Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

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Eisenach
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Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Eisenach »

Ich habe ein Weihwasserbecken gefunden und auf dem Banner steht "Glori Exzelsito" wie es scheint (siehe Foto).
Selbst wenn Exzelsito falsch gelesen ist, fehlt beim Glori das A. Ich habe das selbe Becken nochmal gefunden und das Loch in der Mitte scheint Standard zu sein, von daher würde ich ausschließen das A wurde durch das Loch entfernt.
Steht dort wirklich Exzelsito oder interpretiere ich die etwas schwammigen Buchstaben falsch? Google ist zumindest nicht sehr hilfreich, weshalb ich mein Glück bei euch versuche. Ich hoffe das Geschriebene macht Sinn und ist kein erfundener Text, der keinen Sinn macht.

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Gruß

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Siard
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Siard »

Es könnte sich um eine Version handeln, die nach Gehör erstellt wurde.
Und dazu vielleicht noch etwas Schlamperei?
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Hubertus
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Hubertus »

Siard hat geschrieben:
Mittwoch 30. Dezember 2020, 18:31
Es könnte sich um eine Version handeln, die nach Gehör erstellt wurde.
Und dazu vielleicht noch etwas Schlamperei?
Das hätte ich auch vermutet ... analog zu "Hokuspokus"

Mithin würde es sich hiermit um eine sehr einfache ("naive") Reproduktion dessen, was der Hersteller vermeintlich gehört hat, und anscheinend weder ihn noch seine Kundschaft gestört hat, handeln.

Daß das "A" aus "GLORIA" unter dem heftigen Einschlag in der Mitte verschwunden ist, will ich gern glauben.
Auffällig ist jedoch folgendes: links vom "GLORI[A]" ist ein Zeichen zu sehen, das ich nicht genauer ekenne, könnte ein "S" sein... das hat nun im Schriftzug sicher absolut nichts zu suchen ... wäre es nicht denkbar, daß es mit dem spiegelbildich äußersten Zeichen in Korrespondenz stehen könnte? -

Theoretisch wäre auch möglich, daß das vorletzte Zeichen (v.r.) eine Art Ligatur darstellt, z.B. "sd[t]", woran ich aber nicht wirklich glaube.
Diese Deutung ließe immer noch die Erklärung offen, daß es sich bei den äußersten Buchstaben um eine Art Verbindung (in Form einer "Klammer") handeln könnte... (auch das linkeste Zeichen ist schwer erklärbar und sicherlich nicht Teil des Versikels)


Aber mal sehen, was viel bessere Experten auf diesem Feld hier im Forum zu sagen haben...


Vllt. wäre es auch hilfreich, das Weihwasserbecken in seiner Totalität zu sehen, um sich einen - aufgrund der Abb. - ggf. tieferen Eindruck bzgl. der künstlerischen Gesamtaussage zu verschaffen...
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Eisenach
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Eisenach »

Hubertus hat geschrieben:
Mittwoch 30. Dezember 2020, 19:40
Vllt. wäre es auch hilfreich, das Weihwasserbecken in seiner Totalität zu sehen, um sich einen - aufgrund der Abb. - ggf. tieferen Eindruck bzgl. der künstlerischen Gesamtaussage zu verschaffen...
Danke schon einmal an euch! Wie es aussieht, ist es tatsächlich sinnfrei, aber wäre schön wenn es doch Sinn machen würde.
Soviel Arbeit und dann solche groben Schreibfehler. Das sich sowas jemand im 18. Jahrhundert erlauben konnte. :breitgrins:
Der Anbieter setzt zumindest bei diesem Becken das 18. Jahrhundert an. Ob es stimmt, ist immer so eine Sache. Gerade Zinn ist da etwas schwammig mit seinen Punzen und auch Fälschern.

Hier sind mehr Fotos:

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Lycobates
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Lycobates »

Eisenach hat geschrieben:
Mittwoch 30. Dezember 2020, 23:38
Hubertus hat geschrieben:
Mittwoch 30. Dezember 2020, 19:40
Vllt. wäre es auch hilfreich, das Weihwasserbecken in seiner Totalität zu sehen, um sich einen - aufgrund der Abb. - ggf. tieferen Eindruck bzgl. der künstlerischen Gesamtaussage zu verschaffen...
Danke schon einmal an euch! Wie es aussieht, ist es tatsächlich sinnfrei, aber wäre schön wenn es doch Sinn machen würde.
Soviel Arbeit und dann solche groben Schreibfehler. Das sich sowas jemand im 18. Jahrhundert erlauben konnte. :breitgrins:
Der Anbieter setzt zumindest bei diesem Becken das 18. Jahrhundert an. Ob es stimmt, ist immer so eine Sache. Gerade Zinn ist da etwas schwammig mit seinen Punzen und auch Fälschern.

