Freitagsopfer

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Juergen hat geschrieben:Freitagsfasten und Fleischverzicht: gut und schön ... für denjenigen, für den es denn ein Opfer ist, auf Fleisch zu verzichten.

Aber wenn man nur auf Fleisch verzichtet, weil man es eben so macht und statt dessen schon zum Frühstück Lachs und Kaviar verdrückt, dann läuft da wohl was verquer....
........... da hab ich noch nie drüber nachgedacht.....
aber stimmt, was ist mit den Menschen, die eh lieber Fisch als Fleisch essen?

Sollte man dann am Freitag nicht eher auf die Lieblingsspeise verzichten und bewußt etwas einfaches zu sich nehmen? egal, was das ist, ich zum Beispiel liebe Spinat. Sollte ich dann Freitags nicht eher auf Spinat verzichten?

Und was ist mit Maultaschen? da ist das Fleisch doch quasi nicht sichtbar.... ( :mrgreen: ) ..........

Gelobt seien die Mönche von Maulbronn, die sich das haben einfallen lassen!
Per Deum omnia fieri possunt.
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Leguan
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Beitrag von Leguan »

Aber auf Maultaschen zu verzichten ist ein größeres Opfer als auf alle anderen Fleischspeisen zusammen. :ja:

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Leguan hat geschrieben:Aber auf Maultaschen zu verzichten ist ein größeres Opfer als auf alle anderen Fleischspeisen zusammen. :ja:
es gibt auch Gemüsemaultaschen! Yeah!
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Athanasius2
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Beitrag von Athanasius2 »

Ich greife nicht den Verhungerten an, der Fleisch isst, sondern diejenigen die aus solch einer Geschichte für sich dicke wohlernährte Deutschen das Gebot der Fleischabstinenz herunterargumentieren wollen....

Natürlich ist diese kirchliche Verpflichtung dispensibel (anders als die Zehn Gebote) in bestimmten Fällen (z.B. im Wehrdienst).

Der Samaritaner nahm aber den Fall mit dem Beraubten nicht zum Anlass fortan immer in die Kneipe zu gehen anstatt die anderen Pflichten zu vollbringen.

Das Gesetz der Kirche muss gehalten werden und ich weigere mich die Dispensationen der deutschen Bischöfe (oder der NL.) anzunehmen in soweit sie mit dieser apostolischen Tradition wegtun - per se. Fleischabstinenz ist Gebot des Freitags, nicht Opfer für Missio und Adveniat.

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Mariamante
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Beitrag von Mariamante »

Athanasius2 hat geschrieben:Ich greife nicht den Verhungerten an, der Fleisch isst, sondern diejenigen die aus solch einer Geschichte für sich dicke wohlernährte Deutschen das Gebot der Fleischabstinenz herunterargumentieren wollen....
Das ist verständlich: Wir Menschen neigen leider sehr dazu, die Latte so niedrig wie möglich zu schrauben, den Ansprüchen des Evangeliums auszuweichen und sie aufzuweichen - das trifft auch auf das Fasten zu. Im übrigen finde ich die Weisung des hl. Franz von Sales bezüglich der Bußwerke (nicht nur Fasten) sehr wertvoll der meinte, dass der Alltag mit seinen Anforderungen genug Buße mit sich bringt, so dass man sich gar keine außergewöhnlichen zusätzlichen Bußwerke auferlegen muss. Allerdings ist es tatsächlich möglich, dass für manche ( Vegetarier) die Enthaltung von Fleisch am Freitag kein Problem ist. Da darf man sich etwas einfallen lassen.
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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo »

Mariamante hat geschrieben: Allerdings ist es tatsächlich möglich, dass für manche ( Vegetarier) die Enthaltung von Fleisch am Freitag kein Problem ist. Da darf man sich etwas einfallen lassen.
Eben - es geht nämlich gar nicht darum (wie Athanasius es meint), das Gebot irgendwie flachzuhalten oder zu biegen oder so. Aber für mich ist das Fleisch auch kein Opfer. Also halte ich damit mein Freitagsgebot nicht. Und muss mir was suchen, was ich auch "merke". Darum geht es doch: Ich möchte IHM zuliebe etwas tun. Und wenn das de facto nicht der Fall ist, suche ich mir was, was da auch für mich persönlich Sinn macht.
Es geht nicht um generell.
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Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

Natbar
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Beitrag von Natbar »

*zustimm*

Natbar
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Gottheit tief verborgen, betend nach ich Dir, weil unter diesem Zeichen bist Du wahrhaft hier.....

