Vater unser / Ave Maria

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pierre10
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Beitrag von pierre10 » Mittwoch 10. Dezember 2008, 12:31

Eigenartig, da verschwand ein Kommentar eines Mods.

Pierre, immer noch mit einem Lächeln
Grenzen im Kopf sind sehr hinderlich

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Idiota
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Beitrag von Idiota » Mittwoch 10. Dezember 2008, 16:33

Hollo Pierre,
alles Gute, Freude und Gesundheit an Leib und Seele, wünscht Dir von Herzen
Idiota
p.s.: auch Dein Vaterunser finde ich in Ordnung.
Ich kreise um Gott den uralten Turm und ich kreise ...

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pierre10
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Beitrag von pierre10 » Mittwoch 10. Dezember 2008, 17:52

Besten Dank für Deine Glückwünsche.

Es ist faszinierend, alt zu werden, einfach weil sich unendliche Erfahrungen mit immer neuen Begebenheiten zu einem immer größeren Wissens-und Erlebnisschatz vereinen.

Mit 40 konnte ich mir nicht vorstellen, einmal 70 zu werden, sah meine Großeltern wie liebgewordene "Altertümer", die mein Leben als junger Mensch nicht verstehen konnten. Und genau das war falsch.

Ich denke, dass bewusst lebende Alte die Jungen besser verstehen, einfach weil sie bei jedem Weg eines jungen Menschen auch die möglichen anderen Wege sehen, die Junge nicht erkennen können. Aber es ist wichtig, nicht als "Besserwisser" aufzutreten, sondern nur als Betrachter einer spannenden Szene.

Pierre
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Clemens
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Beitrag von Clemens » Mittwoch 10. Dezember 2008, 18:06

Der von Pierre (herzlichen Glückwunsch) gepostete Text ist in der evangelischen Konfirmandenarbeit recht verbreitet, um den Horizont der Jugendlichen bzgl. Gebet zu erweitern.

Wer diesen Text ZU bierernst nimmt, missversteht seine Intention.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Donnerstag 11. Dezember 2008, 00:55

pierre hat geschrieben:
Vielleicht kennt Ihr einen anderen Gott, der, den ich kenne, liebt das Heitere, unser Lachen, unsere Freude aber ist auch im Moment der Trauer und der Not für uns da.

Ich versuche seit Jahren, das Leben und auch den Glauben nicht so (wie man in Deutschland sagt) bierernst zu nehmen, sondern einfach offen sein für Freude und Ernst, für das Leben und das, was danach kommt, (ich bin da näher dran als die Meisten von Euch, heute werde ich 77).
Nachträglich auch von mir die herzlichsten Glückwünsche zu Deinem Geburtstag, und vor allen Dingen Zufriedenheit und Gesundheit für Deine weiteren Lebensjahre.
Vor allen Dingen wünsche ich Dir, dass Du das Leben und den Glauben zukünftig vielleicht doch ernst nimmst, denn die Freude und Heiterkeit, aber auch Not und Trauer gehören trotzdem dazu.
Würde man das Leben nicht ernst nehmen, fürchte ich, man hat zu wenig Respekt dem Leben gegenüber und man nimmt womöglich Leid und Trauer wohl nur wahr, wenn sie einen selbst betreffen (was ich mir bei Dir allerdings nicht vorstellen kann). Gleiches gilt auch für die Freude. Mitleiden und Mitfreuen ist das, was sowohl den gläubigen als auch den ungläubigen Menschen im Wesentlichen auszeichnet. Dann wird auch Gott immer präsent sein.

Herzliche Grüße, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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pierre10
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Beitrag von pierre10 » Donnerstag 11. Dezember 2008, 09:54

Natürlich, mein lieber ad_hoc, hast Du Recht, nur scheint es, dass vielleicht sogar die Mehrzahl der Menschen vor lauter Trauer und Schmerz das Eigentliche nicht mehr wirklich wahrnehmen.