Hier sind mehr Fotos:

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Ich lese GLORI<A> <IN> EXZELS<IS> DEO.
Wobei das <IS> abgekürzt wurde (das ist gängig), und das D und E (per Ligatur zusammengeschrieben) schlecht gepunzt bzw. abgeschliffen wurden.
Das <A> von GLORIA samt <IN> könnte auch abgekürzt sein, oder sein Fehlen durch das Loch bedingt.
Das Loch könnte nachträglich angebracht worden sein. Das Objekt kann ja auch selbständig stehen, wenn ich recht sehe. Dann wäre das IN auch im Loch verschwunden.
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holzi
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von holzi »

Ich glaube, das ist nicht alt, sondern für eine chinesische Firma durch einen bengalischen Wanderarbeiter in Myanmar zusammengedengelt. Produziert wird, was der Markt verlangt, da darf auf solche Feinheiten kein Wert gelegt werden. :chinese:
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Lycobates
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Lycobates »

holzi hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 13:41
Ich glaube, das ist nicht alt, sondern für eine chinesische Firma durch einen bengalischen Wanderarbeiter in Myanmar zusammengedengelt. Produziert wird, was der Markt verlangt, da darf auf solche Feinheiten kein Wert gelegt werden. :chinese:
Auch die Dame mit der eigentümlichen Rangkrone sieht etwas profan aus.
Ein eigentümliches Objekt.
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Niels
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Niels »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 14:03
Auch die Dame mit der eigentümlichen Rangkrone sieht etwas profan aus.
Ein eigentümliches Objekt.
In der Tat. Es mutet aber alt an und könnte m.E. durchaus (Achtung: Ferndiagnose!) aus der (Spät-)Barockzeit stammen. Ich habe einige Kupferstich-Andachtsbildchen aus dieser Zeit, die, was die Gestaltung angeht, Ähnlichkeiten aufweisen.
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Schulevonathen
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Schulevonathen »

Wäre es denkbar, dass das Objekt nachträglich aus verschiedenen "alten" Artefakten zusammengefügt wurde? Das würde die eigentümliche Mischung aus geistlich und weltlich, aus Hänge- und Stehgefäß erklären ... und auch die groben Lötnähte (?) links und rechts oben am Gefäß, die gar nicht zur sonstigen handwerklichen Qualität passen. Frage mich allerdings, wer sowas macht, da sich das Ausgangsmaterial wohl besser verkaufen würde als diese komische Chimäre.

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Siard
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Siard »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 14:03
Auch die Dame mit der eigentümlichen Rangkrone sieht etwas profan aus.
Findest Du? Vergleichbare Darstellungen habe ich schon gesehen. Es dürfte sich um die hlg. Jungfrau und Gottesmutter handeln.
Sie scheint mir auch auf einer Schlange zu stehen. Meine Datierung würde noch ins 17. Jh. fallen.
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 14:03
Ein eigentümliches Objekt.
Ja, ganz sicher. :ja:
Ach du meine Nase!

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Eisenach
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Eisenach »

Frohes neues Jahr euch allen und möge euch Gott beistehen, was immer auch kommen mag!
Schön zu sehen wie das Objekt Interesse weckt und man verschiedene Meinungen lesen kann. Ich stehe bei diesem Objekt völlig unwissend "davor" und mir ist lediglich die Rosenpunze unter der Maria (ganz kleine Blume) aufgefallen, die als Qualitätsmerkmal für das Zinn verwendet wurde. Aber bei Zinnobjekten sind Punzen aller Art halt so eine Sache. Ich lasse euch mal den anderen Weihwasserbehälter da, der wie oben erwähnt baugleich ist und demnach, wie ihr sehen könnt, ebenfalls ein grobes Loch besitzt. Die Details sind bei diesem z.B. im Gesicht besser erhalten, aber dafür ist er an anderen Stellen, wie z.B. der Sockel etwas primitiver gearbeitet. Dieser soll laut Anbieter sehr weich sein, was zumindest auf Reinzinn deutet, aber in wiefern dieses gefertigte Objekt nun authentisch ist im Alter und religiös, kann ich dadurch auch nicht sagen. Ansich wäre es mir auch fast egal. Lediglich der Schriftzug war was mich stutzig gemacht hat. Am Ende wäre es wie ein chinesisches Tattoo, das man sich hat stechen lassen, man von "Stärke" ausgeht, es aber "Ente feurig" sagt. :breitgrins:

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Eisenach
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Eisenach »

Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 11:20
Ich lese...
Bild

-----------------------------------^Das ist ein Bild^-----------------------------
Hab es mal auf einem Bild zusammengefasst, damit man nicht hoch und runterscrollen oder hin- und herklicken muss.
Hoffe es ist richtig dargestellt. Also wäre Excelsis mit z kein Schreibfehler? Oder ist es doch, wie erwähnt...
Siard hat geschrieben:
Mittwoch 30. Dezember 2020, 18:31
Es könnte sich um eine Version handeln, die nach Gehör erstellt wurde.
Schreibfehler, Abkürzungen, zerstörter Schriftzug, schwammiger Gus, verbundene Buchstaben - selbst wenn es alt wäre ist das schon etwas weniger ansprechend. Wenn mich dann jemand fragt, muss ich jedes Mal eine lange Erklärung auftischen. Wobei dies eine Unterhaltung in Gang bringen könnte. Ähnlich wie der Notnagel, der sich an meinem frühen DDR Feuerwehrbeil befindet. Jeder kennt den Spruch vom Notnagel, aber nur wenige Menschen kennen einen Notnagel oder haben ihn gar in den Händen gehalten. Erstaunen und Interesse weckt es jedes Mal.

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Lycobates
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Lycobates »

Siard hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 22:52
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 14:03
Auch die Dame mit der eigentümlichen Rangkrone sieht etwas profan aus.
Findest Du? Vergleichbare Darstellungen habe ich schon gesehen. Es dürfte sich um die hlg. Jungfrau und Gottesmutter handeln.
Sie scheint mir auch auf einer Schlange zu stehen. Meine Datierung würde noch ins 17. Jh. fallen.
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 14:03
Ein eigentümliches Objekt.
Ja, ganz sicher. :ja:
Die Gottesmutter mit solcher Rangkrone? :hmm:
Möglich.
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Lycobates »

Eisenach hat geschrieben:
Freitag 1. Januar 2021, 14:37
Lycobates hat geschrieben:
Donnerstag 31. Dezember 2020, 11:20
Ich lese...
Bild

-----------------------------------^Das ist ein Bild^-----------------------------
Hab es mal auf einem Bild zusammengefasst, damit man nicht hoch und runterscrollen oder hin- und herklicken muss.
Hoffe es ist richtig dargestellt. Also wäre Excelsis mit z kein Schreibfehler? Oder ist es doch, wie erwähnt...
Siard hat geschrieben:
Mittwoch 30. Dezember 2020, 18:31
Es könnte sich um eine Version handeln, die nach Gehör erstellt wurde.
Ja, „exzelsis“ ist natürlich ein Schreibfehler, wohl Hörfehler, wie Siard vermutet, wodurch das Objekt dem deutschen Sprachraum zuzuordnen wäre.
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Eisenach
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Re: Glori Exzelsito? Ich kenne nur Gloria in excelsis. Bitte um Hilfe

Beitrag von Eisenach »

Danke, es wäre wirklich interessant gewesen zu wissen was der Künstler sich damals dabei gedacht hat
und ob es schon alt ist oder doch eher nur ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat.
In dem Fall würde mich sowas weniger erstaunen bei den ganzen schamlosen Fälschern, die es nicht so genau nehmen.

Na ja, nun steht hier ein leichtes Weihwasserbecken aus Kupfer, mit einer interessanten, symbolischen Darstellung des Heiligen Georg, aber das darin verankerte, hölzerne Becken braucht noch etwas Liebe, bevor es seinen Zweck erfüllen kann.
Vielleicht gieße ich dafür eine Einlage aus Reinzinn.

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