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Irenaeus
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Beitrag von Irenaeus »

Leguan hat geschrieben:Aber auf Maultaschen zu verzichten ist ein größeres Opfer als auf alle anderen Fleischspeisen zusammen. :ja:
Fällt mir auch schwer, aber man muss sich am Freitag vielleicht besonders dann dran halten, wenn man Maultaschen einem Steak vorzieht.

Ich habe das immer so gehalten, dass ich Freitags bewußt auf etwas verzichte, das ich sehr liebe. im Moment gehören Maultaschen auch dazu. Und Spinat. Und natürlich auch Steak, Hühnerbrust, und mein immer gerne gegessener Burger von einer bekannten amerikanischen, in Deutschland auch mehrfach ansässigen Fast-Food-Kette. Aber der Fisch ( :P ), den es bei mir zu Hause Freitags immer gab, bereitet mir ein solches Vergnügen, dass ich den auch inzwischen weglasse. Das heißt jetzt nicht, dass ich mir den Freitag bewußt kulinarisch vermiese, ich schaffe an diesem Tag nur Platz für andere Dinge, an die ich vor lauter Essensbeschaffungsmassnahmen manchmal nicht denken kann.

Das tut echt gut.


Die Bedürfnisse haben sich geändert, und so sollten sich auch "Freitags-Fasten-Vorschriften" ändern......
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sofaklecks
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@Irenaeus

Beitrag von sofaklecks »

Dass die Mönche des Klosters Maulbronn die Maultaschen als Fastenspeise erfunden hätten, weil sich bei ihnen im dreissigjährigen Krieg in der Fastenzeit ein Ochse den Fuss brach und verzehrt werden musste, ist kaum glaubhaft, denn das Kloster wurde schon 1534 durch die protestantischen Württemberger aufgehoben. Wobei zu sagen ist, dass diese das Kloster (und auch andere wie Alpirsbach oder Bebenhausen) sehr viel besser behandelt haben als die katholischen Könige von Bayern die ihrigen nach deren Säkularisation. Sie kamen in eine Art Stiftung und wurden pfleglich behandelt. Im Schwabenland lässt man nichts verkommen, ha no!

Aber möglich wäre es, denn mitten im dreissigjährigen Krieg waren für zwei Jahre die Zisterzienser zurückgekehrt.

Nichtsdestotrotz heissen die Maultaschen im Schwabenland bis heute auch "Herrgottsbscheisserle". Es muss also was dran sein.

Schon mal in Tomatensauce mit Käse überbacken probiert?

sofaklecks

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Irenaeus
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Re: @Irenaeus

Beitrag von Irenaeus »

sofaklecks hat geschrieben:Dass die Mönche des Klosters Maulbronn die Maultaschen als Fastenspeise erfunden hätten, weil sich bei ihnen im dreissigjährigen Krieg in der Fastenzeit ein Ochse den Fuss brach und verzehrt werden musste, ist kaum glaubhaft, denn das Kloster wurde schon 1534 durch die protestantischen Württemberger aufgehoben. Wobei zu sagen ist, dass diese das Kloster (und auch andere wie Alpirsbach oder Bebenhausen) sehr viel besser behandelt haben als die katholischen Könige von Bayern die ihrigen nach deren Säkularisation. Sie kamen in eine Art Stiftung und wurden pfleglich behandelt. Im Schwabenland lässt man nichts verkommen, ha no!

Aber möglich wäre es, denn mitten im dreissigjährigen Krieg waren für zwei Jahre die Zisterzienser zurückgekehrt.

Nichtsdestotrotz heissen die Maultaschen im Schwabenland bis heute auch "Herrgottsbscheisserle". Es muss also was dran sein.

