Bundes-CSU ?
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conscientia
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Horst Seehofer?! Auf ähnliche Art hat die CSU letztlich auch die Strauß-Nachfolge geregelt.Marcus hat geschrieben:Wie sagte eine Bekannte von mir mal: "Früher hatten wir noch Staatsmänner." Heute haben wir bloß "Politiker".Lutheraner hat geschrieben:Ich denke, dass mein Glaubensbruder Beckstein nach der Wahl im Herbst in seinem Verein in Bayern ganz schöne Probleme kriegen wird. Für deutschlandweite Träume wird er da keine Zeit mehr haben.
Die CSU wird im Vergleich zur letzten Landtagswahl locker 10-15% verlieren. Danach werden sich erst mal alle Kritiker auf das "Führungstandem" stürzen. Was von ihnen übrigbleiben wird, wissen wir nicht.
Und zwar nicht, weil er unbedingt der beste Mann ist, sondern weil er die alten Tugenden der CSU-Ministerpräsidenten gut vereint: soziale, bisweilen populistische Rhetorik, nicht eindeutig für eine neoliberale Wirtschafts- und Sozialordnung vereinnehmbar, versteht es eher, zu versöhnen statt zu spalten (das war, wie ich meine, bei FJS und Alfons Goppel auch so, wurde aber bei FJS bundespolitisch nicht wahrgenommen, weil sich die Hamburger Presse auf ihn eingeschossen hatte).
Es gab doch schon mal die DSU.
Zur Volkskammerwahl am 18. März 1990 ging sie zusammen mit der CDU und dem Demokratischen Aufbruch (DA) das Wahlbündnis Allianz für Deutschland ein, das die Wahl gewann. Die DSU erreichte 6,3 % und 25 Sitze.[...]
Er vertrat damals den Standpunkt, in Deutschlands Mitte und Osten müsse eine konservative Regionalpartei nach dem Bilde der CSU geschaffen werden. Nach dem überragenden Sieg der Allianz wischte Helmut Kohl alle Überlegungen beiseite und zwang die CSU zum Abbruch des Engagements für die DSU.
Zur Volkskammerwahl am 18. März 1990 ging sie zusammen mit der CDU und dem Demokratischen Aufbruch (DA) das Wahlbündnis Allianz für Deutschland ein, das die Wahl gewann. Die DSU erreichte 6,3 % und 25 Sitze.[...]
Er vertrat damals den Standpunkt, in Deutschlands Mitte und Osten müsse eine konservative Regionalpartei nach dem Bilde der CSU geschaffen werden. Nach dem überragenden Sieg der Allianz wischte Helmut Kohl alle Überlegungen beiseite und zwang die CSU zum Abbruch des Engagements für die DSU.
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conscientia
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Ja - aber die Jungs von der DSU waren, wenn ich das recht in Erinnerung habe, eher deutschnational und vielleicht ein wenig protestantisch-bildungsbürgerlich.
Die CSU (und eigentlich auch die CDU) haben mit der katholisch-sozialen Politik eine noch ganz starke andere Wurzel. Also, Helmut Kohl hat von seiner Herkunft und seinem Wurzelgrund her von vorn herein in die Unionsparteien gepasst. Bei Frau Merkel ist das anders. Protestantisch und bildungsbürgerlich und am Sozialismus orientiert von Hause aus: das passt eigentlich besser zu manchen Segmenten der Sozialdemokratie.
Ich fürchte, eine konservative Partei rechts von der CDU, bundesweit verbreitet, würde auf Dauer zu einer heillosen Zersplitterung der Christlich-sozialen und Konservativ-nationalen führen, mit der Folge, dass sich schnell Koalitionen im linken Lager fänden.
Von daher geht eigentlich nichts über eine schwarze Sammlungspartei wie die Union (aus Zentrum und DVP), die wir haben. Nur müssten sich darin auch genügend unkonventionell-grünalternativ denkende junge Leute engagieren, damit nicht das nachwachsende katholische Lager strukturell der SPD anheimfällt (wie das in Hessen scheinbar schon passiert ist).
