Was die EKD über Rom wirklich denkt

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NurNochKatholisch
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von NurNochKatholisch »

Lutheraner hat geschrieben:Das ist ein (katholischer) Quark, den man hier immer wieder liest. Es geht nicht darum, ob ein anderes Grüppchen an die Realpräsenz oder Transsubstantiation oder sonst etwas gaubt oder nicht. Es geht darum, ob das Abendmahl des Herrn gefeiert wird. Der Herr ist nur dort beim Hl. Abendmahl gegenwärtig, wo das Evangelium verkündet wird. Man kann den Herrn doch nicht durch einen Realpräsenzglauben "herbeizaubern" :roll: .
Das ist - mit Verlaub - NICHT lutherische Lehre!

Die Realpräsenz kommt dort zustande, wo in der Vollmacht Christi (in persona Christi)und im Vollzug (in actio sacramentalis) der Abendmahlsfeier gültig (recte et ritu) über Brot und Wein die Worte des HErrn gesprochen werden.
Durch sein wirkmächtiges Wort (Luther sagt Tätelwort) "wandelt" der HErr CHristus selbst Brot und Wein in seinen Leib und sein teures Blut (im Sinne einer praedicatio identica). So wird es eindeutig und in Übereinstimmung mit der katholischen Lehre in FC 7 gelehrt.

Und ich weiß auch ehrlich gesagt nicht genau, ob du implizit anderen nicht sogar noch den herrn Christus im allerheiligsten Altarsakrament wegnehmen willst.

KatholischAB
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Lutheraner
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lutheraner »

Hallo KatholischAB,

ich möchte niemandem etwas wegnehmen. Aber wer hat denn die Vollmacht Christi? Die hat doch nur die Kirche und diese ist wiederum dort wo das Evangelium unverfälscht verkündet wird.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

Miserere Nobis Domine
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Lutheraner hat geschrieben:Hallo KatholischAB,

ich möchte niemandem etwas wegnehmen. Aber wer hat denn die Vollmacht Christi? Die hat doch nur die Kirche und diese ist wiederum dort wo das Evangelium unverfälscht verkündet wird.
Anders gesagt: Es gibt ausserhalb des Luthertums keine Realpräsenz, da ja überall sonst das Evangelium "verfälscht" verkündet wird?

NurNochKatholisch
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von NurNochKatholisch »

Lutheraner hat geschrieben:Hallo KatholischAB,

ich möchte niemandem etwas wegnehmen. Aber wer hat denn die Vollmacht Christi? Die hat doch nur die Kirche und diese ist wiederum dort wo das Evangelium unverfälscht verkündet wird.
Ja, hallo Lutheraner,
mal eine Gegenfrage: Wer ist den DIE Kirche? Und was bedeutet unverfälscht?
Ist es schon eine Verfälschung des Evangeliums, wenn ich es in bestimmte Lebenssituationen hinein interpretiere? Oder muss ich da etwas zutun oder weglassen? Und was ist eigentlich DAS Evangelium?

Joh 20,22b+23 wird eindeutig eine Vollmacht an bestimmte Menschen verliehen, nämlich an die Apostel, dass sie Sünden vergeben können, in den Berichten über das letzte Abendmahl Jesu wird den anwesenden Aposteln die Vollmacht gegeben, das Altarsakrament zu spenden, in Mt 28 werden sie dann auch noch gesendet in alle Welt, zu taufen und zu lehren.
Wer besitzt also Vollmacht? Antwort: Derjenige, der bevollmächtigt wurde. Von wem? Von Christus über die Apostel und Bischöfe bis auf die Pfarrer (bitte jetzt nicht wieder die apostl. Sukzession diskutieren!). Die Vollmacht Christi ist keine frei herumschwebende Sache, die irgendwie da ist. Sondern in der Person ihrer geweihten Amtsträger hat die Kirche die Vollmacht Christi.
Das Amt kommt nicht aus der Gemeinde heraus, sondern ist von Christus gestiftet und an Personen gebunden (CA 5 und ApolConf 13).

Die Konsequenz aus deiner Argumentation hat MND ja oben schon genau richtig aufgespießt. Letztendlich führt das ins Sektierertum; denn du bestimmst, was reine Lehre ist, und somit, was Kirche ist, wo Realpräsenz eintritt usw. Natürlich nimmst du niemandem wirklich etwas weg, aber du behauptest, dass nur du es hast und alle anderen angeblich das Evangelium verfälschen. Zumindest habe ich (und wie man sieht auch andere) dich so verstanden.