Schon mal in Tomatensauce mit Käse überbacken probiert?

sofaklecks
Also stellst Du die Erfindung der Maultasche in Maulbronn in Frage?
Ich habe mich - ehrlich gesagt - nie historisch fundiert damit auseinandergesetzt. Gibt es dazu vielleicht genauere Informationen?

Aber selbst wenn dies nur eine Legende ist, glaube ich doch daran - die Geschichte ist einfach zu schön! Und ich denke dabei aber immer anden berühmten Spruch: "Gott sieht alles... "
und erwidere mit vielen anderen: "Aber er verrät uns nicht!" . Und das hat nichts mit Heuchlerei zu tun! Das ist Gottvertrauen!

Ich liebe meine Maultaschen mit viel Zwiebeln, Pilzen und Käse. Kräuter nicht vergessen (Rosmarin und Petersilie, Schnittlauch geht auch) ..........Tomate kann sich da auch noch in die Sauce verirren. Und gegen eine zu gute Figur hilft einSchuss Sahne :P

Irenaeus
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overkott
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Beitrag von overkott »

Was gibt's bei euch Karfreitag: Lachs oder nix oder was?

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Pit
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Beitrag von Pit »

Also morgens gibt es Frühstück, wenn auch ohne Fleisch.
Also eher eine Schnitte Brot mit Käse oder Marmelade oder Honig.
Mittags gibt es Karfreitag - seit ich mich erinnern kann - traditionell Struwen.

Gruß, Pit
overkott hat geschrieben:Was gibt's bei euch Karfreitag: Lachs oder nix oder was?
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sofaklecks
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@Irenaeus

Beitrag von sofaklecks »

Traditionell kocht sofaklecks am Karfreitag.

Ein leckeres Fischgericht, meist im Bratschlauch. Ich gebe zu bedenken, dass die Dame meines Herzens ein Mischling ist.

Sie macht die Maultaschen übrigens auf eine Art, die absolut unvergleich ist: Mit Käse überbacken in Tomatensauce. Wobei die Tomatensauce ein Originalrezept aus Apulien ist von der Mutter meines Freundes Michele. Absolut unvergleichlich. Der Trick dabei: Sie muss zwei Stunden kochen und verliert dadurch den unangenehmen Teil der Säure. Dadurch schmeckt sie vorzüglich und ist vor allem gut verträglich.

Aber wenn wir so weitermachen, dann müssen wir Robert noch bitten, eine Klosterküche einzurichten, zu der natürlich auch der Klosterkeller gehört.

sofaklecks

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Pit
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Re: @Irenaeus

Beitrag von Pit »

Ja, bitte.
Ist es nur ein Gerücht, oder haben die Benediktiner so manche Klöster bewusst dort gegründet, wo gute Weinlagen bestanden?

Gruß, Pit
sofaklecks hat geschrieben:
Aber wenn wir so weitermachen, dann müssen wir Robert noch bitten, eine Klosterküche einzurichten, zu der natürlich auch der Klosterkeller gehört.

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Linus
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Re: @Irenaeus

Beitrag von Linus »

sofaklecks hat geschrieben:Bratschlauch
Du verkochst Gummi?
Schlauch ist doch aus Gummi?

Linus, karfreitags (wie auch aschermittwochs) die Wasserrationen auf 4-6 Liter erhöhend, sonst gibts nix.
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sofaklecks
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Gerüchte

Beitrag von sofaklecks »

Es ist ein Gerücht.

Aber es gibt schon Eigenheiten bei Klostergründungen:

Die Benediktiner lieben Berge. Wenn es Weinberge sind, umso besser, woher das Gerücht kommen mag.

Die Zisterzienser lieben das Wasser im einsamen Tal. Weil sie strenge Fastenregeln hatten, die die Anlage von Fischteichen erforderten. Sie sind Meister des Wasserbaus.

Die Dominikaner lieben die Stadtmauer. Es sind Prediger, die Publikum brauchen. Findet sich in den Städten, wo aber der Platz rar war. Nur an der gefährlichen Stadtmauer, wo niemand gern wohnte, war der benötigte Platz oft noch zu finden.