Die CSU (und eigentlich auch die CDU) haben mit der katholisch-sozialen Politik eine noch ganz starke andere Wurzel. Also, Helmut Kohl hat von seiner Herkunft und seinem Wurzelgrund her von vorn herein in die Unionsparteien gepasst. Bei Frau Merkel ist das anders. Protestantisch und bildungsbürgerlich und am Sozialismus orientiert von Hause aus: das passt eigentlich besser zu manchen Segmenten der Sozialdemokratie.
Ich fürchte, eine konservative Partei rechts von der CDU, bundesweit verbreitet, würde auf Dauer zu einer heillosen Zersplitterung der Christlich-sozialen und Konservativ-nationalen führen, mit der Folge, dass sich schnell Koalitionen im linken Lager fänden.
Von daher geht eigentlich nichts über eine schwarze Sammlungspartei wie die Union (aus Zentrum und DVP), die wir haben. Nur müssten sich darin auch genügend unkonventionell-grünalternativ denkende junge Leute engagieren, damit nicht das nachwachsende katholische Lager strukturell der SPD anheimfällt (wie das in Hessen scheinbar schon passiert ist).
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Paul Heliosch
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Die Frage, was er (FJS) getan hätte...
Anlässlich des 20.Todesjahres von Franz Joseph Srauß würdigt die CSU ihren früheren Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten. CSU- Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber bezeichnet Strauß als „größten politischen Sohn Nachkriegs-Bayerns“. (Anm.: Dieser Aussage schliesse ich mich vorbehaltlos an
) Franz Joseph Strauß überzeugte viele durch Geist und Witz.
...
Auch in Berlin verhalten sich jedenfalls die CSUler immer noch so, als schaue Franz Josef direkt aus dem Himmel auf ihre Arbeit.
Die Frage, was er getan hätte, wird in der CSU-Landesgruppe nach wie vor gestellt, gerade jetzt, wo die Christsozialen in Bayern knapp drei Monate vor der Landtagswahl um ihre Vorherrschaft bangen müssen....
| Quelle: Focus.de am 11.07.08 |
...
Auch in Berlin verhalten sich jedenfalls die CSUler immer noch so, als schaue Franz Josef direkt aus dem Himmel auf ihre Arbeit.
| Quelle: Focus.de am 11.07.08 |
Zuletzt geändert von Paul Heliosch am Samstag 12. Juli 2008, 10:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Paul Heliosch
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Bei näherer Betrachtung der folgenden Grafik ...

...meine ich das aktuelle Problem der CSU in dem Pfeil links von der CSU ausgemacht zu haben ...
...und zwar hinsichtlich des zu befürchtenden Farb(Kontrast)verlustes, wie er bereits im Schriftzug der CDU angedeutet ist, wenn die CSU jenem Pfeil weiter folgte!
Wenn es war ist, daß die LINKE die beste SPD ist, die es jemals gab, dann könnte ein Lösungsansatz für die CSU näherhin analog lauten:
Möge die CSU eine bessere CDU sein, als die CDU jemals war!

...meine ich das aktuelle Problem der CSU in dem Pfeil links von der CSU ausgemacht zu haben ...
...und zwar hinsichtlich des zu befürchtenden Farb(Kontrast)verlustes, wie er bereits im Schriftzug der CDU angedeutet ist, wenn die CSU jenem Pfeil weiter folgte!
Wenn es war ist, daß die LINKE die beste SPD ist, die es jemals gab, dann könnte ein Lösungsansatz für die CSU näherhin analog lauten:
Möge die CSU eine bessere CDU sein, als die CDU jemals war!
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Paul Heliosch
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Dies ist kein Scherz: Welche Argumente könnten eigentlich | Dr. Helmut Kohl | daran hindern sich für die CSU im Bundeswahlkampf einzusetzen - wir erinnern uns an Dr. Franz Josef Strauss, der sich gleichermaßen für die CDU einsetzte:Paul Heliosch hat geschrieben:...