Trotzdem lieben Gruß,

KatholischAB
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Lioba
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lioba »

http://kirchensite.de/index.php
zweiter Artikel
Na denn. :achselzuck:
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Maurus
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Maurus »

Lioba hat geschrieben:http://kirchensite.de/index.php
zweiter Artikel
Na denn. :achselzuck:
Ja wen wundert's...die Sache ist original nach dem Standard-Drehbuch für solche Sachen abgelaufen, das man auch in der Politik mit Vorliebe gebraucht.

Man hätte das Papier von vorneherein ignorieren sollen.

In einem SZ-Artikel war mal zu lesen, Huber halte das r.-k. Kirchenverständnis für "zutiefst unbiblisch". (http://www.sueddeutsche.de/kultur/258/3826/text/3/ ) Von der DBK kam kein Ton, warum hier auf einmal? Vermutlich doch, weil hier ganz konkret Personen angegangen wurden. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Anders kann ich mir nicht erklären, warum seitens der DBK nie etwas zu hören ist, wenn sich wieder irgendein Vertreter der EKD oder einer Landeskirche in innerkatholische Angelegenheiten einmischt oder über die kath. Lehre in aller Öffentlichkeit herzieht. Bislang habe ich das für Noblesse gehalten, jetzt ieht es freilich anders aus.

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Niels
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Niels »

Lioba hat geschrieben:http://kirchensite.de/index.php
zweiter Artikel
Na denn. :achselzuck:
Hier der genaue Link:
http://kirchensite.de/aktuelles/news-ak ... t-beendet/

Friede, Freude, Eierkuchen... :roll:
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Lutheraner
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lutheraner »

KatholischAB hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:Hallo KatholischAB,

ich möchte niemandem etwas wegnehmen. Aber wer hat denn die Vollmacht Christi? Die hat doch nur die Kirche und diese ist wiederum dort wo das Evangelium unverfälscht verkündet wird.
Ja, hallo Lutheraner,
mal eine Gegenfrage: Wer ist den DIE Kirche? Und was bedeutet unverfälscht?
Überall dort, wo eine Mitwirkung des Menschen am Heilsgeschehen oder gar eine Art Selbsterlösung gelehrt wird, dort wird das Evangelium verfälscht und dort ist die Kirche m.E. nicht mehr klar sichtbar.
KatholischAB hat geschrieben: Ist es schon eine Verfälschung des Evangeliums, wenn ich es in bestimmte Lebenssituationen hinein interpretiere? Oder muss ich da etwas zutun oder weglassen? Und was ist eigentlich DAS Evangelium?
Natürlich kann man das Evangelium in eine bestimmte Lebenssituation hinein interpretieren, man darf es aber nicht verändern.
KatholischAB hat geschrieben: Joh 20,22b+23 wird eindeutig eine Vollmacht an bestimmte Menschen verliehen, nämlich an die Apostel, dass sie Sünden vergeben können, in den Berichten über das letzte Abendmahl Jesu wird den anwesenden Aposteln die Vollmacht gegeben, das Altarsakrament zu spenden, in Mt 28 werden sie dann auch noch gesendet in alle Welt, zu taufen und zu lehren.
Wer besitzt also Vollmacht? Antwort: Derjenige, der bevollmächtigt wurde. Von wem? Von Christus über die Apostel und Bischöfe bis auf die Pfarrer (bitte jetzt nicht wieder die apostl. Sukzession diskutieren!). Die Vollmacht Christi ist keine frei herumschwebende Sache, die irgendwie da ist. Sondern in der Person ihrer geweihten Amtsträger hat die Kirche die Vollmacht Christi.
Das Amt kommt nicht aus der Gemeinde heraus, sondern ist von Christus gestiftet und an Personen gebunden (CA 5 und ApolConf 13).
Ich stimmt mit Dir überein, dass das Predigtamt durch die Ordination an bestimmte Personen gebunden ist. Aber es kann nicht von der Kirche getrennt werden. Das "magische Verständnis", das die Katholische Kirche hat, ist falsch. Nach ihrer Vorstellung kann ein Bischof das Amt beliebig weitergeben - auch wenn er die Katholische Kirche verlässt und eine Sekte gründet. Das deckt sich weder mit der Schrift, noch mit den Bekenntnisschriften der evang.-luth. Kirche.