Und das sind die Emotionen, die Gefühle, in welcher Richtung auch immer. Wir sollten bei allem Leid nie vergessen, dass es auch Freude gibt, für jeden von uns auch wenn manche das Gefühl haben, aus dem Loch in dem sie stecken nicht heraus zu kommen. Und da braucht es Menschen (vielleicht wie Pierre), die ihnen zeigen dass jeden Morgen für jeden ohne Ausnahme die Sonne aufgeht.

Vor ein paar Jahren war ich mit meiner Frau in der Weihnachtsmette in unserer Kathedrale, ein relativ junger Priester stand während fast einer Stunde mit erhobenem Zeigefinger drohend auf der Kanzel..... so aber spricht man nicht zu Menschen in der heiligen Nacht.

Lieber ad_hoc, ich nehme bei aller Freude das Leben ganz ernst, sonst hätte ich nicht überlebt, immer aber öffne ich mein Herz diesen wunderbaren göttlichen Geschenken, die Freude, Heiterkeit, Liebe und Wärme bringen.

Pierre
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ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc » Freitag 12. Dezember 2008, 00:11

Ich weiß, es geht am eigentlichen Thread-Thema vorbei. Aber vielleicht ist es trotzdem der richtige Ort, zur Feststellung zu kommen, dass Pierre ohne Zweifel göttliches Einwirken für sich erkennt und akzeptiert. Unabhängig davon, ob ein sogenannter allgemein christlicher oder gar ein Gott nach katholischem Verständnis von ihm erkannt wird.
Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es ihm nicht vorzuwerfen ist, sollte er einen Gott nach christlichem Verständnis nicht akzeptieren, und dass er einen solchen Gott - wie erwähnt nach seinem Verständnis - schon in unnötiger Weise eingegrenzt sieht.
Man darf auch nicht außer Acht lassen, einmal seine eigenen Lebenserfahrungen und zum anderen die "religöse Vielfalt" im Lauf seiner Erziehung, die ihn schließlich bis heute geprägt hat.

Sagen wir, er ist ein Suchender, ob er das so wahr haben will oder nicht. Ich denke auch nicht, dass er hier im Forum in irgendeiner Art und Weise bekehren will, ich denke eher, dass er auf der Suche ist. Warum? Vielleicht weil er im Innersten doch noch einen gewissen Grad von Ungewißheit verspürt und dieser Empfindung auf den Grund gehen will.
Aus diesem Grund zweifle ich nicht daran - der Gottseibei uns wird ihn wohl nicht in dieses Forum geführt haben, auf dem er so hartnäckig verweilt - dass er die richtige Einsicht noch finden wird. Er wäre nicht der erste, dem dies passiert. ;-)
Dafür spricht jedenfalls sein Ruhe und Gelassenheit, auch in Situationen härtester Angriffe gegen ihn (meinerseits bitte ich ihn nochmals ganz herzlich um Entschuldigung für mein Verhalten) und sein unermüdliches Bestreben nach Erkenntnis, auch wenn er sich sicher ist, diese schon gefunden zu haben.
Hinzu kommt, dass er offener ist als die meisten User hier, er versteckt sich nicht hinter irgendwelchen Platitüden (was wiederum viele hier tun!), sondern er meint das auch so, wie er schreibt; dafür fehlt uns wahrscheinlich wiederum das erforderliche Verständnis.
R.K. hat vor einiger Zeit mal geschrieben, dass Pierre ein Weiser wäre. Damals habe ich das noch abgestritten. Heute denke ich anders darüber. Ich bin froh, dass er hier ist und wir alle sollten nicht vergessen, dass wir erst durch seine Fragen und Feststellungen darüber nachzudenken beginnen, worüber wir schon immer hätten nachdenken sollen.

Herzliche Grüße, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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pierre10
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Beitrag von pierre10 » Freitag 12. Dezember 2008, 10:23

Lieber ad_hoc,

es fällt mir sichtlich leichter mit Kritik und auch Anfeindungen umzugehen als mit einem Text, wie Du ihn schreibst. Danke dafür, es erfordert Mut sich für einen (immer noch) Unbekannten einzusetzen.