Möge die CSU eine bessere CDU sein, als die CDU jemals war!

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Paul Heliosch
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...und da wäre noch der sinnfreierweise von der CDU gechasste | Herr Merz | zu markieren ...und zwar für das Wählersegment der "junggebliebenen Wilden".
O-Ton Friedrich Merz | Nur, wer sich ändert, kann bestehen - Vom Ende der Wohlstandsillusion (Leseprobe .PDF) |
Quelle: http://www.friedrich-merz.de/webseite.a ... 38&tmpl=wk
O-Ton Friedrich Merz | Nur, wer sich ändert, kann bestehen - Vom Ende der Wohlstandsillusion (Leseprobe .PDF) |
Quelle: http://www.friedrich-merz.de/webseite.a ... 38&tmpl=wk
Hallo Paul,
hast Du Dich eigentlich schon mal bei der CSU um einen Posten im Wahlkampfteam beworben? Du hättest wahrscheinlich gute Chancen - so etwa nach dem Motto "Paul statt Pauli" (frag mal in Nürnberg nach, wo Beckstein gegen Pauli antreten muß!).
Was Strauß angeht, hast Du sicher recht. Aber heute könnte er auch nicht mehr so schalten und walten wie zu seiner Zeit, ohne daß ihm andauernd die Justiz auf den Fersen wäre. Er regierte schon sehr nach Gutsherrenart. Ich erinnere mich, als er gestorben ist (am 3.10.1988 - deswegen der Tag der Deutschen Einheit an diesem Datum!), war ich gerade seit drei Tagen im Russicum in Rom. Die Mittagsnachrichten nach dem Essen waren am Tag danach voll mit Berichten über ihn, die ich aber wegen meiner damals noch unzureichenden Italienischkenntnisse kaum verstanden habe. Als ich deshalb einen italienischen Mitstudenten fragte, was denn da berichtet würde, antwortete er mir: "Il vostro re è morto!" - "Euer König ist gestorben". So wirkte das damals auf unbefangene Beobachter - erst recht dann seine Beerdigung mit dem großen Trauerzug -, und das war gar nicht so falsch.
Was der heutigen CSU sicher abgeht, sind Menschen seines Schlages, was die fachliche Kompetenz als Politiker angeht. Es gibt dort zuviele Parteisoldaten und zuwenige Leute mit gesundem Menschenverstand, wie in anderen Parteien auch. Aber wenn Du in der CSU zu selbständig denkst, wirst Du auch nix.
hast Du Dich eigentlich schon mal bei der CSU um einen Posten im Wahlkampfteam beworben? Du hättest wahrscheinlich gute Chancen - so etwa nach dem Motto "Paul statt Pauli" (frag mal in Nürnberg nach, wo Beckstein gegen Pauli antreten muß!).
Was Strauß angeht, hast Du sicher recht. Aber heute könnte er auch nicht mehr so schalten und walten wie zu seiner Zeit, ohne daß ihm andauernd die Justiz auf den Fersen wäre. Er regierte schon sehr nach Gutsherrenart. Ich erinnere mich, als er gestorben ist (am 3.10.1988 - deswegen der Tag der Deutschen Einheit an diesem Datum!), war ich gerade seit drei Tagen im Russicum in Rom. Die Mittagsnachrichten nach dem Essen waren am Tag danach voll mit Berichten über ihn, die ich aber wegen meiner damals noch unzureichenden Italienischkenntnisse kaum verstanden habe. Als ich deshalb einen italienischen Mitstudenten fragte, was denn da berichtet würde, antwortete er mir: "Il vostro re è morto!" - "Euer König ist gestorben". So wirkte das damals auf unbefangene Beobachter - erst recht dann seine Beerdigung mit dem großen Trauerzug -, und das war gar nicht so falsch.