KatholischAB hat geschrieben: Die Konsequenz aus deiner Argumentation hat MND ja oben schon genau richtig aufgespießt. Letztendlich führt das ins Sektierertum; denn du bestimmst, was reine Lehre ist, und somit, was Kirche ist, wo Realpräsenz eintritt usw. Natürlich nimmst du niemandem wirklich etwas weg, aber du behauptest, dass nur du es hast und alle anderen angeblich das Evangelium verfälschen. Zumindest habe ich (und wie man sieht auch andere) dich so verstanden.
Es liegt mir fern festlegen zu wollen, was die reine Lehre ist. Aber ich verlasse mich hier auf die Schrift und die Lehre der evang.-luth. Kirche. Jede Grenzziehung wäre willkürlich und deshalb ziehe ich keine. Ich möchte mich aber auf keine falsche Toleranz einlassen, die andere von der Umkehr abhalten könnte. Wir können nicht sagen, dass wir uns in statu confessionis befinden (was ja gerade in einem anderen Thread diskutiert wird) und gleichzeitig der anderen Seite zugestehen, dass mit ihr fast alles in Ordnung sei. Dazu haben wir keine Recht, es wäre unwahr.

Vielleicht klingt das was ich schreibe schärfer und unfreundlicher als es gemeint ist. Ich gestehe der Katholischen Kirche zu, dass es in ihr weiterhin Elemenete von "Kirchlichkeit" (wenn man es so nennen möchte) gibt und es gibt in ihr natürlich Pfarrer, die das Evangelium predigen, Gemeinden, wo oft das Evangelium gepredigt wird und Gläubige, die dem Evangelium vertrauen. Aber das alles geschieht in einem gewissen Widerspruch zur offiziellen Lehre.
Mir hat ein hochkirchlicher Pfarrer der Landeskirche einmal vorgeschlagen darüber nachzudenken, ob es für mich nicht vorstellbar wäre zur Katholischen Kirche zu konvertieren. Als ich vom Ablaß anfing, lachte er und meinte: "Den gibt es noch?". Ja, den gibt es noch. Man soll nicht alles unangenehme ausblenden, auch wenn man es gut meint.
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civilisation
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von civilisation »

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Friedrich Weber, meldet sich zu Wort. Er nimmt den Aufhänger "Piusbrüder" und schreibt:
„Leugnung des Holocaust, das ist nicht nur eine politische Äußerung, sondern das ist eine Äußerung eines Christen, die zutiefst inhuman und unmenschlich ist, und damit hat sie auch etwas mit der theologischen Haltung des Bischofs zu tun.“
Weiter schreibt er (eine "verkappte" Forderung?? wieder mal?)
es sei erstaunlich,
„dass das Streben zur Gestaltung und zur Darstellung der äußeren Einheit innerhalb der römisch-katholischen Kirche offenbar ein so hohes Gut ist, dass darüber doch Großzügigkeit und Nachsichtigkeit bis zum Äußersten gezeigt worden ist. … Wir fragen uns innerhalb der Ökumene: Müsste es dann nicht eine größere Offenheit geben, um die ökumenische Einheit aller Christen wiederherzustellen? Wie müssten dann Formulierungen in Texten aussehen, die aus dem Vatikan kommen in Richtung reformatorische Kirche, wenn wir an Dominus Iesus denken oder an die Fragen zum Kirchenbegriff - müsste da nicht auch etwas ganz anderes möglich sein um dieser größeren ökumenischen Einheit willen?“
Quelle: Tagesmeldungen Radio Vatikan vom 27.10.2009

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cantus planus
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von cantus planus »

Es ist doch erfreulich, wenn Protestanten ihre oberflächliche und beschränkte Sichtweise schriftlich niederlegen. Dann kann man hinterher nicht sagen, man hätte nichts gesagt. Uns kann es ziemlich wurscht sein, was diese Leute sagen. Es ist offensichtlich, dass auf Basis dieser Aussagen keinerlei Ökumene möglich ist. Gerade der zuletzt zitierte Absatz macht ja die peinliche Suche nach dem Kleinsten Gemeinsamen Nenner deutlich.