Trotzdem: alle Klöster brauchten schon aus liturgischen Gründen Wein. Die Zisterzienser waren übrigens Meister des Weinbaus. Im Keller von sofaklecks findet sich tewa der Elfinger aus Maulbronn. Über den hab ich schonmal was gesagt:

"Und der Wein! Die Zisterzienser (die echten) waren absolute Meister des Weinbaus. In Maulbronn findet sich im Refektorium eine Säule, an der Wein in eine Rinne an der Basis lief. Dort durfte jeder Mönch am Ende des Mahls seine Finger eintauchen und sie dann abschlecken, was einen zu dem Seufzer veranlasste: "Ach hätt ich doch elf Finger". Und so heisst der Rotwein aus dem Staatsweingut dort, der den Staatsgästen serviert wird, bis heute der "Elfinger".

Und dann aus dem Languedoc ein Cuvée de Turenne aus der Abbaye de Valmagne im Languedoc. Das Besondere daran ist die Traubensorte, die im ganzen Languedoc meines Wissens nur dort gedeiht und von den Zisterziensern angepflanzt wurde. Die Nachkommenes Turennes, der uns Deutschen das Elsass abgenommen hat, haben 1838 den Besitz übernommen, daher der Name.

Und noch ein Tipp: Wer Gäste ins Restaurant einläd und einen Wein aussuchen soll, sich aber nicht auskennt, schaut, ob es einen mit "Jesuiten" im Namen gibt. Die Herren liessen sich nämlich besonders gute Lagen dedizieren und mit einem "Jesuitengarten" aus der Pfalz oder dem Rheingau macht man nichts falsch.

Und um ein Beispiel für das Gegenteil zu nennen: Der Schillerwein heisst nicht so, weil er im Glas schillert oder aus Württemberg kommt und nach dem Friedrich von Schiller benannt wurde. Nein, die Notwendigkeit, Wein für die Messe zu haben, liess die Kleriker Weingärten bis in nördlichere Gefilde anlegen. Auch die Bischöfe von Meissen legten in ihrem Gebiet Weinberge an. Wenn aber das Jahr keinen guten Ertrag brachte, kelterte man eben die wenigen sauren roten und weissen Trauben zusammen und gab sie den sächsischen Seminaristen, den "Schielern". Daraus wurde der "Schiller", bei dem bis heute, dem Kenner ein Greuel (oder Greuel?), rote und weisse Trauben zusammen gekeltert werden.

sofaklecks

sofaklecks
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@Linus

Beitrag von sofaklecks »

Der Bratschlauch besteht aus Kunststoffolie.

Ein Fischrömertopf lohnt sich für uns nicht.

Schon als Junggeselle hab ich das verwendet.

Als ich das zum ersten Mal hier gemacht hab, hat die Dame meines Herzens definitiv erklärt, dass ich den Backofen saubermachen müsse, wenn das schiefgehe. Und hat das Ganze lange sehr misstrauisch beäugt.

Aber es ist einfach und sauber. Ich kann es nur empfehlen.

sofaklecks

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overkott
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Beitrag von overkott »

Bei uns gibt's nur mittags was: wahrscheinlich Rührei mit Spinat an Kartoffeln.

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Peregrin
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Beitrag von Peregrin »

Das gehört doch für Gründonnerstag?
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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incarnata
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Beitrag von incarnata »

Am Karfreitag gibt`s bei uns traditionell Salzheringe,nach schlesischem Recept
schon tagelang vorher gewässert und eingelegt--- ursprünglich wohl ein
Arme-Leute-Essen-heute teure Delikatesse und die saure Sosse dazu
großbürgerlich verfeinert mit Lorbeerblatt,Piment,Apfel,Gurke,Zwiebelscheiben
etcetc..Aber ansonsten wird den ganzen Tag bewußt wenig gegessen,
natürlich kein Fleisch,keine Süssspeisen.Da ich kein besonderer Heringsfreund
bin ist das für mich karrig.Mit den normalen Freitagen,an denen es gewöhnlich auch Fischgerichte gibt geht`s mir wie einigen hier im Thread-esse eigentlich
lieber Fisch als Fleisch.Da die Mama,die mich noch bzw. wieder versorgt
aber an ihren Fischsitten festhält ,esse ich eben an Freitagen nichts Süsses-
das fällt mir schwerer als der Verzicht auf Fleisch.