Was der heutigen CSU sicher abgeht, sind Menschen seines Schlages, was die fachliche Kompetenz als Politiker angeht. Es gibt dort zuviele Parteisoldaten und zuwenige Leute mit gesundem Menschenverstand, wie in anderen Parteien auch. Aber wenn Du in der CSU zu selbständig denkst, wirst Du auch nix.
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Paul Heliosch
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@Taddeo, ich verüble dir nicht, wenn Du mir aufgrund meiner Eingaben in diesem Thread eine gewisse Blauäugigkeit vorwirfst 
Ich war bereits seit dem 16. Lj in der Nachwuchsorganisation der CSU aktiv und möchte aufgrund meiner Erfahrungen wenigstens so viel dazu mitteilen:
Es handelt sich m.E. um ein Systemproblem aufgrund "Gewöhnung", wenn sich das aktive Plakateklebervolk (Parteisoldaten wie du sie nennst) damit (akontrovers) zufrieden gibt, das auszuführen, was im Vorstand auf Kreisebene beschlossen wird:
Die Basis denkt tatsächlich selbständig, sie darf nur nicht den Fehler machen zu glauben, daß damit automatisch (persönliche) ehrgeizige Ziele erreicht werden können. Die Basis in der CSU ist die Jugend mithin die JU, und genau dieser JU sollte man heute ausdrücklich den Rang eines moderierten "Thinktanks" vor allem unter christlichen Gesichtspunkten zuerkennen, damit sich wirklich etwas ändern kann, damit der Himmel auch wirklich "weißblau" bleibt...
Ich war bereits seit dem 16. Lj in der Nachwuchsorganisation der CSU aktiv und möchte aufgrund meiner Erfahrungen wenigstens so viel dazu mitteilen:
Es handelt sich m.E. um ein Systemproblem aufgrund "Gewöhnung", wenn sich das aktive Plakateklebervolk (Parteisoldaten wie du sie nennst) damit (akontrovers) zufrieden gibt, das auszuführen, was im Vorstand auf Kreisebene beschlossen wird:
Die Basis denkt tatsächlich selbständig, sie darf nur nicht den Fehler machen zu glauben, daß damit automatisch (persönliche) ehrgeizige Ziele erreicht werden können. Die Basis in der CSU ist die Jugend mithin die JU, und genau dieser JU sollte man heute ausdrücklich den Rang eines moderierten "Thinktanks" vor allem unter christlichen Gesichtspunkten zuerkennen, damit sich wirklich etwas ändern kann, damit der Himmel auch wirklich "weißblau" bleibt...
Zuletzt geändert von Paul Heliosch am Samstag 12. Juli 2008, 15:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Paul Heliosch
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...Ein gut moderierter Thinktank schöpft aus dem Ideenfundus seiner Mitglieder. Diese müssen in der Lage sein (dickhäutig) Persönliches von Sachthemen zu trennen um einen kontroversen Dialog überhaupt durchstehen zu können ( - bei "Dünnhäutern" diffundiert das "Herzblut" so schnell auf den runden Tisch, daß das Team nur noch damit beschäftigt ist die entstandene "Sauerei" wegzuwischen... ) Die Schlüsselrolle obliegt also dem Moderator...
Für die CSU ist es vorteilhafter eine von aussen zugeflogene Idee kontrovers zu diskutieren, als eine eigene, da damit keine innerparteilichen Animositäten entstehen können, sprich: es müssen keine Köpfe gewaschen werden, weil irgendein Lobbyist mit der rechten Augenbraue zuckt...
Allerdings sind wir noch nicht so weit und so begnüge ich mich
selbständig zu denken und solcherlei Anstösse zu geben, dies tue ich hiermit und ich bin damit völlig zufieden - in die Politik gehe ich nicht!
Für die CSU ist es vorteilhafter eine von aussen zugeflogene Idee kontrovers zu diskutieren, als eine eigene, da damit keine innerparteilichen Animositäten entstehen können, sprich: es müssen keine Köpfe gewaschen werden, weil irgendein Lobbyist mit der rechten Augenbraue zuckt...