Eine klarere Bestätigung für "Dominus Jesus" kann man ja gar nicht geliefert bekommen. Man sollte den ökumenistischen Spuk endlich beenden, und sich der wahren Ökumene zuwenden.
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Lioba
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lioba »

Zum Threadtitel- können wir überhaupt sicher sein, dass da besonders viel gedacht wird?? :blinker:
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cantus planus
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von cantus planus »

Lioba hat geschrieben:Zum Threadtitel- können wir überhaupt sicher sein, dass da besonders viel gedacht wird?? :blinker:
Davon bin ich sogar überzeugt. Einen solchen Stuss zusammenzuschreiben kann nicht versehentlich passieren. Da wollte jemand ganz gezielt Stimmung machen. Und natürlich halte ich es auch nicht für Zufall, dass das Dokument versehentlich in der Presse gelandet ist. Der EKD ist die Kirche schon lange ein Dorn im Auge, und sie kämpft mit allen Mitteln für die Protestantisierung Roms. Mit der Vorsitzenden Käßmann das übrigens einen neuen Höhepunkt erreichen.
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Lutheraner
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lutheraner »

cantus planus hat geschrieben:Der EKD ist die Kirche schon lange ein Dorn im Auge, und sie kämpft mit allen Mitteln für die Protestantisierung Roms. Mit der Vorsitzenden Käßmann das übrigens einen neuen Höhepunkt erreichen.
Die EKD ist halt selbstbewußt. Warum ärgert Euch das? Rom strebt inoffiziell auch eine "Rückkehrökumene" an. Nichts anderes wil die EKD auf ihre Art.
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civilisation
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von civilisation »

Lutheraner hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Der EKD ist die Kirche schon lange ein Dorn im Auge, und sie kämpft mit allen Mitteln für die Protestantisierung Roms. Mit der Vorsitzenden Käßmann das übrigens einen neuen Höhepunkt erreichen.
Die EKD ist halt selbstbewußt. Warum ärgert Euch das? Rom strebt inoffiziell auch eine "Rückkehrökumene" an. Nichts anderes wil die EKD auf ihre Art.

"Rückkehrökumene" nach Art der EKD?

Das mußt Du näher erläutern. Wohin soll die Kirche "zurückkehren"?

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cantus planus
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von cantus planus »

Lutheraner hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Der EKD ist die Kirche schon lange ein Dorn im Auge, und sie kämpft mit allen Mitteln für die Protestantisierung Roms. Mit der Vorsitzenden Käßmann das übrigens einen neuen Höhepunkt erreichen.
Die EKD ist halt selbstbewußt. Warum ärgert Euch das?
Absolut nicht. Das hätte die EKD wohl gerne. Ich sagte nur, wir müssen uns auf andere Zeiten einstellen. Ich hoffe nur, dass unsere Bischöfe nicht den Fehler machen, nach guter Presse zu geilen und die Querschläge von protestantischer Seite gelassen zu ignorieren. Zumindest in Rom scheint man da gelernt zu haben.
Lutheraner hat geschrieben:Rom strebt inoffiziell auch eine "Rückkehrökumene" an. Nichts anderes wil die EKD auf ihre Art.
Dann sollte man es eben offiziell machen. Wir ich oben weiter schon schrieb: der voraussetzungslose Ökumenismus ist vollkommen gescheitert. Man sollte endlich Gespräche beginnen, ob eine wirkliche Ökumene möglich ist. Und diese Gespräche sollten nicht die Bischöfe führen, sondern kompetente Theologen. Und das Ergebnis sollte man dann auch eindeutig benennen. Das Lobhudeln von Leuten wie Lehmann, Kasper und Zollitsch ist doch einfach unsäglich und dient der Sache überhaupt nicht.
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Lutheraner
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lutheraner »

cantus planus hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:Rom strebt inoffiziell auch eine "Rückkehrökumene" an. Nichts anderes wil die EKD auf ihre Art.
Dann sollte man es eben offiziell machen.
Das machen sie doch. Die EKD hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie eine Ökumene "in versöhnter Verschiedenheit" und nicht notwendigerweise mit einheitlichen Strukturen mit anderen Kirchen anstrebt. Das ist auch so in der GEKE (Leuenberg) umgesetzt.
Habt Ihr etwa eine Extrawurst erwartet?
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cantus planus
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von cantus planus »

Ich nicht. Die Bischofskonferenz offenbar schon. Da scheint man im Bezug auf die Ökumene vollkommen realitätsfern zu träumen. Mir wäre ja ein ehrliches Ringen (wie wir es hier ja tun) allemal lieber, als ein schwelgen in "versöhnter Verschiedenheit".
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Lioba
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lioba »