a propos Mittwochsfasten.Das kommt doch wohl davon daß Mittwoch als
der Tag der Gefangennahme Jesu gilt ?? Demnach wäre aber das letzte
Abendmahl schon am Mittwoch Abend also Vorabend zum Donnerstag
gewesen ?? Feiern wir dann unseren Gründonnerstag fälschlich am Abend
vom Donnerstag auf Karfreitag und müssten eigentlch am Mittwoch Abend
feiern ?? Hörte neulich einen Vortrag,Jesus habe das Abendmahl wie
die Essener ihr Pascha ohne Lamm quasi vor den anderen Juden gefeiert
um sich sozusagen selbst dabei als Lamm einzusetzen und sei dann am
Freitag gleichzeitig mit den Opferlämmern im Tempel auf Golgotha gestorben.
Wann haben die Essener gefeiert? Mittwoch oder Donnerstag ? Zogen sich
die Gerichtsverhandlungen,die Geisselung etc über den ganzen Donnerstag
hin,kam dann noch eine Nacht( Kunstmotiv Heiland an der Staupsäule) und
dann am Freitag der Kreuzweg und die Kreuzigung ? Oder doch alles am
Karfreitag(das kam mir schon immer so gedrängt vor) ? Was sagen die
Theologieexperten im Kreis dazu ?
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Also wenn man das alles hier so liest und auch die halbwegs noch katholische mitteleuropäische Welt beobachtet, fragt man sich schon ob hier das Fastengebot noch erfasst wird.
Da wird die Fleischlosigkeit mit delikatessen zelebriert wie der Sonntagstisch.
Das kann ja wohl nicht der erst sein nur den Buschtaben halten und den Sinn im Lokus runterspülen.
Hier gilt wirklich der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig."
Dem Buchstaben nach sind viel hier treue Katholiken, dem Geist nach Verräter.
Ne deshalb halte ich mich auch prizipiell nicht an das Feischgebot und beiße am Karfreitag aus Protest schon mal genüsslich in ne Leberkässemmel.
Sogar die Frankfurter vom Würstelstandel anstatt nem anständigen Mittagessen, ist ein größeres Opfer wie ein reich gedeckter Fastentisch.

LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas

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Linus
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Beitrag von Linus »

FioreGraz hat geschrieben: Sogar die Frankfurter vom Würstelstandel anstatt nem anständigen Mittagessen, ist ein größeres Opfer wie ein reich gedeckter Fastentisch.

LG
Fiore
Kommt drauf an: Vorstandschefs lieben ja durchaus "einfache" Gerichte, wie Schnitzel, Leberkäs und Eitrige und so, endlich was rustikales, und nicht nur den Schicki micki fraß.

Linus, gestern Jakobsmuscheln gegessen habend (der Rest von der Vorstandssitzung, war das; ich weiß nicht, was daran gut sein soll: geschmacklos im wortsinn.)
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overkott
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Beitrag von overkott »

Peregrin hat geschrieben:Das gehört doch für Gründonnerstag?
Vielleicht gibt's auch Reste von Gründonnerstag.

sofaklecks
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@Incarnata

Beitrag von sofaklecks »

Ich bin kein Theologe.

Auf die Diskrepanz bin ich erstmals aufmerkam geworden, als ich die Matthäuspassion gehört habe, wo die Jünger im Doppelchor Jesus fragen, wo er mit ihnen das OSTERlamm essen wolle. Hoppla, OSTERlamm am Gründonnerstag?

Eine Erklärungsmöglichkeit habe ich dann im Gralsbuch von Hesemann gelesen. Ich stelle einen darauf basierenden Link mit allen Vorbehalten hier ein, nur um dir eine mögliche Erklärung zugänglich zu machen.

Ob sie richtig ist, kann ich nicht beurteilen. Also:

http://www.paranews.net/beitrag_artikel_4.php?cid=4258

sofaklecks

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overkott
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Beitrag von overkott »

Zwischen der Karwoche und der Osterwoche gibt es in der Tat einen Zusammenhang und einen Unterschied, Kontinuität und Wandel von Altem Bund und Neuem Bund.