Natürlich hast Du Recht, ich bin ein Suchender, würde das aufhören wäre ich nicht mehr ich selbst.

Manchmal komme ich mir hier auf Kreuzgang vor, als ob ich in einen Chor singe, aber mit einer anderen Stimme als die anderen. Natürlich wird der Chorleiter (gäbe es ihn hier) sagen, ich singe falsch. Ansichtssache. Vielleicht bringe ich nur einen anderen Ton ein, der die Vielfalt der Möglichkeiten aufzeigt.

Und es ist gerade die Vielfalt im Glauben der Menschen, die das Leben so spannend machen. Dass Organisationen (in diesem Fall die Kirche) von ihren Mitgliedern erwarten, dass sie alle die Thesen und Vorgaben der Hierarchie akzeptieren ist menschlich, für mich (für mich habe ich später eingesetzt ;) ) sicher nicht göttlich.

Wenn ich hier auf Kreuzgang mitmache, dann nur weil ich hier Menschen finde wie Dich und einige andere, (ich will sie nicht aufführen, sie wissen, dass ich sie meine) mit denen eine tiefgehende Diskussion möglich ist. Wobei es mir nicht um Zustimmung sondern um das Gespräch und nie um Mission geht.

Und da ich gerne und viel lache, erscheint dies auch immer wieder in meinen Texten.

Ganz viele liebe Grüße aus dem heute wirklich kalten Elsass

Pierre
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Peti
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Beitrag von Peti » Freitag 12. Dezember 2008, 10:47

Kleine Abweichung vom Thema:
Über das Suchen: Aus einem Pfarrblatt:
"Einmal mehr wird so eine berührende Seite Ratzingers offensichtlich: Er ist ein aufgeklärter Geist auf der Suche nach einem schlichten Glauben."

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Idiota
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Beitrag von Idiota » Freitag 12. Dezember 2008, 11:32

pierre10 hat geschrieben:Natürlich hast Du Recht, ich bin ein Suchender, würde das aufhören wäre ich nicht mehr ich selbst.

Manchmal komme ich mir hier auf Kreuzgang vor, als ob ich in einen Chor singe, aber mit einer anderen Stimme als die anderen. Natürlich wird der Chorleiter (gäbe es ihn hier) sagen, ich singe falsch. Ansichtssache. Vielleicht bringe ich nur einen anderen Ton ein, der die Vielfalt der Möglichkeiten aufzeigt.

Und es ist gerade die Vielfalt im Glauben der Menschen, die das Leben so spannend machen. Dass Organisationen (in diesem Fall die Kirche) von ihren Mitgliedern erwarten, dass sie alle die Thesen und Vorgaben der Hierarchie akzeptieren ist menschlich, für mich (für mich habe ich später eingesetzt ;) ) sicher nicht göttlich.
Wenn ich hier auf Kreuzgang mitmache, dann nur weil ich hier Menschen finde wie Dich und einige andere, (ich will sie nicht aufführen, sie wissen, dass ich sie meine) mit denen eine tiefgehende Diskussion möglich ist. Wobei es mir nicht um Zustimmung sondern um das Gespräch und nie um Mission geht.
Und da ich gerne und viel lache, erscheint dies auch immer wieder in meinen Texten.

Ganz viele liebe Grüße aus dem heute wirklich kalten Elsass
Pierre
Diesem Text schließe ich mich an.
Gruß an Pierre von Idiota
Ich kreise um Gott den uralten Turm und ich kreise ...

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overkott
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Beitrag von overkott » Sonnabend 13. Dezember 2008, 10:42

Ich denke, dass das Vaterunser durch das Avemaria ergänzt wird, wenn auch das Vaterunser die größere Bedeutung hat.

