Realpräsenz
Verfasst: Montag 31. Mai 2010, 11:01
Wie verstehen orthodoxe Katholiken die Realpräsenz?
Ich würde hier einen anderen Aspekt setzen: Eucharistiefrömmigkeit ist eher eine Übertonung des sinnlich erfassbaren. Wir betrachten die konsekrierte Hostie zum Beispiel, obwohl wir ja gar nicht sehen können, dass sie nun der Leib Christi ist. Diese Betonung des sinnlich erfassbaren ist ein über die Scholastik eingebrachter Aristotelischer Aspekt.holzi hat geschrieben:Kann man also die römische Eucharistiefrömmigkeit vom Orthodoxen Standpunkt etwas flapsig als "Mit dem Essen spielt man nicht!" bezeichnen?
anneke6 hat geschrieben:Den Begriff "Transsubstantiation" findet man in orthodoxer Theologie selten, und wenn, dann um die römisch-katholische Theologie zu beschreiben.
Tomos des Konzils zu Konstantinopel, 1691, hat geschrieben:"...Aber da manches Mal viele Häretiker auftraten und die wesentliche und wirkliche Verwandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut des Herrn im Sakrament [der Eucharisite] ablehnten ... und vielerlei Worte und Sophismen verwandten, um die Einfachen zu verführen, hat die Kirche letztlich, um das im Sakrament ruhende Geheimnis mit größerer Klarheit darzulegen, kraft ihrer Macht und Tradition, unter Anrufung des Hl. Geistes das Wort "Transsubstantiation" [μετουσίωσις] gebraucht, und bezeichnet damit nichts anderes als das, was auch [das Wort] "Verwandlung" im Sakrament ausdrückt."
Diese Dialogkommissionen sind generell von Übel: Sagen sie was Wahres, ist es nicht neu, sagen sie was Neues, ist es nicht wahr. Ich denke, im oben zitierten Thread kommt das auch hinreichend zum Ausdruck.Lioba hat geschrieben:Jetzt bin ich ehrlich verwirrt- in dem Thread, den Anneke verlinkt hat, wird hier, soweit ich es verstehe, orthodoxerseits etwas Anderes ausgedrückt, zumindest in dem Zitat aus den Schriften der Dialogkommission.
Ja - das Schielen auf die Naturwissenschaften ist m.E in gewisser Weise ein Irrweg - da kommt man früher oder später bei den Engeln auf der Nadelspitze raus, und das kann es ja wohl nicht sein.Lioba hat geschrieben:Danke, Bernardo- gibt es irgendwo Texte oder Links, die mir im Verständnis weiterhelfen? Ehrlichgesagt, habe ich meine Probleme damit, dass die verschiedenen Lehren von der Wandlung - zumindest hier um Westen, sich mit Problemen der Naturwissenschaft herumschlagen, von denen ich nicht weiss, ob sie überhaupt noch aktuell sind- das Wesen ändert sich, aber nicht die Eigenschaften
Wie wird Transsubstantiation denn außer der Feststellung der bleibenden Wandlung in den Leib Christi orthodox erklärt? Wird ousia differenziert in sichtbar und unsichtbar, in niederes und höheres Sein?Nietenolaf hat geschrieben:anneke6 hat geschrieben:Den Begriff "Transsubstantiation" findet man in orthodoxer Theologie selten, und wenn, dann um die römisch-katholische Theologie zu beschreiben.Transsubstantiation bzw. μετουσίωσις oder пресуществление sind gewissermaßen sogar Pflicht, spätestens seit dem 1691'er Konzil von Konstantinopel, das die Gegner dieses Begriffs verurteilt.
