Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

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Stephen Dedalus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Stephen Dedalus »

In Großbritannien spielt sich gerade ein kleines Nebendrama zur sog. "Mißbrauchsdebatte" ab.

Erzbischof Rowan Williams spricht eine einfache Wahrheit aus - und wird dafür heftig angegriffen.

In einem heute ausgestrahlten Interview sagte er, die Kirche in Irland habe angesichts des Mißbrauchsskandals "jegliche Glaubwürdigkeit verloren".

Nun handelte es sich dabei keineswegs um eine Frontalattacke gegen die römisch-katholische Kirche in Irland (wie die skandalgeile Presse es darstellt), sondern vielmehr um eine eher mitfühlende Analyse der gegenwärtigen Situation.

Im Kontext sagte Erzbischof Williams dies:
"I was speaking to an Irish friend recently who was saying that it's quite difficult in some parts of Ireland to go down the street wearing a clerical collar now. And an institution so deeply bound into the life of a society suddenly losing all credibility – that's not just a problem for the church, it is a problem for everybody in Ireland."
Man kann Rowan Williams hier nur recht geben. Es ist ein Problem, wenn die Kirche auf so breiter Front in den Augen der Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit verliert. Sollten ihm darin nicht auch die katholischen Bischöfe zustimmen?
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Maurus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Maurus »

Stephen Dedalus hat geschrieben:In Großbritannien spielt sich gerade ein kleines Nebendrama zur sog. "Mißbrauchsdebatte" ab.

Erzbischof Rowan Williams spricht eine einfache Wahrheit aus - und wird dafür heftig angegriffen.

In einem heute ausgestrahlten Interview sagte er, die Kirche in Irland habe angesichts des Mißbrauchsskandals "jegliche Glaubwürdigkeit verloren".

Nun handelte es sich dabei keineswegs um eine Frontalattacke gegen die römisch-katholische Kirche in Irland (wie die skandalgeile Presse es darstellt), sondern vielmehr um eine eher mitfühlende Analyse der gegenwärtigen Situation.

Im Kontext sagte Erzbischof Williams dies:
"I was speaking to an Irish friend recently who was saying that it's quite difficult in some parts of Ireland to go down the street wearing a clerical collar now. And an institution so deeply bound into the life of a society suddenly losing all credibility – that's not just a problem for the church, it is a problem for everybody in Ireland."
Man kann Rowan Williams hier nur recht geben. Es ist ein Problem, wenn die Kirche auf so breiter Front in den Augen der Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit verliert. Sollten ihm darin nicht auch die katholischen Bischöfe zustimmen?
Die Medien haben die Aussage von Williams für ihre Kampagne verwendet, deswegen hat sich Williams auch artig entschuldigt. Das war allerdings schon vor dem Wochenende.

civilisation
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von civilisation »

Das sind doch die Aussagen eines um seine Macht ringenden Funktionärs.

Propaganda. Mehr nicht.

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Bernado
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Bernado »

civilisation hat geschrieben:@ Bernardo

Die Position des Geistlichen ist nicht erkennbar. Aber Gaillot trägt die Verantwortung, wenn er schreibt:
Aber zur damaligen Zeit funktionierte die Kirche so», meinte Gaillot. Nachdem der kanadische Priester im Bistum Evreux zwischen 1989 und 1992 erneut Minderjährige sexuell missbrauchte, wurde er 2005 von einem französischen Gericht verurteilt.
Ja - die Verantwortung trägt er in jedem Fall. Denn wenn er den Priester in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe in der allgemeinen Gemeindearbeit eingesetzt hätte, wie das der Kath-net-Text vermuten läßt, wäre das natürlich übel.