Allerdings sind wir noch nicht so weit und so begnüge ich mich
selbständig zu denken und solcherlei Anstösse zu geben, dies tue ich hiermit und ich bin damit völlig zufieden - in die Politik gehe ich nicht!
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Paul Heliosch
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Wer eben so als Plakatekleber über Jahre hinweg konditioniert wird, bleibt auch als Mandatsträger leider immer noch ein geistiger Plakatekleber!Paul Heliosch hat geschrieben:Es handelt sich m.E. um ein Systemproblem aufgrund "Gewöhnung", wenn sich das aktive Plakateklebervolk (Parteisoldaten wie du sie nennst) damit (akontrovers) zufrieden gibt, das auszuführen, was im Vorstand auf Kreisebene beschlossen wird:
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Paul Heliosch
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holzi hat geschrieben:...Wer eben so als Plakatekleber über Jahre hinweg konditioniert wird, bleibt auch als Mandatsträger leider immer noch ein geistiger Plakatekleber!
( Dieser Satz kann sich ohne weiteres in die politische "Lyrik" eines | "Simplicissimus" | einreihen... )
Nur leider nicht ursprünglich von mir, sondern er fiel in einer Kolping-Diözesanvorstandssitzung zum Schwerpunktthema "Soziale Zukunft mitgestalten"Paul Heliosch hat geschrieben:holzi hat geschrieben:...Wer eben so als Plakatekleber über Jahre hinweg konditioniert wird, bleibt auch als Mandatsträger leider immer noch ein geistiger Plakatekleber!![]()
( Dieser Satz kann sich ohne weiteres in die politische "Lyrik" eines | "Simplicissimus" | einreihen... )
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Paul Heliosch
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Paul Heliosch
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Paul Heliosch
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Paul Heliosch hat geschrieben:Auf der Suche nach der Formel für den CSU-Bundeswahlkampf gibt es zu dem oben gesagten keine Alternative.
Der Wähler bekommt seit jeher immer nur die gleichen Farben präsentiert und ist natürlich enttäuscht, wenn die Farben verblassen:
Mir fehlt bundesweit die Farbe blau als Wahlalternative...

Besten Dank, Herr Huber!
Wir arbeiten dran: http://international.kolping.de/interna ... nd_ref=688Gerhard hat geschrieben:Vielleicht wird er ja mal ein heiliger.
1993 war ich beruflich im östlichen Sachsen tätig und bekam als CSU-Mitglied den Bayernkurier dorthin nachgesandt.Eines Tages lag in meiner Post auch der
Bayernkurier für den DSU-Vorsitzenden des sorbischen Nachbardorfs.Dort ging`s zu wie in Bayern in den frühen 60gern:die gar nicht kleine Kirche Sonntags gesteckt voll;wer nicht 10 min früher kam kriegte keinen Sitzplatz mehr-der Pfarrer machte vor der Wahl offen Propaganda gegen alles, was nicht CDU oder DSU hiess und der Mittagstisch des DSU-Chefs war eine Riesentafel umgeben von
Scharen von Kindern wie die Orgelpfeifen zwischen 3 und 23,wobei die Ältesten schon wieder eigene Kinder auf dem Arm hatten.Ich als Gast bekam selbstverständlich meinen Teller mit dampfendem Essen,vorher wurde natürlich gebetet;Herrgottswinkel und Marienstatue fehlten natürlich auch nicht in der trauten Stube---es war Katholozismus pur.Dazu war er noch promovierter Agrarier mit Spezialität Karpfenzucht und man konnte wirklich über Gott und die Welt,Musik,Literatur ,Politik und Naturwissenschaft mit ihnen diskutieren.Soviel ich weiß gibt`s die DSU in der Ecke immer noch-aber ob sie noch im sächsischen Landtag sind wie damals weiss ich nicht.