Tomos des Konzils zu Konstantinopel, 1691, hat geschrieben:"...Aber da manches Mal viele Häretiker auftraten und die wesentliche und wirkliche Verwandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut des Herrn im Sakrament [der Eucharisite] ablehnten ... und vielerlei Worte und Sophismen verwandten, um die Einfachen zu verführen, hat die Kirche letztlich, um das im Sakrament ruhende Geheimnis mit größerer Klarheit darzulegen, kraft ihrer Macht und Tradition, unter Anrufung des Hl. Geistes das Wort "Transsubstantiation" [μετουσίωσις] gebraucht, und bezeichnet damit nichts anderes als das, was auch [das Wort] "Verwandlung" im Sakrament ausdrückt."
Weiters folgt ein Anathema "jenen, welche das Wort "Transsubstantiation" lästern und ablehnen, ein Wort, das unserer heiligen Lehre eigen und wirklich zugehörig ist, das von den frommen Kirchenlehrern als orthodox niedergeschrieben und geäußert wurde."
(Es ist natürlich eine andere Frage, wie dieses Konzil z.B. in der Russischen Kirche rezipiert wurde. Ich kenne solche Theologen, die es angreifen; z.B. Metropolit Antonij (Chrapowitzkij) oder natürlich Osipov.)
Hallo Nietenolaf,Nietenolaf hat geschrieben:anneke6 hat geschrieben:Den Begriff "Transsubstantiation" findet man in orthodoxer Theologie selten, und wenn, dann um die römisch-katholische Theologie zu beschreiben.Transsubstantiation bzw. μετουσίωσις oder пресуществление sind gewissermaßen sogar Pflicht, spätestens seit dem 1691'er Konzil von Konstantinopel, das die Gegner dieses Begriffs verurteilt.
Tomos des Konzils zu Konstantinopel, 1691, hat geschrieben:"...Aber da manches Mal viele Häretiker auftraten und die wesentliche und wirkliche Verwandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut des Herrn im Sakrament [der Eucharisite] ablehnten ... und vielerlei Worte und Sophismen verwandten, um die Einfachen zu verführen, hat die Kirche letztlich, um das im Sakrament ruhende Geheimnis mit größerer Klarheit darzulegen, kraft ihrer Macht und Tradition, unter Anrufung des Hl. Geistes das Wort "Transsubstantiation" [μετουσίωσις] gebraucht, und bezeichnet damit nichts anderes als das, was auch [das Wort] "Verwandlung" im Sakrament ausdrückt."
Weiters folgt ein Anathema "jenen, welche das Wort "Transsubstantiation" lästern und ablehnen, ein Wort, das unserer heiligen Lehre eigen und wirklich zugehörig ist, das von den frommen Kirchenlehrern als orthodox niedergeschrieben und geäußert wurde."
(Es ist natürlich eine andere Frage, wie dieses Konzil z.B. in der Russischen Kirche rezipiert wurde. Ich kenne solche Theologen, die es angreifen; z.B. Metropolit Antonij (Chrapowitzkij) oder natürlich Osipov.)
Vielen Dank und Gruß,wikipedia hat geschrieben:Gegenüber der Philosophie in griechischer Tradition werden von den Orthodoxen das Erbe Israels und die direkte spirituelle Erfahrung stärker betont. Daraus ergibt sich, dass viele Bereiche der Theologie bewusst im Vagen gelassen werden; beispielsweise wird bei der Eucharistie zwar eine „Veränderung“ der Elemente bekannt, der Begriff der Transsubstantiation aber abgelehnt, und auch die Marienlehre ist in der Orthodoxie zwar in der Liturgie klar vorhanden, aber kaum formell dogmatisiert.
"Transsubstantiation" [μετουσίωσις] ... bezeichnet ... nichts anderes als das, was auch [das Wort] "Verwandlung" im Sakrament ausdrückt."