Andererseits wäre nichts dagegen zu sagen gewesen, wenn er ihn ins Diözesanarchiv gesteckt hätte. Womit aber noch die Frage offen bleibt, ob er tatsächlich einen rechtsgültig verurteilten Straftäter unterstützt hat, sich dem Gefängnis zu entziehen, und wie das zu bewerten ist. In jedem Fall kann er die Verantwortung nicht auf andere abwälzen - er hat ja auch sonst nicht bei allem mitgemacht, was in der Kirche "üblich" und darüberhinaus auch durch Lehre und Recht geheiligt ist.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

Stephen Dedalus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Stephen Dedalus »

Maurus hat geschrieben:Die Medien haben die Aussage von Williams für ihre Kampagne verwendet, deswegen hat sich Williams auch artig entschuldigt. Das war allerdings schon vor dem Wochenende.
Er hat sich ausdrücklich nicht für die Aussage entschuldigt, sondern nur für eventuelle Verletzungen, die sie ausgelöst haben könnte. In der Sache gab es nichts, das er hätte zurücknehmen müssen.

Das Interview wurde heute erst ausgestrahlt. Details wurden allerdings bereits vor dem Wochenende bekannt und von der Presse breitgetreten. Eine Methode, die man in den Medien jetzt gern anwendet: Es wird eine Meldung draus gemacht, bevor die Fakten überhaupt auf dem Tisch liegen.

Im Kontext des Interviews wird deutlich, daß die Aussage keinerlei Attacke darstellt. Daher wird der "Angriff" des Erzbischofs auf die irischen katholischen Bischöfe bereits vor dem Ereignis von der Presse inszeniert. Wenn das Interview in seiner ganzen Länge ausgestrahlt wird, ist der Wortlaut schon gar nicht mehr wichtig. Was zählt, ist nur noch die Meldung an sich.

Die Journaille versucht sich so die Deutungshoheit über die Ereignisse zu sichern.
Zuletzt geändert von Stephen Dedalus am Dienstag 6. April 2010, 13:05, insgesamt 1-mal geändert.
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lifestylekatholik
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von lifestylekatholik »

Stephen Dedalus hat geschrieben:Im Kontext des Interviews wird deutlich, daß die Aussage keinerlei Attacke darstellt.
Zumindest keine direkte, ja. Und die Frage, die er formuliert hat, stellt sich in der Tat (auch wenn man sich fragen kann, warum die ein Bischof einer anderen Kirche in die Diskussion einbringen zu müssen meint).
Stephen Dedalus hat geschrieben:Daher wird der "Angriff" des Erzbischofs auf die irischen katholischen Bischöfe bereits vor dem Ereignis von der Presse inszeniert. Wenn das Interview in seiner ganzen Länge ausgestrahlt wird, ist der Wortlaut schon gar nicht mehr wichtig. Was zählt, ist nur noch die Meldung an sich.
Das ist ja das normale Vorgehen. Es fällt einem halt nur dann auf, wenn man zufällig detaillierte Informationen hat. Und da man die bei der Masse der Meldungen nicht hat, hält man den speziellen Fall dann gern für einen Einzelfall.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Christian
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Christian »

Angriff auf Bischof Genn: Ärger über Missbrauchsfälle als Motiv
Münster/Steinfurt - Das Motiv für den Angriff auf Bischof Genn scheint aufgeklärt: Der 44 Jahre alte Mann aus dem Kreis Steinfurt, der den Bischof am Ostersonntag in der Ostermesse angegriffen hatte, gab an, durch die öffentliche Debatte der letzten Wochen über Missbrauchsfälle in den Kirchen auf die Idee gebracht worden zu sein, dem Bischof einen „Streich“ spielen zu wollen.
Ist schon an anderer Stelle gestern diskuttiert worden aber da sich der Täter gibt als Motiv die Mißbrauchsdebatte an.

Gruß,

Christian
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cantus planus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von cantus planus »

Dann hat die Hetze ja die erwünschte Frucht gebracht. Einige befreundete Ordensschwestern bemerkten auch schon zunehmende Aggressivität auf den Straßen. Blöde Sprüche kamen immer schon, aber jetzt wird es zunehmend verletzender.
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Christiane
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Christiane »

cantus planus hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben: viewtopic.php?p=369788#p369788
Im Prinzip richtig. Man würde sich aber auch schon viel Ärger ersparen, wenn alle Priester wenigstens wieder Kollar trügen. Von der Soutane ganz zu schweigen.
Tja, also unserer Priester von Neokatechumenat tragen alle immer Kollar. 8)
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila

"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)

Christian
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Christian »

