Viele unserer Probleme kommen sichtlich aus dem Bestreben der Meisten, nicht nur für's Essen möglichst wenig Geld auszugeben.
Wenn ich mit Menschen über dieses Thema spreche, wird mir oft entgegengehalten: bei dem geringen Verdienst oder Einkommen wolle man sich etwas leisten, es ginge aber nur, wenn preiswert eingekauft werden kann. Dabei kann das Wort preiswert mit billig, noch billiger, am billigsten ersetzt werden. Während im letzten Jahr der gesamte Einzelhandel weniger Umsatz machte, haben Billiganbieter wie Aldi und ähnliche erhebliche Umsatzzuwächse verzeichnen können. Es muss ganz klar sein: wir Konsumenten entscheiden über das Angebot auf den Markt.
Das hat dramatische Folgen. Fast alle großen deutschen Textilfirmen produzieren nicht mehr in Deutschland, da zum Beispiel ein Arbeiter in Asien am Tag weniger Lohn erhält als ein Arbeitnehmer in Deutschland in der Stunde. Genau betrachtet produzieren wir Konsumenten die Arbeitslosigkeit. Noch anders ausgedrückt: durch unseren Konsumrausch mit möglichst wenig Geld möglichst viele, möglichst billige Produkte zukaufen sägen wir den Ast ab, auf den wir sitzen. So werden unsere eigenen Arbeitsplätze von uns selbst vernichtet.
Wir beschweren uns über die Legebatterien. Unendlich viele Menschen ärgern sich über die unmenschliche Behandlung der Hühner, kaufen aber im Supermarkt Eier, die heute 2006 nicht mehr kosten als vor zwanzig Jahren. Viele beschweren sich über die Fastfood-Restaurants, aber McDonald's wurde durch uns Verbraucher zur größten Restaurantkette der Welt.
Wenn wir richtig darüber nachdenken können wir zu dem Ergebnis kommen, dass die Menschheit mit ihrem Konsumstreben sich durchaus selbst vernichten kann.
Ich bin gar keine Ausnahme, wenn auch ich kaufe lieber Äpfel, die schön aussehen, statt die sicher qualitativ und geschmacklich bessern, aber nicht so schönen Bioäpfel zukaufen. Damit die Früchte, das Gemüse und Salat auch nach Tagen noch frisch aussehen wird viel Chemie verwendet. Diese Produkte vergiften die Umwelt, sind gesundheitlich bedenklich, auch die Produktion dieser Gifte ist nicht ungefährlich.
Hier bei uns in Frankreich gibt es ein schönes Beispiel. Ein "echter" Franzose wird abends kein Brot essen, das morgens gebacken wurde. Deshalb finden Sie Schilder sowohl im Supermarkt wie auch an der Bäckerei, dass es alle drei Stunden frisch gebackenen Brot gibt. Nur zu Informationen: jeder größere französische Supermarkt hat eine eigene Bäckerei. Dort wo ich einkaufe, kommt abends um 19:00 das letzte Brot aus dem Ofen. Der garantierte Tod der traditionellen Bäckereien.
Billig kaufen wollen bedeutet für die meisten, mehr haben zu wollen. Als ob uns das alles haben glücklich machen könnte.
Pierre
Geiz ist.............tödlich!
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Grenzen im Kopf sind sehr hinderlich
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Ich bin kein Freund von solchen undefinierbaren Begrifflichkeiten wie unter anderem "Geiz" es ist. Gottesfürchtige Menschen schätzen das Geld, geben es nicht wahrlos aus und holen das Maximale aus ihrem Geld raus und Menschen die unter der Durchschnittswohlstandsgrenze leben, können nur auf diese Weise überleben.
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Ich bin kein Freund von solchen undefinierbaren Begrifflichkeiten wie unter anderem "Geiz" es ist. Gottesfürchtige Menschen schätzen das Geld, geben es nicht wahrlos aus und holen das Maximale aus ihrem Geld raus und Menschen die unter der Durchschnittswohlstandsgrenze leben, können nur auf diese Weise überleben.