Ach, in diesem Zusammenhang ist das Unsinn. Die ganze Rauferei um dieses Wort scheidet die Geister: die protestantischen von den orthodoxen. Genau das ist das gesamte Fazit der griechischen Konzilien des 17. Jahrhunderts: "Transsubstantiation" ist ein gut orthodoxer Begriff. Wenn ich demnächst (vielleicht morgen) mal Zeit und Lust habe, übersetze ich euch den Tomos des Konzils von 1691. Übrigens wurde es von den Russen gerade im "antischolastischen" Kontext rezipiert: in Russland polemisierte man Ende des 17. Jh. mit den Lateinern bezüglich des Moments der Wandlung der Gaben und bediente sich doch seiner Inhalte. Also ein leicht anderer Blickwinkel als der des Konzils selbst, denn in Russland gab es zu der Zeit noch keine protestantisierenden Strömungen, welche die Realpräsenz bestritten hätten. Der Tomos des Konzils streitet eine "Borgung" dieses Begriffs von den Lateinern ausdrücklich ab.Miserere Nobis Domine hat geschrieben:scholastisch beeinflusste Orthodoxe
Johaennschen hat geschrieben:Stimmt die Jahreszahl bzw. der Ort der angeführten Synode wirklich?
Ach so, danke. Das erklärt meine Verwechslung mit den anderen o. g. Konzilen.Nietenolaf hat geschrieben:Jedenfalls richtete sich das Konzil von 1691 nicht direkt gegen Kyrill Lukaris, sondern gegen einen seiner (indirekten) Schüler, Johannes Karyophyllis. Vielleicht wirst Du unter diesem Namen fündig (ich habe es nicht probiert).
Ich glaube nicht, daß hier das Problem liegt. Die "Scheidung von Substanz und Akzidenz" ist ja in diesem Falle nix hochphilosophisches, sondern einfach das was jeder Kommunikant weiß: sieht aus wie Brot, schmeckt wie Brot, ist aber in Wirklichkeit doch was ganz andres. Das ist freilich mysteriös, aber daß das Wesentliche der Gaben hier unsichtbar bleibt, kann doch mindestens sagen. Nichts anderes beschreibt doch die Transsubstantiationslehre: äußerlich ändert sich zwar nix, in Wahrheit aber schon. Akzidenz und Substanz nennen die das dann halt. Über diese Worte nun groß zu streiten bringt einen doch nicht weiter...Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Häufig wird "Transsubstantion" im Sinne der aristotelischen Scheidung von Substanz und Akzidenz verstanden. In der Orthodoxen Kirche sind Sakramente aber Mysterien. Ich denke, hier könnte der Unterschied liegen. Obwohl es mich auch nicht überraschen würde, wenn Nietenolaf orthodoxe Theologen anführen würde, die die Wandlung ebenfalls aristotelisch verstanden, denn es gab ja auch scholastisch beeinflusste Orthodoxe.
Was meint das? Heiliggesprochen?Nietenolaf hat geschrieben:Ich lese gerade, daß das Patriarchat von Alexandria vor kurzem Kyrill Lukaris kanonisiert hat...
Ad 1: ich denke, er meint das von Dir vorgestellte, das die Transsubstantiationslehre verteidigt. In der Tat stellt es sich auch mir so dar, als kennten 99% der Orthodoxen das nicht.Nietenolaf hat geschrieben:1. Die Frage ist mir zu allgemein, welches Konzil meinst Du? Außerdem ist die Frage hier off topic.
2. Z.B. die "Konsubstantation". Ihr könnt euch mit dem theologischen Disput bekannt machen, der seinerzeit innerhalb der Mauern der Akademie geführt wurde: http://www.mpda.ru/news/text/25946.html -- das war so eine Art Mini-Konzil, würde ich fast meinen. Mehr zum selben Thema: http://theolcom.ru/ru/full_text.php?TEXT_ID=255, http://www.theolcom.ru/doc/714/IS.pdf, http://www.mpda.ru/search/fulltext.html ... 8&x=11&y=7
Dieser Prof., kritisiert er hier ein mögliches Mißverständnis der "Substanz" in der Transsubstantiationslehre oder will er dagegen polemisieren?Universaltranslator hat geschrieben:Die Debatte hat der beiden Parteien kritisiert worden. Also, um das Konzept der Adresse Transsubstantiation geäußerte Kritik von prof. AI Osipova, die über die Unzulässigkeit Verständnis des Sakramentes der Eucharistie als "atomistische Wunder Umwandlung eines Stoffes in einen anderen sprach.
