergleich zwischen den Grünen und der NSDAP.

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Athanasius2
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Beitrag von Athanasius2 »

Leguan hat geschrieben:
So wie ich das sehe, fordert niemand, daß die Kirche sagt, wen man wählen soll, sondern daß sie sagt, wen man nicht wählen darf.
Da Du das für eine Einmischung in Bereiche hälst, die nicht ihr Fall sind, gehe ich davon aus, daß Du es auch für eine nicht angebrachte Einmischung hälst, daß die Kirche Anfang der 30er Jahre allen Katholiken verboten hat, NSDAP zu wählen.

Und weil man das ja immer dazusagen muß: Nein, das ist kein Vergleich zwischen den Grünen und der NSDAP.
Doch. Die heutige Abtreibungspraxis bei der sogar ungeborene Kinder im Alter von fünf und sechs Monaten getötet werden (wie ab 1935 im Reich durch das Gesetz zur Verhütung Erbkrankes Nachwuchses auch geschah) für den Hedonismus, während am anderen Ende des Spitals Ärzte - manchmal sogar die gleichen - kämpfen um das Leben eines 23 Wochen alten Säuglings, kommt sowohl zahlengemäss wie in Grausamkeit den Verbrechen der Nationalsozialisten in Osteuropa gleich. Das sage ich ohne Einschränkung. Im Vergleich zu heute waren die Nazis mit ihren Euthanasieprogrammen und vereinzelten Abtreibungen erbkranker "Föten" (=Babies) sogar fast wie Heilige, wenigstens bis 1942.

Wer Grünen wählt, wählt Satan und nicht länger Atilla wie die NSDAP-Wähler.

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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

Christian hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
Christian hat geschrieben:@ Athanasius : Ich kann dir so nicht zustimmen. Die Kirche sollte meiner Meinung politisch neutral sein und politisch keine Position beziehen. Jedoch ist die Kirche dazu verpflichtet die Gläubigen aufzurufen sich bei einer Wahl die Parteien an Hand der zehn Gebote zu prüfen . Die Wahl einer Partei muß jeder mit sich selbst ausmachen. Ich mag es nicht, wenn die Kirche für eine XY-Partei einen Wahlaufruf startet.

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Wie soll die Kirche politisch neutral sein. Sie hat ihre Meinung (zu Verhütung, Familie, Abtreibung, Subsidiarität etwa) daher kann sie garnicht neutral sein. Man Stimmt zu oder ist dagegen oder ein unpolitischer Waschlappen, der gern mit der Masse mitwabert
Mit politischer Neutralität meine ich Parteipolitik. Gerade die Kirche ist verpflichtet den Standpunkt des Evangeliums zu verkünden , jedoch halte ich von Wahlempfehlungen für irgendeine Partei nichts. Die Gläubigen sollen ihre Wahlentscheidung an Hand des Evageliums treffen und nicht nach einer Wahlempfehlung des Pastors. Wenn die Kirche die Werte und die Botschaft des Evangeliums lautstark verkündet halte ich es nicht für eine "Wischi/waschi - Position".

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Meine politische Wahlentscheidung resultiert aus meinen niederen Instinkten und die richten sich bestimmt nicht nach dem Evangelium, weil sie mir von Geburt an anlassten.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Knecht Ruprecht hat geschrieben: Meine politische Wahlentscheidung resultiert aus meinen niederen Instinkten und die richten sich bestimmt nicht nach dem Evangelium, weil sie mir von Geburt an anlassten.
Ich fürcht nicht nur die politische Entcheidung....
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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Beitrag von Christian »

Knecht Ruprecht hat geschrieben:
Meine politische Wahlentscheidung resultiert aus meinen niederen Instinkten und die richten sich bestimmt nicht nach dem Evangelium, weil sie mir von Geburt an anlassten.
Wie bei fast jedem Wähler .Es wird immer der gewählt der der das Blaue vom Himmel verspricht.
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Pit
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Beitrag von Pit »

Ich finde es bis auf den heutigen Tag vollkommen richtig, daß die Kirche in Deutschland damals Stellung gegen die NSPAP bezogen hat, da es durchaus erkennbar war, in welche Richtung die NSPAP politisch marschieren würde.
Und da es eine politische Richtung war, die sowohl zutiefst unmenschlich war als auch den christlichen Gruhndüberzeugungen widersprach, war es richtig, daß die Kirche sich dagegen aussprach.