Katholische Kirche:Der geheime Milliardenschatz des Klerus

Ich habe den Artikel hierhin gestellt, da regelmäßig innerhalb der Mißbrauchsdebatte von Entschädigung und auch vom wegfall der Kirchensteuer die Rede ist. Meiner Meinung nach startet jetzt "Phase 2" der Kampagne unter dem Titel : " Die Kirchenbonzen sollen zahlen"
Die Gläubigen treten in Scharen aus, die Steuereinnahmen sinken - in den Kassen der katholischen Kirche klafft ein Loch. Trotzdem muss sich die Institution wohl keine wirklichen Sorgen machen: Immobilien- und Geldbesitz summieren sich Schätzungen zufolge zu einem Milliardenvermögen
Gruß,

Christian
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cantus planus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von cantus planus »

Ach, die alte Leier vom Milliardenvermögen. Dabei übersehen die Leute regelmäßig, dass der ganze Krempel größtenteils unveräußerlich ist und jedes Jahr Milliarden an Unterhalt verschlingt.... :patsch:
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Christian
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Christian »

cantus planus hat geschrieben:Ach, die alte Leier vom Milliardenvermögen. Dabei übersehen die Leute regelmäßig, dass der ganze Krempel größtenteils unveräußerlich ist und jedes Jahr Milliarden an Unterhalt verschlingt.... :patsch:
Es wird mit Emotionen gespielt. Von meiner evangelischen Sippschaft höre ich öfters "wenn der Papst das ganze Gold und Vermögen den Armen geben würde, dann gebe es kein Hunger und Elend auf der Welt". Die Menschen sind Herdentiere und lassen sich gerne (ver)führen. Der Neidkomplex funktioniert immer in Deutschland, siehe "Reichensteuer" , "Hartz4-Parasiten" und nun reiche Pfaffen die schänden....

Gruß,

christian
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holzi
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von holzi »

Christian hat geschrieben:Es wird mit Emotionen gespielt. Von meiner evangelischen Sippschaft höre ich öfters "wenn der Papst das ganze Gold und Vermögen den Armen geben würde, dann gebe es kein Hunger und Elend auf der Welt". Die Menschen sind Herdentiere und lassen sich gerne (ver)führen. Der Neidkomplex funktioniert immer in Deutschland, siehe "Reichensteuer" , "Hartz4-Parasiten" und nun reiche Pfaffen die schänden....
Lenin hat seinerzeit auch die Besitzungen der russischen Kirche verteilt - die Folge waren die schwersten Hungerjahre der gesamten russischen Geschichte!

civilisation
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von civilisation »

cantus planus hat geschrieben:Ach, die alte Leier vom Milliardenvermögen. Dabei übersehen die Leute regelmäßig, dass der ganze Krempel größtenteils unveräußerlich ist und jedes Jahr Milliarden an Unterhalt verschlingt.... :patsch:
Und dennoch interessiert "der ganze Krempel" gewisse Kreise. Das kleine Grüppchen der "Neureichen" überall auf der Welt ist sofort dabei, wenn es um Kunstwerke etc. geht.

Hinter der gesamten Diskussion, wie sie jetzt entflammt ist und weiter zunimmt steckt doch nur noch die Vernichtung der Römisch-Katholischen Kirche und ihrer Strukturen.

Dazu tragen auch die "Kirchenoberen" bei.

Edit aus "die 'Kirchenoberen'" mache ich mal "gewisse Kirchenoberen".

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cantus planus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von cantus planus »

Ja, Civi & Christian, da werdet ihr wohl leider recht haben.
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Raimund J.
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Raimund J. »

Das Radio Programm des Bayerischen Rundfunks ist kaum mehr erträglich. Heute morgen in BR2 gings munter weiter mit der antikirchlichen Kampagne.

Hier ein Hörbeispiel (Achtung nichts für Leute mit schwachen Nerven, Herz- oder Blutdruckproblemen!). BR-Journalist Matthias Dänzer-Vanotti im Gespräch mit dem Theologen Hermann Häring:

http://www.br-online.de/imperia/md/audi ... rman_a.mp3
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

civilisation
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von civilisation »

Auch der Wunibald Müller schießt.

