Ist das jetzt der neue Trend in der evangelischen Kirche?
Ich muss gestehen, ich war irgendwie entsetzt... und hab mich gefragt, warum ich ausgerechnet in sowas hineingeraten muss...
Wir hatten uns vom Aussichtsturm schon gefragt, ob da ein Gottesdienst stattfindet, weil in regelmäßigen Abständen kirchliche/evangelische Musik zu hören war. Den Gottesdienst als solches konnten wir uns nicht näher ansehen, weil wegen Überfüllung geschlossen war. Es war zwar ein ständiges Rein und Raus, aber die Ordner passten schon auf.
Draußen waren ganz viele Biertische mit Kaffeegeschirr aufgestellt mit Namensschildern.
Und irgenwann lasen wir es dann: Tauffest.
Ich ging davon aus, der Gottesdienst dauert so lang, weil die dort getauft werden.
Aber nein.
Wir wanderten nämlich weiter zu dem Klettergarten. Und mitten im Klettergarten, wo man so Kletterwände erklimmen konnte, bewachten drei Personen einen Tisch mit einer Kerze und einer Schüssel mit Wasser.
Und tatsächlich.
Im Park verteilt waren solche Tische, und nach diesem Gottesdienst wurden die Leute wohl auf einzelne Pfarrer aufgeteilt (ich persönlich sah einen Pfarrer aber vier Pfarrerinnen... kurzhaarig, versteht sich...) und zogen dann zu irgendsoeinem Tisch, wo nacheinander am Fließband die Taufen erfolgten.
Dass überall Wasser geflossen ist, ist zweifelhaft, aber gut, das soll in der Klausnerei nicht Thema sein.
Irgendwie war das ein Mega-Massen-Event, aber von Sakralität keine Spur. Ich fand, der Sakramentscharakter ging verloren.
Es sollen wohl 8 Personen getauft worden sein (wir sahen nur Kinder, dabei hätte ich ursprünglich vermutet, das wäre für Erwachsene).
Natürlich ist auf der einen Seite positiv, wenn man sich taufen lässt, aber irgendwie... ich weiß nicht, ob das so in dieser Form das richtige ist...
Gibt es sowas in der Art häufiger?
Es war für den ein oder anderen auch gar nicht so einfach, mit Stöckelschuhen und Kinderwagen quer durch diesen Park zu laufen, hoch und runter über unebene Wege und über Treppen. Bei der einen Familie konnten die Großeltern(?) gar nicht mit zum Taufplatz gehen, weil sie nicht mehr so mobil waren. Das ist doch traurig. In einer Kirche hätten sie die Taufe miterleben können.