Gruß, Pit


Leguan hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Hallo Christian,

das die Kirche politisch Stellung bezieht, in dem sie sich z.B. für eine menschliche, soziale Gesellschaft einsetzt, eine soziale Flüchtlingspolitik fordert, sich gegen Abtreibung einsetzt etc. ist richtig und absolut in Ordnung.
Wenn die Kirche sagen würde, ein Katholik hat (!) CDU, Zenrum oder welche Partei auch immer zu wählen, würde sie sich in Bereiche einmisschen, die nicht ihr Fall sind.
Interessant ist auch Folgendes:
Hier fordern einige User, daß die Kirche sagt, welche Partei man wählen soll.
Würde sich aber ein sunnitischer Immam dafür aussprechen, daß die Gläubigen doch z.B. SPD wählen sollten, wäre es plötzlich eine Einmischung seitens der "Muselmannen" in die deutsche Politik.

Gruß, Pit
So wie ich das sehe, fordert niemand, daß die Kirche sagt, wen man wählen soll, sondern daß sie sagt, wen man nicht wählen darf.
Da Du das für eine Einmischung in Bereiche hälst, die nicht ihr Fall sind, gehe ich davon aus, daß Du es auch für eine nicht angebrachte Einmischung hälst, daß die Kirche Anfang der 30er Jahre allen Katholiken verboten hat, NSDAP zu wählen.

Und weil man das ja immer dazusagen muß: Nein, das ist kein Vergleich zwischen den Grünen und der NSDAP.
carpe diem - Nutze den Tag !

Gallowglas
Beiträge: 88
Registriert: Sonntag 30. Juli 2006, 17:27

Beitrag von Gallowglas »

Pit hat geschrieben:Ich finde es bis auf den heutigen Tag vollkommen richtig, daß die Kirche in Deutschland damals Stellung gegen die NSPAP bezogen hat
Hat sie das denn ?
Natürlich nicht ... nur ein paar wenige Bistümer (Paderborn und ein paar Oberrheinische) haben dazu aufgerufen, die NSDAP nicht zu wählen, andere Bischöfe haben jeden politischen Erfolg der NSDAP bejubelt ...
Ab der Unterzeichnung des Reichskonkordates 1933 wurden alle Anti-NSDAP-Anordnungen zurückgezogen und "der Führer" von der Kanzel aus unterstützt.

Das Bistum Augsburg gibt das auch zu ...
Auszug daraus :
Aus: Hirtenworte der deutschen Bischöfe 29. März 1933/3. Juni 1933
Nachdem Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde
und die Märzwahlen einen Erfolg für die NSDAP waren, gab die katholische
Kirche ihre jahrelange kritische Zurückhaltung gegen dem Nationalsozialismus
auf und ordnete ihre Position zur neuen Autorität in zwei Hirtenworten neu:
29. März 1933:
„Für die katholischen Christen, denen die Stimme der Kirche heilig ist, bedarf es
im gegenwärtigen Zeitpunkt keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber
der rechtmäßigen Obrigkeit und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen
Pflichten unter grundsätzlicher Ablehnung allen rechtswidrigen oder umstürzlerischen
Verhaltens.“
3. Juni 1933:
„Es fällt uns Katholiken auch keineswegs schwer, die neue, starke Betonung der
Autorität im deutschen Staatswesen zu würdigen und uns mit jener Bereitschaft ihr zu
unterwerfen, die sich nicht nur als eine natürliche Tugend, sondern als eine übernatürliche
kennzeichnet, weil wir in jeder menschlichen Obrigkeit einen Abglanz der göttlichen
Herrschaft und die Teilnahme an der ewigen Autorität Gottes erblicken (Röm 13,1ff)“.
Erst nach dem Kriegsende 1945 hat die Kirche eine 180° Wende gemacht, und angefangen das Märchen vom "Widerstand" aufzubauen, und das, obwohl sie gleichzeitig noch ein paar der schlimmsten Nazi-Größen die Flucht nach Südamerika ermöglicht hat, via "Rattenline" ...

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overkott
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Registriert: Donnerstag 8. Juni 2006, 11:25

Beitrag von overkott »

Die Intention der Thematisierung und der Verkürzung in der Darstellung gallowglas' sprechen für sich.

Wer sich damit seriöser auseinandersetzen will, findet hier nähere Information:

http://www.kath.de/kurs/kg/21.htm#3

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