Das kann er - bekanntermaßen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/586/5774/text/

daraus:
Von einer Priesterschaft, die zölibatäre und verheiratete Priester einschließt, ginge eine positive Wirkung aus: weil dann der ganze Bereich der Intimität selbstverständlicher innerhalb der Priesterschaft anwesend wäre, und weil damit ein eindeutiges Ja zur Sexualität zum Ausdruck käme.

Will die Kirche diese schwere Krise für sich fruchtbar machen, muss sie die Sexualität, auch die Sexualität in ihren eigenen Reihen, aus der Dunkelkammer herausholen, wo sie oft ein unwürdiges Leben fristet. Dann kann sie sich auch im kirchlichen Bereich entfalten und als wunderbares Geschenk Gottes gewürdigt und erfahren werden.

Wo Licht hinfällt, wird nicht ausbleiben, dass man auch die Schmutzflecken am Kleid der Kirche entdeckt. Man sieht dann aber auch wieder deutlicher, dass nicht das ganze Kleid beschmutzt ist, sondern dass die überwiegende Mehrheit der Priester treu ihren Dienst tut und allem Vertrauen gerecht wird.

Wunibald Müller ist eh' zum :kotz:

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cantus planus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von cantus planus »

civilisation hat geschrieben:
Von einer Priesterschaft, die zölibatäre und verheiratete Priester einschließt, ginge eine positive Wirkung aus: weil dann der ganze Bereich der Intimität selbstverständlicher innerhalb der Priesterschaft anwesend wäre, und weil damit ein eindeutiges Ja zur Sexualität zum Ausdruck käme.
Jahhhaaaa! Natürlich!

Wenn man den Hintergrund des Herrn Müller nicht kennen würde, könnte man herzlich applaudieren. Kommt aber erstmal die Priesterehe, fallen dem Herrn Müller seine zahllosen Schwulen im Klerus wieder ein, die ja auch zu ihrem Recht kommen müssen. Und dann scheitern evtl. einige Ehen. Da müssen wir natürlich für Klarheit sorgen und die Scheidung in Betracht ziehen...

Mann! Ich habe den Eindruck, dass die Leute alle nur noch den ersten Schritt denken, und sich keine Sorgen machen, welcher der nächste sein wird und wohin der führt.
Après nous le déluge! :patsch:
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cantus planus
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von cantus planus »

Dazu passt wie die Faust aufs Auge das Zitat aus dem Nachbarthread: viewtopic.php?p=369847#p369847
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Bernado
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Bernado »

cantus planus hat geschrieben:Mann! Ich habe den Eindruck, dass die Leute alle nur noch den ersten Schritt denken, und sich keine Sorgen machen, welcher der nächste sein wird und wohin der führt.
Après nous le déluge! :patsch:
Ich habe den Eindruck, daß sie ds schon wissen - und daß sie ganz genau dort hin wollen.

Nicht aus Sexbesessenheit - das will ich den Herrschaften gar nicht unterstellen, sondern weil sie das Zeichen des Widerspruchs aus dem Weg haben wollen.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

civilisation
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von civilisation »

An die weiteren Schritte mag ich gar nicht erst denken.

Denn Müller und seine Konsorten sind nicht die Kirche.

Ebensowenig wie WsK, IKvU und die diversen sich immer noch im Rahmen der r.-k. Kirche meinend handelnden Geistlichen, die ein üppiges Gehalt beziehen und die Vernichtung der Kirche auf ihre Flagge geschrieben haben.

Nein - das ist nicht mehr meine Kirche. :auweia:

civilisation
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von civilisation »

Bernado hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Mann! Ich habe den Eindruck, dass die Leute alle nur noch den ersten Schritt denken, und sich keine Sorgen machen, welcher der nächste sein wird und wohin der führt.
Après nous le déluge! :patsch:
Ich habe den Eindruck, daß sie ds schon wissen - und daß sie ganz genau dort hin wollen.

Nicht aus Sexbesessenheit - das will ich den Herrschaften gar nicht unterstellen, sondern weil sie das Zeichen des Widerspruchs aus dem Weg haben wollen.

Zeichen des Widerspruchs "aus dem Weg" räumen?

Lese ich das richtig?