Das Buch Genesis erzählt, wie Gott Menschenopfer durch das Schlachtopfer eines Lammes ersetzt (Gen 22,7). Das Schlachtopfer wird zum Opfermahl (Ex 12,3 ff). Das Opfermahl wird Zeichen der Befreiung von Schuld und Gefangenschaft.

Als Fest wurde dieses Mahl jedes Jahr wiederholt. Jesus wollte zu diesem Fest in Jerusalem sein. An seinen Einzug in Jerusalem denken wir Palmsonntag. An Gründonnerstag vergegenwärtigen wir uns das letzte Abendmahl. Jesus deutete sich selbst als das Opferlamm unter den Zeichen von Brot und Wein. An Karfreitag verstehen wir Jesus Christus als den wahren Gottesdiener (Jes 53,1 ff; Apg 8,32), als den guten Hirten (Joh 10,11) und das Lamm Gottes (Joh 1,29).

Johannes hat diesen Zusammenhang besonders deutlich herausgestellt. In der Offenbarung wird das Lamm Gottes zum österlichen Bild für den Schöpfer.

Verständlich wird dies jedoch doch nur von der Auferstehung her. Die Entdeckung des leeren Grabes am Ostermorgen gibt dem Geschehen einen Sinn. Trauer und Angst weichen Freude und Hoffnung, auf die Karwoche folgt die Osterwoche.

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Kantorin
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Re:

Beitrag von Kantorin »

Ecce Homo hat geschrieben:
Mariamante hat geschrieben: Allerdings ist es tatsächlich möglich, dass für manche ( Vegetarier) die Enthaltung von Fleisch am Freitag kein Problem ist. Da darf man sich etwas einfallen lassen.
Eben - es geht nämlich gar nicht darum (wie Athanasius es meint), das Gebot irgendwie flachzuhalten oder zu biegen oder so. Aber für mich ist das Fleisch auch kein Opfer. Also halte ich damit mein Freitagsgebot nicht. Und muss mir was suchen, was ich auch "merke". Darum geht es doch: Ich möchte IHM zuliebe etwas tun. Und wenn das de facto nicht der Fall ist, suche ich mir was, was da auch für mich persönlich Sinn macht.
Es geht nicht um generell.
Als Vegetarierin faste ich (bis auf wenige Ausnahmen) das ganze Jahr und kann deswegen im "Freitags kein Fleisch"-Fasten für mich nix Sinnvolles erkennen.

Oft vergesse ich, dass FR ist :ikb_shy:
FR gehe ich eh in die Messe, ist also kein "Opfer".

Vielleicht sollte ich eher auf Schokolade und Kreuzgang verzichten. :P

Ich wünsche mir konstruktive Anregungen und keine Zitate aus CIC & Co. - habe den Thread durchgelesen.
Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen. (Psalm 59)

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Pit
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Re: Du sollst am Freitag kein Fleisch essen

Beitrag von Pit »

Kantorin, mir ist es wichtig, am Freitag des Kreuzestodes Jesu zu gedenken- was den Fleischverzicht betrifft, ist es kein Thema, da ich sehr gerne Fisch esse.
Es wäre für mich ein Opfer, auf ein leckeres Schollenfilet oder auf Bratfisch zu verzichten- aber auch, bewusst auf den unbeliebten Kollegen zuzugehen.
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Hubertus
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Re: Re:

Beitrag von Hubertus »

Kantorin hat geschrieben:Vielleicht sollte ich eher auf Schokolade und Kreuzgang verzichten. :P

Ich wünsche mir konstruktive Anregungen und keine Zitate aus CIC & Co. - habe den Thread durchgelesen.
Die Bischöfe von England und Wales haben das vor kurzem so geregelt:
The law of the Church requires Catholics on Fridays to abstain from meat, or some other form of food, or to observe some other form of penance laid down by the Bishops’ Conference. The Bishops have decided to re-establish the practice that this penance should be fulfilled simply by abstaining from meat and by uniting this to prayer. Those who cannot or choose not to eat meat as part of their normal diet should abstain from some other food of which they regularly partake.
(http://www.catholic-ew.org.uk/Catholic- ... ay-Penance)
Das kirchliche Gesetzbuch [von 1983] verlangt von den Katholiken, sich freitags von Fleischspeisen oder anderen Nahrungsmitteln enthalten oder eine andere von der lokalen Bischofskonferenz gebilligte Bußübung auf sich nehmen. Die Bischöfe haben entschieden, daß das Freitagsopfer künftig durch die Enthaltung von Fleischspeisen, verbunden mit Gebet, erfüllt werden soll. Jene Katholiken, die kein Fleisch essen können oder in ihrer alltäglichen Ernährung darauf verzichten, sollen von einer anderen Speise Abstand nehmen, die sie sonst regelmäßig zu sich nehmen.
(Quelle d. Üb.)
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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songul
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Re: Du sollst am Freitag kein Fleisch essen