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Gamaliel
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Gamaliel » Mittwoch 10. November 2010, 16:27

Deutscher Bundestagspräsident übersetzte Vaterunser neu

Daraus:
Der in Bochum geborene und lebende Politiker Lammert ist katholisch. Seine Vaterunser-Übersetzung setzt laut Heucke wichtige Akzente und stellt Bekanntes behutsam in Frage.



"Unser Vater im Himmel! / Groß ist dein Name und heilig. / Dein Reich kommt, Wenn dein Wille geschieht, / Auch auf Erden. / Gib uns das, was wir brauchen. / Vergib uns, wenn wir Böses tun und Gutes unterlassen. / So wie auch wir denen verzeihen wollen, / Die an uns schuldig geworden sind. / Und mach uns frei, wenn es Zeit ist, / Von den Übeln dieser Welt."
:roll:

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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 10. November 2010, 16:29

Urks.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von HeGe » Mittwoch 10. November 2010, 16:31

Gamaliel hat geschrieben:Deutscher Bundestagspräsident übersetzte Vaterunser neu

Daraus:
Der in Bochum geborene und lebende Politiker Lammert ist katholisch. Seine Vaterunser-Übersetzung setzt laut Heucke wichtige Akzente und stellt Bekanntes behutsam in Frage.
:roll:
Der Mann ist Gründungsmitglied von Donum Vitae. Denen sollte man schon aus diesem Grund verbieten, sich als katholisch zu bezeichnen.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Niels
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Niels » Mittwoch 10. November 2010, 16:38

Gamaliel hat geschrieben:Deutscher Bundestagspräsident übersetzte Vaterunser neu

Daraus:
Der in Bochum geborene und lebende Politiker Lammert ist katholisch. Seine Vaterunser-Übersetzung setzt laut Heucke wichtige Akzente und stellt Bekanntes behutsam in Frage.



"Unser Vater im Himmel! / Groß ist dein Name und heilig. / Dein Reich kommt, Wenn dein Wille geschieht, / Auch auf Erden. / Gib uns das, was wir brauchen. / Vergib uns, wenn wir Böses tun und Gutes unterlassen. / So wie auch wir denen verzeihen wollen, / Die an uns schuldig geworden sind. / Und mach uns frei, wenn es Zeit ist, / Von den Übeln dieser Welt."
:roll:
:patsch: :nein:
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Berolinensis
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Berolinensis » Mittwoch 10. November 2010, 16:48

Von Übersetzung kann ja wohl keine Rede sein. Ein sehr anschauliches Beispiel für die Redewendung "überflüssig wie ein Kropf".

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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Vulpius Herbipolensis » Mittwoch 10. November 2010, 17:44

Norbert Lammert hat geschrieben:Dein Reich kommt, wenn Dein Wille geschieht.
:/ Das klingt gar nicht gut!

Vulpius

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Niels
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Niels » Mittwoch 10. November 2010, 18:18

Vulpius Herbipolensis hat geschrieben:
Norbert Lammert hat geschrieben:Dein Reich kommt, wenn Dein Wille geschieht.
:/ Das klingt gar nicht gut!

Vulpius
Der Rest davon auch nicht so wirklich...
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Amandus2
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Amandus2 » Mittwoch 10. November 2010, 18:23

Übrigens sollte man -wie die Reformierten- sagen: Unser Vater....


Denn im Alltag sagt man ja auch nicht: "Vater unser ist Ingenieur", sonder "Unser Vater ist Ingenieur".

Nur so mal ganz nebenbei.....