(Lk 16,13)Ein Knecht kann nicht zwei Herren dienen: denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen vernachlässigen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
LG
Fiore
Einer ist Gesetzgeber und Richter, er, der die Macht hat, zu retten oder zu verderben. Wer aber bist du, daß du den Nächsten richtest? (Jak4,12)
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas
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Wenn Menschen den Umgang mit Geld gelernt haben, dann hat das nichts mit dem Mammon dienen zu tun. Wenn ein Mensch sich fit hält, dann dient er nicht dem Sport, sondern seinem Gott, in dem er sich gesund hält und somit sich und seinen Gott erfreut.FioreGraz hat geschrieben:Knecht Ruprecht hat geschrieben:Ich bin kein Freund von solchen undefinierbaren Begrifflichkeiten wie unter anderem "Geiz" es ist. Gottesfürchtige Menschen schätzen das Geld, geben es nicht wahrlos aus und holen das Maximale aus ihrem Geld raus und Menschen die unter der Durchschnittswohlstandsgrenze leben, können nur auf diese Weise überleben.(Lk 16,13)Ein Knecht kann nicht zwei Herren dienen: denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen vernachlässigen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
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Fiore
Was du sagst, sage ich in etwa auch, und zwar schon lange. Dann wird mir von manchen immer entgegengehalten viele Leute hätten heute eben nicht mehr so viel Geld und müssten sparen. Das kann man nun auch nicht ignorieren, aber manche haben mehr und wollen trotzdem immer das Billigste. Das führt immer mehr zur Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland. Viele verlieren ihren Job dann, haben als Arbeitslose weniger Einkommen und müssen nun billig kaufen, ein Kreislauf zum Negativen.
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Das ganze Leben ist ein Kreislauf des Negativen. Die Alternativen im Kreislauf sind immer schlecht und man kann immer nur abwegen, was weniger schlecht ist. Es sei denn ein Mensch wird ausserhalb des Kreises geboren, als Kind eines Politikers des Bundestages oder als Kind eines Königs und ähnliches.Edi hat geschrieben:Was du sagst, sage ich in etwa auch, und zwar schon lange. Dann wird mir von manchen immer entgegengehalten viele Leute hätten heute eben nicht mehr so viel Geld und müssten sparen. Das kann man nun auch nicht ignorieren, aber manche haben mehr und wollen trotzdem immer das Billigste. Das führt immer mehr zur Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland. Viele verlieren ihren Job dann, haben als Arbeitslose weniger Einkommen und müssen nun billig kaufen, ein Kreislauf zum Negativen.
"Geiz ist Geil" Mentalität ist doch das Ergebnis davon, das die Menschen immer ärmer werden und versuchen günstig einzukaufen. Die Kaufkraft geht doch zurück, darauf reagieren Supermarkt-ketten.
Aber es wird in der Öffentlichkeit von Politikern und Arbeitgeberseite so dargestellt, als würden nur ihr Geld zurückhalten, von dem sie soviel hätten. Man kann nichts zurückhalten, was nicht da ist. So einfach!
Aber es wird in der Öffentlichkeit von Politikern und Arbeitgeberseite so dargestellt, als würden nur ihr Geld zurückhalten, von dem sie soviel hätten. Man kann nichts zurückhalten, was nicht da ist. So einfach!
Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehn. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen. - Kurt Tucholsky
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Deutschland ist eben Wohlstandsmässig abgestiegen. Die nördlichen Staaten Europas sind mitterweile viel reicher als Deutschland. Das hängt natürlich damit zusammen, dass die USA Deutschland den Geldhahn zugedreht haben und Deutschland nun in der wohlstandssparsamen Realität angekommen ist.nemesis hat geschrieben:"Geiz ist Geil" Mentalität ist doch das Ergebnis davon, das die Menschen immer ärmer werden und versuchen günstig einzukaufen. Die Kaufkraft geht doch zurück, darauf reagieren Supermarkt-ketten.
Aber es wird in der Öffentlichkeit von Politikern und Arbeitgeberseite so dargestellt, als würden nur ihr Geld zurückhalten, von dem sie soviel hätten. Man kann nichts zurückhalten, was nicht da ist. So einfach!
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Uwe Schmidt
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Edi hat geschrieben:Was du sagst, sage ich in etwa auch, und zwar schon lange. Dann wird mir von manchen immer entgegengehalten viele Leute hätten heute eben nicht mehr so viel Geld und müssten sparen. Das kann man nun auch nicht ignorieren, aber manche haben mehr und wollen trotzdem immer das Billigste. Das führt immer mehr zur Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland. Viele verlieren ihren Job dann, haben als Arbeitslose weniger Einkommen und müssen nun billig kaufen, ein Kreislauf zum Negativen.
Dann muss man eben die Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland verbieten. Zurück zum Nationalstaat, Schotten dicht.