Dann muss man die Verschiedenheit aber auch gelten lassen- mitsamt den Piussen. Lob verteilen wenn die anderen es genauso machen wir wir und eine Schnute ziehen wenn sie es nicht tun ist eben keine Versöhnung in der Verschiedenheit.
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Lioba
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lioba »

Aber ich habe vile mehr den Eindruck, dass beide Seiten an einem Strang ziehen wenn es gilt die Schäflein in Richtung Liberalismus zu dirigieren. Die Kunst besteht darin sie möglichst weit in diese Ecke zu bringen ohne sie zu dem logischen Schluss kommen zu lassen, dass sie für das was bleibt eigentlich keinen Hirten mehr brauchen.
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Maurus
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Maurus »

Lutheraner hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:Rom strebt inoffiziell auch eine "Rückkehrökumene" an. Nichts anderes wil die EKD auf ihre Art.
Dann sollte man es eben offiziell machen.
Das machen sie doch. Die EKD hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie eine Ökumene "in versöhnter Verschiedenheit" und nicht notwendigerweise mit einheitlichen Strukturen mit anderen Kirchen anstrebt. Das ist auch so in der GEKE (Leuenberg) umgesetzt.
Habt Ihr etwa eine Extrawurst erwartet?
Nö. Aber vielleicht sollte das mal jemand der DBK erklären.

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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Was ist eigentlich das Ziel der Ökumene? Die volle Kirchengemeinschaft? Es müsste doch jedem, der theologische Grundkenntnisse hat, klar sein, dass das nur möglich ist, wenn eine Seite sich zum Glauben der anderen bekehrt. Oder eben, wenn beide Seiten ihren Glauben bis zur Unkenntlichkeit verwässern...

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Lutheraner
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lutheraner »

Nein. Siehe Leuenberg und Porvoo. Das ist volle Kirchengemeinschaft.
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Lutheraner,

Leuenberg ist eine Verwässerung. Ich meinte aber eigentlich das Verhältnis zwischen EKD und RKK.

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Lutheraner
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lutheraner »

Für die EKD spielt es doch keine Rolle, ob es um das Verhältnis zwischen ihr und der Katholischen Kirche, den Baptisten, Methodisten, Orthodoxen oder sonst jemanden geht. Das schrieb ich ja bereits oben. Die Katholische Kirche ist für sie nur aufgrund ihrer Größe in Deutschland ein wichtiger Partner.
Kurz gesagt: Für die EKD bedeutet Ökumene immer Verwässerung. Aber wo außer bei Zusammenschlüssen gleicher Konfession ist das anders?
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Lutheraner hat geschrieben: Für die EKD bedeutet Ökumene immer Verwässerung. Aber wo außer bei Zusammenschlüssen gleicher Konfession ist das anders?
Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass sich eine Gruppe zur Lehre der anderen bekehrt.

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Lioba
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Lioba »

Zurück zur aktuellen Realität- die EKD heimst Lob ein von Kräften im Katholizismus die vielleicht schon gestrig sind, sie isoliert sich - jetzt noch zementiert durch die Wahl von Frau Kässmann- von der Richtung der RKK, die durch Papst Benedikt vertreten wird, ausserdem von der Orthodoxie, von den altlutherischen Bekenntnissen, von den Freikirchen, von grossen Teilen ihrer eigenen pietistischen Basis- noch was?
Wer oder was bleibt ihr als Gegenüber im Inland, wer im Ausland?
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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Im Inland die AKK und die IKVU, im Ausland die Kirche von Schweden, UCC (die Unierten in den USA) und ECUSA; auch die ELCA entwickelt sich in diese Richtung.

TillSchilling

Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von TillSchilling »

Lioba hat geschrieben: Wer oder was bleibt ihr als Gegenüber im Inland, wer im Ausland?
Zum Beispiel alle hier
http://www.leuenberg.net/side.php?pageN ... 224&navi=4


Ich muss gestehen ich verstehe die Frage nicht so ganz. Liberale Christen sind sicher nicht isoliert. Es gibt genügend. Bei evangelisch und katholisch.

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Re: Was die EKD über Rom wirklich denkt

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Nur haben die liberalen Christen Nachwuchsprobleme.

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