Ich bin wahrlich kein Sedisvakantist - und auch kein Befürworter des Sedisvakantisten Rothkranz. Aber kommen wir nicht immer mehr einer "Diktatur des Humanismus" näher?

Das "Gleichmachertum" kotzt mich an. Denn die Kirche ist nicht von dieser Welt. Und genau das wird jetzt von diversen Kreisen, die ein diabolisches Zeichen tragen, bekräftigt, befürwortet und zum Ausdruck gebracht.

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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von LaudaSion870 »

Mittlerweile spricht man in innerkirchlichen Kreisen- wenn auch noch unter vorgehaltener Hand- von der drohenden Spaltung der katholischen Kirche. Das würde aber faktisch nur einen bereits vorhandenen Zustand rechtlich sanktionieren. Denn eigentlich steht einem ein gläubiger Lutheraner näher als ein extremer Modernist. Und in den Pfarreien und Gremien ist man ja nur noch damit beschäftigt, Selbstverständlichkeiten des katholischen Glaubens zu verteidigen. Zu Seelsorge und Mission fehlt vielfach die Zeit.

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lifestylekatholik
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von lifestylekatholik »

LaudaSion870 hat geschrieben:Mittlerweile spricht man in innerkirchlichen Kreisen- wenn auch noch unter vorgehaltener Hand- von der drohenden Spaltung der katholischen Kirche. Das würde aber faktisch nur einen bereits vorhandenen Zustand rechtlich sanktionieren.
Kam mir vorhin grad unter die Augen:
Möge sich der Heilige Vater doch mit kraftvollen Verteidigern des Glaubens umgeben, möge er doch solche in den wichtigen Diözesen ernennen! Möge er doch in wichtigen Dokumenten die Wahrheit verkünden, den Irrtum verfolgen, ohne Furcht davor, Widerspruch zu finden, ohne Furcht vor Schismen, ohne Furcht, die pastoralen Verfügungen des Konzils zu revidieren.
Hm, leichter gewünscht als getan. :hmm:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Bernado
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Bernado »

civilisation hat geschrieben: Zeichen des Widerspruchs "aus dem Weg" räumen?

Lese ich das richtig?

Ich bin wahrlich kein Sedisvakantist - und auch kein Befürworter des Sedisvakantisten Rothkranz. Aber kommen wir nicht immer mehr einer "Diktatur des Humanismus" näher?
Ich weiß nicht, was Du gelesen hast. Ich betrachte die verpflichtende zölibatäre Lebensweise als ein Zeichen des Widerspruchs gegen eine Gesellschaft, die nur noch das diesseitige anerkennt und alles, was irgendwie darüber hinaus weist, (zu recht) als Vorwurf begreift und deshalb vernichten will. auch deshalb muß der Zölibat verteidigt werden.
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von obsculta »

Nicht aus Sexbesessenheit - das will ich den Herrschaften gar nicht unterstellen, sondern weil sie das Zeichen des Widerspruchs aus dem Weg haben wollen
Diesen Eindruck habe ich auch.

Und zwar mit allen Mitteln.

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Niels
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Niels »

http://www.focus.de/panorama/welt/missb ... 9612.html
:vogel:
Die Dame sollte erstmal in den eigenen Reihen aufräumen.
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"Missbrauchs-Hotline"

Beitrag von Niels »

Quelle hat geschrieben:(...)Auffallend sei, dass für die Hilfesuchenden bei der Hotline nicht nur Missbrauch durch kirchliche Mitarbeiter eine Rolle spiele, sondern auch Misshandlung, sagte Kronenburg. «Aber da sind die Grenzen ja fließend.» Wenn etwa ein Schüler mit einem Stock auf den nackten Po geschlagen worden sei, stelle sich auch die Frage, wo der sexuelle Missbrauch beginne. Im Wesentlichen würden Fälle aus den 60er oder 70er Jahren geschildert (...)
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Niels »

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_h ... rauch.html
Pfarrer Paul Nieder hatte am Karfreitag den Gemeinderat über die Vorwürfe unterrichtet - seit gestern hängt die Pressemitteilung im Schaukasten der Gemeinde aus. "Wir waren völlig schockiert, das kann man eigentlich gar nicht wiedergeben", sagt Foerster. Er ist mit Unterbrechungen seit 1983 Vorsitzender der Kirchengemeinde.
O sancta simplicitas... :vogel: :narr:
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Niels »