Bayernkurier für den DSU-Vorsitzenden des sorbischen Nachbardorfs.Dort ging`s zu wie in Bayern in den frühen 60gern:die gar nicht kleine Kirche Sonntags gesteckt voll;wer nicht 10 min früher kam kriegte keinen Sitzplatz mehr-der Pfarrer machte vor der Wahl offen Propaganda gegen alles, was nicht CDU oder DSU hiess und der Mittagstisch des DSU-Chefs war eine Riesentafel umgeben von
Scharen von Kindern wie die Orgelpfeifen zwischen 3 und 23,wobei die Ältesten schon wieder eigene Kinder auf dem Arm hatten.Ich als Gast bekam selbstverständlich meinen Teller mit dampfendem Essen,vorher wurde natürlich gebetet;Herrgottswinkel und Marienstatue fehlten natürlich auch nicht in der trauten Stube---es war Katholozismus pur.Dazu war er noch promovierter Agrarier mit Spezialität Karpfenzucht und man konnte wirklich über Gott und die Welt,Musik,Literatur ,Politik und Naturwissenschaft mit ihnen diskutieren.Soviel ich weiß gibt`s die DSU in der Ecke immer noch-aber ob sie noch im sächsischen Landtag sind wie damals weiss ich nicht.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
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Paul Heliosch
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...eine klasse Situationsbeschreibung zum Thema "Aufbruchstimmung". Dazu ist m.E. die CSU fähig - vorausgesetzt, sie bündelte alle (auch o.g.) Kräfte aus dem Unionslager sowohl mit dem erklärten Bundesziel als auch unter der besagten Doppelspitze in Richtung genannten Wahlvolks, mit Hilfe besagter Wahlargumentation...
Ja-damals war auch ich in Aufbruchstimmung und in dem naiven Glauben,es könne sich in unserer eingefahrenen Parteipostendemokratie durch das Hinzutreten von freiheits-und demokratiehungrigen Ossis noch mal was ändern in Richtung auf: wie sich klein Fritzchen die Demokratie vorstellt.Dem war nicht so-die gingen entweder sang-und klanglos unter oder liessen sich schnell auf die üblichen Machtspielchen ein-womit sie,wenn geschickt genug ,sogar ganz nach oben kamen.
Die Basis hat de facto nichts zu sagen-selbst wenn es Arbeitskreise gibt,die deren Fachwissen abschöpfen sollen.
Z.B. gibt es einen gesundheitspolitischen Arbeitskreis der CSU,der schon vor Jahren zum Thema Gesundheitsreform sehr vernünftige Vorschläge erarbeitet hat,da er aus Ärzten,Apothekern und Mitgliedern anderer Heilberufe,kurz den "Leistungserbringern" des Systems besteht,die täglich mit dem Normalbürger als Patienten zu tun haben sowie einigen Krankenkassenvertretern.So gut wie nichts davon kommt"oben"an-der Zug läuft dagegen immer schneller in Richtung eines menschenfeindlichen und in Büreaukratie einerseits-Kommerz andrerseits versandenden Medizinbetriebs.
In anderen Parteien ist das vermutlich auch nicht anders.Letztlich geht`s immer nur um Geld-und Machtspiele.Nicht-Wählen bzw. null-Engagement ist allerdings auch keine Lösung; letztlich hat jedes Volk die Abgeordneten,die es verdient.
Die Basis hat de facto nichts zu sagen-selbst wenn es Arbeitskreise gibt,die deren Fachwissen abschöpfen sollen.
Z.B. gibt es einen gesundheitspolitischen Arbeitskreis der CSU,der schon vor Jahren zum Thema Gesundheitsreform sehr vernünftige Vorschläge erarbeitet hat,da er aus Ärzten,Apothekern und Mitgliedern anderer Heilberufe,kurz den "Leistungserbringern" des Systems besteht,die täglich mit dem Normalbürger als Patienten zu tun haben sowie einigen Krankenkassenvertretern.So gut wie nichts davon kommt"oben"an-der Zug läuft dagegen immer schneller in Richtung eines menschenfeindlichen und in Büreaukratie einerseits-Kommerz andrerseits versandenden Medizinbetriebs.