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Marion
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Marion » Mittwoch 10. November 2010, 18:26

Ein Bundestagspräsident, das ist ja harmlos

Hier haben die Bischöfe mal ne zeitlang ein neues Credo auf ihrer Homepage veröffentlicht
Wir glauben an Gott, mütterliches Herz, Schöpfer des Himmels und der Erde.
Wir glauben an die Kraft der Gemeinschaftsaktion und die prophetische Kraft des organisierten Volkes.
Wir glauben an die Kraft der Kleinen, die erfinden und erneuern, denn unser Gott wirft den Thron der Mächtigen um.
Wir glauben an einen "Zug der Hoffnungen" (*) wenn das Volk in den Straßen schreit (**).
Wir glauben an den Schrei der Frauen, die Respekt und Würde einfordern.
Wir glauben an den Schrei der Kinder, der Heranwachsenden, der Jugend.
Wir glauben an das geteilte Brot, an die vom solidarischen Volk gestaltete alternative Wirtschaft.
Wir glauben an das Volk, das seine Wurzeln rettet.
Daher glauben wir an die Wende, die von den Kleinen und von den (von der Gesellschaft) Ausgeschlossen kommt.
Ich glaube an alle, die hier versammelt sind.
Wir glauben an die brüderliche Kommunion zwischen Glaubensbekenntnissen und Kirchen und dass Ökumene durch Praxis kommt.
Wir glauben, dass der Kampf unserer Gemeinschaften und Organisationen der Same der Gegenwart ist, aus dem Bäume des Lebens in Fülle und Freude auf den Gesichtern der Unsrigen keimen werden.

(*) “trem de esperanças” antiraubtierkapitalistische Bahnarbeiterkampagne in Afrika
(**) 'Grito dos ...' = 'Schrei der ...', Name verschiedener Protestbewegungen
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

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Niels
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Niels » Mittwoch 10. November 2010, 18:27

Marion hat geschrieben:Ein Bundestagspräsident, das ist ja harmlos

Hier haben die Bischöfe mal ne zeitlang ein neues Credo auf ihrer Homepage veröffentlicht
Wir glauben an Gott, mütterliches Herz, Schöpfer des Himmels und der Erde.
Wir glauben an die Kraft der Gemeinschaftsaktion und die prophetische Kraft des organisierten Volkes.
Wir glauben an die Kraft der Kleinen, die erfinden und erneuern, denn unser Gott wirft den Thron der Mächtigen um.
Wir glauben an einen "Zug der Hoffnungen" (*) wenn das Volk in den Straßen schreit (**).
Wir glauben an den Schrei der Frauen, die Respekt und Würde einfordern.
Wir glauben an den Schrei der Kinder, der Heranwachsenden, der Jugend.
Wir glauben an das geteilte Brot, an die vom solidarischen Volk gestaltete alternative Wirtschaft.
Wir glauben an das Volk, das seine Wurzeln rettet.
Daher glauben wir an die Wende, die von den Kleinen und von den (von der Gesellschaft) Ausgeschlossen kommt.
Ich glaube an alle, die hier versammelt sind.
Wir glauben an die brüderliche Kommunion zwischen Glaubensbekenntnissen und Kirchen und dass Ökumene durch Praxis kommt.
Wir glauben, dass der Kampf unserer Gemeinschaften und Organisationen der Same der Gegenwart ist, aus dem Bäume des Lebens in Fülle und Freude auf den Gesichtern der Unsrigen keimen werden.

(*) “trem de esperanças” antiraubtierkapitalistische Bahnarbeiterkampagne in Afrika
(**) 'Grito dos ...' = 'Schrei der ...', Name verschiedener Protestbewegungen
Wo hast Du denn dieses schreckliche Machwerk aufgetan? :panisch:
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Gamaliel
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Gamaliel » Mittwoch 10. November 2010, 18:34

Niels hat geschrieben:Wo hast Du denn dieses schreckliche Machwerk aufgetan? :panisch:
Original: http://www.diocesedecaxias.org.br/notic ... oticia=514

Nachtrag: Siehe auf der verlinkten Website Punkt 8
Zuletzt geändert von Gamaliel am Mittwoch 10. November 2010, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.

taddeo
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von taddeo » Mittwoch 10. November 2010, 18:35

Amandus2 hat geschrieben:Übrigens sollte man -wie die Reformierten- sagen: Unser Vater....