Originaltext:
В ходе дискуссии подверглись критике положения обеих сторон. Так, в адрес концепции пресуществления прозвучала критика со стороны проф. Осипова, который высказался о недопустимости понимания Таинства Евхаристии как «атомистического чуда» превращения одного вещества в другое.
Das ist ja eigentlich gar nicht mehr verständlich, aber ich interpretiere es mal so, als solle ein Argument gegen die Transsubstantiation vorgebracht werden, was anscheinend wieder die Substanz so versteht, wie ein Chemiker es vielleicht täte.Universaltranslator hat geschrieben:Ven. AA Zaitsev, die wiederum verteidigt die Auffassung, dass das Sakrament prelozheniya Geschenke in keiner Weise im Hinblick auf die Änderung der Essenz, denn es führt zwangsläufig zu unannehmbar für die orthodoxen Tradition beschrieben wird, ist die Magie von Natur aus Lehre über die Veränderungen in der physikalischen Natur der geschaffenen Welt .
Originaltext:
Зайцев, в свою очередь, отстаивал взгляд на то, что таинство преложения Даров никоим образом не может описываться в терминах изменения сущности, поскольку оно с необходимостью приводит к неприемлемому для православной традиции, магическому по своей сути учению об изменениях «физической природы в рамках тварного мира».
Ach, der ist sogar bei Bautz bekannt: http://www.bautz.de/bbkl/k/Karyophylles_jo.shtml (sorry, Schreibweise). Er war Großlogothet, über diesen Sachverhalt findet man auch ein paar Ergebnisse. NB: Auch Bautz hat seine Erkenntnisse über diesen Mann größtenteils aus dem "'Eγχειρίδιον κατὰ τοῦ 'Iωάννου τοῦ Kαρυοϕῦλλου" des Patriarchen Dositheos II. Notaras. Es gibt kaum andere Quellen.Johaennschen hat geschrieben:Aber über diesen Karyophyllis finde ich sogar noch weniger im Netz.
Ja. Das Konzil von 1672 sprach ihn ja von der Autorschaft des ketzerischen "Östlichen Bekenntnisses des christlichen Glaubens" frei. Allerdings merkt es auch an, daß er kein heiliger Märtyrer sei (es gab damals schon Befürworter einer Heiligsprechung) - vorher (1638) wurde er ja namentlich unter's Anathem gestellt.[/color]Johaennschen hat geschrieben:Was meint das? Heiliggesprochen?Nietenolaf hat geschrieben:Ich lese gerade, daß das Patriarchat von Alexandria vor kurzem Kyrill Lukaris kanonisiert hat...
Super, danke!Nietenolaf hat geschrieben:Ach, der ist sogar bei Bautz bekannt: http://www.bautz.de/bbkl/k/Karyophylles_jo.shtml (sorry, Schreibweise). Er war Großlogothet, über diesen Sachverhalt findet man auch ein paar Ergebnisse. NB: Auch Bautz hat seine Erkenntnisse über diesen Mann größtenteils aus dem "'Eγχειρίδιον κατὰ τοῦ 'Iωάννου τοῦ Kαρυοϕῦλλου" des Patriarchen Dositheos II. Notaras. Es gibt kaum andere Quellen.
Mh...Ja. Das Konzil von 1672 sprach ihn ja von der Autorschaft des ketzerischen "Östlichen Bekenntnisses des christlichen Glaubens" frei. Allerdings merkt es auch an, daß er kein heiliger Märtyrer sei (es gab damals schon Befürworter einer Heiligsprechung) - vorher (1638) wurde er ja namentlich unter's Anathem gestellt.