In anderen Parteien ist das vermutlich auch nicht anders.Letztlich geht`s immer nur um Geld-und Machtspiele.Nicht-Wählen bzw. null-Engagement ist allerdings auch keine Lösung; letztlich hat jedes Volk die Abgeordneten,die es verdient.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
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Beckstein für missionarische Offensive:
http://www.idea.de/index.php?id=917&tx_ ... 66dab595cc
Der Mann wird mir immer sympathischer.
http://www.idea.de/index.php?id=917&tx_ ... 66dab595cc
Der Mann wird mir immer sympathischer.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"
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Paul Heliosch
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@incarnata
Das klingt so nach Wittichenau und Umgebung. Die DSU spielt in Sachsen keine größere Rolle als etwa die Bayernpartei in Bayern. Sie
war im übrigen nie im Landtag vertreten*. Komunalpolitisch existiert sie noch ein bisschen. Das Sorbenland ist sicher ein klein wenig konservativer als der Rest der Zone, besonders bedingt durch den Glauben. Auch bekommt dies sicher durch den neuen sächs. Ministerpräsidenten Tillich, der ja kath. Sorbe ist, ein wenig Aufwertung.
Aber natürlich machen auch hier die neuen Zeiten nicht halt. Die Bevölkerungsentwicklung in der Gegend ist äußerst negativ. Die Sorben haben da trotz Katholizismus große Probleme und machen die übrige deutsche Umwelt und den Staat dafür verantwortlich. Als Medizinerin wirst Du sicher die Inplausibilität dieser Auffassung erkennen
.
Positiv anzumerken ist, daß sich der Bischof von Görlitz hat erweichen lasssen, die alte Liturgie als Wanderzirkus wieder zuzulassen. Neben Görlitz und Cottbus macht sie auch in Wittichenau halt. Daneben gibt es noch einen anderen Geistlichen in der Gegend, der privat alt liest und auch für halböffentliche Anliegen dieser Art zur Verfügung steht. In der Dresdner Gemeinde der FSSPX sind auch einige sorbische Gläubige als harter Kern zu Gange.
*EDIT: Ich lese gerade, daß die DSU mit zwei Abgeordneten im Landtag des FS Sachsen vertreten ist. Allerdings sind die beiden Mandatsträger ehemalige NPD-Abgeordnete, die in die DSU gewechselt sind. Aus eigener Kraft hat die DSU bisher keine Landtagswahl erfolgreich bestritten.
Das klingt so nach Wittichenau und Umgebung. Die DSU spielt in Sachsen keine größere Rolle als etwa die Bayernpartei in Bayern. Sie
war im übrigen nie im Landtag vertreten*. Komunalpolitisch existiert sie noch ein bisschen. Das Sorbenland ist sicher ein klein wenig konservativer als der Rest der Zone, besonders bedingt durch den Glauben. Auch bekommt dies sicher durch den neuen sächs. Ministerpräsidenten Tillich, der ja kath. Sorbe ist, ein wenig Aufwertung.
Aber natürlich machen auch hier die neuen Zeiten nicht halt. Die Bevölkerungsentwicklung in der Gegend ist äußerst negativ. Die Sorben haben da trotz Katholizismus große Probleme und machen die übrige deutsche Umwelt und den Staat dafür verantwortlich. Als Medizinerin wirst Du sicher die Inplausibilität dieser Auffassung erkennen
Positiv anzumerken ist, daß sich der Bischof von Görlitz hat erweichen lasssen, die alte Liturgie als Wanderzirkus wieder zuzulassen. Neben Görlitz und Cottbus macht sie auch in Wittichenau halt. Daneben gibt es noch einen anderen Geistlichen in der Gegend, der privat alt liest und auch für halböffentliche Anliegen dieser Art zur Verfügung steht. In der Dresdner Gemeinde der FSSPX sind auch einige sorbische Gläubige als harter Kern zu Gange.
*EDIT: Ich lese gerade, daß die DSU mit zwei Abgeordneten im Landtag des FS Sachsen vertreten ist. Allerdings sind die beiden Mandatsträger ehemalige NPD-Abgeordnete, die in die DSU gewechselt sind. Aus eigener Kraft hat die DSU bisher keine Landtagswahl erfolgreich bestritten.