Denn im Alltag sagt man ja auch nicht: "Vater unser ist Ingenieur", sonder "Unser Vater ist Ingenieur".

Nur so mal ganz nebenbei.....
Das Vaterunser ist nun mal nichts Alltägliches. Das darf man auch hören.

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Niels
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Niels » Mittwoch 10. November 2010, 18:38

Gamaliel hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:Wo hast Du denn dieses schreckliche Machwerk aufgetan? :panisch:
Original: http://www.diocesedecaxias.org.br/notic ... oticia=514

Nachtrag: Siehe auf der verlinkten Website Punkt 8
Danke!
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ad_hoc
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von ad_hoc » Donnerstag 11. November 2010, 00:42

Wenn es noch Hoffnung gibt, wird diese wohl nicht aus Brasilien kommen; das sind dort schon hochgradige Freikirchler, Pfingstler, Charismatiker - behutsam ausgedrückt. Wer Sat-Fernsehen hat, sollte mal nach dem brasilianischen katholischen Sender "Canção Nova" suchen. Größtenteils schrecklich bis ganz schrecklich. Ausnahme: Tägliche Übertragung des Rosenkranzgebets vor der Erscheinungskapelle in Fátima, 19.30h bis 20.00h.
In Brasilien geht, falls nichts Unerwartetes passiert, die katholische Kirche in zahlreiche sektiererische Gruppen auf. In Deutschland entstehen immer mehr kirchenfeindliche Gruppen, sowohl außerhalb als auch innerhalb der Kirche.
Was bedeuten da schon ein Bundestagspräsident Lammert oder einige brasiliansiche Bischöfe mit einem identisch falschen Glaubensverständnis! Es sind nur zwei Auswüchse von zahlreichen weiteren....

Gruß, ad_hoc
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pierre10
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von pierre10 » Donnerstag 11. November 2010, 09:37

Frage: Vorgeschriebene Gebete, wie das Vater Unser, beinhalten das Risiko des "daherplapperns, statt tief im eigenen Inneren mit Gott zu kommunizieren. Ich denke, dass Beten ein zu Gott sprechen, meditieren dagegen ein "Gott zuhören" sein kann.

Wenn ich in einer tiefen Meditation bin, das Außen nicht mehr wahrnehme, dann kann ich mich ganz auf das Göttliche einlassen.

Pierre der für sich selbst viele Fragen zu diesem Thema stellt
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von ad_hoc » Donnerstag 11. November 2010, 14:00

Hallo Pierre

Die von Dir ausgesprochene Befürchtung ist ziemlich allen Gebeten zu eigen.
Der Gläubige wird sich in aller Regel irgendwann auch des durch gedankliches Abschweifen verursachten Geplappers ohne innere Anteilnahme bewußt und kann dagegen angehen. Da wir alle noch nicht heilig sind, wird Gott solche Unvollkommenheiten sicher entsprechend würdigen und, wenn unsere Intentionen nur ernsthaft genug sind, uns die Gnade konzentrierten Gebets bzw. innerlicher gottverbundener Haltung schenken.

Der Gebrauch des Wortes 'Meditation' gefällt mir in Bezug auf den christlichen Glauben nicht. Da gefällt mir eher der Begriff der 'Betrachtung'.

Du schreibst ja selbst: "Wenn ich in einer tiefen Meditation bin, das Außen nicht mehr wahrnehme, dann kann ich mich ganz auf das Göttliche einlassen".