Das "zum Teil" würde ich streichen. Er verstand Substanz wohl wirklich miß. Ulkig!Verlag Traugott Bautz, BBKL hat geschrieben:Den Transsubstantiationsbegriff lehnte er ab, weil die Wandlung (metabole) ein übernatürliches, der Sinneswahrnehmung entzogenes und daher jedem Erklärungsversuch verschlossenes Geschehen sei, der Begriff der T. jedoch die Verwandlung einer Substanz in eine andere bezeichne. Der Streit beruhte letztlich z.T. auf unterschiedlichem Gebrauch aristotelischer Begriffe.
Davon bin ich nicht überzeugt. Wenn man bei Thomas von Aquin liest, ist diese Scheidung eben doch etwas hochphilosophisches, und bezieht sich nicht nur auf die Eucharistie, sondern auf alle Dinge. So sagt er zum Beispiel "Accidens non est ens sed entis".Johaennschen hat geschrieben:Die "Scheidung von Substanz und Akzidenz" ist ja in diesem Falle nix hochphilosophisches, sondern einfach das was jeder Kommunikant weiß: sieht aus wie Brot, schmeckt wie Brot, ist aber in Wirklichkeit doch was ganz andres.
Sie ist insofern veraltet, als dass früher nicht-empirische Physik wissenschaftlich üblich und anerkannt war, und heute nicht mehr.Johaennschen hat geschrieben:Diese Lehre war schon immer ohne empirische Grundlage. Wie auch?Sie ist also nicht veraltet, sondern spekulativ, wie Du ja selbst auch schreibst.
"Dies ist mein Leib" und "Dies ist mein Blut". Diese Beschreibungen Christi sind mir genug.Johaennschen hat geschrieben:Aber versuche doch mal, die Realpräsenz in der Eucharistie zu beschreiben, ohne dabei Substanz und Akzidenz voneinander zu trennen.
Es gibt keine nicht-empirische Physik und es gab auch nie welche. Es geht hier auch nicht um eine physikalische (oder gar chemische!Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Sie ist insofern veraltet, als dass früher nicht-empirische Physik wissenschaftlich üblich und anerkannt war, und heute nicht mehr.
Aha."Dies ist mein Leib" und "Dies ist mein Blut". Diese Beschreibungen Christi sind mir genug.
Ob es die Transsubstantiationslehre verteidigt, ist noch fraglich - dazu gehört eine Analyse der "Transsubstantiationslehre" (in diesem Fall: was die Lateiner darunter verstehen). Zunächst wird nur der Begriff verteidigt, nämlich, daß er der kirchlichen Überlieferung eigen ist.Johaennschen hat geschrieben:Ad 1: ich denke, er meint das von Dir vorgestellte, das die Transsubstantiationslehre verteidigt. In der Tat stellt es sich auch mir so dar, als kennten 99% der Orthodoxen das nicht.
Im orthodoxen Verständnis des Begriffs "Transsubstantiation" wird ja auch nicht versucht, das Mysterium des Schleiers zu berauben:Miserere Nobis Domine hat geschrieben:"Dies ist mein Leib" und "Dies ist mein Blut". Diese Beschreibungen Christi sind mir genug.Johaennschen hat geschrieben:Aber versuche doch mal, die Realpräsenz in der Eucharistie zu beschreiben, ohne dabei Substanz und Akzidenz voneinander zu trennen.
Schreiben der Östlichen Patriarchen über den Orthodoxen Glauben* hat geschrieben:Durch den Begriff "Transsubstantiation" wird nicht die Art und Weise erklärt, auf welche Brot und Wein zum Leib und Blut des Herrn werden: das kann nämlich niemand, als Gott allein, begreifen, und die Mühen jener, die es begreifen wollen, kann man nur als Folgen von Wahnsinn und fehlender Ehrfurcht bezeichnen; sondern damit wird nur gezeigt, daß Brot und Wein sich nach der Heiligung nicht im übertragenen Sinn, nicht symbolisch, und nicht durch eine Fülle an Gnade, nicht durch die Mitteilung oder die Herabkunft der einen Göttlichkeit des Eingeborenen zu Leib und Blut des Herrn wandeln, und nicht die eine oder andere zufällige Eigenschaft**von Brot und Wein werden zu einer zufälligen Eigenschaft des Leibes und des Blutes Christi durch irgendeine Veränderung oder Vermischung, sondern, wie es oben gesagt wurde, wahrhaftig, wirklich und wesentlich wird das Brot zu dem wahren Leib des Herrn selbst, und der Wein wird zu dem Blut des Herrn selbst.