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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von lifestylekatholik »

Niels hat geschrieben:http://www.fr-online.de/frankfurt_und_h ... rauch.html
Pfarrer Paul Nieder hatte am Karfreitag den Gemeinderat über die Vorwürfe unterrichtet - seit gestern hängt die Pressemitteilung im Schaukasten der Gemeinde aus. "Wir waren völlig schockiert, das kann man eigentlich gar nicht wiedergeben", sagt Foerster. Er ist mit Unterbrechungen seit 1983 Vorsitzender der Kirchengemeinde.
O sancta simplicitas... :vogel: :narr:
Oben in diesem Absatz wird Foerster als »Vorstandsvorsitzender der Pfarrgemeinde« bezeichnet.

Abgesehen davon ist der Artikel so unklar formuliert, dass nicht klar wird, warum gerade die Funktion des Beschuldigten als Messdiener hervorgehoben wird. :roll:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Christian
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Re: Die aktuelle Mißbrauchsdebatte

Beitrag von Christian »

Neues aus Odenwald
......

Allesamt hätten von "furchtbaren Misshandlungen von Schülern an Schülern" berichtet. ......

Laut "FR" handelt es sich bei jenem Pädagogen um Jürgen K., der bis 1999 im Odenwald tätig war und der zu den Lehrern zählt, die eine ihrer Ex-Schülerinnen geheiratet haben. Nach Informationen der "FR" verfasste K. im Januar 2000 einen Brief an einen aufklärungswilligen Ex-Kollegen. Darin schreibt er über seine spätere Frau, er habe sie "unter den vielen wunderschönen und gescheiten Jungfrauen in Oberhambach als die geeignetste" ausgesucht und "quasi von der Schulbank weg" geheiratet. K. ist einer von acht beschuldigten Lehrern, gegen welche die Staatsanwaltschaft Darmstadt aktuell ermittelt.

Nach "FR"-Informationen hat Rektorin Kaufmann zudem Hinweise, dass sich mehrere missbrauchte Ex-Schüler nach ihrer Zeit an der Odenwaldschule umgebracht hätten. Der jüngste dieser Fälle datiert auf das Jahr 1999. Sie kenne inzwischen namentlich vier Altschüler, die nach ihrer Zeit im Odenwald Suizid verübt hätten, berichtet die "FR". Ex-Schulkameraden gaben an, dass alle vier ebenfalls missbraucht worden seien.

"Ich frage mich, wie das passiert sein kann, ohne dass Lehrer die schrecklichen Schmerzensschreie gehört haben", sagte Kaufmann und zeigte sich erschüttert.

Was wusste Antje Vollmer?

Die Vorsitzende des Runden Tisches Heimerziehung, Antje Vollmer, ist angeblich bereits im November 2002 von einem Lehrer der Odenwaldschule über die Missbrauchsvorwürfe gegen deren vormaligen Schulleiter Gerold Becker informiert worden. Ein Lehrer habe der Grünen-Politikerin in einem Brief den Missbrauch angezeigt, berichtete am Wochenende die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS").

Die damalige Bundestagsvizepräsidentin habe den Brief von einer Mitarbeiterin beantworten lassen. Laut "FAS" hieß es in der Replik, in dem Brief des Lehrers "werden Vorwürfe gegen eine Person, die Frau Vollmer nicht kennt, und in einer Angelegenheit, die sie in keiner Weise beurteilen kann, erhoben".

Zu diesem Zeitpunkt sei Becker, der sich nach der Veröffentlichung der Vorwürfe gegen ihn im Jahr 1999 zunächst aus verschiedenen pädagogischen Gremien und von seinen Beraterfunktionen zurückgezogen hatte, wieder vermehrt öffentlich tätig geworden. Gemeinsam mit Vollmer habe er als Studiogast am 13. April 2002 auch an einer Sendung des Deutschlandfunks zum Thema Vertrauen teilgenommen. Becker wurde der "FAS" zufolge als Pädagoge, Psychologe und ehemaliger Leiter der Odenwaldschule angekündigt.

........
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