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Raimund J.
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Wie soll auch eine positive Bevölkerungsentwicklung stattfinden, wenn überall in den strukturschwächeren Regionen besonders die jungen Frauen freudig in die Ballungszentren abwandern. "Lifestyle" scheint heutzutage wesentlich wichtiger zu sein als Heimat. Wer nicht abhaut wird als rückständig angesehen.ar26 hat geschrieben: Aber natürlich machen auch hier die neuen Zeiten nicht halt. Die Bevölkerungsentwicklung in der Gegend ist äußerst negativ.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
Nec laudibus, nec timore
Du hast´s erfasst;dann werde ich mir für einen Wiedersehensbesuch also mal ein Wochenende mt tridentinischer Messe in "Kulow"=Wittichenau aussuchen.ar26 hat geschrieben:@incarnata
Das klingt so nach Wittichenau und Umgebung. Die DSU spielt in Sachsen keine größere Rolle als etwa die Bayernpartei in Bayern. Sie
war im übrigen nie im Landtag vertreten*. Komunalpolitisch existiert sie noch ein bisschen. Das Sorbenland ist sicher ein klein wenig konservativer als der Rest der Zone, besonders bedingt durch den Glauben. Auch bekommt dies sicher durch den neuen sächs. Ministerpräsidenten Tillich, der ja kath. Sorbe ist, ein wenig Aufwertung.
Aber natürlich machen auch hier die neuen Zeiten nicht halt. Die Bevölkerungsentwicklung in der Gegend ist äußerst negativ. Die Sorben haben da trotz Katholizismus große Probleme und machen die übrige deutsche Umwelt und den Staat dafür verantwortlich. Als Medizinerin wirst Du sicher die Inplausibilität dieser Auffassung erkennen.
Positiv anzumerken ist, daß sich der Bischof von Görlitz hat erweichen lasssen, die alte Liturgie als Wanderzirkus wieder zuzulassen. Neben Görlitz und Cottbus macht sie auch in Wittichenau halt. Daneben gibt es noch einen anderen Geistlichen in der Gegend, der privat alt liest und auch für halböffentliche Anliegen dieser Art zur Verfügung steht. In der Dresdner Gemeinde der FSSPX sind auch einige sorbische Gläubige als harter Kern zu Gange.
*EDIT: Ich lese gerade, daß die DSU mit zwei Abgeordneten im Landtag des FS Sachsen vertreten ist. Allerdings sind die beiden Mandatsträger ehemalige NPD-Abgeordnete, die in die DSU gewechselt sind. Aus eigener Kraft hat die DSU bisher keine Landtagswahl erfolgreich bestritten.
Inzwischen hat dort offenbar auch radio horeb Einzug gehalten,da sich immer wieder mal Hörer aus dem Ort in den Höreranrufsendungen melden.
Was den Beckstein betrifft: der ist mir sympatischer als sein zweifellos sehr fleissiger Vorgänger,schon weil er den Hl.Antonius hinter seinem Schreibtisch stehen hat-und das als Lutheraner.Der wird ihm schon die Zügel der Politik wieder zusammenfinden,sollten sie ihm verloren gehen !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)
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Paul Heliosch
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Jetzt wird's aber langsam wirklich deutlich, daß die Bundes-CSU relevant ist! Schaut Euch mal die (natürlich nicht repräsentativen) | Umfrageergebnisse für die CSU | auf Welt.de an...
(...aber beim Anklicken bitte nicht von Paulis Ausschnitt beeinflussen lassen
)
(...oder können hier nur Bayern abstimmen, weil die CDU fehlt?
...sehe aber keinen Hinweis auf welt.de-bavarianversion... )
(...aber beim Anklicken bitte nicht von Paulis Ausschnitt beeinflussen lassen
(...oder können hier nur Bayern abstimmen, weil die CDU fehlt?