Okay, das stimmt natürlich, da war ich etwas ungenau in meiner Ausdrucksweise.Nietenolaf hat geschrieben:Ob es die Transsubstantiationslehre verteidigt, ist noch fraglich - dazu gehört eine Analyse der "Transsubstantiationslehre" (in diesem Fall: was die Lateiner darunter verstehen). Zunächst wird nur der Begriff verteidigt, nämlich, daß er der kirchlichen Überlieferung eigen ist.
Ich denke, daß das ein häufiges Mißverständnis ist, daß man nämlich meint, die Transsubstantion wolle etwas erklären, wo sie doch nur etwas beschreiben will, wenn auch in der Sprache einer bestimmten philosophischen Schule.Im orthodoxen Verständnis des Begriffs "Transsubstantiation" wird ja auch nicht versucht, das Mysterium des Schleiers zu berauben:
Schreiben der Östlichen Patriarchen über den Orthodoxen Glauben* hat geschrieben:Durch den Begriff "Transsubstantiation" wird nicht die Art und Weise erklärt, auf welche Brot und Wein zum Leib und Blut des Herrn werden: das kann nämlich niemand, als Gott allein, begreifen, und die Mühen jener, die es begreifen wollen, kann man nur als Folgen von Wahnsinn und fehlender Ehrfurcht bezeichnen; sondern damit wird nur gezeigt, daß Brot und Wein sich nach der Heiligung nicht im übertragenen Sinn, nicht symbolisch, und nicht durch eine Fülle an Gnade, nicht durch die Mitteilung oder die Herabkunft der einen Göttlichkeit des Eingeborenen zu Leib und Blut des Herrn wandeln, und nicht die eine oder andere zufällige Eigenschaft von Brot und Wein werden zu einer zufälligen Eigenschaft des Leibes und des Blutes Christi durch irgendeine Veränderung oder Vermischung, sondern, wie es oben gesagt wurde, wahrhaftig, wirklich und wesentlich wird das Brot zu dem wahren Leib des Herrn selbst, und der Wein wird zu dem Blut des Herrn selbst.
*Das ist de facto die Antwort des Konzils von 1672 auf das ketzerische "Östliche Bekenntnis des christlichen Glaubens" von Lukaris.
An dieser Stelle sei mal angeführt, dass das ca 99% der Orthodoxen tatsächlich nicht beschäftigt (und natürlich erwartet keiner, dass die Hl. Kommunion nach Leib und Blut schmeckt).Johaennschen hat geschrieben:Es gibt keine nicht-empirische Physik und es gab auch nie welche. Es geht hier auch nicht um eine physikalische (oder gar chemische!Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Sie ist insofern veraltet, als dass früher nicht-empirische Physik wissenschaftlich üblich und anerkannt war, und heute nicht mehr.) Frage, sondern um eine metaphysische. Wenn Du Dir das klarmachtest, lehntest Du vielleicht den infragestehenden Begriff nicht mehr ab.
Aha."Dies ist mein Leib" und "Dies ist mein Blut". Diese Beschreibungen Christi sind mir genug.![]()
Daß es aber weder so aussieht, noch so schmeckt, ist Dir doch aber sicherlich aufgefallen, oder?
Falls ja: Nimm beide Aussagen zusammen, und Du hast eigentlich schon "Transsubstantiation" gesagt.