Beitrag von songul »

In der Ostkirche (Orthodoxie) verzichtet man Freitags (und Mittwochs) gänzlich auf tierische Produkte, isst also ganz veganisch.
Das wäre dann auch für die die eh Vegetarier sind aber keine Veganer, auch ein Verzicht.
Veganer können sich ja überlegen ob sie auch auf Sojaprodukte verzichten, die Milcherzeugnisse ersetzen können.
Zusätzlich kann man am Freitag etwas früher zur Messe gehen und eine Bussübung machen; den Tag über auf Fernsehen verzichten oder nur einmal am Tag speisen oder eine Lektio Divina einlegen....etc.
Irgendwas zusätzlich, was eine Mühe bedeutet und im Sinnen auf das Leiden und Sterben Christi hin zielt.

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Marion
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Re: Re:

Beitrag von Marion »

Kantorin hat geschrieben:
Ecce Homo hat geschrieben:
Mariamante hat geschrieben: Allerdings ist es tatsächlich möglich, dass für manche ( Vegetarier) die Enthaltung von Fleisch am Freitag kein Problem ist. Da darf man sich etwas einfallen lassen.
Eben - es geht nämlich gar nicht darum (wie Athanasius es meint), das Gebot irgendwie flachzuhalten oder zu biegen oder so. Aber für mich ist das Fleisch auch kein Opfer. Also halte ich damit mein Freitagsgebot nicht. Und muss mir was suchen, was ich auch "merke". Darum geht es doch: Ich möchte IHM zuliebe etwas tun. Und wenn das de facto nicht der Fall ist, suche ich mir was, was da auch für mich persönlich Sinn macht.
Es geht nicht um generell.
Als Vegetarierin faste ich (bis auf wenige Ausnahmen) das ganze Jahr und kann deswegen im "Freitags kein Fleisch"-Fasten für mich nix Sinnvolles erkennen.

Oft vergesse ich, dass FR ist :ikb_shy:
FR gehe ich eh in die Messe, ist also kein "Opfer".

Vielleicht sollte ich eher auf Schokolade und Kreuzgang verzichten. :P

Ich wünsche mir konstruktive Anregungen und keine Zitate aus CIC & Co. - habe den Thread durchgelesen.
Irgendwas, was auch für dich kein "richtiges Essen" ist. Vielleicht Haferbrei oder nicht ne kräftige Sahnekäsesoße über die Nudeln. Etwas was halt nicht ausschaut wie das normale Essen, welches jeden Tag auf dem Tisch steht.
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

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Linus
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Re: Du sollst am Freitag kein Fleisch essen

Beitrag von Linus »

ein (zusätzlicher) Rosenkranz etwa oder ne Viertelstunde um 15 Uhr in der Kirche? Also ein bewußtes Hinaufschrauben des eigenen Gebetspensums. (wenns unbedingt was mit Essen zu tun haben soll: vollständiges Fasten oder nur bei Wasser und Brot)
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taddeo
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Re: Du sollst am Freitag kein Fleisch essen

Beitrag von taddeo »

Linus hat geschrieben:(wenns unbedingt was mit Essen zu tun haben soll: vollständiges Fasten oder nur bei Wasser und Brot)
Unsinn, wenn man am Freitag arbeiten soll.

Warum denn nicht einfach das Nächstliegende wählen: Soviel essen, wie man braucht, aber nicht mehr? Auf das Quentchen verzichten, das den Unterschied zwischen "keinen Hunger mehr" und "satt" ausmacht? Mehr ist doch gar nicht verlangt ... :achselzuck:

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