Es kommt, wie man aus den Erfahrungen vieler Heiligen weiss, tatsächlich während einer "Schauung" oder "Vision" zu einer sehr tiefen Verbundenheit mit Gott, wobei das äußerliche Geschehen tatsächlich nicht mehr wahrgenommen werden könnte.
Aber, dies sind Ausnahmen und ich gehe davon aus, dass wir zu diesen Ausnahmen nicht gehören.
Beim Gebet des Gläubigen ist eine sogenannte Meditation, die dazu führt, keine Außenwahrnehmung zu spüren, mit Sicherheit die falsche Grundhaltung. Im Gegenteil, auch während des Gebets ist der Gläubige mit der Welt und insbesondere mit seiner Umgebung verbunden, und so soll es auch sein. Die der Meditation innewohnende Selbstversenkung in der Konzentration auf... ja auf was eigentlich...?, führt nicht zu Gott und man lässt sich deshalb auch nicht auf Gott ein. Die Meditation soll nach Vorstellungen damit verbundener Kreis den Kopf von allem Weltlichen, Unnötigem, Unsinnigem etc. befreien, damit,,,,von was und von wem eigentlich? andere Inhalte,,,welche...? aufgenommen werden können.
Die Frage ist, wer bestimmt das alles? Wen oder was lässt man in seinen Schädel rein? Ist das dann noch kontrollierbar insofern, dass man jederzeit die Verfügungsgewalt über sich selbst besitzt, ohne von solchen unbestimmbaren Eingebungen in seinem Verhalten gegenwärtig und zukünftig beeinflusst zu werden?

Betrachtung und Gebet sind keine Meditation, sondern sie sind der Ausdruck des Willens des Geschöpfes, sich mit seinem Schöpfer zu verbinden (Glaube - Hoffnung - Liebe) und mit ihm in freiem Willen und aus eigener Entscheidung heraus eins zu werden in der Erfüllung der Bestimmung des Menschen.

Gruß, ad_hoc
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von pierre10 » Donnerstag 11. November 2010, 16:34

Hallo ad_hoc,

es scheint müßig, um Worte und Begriffe zu streiten.Das Wort Meditation hat bei manchen Christen einen negativen Sinn, hat sicher mit fernöstlichen Methoden zu tun.

Deine Kommentare kann ich gut verstehen, es fehlt, wie oft in diesem Forum, der Zusatz"gültig für mich". Auch ich vergesse es hin und wieder.

Gruß

Pierre
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von ad_hoc » Freitag 12. November 2010, 00:11

Ich denke, pierre, dass ich mit meiner Auffassung wohl nicht alleine stehe. ;)
Auch wenn der Bgriff "Meditation" in kirchlichen Kreisen Einzug gehalten hat. Meines Erachtens ein müder Ersatz für Kontemplation.

Gruß, ad_hoc
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 12. November 2010, 00:28

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Nein, es gibt eine christliche, auf Gott ausgerichtete Meditation und eine
rein menschliche, in sich geschlossene. Als Beispiel für den christlichen
Begriff fällt mir spontan der Laudismus de sanctissima cruce des heiligen
Bonaventura ein; hier die erste Strophe:
Recordare sanctæ Crucis,
Qui perfectam vitam ducis,
Delectare jugiter;
Sanctæ Crucis recordare,
Et in ipsa meditare
Insatiabiliter.

Mußt zum heil’gen Kreuze streben,
Der du führst vollendet Leben:
An ihm lab dich immerdar;
Heil’gen Kreuzes sollst gedenken
Und im selben dich versenken
Mit Verlangen unstillbar.
Meditari – „meditieren“, das ist, was ich hier (um des Reimes willen und
des decorum, der angemessenen Stilebene) mit „sich versenken“ übersetzt
habe.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Linus
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von Linus » Freitag 12. November 2010, 06:11

"Meditation" wird von meinem geistlichen Begleiter gemieden, er sagt dazu "Betrachtung" und unterscheidet diese von "Kontemplation" (hier sei auf Boylan verwiesen, der diese Unterscheidung auch macht: Difficulties in mental Prayer/ Die Kunst des freien inneren Betens
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

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pierre10
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Re: Vater unser / Ave Maria

Beitrag von pierre10 » Freitag 12. November 2010, 09:54

Sind da nicht Wortspielereien? Seit fast 40 Jahren meditiere ich fast täglich, ich werde wohl dabei bleiben. :)

Pierre
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